Dieses Jahr wieder in Aachen: Laterne, Laterne

Das sind mal Fackelzüge, die einen nicht an unselige Nazi-Zeiten erinnern: Die Fackelzüge zu St. Martin in Aachen. Die Unterschiede sind eklatant. Es gehen nicht Soldaten, sondern Kinder. Gekleidet ist jeder und jede anders als alle anderen, nicht so bei den Soldaten. Marschieren kommt bei Kids auch selten vor. Und dann erst die Musik . . . alle singen aus voller Kehle immer dasselbe Lied. Laterne, Laterne . . .

Martinszüge, Fronleichnamsprozessionen und Karnevalszüge waren es, wo man als Kind das Demonstrieren gelernt hat: die möglichst ordentliche Aufstellung, eine wichtige Botschaft, möglichst mit etwas Musik gehen, am Ende eine schöne Abschlussveranstaltung und so Sachen.

Letztes Jahr mussten die Züge ausfallen, dieses Jahr informiert die Stadtverwaltung (Fachbereich Sicherheit und Ordnung und Fachbereich Kinder, Jugend und Schule) über Planung und Durchführung der Züge, die unter bestimmten Bedingungen möglich sind. Viele Schulen, Kindertagesstätten, Kirchen und Vereine beschäftigen sich derzeit mit der Planung eines Martinsumzuges. Sie hätten sich bei der Stadtverwaltung nach den Rahmenbedingungen erkundigt, so wird mitgeteilt.

Veranstaltungen zum Martinsfest unterliegen, sofern nicht mehr als 2500 Personen teilnehmen, keinerlei Beschränkungen. Große Martinsumzüge mit mehr als 2500 aktiv Teilnehmenden, Besucherinnen und Besuchern oder Zuschauer*innen dürfen weiterhin nur mit einem 3G-Nachweis (geimpft, genesen, getestet) besucht werden. Veranstalter müssen in diesen Fällen gemäß Coronaschutzverordnung auf die 3G-Regel in Einladungen und Aushängen hinweisen und müssen die Nachweise stichprobenartig überprüfen.

Kleine Martinzüge müssen als örtliche Brauchtumsveranstaltungen lediglich angezeigt werden. Martinszüge mit mehr als 500 aktiv teilnehmenden Personen sind nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) genehmigungspflichtig. 

Für entsprechende Anzeigen und Anträge zu Martinsumzügen unter Angabe des Datums, der Uhrzeit, des geplanten Streckenverlaufs im öffentlichen Raum stehen die Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamtes per E-Mail unter  genehmigungveranstaltungen@mail.aachen.de zur Verfügung.

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Impfen ohne Termin: Am Bahnhof Rothe Erde noch immer der Hit

Gut besucht; der Impfbus der StädteRegion Aachen

Noch ist das Impfen kostenlos. Man muss nur seinen Ausweis/Pass mitbringen und ein paar Angaben auf einem Formular machen, und schwupps ist man zunächst mal sicher vor einem echt bösartigen Virus. Heute (14. 10.) kann man sich noch bis 19 Uhr impfen lassen.

Auch Leute, die gar keine Zeit haben, weil sie mit 3 Minijobs jonglieren und dazu noch eigene Kinder versorgen müssen, sollten sich überlegen, ob sie nicht einfach mal alles stehen und liegen lassen und sich die Spritze abholen. Es tut kein bisschen weh. Es ist allerdings bekannt, dass man manchmal von der Arbeit so fertig ist – über Wochen und Monate – dass man es einfach nicht vom Sofa runter schafft, wenn man mal ein Stündchen verschnaufen kann.

Weitere Termine für das Impfen ohne Termin findet ihr hier. Zum Beispiel: Montag, 18. Oktober, von 12 bis 19.30 Uhr: Aachen, Kennedypark am Testzentrum.

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Polizei Aachen teilt mit: Motorradfahrer (24) nach Kollision mit Bus tot

Ein Motorradfahrer (24) wurde gestern Abend (13. 10.) bei einem Verkehrsunfall auf dem Adalbertsteinweg tödlich verletzt.

Der Mann war gegen 23 Uhr in Fahrtrichtung Innenstadt unterwegs und kollidierte an der Kreuzung Sedanstraße mit dem Heck eines Busses, der aus Richtung Josefskirche kommend nach links in die Elsassstraße einbiegen wollte. Trotz medizinischer Versorgung vor Ort, erlag der Fahrer wenig später seinen schweren Verletzungen.

Ein Gutachter wurde in die Unfallaufnahme mit eingebunden und untersucht nun den genauen Hergang. Die am Unfall beteiligten Fahrzeuge wurden sichergestellt. Der Adalbertsteinweg musste für die Dauer der Unfallaufnahme in beide Richtungen für den Verkehr gesperrt werden. (am)

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Freiwillige Feuerwehr informiert sich: Was tun, wenn weit und breit der Strom ausfällt?

Was passiert bei einem großflächigen Stromausfall? Wie können auch größere Anlagen im Notfall mit Strom versorgt werden? Zur Beantwortung dieser Fragen haben sich Feuerwehrleute bei der RWTH informiert. Die Pressestelle der Stadtverwaltung teilt dazu mit, bereits vor mehreren Jahren seien vom Land NRW insgesamt 25 Notstromgeneratoren – sogenannte Energiemodule – mit je 250 kVA elektrischer Leistung angeschafft worden. Diese seien auf diverse Kommunen verteilt worden, um auf solche Notfälle schnell reagieren zu können.

Die Energiemodule dienen der Bereitstellung größerer Strommengen im Notfall für Einsatzkräfte und Bevölkerung. In Aachen ist ein solches Modul bei der IuK-Einheit (Infrastruktur und Kommunikation) der Freiwilligen Feuerwehr stationiert. 

Das in Aachen stationierte Energiemodul wird von einer Einheit der Freiwilligen Feuerwehr rein ehrenamtlich betreut. Einer Mitarbeit interessierter Elektrofachkräfte im Ehrenamt der Feuerwehr, abseits von Schlauch und Atemschutzgerät, steht also nichts im Wege. Interessierte können per Mail an freiwillige.feuerwehr@mail.aachen.de weitere Informationen anfordern.

Feuerwehr-Expert*innen aus Bochum, Düren, Pulheim und Aachen trafen sich beim „Institut für elektrische Anlagen und Netze, Digitalisierung und Energiewirtschaft“ (IAEW) der RWTH Aachen. Das IAEW beschäftig sich u.a. mit den elektrischen Netzen und ist daher ein kompetenter Partner für die praxisorientierte Ausbildung. Das Institut verfügt neben einem elektrischen Versuchsnetz über eine elektrische Lastbank, mit der eine realitätsnahe elektrische Belastung der Stromerzeuger dargestellt werden kann.   

Weiter heißt es in der Mitteilung des Presseamtes: Mit dieser Lastbank konnten alle Stromerzeuger der Gruppen mit je 250kVA Leistung (Ein Megawatt!) auch im Parallelbetrieb voll ausgelastet werden.   

Ein einfaches Zusammenschalten mehrerer Generatoren an einem Stromnetz ist im Regelfall nicht möglich. Hier bedarf es spezieller Zusatzfunktionen der Stromaggregate, um im gemeinsamen Betrieb auch deutlich größere Anlagen im Notfall mit Strom versorgen zu können. Diese Zusatzfunktion ist bei den Geräten des Landes NRW vorhanden und ermöglicht somit auch die Versorgung größerer Leistungsabnehmer oder ausgedehnter Bereiche, welche vom öffentlichen Stromnetz getrennt sind.

Abschließende Bewertung: Über mehrere Stunden hinweg konnte das Vorgehen im Bereich der Inbetriebnahme und Betriebssicherheit vermittelt und mit Hilfe des IAEW auch praktisch umgesetzt werden. Die Betreibermannschaften gewannen so noch mehr Sicherheit im Betrieb ihrer Anlagen und lernten sich auch einmal persönlich kennen. Auch zukünftig werden gemeinsame Ausbildungen zum Schutz der kritischen Infrastruktur weiter intensiviert.

Feuerwehrleute haben an der RWTH den Ernstfall einmal durchgespielt. Foto: Freiwillige Feuerwehr Aachen
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Keine Kohle für Lügen über Klima und Corona

Die Amerikaner – normalerweise die größten Verfechter der Meinungsfreiheit – greifen zu krassen Maßnahmen.

Leugnen lohnt sich nicht. Das konnte man heute im Aquis Plaza auf einer dieser beleuchteten Werbetafeln lesen. Google dreht Klima-Leugner*innen den Geldhahn zu.

Werbungtreibende, Publisher und YouTube-Creators können entsprechende Inhalte nicht länger monetarisieren. Anzeigen, die Klimalügen verbreiten, sind verboten.

Die Einhaltung der Regeln werde technisch und durch Menschen geprüft, so wurde mitgeteilt. Mehr Infos hier: theverge.com

Das Video-Portal YouTube, das Google gehört, löschte schon mehrere Videos der umstrittenen Künstler-Aktion AllesAufDenTisch wegen Covid-Falschinformationen. Bei den Videos handelt es sich u.a. um von Laien miserabel geführte, langweilige Interviews. Bei den gelöschten handelt es sich um Interviews mit dem Mathematik-Professor Stephan Luckhaus und dem Neurobiologen Gerald Hüther. Bei allen Interviews ist von kritischen Nachfragen keine Spur.

Die Initiatoren von AllesAufDenTisch, der Schauspieler Volker Bruch  und Jeana Paraschiva, wollen juristisch gegen YouTube vorgehen. Ihre Chancen stehen gut.

UPDATE (12. 10.): YouTube darf zwei Videos der umstrittenen Künstler-Aktion AllesAufDenTisch doch nicht löschen, entscheidet das Landgericht Köln. Die Initiatoren, darunter der Schauspieler Volker Bruch, sehen die Sperre aufgrund von „Falschinformationen“ durch die Video-Plattform nicht ausreichend begründet. Das Gericht gibt ihnen Recht. Hier lesen.

UPDATE (14. 10.): Das Video-Portal YouTube des US-amerikanischen Unternehmens Google löscht wegen Corona-Falschinformationen zwei weitere Videos der umstrittenen Aktion AllesAufDenTisch um Initiator und Schauspieler Volker Bruch. Die Plattform hatte zuvor bereits zwei Videos des Kanals gelöscht, eines davon nach einem Gerichtsurteil dann wieder hochgeladen. Neuerliche Infos gibt es hier: spiegel.de

Das Ganze ist ein übles Hin und Her und wird jetzt hier nicht weiter nachvollzogen. Wir sind sowieso im Urlaub.

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Wie blöd kann man sein! Für ein Kaiser-Denkmal ein 600 Jahre altes Kloster abgerissen. Denkmal wenig später eingeschmolzen.

Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen monatlich dankenswerterweise interessante Stücke als Archivale des Monats. Das Archivale des Monats Oktober zeigt den Titel der Speisekarte, die am 18. Oktober 1901 nach der Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals für das Frühstück mit Kronprinz Wilhelm im städtischen Kurhaus an der Kurbrunnenstraße gedruckt wurde. 

Während der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. gab es innerhalb des Bürgertums ein stark ausgeprägtes Nationalbewusstsein. Sogenannte Nationaldenkmäler, welche die Größe der Nation darstellen sollten, verliehen dieser mentalen Haltung materiellen Ausdruck. Im ganzen Deutschen Reich entstanden damals Reiterstandbilder, die den ersten Kaiser nach der Reichsgründung 1871 zeigten: Wilhelm I., den Großvater Wilhelms II. 

Auch im katholisch geprägten Aachen, dem nachgesagt wurde, dass es Rom oft näherstand als Berlin, gab es eine solche, vor allem von protestantischen Honoratioren ins Leben gerufene Initiative. Im Jahr 1895 wurde in Aachen und Burtscheid ein „Comité zur Errichtung eines Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Aachen“ gebildet. Die Stadtverwaltung und der Rat unterstützten das Vorhaben. Bald schon wurden Einladungen ausgesprochen, Aufrufe gemacht und beachtliche Summen zur Errichtung des Denkmals eingesammelt. Verschiedene Standorte für das Denkmal wurden diskutiert; ein eigens einberufenes Gremium stimmte in einer Wahl mit großer Mehrheit für den Theaterplatz: wegen der Lage und der damit verbundenen starken Präsenz des Denkmals im Stadtbild.

Um die Aufstellung des Denkmals überhaupt möglich zu machen, war es notwendig, den Theaterplatz selbst zu verändern. Hierzu musste das seit 600 Jahren an der Ecke Theaterplatz/Kapuzinergraben stehende Kloster der Christenserinnen abgerissen werden. Die Stadt konnte relativ geräuschlos mit dem Kloster einen Vergleich schließen, sodass die Schwestern 1899 ihr Stammhaus verließen und in die ehemalige Jesuiten-Niederlassung an der Aureliusstrasse zogen.

Schon 1896 hatte das „Comité“ einen Entwurfs-Wettbewerb zur Errichtung des Denkmals ausgelobt, aus dem Fritz Schaper (Berlin) im November 1898 als Sieger hervorging. Das nach seinem Entwurf gefertigte Reiterdenkmal stand auf einem Sockel aus bayrischem Granit mit dem Kaiser zu Pferde, in Generalsuniform, Mantel und Helm. An den beiden Seiten des Sockels waren allegorische Figurengruppen angebracht, die zu Brunnenanlagen ausgebildet waren. Reiterstandbild und Figurengruppen wurden aus Bronze gegossen.

Das Denkmal wurde am 18. Oktober 1901 von Kronprinz Wilhelm, dem ersten Sohn Wilhelms II., feierlich enthüllt. Er vertrat seinen Vater, den Kaiser, weil dieser noch um seine im August verstorbene Mutter, Kaiserin Victoria, trauerte. Die ganze Stadt war auf den Beinen, um das etwa 13 Meter breite und zehn Meter hohe Reiterstandbild, das 250.000 Mark gekostet hatte, zu bestaunen. Nach der Enthüllung nahm der Kronprinz mit ausgewählten Gästen ein Frühstück im städtischen Kurhaus in der Kurbrunnenstraße zu sich, bei dem unter anderem Austern, warme Langusten mit frischer Butter, Rehrücken und Ananasfrüchte, alles begleitet mit passenden Weinen und Champagner, gereicht wurden. Ein musikalisches Begleitprogramm rundete die Tafel ab.

Das Archivale des Monats zeigt den Titel der zu diesem Anlass gedruckten Speisekarte.

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal existiert nicht mehr. Im August 1942 wurde es mit einigen anderen Denkmälern zum Schutz vor den Bombenangriffen demontiert und auf dem Turnierplatz in der Soers eingelagert. Im März 1943 wurden die Bronzefiguren zugunsten der Kriegswirtschaft abgegeben und eingeschmolzen; der noch vor dem Theater stehende Sockel des Denkmals wurde nach Kriegsende demontiert. An seine Stelle trat 1963 der „Fröhliche Hengst“ von Gerhard Marcks. (hier und hier)

***

Quelle:  Stadtarchiv Aachen, PRZ 12-28, fol. 411 Lepper, Herbert: Das „Kaiser-Wilhelm-Denkmal“ zu Aachen – Ein Beitrag zur Repräsentanz nationaler und monarchischer Gesinnung im rheinischen Bürgertum während der Wilhelminischen Ära, in: Aachener Kunstblätter, Bd. 59 (1991/1993), S. 295-333

Die Speisekarte zum Fest-Frühstück. Darauf abgebildet: der Kaiser hoch zu Roß in Generalsuniform, Mantel und Helm. Die Begeisterung der Aachenerinnen und Aachener für häßliche Bronze-Denkmale ist also keine Erscheinung der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Neues aus Baustellen-City:

Die vielbefahrene Wilhelmstraße ist eine zentrale Straße in Aachen. Derzeit ist sie komplett gesperrt wegen eines Schadens an der Kanalisation. Auf Höhe der Lothringerstraße geht es 3 Meter in die Tiefe. Die Folge der Sperrung: Bisher nie dagewesene Dauerstaus im Suermondt-Viertel.
Da müssen ja noch ziemlich viele Rohre verlegt werden! Wer vom Kaiserplatz oder von der anderen Seite (Normaluhr) in die Wilhelmstraße reinfährt, tut sich in diesen Tagen keinen Gefallen. Mitten auf der Straße war plötzlich Wasser zu sehen. Die Straße musste aufgerissen, Rohre müssen jetzt ausgewechselt werden.

Noch eine Straße ist zu


Nein, es wird kein neuer Fahrradweg gebaut, und leider ist die Wilhelmstraße im oberen Teil auch nicht gesperrt, um ein zünftiges Straßenfest zu feiern. Es muss lediglich ein Wasserschaden behoben werden.

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In Wien: Auf großzügige Inseratvergabe folgten Jubelberichte und frisierte Umfragen

In Österreich haben Politiker mitbestimmt, was in der Zeitung steht: Jubelberichte über Kanzler Kurz und seine Politik. Außerdem frisierte Umfragen, die ergeben haben, dass in Österreich ziemlich viele Leute sich den Sebastian Kurz als Kanzler wünschen. Es geht um das auflagenstarke Boulevardblatt „Österreich“.

Sieh mal an, die Ösis, hihihi, wie sind die denn drauf? Man muss lachen, wenn man erfährt, was da abgelaufen ist. An eine frisierte Umfrage dachte ich auch, als mitgeteilt wurde, dass junge Menschen in Deutschland bei der Bundestagswahl hauptsächlich die FDP gewählt haben. Wie kam eigentlich diese Umfrage zustande, wer wurde befragt? 

Zurück zu „Österreich“, wo Medienmanager sich für bestimmte Berichte von Politikern (unter anderem vom Finanzminister) bezahlen ließen. Tolle Medienleute, muss man schon sagen, die die Hand aufhalten und dann veröffentlichen, was die Politik zu lesen wünscht. Man darf dabei nicht vergessen, worum es geht: Nämlich um die Frage, ob die Bevölkerung die Informationen bekommt, die wichtig sind. 
Wenn es diesen Kuhhandel wirklich gegeben hat (noch ermittelt die Staatsanwaltschaft), dann haben Mitarbeiter von Kanzler Kurz das Geld der Steuerzahler dafür eingesetzt, dass diese Steuerzahler falsch informiert wurden. Die Bürgerinnen und Bürger haben sozusagen ihre eigene Desinformation bezahlt. Genial, ist man versucht zu sagen. 

So läuft es übrigens genau in Ungarn, wo die Menschen gezielt falsch informiert wurden und werden, aber die Politik zahlt dort nicht mit Geld aus der Staatskasse, sondern mit Geld, dass die Europäische Union nach Ungarn überweist, für andere Zwecke natürlich. 

Mitbestimmen, was in der Zeitung steht, davon träumen Politiker*innen. Und dass auf Kritik an der Regierung verzichtet wird, dass über Fehler des Kanzlers und seiner Minister geschwiegen wird. Das passiert umso leichter je offensichtlicher wird, dass sich Zeitungen ohne Bestechungsgelder nicht mehr finanzieren lassen. 

Der ganze Casus hat noch eine zweite Seite. Politiker, die keine Anzeigen schalteten, die nicht zahlten wurden einfach nicht mehr erwähnt, fanden in der Zeitung nicht mehr statt. Das nennt man Erpressungs-Journalismus: Entweder das Geld fließt oder wir berichten gar nicht mehr über dich, oder nur ganz wenig, oder bringen nur schlechte Berichte. 

Und weiter: Die Zeitungen, die nicht mitmachten beim Bestechungs-Karusell haben keine Information mehr bekommen. Die sich auf den Deal nicht eingelassen haben, wurden bestraft, sie gingen leer aus, bekamen keine Anzeigen mehr, und da dürfte es sich um erhebliche Summen handeln. Mehr als jetzt in der Öffentlichkeit erwähnt wird.  – Mal sehen was das Misstrauensvotum gegen Sebastian Kurz am kommenden Dienstag ergibt.

Was lesen diese Leute in den Wiener Cafés in den Zeitungen? Die Wahrheit? Offenlage: Was hat Wien mit Aachen zu tun? Gott sei Dank nichts. Und die, die sagen, AachenNews.org soll sich – wie der Name es verspricht – auf Aachen konzentrieren, werden Bedenken haben. Schon klar.

ZUM NACHHÖREN: Der Podcast von Übermedien. – Journalist und Podcaster Holger Klein aus Berlin spricht mit Chefredakteur Florin Klenk in Wien.

ZUM NACHLESEN UND SEHEN:

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Deutliche Worte zum Ausbau des Flughafens Lüttich. Nur 45 km von Aachen entfernt.

Das war dringend nötig: Der Rat der Stadt Aachen hat bei seiner jüngsten Sitzung (bei einer Stimme Enthaltung) eine Resolution gegen den Ausbau des Flughafen Lüttich beschlossen und die Stadt Aachen (in Person der Oberbürgermeisterin) damit beauftragt, sich gegenüber Landes- und Bundesregierung sowie den zuständigen belgischen Behörden für die Positionierung des Rates einzusetzen. Umweltschutzgründe scheinen dabei keine Rolle zu spielen.

Aus bekannten Gründen reagieren die Belgier immer empfindlich, wenn ihnen aus Deutschland großspurig erklärt wird, wie sie ihr Land regieren sollen und was sie dabei zu unterlassen haben. Vollstes Verständnis, wir kennen die Geschichte. Insofern ist ein sensibles Vorgehen unerlässlich, das nachbarschaftlich gute Verhältnis sollte nicht beschädig werden.

Die Resolution lautet wie folgt:

„Der belgische Frachtflughafen Lüttich-Bierset gehört mit über einer Million Tonnen abgewickelter Luftfracht im Jahr 2019 zu den größten Frachtflughäfen Europas und liegt nur 45 Kilometer von der Stadt Aachen entfernt. Täglich finden schon heute ca. 140 Flugbewegungen statt. Zu Beginn dieses Jahres wurde nun bekannt, dass der Flughafen bis zum Jahr 2040 deutlich erweitert werden soll, wodurch die abgewickelte Fracht sich auf ein Volumen von 2,5 Millionen Tonnen mehr als verdoppeln soll.

Durch die sich im Landeanflug befindenden Flugzeuge werden zahlreiche Menschen, die in Aachen leben, häufig großen Lärmbelastungen ausgesetzt, welche auf Dauer gesundheitsschädlich sein können. Die erforderlichen Flughöhen werden teilweise nicht eingehalten. Da der Flughafen Lüttich keinem Nachtflugverbot unterliegt, ist die Lärmbelastung besonders nachts ein sehr großes Problem.

Darüber hinaus stellt die Nähe zum AKW Tihange sowie einem geplanten Atommüll-Zwischenlager und entsprechenden Überflugrouten eine erhebliche Gefahr dar. Das AKW selbst ist nur unzureichend gegen Flugzeugabstürze gesichert. Für das geplante Atommüll-Zwischenlager gibt es bislang keine Umweltverträglichkeitsprüfung. Die geplante Betondecke (20cm) ist nicht dafür ausgelegt, Flugzeugabstürzen Stand zu halten (vgl. Zwischenlager Lubmin: 180 cm).

Der Rat der Stadt Aachen fordert daher die Landes- und Bundesregierung auf, sich im Rahmen ihrer Beteiligungsmöglichkeiten und auf diplomatischer Ebene gegen den Ausbau des Flughafens Lüttich einzusetzen.

Des Weiteren appelliert er an die belgische Regierung und die Regierung der Wallonischen Region, keine Genehmigung für die Erweiterung zu erteilen. Er bittet die zuständigen Behörden in Belgien außerdem darum, im Rahmen der neuen Umweltgenehmigung die Einrichtung eines Nachtflugverbots zu prüfen sowie die Einhaltung der Mindestflughöhen sicherzustellen.

Der Rat fordert darüber hinaus die Bundesregierung dazu auf, einen Staatsvertrag mit der belgischen Regierung zu verhandeln, welcher die Lärmbelastung auf deutschem Gebiet näher regelt, ähnlich wie dies in Salzburg und Zürich der Fall ist.“

Völlig unzeitgemäß: Der Ausbau des ohnehin schon gigantischen Flughafens in Lüttich-Bierset. Güter (auch die des chinesischen Online-Giganten Alibaba) gehören – zur Verteilung innerhalb Europas – auf die Schiene (Schiene s. Foto). Umweltschutzgründe sind in der Resolution nicht erwähnt. Warum dies nicht geschehen ist, bleibt rätselhaft. Foto: AachenNews Archiv

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Info-Abend: Offene Daten . . . fällt aus

Der folgende Vortrag fällt leider aus, wie die VHS mitgeteilt hat.

Das städtische Informations- und Kommunikationsmanagement lädt gemeinsam mit der Volkshochschule (VHS) Aachen zu einem Infoabend über Offene Daten in der Stadt ein. Aus Offenen Daten läßt sich wertvolles Wissen gewinnen. Das kann helfen, eine Stadt besser zu regieren.

Am Donnerstag, 14. Oktober, um 19 Uhr erläutern Norbert Dödtmann, Leiter des städtischen Informations- und Kommunikationsmanagement, und Gabi Bongard, Projektleiterin des Open-Data-Projekts, was Offene Daten sind und stellen das OpenData-Portal der Stadt Aachen vor. Anhand von Beispielen zeigen sie auf, wozu offene Daten verwendet werden können und was Bürger*innen von offenen Daten haben.

Eingeladen sind alle, die sich bereits für offene Daten interessieren oder sich zum ersten Mal darüber informieren möchten. Der Vortrag ist kostenfrei, um vorherige Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen und Anmeldung über das Kundenzentrum der VHS Aachen, Telefon 0241 4792-111, oder unter www.vhs-aachen.de und unter https://www.vhs-aachen.de/kurssuche/kurs/Offene-Daten-in-der-Stadt-Aachen/nr/212-06000/bereich/details/

Wo? In der VHS, Peterstraße 21-25 in Aachen, Raum 241 (Forum)

Als Hochschulstadt steht Aachen ein OpenData-Portal gut zu Gesicht. Die Fachhochschule feiert ihr 50-Jähriges und ist zur Zeit mit einer Ausstellung auf dem Katschhof vertreten.
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