Nicht tot und nicht richtig lebendig

Was ist eigentlich aus dem Feierabend-Markt auf dem Gelände des alten Schlachthofs (Nähe Jülicher Straße) geworden, gibt es den überhaupt noch? Gestern habe ich nachgeschaut.

Ja, den Markt gibt es noch. Aber er scheint nicht tot und auch nicht richtig lebendig zu sein. Ein paar Leute – mehr als ich vermutet hatte – spazierten zwischen den Ständen hin und her, andere saßen in den Liegestühlen. Eine Marktfrau, die ich fragte, ob sich das Geschäft denn lohnt, meinte: „Ja, so halb und halb. Es könnte besser sein.“

Gestern, Donnerstag, war es sehr heiß, ein Gewitter lag in der Luft und ging auch später auf Aachen nieder. Insofern war das gestern sicher kein repräsentativer Tag für einen Markt unter freiem Himmel.

Aber sehr zu seinem Vorteil weiterentwickelt hat sich der Markt eigentlich nicht. Das Warenangebot ist noch immer das für einem 08/15 – Markt übliche, soweit ich sehen konnte. Falls also dieser Markt überleben soll, dann müsst ihr schon mal da hingehen und ein paar Kartoffel kaufen, nicht wahr? Ich habe drei grüne Birnen gekauft, für 3,20 Euro, das fand ich nicht gerade preisgünstig.

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Aachen leuchtet (beim September Special)

Rathaus Aachen

Heute Abend bestimmt wieder zu sehen: das angestrahlte Rathaus in Aachen.

Das haben wir gestern Abend zum ersten Mal gesehen: Das Rathaus sah – als wir nach Hause gingen – irgendwie komisch aus. Die Fassade war wie von einem Raster bedeckt. Grau-blau schimmerte das Licht, es ergab sich ein seltsamer Gitter-Effekt.

Heute Abend wird bestimmt wieder gestrahlt. Mir ist nicht klar, warum das geschieht, und warum gerade dieses Muster gewählt wurde, aber es sieht gut aus. Schnell hatten wir natürlich auch die Lampen im gegenüberliegenden Haus Löwenstein entdeckt, von wo alles ausging (s. unten).

Update: In den Weiten des Internet findet man die Lösung. Zum September Special gehört in diesem Jahr auch „Aachen leuchtet“, das ist eine etwa zehnminütige 3D-Pixelmapping-Lichtshow, die an allen Abenden des September Special gleich zweimal auf die Rathausfassade projiziert wird. „Premiere ist am Donnerstag, 15. September, gegen 22 Uhr. Zuvor sind Protagonisten des innovativen Aachener Wissenschafts- und Forschungslebens zu Gast bei der „Future Lab-Show!“ auf der Marktbühne – einem munteren Warm up mit Talk und interessanten Erkenntnissen.“

Also übermorgen nichts wie hin zum Marktplatz.

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Monsterverein wird gegründet

Und wieder dreht die Aachener Politik eine Runde und entscheidet, wie sich das Leben in Aachen gestalten soll, diese Woche sogar im Rahmen einer Ratssitzung. Von allen brisanten Sitzungen und Tagesordnungspunkten seien hier wieder nur diejenigen herausgehoben, die mir persönlich wichtig erscheinen.

Zunächst geht es um die Luft von Aachen, die wir unentwegt einatmen und die natürlich blitzsauber sein soll, denn was hat man von der schönsten Stadt, wenn die Luft uns krank macht!? In den heißen Tagen habt ihr es sicher auch gemerkt: In der Innenstadt möchte man tagsüber gar nicht richtig tief durchatmen. Da fehlt es im Talkessel an Durchzug. Und es rauschen einfach zu viele Pkw/Lkw durch die Stadt und über die Ringe.

Morgen (13. September, 17 Uhr) trifft sich der Umweltausschuss in der Reumontstraße 3, um über Aachens Luftreinhalteplan  zu debattieren. So ein Plan wird aufgestellt, damit für ein Gebiet gewährleistet wird, dass (von der europäischen Union festgelegte) Grenzwerte für Luftschadstoffe eingehalten werden können. Die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxyd wurden in Aachen in den letzten Jahren oft, viel zu oft überschritten.

Jetzt aber, so ist der Vorlage zu entnehmen, hat sich zumindest hinsichtlich des gefährlichen Feinstaubs was getan. Die Verwaltung schreibt: „Die Betrachtung der Jahresmittelwerte (von 2015) an den Messstationen Wilhelmstraße und Burtscheid zeigt, dass die Feinstaubbelastung (PM10) im Jahresmittel deutlich gesunken ist und sich mittlerweile im ‚grünen‘ Bereich bewegt.“

Was aber Stickstoffdioxyd betrifft, sehen wir in Aachen weiterhin ganz schön alt aus. Der zulässige Grenzwert wird oft und stark überschritten. Die Verwaltung schreibt: „Der Grenzwert von 40 µg/m³ im Jahresmittel wird an stark verkehrsbeeinflussten Straßen z.T. deutlich überschritten.“ Na gute Nacht. Schuld ist nach Auffassung der Verwaltung zum Teil, was sich mit „Abgasskandal der Automobilindustrie“ kurz andeuten lässt.

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Tags drauf (Mittwoch, 14. September, um 16 Uhr) diskutieren die Mitglieder des Hauptausschuss im Rathaus u. a. die Frage, ob die Stadt Aachen Gründungsmitglied des neuen Vereins „Metropolregion Rheinland“ werden soll. Tja, das liest sich jetzt so nett: Ein Verein wird gegründet und Aachen wird Mitglied. Wie schön. Dahinter verbirgt sich aber eine Riesensache, wie ich meine.

Zunächst wird aus der Vorlage gar nicht so richtig klar, was genau die Metropolregion alles machen soll, welche Ziele sie wie erreichen will. Nebulös heißt es, die Mitglieder sollen die Zusammenarbeit verstärken. In der Vorlage steht: „Mitglieder des Vereins sollen die kreisfreien Städte und Kreise des Rheinlandes, die Handwerkskammern sowie die Industrie- und Handelskammern und der Landschaftsverband Rheinland sein. Die Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln, die Regionalräte in Düsseldorf und Köln sowie die Regionalmanagements erhalten einen Gaststatus. Zu Unterstützung der Vereinsarbeit soll ein beratendes Kuratorium gebildet werden. Diesem sollen Vertreterinnen und Vertreter von Bildungseinrichtungen und Universitäten, der Kirchen, Gewerkschaften, Umweltverbände, Unternehmen, Sparkassen und Personen des öffentlichen Lebens angehören.“ Ein Monsterverein, sozusagen.

Gleich von Anfang an hat man den Verdacht, es soll ein neues Monstergremium geschaffen werden, durch das nur wieder an die einzelnen Gremiumsteilnehmer tüchtig Sitzungsgeld verteilt wird. Aachen ist ja schon Mitglied in allerlei Vereinigungen, die den Zweck haben, mit den Nachbarstädten und Gemeinden teils grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Jetzt also noch Mitglied im Verein Metropolregion, die sich – so heißt es – europaweit, ja sogar weltweit einen Namen machen soll.

Auffallend: Die armen Städte im Ruhrgebiet, die hoffnungslos bis ans Ende aller Tage mit Milliarden (Essen) verschuldet sind, bleiben außen vor. Will man diese aufgeben und sich selbst überlassen, sich von denen absetzen?

Was wird denn die Metropolregion so kosten? „Ein erster Entwurf der Finanzplanung geht von Gesamt-Kosten in Höhe von ca. 1 Mio. Euro pro Jahr aus, die auf alle Mitglieder verteilt werden würden.“ Meine Prognose: Bei einer Million wird es bei weitem nicht bleiben.

Ich gebe zu: Was die Gründung der Metropolregion betrifft bin ich misstrauisch. Gegründet wird sie sowieso. Aber die Städte und Kreise und die StädteRegion  sind nicht diejenigen, die die Sache wünschen, erfunden haben und vorantreiben. Die Sache wird von oben diktiert. Städten und Kreisen wird am Ende nichts anderes übrig bleiben, als Mitglied zu werden.

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Der Rat der Stadt (Tagesordnung: hier) tagt ebenfalls Mittwoch, und weil es ab 17 Uhr im Rathaus final um die Neuausrichtung der Abfallwirtschaft geht, muss mit großem Besucherandrang gerechnet werden. Wer also in dem engen Saal einen Sitzplatz bekommen will, muss früh erscheinen.

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Es ist wieder September

Immer im September: Auf dem Klatschhof in Aachen gibt es was zu sehen, mal Musiker, mal Sportler. Zwischen Dom und Rathaus ist ein prima Ort für Veranstaltungen. Schön, wenn eine Stadt so einen Platz hat, wo ein gemeinschafts-Erlebnis der friedlichen Art möglich ist.

Immer im September: Auf dem Katschhof in Aachen gibt es was zu sehen, mal Musiker, mal Sportler. Oder Kunsthandwerker, oder Winzer. Zwischen Dom und Rathaus befindet sich ein prima Ort für Veranstaltungen. Schön, wenn eine Stadt so einen Platz hat, wo ein Gemeinschafts-Erlebnis der friedlichen Art möglich ist.

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Start in die neue Sitzungswoche

Wie geht es eigentlich den Rotdornen in der Nizzaallee, und wie geht es ihren Rettern? Können Sie die Bäume so pflegen, dass sie nicht umfallen, sondern wachsen und gedeihen? Eine Antwort auf diese Fragen gibt es wahrscheinlich morgen, 6. September (Stadtbetrieb, Madrider Ring 20, Saal 215). Die Rotdorne stehen dort jedenfalls auf der Tagesordnung.

Zur Erinnerung: Die prächtigen, die Nizzaallee charakterisierenden Rotdorne sollten eigentlich Zug um Zug durch irgendwelche anderen Bäumchen ersetzt werden. Dagegen kämpfte eine Art Bürgerinitiative, die auch tatsächlich erreichte, dass sie zunächst fünf Jahre lang die Rotdorne in der Allee selbst pflegen darf. Merke: Schwer muss man sich bisweilen anstrengen für die Erlaubnis, der Stadt und dem Stadtbild etwas Gutes tun zu dürfen.

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Um Aachens Museen und zu welchem Preis man die Kunst darin besichtigen darf, darum geht es morgen ebenfalls (Verwaltungsgebäude Mozartstraße, Raum 207/208, ab 17 Uhr). Der Vorlage ist zu entnehmen, dass die Verwaltung die Eintrittspreise gern erhöhen möchte um das Defizit zu verringern. Seit rund 8 Jahren sinken die Besucherzahlen in Aachens Museen ständig. Das hat mit den Chefs der Häuser zu tun, wer hatte die nochmal ausgesucht? (Regieanweisung: Bitteres Lachen) Allein die Eröffnung des neuen Stadtmuseums am Katschhof brachte 2015 ein Besucher-Plus.

88.848 Besucherinnen und Besucher kamen 2015 in die Aachener Museen (Zahl um diverse Kursteilnehmer bereinigt). Davon entfallen allein 40.405 auf das neue Centre Charlemagne. An Eintritt kassierten die Mitarbeiterinnen in den Museen knapp 231.000 Euro. Dabei kostete das Kassenpersonal, das die Eintrittsgelder kassierte, selber allein schon mehr, nämlich 335.000 Euro. Es  entsteht also schon allein dadurch, dass überhaupt Eintritt kassiert wird, ein Minus von 104.000 Euro in der Stadtkasse.

Warum also nicht die Museen gänzlich kostenfrei zugänglich machen? Wird im Ausschuss diskutiert. (Kostenloser Zugang zur Kunst macht natürlich das Ausgestellte nicht attraktiver, aber naja). Derzeit beträgt der Eintritt 5 Euro pro Person, es ist aber unter anderem eine Erhöhung des Eintritts auf 10 Euro für Wechselausstellungen und 8 Euro für die Dauerausstellungen im Gespräch. Auf die Diskussion im Ausschuss darf man gespannt sein.

Da geht es übrigens auch um „freies WLAN in städtischen Kultureinrichtungen“. Die Anregung kommt von den Grünen, und die Umsetzung wäre ein Gewinn. Freies WLAN hat in der Wissenschaftsstadt aber absurderweise null Chance. Deshalb: Freut euch erst gar nicht, freies WLAN wird von CDU/SPD nicht unterstützt.

Mit ihrem „Aachen WiFi“ bleibt die Stadt unter ihren Möglichkeiten und merkt es nicht mal. Nein, man brüstet sich auch noch mit diesem rückständigen Quatsch. Der geht so: In den ersten 30 Minuten ist der Zugang gratis, danach nicht mehr. Darüber hinaus ist WLAN mit Zugangs-Code, den man auf einem Zettel irgendwo entgegennehmen muss  (hahahaha) für 24 Stunden (!) ebenfalls gratis. Aber ein Wissenschaftsjahr veranstalten . . . das könnense.

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Die Sitzung des Integrationsrates findet am Mittwoch, 7. September, ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rates im Rathaus statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Sachstandsbericht zur Unterbringung von Geflüchteten.

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Zum Ausklang der Sitzungswoche kommt (Donnerstag, 8. September, 17 Uhr) der  Sportausschuss im Haus Löwenstein zusammen. Im öffentlichen Teil der Sitzung befasst er sich mit der Analyse der wirtschaftlichen Situation der städtischen Schwimmsportstätten, mit der Umwandlung von Ascheplätzen in Kunstrasenplätze und mit Bürgerfragen zum Sportpark Soers.

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Schieben und quetschen auf dem Kunsthandwerkermarkt

handwerkermarkt Aachen

Vor lauter Menschen sieht man heute (Samstag) beim Handwerkermarkt in Aachen das Handwerk kaum noch.

Es ist wieder so weit, und es ist schönstes Sommerwetter. In Aachens Innenstadt ist Handwerkermarkt, zum 40. Mal. Gefühlt eine Million Menschen sind in die Stadt gekommen und quetschen sich auf sieben Plätzen an den Ständen der Bastelkünstler vorbei. Von denen sieht man kaum was, (Ausstellerverzeichnis hier) wenn man wie ich 163 cm groß ist.

Geboten wird viel selbstangefertigter Schmuck, gebaut nach der Art der Ingenieure, wie es die Deutschen gern haben. Dieser Schmuck kann alles sein: rund oder eckig, glatt oder geriffelt, aus Silber und Metall, Stoff und Horn, alles wie aus dem Schraubenkasten einer Autowerkstatt. Kein Schmuck vom Handwerkermarkt ist richtig, richtig geil. Genauso die Textilien, sicherlich nahezu alle in vielen, vielen Stunden geklöppelt oder gehäkelt, gestrickt oder genäht oder alles zusammen, aber sehr, sehr unelegant. Es sieht so aus, als dächten die Textil-Handwerkerinnen: Die Handschuhe, Schals, Jacken, Kleider, Röcke und Hosen, die Pulswärmer und Stirnbänder und all das andere Zeug in bester Qualität und Machart müssen unbedingt bieder aussehen und labberig, sie dürfen eins auf keinen Fall sein: elegant. Und das sind sie dann auch nicht.

Das gilt auch für Taschen und Gürtel. Und für Geschirr. Doch wie am Zulauf abzulesen ist, ist es genau das, was Tausende zumindest gern sehen wollen und hoffentlich auch kaufen. Die Preise sind übrigens gesalzen, bestimmt aber gerechtfertigt entsprechend den vielen Stunden Arbeit, die investiert wurden. Auch die Standgebühren sind nicht niedrig.

Heute (Samstag) geöffnet noch bis 19 Uhr. Morgen (Sonntag, 4. September) von 11 bis 19 Uhr.

Schieben und quetschen: Es ist wie in Monschau, nein schlimmer. Ich wünsche alle Handwerkern heute und noch morgen "gute Geschäfte".

Schieben und quetschen auf der Ursulinerstraße, es ist wie in Monschau, nein schlimmer. Wie auch immer: Ich wünsche allen 300 Ausstellern „immer gute Geschäfte“.

Sind das jetzt Mäntel oder Großraumzelte oder was? Aber okay, wer's mag, soll es sich kaufen.

Sind das jetzt Mäntel oder Ein-Personen-Zelte oder was? Aber okay, wer’s mag, soll es sich kaufen.

Weit, wallend, umfangreich und nicht sexy: Wer sich so kleiden will, ist als Kundin auf dem Kunsthandwerkermarkt richtig.

Weit, wallend, umfangreich und unsexy: Wer sich so kleiden will, hat seine Gründe und ist als Kundin auf dem Kunsthandwerkermarkt richtig.

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Ratspolitik in dieser Woche

Spannend wird es am Dienstag, 30. August, im Bürgerforum (17 Uhr, Rathaus, Sitzungssaal), wo es um die völlige Neuorganisation der Aachener Abfallwirtschaft geht. Infos hier.

Das Wichtigste: Entsorgung wird für die allermeisten Haushalte deutlich teurer. Stellt euch darauf ein, dass ihr 2017 mindestens doppelt so viel für den Abtransport von Müll und Abfall bezahlen müsst wie 2016. Es soll auch Haushalte geben, für die die Sache preiswerter wird. Das wird jedenfalls behauptet.

Möglicherweise werden die ersten empörten Bürger am Dienstag schon im Bürgerforum aufschlagen. Richtig Dampf kommt aber in die Kiste, wenn die Leute 2017 ihre ersten Abrechnungen bekommen und die konkreten Zahlen vor Augen haben. Dann werden die Kommunalpolitiker, so vermute ich, sich vor Beschimpfungen wütender Bürger kaum retten können. Nur: Etwas bewirken wird niemand mehr.

Mir scheint, je mehr Müll und Abfall getrennt und gespart wird, desto teurer wird die Sache. Anschaulich dargestellt werden die neu zu zahlenden Summen hier.

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Wer mitten in Aachen (und nicht in einem Stadtbezirk) wohnt, geht vielleicht mal zur Sitzung der Bezirksvertretung Mitte am Mittwoch, 31. August. Hier seht ihr, womit sich dieses Gremium (im Haus Löwenstein, gegenüber Rathaus) ab 17 Uhr befasst. Unter anderem auch damit:

  1. Das Stadtarchiv ist dabei, den Nachlass von Leo Hugot (1925 bis 1982) in seine Bestände einzuarbeiten und zugänglich zu machen. Und ein CDU-Ratsherr hat einen Antrag eingereicht, es möge ein kleines Stück eines Platzes in Aachen nach diesem Aachener Stadtkonservator, Dombaumeister und Architekt benannt werden.
  2. In der Aachener Innenstadt befinden sich derzeit – an 19 Standorten – 28 gewerberechtlich konzessionierte Spielhallen. Aachen wollte schon immer die Zahl der Spielhallen reduzieren und auch die Anzahl der Straßen, in denen überhaupt Spielhallen betrieben werden dürfen. Dazu werden in der Bezirksvertretung jetzt weitere Schritte vorbereitet. Die Betreiber hatten ein paar Jahre Zeit, sich darauf einzustellen. Diese Frist läuft ab am 30. 11. 2017, einige Spielhallen werden wohl schließen müssen. Das Spielkasino im Tivoli ist davon aber nicht betroffen. Mehr hier.

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Das Spielhallen-Konzept der Stadt Aachen steht im Planungsausschuss ebenfalls auf der Tagesordnung  (Do., 01. 09., 17 Uhr, Sitzungssaal 170, Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße).

Auch die Umgestaltung des Hofs ist dort wieder Thema. Dabei würde mich interessieren, wie der Oberbürgermeister endlich mal sicherstellen will, dass in Aachen ein neu gelegtes Pflaster nicht innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Verlegen wieder so defekt ist, dass es ausgebessert werden muss. „Herr Philipp, kriegen Sie und Ihre Leute das hin, dass das neue Pflaster im Hof nicht nach kurzer Zeit schon bröckelig und wellig ist? Und wenn ja, wie?“ Templergraben und Johannes-Paul-II. Straße (vor der Domschatzkammer) sind abschreckende Negativ-Beispiele.

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100 neue Wohneinheiten am Veltmannplatz

In der Kreuzherrenstraße am Veltmannplatz wird gebaut. Als Mieter sind Studierende hochwillkommen.

In der Kreuzherrenstraße am Veltmannplatz werden Wohnungen errichtet. Als Mieter sind ausdrücklich Studierende hochwillkommen.

Wer möchte da nicht gerne wohnen! Blick vom Innenhof auf die Wohnungen.

Na? Wer von euch möchte da nicht gerne unterkommen, wenn alles fertig ist! Blick vom Innenhof auf die Wohnungen.

In Nähe der Pontstraße wird gebaut: Das „Quartier am Veltmannplatz“ ist bald fertig und wird einmal 100 Wohneinheiten zum Mieten anbieten. Auf der Homepage genannt und gewünscht als Mieter sind Studierende und Hochschulangehörige.

Soweit ich sehen konnte, geht es teils fünf, teils sechs Geschosse in die Höhe. Zwei Läden werden ebenfalls zu dem Wohnkomplex gehören. Laut Anzeigetafel wird es 72 Tiefgaragenplätze und etwa 140 Fahrradplätze geben.

Die Innenausstattung ist der reine Luxus, die Mieten entsprechend hoch. Studierende von heute bzw. deren Eltern müssen wohlhabende Leute sein. Es sei ihnen gegönnt. Da die Studenten als Kids ausgesuchte Kitas und Schulen besucht haben und auch keinen Zivildienst mehr leisten müssen – den Dienst bei der Bundeswehr braucht man nicht mehr zu verweigern – kommen sie als angehende Akademiker mit gewissen Gruppen der Gesellschaft niemals in Kontakt. Wie schön für diese Leute!

Um 5640 Quadratmeter Wohnfläche und 365 Quadratmeter Gewerbefläche wird Aachen mit dem „Quartier am Veltmannplatz“ bereichert. Investiert werden angeblich 23.400.000 Euro. Bauherr ist die CG Deutsche Wohnen GmbH Berlin. Als Architekten verantwortlich zeichnen aus Aachen: kadawittfeldarchitektur GmbH. Letzteres wird man dem Bau wohl bald auch ansehen, denn deren Bauten sehen von außen alle gleich aus.

Der Gebäudekomplex hat einen Innenhof. Dort lässt sich sicher gut feiern. Die Pontstraße selbst ist in dem Bereich in den letzten Jahren schlimm  heruntergekommen: Rechts und links zugeknallt mit Imbissbuden, für 6 Euro bekommt ihr richtig viel zu essen. Über die Qualität der Lebensmittel und die Ausbildung der Köche soll hier aber keine Zeile verloren werden.

Wo sich mal das Wollforschungsinstitut befand, sieht es jetzt so aus. Die Nähe zum Veltmannplatz ist sicher ein Plus, die Nähe zur Pontstraße eventuell nicht so unbedingt.

Wo sich mal ein Institut der RWTH befand, sieht es jetzt so aus. Die Nähe zum kleinen Veltmannplatz ist sicher ein Plus, die Nähe zur Pontstraße nicht so unbedingt.

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Über neue Mietwohnungen im Frankenberger Viertel (Gelände ehemaliges Finanzamt Aachen-Rothe Erde) hatte ich erst kürzlich berichtet: hier

Außerdem werden derzeit über 200 Wohnungen zum Mieten in Nähe des Bahnhof Rote Erde errichtet, s. hier

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Hof und Eisbahn. Politik legt wieder los

Schöner, kleiner Platz in Aachen: der Hof. Er ist nur leider seit Jahr und Tag wegen Bauarbeiten des Energieversorgers STAWAG eine Baustelle. Foto: Archiv

Schöner, kleiner Platz in Aachen: der Hof. Er ist nur leider seit Jahr und Tag wegen Bauarbeiten des Energieversorgers STAWAG eine Baustelle. Fotos: Archiv

Die Sommerpause in der Aachener Kommunalpolitik geht zu Ende, die nächste Sitzungsphase fängt an, und in diesem Blog wird nun auf ein Neues versucht, an die Politik und die ganzen verfickten Tagesordnungspunkte nen Kopp dran zu kriegen.

Es gibt zunächst nur eine Sitzung mit gleichwohl interessanten Themen, die findet statt am Donnerstag, 25. August. Es handelt sich um den Mobilitätsausschuss, der von den Aachener Piraten vorzüglich besetzt ist mit  Matthias Achilles als sachkundigem Bürger. Der Ausschuss tagt ab 17 Uhr im Sitzungssaal 170, Verwaltungsgebäude Marschiertor, Lagerhausstraße. Öffentlich.

Es geht unter anderem um eine Eisbahn auf dem Platz vor dem Theater und um die Umgestaltung des Hofs mitten im Zentrum von Aachen.

Zur Eisbahn: Die soll in der Vorweihnachtszeit errichtet werden und würde bei den hierzulande neuerdings herrschenden warmen Wintertemperaturen eine gewaltige Menge Energie fressen. Das Geld müsste dann durch die Eintrittspreise wieder reinkommen (oder es findet sich ein Sponsor). So eine Eisbahn ist natürlich bei Temperaturen über Null eine ökologische Katastrophe, aber das kann ich nur vermuten. In Köln habe ich letztes Jahr eine Eisbahn gesehen, die war sehr gut besucht.

Die Eisbahn (etwa 27 Meter lang und 19 Meter breit) soll vor dem Stadttheater

Das Pferdedenkmal vor dem Stadttheater

Das Pferdedenkmal vor dem Stadttheater

aufgebaut werden, so dass um das Pferdedenkmal (s. Foto) herumgelaufen wird. Die Stadtverwaltung möchte bei der Gelegenheit insbesondere testen, wie es wäre, wenn eine Straßenseite am Theater für den Pkw-Verkehr geschlossen wird. Falls das alle prima finden, könnte die Seite für immer geschlossen werden. So lauten, wenn ich die Vorlage richtig verstehe, die Vorstellungen. Eine Skizze ist als Anhang der Vorlage beigefügt.

Auch mal gut zu wissen: Die Nordumfahrung des Theaters (Fahrtrichtung Kapuzinergraben) ist mit ca. 5.000 Kfz/Werktag belastet, die Südumfahrung (Fahrtrichtung Normaluhr) mit ca. 7.000 Kfz/Werktag. Der Kapuzinergraben zwischen Hartmannstraße und Theater wird von ca. 8.000 Kfz befahren, zwischen Hauptpost und Theater von 13.000 Kfz/Werktag.

Für das allgemeine Stadtklima wäre es also gar nicht mal so schlecht, wenn der Pkw-Verkehr rund ums Theater dauerhaft reduziert würde. Die Verwaltung möchte am Donnerstag von den Politikern lediglich beauftragt werden, das zu prüfen.

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Wie der Hof – prominent gelegen im inneren Pfalzbereich, prominent auch weil sich dort die Traditionskneipe Domkeller befindet – einmal aussehen wird, könnt ihr hier nachlesen.

Die Umbauarbeiten werden 520.000 Euro kosten, meint die Verwaltung, und die Bauzeit wird je nach Witterung 5 bis 8 Monate betragen. Die Frage ist für mich nur: Welches Pflaster wird dort verlegt? Hoffentlich eins, das auch mal ein paar Jahre hält und zugleich schön aussieht.

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Einwohnerinnen und Einwohner sind zu den öffentlichen Beratungen herzlich willkommen. Alle Termine, Tagesordnungspunkte und die öffentlichen Sitzungsunterlagen gibt es im Ratsinformationssystem der Stadt Aachen unter: http://ratsinfo.aachen.de/bi/si010.asp.

Nochmal Hof. Dort gab es irgendwelche archäologischen Funde. Weil die Vergangenheit erforscht werden muss, müssen die Gegenwärtigen jahrelang eine Baustelle in Kauf nehmen. Ist das gerecht?

Nochmal der Hof. Dort gab es bei Erdarbeiten der STAWAG irgendwelche archäologischen Funde. Weil die Vergangenheit in Aachen immer wichtiger ist als Gegenwart und Zukunft, müssen die Gegenwärtigen jahrelang eine Baustelle in Kauf nehmen.

 

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Leicht klamm: der Zinkhütter Hof in Stolberg

Stolberg Aachen

Blick in einen Ausstellungsraum des Museums Zinkhütter Hof in Stolberg.

Wie kommt der Zinkhütter Hof finanziell über die Runden? Um die finanzielle Ausstattung des Industriemuseums in Stolberg geht es am 30. August (ab 10 Uhr) im Kulturausschuss des Landschaftsverband (LVR). Die Politiker treffen  sich zu diese Sitzung ausnahmsweise mal in Euskirchen statt in Köln. Die Verwaltung des LVR schlägt den Politikern vor, den Zinkhütter Hof in den Jahren 2016 bis 2020 (wie schon 2014 und 2015) jedes Jahr mit 160.000 Euro zu unterstützen, diese Zusage ist allerdings an Bedingungen geknüpft.

Bei den 160.000 Euro handelt es sich um einen Betriebskostenzuschuss: Der LVR, so wurde es einmal verabredet, gibt zwei Drittel, das eine Drittel muss  anderweitig (Stadt Stolberg, Museumsverein, Stiftung) in die Kasse kommen. Nur: Die Stiftung verzeichnet rückläufige Erträge, und das eine Drittel kann längst nicht mehr selbstständig aufgebracht werden. Es muss etwas geschehen.

Die Verwaltung des LVR schlägt nun vor (Vorlage TOP 15), dass das Stiftungskapital angegriffen wird. Auch werden „strukturelle Maßnahmen“ zur Verbesserung der Finanzen des Museums „nachdrücklich“ gefordert. Aus der Vorlage geht nicht hervor, was damit genau gemeint ist.

Zum Hintergrund: Um die kulturelle Vielfalt der Region zu stärken, unterstützt der Landschaftsverband (LVR) ausgewählte Museen und Kultureinrichtungen im Rheinland durch eine dauerhafte Förderung. Derzeit gehören sechs Kultureinrichtungen zum LVR-Netzwerk Kulturelles Erbe. Aus unserer Region mit dabei sind: das Museum Zinkhütter Hof in Stolberg, das Rote Haus in Monschau und das Energeticon in Alsdorf. 

Die Lage des Zinkhütter Hofs scheint mir etwas kniffelig zu sein. Insbesondere machen sich Kulturpolitiker Sorgen, was mit dem Zinkhütter Hof nach 2020 geschehen wird, bzw. wovon er sich dann finanzieren wird. Entscheiden müssen am Mittwoch, 31. August, die LVR-Politiker. Die Sitzung ist öffentlich. Sicherlich wird in der Diskussion noch klar, was mit den geforderten „strukturellen Maßnahmen“ gemeint ist.

Lest selbst (und denkt selbst):

https://dom.lvr.de/lvis/lvr_recherchewww.nsf/0/0F06A013EEF0810CC1257FD9001FC0FC/$file/Vorlage14_1142_1.pdf

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