Hunderte kommen zum Feierabendmarkt

achen feierabendmarkt

Bis zum hinteren Teil des Marktes bin ich gar nicht vorgedrungen, so voll mit Menschen war das kleine Gelände am Alten Schlachthof.

Ein Feierabendmarkt ist eigentlich genau das, was ich mir für die Innenstadt noch wünsche. Morgens und nachmittags arbeiten und dann ab 17 Uhr frisches Obst und Gemüse aus dem Umland einkaufen, die ein oder andere Spezialität an einem Stand konsumieren, Leute treffen und mit denen plaudern. – Allein, das wird wohl für immer ein Traum bleiben, einzig die FDP in Aachen ist – soweit ich sehe – konsequent dafür. Die anderen leben wohl nicht in der Innenstadt, wo es viele Klamottengeschäfte aber wenig Lebensmittelgeschäfte gibt.

Ich weiß nicht, wer das organisiert hat, aber am vergangenen Donnerstag gab es erstmals einen Feierabendmarkt, und zwar auf dem Gelände vom Alten Schlachthof in Nähe der Metzgerstraße. Das ist, wenn man aus Aachen rausfährt in Richtung Haaren auf der linken Seite. Einige schöne Industriebauten gibt es dort.

Der erste Markt war derart überlaufen, dass ich mich schon bald entnervt auf ein Stühlchen geworfen habe und überlegte, wieder nach Hause zu gehen. Der Markt bot die üblichen Lebensmittel, die es auf Märkten gibt, es fehlten komplett die Attraktionen, die ich erwartet hatte. Doch ich will hier nicht vorschnell Kritik üben, denn der Markt muss sich entwickeln. Ich denke allerdings, dass das Angebot noch erweitert werden sollte.

Wer sich den Markt ansehen will: Bis Ende Oktober ist jeden Donnerstag von 17 bis 21 Uhr am Alten Schlachthof Verkauf. Parkplätze sind vorhanden.

Aachen Schlachthof

Gesehen neben dem Alten Schlachthof, der sich auf einem ehemaligen  Industriegelände befindet.

Aachen Schlachthof

Der Schlachthof von innen. Eigentlich ein schöner Raum, allerdings wenn man bedenkt, was dort einst stattfand . . .

Wo tolle Leute sind, da sind auch Graffitis: Industriegelände zwischen Aachen und Haaren.

Wo coole Leute sind, da sind auch Graffitis: Industriegelände zwischen Aachen und Haaren.

 

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Von Aachen in die Eifel: Jeden Tag Stau

Stau Rietgen Aachen

Wohl dem, der im Auto eine Klimaanlage hat.

Wer in diesem Sommer von Aachen nach Roetgen und weiter nach Fringshaus, Monschau oder nach Simmerath und an den Rursee fährt, der steht im Stau, und zwar nicht in einem kleinen. Eine knappe halbe Stunde zusätzlich muss man einplanen, denn die Durchgangsstraße von Roetgen kann wegen Bauarbeiten nur einspurig befahren werden. Eine Ampel regelt den Verkehr. Der Zeitverlust ist nicht das Schlimmste. Mit laufendem Motor in sengender Hitze auf der Straße zu stehen, untätig, das nervt richtig. Kann man mal machen, aber jeden Tag?

Das ist ziemlich öde, außerhalb der Ferien wären die Staus vermutlich aber noch länger. Wenn man bedenkt, dass all das Grün in einigen Wochen in Rot, Gelb und Braun leuchtet und geradezu explodiert, dann kommt Freude auf. Es ist schön, in einer Gegend zu wohnen, in der es vier (4) Jahreszeiten gibt und nicht nur eine oder zwei.

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247 neue Wohnungen auf einen Schlag

Die Vermietung dieser neuen Wohnungen, die noch nicht fertig sind, ist schon fast abgeschlossen, das Interesse riesengroß.

Die Vermietung dieser neuen Wohnungen, die noch nicht fertig sind, ist schon fast abgeschlossen, das Interesse riesengroß.

Da, wo sich vor etwa 20 Jahren noch das Finanzamt Aachen-Stadt Land befand (Kronprinzenstraße), zwischen Frankenberger Viertel und Adalbertsteinweg, werden zur Zeit 247 Mietwohnungen gebaut (für angeblich 62 Millionen Euro). Einige, nicht alle, sollen schon am 01. Januar 2017 bezugsfertig sein. Das ist ambitioniert. Es sollen bei den 247 auch 35  öffentlich geförderte Wohnungen sein.

Es entsteht ein neues Wohnviertel, das ihr euch hier mal ansehen könnt. Es soll übrigens „Frankenberger Höfe“ heißen, früher war es das „Finanzamt Rothe Erde“. Warum dieser unelegante  Name (Höfe) gewählt wurde, ist mir absolut schleierhaft. Höfe hört sich nach Schuppen und Ställen an, aber Germanisten fragt man bei der Namenfindung ja offenbar nie. Die aller-, allermeisten Wohnungen sind schon vergeben, die Mietverträge unterschrieben.

Eine Drei-Zimmer-Wohnung mit Balkon, Bad und Gäste-WC kostet warm im Monat 1131 Euro. Die sonstige Ausstattung will ich hier nicht ausführlich beschreiben, sie ist vom Feinsten. Wer einzieht, unterschreibt, dass er ein Jahr lang nicht auszieht. Danach gilt eine dreimonatige Kündigungsfrist.

 

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Neuer Ort für Kunst, Kultur und mehr: „Hotel total“ eröffnet

hotel total Aachen

Drei junge Frauen haben in Aachen einen Raum für Kunst und Kultur vermisst und ihn sich – mit anderen – einfach selbst geschaffen. Gestern war Eröffnung. Der Zuspruch war überwältigend . . . und das trotz der Ferien.

hotel total Aachen

„Hotel total“. Während drinnen schon viel Volk versammelt war, warteten draußen die Menschen darauf, eingelassen zu werden.

Das war ein furioser Start: Das „Hotel total“ in Aachen ist eröffnet und viele wollten sehen, was aus dem Gotteshaus geworden ist. Gestern, Freitag, ab 18 Uhr strömten die Menschen in die innen umgebaute Kirche am Blücherplatz und staunten nicht schlecht.

Entstanden ist nach Unmengen von Arbeitsstunden ein Hotel der sehr viel anderen Art. In fünf Kojen können Leute übernachten, die Betten sind gemacht, die ersten Reservierungen  liegen vor. Es gibt eine Bar und eine Rezeption. Der sakrale Charakter des Innenraums ist erhalten geblieben – mit Beichtstuhl, Taufbecken, Abbildungen von Heiligen. Und das sieht durchaus nicht pietätlos aus, im Gegenteil.

Es ist ein Hotel und zugleich eine neue Heimat für Kunst und Kultur, für Begegnungen und Gespräche in Aachen (geöffnet donnerstags bis sonntags von 11 bis 22 Uhr). Zunächst nur für drei Monate, aber Projektentwickler Norbert Hermanns, der neue Eigentümer von St. Elisabeth (offiziell ab Januar 2017) hat bei der Eröffnung schon angedeutet, dass er die Nutzung der ehemaligen Kirche als „Hotel total“ unterstützen wird.

Gleich neben St. Elisabeth ist das „Stadtbad“, neuerdings von Asghar Adami

Terminankündigung: Ausstellung im schön restaurierten Stadtbad. Dort haben die Menschen gebadet, weil sie zu Hause keine Badewanne  und nicht mal ein Badezimmer hatten.

Termin: Ausstellung im schön restaurierten Stadtbad. Dort haben die Menschen gebadet, weil sie zu Hause keine Badewanne und nicht mal ein Badezimmer hatten.

ebenfalls hergerichtet als Stätte für Kunst und Kultur. Wenige Schritte weiter befindet sich das Ludwig Forum für Internationale Kunst, jetzt geleitet von einem neuen Direktor mit ambitionierten, interessanten Plänen. Kann also sein, dass z. B. das Wohnen am Blücherplatz demnächst attraktiv wird.

Gearbeitet haben natürlich nicht nur die drei Mädels (Patricia Graf, ihre Schwester Julia Graf und Anke Didier), sondern auch Handwerker, Langzeitarbeitslose, Flüchtlinge und viele mehr. Als die Macher sich auf der Bühne vorstellten, waren das fast 50 Personen. Das Land NRW hat Geld locker gemacht, andere auch, Infos findet ihr hier: http://www.hotel-total.com

Auf Twitter könnt ihr unter @total-hotel folgen.

Hotel total Aachen

Einige, für eine katholische Kirche typische Einrichtungsgegenstände durften bleiben. Beispielsweise ein Beichtstuhl und ein Tabernakel, aber wer weiß heute noch, was ein Tabernakel ist?

pop-up hotel aachen

Man sieht sich bei den Events http://www.hotel-total.com/events/

 

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In Aachen „vorbildlich“ gebaut

Aachen, Wüllnerstraße: Vorbildlich. radsächlich ist die Aluminium-Lamellenfassade "von hoher ästhetischer Qualität" und auch sonst eifach perfekt. Architekt: IParch GmbH, Aachen. Bauherr: Bau und Liegenschaftsbetrieb, Niederlassung Aachen.

Aachen, Wüllnerstraße: Tatsächlich ist die Aluminium-Lamellenfassade „von hoher ästhetischer Qualität“ (Jury) und das Bauwerk auch sonst einfach perfekt. Architekt: IParch GmbH, Aachen. Bauherr: Bau und Liegenschaftsbetrieb, Niederlassung Aachen.

„Vorbildliches Bauen in NRW“ lautet der Titel einer kleinen Ausstellung im Aachener Zeitungsmuseum. Da möchte man doch mal sehen, was die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und das zuständige NRW-Ministerium „vorbildlich“ nennen. Alle fünf Jahre stellen die beiden so eine Ausstellung als Wanderausstellung zusammen. Also nichts wie hin.

Es sind Poster von neuen und erneuerten Bauten aus den letzten fünf Jahren zu sehen, und unter den insgesamt 33 sind auch zwei aus Aachen dabei: Das Centre Charlemagne (einst schnödes Verwaltungsgebäude, jetzt feines Stadtmuseum) und das Hörsaalzentrum der RWTH in der Wüllnerstraße, das genau hinter dem Super C steht. Zwei von 33! Das freut natürlich den lokalpatriotisch gesinnten Aachener.

„Ein Querschnitt durch das preiswürdige Bauschaffen“ will die Präsentation sein. Und es fällt auf, dass der Anteil der Flachbauten überwiegt. Schade, ich finde ja Satteldächer schöner. Aber viele abgebildete Wohnbauten haben Dächer wie in den 50er Jahren. Flach wie ein Blatt Papier liegt das Dach auf dem Baukörper. Das solltet ihr euch mal ansehen.

Alles Flachdächer und trotzdem angeblich vorbildlich im Einzelnen: Einfamilienhaus mit Architekturbüro in Ennigerloh, Sülzparc/Wohnen an der Neuenhöfer Allee in Köln, Gemeinschafts-Wohn-Projekt „Pöstenhof Lemgo“, Wohnbebauung Essen-Freisenbruch, „Urbanes Wohnen mit der Sonne“ in Münster, Carlswerkquartier in Köln-Buchheim, Friedrich-Lamerdin-Haus in Köln Sülz, Studentisches Wohnen Ostersiepen in Wuppertal, zwei Kindertagesstätten in Bonn und Wuppertal usw.

Alles von außen und innen schön fotografiert. Einen Katalog gibt es auch. Da er kostenlos ist, sind sicher schon alle weg. Bestellen unter broschueren@mbwsv.nrw.de      www.mbwsv.nrw.de

Auch was die Neugestaltung des Aachener Büchel betrifft, will man ja statt der im Siegerentwurf vorgeschlagenen flachen Satteldächer, die gut in Aachens Innenstadt passen, auf (begrünte) Flachdächer umschwenken. Ich finde das schade, aber anders bekommt man wohl die vorgeschriebenen Grünflächen in dem Neubaugebiet nicht zusammen.

Bei den Vorbildlichen sind auch zwei Kirchen dabei, zwei Museen, dazu Hochschulgebäude, eine Mensa, eine Bibliothek, ein Entsorgungszentrum, ein Erlebnisaufzug, ein Feuerwehrgerätehaus, ein Busbahnhof usw. Am Auswahlverfahren teilgenommen haben über 150 Architektinnen und Architekten, sie kamen nach einem ersten Auswahlverfahren in die engere Wahl.

In der Ausstellung sind natürlich neben den Architekten auch die Bauherrinnen/Bauherren verzeichnet. In Aachen überstanden außer den beiden schon erwähnten weitere 8 Projekte die Vorprüfungen der hochkarätig besetzten Jury, in Düren überzeugte eines (Seniorenwohnhaus der Cellistinnen), eins jeweils in Geilenkirchen, Heinsberg, Kreuzau und 5 in Mönchengladbach.

*

Die Ausstellung im Zeitungsmuseum ist noch bis zum 4 September zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen. Am kommenden Sonntag, 7. August, gibt es eine Führung. Dauer: eine Stunde. Beginn: 14 Uhr. Eintritt frei.

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Appell: Sucht die Gemeinsamkeiten!

Das dürfte einmalig sein in Nordrhein-Westfalen, wenn nicht sogar in der ganzen Bundesrepublik: Wichtige Vertreter der Religionsgemeinschaften, die in Aachen zu finden sind, haben heute zusammen einen Aufruf verfasst. Sie haben Worte gefunden, die jeder von ihnen unterschreiben kann. Das ist – im Falle von Religionen – schon außergewöhnlich. Dies ist geschehen angesichts der Verbrechen, die in den letzten Wochen die westliche Welt erschütterten.  Der Text im Wortlaut:

„Die Welt muss verrückt geworden sein …“

So kommt es uns vor, wenn wir die erschreckenden Nachrichten der letzten Tage hören. Wir fragen uns, wie Menschen zu so furchtbaren Taten fähig werden? Wir fragen, wieso solche Verbrechen geschehen können? Wir fragen uns, welchen Beitrag die Religion dazu haben kann? Kann der Glaube helfen, mit den Schicksalsschlägen umzugehen? Kann die Gemeinschaft des Glaubens irregeleitete Menschen von Bluttaten abhalten?

Wir verurteilen die Verbrechen. Sie werden durch keine Religion gerechtfertigt. Wir möchten den Opfern, den Hinterbliebenen und Trauernden, den Verletzten und Verunsicherten unser Mitgefühl ausdrücken. Wir suchen und ringen nach Antworten. Worte scheinen unzureichend zu sein. Es bleibt – vielleicht erst zu Beginn – die sprachlose Klage.

Und – es bleibt das Gespräch miteinander! Die Vertreter der Religionsgemeinschaften in Aachen, verschiedener Richtungen, ob Christen, Muslime, andere Religionen, wir möchten ausdrücken, dass wir von dem furchtbaren Geschehen berührt sind. Wir möchten gemeinsam verdeutlichen, wie wir dem Terror, der Angst und der Gewalt widerstehen wollen. Wir verurteilen die Taten und rufen auf: zu Besonnenheit, zu Vernunft und zum Dialog miteinander. Lasst uns Wege des Friedens suchen! Lasst uns nicht auseinander bringen, sondern zusammen stehen! Lasst keinen Raum für Hass und Gewalt! Sucht die Gemeinsamkeiten, die uns verbinden, versöhnen und trösten!“

Der Dialog der Religionen mit den zugehörigen Mitgliedern

Pfarrer Hans Christian Johnsen
Evangelische Kirche, Aachen

Idris Malik
Vorstand der Bilal Moschee, Aachen

Abdurrahman Kol
DITIB-Aachen, Yunus-Emre-Moschee

Rabbiner Mordecai Bohrer
Jüdische Gemeinde Aachen

Peter Quadflieg
Katholische Kirche, Region Aachen-Stadt
Pfarrer Markus Frohn
Katholische Kirche, Pfarrei St. Josef und Fronleichnam

Michael Hermanns und Laila Vannahme
Katholische Kirche, Gemeinschaft der Gemeinden Aachen-Ost/ Eilendorf

Mehmed Jakubovic
Imam der Bosnischen Muslimischen Gemeinde

Shahab Ebrahimi
Bahai-Gemeinde Aachen

H.N.Chatterjee
Hindu Gemeinde Aachen

Christian Licht
DRIKUNG SHERAB MIGCHED LING
Zentrum für tibetischen Buddhismus e.V.

Paul Shoju Daoqi Schwerdt
Zen-buddhistisches Zentrum Bambushain

Gehrt Hartjen
Religions for Peace

Heidemarie Ernst
Integrationsbeauftragte der Stadt Aachen

Achim Kockerols
Kommunales Integrationszentrum der Stadt Aachen

Aachen, den 02.08.2016

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Geld für Kultur ist da. Stell mal einen Antrag!

kultur kunst Förderung

Gar nicht so schwer: Mal einen Antrag auf Förderung stellen.

„Kultur kostet Geld . . . doch woher nehmen?“, so lautete Ende Juni der Titel einer Veranstaltung im Zinkhütter Hof (Stolberg). Mehrere Vorträge und Workshops standen auf dem Programm.

Als Mitglieder der Fraktion Freie Wähler/Piraten des Landschaftsverband Rheinland (LVR) haben Dr. Martina Flick und ich an der ganztägigen Veranstaltung teilgenommen. Und das war keine vergeudete Zeit.

Der Saal war voll im Zinkhütter Hof, in dem sich geradezu vorzüglich konferieren lässt. In diesem Fall gab es zunächst Vorträge und dann weitere

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Fragen/Antworten und Infos in Form eines Barcamps. Immer ging es darum, dass Leute mit Geld erklärten, wie freie Kunst- und Kulturschaffende und freie Initiativen an dieses Geld gelangen können.

Das wundert keinen: Es müssen Anträge gestellt werden. Aber diese Anträge haben es natürlich in sich. Dazu haben alle sieben „Geldverteiler“ wissen lassen, dass sie (genau wie die Kulturämter eurer Städte, Kreise und Gemeinden) Beratung anbieten. Und es war rauszuhören, dass man besonders gern neue Initiativen und Ideen unterstützen will, die das „Neuland“, also die digitale Welt, betreffen.

Konkret wurde gesagt, dass man zunächst vorab klären sollte, ob die eigene kulturelle Aktion/Idee/Initiative überhaupt potenziell grundsätzlich förderfähig ist? Danach bekommt man genau gesagt, was in dem Antrag drinstehen muss, ihr sitzt da nicht alleine vor den Sachen. Nehmt Kontakt auf.

Fördertöpfe gibt es national und international. Im Zinkhütter Hof waren sieben „Förderlinien“ vertreten. Ich nenne jeweils nur eine Person, obwohl immer mehrere zuständig sind. Manchmal ist für dieses Jahr schon alles Geld verteilt, dann sagen die euch, wie es für 2017 klappen kann:

1. Dr. Norbert Kühn, regionale Kulturförderung des Landschaftsverband Rheinland (LVR). Dort gibt es eigens einen Fachbereich regionale Kulturarbeit. Die warten auf euch, sind freundlich und großzügig. (norbert.kuehn@lvr.de)

2. Dr. Jochen Link, Bezirksregierung Köln. Hier gibt es Geld speziell für alles, was als interkulturelle Kulturförderung durchgehen kann. (jochen.link@bezreg-koeln.nrw.de)

3. Susanne Ladwein, Regionale Kulturpolitik NRW. Sie ist zuständig im sogenannten Zweckverband Region Aachen. Auch da sind eure Ideen willkommen. Könnte nur sein, dass für dieses Jahr kein Geld mehr da ist (Deadline: 30. September 2016). Dann verweist man euch eventl. an andere „Förderer“. (ladwein@regionaachen.de)

4. Mona Wehling, NRW-Stiftung. Das Referat Heimat- und Kulturpflege hat zwar einen komischen Namen, ist aber ebenfalls hilfsbereit und verfügt über money. (mona.wehling@nrw-stiftung.de)

5. Andrea Weiss, Fonds Soziokultur e. V. Hier gilt das gleiche wie unter 4. gesagt. (weiss@fonds-soziokultur.de)

6. Dirk Stute, Förderlandschaft Kulturelle Bildung. Dort gibt es eine „Arbeitsstelle kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW“. (Stute@kulturellebildung-nrw.de)

7. Lin Verbrugge, grenzüberschreitende Kulturförderung. Auch in den Niederlanden möchte man euch fördern, falls ihr grenzüberschreitend arbeitet. Wendet euch an die Kulturabteilung Provincie Limburg/NL. (la.verbrugge@prvlimburg.nl)

Zur Förderung muss euer Projekt gewisse Bedingungen erfüllen. Beim oben erwähnten Zweckverband ist es zum Beispiel so, dass mindestens drei Partner dabei sein müssen und die die Hälfte der Projekt-Kosten (Minimum 2000 Euro) tragen. Die andere Hälfte wird euch dann gestellt. Der Zweckverband fördert zusätzlich nur, was aus den Kreisen Düren, Heinsberg, Euskirchen und aus der Städteregion kommt.

Die Stiftung wiederum fördert, was anerkannt gemeinnützig ist und das in ganz NRW, falls ihr nicht schon Geld aus der Kasse eurer Gemeinde/Stadt bekommt. Schaut hier nach: www.nrw-stiftung.de/foerderantrag

Denkt dran: Die Materie sieht nur kompliziert aus, ist es aber nicht, denn euch wird geholfen.

*

Die Kulturkonferenz wurde veranstaltet vom LVR und dem Zweckverband. Eingeladen waren allerlei kulturbeflissene Kommunalpolitiker, Museumsmitarbeiter, Volkshochschule-Leute, Lehrer/innen, Menschen aus Kunstwerkstätten, Kulturämtern und Initiativen, Kulturvermittler und Theaterinitiativen.

Zinkhütter Hof Stolberg

Nebenbei mal: Blick in einen Ausstellungsraum im Zinkhütter Hof (eine alte Produktionsstätte) in Stolberg. Das Museum wird viel besucht und besonders vom LVR gefördert.

 

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Die heilige Elisabeth findet das geil

Aachen, St. Elisabeth

Blick zur Decke: St. Elisabeth in Aachen.

Dieser Tage spazierte ich an der Kirche St. Elisabeth vorbei und Wehmut ergriff mein Herz. Als ich nämlich noch furchtbar jung war und noch lange keine Redakteurin, wurde ich zur ersten selbstständigen Berichterstattung zu einer Pressekonferenz (PK) in diese Kirche an der Jülicher Straße geschickt. Pfarrgemeinde und Pfarrer wollten irgendwas angekündigt oder mitgeteilt haben, heute weiß ich nicht mehr, worum es ging.

Immerhin nahm sich aber der Geistliche, ein älterer Herr, die Zeit, mir zu erzählen, wer eigentlich die heilige Elisabeth gewesen ist. Ich las danach noch etwas über die Dame und fand sie ultra-ultra-cool. Sie hatte sich gegen ihre Eltern durchgesetzt, wollte nicht so (in Saus und Braus) leben, wie es ihre komplette Umgebung von ihr erwartete, sie musste stark sein und kämpfen und hat erreicht, ihren sehr eigenwilligen, damals völlig unüblichen Lebensweg realisieren zu können.

Später fand sich in meinem Bericht für die Redaktion auch eine längere Passage über das Leben der Elisabeth, eine Thematik, die gar nichts mit der ursprünglichen Pressekonferenz zu tun hatte, die ich aber – wie ich meinte – geschickt in den Text eingewoben und mit Herzblut verfasst hatte. Um es kurz zu machen: Mein Text wurde redigiert, fand Anklang, nur die Passage mit der heiligen Elisabeth wurde – ratzfatz – vom Redakteur gestrichen.

Ein prägendes Erlebnis. Dazu muss ich sagen, dass ich damals noch ständig das Gefühl hatte: Wenn einer an meinem Text was ändert, das ist, wie wenn mir einer einen Finger abhackt. Geht ja gar nicht. Nach einem Studium der Germanistik dachte ich nämlich tatsächlich, kein Mensch auf der Welt sei so eng und vertraut mit der deutschen Sprache und der Literatur verbunden wie ICH.

Aber diesbezüglich war damals einfach nur kein Mensch so sehr auf dem Holzweg wie ich. Die Texte der Herren Kleist und Humboldt schwirrten mir dauernd im Kopf rum, ich hatte so viel von und über sie gelesen, dass eine gewisse Nähe entstanden war – einschließlich Übernahme altertümlicher Formulierungen in den täglichen Sprachgebrauch. OMG

Im Laufe meiner „Karriere“ als Feld-und-Wiesen-Journalistin bei einem lokalen Blättchen in Aachen habe ich dann später selber freien Mitarbeitern die Texte zusammengestrichen und erlebt, wie sich diese Mitarbeiter vor Schmerz fast krümmten. Es tat mir so leid, aber es musste sein.

Heute, nach ungefähr acht Metern feministische Literatur, weiß ich übrigens auch, dass damals mit der heiligen Elisabeth ein „Role Model“ meinen Weg kreuzte. Endlich, endlich mal ein Vorbild für mich, eine junge Frau, die krass ausschert, es gibt es also doch. Das mit dem „Role Model“ war mir aber damals keinen Millimeter weit bewusst.

Das sind immer so meine Gedanken, wenn ich an der Kirche vorbeigehe. Und weil ich Zeit hatte, ging ich dann dieser Tage einfach nochmal in das Gebäude rein. Und jetzt, nach dieser langen Einleitung, kommt erst das, was ich eigentlich mitteilen möchte:

Am Freitag, 5. August, um 18 Uhr wird in der Kirche St. Elisabeth, quasi schräg gegenüber vom Ludwig Forum, das „Hotel total“ eröffnet.

Die Kirche ist schon läääängst entwidmet, sie wurde von einem Aachener Investor gekauft und Künstler, Handwerker und Flüchtlinge dürfen dort offenbar machen, was sie wollen. Derzeit wollen sie für drei Monate ein Hotel (einschließlich Hotelbar) einrichten, dessen Aufbau gerade in vollem Gange war, als ich den Kirchenraum betrat.

Das „Hotel total“ soll ein Ort für Kunst, Kultur und Leben sein. Und ein kreatives, multikulturelles Zentrum in Aachen. „Von August bis Oktober 2016 lassen wir diese Vision Wirklichkeit werden“, so wird mitgeteilt. Und weiter: Für drei Monate eröffnet am 5. August ein Hotel mit allem was dazugehört – in der leer stehenden Kirche St. Elisabeth. Gastgeber sind Aachener und Menschen aus aller Welt.

Ich bin ziemlich sicher: Die heilige Elisabeth ist begeistert und findet das geil.

Blick in eine Koje, wo bald Menschen wohnen werden.

Blick in eine Koje, in der bald Menschen wohnen werden.

Die Hotelbar. Nehme an, dass dort demnächst eine Dame namens Gloria die Drinks serviert.

Die Hotelbar. Nehme an, dass dort demnächst eine Dame namens Gloria die Drinks serviert. Oben auf dem Kreuz befindet sich eine Kamera. (Gott sieht alles?) Mit der wird der Aufbau dokumentiert, die Kamera kommt aber bald wieder weg, habe mich eigens erkundigt. Auch der Künstler hat sich wegen der Kamera beschwert: Er sieht sein Kunstwerk (das Kreuz) ruiniert. Recht hat er.

Blick in die Kirche auf die Kojen. Mehr schief geht nicht.

Blick in die Kirche auf die Wohn-Kojen. Ich weiß, mehr schief geht nicht.

 

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Ein Abend, mitten in Aachen

pokemonGo Aachen

Auf dem Marktplatz von Aachen.

Immer, wenn die Dämmerung kommt versammeln sich viele, auffallend junge Menschen auf dem Aachener Markt. Sie lassen sich dort nieder oder stehen einfach rum und schauen gebannt und fasziniert auf ihre Handy-Displays. Klarer Fall: Die augmented Reality von PokemonGo hat sie im Griff. Leider hab ich dafür keine Zeit, ließ mir aber erklären, dass sich auf dem Markt besonders ausgefallene Pokemons befinden. Tja. Das wundert mich nicht. Wäre ich ein Pokemon, würde ich auch zum Markt gehen . . .  oder vielleicht mal zu einer Demo am Elisenbrunnen.

 

Erdogan Aachen

Vor dem Elisenbrunnen in Aachen.

Friedlich demonstrierten gestern etwa 100 Menschen und hörten sich an, was unter anderem Andrej Hunko (Die Linke) zum Putschversuch in der Türkei und zu Erdogan zu sagen hatte. Hunko ist Bundestagsabgeordneter und wusste, dass von der türkischen Regierung aus in Richtung Berlin die Bitte geäußert wurde, Auskunft zu erteilen über etwa 4000 Menschen mit türkischen Wurzeln, die in Deutschland leben. Ungeheuerlich.

Grünoase Aachen

Der Elisengarten in Aachen.

Eine grüne Oase ist hier zweifellos der Elisengarten. Der wird aber so stark frequentiert, dass das Grün niedergetrampelt wird und nur spärlich wächst. Das sieht an vielen Stellen häßlich aus. Wie schön wäre es doch, wenn es in Aachen eine zweite Grünoase gäbe, wo ebenfalls Leute ohne den Zwang, etwas zu konsumieren, sitzen und relaxen könnten.

 

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Tolle Atmosphäre und ein prima Ausblick

rooftop bar Aachen

Hurra! Aachen hat jetzt auch eine „Rooftop“-Bar, kombiniert mit einem Restaurant. Sie befindet sich in dem neuen Hotel an der Sandkaulstraße. Da zu sitzen ist schon fast wie Urlaub.         Foto: Henning Brinkmann

Ein besonderer Blick über die Stadt wird denen gewährt, die sich in dem neuen Hotel (Sandkaulstraße) in Aachen in die 5. Etage begeben. WOW. Das ist nicht schlecht. Oben gibt es im „Innside by Melia“ nämlich eine neue Bar in Kombination mit einem Restaurant und einer feinen Terrasse.

Es gibt zwar nur wenige Speisen, die Karte ist klein, aber fein. Getestet habe ich allerdings noch nichts, lediglich bei einer Tasse Kaffe (zu 2,80 Euro) die Örtlichkeit inspiziert und die Aussicht genossen. Sehr angenehm, mal so über allen Dächern zu schweben und auf die Stadt runter zu blicken. Wie anziehend eine Hotelbar über den Dächern einer Stadt sein kann, hat die „Monkey Bar“ in Berlin bewiesen. Seit der Eröffnung ist sie eine Attraktion und immer, immer  voll.

Das Hotel in Aachen ist seit Mai in Betrieb, aber noch nicht offiziell eröffnet. Es gibt 158 Zimmer, und die sind zum CHIO (Reitturnier) auch so gut wie alle voll geworden. Das Personal ist jung und sehr freundlich. Zum Hotel gehört eine Garage mit Parkmöglichkeiten auf zwei Etagen. Wer sich im „Innside“ einquartieren will, kann das über diese Adresse tun: innside.aachen@melia.com

Geworben wird natürlich mit der Nähe des Hotels zu allen möglichen Aachener Attraktionen, aber besonders mit der Nähe zum Aachener Dom und (tadaaaaa:) zum Couven-Museum. Offenbar ist es für eine Hotel der Luxusklasse gewissermaßen wichtig, in der Nähe eines Museums zu sein. Vom Suermondt-Ludwig-Museum oder gar dem Ludwig Forum ist in der Hotel-Werbung nicht die Rede. Das finde ich bezeichnend. Und schade, denn in beiden Häusern sind viel sehenswertere und interessantere Objekte als im Couven-Museum.

Eine Kollegin war ebenfalls schon uptown und hat ihre Eindrücke hier hinterlassen.

Innside by melia aachen

Blick in die kleine Speisekarte vom „Innside by Melia“. Mir fällt auf: Ich hätte mal besser die Bar, also die großartige Theke fotografiert um euch einen Eindruck von der Lokalität zu vermitteln. Na ja. Vielleicht werde ich ja zur offiziellen Eröffnung eingeladen . . .  dann mach ich weitere Fotos.

rooftop bar Aachen

Update: Zweiter Besuch auf der Terrasse des „Innside by Melia“. Zwei leckere Getränke haben wir uns geleistet, jedes zu 8 (!!!) Euro. Mehr muss ich dazu nicht schreiben (s. auch den Kommentar) Beim zweiten Besuch haben wir weitere Fotos gemacht (s. unten) .

Innside Melia Aachen

„Innside by Melia“, 5. Etage, Blick nach innen. Es wirkt elegant, aber wegen der an der Decke offen sichtbaren Versorgungsleitungen auch wieder Werkstatt-mäßig.     Foto: Henning Brinkmann

Innside by melia aachen

Und zum Schluss: das neue Hotel von außen.     Foto: Henning Brinkmann

 

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