Freie Sicht auf Aachens Untergrund

archäologisches Fenster

Das Archäologische Fenster (das ist ein Schaukasten im öffentlichen Raum) vor dem Haus Klappergasse 12 ist repariert worden.

Das „Archäologische Fenster“ in der Klappergasse sieht jetzt wieder aus wie neu. Jemand hatte mit schweren Steinen versucht, die Scheiben einzuschlagen, was aber nicht gelungen war. Die Steine hatten hässliche Kerben im Glas  hinterlassen. Heute (15. 06.) hat dieses Archäologische Fenster zwei neue Panzerglasscheiben bekommen. Gut, dass die städtischen Arbeiter dafür noch Zeit hatten, ich hatte nämlich gedacht, die sind jetzt bis Ende des Jahres mit Reparaturarbeiten am sanierungsbedürftigen Tivoli (erst 7 Jahre alt) beschäftigt.

Ironie Ende. Von oben blickt man auf eine Rinne, durch die einst der Paubach floss. Der kam vor vielen Jahrhunderten die Jakobstraße runtergesprudelt, weil die Römer ihn so verlegt hatten, dass er die Innenstadt mit Wasser versorgen konnte. Unten musste der Paubach dann in einer Rinne die Klappergasse runterlaufen, dann die Rennbahn entlang, wo er durch uralte Steinplatten  markiert wird, und von da immer weiter.

Touristen werfen immer wieder kleine Münzen ins Archäologische Fenster hinein. Und an dieses Kleingeld wollen nachts Leute rankommen. Deshalb findet man in dem Fenster außer Geldstücken auch viele kleine Magnete an Schnürchen, die den Geldfischern da reinfallen. Es sind immer auffallend ärmlich gekleidete Menschen, die versuchen, die Münzen rauszufischen.

Abends und nachts ist der Innenraum vom Archäologischen Fenster beleuchtet, das sieht apart aus. Ich freue mich, dass ich genau da wohne, wo sich dieses Fenster befindet. Es gibt allerdings in Aachen noch weitere schöne archäologische  Fenster. Eines sollte an die Ecke Weberstraße/Boxgraben kommen. Die Straße ist immerhin schon so gebaut, dass das Fenster Platz hat. Aber auf das Fenster müssen wir wohl noch länger warten.

Alles dargelegt und mit Fotos dokumentiert: hier.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Viel gelernt, viel gesehen . . . in Berlin

 

Aachen Die Linke

Im Zug nach Berlin gereist, dort im Bus unterwegs in Begleitung einer Dame aus dem Bundespresseamt und auf Einladung von Andrej Hunko (Die Linke, MdB): Rund 50 Menschen aus dem äußersten Westen der Republik.

Im Mai bot sich die Gelegenheit, zu einer Bildungsreise nach Berlin aufzubrechen. Eingeladen hatte „Die Linke“ und für drei volle Tage ein (ideologiefreies) Programm zusammengestellt, das einen sofort neugierig machte.

Insbesondere eine Führung mit dem Titel „Lobby Planet Berlin“ mit Martin Aachen Berlin LobbyistenJähnert vom Verein LobbyControl erwies sich als eine der besten Weiterbildungen, die ich mir in den letzten Jahren gegönnt habe. Dabei kostete alles so gut wie nichts, denn es handelte sich um eine Reise, wie sie Bundestagsabgeordnete veranstalten dürfen, damit wir Bürgerinnen und Bürger ein bisschen besser informiert sind. Etwas über 50 Personen (hauptsächlich aus Aachen und der näheren Umgebung) nahmen an der Reise teil, zu der Andrej Hunko (MdB) eingeladen hatte.

LobbyControl ist ein gemeinnütziger Verein, ein Mitarbeiter führte uns in Berlin von einem Lobbyisten zum nächsten, wobei wir von der Arbeit des Vereins profitierten. Uns wurde berichtet, mit welchen Methoden (bisweilen fragt man sich, wie das alles legal sein kann?) die Lobbyisten und ihre Verbände Einfluss nehmen auf die bundesdeutsche Politik, aber insbesondere auch auf das, was wir so denken und für gut und richtig halten. Krass.

Eine „lobbykritische Stadtführung“ kann ich jedem empfehlen, wendet euch an den Verein (Sitz in Köln) und fragt nach. Informiert euch, was sich

Blick in ein sogenanntes Späti, das sind Büdchen, die rund um die Uhr geöffnet sind und wo es alles Mögliche zu kaufen gibt. Insbesondere die Tankstellen-Pächter möchten, dass die Spätis ihre Öffnungszeiten ändern.

Blick in ein „Späti“, das sind berlintypische Büdchen, die rund um die Uhr geöffnet haben und wo es alles Mögliche zu kaufen gibt. Insbesondere die Tankstellen-Pächter möchten, dass die Spätis ihre Öffnungszeiten reduzieren.

beispielsweise hinter der „Initiative neue Soziale Marktwirtschaft“ verbirgt, die direkten Lobbyismus betreibt, nicht bei den Abgeordneten, sondern direkt in der bundesdeutschen Gesellschaft. Mich interessierte natürlich, wie Lobbyisten es in die Medien schaffen. Ich kann nur sagen: ganz schön clever, alle Achtung.

RWE schafft es, dass viele denken, Braunkohleförderung muss unbedingt noch sein. Die Bierbrauer schaffen es, dass wir denken, ohne Alkoholwerbung bricht z. B. die ganze Sportförderung zusammen. Die Autoindustrie (insbesondere

Fahrradweg berlin

Fahrradweg in Berlin: Plötzlich ist Ende.

Opel, Mercedes und VW) hat uns im Griff, ohne dass wir es merken und hat gleichzeitig persönlich beste Beziehungen zur Regierung (Drehtüreffekt. Beispiel: Ex-Minister Matthias Wissmann). Firmen spenden den Parteien, bauen gegen hohe Summen ihre Stände bei Parteitagen auf, schalten überteuerte Anzeigen in Parteizeitungen, Banken „informieren“ in Schulen darüber, wie Kinder und Jugendliche mit Geld umgehen sollen und so immer weiter.

630 Abgeordnete gibt es in Berlin, von geschätzt 5000 bis 6000 Lobbyisten werden sie umschmeichelt oder mit „Infos“ versorgt, je nachdem. In Brüssel, so schätzt LobbyControl, sind es zwischen 15.000 und 30.000 Lobbyisten. Ein Register, wie es das vorbildlich in den USA (als staatliche Behörde) gibt, existiert weder in Berlin noch in Brüssel.

*

Wir haben natürlich auch den Bundestag besichtigt. Auffallend: Vor dem

In diesen Containern vor dem Reichstagsgebäude befinden sich die Sicherheitsschleusen. Ich hätte nie gedacht, dass man den Platz und die Ansicht des Gebäudes mit derartigen grauen Boxen zustellen würde. Sogar ein Bodenkunstwerk hat die Errichten der Boxen nicht aufhalten können.

In diesen Containern befinden sich Sicherheitsschleusen. Ich hätte nie gedacht, dass man diesen prominenten Platz und die Sicht auf das Gebäude mit derartig häßlichen Boxen zustellen würde. Sogar ein Kunstwerk aus Schieferplatten (Entwurf: Professor Dieter Appelt) mit den Namen der ermordeten Reichstagsabgeordneten hat die Errichtung der Boxen an der Stelle nicht aufhalten können.

weltweit einzigartigen Gebäude mit Kuppel von Stararchitekt Norman Forster stehen jetzt Baracken, wo jeder einen Sicherheitscheck machen muss. Sieht leider echt beschissen aus. Und – nochmal leider – gelang es mir auch spielend, das Sicherheitspersonal zu überlisten. Monsterfail. Sehr traurig.

*

Im Bundestag gab es eine Diskussion mit Andrej Hunko aus Aachen, der Politik-Interessierten als ein „investigativer Abgeordneter“ bekannt ist: Als Mitglied

Im Reichstagsgebäude sind außer diesen Teilen auch Graffiti bewusst erhalten geblieben, die russische Soldaten nach der Eroberung der Stadt an die Wände kritzelten.

Im Reichstagsgebäude sind außer diesen Teilen auch Graffiti bewusst erhalten geblieben, die russische Soldaten nach der Eroberung der Stadt an die Wände kritzelten.

einer Oppositionspartei kann man eigentlich gar nichts erreichen, man kann allerdings durch gezielte Anfragen, die beantwortet werden müssen, Fakten ans Tageslicht zerren, die die Regierung lieber nicht öffentlich diskutieren möchte (Stichwort: Kampfdrohnen für die Bundeswehr, Forschungsprojekte an Überwachungstechnologien, Unterstützung autoritärer Regime in Ägypten und Tunesien bei der Internetüberwachung durch das BKA).

*

Sehr eindrucksvoll war eine Führung durch das „Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit“. Es befindet sich in einer noch erhaltenen Unterkunft für Zwangsarbeiter. Hunderte Menschen aus Italien und Osteuropa lebten dort unter unmenschlichen Bedingungen und mussten dazu noch schwer schuften. Architekten, die sich für besonders inspiriert hielten, entwarfen diese Bauten. Das wurde alles anschaulich vorgeführt. Überhaupt kann man sagen, dass bei allen Führungen spannend berichtet wurde und sie so gestaltet waren, dass die ganze Gruppe fasziniert und tief betroffen bis zur letzten Sekunde zuhörte. Hier mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentationszentrum_NS-Zwangsarbeit

*

Viel Neues erfuhr ich in der „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“. Dort wurde

Ein kritischer Geist: Armin T. Wegner, der auch schon im 1. Weltkrieg zur Kamera griff, als die Osmanen die christliche Bevölkerung auszurotten begannen.

Äußerte sich sogar Hitler gegenüber sehr kritisch: Armin T. Wegner, der auch schon im 1. Weltkrieg zur Kamera griff und dokumentierte, wie die Osmanen die Armenier auszurotten versuchten.

man endlich einmal umfassend darüber aufgeklärt, wer alles Widerstand geleistet hat, wie dies geschehen ist und wie es diesen Menschen ergangen ist. Erstaunlich, wie kreativ Männer und Frauen ihren bisweilen sehr geringen Handlungsspielraum genutzt haben. Es gab mutige Priester und Nonnen, Christen und Juden, Studenten und Professoren, Handwerker und Künstler, Einzelkämpfer und Gruppen, deutlich mehr, als ich bis dahin gewusst hatte.

Gut, dass es dieses Museum gibt, der Blick auf die deutsche Geschichte lässt einen ja ohnehin manchmal schier verzweifeln.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedenkstätte_Deutscher_Widerstand

*

Hier kann bei weitem nicht alles aufgeführt werden, der Text ist ohnehin wieder mal viel zu lang. Aber wenn ihr die Gelegenheit habt, an so einer Reise teilzunehmen, egal welcher MdB dazu einlädt: Meldet euch an, es lohnt sich.

Berlin hat Brandmauern, da kann unsereins nur staunen.

Berlin hat Brandmauern, da kann man nur staunen.

moderne Kunst Berlin Reichstag

Das Reichstagsgebäude ist voll mit zeitgenössischer Kunst. Sehr angenehm.

berlin_32

berlin_3

berlin_5

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Kauft euch einen Anti-Atom-Schirm

Die Grünen in Aachen organisieren eine Protestveranstaltung, die Geschäftswelt in Aachen verkauft dazu die passenden Anti-Atom- Schirme. Flayer gesehen in der Kleinmarschierstraßestraße.

Die Grünen in Aachen organisieren eine Protestveranstaltung, die Geschäftswelt in Aachen verkauft dazu die passenden Anti-Atom-Schirme (s. Flyer z. B. in der Kleinmarschierstraße).

Der Risse-Reaktor in Tihange schmurgelt vor sich hin. Jetzt ist er vorerst mal wieder „automatisch abgeschaltet“, was auch immer das heißen mag.  Reaktoren kann man eigentlich gar nicht so einfach an- und ausknipsen.

„Am Freitagnachmittag (10. Juni) hat sich der belgische Kernreaktor Tihange II gegen 15.30 Uhr erneut automatisch abgeschaltet. Die Ursache dafür ist nach Auskunft einer Sprecherin des Betreibers Electrabel noch unklar. Momentan wird der Vorfall untersucht, so wurde mitgeteilt. Und: Wann der Reaktor wieder angeschaltet wird, steht noch nicht fest.“

Unterdessen waren Aachens Grüne nicht faul und rufen zu einer Demo am Europaplatz auf.

Der Europaplatz ist am Sonntag, 26. Juni, von 12 bis 14 Uhr ein Ziel für alle, die Uralt-Reaktoren (in ganz Europa) für gefährlich halten. Da wird mit leuchtend gelben Schirmen protestiert. Diese Schirme könnt ihr euch in Aachener Geschäften kaufen. Es gibt sie unter anderen: in allen Filialen der Bäckerei Nobis, in der Buchhandlung Backhaus, in der Mayerschen Buchhandlung und bei Sport Mulack am Markt. Preis: 5 Euro. Viele Geschäfte (natürlich nicht alle) machen mit. Hier und da sieht man entsprechende Flyer.

Die Grünen, die in Aachen im Rat eine starke Opposition gegen die große Koalition aus CDU und SPD bilden, haben vorerst 5000 Schirme anfertigen lassen. Protest hörbar und sichtbar machen, das ist eine sinnvolle Sache. Gegen das Wiederanfahren von ausrangierten Reaktoren wird unter Federführung der Städteregion zwar schon beherzt geklagt. Aber zusätzlich ist es durchaus effektiv, auch andere Protestformen zu wählen.

Der Europaplatz ist ein Platz mit Symbolwert, er wird für die Zeit des Protests teilweise vom Autoverkehr freigehalten. Die Schirme sind ebenfalls Symbole, sie sollen daran erinnern, dass man keinen Schutzschirm gegen atomare Strahlung aufspannen kann, noch nicht, leider.

Ich erinnere mich gerade, als ich vor einem Jahr im Bürgerforum im  Aachener Rathaus saß, als Zuschauerin, und plötzlich – mMn zum ersten Mal – von Tihange die Rede war und wie konfus alle dahergeredet haben. Die einen hatten mehr Angst, die anderen weniger, und die Dümmsten von allen meinten, man könne sowieso nichts machen, weil: ist ja Belgien. Jetzt – ein Jahr später – hat man sich gut organisiert und breit aufgestellt. Viele Leute sind nicht bereit, sich einer so großen Gefahr auszusetzen. Warum auch?

Wer ein solches uraltes Kernkraftwerk betreibt, dem rauschen natürlich jede Woche viele Millionen Euro in die Kasse. Es gibt Menschen, die daran gut verdienen. Es gibt Menschen, die haben alles: Schiffe, Pferde, Häuser und Wohnungen, drei Fincas auf Mallorca, Luxusautos und teurer Sammlungen von irgendwas (Kunst) und so viel Geld, dass nicht nur ihre Kinder und Enkel sondern auch noch deren Kinder nie mehr zu arbeiten brauchen. Alles okay, alles gut. Nur, wenn das auf Kosten der Gesundheit von tausenden anderen Menschen geht, hört für mich der Spaß auf. Das darf man nicht mit sich machen lassen.

schirm Aachen

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Bilder vom Reichsweg

Das Auto mal wieder zur Reparatur gebracht und dann – seufz – zu Fuß nach Hause, das musste ich hinter mich bringen. (Busfahren gehört nicht zu meinen Stärken, das ändert sich aber gerade etwas.) Ich musste zu Fuß durch den ganzen Reichsweg gehen und stellte mich innerlich auf ein langes Stück Langeweile ein. Aber ich wurde überrascht. Denn auch im Reichsweg haben sich Sprayer ausgetobt. So, dass es ständig neue, krasse  Bilder zu sehen gibt. Hier eine Auswahl:

Aachen Graffiti Aachen, Graffiti reichsweg_3

reichsweg_4 reichsweg_5 reichsweg_6

Graffiti Aachen reichsweg_12

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Zwei Künstler der Extraklasse

Matthias Brandt Aachen

Bearbeiteten bei ihrer Lesung einmal sogar den Flügel mit Fäusten, um den Zuschauern das Klopfen und Hacken der Vögel vorzuführen: Jazzmusiker Jens Thomas (l.) und Schauspieler Matthias Brandt (r.) in der Citykirche in Aachen.

Alle wollten vorne sitzen – beim Auftritt von Matthias Brandt und Jens Thomas in der Citykirche/Nikolauskirche in Aachen. Deshalb bildete sich schon um 19.15 Uhr eine lange Schlange vor dem verschlossenen Kirchenportal, obwohl die beiden erst um 20 Uhr auftreten würden. Die Eintrittskarten waren seit vielen Wochen ausverkauft, jetzt ging es nur noch darum, einen guten Sitzplatz zu bekommen.

Die Städteregion bietet seit vielen Jahren in Aachen und der Region ein Kulturprogramm, dass die Menschen in Massen anzieht. Es gibt immer deutlich mehr Interessenten als Tickets. Und alles zum sehr kleinen Preis (3,50 Euro). Trotz nicht gerade rosiger Kassenlage soll nämlich in der Städteregion Kultur nicht nur für Wohlhabende erschwinglich sein.

Am Samstag standen also Matthias Brandt und Jens Thomas auf der Bühne, der eine Schauspieler, der andere Musiker. „Aufgeführt“ wurde die Kurzgeschichte „Die Vögel“ von Daphne du Maurier, aber was heißt hier eigentlich aufgeführt? Matthias Brandt hat die Geschichte – vordergründig betrachtet – nur vorgelesen. Das allerdings in einer Weise, die beim Publikum von der ersten Sekunde an die  Bilder im Kopf entstehen ließ, so kunstvoll und expressiv wurde der Text vorgetragen. Mehr als nur Unterstützung bot dazu die Musik von Jens Thomas. Szenen voller Angst und Verzweiflung packten die Zuhörer, weil vom Flügel die Töne kamen, die die Bilder im Kopf erst richtig zum Laufen brachten.

Kurz zusammengefasst geht es in dem Text um Robert, der den Tod seiner Frau Leonore nicht verwindet, sich in einem einsamen Haus erholen soll und dort von immer größeren und immer mehr Vögeln angegriffen wird. Die grausamen Viecher trachten ihm sogar nach dem Leben, Robert muss seine Lethargie ablegen, er muss sich im Haus verbarrikadieren und sehen, wie er sich die unheimlichen Tiere vom Leib hält. Er schafft das immer weniger.

Vielleicht sind mit den Vögeln die Dämonen gemeint, jene Geister,  zweifelnden

Matthias Brand Jens Thomas Aachen

Lange vor Beginn der Aufführung: Anstehen für einen guten Sitzplatz.

Gedanken und Angstzustände, die wohl jedem Menschen bisweilen nachts die Luft zum Atmen rauben. Wie auch immer. Ihr Kratzen an den Fensterscheiben, heiseres Schreien, ihr aggressives Picken und Hacken und auch ihr Flügelschlagen waren zu hören. Die Vögel versuchten sogar durch den Schornstein ins Haus zu gelangen, Robert zündet sie an, und verbrannte Federn stinken ihm das Zimmer voll. Wahnsinn.

Lautmalerisch und auf dem Flügel wurden die Geräusche erzeugt. Alles wechselte mit Songs, von denen ich nur den letzten („Black Bird“ von den Beatles) erkannte. Aber was heißt Songs? Als Gekrächze und Gekratze wurden die Stücke vorgetragen, dass einem Angst und Bange werden konnte. Sehr intensiv.

Bisher habe ich entweder Theaterstücke (gut, da gibt es auch mal eine Musikeinlage) gesehen oder war bei Konzerten. Am Samstag in der Nikolauskirche gab es eine Aufführung, für die ich keine Kategorie kenne. „Wort-Musik-Collage“ steht auf dem Ticket, aber das trifft es nicht. Mir kam alles wie Kino vor, nur nicht auf einer Leinwand sondern im Kopf.

Das Publikum applaudierte stehend. Mit Zugabe dauerte alles etwa 90 Minuten.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Uralt-Kneipe schließt zum Jahresende

Dürer Aachen

Blick auf den Eingang der Albrecht Dürer Stube, die Ende des Jahres geschlossen werden soll.

Auch das noch: Die Traditionskneipe am Fischmarkt, die Albrecht Dürer Stube, wird Ende des Jahres geschlossen. Aus. Ende. Vorbei – nach 500 Jahren. Ein Investor hat das Haus gekauft, er will es komplett entkernen und über 30 Studenten-Appartements errichten lassen. Die Pächterinnen der Dürer Stube wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. (Schönes Foto: hier)

Für alle traditionsbewussten Aachener bahnt sich hier eine Katastrophe an.
Der Aufschrei auf Facebook ist entsprechend. Wenn ihr mich fragt: Die Messe ist noch nicht gelesen, die Politik soll sich einmischen (verlangen einige), das wird spannend.

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber in Aachen existiert eine gewisse Liebe zum Historischen. Traditionen in ihren verschiedenen Manifestationen sieht man ungern untergehen. 500 Jahre soll die Gaststätte schon alt sein, leider sieht sie auch so aus. Albrecht Dürer soll dort 1520 eingekehrt sein, das hat er zumindest damals in seinem Tagebuch notiert. Daher der Name. Sonderbar, dass das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht.

50 Meter vom Dom entfernt sollen also demnächst Studenten wohnen, hoffentlich in Wohngemeinschaften und nicht in diesen Junggesellen-Suizid-Boxen, die ganz klein sind und so angelegt, dass man seinem Nachbarn möglichst selten begegnet. Etliche Umbauten gibt es zur Zeit in Aachen, besonders viele Studenten-Appartements werden geschaffen. Wie die Innenstadt aussehen würde, wenn sie vorrangig von Studies, die am Wochenende „nach Hause“ fahren, bewohnt wird, mag man sich lieber nicht vorstellen.

Präsentation am Dom: Zwei Steine wurden ausgeschnitten und werden demnächst in das 16-Eck des Domes eingebaut.

Präsentation am Dom: Zwei Steine wurden ausgeschnitten und werden demnächst ins 16-Eck des Domes eingebaut.

Gerade an diesem Wochenende zeigt sich, dass viele Aachener Respekt vor der Historie haben. Am Dom (auch nicht gerade ein Neubau) wird auf 30 Jahre Grundsanierung zurückgeblickt. Das Menschengewusel im und um den Dom heute war beträchtlich, es gibt ein attraktives Programm. Gleichzeitig wurden auf dem Markt jede Menge Oldtimer bewundert und ununterbrochen fotografiert.

Den Dom besuchen übrigens jedes Jahr 1,3 Millionen Menschen. Jeden Tag, seit mehr als 1200 Jahren, wird dort eine Messe gelesen. 37 Millionen Euro wurden in den letzten 30 Jahren verbaut. Es wurden: die Statik verbessert, das Mauerwerk ausgebessert, Dächer und Dachstühle saniert, die Fenster der Chorhalle gesichert, die Mosaiken und Marmorplatten saniert. Auch morgen, Sonntag, 5. Juni, wird es noch Extra-Führungen und Präsentationen geben.

Die Albrecht Dürer Stube ist nicht die erste Traditionskneipe, die verschwindet. Nebenan befand sich einst eine Degraa-Kneipe, auch dieses Gebäude wurde saniert, und das Aus für das Lokal war schnell beschlossene Sache. Dabei kann man sich noch freuen, wenn statt des Lokals mal kein Klamottenladen, sondern ein Café angesiedelt wird.

Oldtimer Aachen

Ganz schön was los auf dem Markt: Traumhaft schöne Oldtimer können an diesem Wochenende fotografiert werden.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Piraten: Open Data geht anders, liebe Stadtverwaltung!

Aachen Theater Pferd

Da lacht das Pferd vor dem Stadttheater: Was in Aachen Open Data genannt wird, ist überhaupt kein Open Data.

Das Aachener Statistik-Jahrbuch 2014 ist raus. Es ist eine Zusammenstellung von Fakten. Darin verborgen ist wieder viel nützliches Wissen über Aachen und die Aachener. Es sind Erkenntnisse verborgen, die quasi danach schreien, entdeckt zu werden. Dieses in der Statistik „versteckte“ Wissen zu bergen, das ist der Sinn der Open-Data-Bewegung. Doch das Aachener Statistik-Jahrbuch 2014 wird mal wieder (wie schon seine Vorgänger) so angeboten, dass es unmöglich ist, dieses Wissen zu bergen. Nämlich als pdf-Datei. Wirklich sehr ärgerlich.

Das bedeutet: Mit dieser Ansammlung von Fakten kann man bei weitem nicht so viel anfangen, wie eigentlich längst möglich wäre. Dabei steckt viel Arbeit in dem Statistik-Jahrbuch.

Hier ist übrigens nicht von einem Wissen über Bürger und Bürgerinnen die Rede, das diese zu Recht nicht öffentlich bekannt machen wollen. Bei Open Data ist nicht vom gläsernen Bürger die Rede, sondern von der gläsernen Verwaltung. Das ist ein Riesenunterschied.

Die Daten des Statistik-Jahrbuch sind ohnehin öffentlich, sie sind Allgemeingut. Sie müssen jetzt sinnvoll bearbeitet und analysiert werden – von jedem, der/die daran Interesse hat. Dieser ganze Casus ist der Stadtverwaltung nicht klarzumachen – seit Jahren. Es ist völlig unverständlich, wie man eine Sammlung nützlicher Fakten anlegen kann und dann diese nicht nutzt um Transparenz zu schaffen und positive Entwicklungen zu erkennen und zu unterstützen.

Die Piraten im Rat der Stadt haben sich an die Presse gewandt und schreiben in ihrer Stellungnahme:

Sehr irritiert und mit zunehmender Genervtheit nehmen die Aachener Piraten die Veröffentlichung des statistischen Jahrbuches 2014 im „Offene Daten“-Portal der Stadt Aachen zur Kenntnis.

Unter „offenen Daten“ versteht man gemeinhin, dass das zur Verfügung stehende Zahlenwerk strukturiert und maschinenlesbar angeboten wird. Somit ließe es sich filtern, durchsuchen und leicht in anderen Anwendungen weiterverarbeiten.

Das im „Offene Daten“-Portal der Stadt Aachen gespeicherte Jahrbuch erfüllt in Form einer PDF-Datei keine dieser Anforderungen. Schlimmer noch: Die PDF-Datei ist gegen Kopieren der Inhalte geschützt, so dass man die Tabellen aufwändig „abtippen“ muss, um mit den Daten eigene Analysen durchzuführen.

„Open-Data geht anders – ein PDF ist faktisch nie Open-Data „, meint Udo Pütz, Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei Aachen. „Auch das Angebot, man könne bei Interesse ja zusätzliche Zeitreihen und individuelle Auswertungen bei der Verwaltung erfragen, ist nicht im Sinne der Open-Data-Bewegung. Der interessierte Bürger muss sich aus den zur Verfügung stehenden Daten eigenständig die gewünschten Auswertungen erstellen können.“

Die Aachener Piraten fordern die Verwaltung dazu auf, das den statistischen Jahrbüchern der letzten Jahre zugrunde liegende Zahlenmaterial in Form von maschinenlesbaren Tabellen ins „Open Data“-Portal einzustellen.

Da kann man nur hoffen, dass es eine Fraktion im Rat gibt, die jetzt einen entsprechenden Antrag stellt: Unverzügliche Freigabe des ohnehin öffentlichen Datenmaterials der Aachener Verwaltung in einer Form, die es ermöglicht, die Daten zu analysieren und zum Nutzen der ganzen Stadt zu verwerten.

Bei der Abstimmung über diesen Antrag wird man ja sehen, wer sich dem verweigert und wer nicht.

*

Informiert euch über Open Data https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Data

Statistische Jahrbücher der Stadt Aachen http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/aachen_profil/statistische_daten/jahrbuecher/index.html

Offene Daten Aachen http://offenedaten.aachen.de/organization/statistik

2014 ging es hoffnungsfroh los in Aachen: http://www.piratenpartei-aachen.de/allgemein/stadt-aachen-startet-eigenes-open-data-portal-offenedaten-aachen-de/

*

Zum Weiterlesen das Thema „Haarsträubend rückständig“ s. hier http://www.zeit.de/digital/internet/2016-05/internetwirtschaft-gruenbuch-digitale-plattformen-wirtschaftsministerium

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Was wird aus unserem schönen Europa?

Liebe Freunde und Freundinnen des selbstständigen Denkens. An der Aachener Hochschule werden ein paar schlaue Leute ein paar coole Vorträge halten, die anzuhören sicher keine vergeudete Lebenszeit sein werden. Selbst ihr wisst nämlich noch nicht ALLES über „Populismus und Extremismus in Europa“.

Kurz und gut: Ich empfehle euch eine Vortragsreihe über die Zukunft Europas, ein Kontinentchen, dessen offizielle EU-Vertreter viel von Demokratie schwadronieren, aber kaum je seine Bevölkerungen mitbestimmen lassen. Europa schmiert derzeit ziemlich ab und infolgedessen zerlegt sich in Deutschland gerade das Parteiensystem.

Wie auch immer: Hier sind die Namen der Referenten, die Daten (30. Mai bis 9. Juni) und wo ihr hingehen müsst. Der Eintritt ist immer frei. Alles wird organisiert von der (Aachener) Initiative Europäische Horizonte.

Im Super C der RWTH Aachen (Foto) und in einem Hochschule-Gebäude der RWTH in der Wüllnerstraße finden die Vorträge statt. Foto: Archiv

Im Super C der RWTH Aachen (Foto) und in einem Hochschul-Gebäude der RWTH in der Wüllnerstraße finden die Vorträge statt. Foto: Archiv

Montag, 30. Mai, um 19 Uhr im Super C am Templergraben:
„Populisten verstehen?! Was rechtspopulistische Strömungen stark macht“, Prof. Dr. Claus Leggewie, Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Dienstag, 31. Mai, Achtung um 19.30 Uhr im HKW 2, Wüllnerstraße 1:
„Populismus und Extremismus in Europa – eine Gefahr für die Demokratie?“, Prof. Dr. Frank Decker, Universität Bonn

Mittwoch, 1. Juni, um 19 Uhr im Super C:
„Religiöse Gewalt und politische Ordnung Europas. Ein historischer
Rückblick aus aktuellem Anlass“, Prof. Dr. Heinz-Günther Stobbe, Universitäten Münster und Siegen

Donnerstag, 2. Juni, um 19 Uhr im Super C:
„Spiegel der Menschheit? Die Zukunft der Migrationsmaschine Deutschland“ Prof. Dr. Volker Heins, Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Montag, 6. Juni, um 19 Uhr im HKW 2, Wüllnerstraße 1:
„Wer wählt extremistisch in Europa? Analyse unter besonderer
Berücksichtigung der politischen Entwicklungen in Frankreich“,
Prof. Dr. Ulrike Guérot, European Democracy Lab an der European School
of Governance

Dienstag, 7. Juni, um 19 Uhr im Ford-Saal im Super C:
„Populismus, Rechtspopulismus und Massenmedien“,
Dr. Paula Diehl, Humboldt-Universität zu Berlin

Mittwoch, 8. Juni, um 19 Uhr im HKW 1, Wüllnerstraße 1:

Aachen Super C RWTH

Super C der RWTH. Foto: Archiv

 

„Das Unbehagen an der Politik und die Empörung der Bürger – Wie sich die Demokratie verändert“, Prof. Dr. Hans Vorländer, Technische Universität Dresden

Donnerstag, 9. Juni, um 19 Uhr HKW 1, Wüllnerstraße 1:
„Wut, Verachtung, Abwertung – Rechtspopulistische und -extremistische
Ansichten in der Mitte der Gesellschaft“ Prof. Dr. Andreas Zick, Universität Bielefeld
Einen Flyer gibt es auch, Achtung pdf

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

„Fraktion vor Ort“, diesmal in Aachen

„Fraktion vor Ort“ hieß es am 20. und 21. Mai bei der Fraktion Freie Wähler/Piraten des Landschaftsverband Rheinland (LVR). Man informierte sich über die Stadt Aachen und die StädteRegion – und zwar vor Ort.

Rechts: Heinz Schmitz, Geschäftsführer der Fraktion Freie Wähler/Piraten im Landschaftsverband Rheinland.

Im „Postwagen“, rechts: Heinz Schmitz, Geschäftsführer der Fraktion Freie Wähler/Piraten im Landschaftsverband Rheinland, der die Tour organisierte.

Das Projekt „Fraktion vor Ort“  findet einmal im Jahr statt und hat das Ziel, die 18-köpfige Gruppe mit den politischen Gegebenheiten einer dem LVR angehörenden Gebietskörperschaft vertraut zu machen. Dies wiederum dient dazu, dass in den Ausschüssen und im Landschaftsausschuss kenntnisreich argumentiert und schließlich mit fundiertem Hintergrundwissen abgestimmt werden kann.

Kostensparend quartierte sich die Fraktion im 2-Sterne-Hotel Ibis in Aachen ein und traf zunächst im städtischen Centre Charlemagne die Kämmerin der Stadt Aachen, Stadtdirektorin Annekathrin Greling.

Die Kämmerin legte dar, wie es um die Finanzen der Stadt steht. Außerdem wurde erklärt, 1. wie die Stadt mit dem Zuzug von mehr als 4000 Flüchtlingen fertiggeworden ist, 2. dass man einen weiteren Zuzug von Flüchtlingen für möglich hält und 3. wie man diesbezüglich aufgestellt ist. Schließlich ging es um den Zusammenschluss von Stadt Aachen (vormals kreisfreie Stadt) und Kreis Aachen zur StädteRegion und um die Frage, was Sinn und Zweck dieses ungewöhnlichen Zusammenschlusses gewesen sein könnte.

Sodann begab sich die Gruppe ins Haus der StädteRegion Aachen, wo der Dezernent für Schule, Gesundheit, Sicherheit und Ordnung, Gregor Jansen, sowie der persönliche Referent von StädteRegionsrat Helmut Etschenberg, Cyros Clermont, unter anderem darlegten, wie die StädteRegion als Gebietskörperschaft funktioniert. Demnach wurden – nach erheblichen Anfangsschwierigkeiten – verschiedene Ämter zusammengelegt, Aufgaben sowie Personal teilweise umverteilt und Einsparungen erzielt.

Aachen Freie Wähler Piraten

Die LVR-Fraktion Freie Wähler/Piraten beim Mittagessen im „Postwagen“. (Leider passten nicht alle aufs Foto.)

Nach einem späten Mittagsimbiss in der historischen Gaststätte „Postwagen“ am Markt stand der Besuch des Aachener Doms (ein Juwel abendländischer Baukunst) auf dem Programm.

Beim Abendessen im Aachener Brauhaus Degraa traf man schließlich kurz mit Piraten zusammen, die in der alten Kaiserstadt mit drei Vertretern eine Ratsfraktion bilden.

Am nächsten Tag informierte die Gruppe sich in Alsdorf über das Erlebnismuseum „Energeticon“ (eröffnet: Sept. 2014), in dem – wie Geschäftsführer Harald Richter darlegte – „die Philosophie der Energiewende“ erklärt und begreifbar wird. Es ist ein Ort der Energiegeschichte und außerschulischer Lernort. Erzählt wird die Geschichte der Energie im Zusammenhang: Von den erdgeschichtlichen Anfängen, über das fossil-industrielle Zeitalter bis zum beginnenden regenerativ-industruellen Zeitalter.

Alsdorf, Energeticon

Eine Halle des Energeticons, die für Aufführungen von Musik- und Theatergruppen genutzt wird.

Das Energeticon (Rechtsform: gemeinnützige GmbH) befindet sich in den Gebäuden des ehemaligen Steinkohlebergwerks Anna II. Es ist aus einem Gebäudekomplex auf einer Industriebrache entstanden und zu 50 Prozent im Besitz des LVR. Es wird vom LVR mit 100.000 Euro pro Jahr finanziert sowie unter anderem mit nur 10.000 Euro von der StädteRegion.

Waschkaue. Hier haben die Bergleute ihre schmutzige Kleidung unter die Decke gehängt.

Waschkaue. Hier haben die Bergleute ihre schmutzige Kleidung unter die Decke gehängt.

Die Fraktion war sich einig, dass diese Einrichtung wegen der Alleinstellungsmerkmale weit über die Grenzen der StädteRegion hinaus bekannt gemacht werden sollte und dazu mehr Werbung und ein deutschlandweites Marketing bekommen muss.

Zum Weiterlesen, Grube Anna.

Hinweis: Das Energeticon hat noch keinen Eintrag bei Wikipedia. Den sollte dringend mal jemand beginnen. Die Bedeutung der Einrichtung wird derzeit noch weitgehend unterschätzt.

Technikfreaks kommen im Alsdorfer Energeticon auf ihre Kosten. Hauptsächlich geht es in der Anlage allerdings um die Frage, wie Menschen eigentlich immer nur aus der Sonne Energie gewinnen. Denn auch in der Braunkohle und in der Steinkohle befindet sich gespeicherte Sonnenenergie.

Technikfreaks kommen im Alsdorfer Energeticon auf ihre Kosten. Inhaltlich geht es in der Anlage allerdings um die Tatsache, dass Menschen eigentlich immer nur aus der Sonne Energie gewonnen haben und gewinnen. Denn auch in der Braunkohle und in der Steinkohle befindet sich letztlich nichts als  gespeicherte Sonnenenergie.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Sandkaulpark und Sportpark Soers werden geplant

Die Kommunalpolitik ist zum Erliegen gekommen, könnte man meinen, denn es findet in der kommenden Woche nur eine einzige Ausschuss-Sitzung statt (s. unten). Aber der Eindruck täuscht.

Was ist zu tun von seiten der Politik, wenn tatsächlich beim Bau der umstrittenen belgischen Schrottreaktoren in Tihange und Doel auch noch der falsche Stahl verbaut worden ist? Das will jetzt jedenfalls allen Ernstes die französische Atomaufsichtsbehörde ANS herausgefunden haben. Die Belgier forderten bei der Firma Areva Informationen an und schickten ihre jugendliche Pressetante vor, die verspricht, es werde alles geprüft.

http://www.rp-online.de/nrw/panorama/doel-und-tihange-fehlerhafte-bauteile-in-kernkraftwerken-aid-1.5981211

*

Da ist es doch gut, dass NRW zufällig gerade dabei ist, 124 Millionen Euro zusätzlich für den Katastrophenschutz auszugeben. Das Innenministerium (Minister Ralf Jäger, SPD) und die kommunalen Spitzenverbände haben sich darauf geeinigt. Bis 2022 soll das Geld ausgegeben werden. Über 100 neue Löschzüge sollen davon unter anderem gekauft werden. Mit deren Hilfe soll es gelingen, Verletzte zu dekontaminieren. Na, da können wir doch beruhigt sein.

*

Stadt und Region haben den Schritt zur Umwandlung in eine Digitalregion längst verpasst. Eine zweite Chance könnte es eventuell geben, weil das Land einen Wettbewerb ausgeschrieben hat für alle in NRW, die „Regionales Zentrum für die digitale Wirtschaft“ werden wollen. Für Sieger im Wettbewerb gäbe es Millionen an Zuschüssen. RWTH, IHK, Städteregion und Stadt sowie andere müssten zur Teilnahme an dem Wettbewerb anderthalb Millionen aufbringen. Das wird versucht, wird aber nicht klappen, denke ich, die Städteregion hatte z. B. zunächst nur 15.000 Euro bereitstellen wollen. Ob es bei der relativ kleinen Summe bleibt, müssen wir abwarten. Ich denke aber, dass ja. So wird wohl die zweite Chance auch wieder verpasst.

*

Die Bewohner des Frankenberger Viertels tun sich schwer damit, sich an das neue Anwohnerparken zu gewöhnen. Fast jeder hat daran etwas auszusetzen. Und: Sind im Frankenberger Viertel deutlich zu viele Parkscheinautomaten aufgestellt worden? In dem Viertel gibt es für Verwaltung und Politik noch jede Menge Handlungsbedarf.

*

Derweil hat ein Grüner Ratsherr am Krugenofen ein Tempo-30-Schild aufgestellt, ganz eigenmächtig. Verwaltung und Politik sind außer sich vor Entsetzen. Ich find’s natürlich eine gelungene bürgernahe Aktion, denn Tempo 30 wäre für den Krugenofen ideal, die Erlaubnis dafür vom Land NRW lässt aber schon scheußlich lange auf sich warten. Hallo in Düsseldorf, schlaft ihr?

Jetzt noch zwei Meldungen zu Bürgerinformationen, die ich für wichtig halte.

1. Das neue Hotel an der Sandkaulstraße ist fertig. Jetzt wird der

Das neue Hotel an der Sandkaulstraße ist fertig. Jetzt wird mit Bürgerbeteiligung über die Gestaltung des Sandkaulparks nachgedacht. Foto: Archiv

Das Hotel an der Sandkaulstraße ist fertig. Jetzt wird mit Bürgern über die Planung eines Sandkaulparks nachgedacht.             Foto: Archiv

angrenzende kleine Park angelegt. Leute aus der Stadtverwaltung stellen zusammen mit dem Investor des Hotelbaus die Entwürfe zur Umgestaltung und Aufwertung der Grünanlage mit Spielplatz vor. Am Dienstag, 24. Mai, um 17 Uhr in der vierten Gesamtschule könnt ihr sagen, was euch daran gefällt und was ihr daran auszusetzen habt. Die Schule ist erreichbar über den Parkplatz an der Rochusstraße.

2. Offenbar ist schon entschieden, dass Aachen einen Sportpark Soers bekommen wird. Das wusste ich nicht. (Update: gemeint sind Tivoli und das ALRV-Reitstadion, die gibt es natürlich schon lange. Auch eine Bushaltestelle „Sportpark Soers“gibt es bereits. Aber unter einem Sportpark stell ich mir etwas mehr vor.) „Wie kann der Sportpark Soers in Zukunft, wenn das Polizeipräsidium umgezogen ist, weiter entwickelt werden? Welchen Flächenbedarf haben die Sportvereine, sind Kooperationen vorstellbar, gibt es weitere Nutzungsmöglichkeiten für das Stadion?“
Diese Fragen sind mit den Bürgerinnen und Bürgern alle schon besprochen worden. Das Plangebiet der Rahmenplanung erstreckt sich zwischen Soerser Weg, Baugebiet Alter Tivoli, entlang der Straße bis zum Strangenhäuschen. Infos unter www.aachen.de/sportparksoers

Und jetzt die einzige Sitzung für diese Woche, die ich gefunden habe: Am Dienstag, 24. Mai, (ab 17 Uhr) tagt der Kinder- und Jugendausschuss in einer Sondersitzung im Raum 207/208 im Verwaltungsgebäude Mozartstraße.
Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils steht die wirklich wichtige therapeutische Versorgung in städtischen Kindertageseinrichtungen (für behinderte Kinder), die der Landschaftsverband (LVR) nicht mehr bezahlen will (muss dann die Stadt machen und kostet 500.000 Euro).

Außerdem geht es in der Sondersitzung um einen Erfahrungsbericht zur Randzeitenbetreuung in der AWO-Kita Kalverbenden. Ein weiteres Thema der Sitzung wird ein mündlicher Bericht über die Arbeit des Teams „Streetwork“ in der Stadt Aachen sein.

Nachzulesen ist alles hier: http://ratsinfo.aachen.de/bi/to010.asp?SILFDNR=3588

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar