Ein wenig zugeknöpft, aber sehenswert

Drei Jahre später als Geplant wird bald dieses zur RWTH gehörende Gebäude fertig.

Drei Jahre später als geplant wird bald dieses zur RWTH gehörende Gebäude fertig. Es befindet sich in der Nähe der Turmstraße, quasi neben dem Audimax.

Das ist ja mal ein Hörsaalzentrum!  Es soll eines der größten und modernsten Hörsaalzentren Europas sein und befindet sich in der Aachener Claßenstraße (Nähe Turmstraße, Nähe Audimax). Bald wird es – nach umfangreichen Probeläufen – fertig sein. Drei Jahre später als ursprünglich geplant, aber das liegt an Einsprüchen, die Firmen erhoben, die bei Auftragsvergaben nicht berücksichtig wurden. Auffallend (und ein wenig befremdlich) zur Straßenseite: Das Gebäude hat kaum Fenster.

Über 4000 Studierende der RWTH Aachen sollen dort Platz finden. Rund 45 Millionen Euro aus dem Hochschulmodernisierungsprogramm des Landes NRW investierte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) in den mehrgeschossigen Neubau.

Auf der Homepage des BLB erfährt man, was ich hier übernommen habe:

Von allen Seiten aus sehenswert: der mächtige Neubau. Bin gespannt, wie es sein wird, sich innen aufzuhalten.

Von allen Seiten aus sehenswert: der mächtige Neubau. Bin gespannt, wie es sich anfühlen wird, sich innen aufzuhalten.

1000 bzw. 800 Sitzplätze werden die beiden größten Hörsäle in dem neuen Gebäude an der Schnittstelle zwischen den Campus-Bereichen Mitte und West künftig bieten. Daneben sind 9 weitere Hörsäle, 16 Seminarräume, eine Pausenhalle mit Café sowie Flächen für die Physiksammlung, Lager und Arbeitsbereiche auf rund 14.000 Quadratmeter Fläche gebaut worden. Die Architektur stammt angeblich von dem dänischen Büro „schmidt hammer lassen architects“ aus Aarhus. Dieses Büro hatte 2009 den vom BLB NRW ausgelobten internationalen Realisierungswettbewerb einstimmig gewonnen, so wurde mitgeteilt. (Zu diesem Bericht gibt es einen Kommentar, von einem Leser dieses Blogs. Bitte auch lesen.) 

Ebenfalls in der Claßenstraße, direkt gegenüber von dem imposanten Neubau,  hat ein Sprayer zugeschlagen.

Graffiti in der Claßenstraße.

Graffiti in der Claßenstraße.

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Vom Unwetter keine Spur

Trotz Sturmwarnung: 2016 sind in Aachen weder der Kinderzug noch der Rosenmontagszug vom Winde verweht oder abgesagt worden. Es waren  – im Gegenteil – zwei sehr schöne, lange und von viel Musik begleitete Züge. Und die Narren blieben nicht zu Hause, sondern wagten sich auf die Straßen und sammelten Süßes – fast so viele wie in den Jahren zuvor auch. Polizei, Feuerwehr und die Hilfsdienste waren massiv vertreten. Die Prügel (in verbaler Form) bekommt jetzt der Wetterdienst ab, denn auf seine Prognose hin sind andernorts Züge abgesagt worden.

Märchenprinz Paul III. und der Aachener Prinz Michael II. sind nicht mal richtig nass geworden. Der Orkan blieb aus, der Regen blieb aus, die Sonne schien sogar ein bisschen, ein paar Böen lassen sich verkraften, es ist nicht zu größeren Unfällen gekommen. Da ist  man in Aachen Schlimmeres gewöhnt.

Märchenprinz Paul III. in der Jakobstraße.

Märchenprinz Paul III. in der Jakobstraße.

Große Gruppen gab es, und viel Farbe auf der Straße.

Große Gruppen gab es und viel Farbe auf der Straße.

Mäuse, die bis zur Halskrause im Käse stecken.

Mäuse, die bis zur Halskrause im Käse stecken.

Rhönräder im Kinderzug - eine Attraktion

Rhönräder im Kinderzug – eine Attraktion mit Engeln und Teufeln.

Die Polizei war beim Kinderzug zwar dabei, aber wenig auffallend. Wegen der grauenhaften Ereignisse zu Silvester in Köln und anderswo gab es an Rosenmontag in Aachen ein wirklich massives Polizeiaufgebot. Auffallend viele ganz junge Polizisten und Polizistinnen waren dabei. Man hatte sich ganz offensichtlich mit Kräften von Polizeischulen verstärkt.

Und wie heute (Veilchendienstag) glaubhaft vermeldet wird, kam es nur zu den „üblichen“ Übergriffen auf Frauen und Mädchen. Hier wie jedes Jahr einige Fotos von Rosenmontag:

Die Leute in den Wagen schuften ganz schön, leeren einen Karton nach dem anderen.

Die Leute in den Wagen schuften ganz schön, leeren einen Karton nach dem anderen.

Wochenlang an den Wagen arbeiten und dann wegen Wetter alles absagen? Das kam für die Aachener nicht infrage.

Wochenlang an den Wagen arbeiten und dann wegen Wetter alles absagen? Das kam für die Aachener nicht infrage.

Es gibt Gruppen, die gehen gleich zweimal mit: beim Kinderzug und beim Rosenmontagszug.

Es gibt Gruppen, die gehen gleich zweimal mit: beim Kinderzug und beim Rosenmontagszug.

Am Rosenmontag nicht zu übersehen: die starke Polizeipräsenz.

Am Rosenmontag nicht zu übersehen: die starke Polizeipräsenz.

 

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Oh, wie bist du schön . . .

bäume hubertusplatz Aachen

Wohl dem, der – sommers wie winters – gelegentlich in Baumkronen blicken kann. Und trotzdem all die Vorteile städtischen Lebens genießen darf – mit einem feinen kulturellen Angebot, mit Hochschulen, Museen, Theatern und altehrwürdigen Gebäuden in gutem Zustand. (Bäume: Hubertusplatz)

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In der Aachener Stromgasse stand vor Jahren noch der „Jakobshof“, eine Traditionsgaststätte mit guten Möglichkeiten für Konzerte und Kleinkunst.  Die Jakobstraße und die Kirche St. Jakob gibt es noch, allein der Jakobshof musste fallen. Warum eigentlich, wenn hier doch sowieso nicht gebaut wird?

ärztehaus Aachen

Ein echter Eyecatcher am Boxgraben in Aachen: das Ärztehaus. Man erkennt am Gebäude die „Handschrift“ vom Architektenbüro Kadawittfeld, das in Aachen ganz auffallend oft zum Zuge kommt und bauen darf.

Über 50 Designstudenten haben wieder zwei Tage lang ihre Diplomarbeiten präsentiert – auf drei Etagen im Gebäude Boxgraben 100. Von der faltbaren Unterkunft für Flüchtlinge bis design Aachenzur App für Menschen mit Depressionen war das Spektrum erneut sehr breit. So viel schön Gestaltetes sieht man sonst selten, also ich nie. Von den Visitenkarten bis zur Koje ist alles sehr stylish. Etwas aus dem Rahmen fielen die Steckdosen und Lichtschalter (s. Foto) von Tobias Wright, gemacht für Menschen, die es gern klicken hören, wenn sie das Licht einschalten und die überhaupt dazu gern noch einen analogen Schalter bedienen. . .  Klappstühle, eine Backform der außergewöhnlichen Art, viel zum Thema Gesundheit und kochen, ein wunderbarer kleiner Sekretär namens „Berta“  und viel Virtuelles gab es zu sehen. Mehr hier.

 

 

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Neue Bäume, neue Unterstände und ein einsamer Pirat im Karneval

bäume, Aachen, Rotdorn

Das Spiel nennt sich „Bäumchen, Bäumchen, wechsle dich“. Statt des Rotdorns sehen wir jetzt am Dom dieses Teil mit noch spindeldürrem Stamm.

Drei Rotdornbäume am Dom wurden gefällt, kurze Stümpfe ragten bis gestern noch in die Luft. Kaum wurde daraufhin eine spektakuläre Aktion mit Trauerkundgebung, schwarzem Flor und Beerdigungskranz geplant, da sind auch schon die Stümpfe weg und ein einsames neues Bäumchen ist gepflanzt. Trotzdem bleibt die Frage (und der wird auch nachgegangen): Ist geplant, alle Rotdorne in Aachen zu fällen und durch andere Bäume zu ersetzen? Macht es Sinn, gegenüber der Stadtverwaltung auf Pflanzung eines Rotdorns an der Stelle zu bestehen, an der auch mal ein Rotdorn stand? Ich meine: ja.

*

Hermann Josef Pilgram (r.)

Originell: Hermann Josef Pilgram (r.)

Die Party war wirklich nett und ist ein Tipp für nächstes Jahr: Die närrische Ratssitzung im Krönungssaal (Eintritt frei, jeder darf mitfeiern). Kommunalpolitiker stiegen in die Bütt und nahmen sich selbst und gegenseitig auf den Arm. Fast alle waren kostümiert. Den Vogel abgeschossen hatte der grüne Ratsherr Hermann Josef Pilgram (Foto: s. links) mit seinen überdimensionalen Jod-Pillen. Von den Grünen wurde das Geschwafel über die Jod-Pillen, die im Fall eines Tihange-Atomunfalls helfen sollen, verarscht.

Pirat im Karneval

Mutig: Pirat Thomas Buhr versucht, im Karneval von Aachen den Durchblick zu erlangen.

Oberbürgermeister Marcel Philipp führte gut gelaunt durch den Abend. Der Mann hat wirklich auffallend oft gute Laune. Und ein einsamer Pirat (aktiv im Sportausschuss des Rates) versuchte, sich trotz der allgemeinen Enthemmtheit einen Überblick über das Geschehen zu verschaffen.

*

In ganz Aachen werden zur Zeit alle Buswartehäuschen ausgetauscht. Es sind über 300. Die alten von der Firma Decaux werden rausgerissen, die vom neuen Vertragspartner kommen rein. Und auch die Werbetafeln kommen weg. Die Aktion geht deutlich langsamer voran, als geplant. Deshalb wurde jetzt ein zusätzliches Arbeitsteam beauftragt. Die ersten 60 Unterstände stehen aber bereits, und was ist zu sehen? Die Häuschen haben ein Milchglasdach, es fehlt eine Blende für den Regen und auch sonst ist nicht alles wie angekündigt. Mehr Infos hier (einschließlich Tabelle, wann wo umgetauscht und neu errichtet wird).

Achtung Richtigstellung: Um den Busunterstand am Elisenbrunnen muss man sich keine Sorgen machen, die „Frittezang“ – vom New Yorker Stararchitekt Eisenman entworfen – gehört der Stadt Aachen, wie mir Piraten versichert haben. Sie ist von den Umbaumaßnahmen nicht betroffen.

Zumindest in der Maltesterstraße muss man jetzt nicht mehr im Regen stehen. Dass die Unterstände etwas anders sind als zunächst mitgeteilt wurde, ist da auch schon egal.

Zumindest in der Malteserstraße muss man jetzt nicht mehr im Regen stehen. Dass die Unterstände etwas anders aussehen als zunächst mitgeteilt wurde, ist da auch schon egal.

 

 

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Kettensägen bleiben vorerst im Schrank

Plant der Aachener Stadtbetrieb eine General-Attacke auf die Rotdornbäume in der Innenstadt? Es sieht so aus. – Glücklicherweise hat jetzt Oberbürgermeister Marcel Philipp sich eingemischt und vorerst den Großeinsatz der Kettensägen gestoppt.

Schon seit Sommer 2014 ist bekannt, dass der Stadtbetrieb Aachen irgendwie das Ziel verfolgt, irgendwann alle Rotdorne in der Nizzaallee durch eine neue Baumart, nämlich den weißblühenden Apfeldorn, auszutauschen. Der Grund: Rotdorne seien zu teuer in der Pflege.

In Dom-Nähe gefällter Rotdornbaum.

In Dom-Nähe gefällter Rotdornbaum.

Mitglieder der „Lousberg Gesellschaft“ boten an, durch Werbung bei den Anwohnern der Nizzaallee Patenschaften zu initiieren, um die Anschaffung neuer Bäume und die Pflege des gesamten Baumbestandes zu unterstützen und somit den Stadtbetrieb bei den Kosten für den Unterhalt der Allee zu entlasten. Ohne Ergebnis.

Nur durch einen Zufall hat kürzlich die „Lousberg Gesellschaft“ erfahren, dass in der Nizzaallee noch vor dem 1. März 2016 etwa 30 und in den kommenden Jahren mehrere Dutzend Rotdorne gefällt werden sollen. Schnell wurde reagiert und die Anwohner wurden mittels Flyer informiert. Die Presse berichtete ausführlich.

Die Frage ist: Ist tatsächlich geplant, alle Rotdornbäume aus dem Stadtbild zu entfernen?

Mit folgenden Zeilen wandte sich jetzt ein Mitglied der „Lousberg Gesellschaft“ an den Oberbürgermeister (Hervorhebung von mir):

„Wir hören, dass inzwischen drei Rotdornbäume auf dem Münsterplatz abgesägt wurden und ein weiterer in der Giselastraße. Damit wird die Angelegenheit zu einem Thema der gesamten Stadt. Unseres Wissens haben wir an mindestens zehn Standorten im Stadtgebiet Rotdornbäume an Straßenrändern. Überall hängt das Herz der Menschen an diesen Bäumen. Eine solche Entscheidung kann eigentlich nur durch die gewählten Gremien der Stadt getroffen werden.“

Auf die Antwort darf man gespannt sein. Zur Info: Rotdorn wird in anderen Städten sehr gern angepflanzt. Ein Beispiel ist Dresden

Und: Wie wäre es, wenn sich Aachen mal ein Straßenbaumkonzept zulegen würde?

2016 Stellungnahme LG Rotdornbäume

 

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Gemein: Drei Bäume gefällt

Drei Bäumchen direkt neben dem Dom sehen jetzt so aus: elend und traurig.

Drei Bäumchen direkt neben dem Dom sehen jetzt so aus: elend und traurig.

Nichts Böses ahnend kommst du an der „Rose“ vorbei, gehst in Richtung Münsterplatz, und dann siehst du es: Hier fehlen drei Bäume. Direkt am Dom standen sie, hübsch anzusehen, rund um den kitschigen Spatzenbrunnen, den sie im Frühling und Sommer gnädig ein bisschen verdeckten. Drei Bäumchen, kein bisschen krank oder morsch, soweit ich sehen konnte. Jedes mit einer Baumscheibe, sogar.

Warum wurden sie abgehackt? Die Aachener Grünen unterstützen eine Kampagne, die angeblich 2012 vom Rat mal einstimmig beschlossen wurde. Bis 2030 sollen genau 10.000 Bäume in Aachen gepflanzt werden. Ist geplant, zuvor 10.000 Bäume abzuhacken oder wie?

Mit unserer Aktion „Hier fehlt ein Baum“ sammeln wir Orte, an denen nach unserer und eurer Meinung neue Bäume gepflanzt werden könnten. Sei es am Straßenrand, auf öffentlichen Plätzen oder auf Grünflächen: Mach ein Foto und schicke es zusammen mit einem Hinweis auf den Ort an uns . . .

Die Grünen im Internet. Und:

Man kann auch unter Telefon 432 / 3615 Vorschläge für Baumstandorte an die Verwaltung durchgeben.

24, 30 oder sogar 100 Bäume sollten in der Nizzaallee gefällt werden. Und zwar noch im Februar diesen Jahres, weil das wegen des ab 1. März bestehenden Schutzes der Vögel nicht mehr möglich wäre. Doch endlich: Zum ersten Mal, soweit ich weiß, haben sich Bürgerinnen und Bürger gegen eine Baumfäll-Aktion gewehrt und prompt einen Aufschub erreicht.

Am Lousberg hat es die Verwaltung mit Fachleuten zu tun. Die geplante Umwandlung vom roten Rotdorn (der entfernt werden soll) zum weißen Apfeldorn (der angeblich neu gepflanzt werden soll) würde das Straßenbild verändern. Das wollen in der Nizzaallee Wohnende nicht akzeptieren.

Auch der Wechsel von drei Bäumen auf einem Platz mit Spatzenbrunnen zu gar keinen Bäumen auf dem Platz verändert das Straßenbild. Eigentlich noch viel mehr als der Wechsel von Rot zu Weiß. Gut, die Verwaltung muss sparen und möchte vermutlich von pflege- und kostenintensiven Bäumen auf Gewächse umsteigen, die gar keine oder nur sehr wenig Pflege brauchen. Kann man machen.

Man kann aber auch Patenschaften für Bäume ins Leben rufen und mal fragen, ob die Anwohner die Pflege (mitsamt Kosten) nicht selbst übernehmen wollen. Da stehen nach meiner Einschätzung die Chancen nicht schlecht.

Drei Rest-Bäume, drei Baumscheiben und ein Spatzenbrunnen im strömenden Regen und orkanartigen Wind fotografiert.

Das ist ja mal ne Platzgestaltung: Drei Rest-Bäume, drei Baumscheiben, ein Müllbehälter und ein Spatzenbrunnen (im strömenden Regen und bei orkanartigem Wind fotografiert).

update (03. 02., 9 Uhr): Dieser Text wurde bis heute von 1435 Personen angeklickt. Wer das ist, und ob die alle ihn auch gelesen haben, weiß ich nicht, und das ist auch gut so.  Ich lese aber aus der Zahl ab, dass überraschenderweise  am Zustand der Bäume in Aachen ein gewisses Interesse besteht.

Deshalb sei hier auch erwähnt, dass mir via Facebook mitgeteilt wurde: „Zwei Bäume waren abgestorben einer krank. Diese könnten also nicht stehen bleiben. Es kommen dort wieder drei neue, vitale Bäume hin.“

Die Auskunft ist seriös, ihr könnt das unter meinem Account bei Facebook nachlesen, wobei ich weiß, dass viele von euch Facebook meiden wie die Pest,  und da gibt es auch gute Gründe für.

Ich hatte mir die Stümpfe der Bäume genau angeschaut und nur gutes Holz gesehen. Aber ich bin keine Expertin, ich wundere mich nur: Wenn man das Fällen von Bäumen beklagt, kommt unglaublich oft der Hinweis, die Bäume seien krank. Kann das sein, dass in Aachen das Baumsterben viel schlimmer ist als in anderen Gegenden Deutschlands? Liegt das an der schlechten Luft von Bad Aachen? Oder werden so viele neue Bäume gekauft, weil eventuell  die ein oder andere Baumschule am Leben erhalten werden muss?

Es wird weiter berichtet. 🙂

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„Nicht jeder Clown gehört zum Karneval“

Hat sich durch Unmenschlichkeit hervorgetan und wird in Aachen für "Menschlichkeit im Amt" mit dem "Orden wider den tierischen Ernst" ausgezeichnet: Markus Söder (CSU).

Hat sich durch Unmenschlichkeit hervorgetan und wird in Aachen für „Menschlichkeit im Amt“ mit dem „Orden wider den tierischen Ernst“ ausgezeichnet: Markus Söder (CSU).

Eine muntere Truppe machte sich gestern (23. 01.) auf, lief quer durch Aachen zum Eurogress. Alles Leute, die meinen, CSU-Scharfmacher Markus Söder hätte so einiges verdient, nur nicht den „Orden wider den tierischen Ernst“ für Humor und Menschlichkeit im Amt. Motto des Zuges: „Oecher Jeisterzoch für Menschlichkeit und Humor in jeder Lebenslage“.

Es war eine lustige Demo, viele hatten sich verkleidet, und es gab Karnevalssongs als musikalische Begleitung. Vom Autonomen Zentrum am Bahnhof ging es zum WDR, dann am Elisenbrunnen vorbei über den Hansemann Platz bis zum Eurogress. Immer in Begleitung von unübersichtlich vielen Polizisten (zu Fuß) und Polizeiautos.

"Nicht jeder Clown gehört zum Karneval" meinten rund 100 Anti-Söder-Demonstranten.

„Nicht jeder Clown gehört zum Karneval“ meinten rund 100 teils verkleidete Anti-Söder-Demonstranten (Teilansicht).

Knapp 100 Leute, darunter auch ein Ratsherr der Piratenpartei, bildeten Aachens ersten Geisterzug. Witzige und ernsthafte Slogans wurden skandiert. Und man nannte die Namen derjenigen, die zwar eingeladen waren, aber an der Verleihung nicht teilnehmen wollten: Cem Özdemir und Laudator Anton Hofreiter (Grüne), Sarah Wagenknecht (Die Linke), Daniela Jansen (SPD) und die 4 Amigos (Karnevals-Combo).

„Zeigen Sie Charakter, verlassen Sie den Saal, wenn Markus Söder die Bühne betritt“.

Aufforderung an die in das Eurogress strömenden Freunde des Söderschen Humors.

Wer noch nie bei einer AKV-Ordensverleihung dabei war: Es ist eine an Ödnis und Langeweile, Peinlichkeiten, Geschmacklosigkeiten und Dummheit nicht zu überbietende Veranstaltung, die weitgehend ihr mit euren Rundfunkgebühren bezahlt. Sie wird im Fernsehen übertragen. Ansehen! (Montag, 25. 01. um 20.15 Uhr, ARD)

Der AKV – von jeglichem Anstand verlassen – konnte keinen unpassenderen Preisträger finden. Scharfmacher Söder und Menschlichkeit??? Mehr Gegensatz

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war nie. Da kann man den Orden auch gleich an Frauke Petry oder an einen ihrer Spießgesellen von der AfD verleihen. Wie man diesen elenden Bayer ohne Not nach Aachen einladen kann. . . es ist nicht zu begreifen. Aber auf Preisträger aus Bayern ist der AKV ja abonniert. Facepalm ohne Ende.

Wer nur ein wenig Fingerspitzengefühl hat, der merkt sogleich, dass da etwas übelst Unpassendes geplant wurde. Schon bei anderen „Ordensrittern“ hatte ich erschreckt gedacht: Oweia, jetzt ist es soweit. Weite Teile der Bevölkerung machen sich am Abend der Verleihung auf zum Eurogress, um unter Protestgeschrei den Abbruch der Veranstaltung zu erzwingen.

Aber es ging dann immer noch mal gut. Bis die Wahl auf Söder fiel. Und nächstes Jahr bekommt Erika Steinbach den Orden.

Rechts die Demonstranten. Hinten: das Eurogreis

Rechts die Demonstranten. Hinten: der Eingang vom Eurogress.

 

Klickt euch bitte in die von dieser Webseite wegführenden Berichte, damit ihr euren Blickwinkel weitet:

Link zum Veranstalter, hier: http://gutesleben.blogsport.de

Das hat die Rheinische Post geschrieben.

Das hat die örtliche Zeitung (am 25. 01.) gebracht.

 

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Alles rosig in der Notunterkunft

Knapp 300 Personen kamen zur Info-Veranstaltung. Viele äußerten Befürchtungen und erhielten Antworten auf ihre vielen Fragen.

Knapp 300 Personen kamen zur Info-Veranstaltung. Viele äußerten Befürchtungen und erhielten Antworten auf ihre vielen Fragen.

„Das macht mir Sorgen!“ Und: „Wieviel Sicherheitspersonal wird eingesetzt?“ und „Womit wollen Sie die Flüchtlinge beschäftigen?“

Knapp 300 Aachener hatten am Donnerstag dieser Woche viele Fragen, als die Kölner Bezirksregierung ins Audimax zur Info-Veranstaltung geladen hatte. Es ging um das Gelände am Westbahnhof, wo nach Karneval – Zug um Zug – bis zu 1000 Flüchtlinge untergebracht werden sollen.

Der stellvertretende Regierungspräsident Wilhelm Steitz und Aachens zuständiger Sozialdezernent Dr. Manfred Sicking sollten reden. Beide erschienen nicht zu der Veranstaltung.
Wohl aber andere Vertreter der Stadt Aachen, der Polizei und des Deutschen Roten Kreuz (DRK). Die Diskussion gestaltete sich im Wesentlichen so: Die Bürgerinnen und Bürger – deutlich noch unter dem Eindruck der Ereignisse in Köln – äußerten sachlich ihre Befürchtungen. Und die Offiziellen unternahmen es, zu beschwichtigen und Vorfälle in Aachen, von denen einige Fragesteller wussten herunterzuspielen.

Tatsächlich gibt es wohl in einer Notunterkunft nicht mehr und nicht weniger Anlässe für Polizeieinsätze, als in anderen Stadtvierteln. Nur schaut mancher bei Flüchtlingen besonders intensiv hin. Und was ansonsten übersehen oder schnell wieder vergessen wird, fällt bei Flüchtlingen gewaltig ins Auge. Derartige Effekte erläuterte sachkundig ein Kripobeamter. Ihm wurde applaudiert.

Das Bagatellisieren gelang. Die Menschen ließen sich lang und breit erklären, wie friedlich es doch für gewöhnlich in einer Notunterkunft zugeht, was alles für die Sicherheit der Flüchtlinge und für die der Nachbarschaft unternommen wird, wie viel Personal da rund um die Uhr im Einsatz ist und wie die Kinder betreut werden. Auch die medizinische Versorgung sei top, hieß es. Und den Öcher Bend werde eine Hundertschaft bewachen.
Selbst auf bohrende Fragen gab es gut gemeinte, beschwichtigende Antworten. Tenor: Vor uns stehen Menschen, die dringend Hilfe brauchen und denen helfen wir jetzt.

Die Veranstaltung war geprägt von Sachlichkeit. Beruhigend: Weil Aachen am Westbahnhof 1000 Menschen (in drei Zeltbauten) wohnen lässt, werden danach monatelang keine weiteren Flüchtlinge mehr in die Stadt kommen. Die 1000 und alles, was sie brauchen (Unterkunft, Essen, Betreuung, Bewachung) wird komplett aus der Kasse des Landes NRW bezahlt, Aachen bleibt finanziell außen vor.

Nur sechs oder acht Wochen, nicht länger, bleiben die Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien und dem Irak am Westbahnhof. Danach werden sie auf ganz NRW verteilt. 250 Aachener, die zuvor keine Arbeit hatten, wurden übrigens zur Versorgung der Flüchtlinge schon eingestellt, vorzugsweise Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen, die nebenbei auch übersetzen können.

Ein Jahr wird es am Westbahnhof die Notunterkunft geben, „was danach geschieht, wissen wir nicht“. Was die Gruppe der jungen Männer von 18 bis 30 betrifft, so riet eine junge Frau, ihre Erfahrungen in Griechenland hätten sie gelehrt, das SPORT die Lösung des Problems sei. Möglicherweise könnten die Flüchtlinge ja in den benachbarten Hochschulsport eingebunden werden. Um das seelische Wohl der Menschen werden sich  Vertreter der verschiedenen Religionen kümmern. Das ließ ein Mitarbeiter der Bilal-Moschee wissen.

Nicht wenige Menschen verließen das Audimax deutlich zufriedener, als sie hingekommen waren.

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Schau doch mal rein

 

Das Gebäude der Bundespolizei in Aachen, Eingangsbereich, ist ein Schmuckstück, einen und außen.

Das Gebäude der Bundespolizei in Aachen am Hauptbahnhof, Eingangsbereich, ist ein Schmuckstück, innen und außen.

1000 mal gehe ich an dem Gebäude vorbei, dann kommt der Tag, da muss ich innen was erledigen. Und dann steh ich da und staune.

„Hier ist es aber schön!“, denke ich des öfteren, zuletzt im alten Aseag-Gebäude am Adalbertsteinweg und im relativ neuen Finanzamt von Aachen Stadt und Städteregion an der Krefelder Straße (Tipp für Feinschmecker: die Kantine).

Treppenhaus mit Glasbausteinen und passendem Geländer in einem Gebäude der Stadtverwaltung in Aachen. 50er-Jahre in Vollendung erhalten

Treppenhaus mit Glasbausteinen und passendem Geländer in einem Gebäude der Stadtverwaltung in Aachen. 50er-Jahre in Vollendung erhalten.

So stand ich auch vor einiger Zeit im Alten Hauptzollamt am Bahnhof in Aachen, in dem schon seit mindestens zwei Jahren die Bundespolizei ansässig ist. Ideal, könnte man sagen, ist doch die Überwachung von Bahnverkehr und Bahnhof eine der wichtigen Aufgaben der Bundespolizei. Ich musste dort rein, weil einige Flüchtlings-Paten über die Arbeit der Bundespolizei mit minderjährigen Flüchtlingen informiert werden wollten. Die rührigen Damen vom SkM hatten das Treffen arrangiert.

Das alte Hauptzollamt ist für sieben Millionen Euro innen und außen ganz wunderbar umgebaut worden. Der Polizei steht dort modernste Technik zur Verfügung, aber sehenswert sind auch die Räume und Flure und das Treppenhaus. Im Eingangsbereich habe ich beim Reinkommen flott ein paar Fotos gemacht, später nicht mehr, wegen des interessanten Vortrags habe ich mal wieder das Fotografieren vergessen.

Das ganze Bauwerk ist denkmalgeschützt, die Fenster sind aus Panzerglas. Wer etwas über den Baumeister Andreas Hansen (1788-1875) erfahren will, lese hier. Ich habe immer öfter den Eindruck, dass es bei den Verwaltungen sehr schön gestaltete Arbeitsplätze gibt. Nicht zu vergleichen mit den winzigen Büros mit Blick auf eine Brandmauer, in dem Kolleginnen und Kollegen der Presse jahrelang sitzen.

Mir gefleht die "Kunst am Bau", auch die bizarren Teile in einem Hof des neuen Finanzamt in Aachen sind sehenswert. Das Gebäude gefällt mir ebenfalls sehr. Es ist riesig und wirkt doch luftig, leicht und freundlich. Gar nicht wie ein Finanzamt alten Stils.

Mir gefällt das Projekt „Kunst am Bau“, überhaupt Kunst im öffentlichen Raum, auch die bizarren Teile in einem Innenhof des neuen Finanzamts in Aachen sind sehenswert. Das Gebäude ist riesig und wirkt doch luftig, leicht, transparent und freundlich. Gar nicht wie ein Finanzamt alten Stils.

 

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Sehenswerte Ausstellung über armenische Architektur und den Genozid

Eine Ausstellung in der Volkshochschulen Aachen vermittelt einen Überblick über Verlust und Zerstörung des armenischen Architekturerbes.

Eine sehenswerte Ausstellung in der Volkshochschulen Aachen vermittelt einen Überblick über Verlust und Zerstörung des armenischen Architekturerbes.

Wer interessiert sich schon für das kulturelle Erbe der Armenier in der Türkei? Viele sind das nicht. In diesem Zusammenhang würde mich die Resonanz auf eine Ausstellung interessieren, die derzeit in der Volkshochschule in Aachen zu sehen ist. Armenische Architektur steht dabei im Mittelpunkt.

Die Ausstellung besteht hauptsächlich aus Fotos von Menschen und Bauwerken sowie kurzen Texten. Man kann sich über das vielfältige Leben der Armenier in der Türkei vor 1915 informieren, insbesondere über ihre herausragende Baukunst. Die Armenier bauten Schulen, Kirchen und Klöster, Wohn- und Geschäftshäuser, Cafés und Restaurants und sonstige gewerblich genutzte Räume, bis die Osmanen die Ausrottung dieses christlichen Volkes beschlossen und sich in einem gigantischen Raubzug das Eigentum der armenischen Bevölkerung aneigneten.

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Was geschah mit den imposanten Bauten nach dem Genozid, also nach 1915? Die Ausstellung stellt Fotos mit der Situation von damals den heutigen Aufnahmen gegenüber. Kirchen wurden manchmal niedergerissen, bestenfalls als Moscheen verwendet. Oft wurden und werden sie aber auch als Garagen und sogar als Steinbrüche genutzt für wenig kunstvolle Häuser der Einheimischen.

Viele Gebäude sind zwar schwer beschädigt, aber noch erhalten. Jedoch wird niemals darauf hingewiesen, dass es sich um Gebäude aus armenischem Besitz handelt. Die offizielle Türkei von heute besteht darauf, dass es den Genozid niemals gegeben hat. Zu einem perfekten Genozid gehört ja, dass auch die Erinnerung an das ausgelöschte Volk unmöglich gemacht wird. Und das schafft man, indem man leugnet, dass überhaupt etwas passiert ist.

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Genau den entgegengesetzten Zweck bewirkt die Wanderausstellung mit ihren 22 Tafeln, worüber man sich wirklich freuen kann. Geboten wird ein kleiner Überblick über Verlust und Zerstörung des armenischen Architekturerbes. Es wird eine breite Palette an Beispielen präsentiert.

„1915 – 2015. Armenische Architektur und Genozid“, in der VHS in Aachen, Peterstraße, noch bis 29. Januar.

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Mehr über die Ausstellung hier (pdf): http://www.deutscharmenischegesellschaft.de/wp-content/uploads/2014/12/Handreichung_Ausstellung-Armenische-Architektur-und-Genozid-Info-2.pdf

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Update am Samstag, 13. Februar: Die Ausstellung ist am letzten Tag zielgerichtet beschädigt worden. Ein Fall für den Staatsschutz. s. Tageszeitung

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