Stadt Aachen stellt Daten digital zur Verfügung

Aachen hat ein neues Internet-Portal. Eine super Sache, die beim 3. Open Data Day vorgestellt wurde. Aber Vorsicht. Weiterlesen sollten hier nur Menschen, die sich für Transparenz in Politik und Verwaltung interessieren und für die die Möglichkeiten des Internet, sofern sie über Facebook hinausgehen, nicht reines Teufelswerk sind.

Das Presseamt der Stadt hat eigens eine Mitteilung verfasst. Aus dieser wird hier zitiert.

Es wird mitgeteilt, dass die Stadtverwaltung bestimmte Datenbestände im Rahmen der Open Data-Initiative der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Die Adresse des Portals lautet opendata.aachen.de . Es ist  eine Internetseite, auf der Daten aus bislang sieben Bereichen verfügbar sind.  Unter anderem sind Baustellen zu sehen, Denkmalbereiche, der amtliche Stadtplan und das Solarkataster. Das Solarkataster ist eine Karte, die alle Dächer Aachens zeigt, die für Solaranlagen geeignet sind und wo man ausrechnen lassen kann, wie lange die Solaranlage Strom produzieren muss, bis sich die Anschaffung rechnet.

„Es ist eine neue Art der Partizipation“, erklärte Dr. Lothar Barth, Dezernent für Personal und Organisation der Stadt Aachen. „Open Data wird das kommunale Politikverständnis prägen.“ Ins Netz gestellt werden können alle Daten, die keine Rückschlüsse auf bestimmte Personen zulassen.

„Es stellt auch eine neue Art der politischen Kommunikation dar“, so Barth am Donnerstagabend auf dem „3. Open Data Day“, der von der regio it gemeinsam mit der Stadt Aachen in der Nadelfabrik veranstaltet wurde.

Die bereitgestellten Daten können für private und gewerbliche Zwecke frei verwendet und auch weitergegeben und verändert werden, wobei der Urheber bei Nutzung der Aachener Daten genannt werden muss. Sie tragen zu einer besseren Transparenz bei und gelten als Vorstufe für das „Open Government“-Konzept. Personengebundene Daten sind, wie schon angedeutet, von der Bereitstellung ausgeschlossen.

Zahlreiche weitere Städte in Deutschland haben ebenfalls begonnen, Daten öffentlich zur Verfügung zu stellen. Als Vorreiter in Nordrhein-Westfalen gelten die Städte Bonn, Köln und Moers. Vertreter dieser Städte waren in Aachen beim Open Data Day anwesend und berichteten von ihren positiven Erfahrungen.

Weitere Informationen unter

opendata.aachen.de

Ist zwar aus Österreich, aber informiert gut über den großen Komplex Open Government:  https://www.open3.at

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LVR: Und noch ein Dezernat

Moderne Kunst vor dem Gebäude des Landschaftsverbands (LVR) in Köln. Der Landschaftsverband bekommt sein Geld ausschließlich von den Kreisen und kreisfreien Städten und von der Städteregion. Per Umlage.

Moderne Kunst vor dem Gebäude des Landschaftsverband (LVR) in Köln. Der Landschaftsverband bekommt sein Geld von den Kreisen und kreisfreien Städten und von der Städteregion. Per Umlage. Ab sofort leistet er sich nicht acht, sondern neun Dezernate.

Drei Stunden dauerte die erste Sitzung des Landschaftsausschusses in Köln. Und der Vollständigkeit halber möchte ich doch hier einige Punkte erwähnen, die beschlossen worden sind.

Ich war bei der Sitzung als Gast dabei, alle meine Fragen wurden vor Beginn und in einer Pause von unserem Fraktionsgeschäftsführer Schmitz beantwortet. Das war wieder ein Riesen-Vorteil. Solche Sitzungen zu erleben, das ist ja nur ein Gewinn, wenn man zu jeder Minute versteht, was genau gerade passiert.

Um es kurz zu machen: Es ging phasenweise drunter und drüber. Die über-, über-, übermächtige Große Koalition (CDU/SPD) setzte letztlich alles durch, was sie auf dem Zettel hatte. Aber die Opposition schlug sich auch hervorragend. Grüne, Linke, FDP, Freie Wähler/Piraten hielten zusammen wie man es sich schöner nicht wünschen kann. Kurzfristig sah es sogar so aus, als hätte die Opposition einen Coup gelandet. Es war spannend, ist aber hier zu kompliziert, um es auseinander zu dröseln. Es wurde nur eines klar: Soooooo

Blick in den Flur vor dem Sitzungssaal.

Blick in den Flur vor dem Sitzungssaal.

leicht wird die Groko es mit der Opposition nicht haben. Die kleinen Parteien zeigten Kampfeswillen und Raffinesse. Das wird noch lustig. Dabei hatte ich zuvor schon gedacht: „Na ja, bei der Übermacht kann man ja sowieso nichts machen.“ Seufz. Gähn. War aber ein Irrtum.

Von wegen sparen: Die Struktur der Dezernate des Landschaftsverbands (LVR) wird neu geordnet. Das hat schon für viel Unruhe unter den Mitarbeitern gesorgt. Gegen die Neuordnung stimmte die Opposition. Die wollte lediglich, dass die ungleichen Dezernate ein wenig gerechter zugeschnitten werden. Ein Dezernat hat nur einen Umfang von 60 Millionen Euro, ein anderes ist dick und fett und umfasst 2,3 Milliarden.

Die LVR-Pressestelle schreibt: „Ein zentraler Aspekt  der Neustrukturierung ist es, dass das LVR-Integrationsamt sowie die Kriegsopferversorgung und das soziale Entschädigungsrecht zukünftig mit den Bereichen des bisherigen LVR-Schuldezernats eine neue Organisationseinheit mit dem Namen LVR-Dezernat Schulen und Integration bilden sollen. Energetische Fragen und solche des Umweltschutzes sowie der Gebäudeservice sollen im neu zu schaffenden LVR-Dezernat Umwelt, Energie und Gebäudeservice angesiedelt sein.“

Kurz gesagt: Drei Chefstellen werden neu ausgeschrieben. Ein Dezernat wird gänzlich neu und zusätzlich eingerichtet. Und da die CDU in der Groko der stärkere Teil ist, kann man sich leicht ausmalen, welche mindestens zwei Dezernate mit welchen Parteimitgliedern besetzt werden.

Zum Aufmacher-Bild ist noch folgendes wichtig (danke Bernd Groten): Das Denkmal “ Grauer Bus “ vor der LVR in Köln Deutz hat Geschichte!

http://www.denkmalplatz.de/grauer-bus-denkmal-in-deutz/

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Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge II

Wer ehrenamtlicher Pate eines jugendlichen Flüchtlings sein will, wie sie zur zeit in großer zahl in Aachen ankommen, der wird geschult. Es gibt einiges zu lesen.

Wer ehrenamtlicher Pate eines jugendlichen Flüchtlings, wie sie zur Zeit in großer Zahl in Aachen ankommen, werden will, der wird geschult. Es gibt einiges zu lesen und zu lernen.

„Paten für junge Flüchtlinge gesucht“ hieß es an dieser Stelle am 27. August. Paten-Kandidaten meldeten sich, wie berichtet, in großer Zahl beim SKM in der Heinrichsallee in Aachen. Sie wurden in drei Gruppen aufgeteilt und haben nun eine erste Infoveranstaltung erlebt.

Die Sozialpädagoginnen vom SKM lassen die Paten nämlich nicht völlig unvorbereitet mit den jungen Erwachsenen allein. Die Aachener wurden informiert über die Herkunftsländer der Flüchtlinge und über die Fluchtwege. Außerdem über die verschiedenen bürokratischen Prüf-Prozesse, die die Flüchtlinge durchlaufen müssen.

Jeder künftige Pate muss ein erweitertes Führungszeugnis beibringen und noch an drei weiteren Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen. Außerdem wurde ein Paten-Stammtisch eingerichtet, wegen der Gemütlichkeit und dem allgemeinen Austausch von Erfahrungen. Man kann wirklich sagen, dass das Projekt vom SKM ziemlich gut durchorganisiert ist. Bis hin zu Versicherungsfragen ist alles geregelt. Der SKM ist übrigens ein Sozialdienst der katholischen Kirche.

Wird aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds kofinanziert: Das Patenprojekt für junge Flüchtlinge.

Wird aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds kofinanziert: Das Patenprojekt für junge Flüchtlinge.

Bei einer Schulung war sogar eine Patin mit ihren „Patenkind“ dabei, die von ihren langjährigen regelmäßigen Kontakten berichteten. Die beiden haben sich kennengelernt, als von dem Paten-Projekt noch nicht die Rede war. Die Dame hat dem Jungen geholfen, der hat längst eine eigene Wohnung und  macht eine Ausbildung. Neulich habe er sich einmal die Stadt Brüssel ansehen wollen, erzählte der Junge. Mit Patin sei das möglich gewesen.
Unter anderem steht bei der Schulung der Paten ein „Interkulturelles Training“ auf dem Programm.  Und weil die Jugendlichen, alles Jungen, auf ihrer Flucht schreckliche Dinge erlebt haben, wird auch über Themen gesprochen, die man als Pate besser nicht ansprechen sollte. Einzelheiten zur Familie oder zur Flucht etwa, die den Flüchtlingen ohnehin Albträume verschaffen und die sie gern mal ein paar Stunden vergessen möchten.

Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass alle Flüchtlinge Hilfe bekommen möchten beim Einleben in die hiesige Kultur. Sie müssen außerdem allein eine Wohnung oder ein Zimmer finden und sich Möbel und einen Haushalt organisieren. Da tut Hilfe not.

Alle jungen Flüchtlinge, die in Aachen ankommen, so wurde mitgeteilt, werden medizinisch untersucht, manche sind krank. Eine Flucht ist eben keine Reise, sondern eine Flucht, die manchmal bis zu 2 Jahre lang dauerte und den Körper schindet, mehr als ihm zuträglich ist. Die Jugendlichen werden aufgegriffen und müssen, bevor sie an Paten vermittelt werden, gesund werden. Auch haben sie vor der Vermittlung schon eine Weile Deutsch gelernt, damit überhaupt ein Gespräch zustandekommen kann. Viele sind aber noch nicht mal ein Jahr lang in Deutschland und bekommen schon einen Paten.

Schließlich wird dem Paten von drei Flüchtlingen erzählt, von denen er sich einen aussuchen kann. Und zuletzt wird das persönliche Kennenlernen organisiert, wo am Anfang die SKM-Sozialarbeiterin noch dabei ist, später aber nicht mehr.

(wird fortgesetzt)

Den 1. Bericht zu dem Thema (Folge I) findet ihr hier. Und wer Folge III lesen will: hier klicken

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Verwaltung auf den ersten Blick: gigantisch

Hier verwaltet der Landschaftsverband in prominentester Lage die Kliniken und Schulen usw, die sich sowieso auch selbst verwalten.

In Köln am Rhein verwaltet der Landschaftsverband in prominentester Lage die Kliniken und Schulen usw, die sich sowieso auch selbst verwalten.

Der Landschaftsverband „ist ein schlafender Riese“, sagte man mir, als ich zum ersten Mal in Köln an einer Sitzung teilnahm. Dass er ein Riese ist (18.000 Beschäftigte, 40 Schulen, 10 Kliniken, 19 Museen und Kultureinrichtungen und dergleichen mehr), das ist schon klar. Aber ob er schläft?

Wie auch immer: Die Piraten dürfen dank der Wählerinnen und Wähler dort Politik machen, und zwar in einer Koalition mit der Partei „Freie Wähler“. Ich habe die Koalitionäre jetzt kennengelernt und war überrascht von ihren politischen Ansichten, die mir doch sehr vernünftig vorkamen. Der Landschaftsverband Rheinland scheint wirklich fett Geld zu haben. „Sie werden sich noch wundern, was hier noch alles möglich ist, was in den Gemeinden schon lange nicht mehr geht“, raunte man mir gleich zu Beginn zu. Huch.

Ich hatte schon bei der Ankunft in Köln zwei riesenhafte Gebäude bestaunt und mich gefragt, was da drin wohl stattfindet. Und war schon – typisch Margret aus Monschau – ins falsche hochglänzende, lichtdurchflutete Foyer hineinspaziert. Ein Foyer, groß wie ein halbes Eifeldorf.

Großzügig: Das Foyer des Gebäudes, in dem die Sitzungen des Landschaftsausschusses stattfinden und in dem sich  auch die Büros der Fraktionen befinden. Platz satt.

Großzügig: Blick ins Foyer des Gebäudes, in dem die Sitzungen des Landschaftsausschusses stattfinden und in dem sich auch die Büros der Fraktionen befinden. Platz satt.

Der Landschaftsverband hat es gut: Sein Geld zum Ausgeben hat er aus einer Umlage, an der sich 12 Kreise, 13 kreisfreie Städte und die Städteregion Aachen beteiligen MÜSSEN. Bequemerweise darf der Landschaftsverband jeweils GANZ ALLEIN bestimmen, wie hoch jeweils die Umlage ist. Toll, ne? Die Umlage wird erstaunlicherweise jedes Jahr höher. Tja.

Freie Wähler/Piraten haben 5 Abgeordnete in dem dortigen Parlament, das LandschaftsVERSAMMLUNG heißt. Dazu sind noch 12 sachkundige Bürger dabei, davon sind 5 Piraten. Insgesamt sind wir also 7 Piraten wenn es darum geht, gegen TTIP zu stimmen, für mehr Transparenz und Bürgerrechte und gegen jede überflüssige Geldausgabe usw.

Die sachkundige Bürgerin und Autorin dieser Zeilen staunt: wahrlich endlose Flure.

Die sachkundige Bürgerin und Autorin dieser Zeilen staunt: wahrlich endlose Flure.

In diesem Landschaftsverband-Parlament sitzen 124 Mitglieder. 85 davon sind für CDU und SPD dabei, die bilden eine Große Koalition. Und da deutet sich schon das erste Riesenproblem an, denn die Opposition (38) ist so klein, dass einem wirklich Angst und Bange werden kann. Und die Große Koalition (GroKo) hat auch schon Sitze im alles bestimmenden LandschaftsAUSSCHUSS unter sich verteilt, so dass die Opposition von klein auf winzig schrumpft. Das kann man sich nicht gefallen lassen, die Grünen sind entsprechend auf der Palme. Die anderen auch.

Noch dazu gibt es so viele Aufsichtratsposten zu verteilen, wo man auch nicht für umsonst drin rumsitzt – da möchte die Opposition auch ein gutes Stück vom Kuchen abhaben. Und auch Einfluss haben.

So wird es vorerst spannend, wenn sich der Landschaftsausschuss am morgigen Freitag zum ersten Mal trifft. Die Tagesordnung steht. Aber sollte die Zusammensetzung dieses Ausschusses tatsächlich illegal sein, dann werden wohl morgen keine Entschlüsse gefasst. Ich werde mal als Zuschauerin dort sein, Augen und Ohren offen halten und berichten.

Direkt in der Nähe ein weiteres Gebäude des Landschaftsverbandes.

Direkt in der Nähe: ein weiteres Gebäude des Landschaftsverbandes.

Sehr sonderbar finde ich auch, dass CDU und SPD in der sowieso schon groß erscheinenden Verwaltung die Zahl der Dezernenten jetzt noch um einen erhöhen will. Immerhin bekommt so ein Dezernent 160.000 Euro im Jahr, schätze ich mal. Und ob man davon jetzt 8 oder 9 beschäftigt, das macht schon einen Unterschied. So würde man jetzt reden, wenn es um ein Unternehmen ginge.

Fraktionsgeschäftsführer der CDU ist übrigens der Aachener Rechtsanwalt Rolf Einmahl. Da weisse Bescheid. Da wird nicht lange gefackelt und nach Kompromissen gesucht, wenn ich mich recht erinnere. Aber vielleicht hat er sich ja verändert.

www.lvr.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Landschaftsverband_Rheinland

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Sondersitzung wegen Gewalt. Polizei: Wir haben alles im Griff.

Vor der Sondersitzung: Polizeipräsident Dirk Weidsprech wird von einem WDR-Team interviewt. Oberbürgermeister Philipp (vorne) hört zu.

Vor der Sondersitzung: Polizeipräsident Dirk Weinsprach wird von einem WDR-Team interviewt. Oberbürgermeister Philipp (vorne) hört zu.

„Soooooo schlimm ist es alles doch gar nicht.“  Diese Worte wählte Aachens neuer Polizeipräsident (PP) Dirk Weinsprach zwar nicht wörtlich. Aber gemeint hat er es – mit all seinen Erklärungen.

Am heutigen Dienstag gab es „erstmals in Aachen“, so Oberbürgermeister Marcel Philipp, eine Sondersitzung im Rathaus wegen Gewalt in Aachen und Bildung einer Bürgerwehr. In der Tat: Das hatten wir so noch nie.

Eine Serie von Raubüberfällen ging mitten im August los und wurde danach immer schwächer „mit einzelnen Ausschlägen nach oben“, so der Polizeipräsident nebulös. Im Ganzen seien aber in diesem Jahr – was die Raubüberfälle betrifft – noch nicht mal die Zahlen von 2013 erreicht worden.

Zwei Dutzend Zuschauer hatten sich im Ratssaal eingefunden, um mal genau zu hören, wie die Lage eigentlich ist und was überhaupt Sache ist. Es gibt ja Bürgerinnen und Bürger, die sich in Aachen nachts  gar nicht mehr auf die Straße trauen. Und eine Bürgerwehr hat in Windeseile einen großen Zulauf bekommen. Gut 40 Männer und Frauen machen da jetzt schon mit.

Von Seiten der Politiker gab es bei der Sitzung viele Wortmeldungen. Man drückte sich freundlich aus, aber durch die Blume bekam der PP gründlich sein Fett weg. Redner der CDU kritisierten als erste die Presseveröffentlichungen, die aus der Krefelder Straße kamen. Die Situation sei als ganz ungewöhnlich gefährlich geschildert worden, und der PP habe sich nicht eindeutig von der Bürgerwehr distanziert. Deshalb seien die Bürger in Angst. Gaby Breuer (CDU) hatte besonders viel Angst bekommen: „Das war ja eine Horrorvorstellung.“.

Die von der SPD haben ebenfalls Angst bekommen, sagten sie. Aber die Aktionen der Polizei in den letzten Tagen hätten schon ihre Wirkung getan, und der Polizeipräsident möge doch bitte demnächst die Verbrechen in der Presse anders darstellen.

Zwei Mal aufgefordert, sich von der Bürgerwehr zu distanzieren, sagte der PP: „Die Bürgerwehr ist nur Show.“ Sie behindere die Arbeit der Polizei und mache alles nur noch schlimmer.

Der Oberbürgermeister stellte dann aber doch die Frage in den Raum, warum eigentlich so viele Menschen bei einer Bürgerwehr mitmachen? Darüber müsse mal gründlich nachgedacht werden. (Kommentar meinerseits: Recht hat der Mann.) Die Grünen meinten, der PP hätte sich früher und stärker und eindeutiger in seinen Stellungnahmen von der Bürgerwehr distanzieren müssen. Und die Flugblatt-Aktion sei besonders bescheuert gewesen. Gut, es wurde, wie ich oben erwähnt habe, eine freundliche Ausdrucksweise gewählt, aber so war es gemeint.

Das Flugblatt war ja wirklich der Gipfel. Die Polizei teilte darauf mit, man solle nicht mehr allein in dunklen Straßen gehen und das Handy nicht zeigen, nachts, beim Gehen, usw. Man konnte meinen, in der Stadt sei der blanke Notstand ausgebrochen. Der PP meinte, man habe ganz normal mit dem Flugblatt gewarnt, man könne aber aus jeder Aktion nur lernen. Und es sei wohl einiges von der Bevölkerung falsch aufgefasst worden. Die Presse hätte es womöglich nicht so ganz korrekt rübergebracht.

Ich hätte da fast laut aufgelacht und gerufen: Ja, ja, die Presse ist schuld, wie immer. Konnte mich aber gerade noch beherrschen. Auch CDU-Fraktionschef Baal meinte sinngemäß, das sei jetzt aber nicht besonders okay. Und: „Manche Ihrer Pressemitteilungen waren einfach suboptimal.“

Pirat Udo Pütz sagte, es sei ja wohl alles ein Kommunikationsproblem, und nicht nur ein einziges Kommunikationsproblem. Er wollte wissen, wie denn nun das Gewaltpotential genau sei: Werden die Opfer brutal krankenhausreif niedergeschlagen oder nur abgezockt mit einem Spruch wie „He, gib das Geld her.“? Ziemlich viele Kommunikationsprobleme sah Pütz, ausgehend von der Polizei.

Einen konstruktiven Vorschlag machte gegen Ende die grüne Bürgermeisterin Hilde Scheidt. Sie meinte, man möge doch wieder in den Stadtteilen die Sicherheits-Konferenzen aufleben lassen. Das sind Gespräche, wo man sich trifft und über das Viertel spricht, was gut ist, was nicht gut ist und was man ändern kann. Außerdem sollte man sich vornehmen, dass man einander hilft, wenn man Menschen in Bedrängnis sieht.

Update: Hier nachträglich noch was dazu geschrieben.

http://aachennews.wordpress.com

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Kulturgut auf Abwegen

Westspiel will zwei Bilder von Andy Warhol versteigern lassen. Bilder, wie Andy Warhol sie reihenweise produziert hat. Der Vorgang (Versteigerung) ist umstritten.

Westspiel will zwei Bilder von Andy Warhol versteigern lassen. Bilder, wie Andy Warhol sie reihenweise produziert hat. Der Vorgang (Versteigerung) ist umstritten. Im Bild: das Aachener Spielcasino.

Hier ein Text von Michael Sahm aka @navelbrush zu einem Vorgang, der weit über Aachen hinaus Wellen schlägt: Kunst soll versteigert werden. Der Text gibt in fast allen Teilen auch meine Meinung wieder.

Von Michael Sahm

„Die West­deut­sche Spiel­ban­ken GmbH & Co. KG (kurz: West­spiel), der Betrei­ber diver­ser Spiel­ca­si­nos in Deutsch­land und Eigen­tum des Lan­desNRW, besitzt unter ande­rem zwei Warhol-Werke im geschätz­ten Wert von 130 Mil­lio­nen Euro. Das weckt Begehr­lich­kei­ten ange­sichts klam­mer Kas­sen und maro­der Zocker­tem­pel. So ent­schloss man sich die­ser Tage, den “Triple Elvis” und die “Four Mar­lons” dem Auk­ti­ons­haus Chris­ties zur Ver­stei­ge­rung anzutragen.

Abge­se­hen davon, dass ich die­sem per­ver­sen Wer­te­ge­füge nichts abge­win­nen kann, in dem mas­sen­taug­li­che Werke eines gera­de­nach neu­lich ver­stor­be­nen Künst­lers scham­los hohe Preise erzie­len, stehe ich die­sem Ver­kauf doch eher posi­tiv gegenüber.

Seit 2009 lagert das Aache­ner Casino die bei­den Werke vor aller Augen geschützt im Tre­sor. Die Bür­ger, deren Steu­er­gel­der den Kauf gegen Ende der 1970er Jahre finan­zier­ten, hat­ten also in den letz­ten fünf Jah­ren gar keine Mög­lich­keit, sich daran zu erfreuen. Ver­mut­lich wuss­ten sogar nur die wenigs­ten, was da im Kel­ler des Casi­nos an Wer­ten schlum­mert. Inso­fern dürfte man die bei­den Werke durch­aus als Wert­an­lage und “Ver­fü­gungs­masse” anse­hen. Warum sonst sollte man Kunst kau­fen, die man nicht prä­sen­tie­ren möchte? Um sie der Nach­welt zu erhal­ten? Ver­mut­lich wird der zukünf­tige Besit­zer die Din­ger nicht in Säure auf­lö­sen… und würde er sie eben­falls weg­schlie­ßen: Wo genau läge der Unter­schied zu jetzt?

Es geht mir genau genom­men nicht um diese bei­den Werke. War­hols Werke waren mei­ner Mei­nung nach nicht seine “Kunst”, son­dern seine Ideen und die sozia­len, paw­low­schen Mecha­nis­men drum­herum waren es.

Es geht mir eher darum, was mit dem Erlös gesche­hen soll. Und es geht mir darum, wel­che Besitz­tü­mer von Stadt und Land als nächs­tes zur Dis­po­si­tion stehen.

Erlös

Laut Zei­tungs­mel­dun­gen möchte West­spiel den Erlös nut­zen, um die Casi­nos zu sanie­ren. Alleine in Aachen würde es nach Exper­ten­mei­nun­gen etwa 25 Mil­lio­nen Euro kos­ten, das Gebäude an der Mon­heim­sal­lee zu sanie­ren. Blei­ben also noch etwa 105 Mil­lio­nen Euro, die in die Zocker­tem­pel in Bad Oeyn­hau­sen, Bre­men, Bre­mer­ha­ven, Dortmund-Hohensyburg, Duis­burg und Erfurt flie­ßen könn­ten. Und der Neu­bau eines Spiel­ca­si­nos in Köln taucht auch immer mal wie­der in der Dis­kus­sion auf.

Ich könnte mir sinn­vol­lere Inves­ti­tio­nen vor­stel­len, als Haus­halts­lö­cher damit zu stop­fen oder einem ster­ben­den Gewerbe zig Mil­lio­nen Euro hin­ter­her­zu­wer­fen. Mei­ner Mei­nung nach sollte das Geld ent­we­der in die kul­tu­relle Bil­dung in NRW flie­ßen, oder man stockt damit das Bud­get der Lan­des­re­gie­rung für ihre soge­nann­ten För­der­käufe auf: Sie erwirbt schon jahr­zehn­te­lang aktu­elle Werke noch unbe­kann­ter Künst­ler aus NRW und stellt sie in der Reichs­ab­tei in Kor­neli­müns­ter aus.

Dis­po­si­tion

Wenn es eng wird, ver­scher­belt man auch gerne das Tafel­sil­ber. Das bewei­sen die Ver­wal­tun­gen mit dem Ver­kauf von Wohn­ei­gen­tum oder Län­de­reien und der Pri­va­ti­sie­rung von kom­mu­na­len Unter­neh­men und z. B. Kran­ken­häu­sern immer wie­der. Kul­tur­gü­ter schie­nen bis­her hei­lig. Wenn aber Lei­dens­fä­hig­keit und Dul­dungs­starre über­reizt sind und man fest­stel­len kann, dass es beim ers­ten Mal ja gar nicht so schlimm war, was mag dann als nächs­tes kom­men? Wie­viele Schätze schlum­mern noch in den Archi­ven der Museen, die man zu Geld machen kann? Wel­che kul­tur­his­to­risch unschätz­bar wert­vol­len Werke würde man, und sei es nur ver­se­hent­lich, auf den freien Markt wer­fen? Und ganz am Ende ist des Kai­sers Krone dran; nur, um sie dann viel­leicht anschlie­ßend im Rah­men eines geschickt aus­ge­han­del­ten Miet­ver­tra­ges wie­der teuer aus­stel­len zu kön­nen… Haupt­sa­che, der Haus­halt ist erst­mal ausgeglichen!

Weg damit

Die bei­den War­hols? Man will oder kann sie offen­sicht­lich nicht ein­träg­lich der Öffent­lich­keit prä­sen­tie­ren. Schrö­din­gers War­hols nut­zen nie­man­dem und dür­fen ent­spre­chend nur als Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekte ange­se­hen wer­den. Ange­sichts der vie­len Spe­ku­la­ti­ons­ver­luste durch unfä­hige Bör­sen­zo­cker in der öffent­li­chen Ver­wal­tung wäre das tat­säch­lich mal ein gelun­ge­ner Deal.

Wenn es Dep­pen gibt, die bereit sind, so unan­stän­dig viel Geld für Gegen­warts­kunst zu bezah­len, dann sollte man die bei­den Werke ent­we­der ange­mes­sen lukra­tiv aus­stel­len oder die Gele­gen­heit beim Schopfe packen und sie ver­sil­bern. Der kul­tur­his­to­ri­sche Scha­den für NRW dabei wäre mei­ner unfach­män­ni­schen Mei­nung nach eher gering. Aber den Erlös sollte man dann auch zwin­gend zukunfts­si­cher wie­der in Kul­tur inves­tie­ren. Und man sollte den Ent­schei­dern gehö­rig auf die Fin­ger schauen, damit die Grenze zwi­schen Kul­tur­gut und Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt zukünf­tig nicht zuguns­ten aus­ge­gli­che­ner Haus­halte mehr und mehr aufweicht.

Und es wäre auch mal inter­es­sant, zu wis­sen, wel­che Kunst­schätz­chen das Land NRW noch so im Kel­ler für schlechte Zei­ten zurückhält.“

 

Den Originaltext und weitere interessante Texte dieses Autors findet ihr hier:

http://msahm.piraten.ac/kulturgut-auf-abwegen/

Und hier ein weitere Text zum Thema (danke Heinz):

http://www.heise.de/tp/artikel/43/43106/1.html

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Wir werden uns umstellen müssen

Wenn sich in einer Stadt eine Bürgerwehr gründet, ist wirklich etwas im Argen. Die Gründung einer Bürgerwehr ist ein Anzeichen dafür, dass etwas komplett aus dem Ruder läuft. Leute meinen, die Polizei und andere Ordnungskräfte seien überfordert, man müsse selbst aktiv werden, sich selber schützen. Wo Bürgerwehren gegründet werden, da gibt es Gewalt in einem Ausmaß, das mehrheitlich für unerträglich gehalten wird. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die Polizei erschüttert.

Seit Wochen berichten die Lokalzeitungen und der WDR über Raubüberfälle in der Aachener Innenstadt. Und das hört nicht auf. Die Vorgehensweise bei den Raubüberfällen soll immer die gleiche sein: Mehrere Täter greifen einen einzelnen Nachtschwärmer von hinten an, reißen ihn brutal nieder und entwenden Geldbörse und Handy. Nicht wenige mussten danach schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Knapp drei Dutzend Bürgerinnen und Bürger kamen zu einem via Facebook angekündigten Treffen. Ziel: Die Raubserie in Aachen beenden.

Knapp drei Dutzend Bürgerinnen und Bürger kamen zu einem via Facebook angekündigten Treffen. Ziel: Die Raubserie in Aachen beenden.

Die drei Dutzend Männer und Frauen, die sich gestern im Café „Alex“ mitten in Aachen getroffen haben, sagen von sich ganz klar: Wir sind keine Bürgerwehr. Aber nachts zu mehreren durch Aachens Innenstadt gehen und Raubüberfälle verhindern, das wollen sie gleichwohl.

Bei dem Treffen war von Seiten der Initiatoren oft die Rede davon, dass man es nicht auf Schlägereien abgesehen habe, dass man die Polizei nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen wolle. Und Messer, Stöcke und Waffen werde man schon gar nicht bei sich tragen. Und allein, weil man sich versammelt  habe, sei schon etwas erreicht. An die Aachener wurde appelliert, nicht wegzuschauen, sondern die Polizei zu rufen. „Hinschauen, nicht wegschauen und anrufen“, hieß es mehrfach. Und dass das Projekt „etwas Dauerhaftes“ sein müsse.

Wird es im Ernstfall dabei bleiben? Ich fürchte: nein.

Ich denke, die Zeiten, wo Nachtschwärmer um 4 Uhr morgens in beschwingter Laune sorglos heimwärts streben konnte, sind einfach vorbei. Das Leben ändert sich mit den Jahren, eine Stadt ändert sich und auch die Bevölkerung einer Stadt ändert sich. Das ist wahrscheinlich normal und der Lauf der Zeit. Es sind jetzt tatsächlich nachts, also nach 1 Uhr, andere Menschen unterwegs als noch vor zehn Jahren. Das ist nicht zu leugnen. Und die Polizei kann nicht überall sein. Ganz abgesehen davon, dass die Täter sowieso nur zuschlagen, wenn gerade weit und breit kein Polizist in Sichtweite ist.

Wir werden uns alle umstellen müssen und nur noch zu mehreren nachts nach Hause gehen können. Es ist eine Frage der Gewöhnung.

Aachen ist einfach nicht mehr das verträumte Städtchen im äußersten Westen. Das war einmal im vorigen Jahrhundert so. Diese Zeiten kommen nicht mehr zurück. Insofern ist die „Selbsthilfe“ gewisser breitschultriger Bürger nur der Versuch, die alten Zeiten wieder lebendig werden zu lassen. Ein Versuch, der womöglich gut gemeint ist, aber scheitern wird.

———

Lest bitte auch die Kommentare, und zwar von unten nach oben (in der Reihenfolge ihres Eintreffens).

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West Side Story: Vier zusätzliche Vorstellungen

Die alte Geschichte von Romeo und Julia und dem Kampf zweier verfeindeter Banden hat das Theater Aachen jetzt auf die Bühne gebracht. Die West Side Story erzählt von Romeo und Julia in Manhattan. Das Stück ist ein Renner, das Publikum ist begeistert und bekommt wirklich viel geboten für sein Geld.

Sehr schwungvoll und absolut sehenswert sind die Tänze. Wilde, schöne Tänze, die die Kämpfe der beiden Gruppen gegeneinander zum Ausdruck bringen. Da sind teilweise wohl 35 Personen auf der Bühne. Die Handlung ist zu einem guten Teil in unsere heutige Zeit verlegt, wo Jugendliche aus bildungsfernen Schichten meinen, in Banden gegen jugendliche Einwanderer, Flüchtlinge, Asylsuchende und was auch immer antreten zu müssen.

Die Hauptdarsteller singen wunderschön, die Stimmen sind vulminant, starken Applaus gibt es nach jedem dieser altbekannten Songs. Die Darsteller, ihre Kostüme und Frisuren sind wirklich eine Augenweide, Opernglas sollte man mitnehmen. Die Kulissen sind leider wieder sehr reduziert, zwei Wände werden eigentlich nur ein wenig hin und her geschoben. Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch, im Gegenteil: Man konzentriert sich auf den Gang der Handlung und die Musik.

Am Ende möchte man am liebsten eine Zugabe hören. So grandios wird die Musik von Leonard Bernstein vom Aachener Sinfonieorchester wiedergegeben. Drei Stunden dauert die Aufführung, es gibt eine Pause. Und alle englischen Texte werden in Deutsch an die Wand geworfen.

Sollte es noch jemanden geben, der noch nicht in der West Side Story war und auch noch keine Karten für die kommenden Aufführungen im Oktober und November hat, der kann sich freuen: Es gibt jetzt nämlich doch noch Karten, und zwar für Aufführungen am 14. Februar, am 31. März und am 4. und 19. April des kommenden Jahres. Beginn ist immer um 19.30 Uhr.

Die Zusatzvorstellungen wurden allein wegen des überragenden Erfolgs des Musicals möglich gemacht.

http://www.theateraachen.de/index.php?page=detail_event&id_event_date=12313420

www.theateraachen.de

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Ganz schön teuer: Urban Living in der Brabantstraße

In der Aachener Brabantstraße sind knapp 70 neue Wohnungen gebaut worden. Nicht wenige sind 140 Quadratmeter groß.

In der Aachener Brabantstraße sind knapp 70 neue Wohnungen gebaut worden. Nicht wenige sind 140 Quadratmeter groß.

„Hier war doch mal der Schwedenpark“, sagte mein Begleiter, als wir neulich nach einem Umtrunk im „Exil“ durch die Aachener Brabantstraße schlurften. Der Schwedenpark (im Frankenberger Viertel) ist noch da, aber zusätzlich sind da jetzt vier riesenhafte Bauten, vier Etagen hoch, mit 64 Wohnungen und einer Tiefgarage.

Es handelt sich um Luxuswohnungen, die zum Teil ziemlich groß sind. So, wie sie sich Leute mit zwei Kindern und einem Freelancer in der Familie wünschen. Was die Ausstattung und die Monatsmiete betrifft hier ein Beispiel: Eine Wohnung zu 143 qm kostet 2257,94 Euro Miete im Monat. Wer, mit Kindern, kann sich das leisten?
Zum Glück gibt es auch kleinere Wohnungen. Aber auch hier ist das Niveau eher das von Berlin und München: Eine Wohnung zu 76 qm kostet im Monat 1217,06 Euro. Nebenkosten allerdings inclusive.

Es scheint sich um ein Quartier wie den Barbarossapark (zwischen Pontstraße und Hirschgraben) zu handeln – luxuriöse Wohnbauten hinter meterhohem Zaun. Der Zaun ist in der Brabantstraße noch nicht zu sehen, aber ich wette: Der kommt noch hin mit Überwachungskameras und allem Drum und Dran.
Das Gelände war früher sumpfig, aber irgendwie ist es gelungen, das 9000 Quadratmeter große Grundstück trockenzulegen. 22 Millionen Euro sollen von einem Kölner Investor ausgegeben worden sein.

In der Jakobstraße kann man sich in einem Schaufenster über die Wohnungen informieren.

In der Jakobstraße kann man sich in einem Schaufenster über die Wohnungen informieren.

Anfang 2012 wurde in dem Viertel bekannt, dass der Bebauungsplan für das brachliegende Gelände geändert werden soll. Alle Proteste halfen selbstverständlich nichts, und natürlich gab es für das Fällen von 15 prächtigen Laubbäumen von der Stadt eine Sondergenehmigung. Der Bauherr willigte ein, Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Jetzt können die Wohnungen gemietet werden.

Resümee: Nichts gegen Luxuswohnungen in der Stadt, wie sie ja auch da entstehen sollen, wo sich das ehemalige Arbeitsamt (An den Frauenbrüdern) jetzt noch befindet. Aber wird auch Wohnraum geschaffen für Menschen mit schmalem Geldbeutel? Wird für eine gut gemischte Bevölkerung gesorgt, wie es dem sozialen Klima in der Stadt gut tun würde? Ich habe da meine Zweifel.

http://ftg-koeln.de/projektentwicklung/schwedenpark.html

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Hexenverbrennungen in der Nordeifel. Altes Dokument in den USA wiedergefunden

Eine große Behörde, die kaum jemand kennt, ist der „Landschaftsverband Rheinland“ (LVR). 18.000 Menschen arbeiten beim Landschaftsverband dafür, dass es 9,4 Millionen Menschen gut geht. Dazu gehört auch ihr, liebe Leserinnen und Leser, weil ihr als Menschen aus der Städteregion und aus dem Kreis Düren alle zum Einflussbereich des LVR gehört. So sieht’s aus.

Und wenn bei mir alles gut geht, darf ich demnächst auch in diesem Gremium als sachkundige Bürgerin aktiv sein. Für welche Partei? Für die Piratenpartei natürlich, die weltweit einzige Partei, die mich in derart einflussreiche Gremien schickt. Ich danke für das Vertrauen.

Dem Landschaftsverband gehören 40 Schulen, 10 Kliniken, 19 Museen und Kultureinrichtungen. Und das ist noch nicht alles. Der LVR erfüllt Aufgaben die rheinlandweit wahrgenommen werden müssen. Er engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. Und glaubt ja nicht, Inklusion bedeute lediglich die Teilnahme von Behinderten an Unterricht, den bisher nur Nicht-Behinderte besucht haben.

Nach dieser langen Einleitung soll hier ganz kurz darüber informiert werden, dass eine LVR-Mitarbeiterin ein lange verschollenes Manuskript wiedergefunden hat. Dazu wurde von der Behörde mitgeteilt:

„Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wurden in den verschiedenen Regionen Deutschlands etwa 60.000 Menschen – Frauen, Männer und Kinder – als Hexen verbrannt. Auch das Rheinland – und hier insbesondere der Kreis Euskirchen – zählte zu den Kernzonen der Hexenverfolgungen.

Allerdings sind die intensiven Hexenprozesse in den rheinischen Territorien bislang kaum erforscht. Deshalb hat der Geschichtsverein für den Kreis Euskirchen in enger Kooperation mit dem Lehrstuhl für Geschichtliche Landeskunde in Trier  und finanziell gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) Anfang 2014 das Forschungsprojekt ‚Herren und Hexen. Hexenprozesse in der Nordeifel und in angrenzenden Regionen‘ gestartet.

Vor wenigen Wochen hat Dr. Claudia Kauertz vom LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum  bei ihren Forschungen zum Thema das Manuskript des sogenannte Flamersheimer Hexenprotokolls in der Bibliothek der Cornell Universität in den USA wiederentdeckt.“

Eine Kopie des für die Geschichte von Stadt und Kreis Euskirchen bedeutenden Dokuments wird am Mittwoch, 15. Oktober, im Rathaus von Euskirchen an die Stadt Euskirchen übergeben.

Der Kölner Stadtanzeiger wird vermutlich berichten. Wer an dem Thema interessiert ist, muss etwa ab dem 16. Oktober via Suchmaschine danach suchen.

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