25. Mai: Aachen wählt einen neuen Stadtrat

Wahlurnen warten auf Stimmen

Wahlurnen warten auf Stimmen

„Wie wird denn wohl die Wahl ausgehen?“ fragen mich Leute, und ich muss sagen: Bei der Kommunalwahl im Mai ist alles möglich, es ist alles drin.

Ja, die Kommunalwahl, die 2009 knapp die Hälfte aller Aachener Wahlberechtigten gar nicht interessierte. Über 87.000 Aachenerinnen und Aachener gingen 2009 nicht an die Urnen, so wurde damals mitgeteilt. Diesen Leuten ist entweder alles egal. Oder sie vertrauen den Politisch-Interessierten, dass „die das schon machen werden“.

Das Ergebnis von 2009 (74 Gewählte sind im Rat, hinzu kommt außerdem die  Stimme des Oberbürgermeisters, der am 25. Mai im ersten Wahlgang ziemlich sicher wiedergewählt wird):

CDU: 28 Sitze.

SPD: 20 Sitze.

Grüne: 14 Sitze.

FDP: 6 Sitze.

Linke: 3 Sitze.

Piraten: 1 Sitz.

UWG: 1 Sitz.

FWG: 1 Sitz.

Alle die Kleinen werden Sitze bekommen: FDP, Linke, UWG, FWG, Piraten, AfD und Pro Aachen, dazu ELA und Die Partei – alle zusammen 19 oder 20 Sitze,  nehme ich mal an. Das macht es schwierig, bei Abstimmungen das Ergebnis vorauszusehen. Da werden lange und umständliche Verhandlungen nötig, um für Projekte die nötige Mehrheit zusammenzubekommen. Ein Rat mit 12 Parteien, das macht das Regieren schwierig.

Doch wer wird mit wem die (höchstwahrscheinlich hauchdünne) Mehrheit bilden?

Ich vermute ja, dass es in Aachen zu einer Neuauflage von Schwarz-Grün kommt. Man muss im Wahlkampf, der erst nach den Osterferien so richtig losgeht, genau hinhören. Dann sollten alle Parteien befragt werden, zu welcher anderen Partei sie eine gewisse Nähe sehen und mit wem sie eine Koalition bilden werden. Und was sie genau für mehr Bürgerbeteiligung tun werden.

Kommen wir zu den Fragen, die uns beschäftigen:

1. Wie gedenken die Volksvertreter in den nächsten fünf Jahren die Innenstadt und die ganze Region vor den schädlichen Einflüssen der neuen Riesen-Mall am Kaiserplatz zu schützen?

2. Wie sollen die Unternehmen und die Einzelhändler gefördert werden, wie die Hochschulbauten (Campus) in die Stadt integriert werden?

3. Was wird getan, um mehr preiswerten Wohnraum zu schaffen? Wird die „Bürgerinitiative Richterlicher Dell“ ihre 7900 Unterschriften (in 6 Wochen) für ihr Bürgerbegehren zusammenbekommen und das neue Wohnviertel für 3000 Menschen verhindern können?

4. Wird die etablierte Kultur (Theater, Museen) weiter so gefördert werden wie bisher? Muss nicht allein wegen des neuen Stadtmuseums am Katschhof (Centre Charlemagne) der Kulturetat neu geordnet werden?

5. Wird der Runde Tisch gegen Nazis weiter so beherzt agieren, wenn wieder Ultrarechte Schagzeilen machen wollen?

6. Wird Aachen mit dem Eurogress und einer eventuellen neuen Kongresshalle endlich mal schwarze Zahlen schreiben können?

7. Wird es gelingen, Hotels zu errichten? Wird der Tourismus angekurbelt, werden mittels preiswerten Fernbussen auch massenhaft weniger Gutbetuchte nach Aachen kommen können?

8. Welche Kommunalpolitiker sind in der Lage, von Maastricht zu lernen, sich dort allerhand abzuschauen, was Stadtentwicklung und was nicht zuletzt auch Förderung der Szene-Kultur betrifft? Wird überhaupt mehr auf die Belange der unter 30-Jährigen eingegangen? Wird es beispielsweise eine Mountainbike-Strecke im Aachener Süden geben?

9. Wird der Flugplatz Merzbrück ausgebaut, was anscheinend alle hiesigen Politiker wollen und was aber die Anwohner gar nicht wollen?

10. Wird man in den kommenden Jahren weiter (wie 2014 auch) zu all den alten Schulden noch 37 Millionen Euro neue Schulden machen? Wo doch bekanntlich 80 zusätzliche Erzieherinnen und 36 zusätzliche Feuerwehrleute eingestellt werden müssen, weil Düsseldorf/Berlin das so vorschreiben?

Bei Punkt 10 höre ich mal auf, obwohl auch noch andere Fragen auf den Nägeln brennen. Fliegt uns demnächst ein belgisches Uralt-Kernkraftwerk um die Ohren? Werden wir wegen Unmengen von Feinstaub in der Luft krank?

Schließlich muss die Stadt Aachen als Teil der Städteregion gesehen werden. Aber zur Städteregion schreibe ich demnächst ebenfalls ein Textchen.

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Kunst auf dem Katschhof: Da fehlt doch einer

Sagenhaft: Nur einen Tag standen die Karlchen auf dem Katschhof, da waren schon Diebe zur Stelle. Nachts natürlich. Also Sonntag, 13. April, in aller Herrgottsfrühe, wie die Polizei mitteilt. Ein roter Karl ist weg, ein goldfarbener wurde wiedergefunden.

Nahmen die Diebe die Plastiken, weil sie sie bescheuert finden und das Kunstwerk beschädigen wollten? Oder nahmen sie die Karlchen, weil sie ihren Wert erkannt haben und sie auf dem Schwarzmarkt verkaufen wollten? Oder weil sie einfach selbst einen Karl ihr Eigen nennen wollten, aber das nötige Geld zum Kauf nicht haben?

„Wenn Sie keine 350 verkaufen, werden Sie wieder ausgeladen“, hatte man anfangs von Seiten der Stadt dem Künstler gesagt. Er ging das Risiko ein, und alles wunderte sich, als dann ausgerechnet in Aachen eine Art Run auf die Kunst einsetzte und 700 Kaiser-Plastiken weggingen. Und eine Nachfrage ist immer noch vorhanden.

350 Euro kostet so ein roter Kaiser, 700 einer in Gold, handsigniert und nummeriert. Hauptsache: Die finanziell klamme Stadt zahlt ansonsten nichts, kommt vielmehr kostenlos an jede Menge gute Publicity.

Derweil regen sich andere über einen Plastik-Gartenzwerg (ebenfalls von Ottmar Hörl) auf, der im Projektbüro im Haus Löwenstein steht und den Hitlergruß zeigt. Ein Vorgarten-Wichtel, der Inbegriff deutscher Spießigkeit . . .  und dieser alberne Gruß, das passt. Verlangt wird indessen, dass der Staatsanwalt ermitteln und der Oberbürgermeister sich äußern möge.

Resümee: Mit der Hörl-Kunst kriegen wir noch Spaß.

Für alle, die sich gern Videos anschauen:  http://youtu.be/-L2kd4L-llc

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Hier stand ein Karl und blickte verträumt in Richtung Dom. Diebe schafften ihn nachts weg.

 

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Karl der Kleine. Zwischen Dom und Rathaus.

Vernissage auf dem Katschhof

Vernissage auf dem Katschhof

Mit Humor, Hintersinn, Ironie und auch mit Respekt hat sich der Künstler Ottmar Hörl einer Aachener Ikone genähert – dem in der Kaiserstadt bis zum Exzess verehrten Kaiser Karl. Hörl hat „den Großen“ in Kunststoff auf den Katschhof gestellt, in fast 500-facher Ausführung und 110 Zentimeter groß. Die eindrucksvolle Installation „Mein Karl 2014“ wurde am heutigen Samstag eröffnet.
Das erlebt man selten: Am Tag der Vernissage sind schon restlos alle Kunstwerke verkauft. Die Präsentation haben nämlich die Aachener Bürgerinnen und Bürger und einige Auswärtige finanziert, indem sie im Vorhinein Plastiken kauften.  So kommt die Stadt Aachen groß raus, ohne dass ihr besondere Kosten entstehen. Bilder vom vollgestellten Platz zwischen Dom und Rathaus finden sich seit Tagen im Internet und heute sogar in New Yorker Zeitungen. Die Plastiken dürfen sich die Eigentümer ab dem 27. April in ihre Läden, Wohnzimmer, Büros und Gärten stellen.
Ottmar Hörl bei seiner Ansprache

Professor Ottmar Hörl bei seiner Ansprache

So wie in den kommenden 14 Tagen wird man den Katschhof wohl nie mehr erleben. Ein Besuch lohnt sich. In Reih und Glied stehen die Karls-Plastiken, in kaiserlichem Purpurrot und in Gold, auf einer Dachlatten-Struktur befestigt.

Reihungen und Serien sind auch das Thema des Konzeptkünstlers, der bei der Eröffnung persönlich das Wort an das Publikum richtete. Einen solchen Run auf seine Kunst wie in Aachen „habe ich in über 20 Jahren noch nicht erlebt“, sagte er.

Darf man den Kaiser verniedlichen? Darf man sich über seine Einzigartigkeit lustig machen und ihn wie ein Wegwerfprodukt in Plastik vervielfältigen? „Darf man alles“, meinte Oberbürgermeister Marcel Philipp. Im Karlsjahr, also genau 1200 Jahre nach Karls Tod, nähere man sich eben auf vielfältige Weise der Person und ihrem Erbe.
Dr. Jutta Bacher, Leiterin der städtischen Marketingabteilung, hatte die Idee, Öttmar Hörl einzuladen. Tourismuschef Werner Schlösser übernahm die Organisation. Die wohl 300 bis 400  Aachener, die bei der Eröffnung dabei waren hatten ihren Spaß. Gegner der Aktion soll es geben, sie machten aber bis jetzt noch nirgendwo auf sich aufmerksam.
Wer Fragen hat oder weitere Kunstwerke des Professors für Bildende Kunst sehen möchte, kann das im eigens eingerichteten Projektbüro (Haus Löwenstein, Markt 39) tun. Dort gibt es auch Info-Broschüren.

Link zu Ottmar Hörl auf Wikipedia

Link zu Konzeptkunst auf Wikipedia

Link zum Aufsatz von Walter Benjamin auf Wikipedia

Homepage von Ottmar Hörl

 

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Aachen bekommt ein Kronprinzen Quartier

Kronprinzen Quartier

Kronprinzen Quartier

Wer 12 Jahre in Aachen nur übernachtet hat und sonst immer woanders war, der hat einen Vorteil: Er kann sich die Stadt neu ansehen und wird an jeder Ecke überrascht. Na ja, so wahnsinnig viel hat sich auch nicht verändert.

Als ich aber vor etwa 14 Tagen in der Beverstraße war, da wunderte ich mich doch. „Huch, wo ist denn das Finanzamt hin?“
Tja, schöne Pleite, das wurde schon 2006 abgerissen. Voll verpennt, den Vorgang. Beide Tageszeitungen hatten natürlich umfassend berichtet.

Dieses Finanzamt war ein Riesenkasten mit Tiefgarage, das Grundstück liegt direkt am Bahnhof Rothe Erde. Die Trierer Straße ist nah, gleichzeitig ist man schnell im Grünen.

Derzeit wird es auf dem Grundstück spannend. Dort wird nämlich eine Wohnanlage errichtet, knapp 200 Wohnungen, 20 Prozent davon sehr preiswert, angeblich. Und aus dem „Finanzamt Beverstraße“ wird das „Kronprinzen Quartier“. Neuer Name, neues Glück.

Die Frage, ob das Konzept aufgeht, ist aber noch nicht entschieden. Wird das Quartier eher zur Trierer Straße gehören, oder den Spirit vom Frankenberger Viertel atmen, an dessen Ende es liegt? Immerhin investiert eine Aachener Unternehmensgruppe, ein paar Einzelheiten stehen auf einer großen Hinweistafel auf der Baustelle.

Und das Finanzamt Aachen-Land, das ist an der Krefelder Straße. Das hatte ich dann doch schon längst mitbekommen.

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Karl der Große, jetzt die volle Dröhnung

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Eine Aktion, die einen den Katschhof neu erleben lässt, geht gerade in Aachen über die Bühne: Der Professor und Konzeptkünstler Ottmar Hörl stellt auf dem Platz zwischen Dom und Rathaus über 500 Kaiser-Karl-Figuren aus. Jede ist nur 110 Zentimeter groß und aus billigem, roten und goldfarbenem  Plastik.

Die Vorbereitungen fanden schon unter großem Publikumsinteresse statt. Hobby-Fotografen klickten,  was das Zeug hielt, und Kinder aus der Domsingschule hatten ihren Spaß mit den Figuren. Die Kaiser stehen in Reih und Glied, jeder schaut in eine andere Richtung. Während nun die üblichen Skeptiker von einer Werbeveranstaltung sprechen, deren Requisiten am besten unverzüglich auf dem Sperrmüll landen würden, freuen sich andere. Endlich wird dieser in Aachen allgegenwärtige Kaiser auf ein Minimaß reduziert. Und nicht Bronze, Gold und Silber sondern eben Plastik ist jetzt das ihm beigemessene Material.

Man kann sagen, dass „der Große“ einmal ordentlich verarscht wird. Eine im karlsbesoffenen Aachen längst überfällige Aktion.

Über seine Arbeit informiert Ottmar Hörl im Projektbüro im unteren Bereich des Haus Löwenstein am Markt 39. Dort gibt es auch weitere Arbeiten des Künstler zu sehen. Er machte sich schon über Karl Marx, Richard Wagner, die Feldhasen von Albrecht Dürer und allerlei Heroen (die einem schon immer auf die Nerven gingen mit ihrer Abgehobenheit) lustig. Alle diese „Großen“ schraubte er auf ein verträgliches Maß herunter und enttarnte sie zugleich. Von wegen anbetungswürdig. NOT

Zwei Wochen werden die Karlchens auf dem Katschhof stehen. Bezahlt haben sie Aachener Bürgerinnen und Bürger, die sie sich nach Ende der Aktion in die privaten Räume stellen können. Die Aufführung hat Charme, der militärische Charakter der Präsentation wird wunderbar gebrochen durch die Witzigkeit der kleinen Karle. Man kann Oberbürgermeister Marcel Philipp da mal zustimmen, der das Ganze „eine zeitgemäße humorvolle Art, sich mit dem Erbe auseinanderzusetzen“ nannte.

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Katschhof, ich steh auf dir . . .

BildEs ist Karlsjahr in Aachen, und Samstag um 12 Uhr ist es soweit. Wenn alles gut geht, dann stehen auf dem Katschhof zwei Wochen lang mehr als 500 Kaiser und schauen einjeder in eine andere Richtung. Derzeit wird noch aufgebaut (s. Foto), und ich denke an die Aktion des Künstlers HA Schult in Monschau.

Tja, die Monschauer. Dort begegnete man einer Müll-Menschen-Truppe freundlich. Wie werden die Aachener auf die Aktion im öffentlichen Raum reagieren? Vermutlich deutlich weniger freundlich. Die ersten Reaktionen gibt es schon auf Facebook zu lesen. (Triggerwarnung, es werden die Messer gewetzt.

Die Kleinkariertesten überlegen sich gerade, ob diese Figuren Kunst sind oder nicht. Was für eine langweilige Frage! Aber es muss ja alles zuerst immer in eine Schublade einsortiert werden. Und wehe, das klappt nicht auf Anhieb. Dann ist der Spießer aber sauer. Über 500 dieser Minikarls (110 cm) werden bald mitten in Aachen stehen, bezeichnenderweise in Reih und Glied. Auf den Gesamteindruck bin ich gespannt.

 
IMG_7967Ewig karlstrunkene Aachener bekommen jetzt die volle Dröhnung. Denn wenn einer in Aachen dauerpräsent ist, dann ist es Karl der Große. Bis zum Erbrechen. Und warum dann diesen Herrn nicht gleich 500 mal aufbauen? Bis er euch aus Ohren, Nase und Mund rauskommt. Und ich freu mich, das „der Große“ mal auf billiges Plastik-Niveau runtergebrochen wird. 
Doch ob das Ganze nun Kunst ist oder Sport, oder Wirtschaft, oder Politik oder Mathematik oder was auch immer, ihr Schubladenheinis. Wichtig ist doch, ob die Kaiser eure Gehirnzellen in Rotation bringen oder nicht? Fällt euch da irgendwas ein? Kommt die Fantasie in Schwung? Oder langweilt euch das alles so wie  . . .  sagen wir mal der Moderator Markus Lanz im TV?
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Zu Risiken und Nebenwirkungen von Nazi-Aufmärschen . . .

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Keiner hatte sie eingeladen, gekommen sind sie aber trotzdem: 50 bis 60 Rechtsradikale, die sich aus irgendeinem Grund die Stadt Aachen für eine Demo samt Kundgebung ausgesucht hatten. Mit Fackeln wollten sie durch die Stadt ziehen, und das machten sie gestern auch.

Kaum war das Ansinnen öffentlich bekannt geworden, da trafen sich Aachener, die sich mit sowas auskennen mit Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) und der Polizei. Man überlegte, was zu tun sei. Alles musste total kurzfristig geplant werden, aber es klappte hervorragend.

Die Demokraten organisierten ein Straßenfest mit Musik. Plakate mit der Aufschrift „Wir sind Aachen, Nazis sind es nicht“ wurden gedruckt und konnten bei der Stadtverwaltung abgeholt werden. In der Theaterstraße, die die Ultrarechten runterlaufen wollten, hing an jeden Baum so ein Plakat. Außerdem in vielen Geschäften, in Verwaltungsräumen und Fenstern von Privatwohnungen.

Die Piraten kamen – praktisch aus dem Stand – sofort auf Touren, fanden einen zu ihnen passenden Spruch und fertigten ein Banner (s. Foto oben). Dafür gab es später auf der Straße Applaus.

Es wurde mitten in Aachen ein Straßenfest veranstaltet, Vertreter von CDU, SPD und Grünen wurden da gesehen, die AWO war da und Die Linke. Die Geschäftsleute und einige Wirte waren nicht begeistert, dass sie sich genötigt sahen, an einem sonst umsatzstarken Samstag die Räume frühzeitig zu schließen.

Und deren Unwillen über die Rechtsradikalen, speziell die Verdienstausfälle an Samstagen, die werden am Ende der allerstärkste Motor sein, sich gegen die Spacken zu wehren und die freiheitlichen Kräfte zu stärken.

banner_58651000 Polizisten sollen in Aachen gewesen sein. Hunderte Polizeiwagen sperrten alles ab. Die Nazis gingen mit ihren Fackeln vom Bahnhof die Straßen runter zum Theater, dann Theaterstraße wieder hoch, Wallstraße, Marschiertor, Bahnhof ab nach Haus. Als ich sie rufen hörte „Deutschland den Deutschen“ musste ich unwillkürlich denken: „Alles nur ein Schrei nach Liebe“. Ich glaube, was da durch die menschenleeren weil abgesperrten Straßen lief waren die absoluten, absoluten Loser der Gesellschaft. Ein Zug von Elendsgestalten, die brüllten wie die Tiere. Emotional und materiell am verhungern. Aber das ist möglicherweise unpassend.

Es wurde viel fotografiert und dokumentiert. Es soll eine Festnahme gegeben haben, wer und warum ist hier nicht bekannt.

Hier noch die im Vorfeld herausgegebene Pressemitteilung der Stadtverwaltung:

http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/politik_verwaltung/pressemitteilungen/ac_gegen_rechts.html

 

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Ein kleiner Platz in Aachen soll umgestaltet werden

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Der Steffensplatz in der Nähe vom Kaiserplatz soll umgestaltet werden. Dieser Platz war ja selbst direkt nach seiner letzten Neugestaltung nicht mal schön. Dort hat man sich nie gern aufgehalten. Wie zu beobachten war, setzten sich nur Betrunkene, die einfach nicht mehr weitergehen konnten, dort hin.

Am Donnerstag, 3. April, befassen sich die Politiker im Ausschuss mit dem Platz. Der Planungsausschuss beginnt um 17 Uhr im Raum 170 des
Marschiertor mit der Arbeit. Da steht der Steffensplatz auf der Tagesordnung, zusammen mit dem Innenstadtkonzept 2022. Die Sitzung ist öffentlich, einjeder kann sich anhören, was geplant wird und was die Politiker der verschiedenen Parteien zu dem Vorhaben sagen. Man sieht sich.

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Wie ein Raumschiff aus einer fremden Galaxie

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Der Neubau des „Aquis Plaza“ am Aachener Kaiserplatz kommt voran. Wie ein Raumschiff aus einer fremden Galaxie, so wird die neue Shopping-Mall mitten in die Stadt Aachen hineingesetzt (s. Foto oben, vom 27. März). Es gibt eigentlich niemanden, der darüber glücklich ist. Und ich kenne auch niemanden, den die Angelegenheit gleichgültig lässt. 29.000 Quadratmeter zusätzliche Ladenfläche, 130 zusätzliche Läden – die werden Aachen verändern und nicht nur Aachen.

Auf Facebook habe ich mich schon klar geäußert: „Das Teil in diesen Dimensionen hätte von den Bürgerinnen und Bürgern mittels (Bürger)entscheid verhindert werden müssen.“ Und die Frage steht im Raum: Warum wurde es nicht verhindert, woran hat es gelegen? Schließlich hat es bei Campusbahn und Bauhaus geklappt.

Alle, die jetzt und in den kommenden Jahren jammern, mögen sich mal fragen, ob sie sich nicht doch etwas mehr darum kümmern müssen, was mit und aus der Stadt Aachen gemacht wird. Auch die Menschen in der StädteRegion dürfen sich einmischen. Denn von Monschau/Imgenbroich bis Eschweiler wird die neue Riesen-Mall den Läden Kaufkraft entziehen. Zumindest in den ersten drei Jahren, wie man aus Erfahrung weiß. Nach drei Jahren hat so ziemlich jeder mal das „Aquis Plaza“ besucht und dort was gekauft, und das reicht dann vielen auch.

Wie man Stadtentwicklung betreibt, das machen seit etwa 20 Jahren die Maastrichter vor. Dabei ist diese niederländische Nachbarstadt kleiner als Aachen, gleichwohl weltbekannt wegen der Maastrichter Verträge.

Das Geld, das die Maastrichter als eine „Stadt in der absoluten niederländischen Randlage“ nach zähen Verhandlungen aus Den Haag bekommen haben, haben sie klug investiert: das Kongresszentrum MECC gebaut, viele Konferenzen, Messen (TEFAF) und Konzerte dort veranstaltet, drei Hochschulen gegründet/ausgebaut, Klinikum, Museen (Stararchitekt Aldo Rossi) gebaut, sich das Preuvenemint und viele andere Attraktionen, die wirklich wunderbar sind, ausgedacht. Und vieles mehr, nicht zuletzt gibt es freies wifi auf dem zentralen Platz, dem Frijfhof. Eine alternative Szene (Boschstraatquartier) wird toleriert.

Unterdessen soll die oben gezeigte Baustelle ab Herbst 2015 so aussehen:

http://www.aquisplaza.de/

http://www.maastrichtportal.nl/home.html?lang=2

http://www.preuvenemint.nl/en/

http://de.wikipedia.org/wiki/Maastricht

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Stiftungsverband hilft Kunst aus dem Keller raus

Im Keller des Suermondt-Ludwig-Museums ist es konstant 20 Grad warm und die Luftfeuchtigkeit liegt – ebenfalls konstant – bei 50 Prozent. In diesem Keller wird Kunst und Kunsthandwerk aufbewahrt. Alles Teile, von denen mal jemand meinte, sie seien nicht so sehenswert, dass man sie in den oberen, öffentlich zugänglichen Räumen des Museums unbedingt zeigen sollte.

Museen machen gern mit großen Namen auf sich aufmerksam. Die Werke bedeutender Künstler will das Publikum sehen, immer wieder neue, in schönem Wechsel. Arbeiten, die einem den Atem nehmen vor lauter Brillanz und Schönheit der Komposition oder Raffinesse oder wegen dem klugen oder originellen Herangehen an ein Thema, das einen umtreibt. Im Suermondt-Ludwig-Museum sollen sich 5000 bis 6000 Werke im Keller befinden, das ist die Hälfte des Bestands. Es gibt aber auch noch Kunst in einem Außenlager.

Wie auch immer: In den Depots der Museen lagert in schierer Masse alles, was nicht 1 A ist, ein Sammelsurium, manchmal in einem so schlechten Zustand, dass es nicht ausgestellt werden kann. Von der Ofenkachel bis zu irgendwelchen archäologischen Funden, die in keinen Zusammenhang zu setzen sind, ist gewöhnlich alles dabei. Die Teile wurden, so wurde mir berichtet, von Privatleuten im Laufe der Jahre geschenkt.

So ein Depot nennt man oft das Gedächtnis des Museums, dort gibt es vieles, was Bürgerinnen und Bürger geschenkt oder vererbt haben. Es ist viel Kunstgewerbe dabei, Stücke, die etwas mit der Aachener Geschichte zu tun haben. Selten, aber es kommt vor, sind Schätze dabei. Oder Teile, die man in früheren Jahrzehnten für weniger wertvoll erachtete, die man jetzt aber anders einschätzt.

Das Geld für spektakuläre Ausstellungen ist nicht mehr vorhanden und so besinnen sich die Museen wieder auf das, was in ihren Depots lagert. Unterstützt werden sie dabei von Stiftungen. Dort kann Geld beantragt werden. Einzelheiten unter http://www.kunst-auf-lager.de Auch aus dem Suermondt-Ludwig-Museum verlautete, dass man sich zur Aufarbeitung von Stücken aus dem Depot an den Stiftungsverband „Kunst auf Lager“ gewendet hat.

Infos zum Suermondt-Ludwig-Museum und zum Stifterverband:

http://www.wdr5.de/sendungen/scala/kunstauflager103.html

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