Ein Name ist eine sehr persönliche Angelegenheit

Es soll Leute geben, denen es völlig egal ist, ob in einem Brief/Zeitungsartikel/Dokument ihre Namen richtig oder falsch geschrieben sind. Ich kenne allerdings niemanden, der so denkt. Im Gegenteil. Journalisten lernten früher, dass man Menschen verletzt, wenn man ihre Namen falsch schreibt. Wie das kommt? Weiß ich jetzt auch nicht. Aber es ist so. 

Ein Beispiel: Das Ş wird wie "sch" ausgesprochen.

Ein Beispiel: Das Ş wird wie „sch“ ausgesprochen.

Schwierige, zum Beispiel polnische Namen, haben die Deutschen gelernt. Zum Beispiel von Leuten, die im Ruhrgebiet leben. Mir fällt als Beispiel zufällig „Birgit Rydlewski“ ein. Aber es gibt auch französische Namen, die wir zu schreiben und auszusprechen . . . tatsächlich . . . doch eines Tages . . . noch . . . gelernt haben. Puh.

Jetzt haben wir es mit türkischstämmigen Menschen zu tun. Und, das war zu erwarten, sie streben mit uns in die Räte und Parlamente. Endlich, möchte man sagen. Die türkischen Namen haben Buchstaben mit Haken drunter, und mit dem so genannten stillen „g“. Wie „Erdogan“, das g wird nicht wirklich gesprochen. Viele Sprachen kennen das stille „g“. 

Man sollte nicht verlangen, dass Menschen, deren Vorfahren aus der Türkei kommen, ihre Namen „eindeutschen“. Bedenkt: Um einen Laut wie „sch“ oder „ch“ zu produzieren, kann man auch einfach andere Zeichen benutzen als wir das tun. Dass das so schwer ist . . . hätte ich jetzt auch nicht gedacht.

Jedenfalls freue ich mich, dass die Verwaltung in Aachen das „s“ mit Haken drauf hat: Klasse. Das kann man auf dem Stimmzettel sehen, der oben abgebildet ist. Sait sein Name wurde korrekt geschrieben. Schön, wa?

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Die FDP und ihr komischer „Knaller“

Die Nervosität steigt, der Wahlkampf liegt in den letzten Zügen. Leider ist es diesmal nicht möglich, im Krönungssaal zu feiern und dabei die Wahlergebnisse aus den Bezirken nach und nach serviert zu bekommen. Das war ja immer wieder neu spannend. Die Infoveranstaltung findet am kommenden Sonntag im Eurogress statt, die Wahlparty beginnt dort um 18 Uhr. 

"Aufwaachen", das hält die FDP in Aachen für eine prima Wahlwerbe-Idee.

„Aufwaachen“, das hält die FDP in Aachen für eine prima Wahlwerbe-Idee.

Mir fallen die Plakate der FDP auf, die offenbar meinen, wir Wählerinnen und Wähler pennen hier in Aachen ohne Ende. „Aufwaachen“, steht auf den Plakaten der Liberalen, was für ein Wortwitz, welch‘ tolles Wortspiel. 😦

Es soll Leute geben bei der FDP, die diesen Slogan tatsächlich für „einen Knaller“ halten.

Die steigende Tendenz bei der Briefwahl hat sich fortgesetzt. Bis heute früh, 22. Mai, „lagen bereits mehr als 30.100 Briefwahlanträge zur Kommunalwahl beim Wahlamt vor“, so teilt das Presseamt mit. Bei der letzten Kommunalwahl 2009 hatten in Aachen insgesamt 29.061 Menschen per Briefwahl abgestimmt.

Ich finde eine demokratische Wahl immer noch eine der tollsten Aktionen, die es gibt. Besonders, wenn der Ausgang offen ist. In Aachen wissen wir nicht, ob jetzt CDU und Grüne die Mehrheit haben, oder ob es auch für SPD und Grüne reicht? Ob die FDP dem Untergang geweiht ist, und ob die Piraten endlich mal in Fraktionsstärke auftreten können werden?

Falls übrigens Marcel Philipp (CDU) wider Erwarten am Sonntag nicht auf 50 Prozent kommt, gibt es eine Stichwahl. Die findet am 15. Juni statt. Dann gibt es noch mal eine Wahlparty, und zwar in der Aula Carolina, wo die Akustik einem einen längeren Aufenthalt unmöglich macht. Der Krönungssaal steht übrigens wegen der Vorbereitungen zur Karlspreisverleihung am Donnerstag, Christi Himmelfahrt, 29. Mai, für die Wahlinfo-Veranstaltung nicht zur Verfügung.

Rat und Oberbürgermeister werden Sonntag ausnahmsweise  für sechs Jahre gewählt. Bis 31. Oktober 2020 werden wir also keine Kommunalwahl mehr haben. Danach wird wieder für fünf Jahre gewählt. Warum das so ist? Unwichtig und zu kompliziert. 

Das Europaparlament wählen wir für fünf Jahre. Es hat 751 Abgeordnete, davon kommen 96 aus Deutschland. Aber das könnt ihr alles selbst bei Wikipedia nachschauen. 

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Klärschlamm, Gold und die Russen werden provoziert

Jetzt also Klärschlamm. In dem Bemühen, die viel zu groß konzipierte Müllverbrennungsanlage in Weisweiler einigermaßen auszulasten, soll jetzt Klärschlamm den fehlenden Müll ersetzen. 

Warum nur musste die Anlage von Anfang an so überdimensioniert sein? Es war doch klar, dass die Müllvermeidung  fortschreiten würde. Und dass eine Anlage mit drei Öfen viel zu groß sein würde und nur mit hohen Müllgebühren zu finanzieren war.
Damals wurde gesagt: Wenn wir nicht genug Müll haben, schalten wir von den drei Öfen einfach einen ab. Heute ist vom Abschalten keine Rede. Die Anlage muss schließlich rentabel arbeiten. Vielmehr sucht die MVA-Geschäftsführung Müll, wo immer er sich verstecken könnte.
Für den Klärschlamm müsste die Anlage noch mal umgebaut werden. Aber warum nicht? Die Kosten werden doch über die Gebühren wieder reingeholt.
„Wo andere Abfall sehen, das seh ich Gold“, hieß es jüngst in einem „Tatort“. Ich fand das ein gutes, ein passendes Bild.  Eine Müllverbrennungsanlage kann eine Goldgrube sein. Also nicht für die, die sie über ihre Gebühren finanzieren müssen, sondern für andere.
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Das Theater Aachen hat das Programm für die neue Spielzeit vorgestellt. Ein Highlight: Wir werden im September die „West Side Story“, das Musical von Leonard Bernstein, erleben können. Das wird bestimmt schön. Unterdessen stehen jetzt zwei Hunde auf dem Dach vom Ludwig Forum. Tja, das werden wir uns diese Woche mal ansehen.
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Heiligtumsfahrt, Karlsjahr und Fußball-Weltmeisterschaft: Das passt alles drei gleichzeitig nicht in die kleine Innenstadt rein. So muss natürlich die Fußballfan-Gemeinde (und nicht etwa die Heiligtumsfahrer-Szene) auf das beliebte Public Viewing verzichten. Und  auch auf dem Tivoli wird es kein Rudelgucken geben. Das Stadion ist dafür nicht geeignet. Mehr wie doof.
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Beim Karlspreis (an den EU-Ratspräsidenten) werden wir uns damit abfinden müssen, dass die Premierminister von Moldawien, Georgien und der Ukraine zugegen sein werden. Und zumindest der umstrittene Regierungschef (der Übergangsregierung) aus der Ukraine wird eine Rede halten, was ein klares Signal gegen Russland ist. Ist ja derzeit auch angebracht, dass wir hier von Aachen aus den Russen mal ordentlich in die Eier treten. Das sorgt bestimmt für mehr Frieden auf der Welt, nicht wahr?
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Via Twitter bin ich jetzt auf http://www.unserAC.de aufmerksam geworden. Das  ist ein Portal zum Vernetzen und Einmischen, Engagieren und Informieren. Unbedingt mal anschauen. Bürgerinnen und Bürger sollen zusammen Probleme lösen. Das könnte klappen. Es wird auch dargestellt, was Politik und Verwaltung so alles planen.
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Stimmen für die Europawahl werden zuerst ausgezählt

Der Ratssaal im Aachener Rathaus. Wer hier nach dem 25. Mai Platz nehmen kann, das ist noch völlig unklar. Die Ratsvertrezer sitzen hier sehr eng, viel zu eng.

Der Ratssaal im Aachener Rathaus. Wer hier nach dem 25. Mai Platz nehmen wird, das ist noch offen. Die Ratsdamen und -herren sitzen hier sehr eng, viel zu eng. Extrem wenig Platz ist für Zuschauer vorhanden.

Hier noch einige Angaben zu den kommenden Wahlen – Kommunalwahl und Europawahl am 25. Mai. Was nicht alle wissen: Bei der Kommunalwahl dürfen die 16- und 17-Jährigen wählen. In dieser Altersgruppe ist die Wahlbeteiligung zwar immer gering. Es ist jedoch trotzdem richtig, das Wahlalter so niedrig anzusetzen. So fühlen sich die Jugendlichen, die  bereits politisch interessiert sind, ernst genommen. 

195.000 Aachenerinnen und Aachener sind wahlberechtigt bei der Kommunalwahl. Bei der Europawahl sind es nur 180.000 Personen. Rund 1800 Wahlhelfer werden gebraucht, und die werden am Wahlabend zuerst die Stimmzettel für die Europawahl auszählen, so war im Wahlamt zu erfahren. Als zweites werden die Stimmzettel für die Oberbürgermeisterwahl ausgezählt, danach alle anderen. Der Wahlabend wird auf jeden Fall lang, sehr lang. Und zumindest in Aachen spannend. Es wird in Wort und Bild berichtet.

Die Oberbürgermeister-Kandidaten sind:

Marcel Philipp (CDU). Er war 2009 mit einem Ergebnis von 43,31 Prozent Sieger der Wahl.

Björn Jansen (SPD). Er wollte erst, dann lieber nicht, dann wollte er doch antreten, oder war es umgekehrt? 2009 trat Karl Schultheiß für die SPD in Aachen an und schlug sich ziemlich gut.

Gisela Nacken (Grüne). Sie hat schon viele Jahre einen leitenden Posten in der Stadtverwaltung inne. Als Baudezernentin werden ihr viele Pannen angelastet, einiges wahrscheinlich auch zu Unrecht. Kübel von Spott und Ärger ergossen sich via Leserbriefen über sie, als die Grünen ihre Kandidatur bekanntgaben.

Weitere Kandidaten: Wilhelm Helg (FDP). Leo Deumens (Die Linke). Marc Salgert (Piraten). Horst Schnitzler (Unabhängige Wählergemeinschaft). Hans-Dieter Schaffrath (Freie Wählergemeinschaft).

Die Kandidaten der kleinen Parteien machen sich nicht wirklich Hoffnung auf den Oberbürgermeister-Posten. Sie treten nur an, um in Diskussionsveranstaltungen und in der Presse für die politischen Ziele ihrer Partei werben zu können. Ohne OB-Kandidat hat man hierzulande schlechte Chancen, seine Partei einem größeren Publikum vorzustellen.

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Vier Stierköpfe im Krönungssaal, plus zwölf Mädchenköpfe

Heute im Krönungssaal des Aachener Rathauses: Keine Bange, es wird nicht auf die Kunst gezielt, sondern auf eine Taube, die sich in den Saal verirrt hatte und ihn nicht mehr verlassen wollte.
Heute im Krönungssaal des Aachener Rathauses: Keine Bange, es wird nicht auf die Kunst gezielt, sondern auf eine Taube, die sich in den Saal verirrt hatte und ihn nicht mehr verlassen wollte.

Nicht nur im Foyer des Rathauses ist neue Kunst eingezogen. Auch im Krönungssaal hängen jetzt vier große Bilder, eher Tafeln, die dort vorher nicht zu sehen waren. Nun hat Aachen bestimmt größere Probleme zu diskutieren als die Frage: Welcher Künstler darf im Rathaus ausstellen?

Aber man hat sich entschieden. Aktuell für Emil Ciocoiu (im Foyer) und für vier Arbeiten von Eric Peters (im Krönungssaal). Mit Eric Peters und seiner Kunst habe ich mich – ehrlich gesagt – bisher erst einmal beschäftigt. Das war im

Dezember 1986, als er an einem 100 Meter langen und acht Meter hohen Bild mitgearbeitet hat. Zusammen mit Herbert Bardenheuer und Wolfgang Kupczyk.

Eins von vier Werken von Eric Peters, die jetzt den Krönungssaal schmücken.

Eins von vier Werken von Eric Peters, die jetzt den Krönungssaal schmücken.

Das Riesenopus schmückte damals eine Wand des Aachener Bushofs (von innen). Es war nicht besonders lange zu sehen, wurde später einfach übermalt. Schon damals wurde Dr. Wolfgang Becker (da noch Leiter der Neuen Galerie) mit der Aussage zitiert, der Bushof sei „das hässlichste Gebäude der Stadt“.

Jetzt hängt Eric Peters (bis zum 30. Mai) mit vier Arbeiten im Krönungssaal. Thema ist die Sage von Europa und ihrer Entführung durch Zeus, der dazu die Gestalt eines Stieres annahm. Man sieht vier unterschiedliche, dicke Stierköpfe, und darüber jeweils drei Mädchenköpfe schweben. Auf einem Bild sieht das Mädchen mit seinen dicken Zöpfen aus wie die ukrainische Politikerin Timoschenko. Auffallend: Alle Köpfe ruhen auf vormodern anmutenden Kragen. Was das alles bedeutet, weiß ich noch nicht.

Im Krönungssaal herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Besuchergruppen mit und ohne Führung strömen ins Rathaus, es geht zu wie in einem Taubenschlag. Es ist schön zu sehen, dass so viele Menschen die Schönheit und Weite dieses einmaligen Saales erleben wollen und bestaunen.

Blick in den Krönungssaal.

Blick in den Krönungssaal.

Aber von wegen Taubenschlag: In den Saal war aus Versehen eine Taube geflogen. Und die musste nun irgendwie rausgedrängt werden. Jedenfalls sollte sie verständlicherweise die Kunst nicht mit ihrem Kot bekleckern. Auf dem Foto (oben) ist zu sehen, mit welcher „Waffe“ (Schleuder) das Tier zum Verlassen der Örtlichkeit bewegt werden sollte.

Am 29. Mai wird im Krönungssaal der Karlspreis verliehen. Schon jetzt hat man mit dem Aufbau der Bühne begonnen (Foto).

Ergänzend für alle, die sich für die Kunst von Eric Peters interessieren:

http://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Peters

http://www.eric-peters.com/werke.htm

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/europa-serie-des-aachener-malers-eric-peters-im-kroenungssaal-1.818517

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25. Mai: Bis dahin muss man mit dem Wählen nicht warten

Ein Stimmzettel für die Europawahl, ganz schön voll.

Ein Stimmzettel für die Europawahl, ganz schön voll.

Am Wahltag werdet ihr euch in der engen Wahlkabine mit 6 Stimmzetteln rumschlagen müssen. Das könnte unbequem werden. Allein der Stimmzettel für die Europa-Wahl ist 74 Zentimeter lang, von 24 Parteien darf nur eine angekreuzt werden.

Die Wahlkabinen sind – wie erwähnt – etwas eng, die Wahllokale sind auch nicht besonders gemütlich, mit langen Warteschlangen muss gerechnet werden, und man hat vielleicht an dem Tag schon was anderes vor. Warum also nicht in diesen Tagen ins Wahlamt gehen und dort viel gemütlicher wählen. Das ist möglich, Personalausweis nicht vergessen.

Das Wahlamt ist in der Peterstraße 17 (im Gebäudes des Bushof). Dort bekommt man – falls gewünscht –   auch die Stimmzettel mit allem Drum und Dran mit nach Hause. Für die Briefwahl. Und zu Hause kann man sich dann richtig viel Zeit nehmen.

Jüngster Kandidat ist laut Stimmzettel in Aachen – na wer wohl ??? Ein Pirat, der 1994 das Licht der Welt erblickte.

Der älteste Kandidat ist ein Rentner, 1945 geboren, der für die FWG (Freie Wähler Gemeinschaft, das ist die Partei von H.-D. Schaffrath) ins Rennen geht.

Europawahl-Stimmzettel mit den ersten 8 Parteien, 24 sind es insgesamt.

Europawahl-Stimmzettel mit den ersten 8 Parteien, 24 sind es insgesamt.

Zu den Ältesten gehören übrigens typischerweise die Grünen. Seit 30 Jahren (oder doch erst seit 25 ?) immer dieselben Leute: die Eheleute Reiner Priggen und Gisela Nacken, Michael Rau, Hilde Scheidt, Helga Gaube, Achim Ferrari, Elisabeth Paul . . . stehen 2014 – und bestimmt beim nächsten Mal wieder – auf den Stimmzetteln. Wobei ich nicht bestreiten will, dass sie für Aachen ganz neue Ideen haben und genau wissen, wie und warum das Internet unser aller Leben komplett revolutioniert hat. 😉

Wie auch immer: Es wäre schön, wenn viele Menschen wählen gehen. Sei es nun zu Hause per Briefwahl, im Wahlamt oder am 25. Mai. Und dann bitte merken: Immer nur eine Bewerberin oder einen Bewerber ankreuzen, „ansonsten ist Ihre Stimme ungültig“.

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Neue Brücke als Zugang zum Westbahnhof

Gestern im Finanzausschuss der Stadt Aachen haben Vertreter der Stadtverwaltung ein Projekt vorgestellt: Der Westbahnhof soll einen barrierefreien Zugang zu den Bahngleisen erhalten.
Der Zugang zum Westbahnhof soll über eine neue Fußgängerbrücke ermöglicht werden, die – einem ersten Entwurf zufolge – von der Professor-Pirlet-Straße bis zum Republikplatz führen könnte. Die Politiker, die im Rat der Stadt für die Finanzen zuständig sind, haben gestern die Vorschläge der  Stadtverwaltung angehört und für gut befunden. Das wurde bei einer Abstimmung klar. Entscheiden muss letztlich der Rat, aber die positive Beurteilung durch den Finanzausschuss bedeutet, dass die Brücke höchstwahrscheinlich (!) gebaut wird. Warum auch nicht?
Ersten Schätzungen zufolge, so wurde mitgeteilt, liegen die Kosten in einer Größenordnung von rund 6,5 Millionen Euro.
Hoffentlich ergibt sich keine Verdopplung der geschätzten Kosten – wie bei dem Hubschrauber-Landeplatz vor dem Klinikum. Der Landeplatz sollte eigentlich 6,2 Millionen kosten, derzeit ist man bei 10, 4 Millionen Euro. Ein mit mir befreundeter Bauingenieur ließ mich wissen, die Bausumme werde geschätzt. Die Richtwerte seien da sehr geduldig. Ein „baubefasster“ Auftraggeber „sollte in der Lage sein, die Schätzung auf Realitätsbezogenheit zu prüfen“. Warten wir es ab.
Das Presseamt der Stadt Aachen teilte noch mit: „Derzeit wird der Westbahnhof von rund 5000 Ein- und Aussteigern täglich genutzt. Es ist davon auszugehen, dass diese Zahlen im Zuge der weiteren Entwicklung der RWTH Aachen im Bereich der Hochschulerweiterungsgebiete (Campus Melaten und Campus West) deutlich ansteigen werden.“

Und weiter heißt es: „In der zweiten Jahreshälfte ist ein Städtebau- und Architekturwettbewerb geplant, in dem sowohl ingenieurtechnische Fragen der Brückenkonstruktion als auch Fragen der Einbindung in das Umfeld bearbeitet werden sollen.“

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Jetzt in vielen Schaufenstern präsent: Kaiser Karl.

Einen Tag nach Ende der Ausstellung tauchen sie in den Schaufenstern bestimmter Geschäfte auf: die Minikarls von Künstler Ottmar Hörl.

Einen Tag nach Ende der Ausstellung tauchen sie in den Schaufenstern bestimmter Geschäfte auf: die Minikarls von Künstler Ottmar Hörl.

 

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25. Mai: Was vor der Wahl zu bedenken ist

BildEs wird ernst. Die Wahlbenachrichtigung liegt im Briefkasten, die Stadt wird zunehmend zugepflastert mit Wahlplakaten, morgen kommt sogar Angela Merkel nach Aachen auf den Katschhof, und ich frage mich: Was wähle ich denn dieses Mal? 

In Aachen haben wir die Wahl zwischen sage und schreibe 12 Parteien. Das sind CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke, Piraten, UWG, FWG, die Europäische Liste Aachen ELA, Pro NRW, Die Partei und AfD.

Von denen können nur acht, nämlich CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke, Piraten, UWG und FWG jeder etwas für Aachen bewirken. Die anderen würden – meiner Meinung nach – im Rat nur den Betrieb aufhalten. Jede der Acht aber kann etwas Gutes für Aachen bewirken, du musst nur herausfinden, was dir genau für Aachen im Moment am wichtigsten ist.

Beispiele: Förderung der Wirtschaft und des Handels, keine Gewerbesteuer-Erhöhungen (etwa zur Reparatur von Straßen und Schulen) – davon kann man sich was erhoffen und FDP wählen.

Wenn man Leute im Rat haben möchte, die das Internet verstanden haben, dann kann man die Piraten wählen. Zumal wenn man von altgedienten Kommunalpolitikern jenseits der 60 nichts Innovatives erwartet.

Wenn einem aber die Energiewende das Allerwichtigste ist auf der Welt, dann müssen es in Gottes Namen die Grünen sein, bei denen man seine Kreuzchen macht. Und wer schließlich die CDU in Aachen für eine moderne Partei hält (das soll es geben), der ist auf dem Stimmzettel bei denen richtig. usw. usw. usw.

Was hier gesagt werden soll: Ein Minimum an Information kann bei einer Kommunalwahl nicht schaden. Und es schadet insbesondere nicht, wenn man weiß, was (sich) die Parteien-Vertreter in der Vergangenheit alles geleistet haben.

Da fällt einem vielleicht auf, dass eine Ökopartei immer schnell bei der Hand war, wenn es ums Abholzen von Bäumen geht. Um saubere Energie zu produzieren, wollen sie andere Umweltfrevel begehen, also Bäume fällen und  Talsperren zu Industrieanlagen umwandeln. Da fällt einem ferner auf, dass die Partei mit dem C im Namen sich in den letzten Monaten nur noch höchst unchristlich selbst beharkt hat auf Teufel komm raus.

Interessant ist folgendes: Was wollen die Parteimitglieder eigentlich? Ein Aachen, wo die Busse nicht zu voll sind und pünktlich fahren und wo der Müll ordentlich abgeholt wird und auch sonst im Kleinklein alles rundläuft? Geben sie sich damit zufrieden?

Oder wollen sie mehr, nämlich dass Aachen sich mit glanzvollen Projekten aus der Masse der anderen Städte heraushebt und auf sich aufmerksam macht. So wie das einstmals rückständige Maastricht, heute weltweit bekannt, weil das MECC gebaut wurde und dort eine EU-Konferenz stattfand, die die „Maastrichter Verträge“ aushandelte.

Viele haben sicher nicht die Zeit, sich in all den Fragen kundig zu machen.

Vor Wahlen hilft ein Blick in die Tageszeitungen. Da (in den „AN“) knöpft man sich zur Zeit das Arbeitsprogramm von CDU/Grünen von 2009 vor und schaut, was denn wirklich umgesetzt wurde. In manchen Bereichen (Kinder, Schulen) sieht es gut aus, in anderen (Sport) blieb es bei Versprechen. Überschrift am Freitag, 25. April, in den „Nachrichten“: „Viel angekündigt, nur wenig umgesetzt“. Das sagt ja wohl genug.

Update: Am 5. Mai steht da: „Große Baustellen für die ganz Kleinen“, und tatsächlich wurde in  Kindertagesstätten viel Geld investiert.

 

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Schade: Abschied von den kleinen Karls

Die letzten Flyer sind schnell weggegangen, bald wird der Katschhof wieder leer sein.

Die letzten Flyer sind schnell weggegangen, bald wird der Katschhof wieder leer sein.

Nach nur zwei Wochen ist die Open-air-Ausstellung „Mein Karl 2014“ beendet. Morgen, 28. April, werden die Karls-Plastiken weggeräumt. Nach einer wirklich sehr kurzen Zeit . . . für eine derartig aufwendige Ausstellung, die auf so viel Interesse gestoßen ist.
Normalerweise ist da eine kleine Verlängerung fällig. Aber die ist wohl deshalb nicht drin: Der Katschhof muss frei sein, weil am 30. April die Bundeskanzlerin dort Werbung für die CDU machen wird. Die Kommunalwahl und die Europawahl sind wichtiger. Also weg mit der Kunst.
Das ist schade, aber es konnte auch niemand vorausahnen, dass die Minikarls so gut ankommen würden. Die kleine Schar derjenigen, die die Karlsplastiken geschmacklos oder bescheuert fanden, hat sich in ein paar Leserbriefen geäußert und das wars. Dabei ist in Aachen die Gruppe derjenigen, die die Karlsverehrung für übertrieben, für ohne Maß und ohne Ziel halten, gar nicht so klein.

Ein "Karl der Große" über den man lachen kann.

„Karl der Große“ einmal so, dass man über ihn lachen kann.

Doch was der Künstler und Professor Ottmar Hörl aufbauen ließ, hat ironische und Karl gegenüber despektierliche Aspekte: Den „Heiligen“ in Plastik, zurückgestutzt auf 110 Zentimeter, dazu wie ein billiges Spielzeug vervielfältigt und im Freien zu präsentieren . . . Das hat mir gut gefallen.

Karl der Große war ein besonders grausamer Mann, er hat 35 Jahre gegen seine Nachbarn Krieg geführt und seine Gegner ungewöhnlich brutal gedemütigt. Er war niemals barmherzig, und das Gute, das er zum Ende seines Lebens tat, tat er einzig aus Angst. Aus purer Angst  vor der Strafe im Jenseits. Das Jüngste Gericht war damals eine Tatsache, ein Fakt, an dem niemand zweifelte.
Karl hat viele Menschen eigenhändig umgebracht, rasend vor Mordlust. 4500 Menschen (im heutigen Niedersachsen?) mussten sterben, einfach nur, weil sie den Glauben ihrer Väter und Vorväter nicht ablegen wollten. Karl hat sich massenhaft an den Heiligtümern seiner Feinde vergriffen. Der soll uns ein Vorbild sein? Karl sollte wirklich eher „Karl der Schreckliche“ heißen, wie es jetzt in Aachen eine „Bürgerinitiative gegen die Karlsverehrung“ vorschlägt.

 Gnade und Barmherzigkeit, das sind Tugenden auf die man, selbst wenn man dem Christentum nicht viel abgewinnt, immer noch mit Freude schauen kann. Gnade und Barmherzigkeit kannte Karl schon nicht, als er seinen Bruder und später seine beiden Neffen umbringen ließ. Wiewohl diese Verbrechen nicht wirklich belegt sind, jedoch diese Personen spurlos verschwunden sind.
Das Ausrotten der Andersgläubigen, dafür ist der Franke Karl ein Vorbild.

Sehenswert:

 

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