ai

Nächste Woche erscheint, sofern wir Platz haben, ein Textchen von mir, das befasst sich mit amnesty international (ai).  Die Gruppe, die ich kontaktiert habe, ist nämlich der Ansicht, dass ai seit etwa einem Jahr etwas falsch macht bzw von seinen Grundsätzen abweicht, obwohl gerade die Einhaltung der Grundsätze die Organisation so erfolgreich gemacht hat.

Es ist ja nämlich so, dass ai-Deutschland sich zu Vorgängen in Deutschland äußert (Polizeigewalt in Berlin und Stuttgart) und das war bisher nicht usus, dass die zu Vorgängen im eigenen Land Stellung genommen haben.  Außerdem: ai hat Armut und Kindersterblichkeit zum Thema gemacht, und das ist  im konservativen Sinne nicht unbedingt ein Menschenrechtsthema. ai hat sich aber 50 Jahre lang  streng nur um die Einhaltung der bürgerlichen Rechte gekümmert, und davon weichen die jetzt bedauerlicherweise ab. Wobei das zu einer Schwächung der Schlagkräftigkeit der Organisation führen könnte.

Nicht zuletzt ist natürlich zu bedauern, dass ai jetzt immer Israel- und USA- feindlicher geworden ist.

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Reise nach Berlin

Die beste Ferienwoche von allen war jüngst die Woche in Berlin. Ich bin ganz allein nach Berlin gefahren, im Zug, was sehr bequem war, zumal ich von hier aus nur in Köln umsteigen musste. Erste Klasse fahren ist ganz gut, man hat viel Platz, aber die Leute!!!!! Doch leider weitgehend unsympathisch.

In Berlin angekommen ging es weiter zum Hotel, das hatte ich leider so zwischen Tür und Angel irgendwann mal gebucht, und es war kein Hotel, sondern – Überraschung – eine kleine Wohnung. Nachteil: Kein Frühstücksbuffett. Vorteil: Man kann morgens in Pantoffeln in die Küche schlurfen und gemütlich Kaffee machen, spaziert dann ins geräumige Bad, während nebenan das tv Nachrichten bringt usw.

Am ersten Tag in Berlin ging es gleich in die Pflugstraße, und ich konnte sehen: Die Piraten-Zentrale gibt es wirklich. Es sind zwei Büros und eine Küche. Die Toiletten sind getrennt nach „Mit Pinkelbecken“ und „Ohne Pinkelbecken“ oder so ähnlich stand es auf den Türen. Fand ich schon mal cool.
Weil Jörg Tauss getwittert hatte, er wäre abends in seiner Stammkneipe, ebenfalls Pflugstraße, verfügte ich mich später dahin. Von Tauss keine Spur. Ich so zum Wirt: „Ist der Jörg Tausss schon wieder weg?“ Der Wirt so: „Der Tauss ist heute beim SPD-Fest.“ Langes Schweigen. Dann: „Das SPD-Fest ist im Konrad-Adenauer-Haus, da ist der Tauss bestimmt heute.“ Ich so: „Das kann nicht sein.“ Wirt: „Na, in dem Haus, wie hieß denn der andere, nicht Adenauer, sondern . . .“ Ich so: „Willy Brandt?“. Der Wirt: „Ja genau, da ist heute Sommerfest.“
So plauderten wir, ich hab erst Tage später gemerkt, dass der Wirt im Osten aufgewachsen ist und sich mit unseren Promi-Politikern der 60er, 70er, 80er Jahre nicht auskennt. Verständlicherweise.
Aber ich dachte schon: „Allerhand, Stammkneipe mit so einem unpolitischen Wirt . . . .“
Später kam Jörg Tauss vorbei, wir unterhielten uns prima, und er fragte, ob ich zwei Tage später den Bundestag mit besichtigen gehen will. Ich sagte „ja“ und ab mit Taxi in die Wohnung.

Am nächsten Tag gab es ein „Pressefrühstück“ in der Piraten-Geschäftstelle, ich bin schließlich außer Pirat auch Journalistin und nahm also an der Frühstückstafel Platz. Stunden später konnte ich schon den TAZ-Bericht lesen. War mal sehr erhellend, weil ich wußte: Was gesagt worden war, war nicht ganz deckungsgleich mit dem, was später zu lesen war. Auffallend: Die Spiegel-Journalistin hatte nicht den Hauch einer Ahnung, was Liquid Feedback ist oder sein könnte und zu was es gut ist. Nicht den Hauch einer Ahnung. Dabei ist es ein Experiment, das so oder so für demokratische Entscheidungs-Prozesse einmal wichtig sein wird.

Bei dem Pressefrühstück habe ich auch Maha ganz kurz kennengelernt, wie überhaupt einige Leute, deren Stimmen ich bis dato nur von Podkasts kannte. Das war spannend. Nachmittags in die Galerie LaFayette, ein riesiger Glaskasten mit allem, was das Herz einer ubergangshymne erfreut. Klamotten, Kosmetik, Schuhe, Parfüm, Unterwäsche, Taschen . . . . alles zum Niederknien schön designed, ein Tempel.

Tags drauf um 18 Uhr ging die Führung durch den Bundestag los. Und das mit einem so kritischen Ex-Abgeordneten, der 15 Jahre dort ein- und ausgegangen ist. Alle Fragen wurden beantwortet. Auffallend: Ganz viel moderne Kunst befindet sich in dem Gebäude. Also nicht die klassische Moderne, die ja noch zu verstehen ist, sondern Gegenwartskunst, das Schwerste (und Beste) vom Schwersten. Das beeindruckt mich noch jetzt. So progressiv hätte ich mir die Deko nicht vorgestellt. Im Andachtsraum die Arbeiten von meinem Lieblingskünstler Günter Uecker. Kunst und Politik satt, ich war und bin davon extrem begeistert (habe in jungen Jahren Politik studiert und auch etwas Kunstgeschichte).
Mit bei der Besichtigung, an der ich unverhofft teilnehmen konnte: Freiburger Piraten, die alle sehr sympathisch rüberkamen. Im Bundestag stießen wir auf einem Flur auf eine Gruppe von Grünen. Wir schauen uns an, was die machen, und eine von denen sagt: „Uns kann man auch wählen.“
Jetzt kommt mir angesichts der Grünen sowieso gelegentlich der Kaffee hoch, aber da schoss es aus mir heraus: „Ich will lieber im Kosovo tot übern Zaun hängen als nochmal Grüne zu wählen.“ Du liebe Güte. Wie immer, wenig, zu wenig diplomatisch. „Wie bitte??“ fragte etwas streng die grüne Dame. ZUM GLÜCK sprach Jörg Tauss flott ein paar verbindliche Worte und das Thema Kosovo wurde nicht weiter vertieft. Ich fragte mich aber noch abends, warum das immer sein muss, dass ich so unfreundliche Bemerkungen mache. (Obwohl die Aussage von mir inhaltlich genau stimmt.)

Nach der zweistündigen Besichtigung, die mir wie eine halbe Stunde vorkam, gings zum ARD-Studio-Haus, wo wir im Freien Suppe aßen und ich Bierchen trinken konnte. Dann mit U-Bahn in die Wohnung.

Tags drauf sammelte sich alles um 13 Uhr auf dem Potsdamer Platz zur „Freiheit statt Angst“ – Demo. Ich kam etwas zu spät, die Wohnung hatte schon ein Gesicht bekommen und war gemütlich. 7500 sollen es gewesen sein. Ich meine, es waren 10 000 ganz sicher. Wie 7000 aussehen, das weiß ich, die passen genau in Aachen auf den Katschhof. Und was sich da in Marsch setzte, das war zweimal Katschhof. Na gut. Ich ging mit den Piraten und traf auch gleich zwei Aachener.
Das war eine tolle Demo, mit vielen Piratenfahnen, das hat echt Spaß gemacht. Mitten durch die Innenstadt gings, vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Stelenfeld, das ich noch nie gesehen hatte. Viele Transparente gabs und Sprüche und Musik. Am Ende war ich müde, hatte die Aachener verloren und
spazierte nochmal zu dem Stelenfeld. Immerhin ist es von Peter Eisenman, der auch in Aachen eine Arbeit im öffentlichen Raum hat und den ich in dieser Angelegenheit mal via Redaktion fernmündlich in New York interviewt habe.

Es ist nicht zu leugnen, dass die Demo in den gängigen Medien wenig Aufmerksamkeit erregte. Es gibt aber im Netz viele tolle Fotos und Videos. Abend in der Wohnung verbracht.

Tags drauf gab es einen „Tag der offenen Tür“ im Bundestag und ein öffentliches Meeting mit Mitgliedern des Enquete-Kommission (neue Medien und Internet, oder so ähnlich) in einem Reichstags-Nebengebäude (Paul-Löbe-Haus). Dabei drei oder vier Piraten und Jörg Tauss, der die Frage stellte, wie das denn zu machen ist, dass im Justizministerium gerade das Urheberrecht neu geordnet wird, wobei die Enquete-Kommission komplett nicht einbezogen wird.
Man konnte aber kaum diskutieren, und mir ist immer noch nicht klar, wieso diese Kommission sich viermal getroffen hat und noch nicht das geringste Ergebnis vorweisen kann, außer dass man sich in Projektgruppen aufgeteilt hat, wo aber erst nach dem dritten Treffen die inhaltliche Arbeit beginnt (vielleicht), weil so viel Formalkram erledigt werden muss.

Einmal im Bundestag, hab ich mir nochmal sehr genau die Uecker-Kunst angeschaut.

Tags drauf gab es dann die fünfte Sitzung der Enquete-Kommission. Ich saß mit den Aachenern auf der Empore. Ich muss sagen: Die Räumlichkeiten sind sehr schön, man kann sich dort wohlfühlen, alles macht mit viel Glas den Eindruck von Transparenz. Der alte Reichstag ist ein Kasten, für den man sich nicht zu schämen braucht, ein prima Parlamentsgebäude mit spektakulärer Kuppel.

So eine Enquete-Sitzung mal mitzuerleben, das ist schon eine Reise nach Berlin wert. Die ganze Kommission bekommt bestimmt kein einziges Problem in den Griff, das mit dem Internet auf den Nägeln brennt. Aber mal zu sehen, wie dort gearbeitet wird, das muss man gesehen haben. 😉 Zum Glück konnte ich von meinem Sitzplatz den SPD-Abgeordneten Dörmann nicht sehen, den ich als charakterlich nicht gerade fair erlebt habe.

Nachmittags viele Gebäude angeschaut, Bahn-Rückfahrkarte gekauft, Rückfahrt, sehr ermüdend. Abends zuhause, 20.30 Uhr beim Piratenstammtisch dabei.

Ja, so war das ;-)))

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google street view

Ein wenig wundere ich mich ja doch: Da legen sich Dörfer und Städte wie Embken oder Heimbach, Nideggen oder Kreuzau mächtig ins Zeug und machen sich schön. Fachwerkhäuser werden herausgeputzt, Gärten angelegt, Burgen vorsichtig mit modernem Equipment ausgestattet.
In den Rathäusern zermartern sich seit Jahren die Bürgermeister das Hirn darüber, wie man mehr Touristen in die Gemeinde locken kann. Die Gastronomie soll Umsatz machen und Steuern zahlen, auf dass sich der Stadt- oder
Gemeindesäckel fülle.Wer einmal Golddorf wurde, prunkt damit am Ortseingang. Für werbende Auftritte bei der Internationalen Tourismusmesse in Berlin ist man sich
nicht zu schade. Im Gegenteil: Die ITB ist ein Pflichttermin nicht nur für Bürgermeister, sondern auch für den Landrat.

Und dann kommt eine Firma wie Google mit seinem Streetview und will das alles weltweit sichtbar machen und was passiert? Es gibt einen Aufschrei und niemand möchte abfotografiert werden. Hektisch wird überlegt, wie man am besten den flächendeckenden Wiederstandorganisieren kann. Und Beobachter reiben sich die Augen: Wie denn jetzt? Unser Dorf soll schöner werden, aber niemand soll es sehen?
Klar, die Menschen haben Angst vor Kriminellen. Aber bisher haben die Spitzbuben im Kreis Düren auch ohne Streetview reihenweise Häuser gefunden, in die sie eingestiegen sind. „Zeigt euch der Welt“, möchte man den Eifelorten zurufen. Denn: „Ihr könnt
euch sehen lassen.“

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aids

Dieser Tage  stand eine Frau vor Gericht, Nadja Sowieso, die mal ein Popstar war. Sie  wurde beschuldigt  und hat auch zugegeben, dass sie als HIV-Infizierte mit einem Mann geschlafen hat, ohne ihm von der Infektion was zu sagen.

Er ist jetzt ebenfalls infiziert, und weil alle Welt meint, die Strafe für die Sängerin der no angles (zwei Jahre auf Bewährung) sei zu niedrig, fällt mir nur ein: Wieso hat der Mann sich nicht darum gekümmert, sich vor  einer Infektion zu schützen?

Ist es neuerdings allein Sache der Frau darauf zu achten, dass sich niemand infiziert? So wie es ziemlich genau allein Sache der Frau ist, eine Schwangerschaft zu verhüten?

Zwei Jahre auf Bewährung finde ich keine zu hohe Strafe.  Man muss berücksichtigen, dass diese Nadja  sehr schlecht mit ihrer Situation als Popstar zurecht gekommen ist. Irgendwie soll eine halb-moslemische Erziehung eine Rolle spielen und Alkohol auch.

Ich denke, wer sich nicht anstecken will, muss sich schützen. Und sich zur Not vorher einen Aids-Test zeigen  lassen.  Einen aktuellen natürlich.

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Rüder Ton, harsche Kritik

Viele junge Männer sind im Netz unterwegs, schreiben, und  ihre  Sprache ist auffallend rüde, unfreundlich und harsch. Wer sich daran noch nicht gewöhnt hat, findet es unerträglich.

Tatsache ist aber, dass diejenigen, die verbal aufeinander eindreschen, sich im realen Leben gegenseitig normal rücksichtsvoll behandeln. So liegt die Vermutung nahe, dass man beim Schreiben im Netz zu einer gewissen verbalen Brutalität verleitet wird, hinter der man normalerweise nicht steht. Das habe ich auch selbst erlebt.

Im Netz wird, was man als Kritik anmerken wollte, zu einem Niedermachen des Angesprochenen und dessen Meinung. Es wirkt gnadenlos und sehr, sehr hart.  Die Männer treten im Netz auf  wie Cowboys, an jeder Seite einen Revolver, mit denen sie tatsächlich auch schießen. Was ist zu tun?

Das einzige, das mir einfällt: Alles beim Lesen schon mal tiefer hängen, nicht wörtlich nehmen und nicht im selben Ton zurückkeilen. Das sagt sich  leicht, ist aber schwer.

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Was Duisburg für mich bedeutet

An jenem Samstag, als ich zum ersten Mal von Toten bei der Loveparade hörte, wusste ich, was das bedeutet, auf einen Schlag. Ein Keulenschlag. Dann hab ich  weitergearbeitet, aber immer mit einem Ohr am Radio. Und habe auch gleich ins Netz geschaut. Ich denke, dass viele versagt haben im Vorfeld der Veranstaltung. Besonders betroffen macht mich aber das Versagen der Presse. Es hieß sogleich: Ja, das musste ja in einer Katastrophe enden. Das  meinten die Klugscheisser, die vorher nicht oder nicht laut genug gewarnt hatten vor den Sicherheitsrisiken. Und natürlich überdenke ich mein eigenes Arbeiten. Wenn sich zum Beispiel eine kleine Stadt mit einem  oder mehreren Investoren einlässt, habe ich die Risiken dieses Engagements gut rübergebracht und nicht verschwiegen? Kann ich überhaupt beurteilen, auf was sich die Gemeinde einlässt? Habe ich mich da ausreichend genug sachkundig gemacht? Gehöre ich zu den Leuten, die vor allem und jedem Neuen warnen und immer nur das Schlechte kommen sehen? Die Hetze mit Morddrohungen gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist nicht hinnehmbar. Auch für Sauerland gelten die Menschenrechte. Seine Karriere ist sowieso zuende, und er darf nicht menschenunwürdig behandelt werden.
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Auf der Überholspur

Jeden Morgen, wenn ich über die schöne, jetzt dreispurige A44 zur Arbeit fahre, dann dauert es nicht lange, und von hinten kommt ein Wagen angerauscht. Mit gelbem Kennzeichen, also ein Niederländer. Na ja.

Jetzt habe ich mich daran gewöhnt. Aber das war schon komisch. Die Niederländer, die in ihrem kleinen Ländchen nicht schneller als 120 km/h fahren dürfen, drücken in Deutschland auf die Tube. Und wiiiiiieee.

Selbst die letzte Schrottkarrre bringt es noch auf 140 Sachen. Die etwas besseren Autos rauschen mit schätzungsweise 160 vorbei, und die Luxuskarossen, die bringen es  – sie sind quasi außer Rand und Band – auf 180 km/h. Auf der linken Spur. Ich fahr schon immer gleich  mehr nach rechts, um die Raser möglichst bald aus den Augen zu haben.

Die Belgier, die zuhause auch nichts dürfen, versuchen es ebenfalls, sobald  sie ihr Miniländchen verlassen haben und auf einer deutschen Autobahn gelandet sind.  Aber die haben meistens Autos, die sowieso kaum mehr schaffen als 120 km/h.

Mein Gott, sind die blöd.

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Loveparade

Das war im Samstag-Dienst, als ich so vor mich hin werkelte und gegen 16.30 oder 17 Uhr am Ende der Radio-Nachrichten hörte, es sei noch eine Meldung gerade reingekommen: Zehn Tote bei der Loveparade.
 
Ich bin fast vom Stuhl gefallen und wusste sofort, das ist  eine Katastrophe. Da haben Leute mächtig geschlampt, und: 10 Tote sind nur der Anfang, wo zehn Tote sind, sind auch 100 Verletzte, und da sterben noch mehr.
 
Ich war wie elektrisiert, hab auch gleich getwittert und gesehen, Herusche hatte es auch schon mitbekommen und getwittert: „Was ist denn da los? 10 Tote bei der Loveparade in Duisburg.“
 
Ab dann gab es bis heute, Dienstagabend, nur noch ein Thema. Die Katastrophe von Duisburg. Jetzt sind es schon 20 Tote und etwa 500 Verletzte. Und wie ich es dachte, so ist es auch: Eine Riege unfähiger Beamter, vom Polizeipräsidenten, wo ich mal gern wüsste, wie der an den Job gekommen ist (Postenschacher), bis zum CDU-Oberbürgermeister Adolf Sauerland, geboren und  auf den Namen Adolf getauft 1955 (sic), der eigentlich Berufsschullehrer ist und jetzt mit der Lehrerausbildung eine Behörde mit 6000 Mitarbeitern leitet. Dann der eigentliche Veranstalter, der die Loveparade mit nur 7,5 Millionen Euro versichert haben soll. Eine Summe, die nicht mal ausreicht, die Rechnungen für die im Krankenhaus Behandelten zu zahlen. Geschweige denn die Versorgung der Kinder der Totgequetschten. Mein alleiniges Auto ist ja schon mit 1,2 Millionen Euro versichert.
Der Schaller ist der Inhaber der Kette McFit, die jetzt wohl pleite gehen wird. Schaller meinte, aus Respekt vor den Toten wird es nie mehr eine Loveparade geben. Dabei könnte er, so pleite wie er bald ist, sowieso nie mehr eine machen. Dieser Heuchler.
Versagt haben Polizisten, die das Unglück haben kommen sehen und sich haben mundtot machen lassen. Versagt hat auch die Feuerwehr. Ich hab erlebt, wie die Feuerwehr Feten verboten hat, ein Burg-Restaurant geschlossen wurde, ein Theater ebenfalls geschlossen. Immer mit der Begründung: kein Fluchtweg da.
Auf dem Gelände gab es ebenfalls keinen Fluchtweg, warum haben die sich nicht gerührt? Sehenden Auges hat man die jungen Menschen in die Katastrophe laufen lassen.

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Museum mit moderner Kunst

Die Stadt Düren, zwischen Köln und Aachen gelegen, hat sich ein Museum geleistet, das wird noch von sich reden machen. Genauer: Sie hat das alte Gebäude saniert und einen Anbau geschaffen. Jetzt ist das ganze ein Schmuckstück, wie man es wirklich selten findet. Und innen randvoll mit moderner Kunst, unter anderem von einem Künstler namens Schneider (aus Mönchengladbach), der schon auf der Bienale in Venedig im Deutschen Pavillon ausgestellt hat. Da haben wir damals vor- und dringestanden, in dem Kunstwerk, staunend und anfangs dem Verstehen fern. Das Museum in Düren wird nun feierlich wiedereröffnet. Es soll noch einen Vorplatz bekommen. Für 800.000 Euro. Das halte ich in der heutigen Zeit für ganz daneben. So schön es  zwar wäre, aber das geht einfach nicht, wo gerade die Schulden in Stadt und Land und Bund öbszöne Höhen erreichen.
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Geld angeln

Gestern sah ich etwas, das hab ich kommen sehen. Eine alte, etwas ärmlich gekleidete Frau stand vor dem „archäologischen Fenster“, auf das ich von meinem Arbeitszimmerfenster aus blicke und versuchte, mit einer Kordel und einem daran befestigten kleinen Magnet Münzen aus dem Objekt zu angeln. Es handelt sich um ein „Fenster“ mit ein paar Ritzen, das einen Blick auf ein in der Erde befindliches Stück uralte Mauer ermöglicht. Es kamen gleich Leute vorbei, die meinten, das sei aber nicht der Sinn des Erfinders (dieses archäologischen Fensters), dass da jemand die Münzen rausangelt. Die alte Frau redete dann mit den beiden, ich konnte nicht verstehen, was gesagt wurde. Aber der junge Mann meinte wohl, die Frau könnte dann eben weitermachen. Ich wollte schon runterlaufen und ihr Geld geben, damit sie aufhört. Aber ich hatte kein Kleingeld zur Hand. Beziehungsweise nur so wenig Kleingeld, dass sie deswegen bestimmt nicht aufgehört hätte. Das Geld ist in dem „archäologischen Fenster“, weil Spaziergänger, die das Teil bestaunen, es da reingeworfen haben. So wie man das in Italien am Trevi-Brunnen in Rom macht.  Der Boden von dem Teil ist ziemlich mit Münzen, meistens welche von geringem Wert, bedeckt. Tja, so war das.
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