Streit im Schulausschuss und Stress wegen dem Öcher Schängche. Update: Stellungnahme zum Fall Uwe Brandt

Eine regelrecht feindselige Atmosphäre herrschte dieser Tage im Schulausschuss der Stadt Aachen. Sehr unschön. Man hatte sich extra mit Abstand in die große Club Lounge im Tivoli begeben, damit sich niemand ansteckt. 

Es finden zur Zeit nur die allerwichtigsten politischen Treffen statt. Es kann nämlich nicht alles ausfallen: Ein paar wenige Dinge müssen entschieden werden, sonst verpasst man Termine/Fristen oder Fördergelder gehen einem durch die Lappen oder sonst etwas Schreckliches passiert. 

Statt voran zu machen maulten nun SPD und CDU im Schulausschuss rum: Die Versammlung hätte gar nicht stattfinden dürfen, sie hätten Fragen, wollten aber diese nicht stellen um die Sitzung nicht in die Länge zu ziehen (was sie gleichwohl taten) und führten sich auf wie die beleidigt Leberwurst, weil die Mehrheit befand: Die Sitzung findet statt.  

Im Schulausschuss ging es dann um die Gesamtschule in Laurensberg. Die hat jedes Jahr zu wenig Neuanmeldungen (die Bezirksregierung erwägt die Schließung) und gleichzeitig müssen jedes Jahr über 100 Kinder in den übrigen Aachener Gesamtschulen abgewiesen werden, finden keinen Platz. Ein Paradox. 

Die Gesamtschule in Laurensberg (Heinrich-Heine-Gesamtschule) macht sich derzeit attraktiv. Sie will mit den erforderlichen 100 Kindern ins neue Schuljahr starten und in ein paar Jahren in die leerstehende, sanierte Schule am Kronenberg umziehen. Das Gebäude dort ist geeignet, zumindest wenn die Schule vierzügig bleibt, so wurde mitgeteilt. Es gab im Ausschuss 1. viele Informationen, 2. eine Abstimmung und für die Gesamtschule Laurensberg jetzt 3. Hoffnung auf einen Umzug in mehreren Jahren. 

Kämpfen seit Monaten für den Erhalt ihrer Schule: Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und die Politiker*innen der Grünen in Aachen. Die Heinrich-Heine-Gesamtschule (HHG) befindet sich in Laurensberg an einem für eine Gesamtschule ungünstigen Ort. Foto: Archiv

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Nicht weniger sonderbar war die Sitzung der Bezirksvertretung, die mit einer glatten Erpressung begann. Eine Gruppe möchte der Stadt Aachen ein 45.000 Euro teures Denkmal (1,80 Meter hoch, Bronze) schenken, will es in der Hartmannstraße am Elisenbrunnen aufstellen und falls dieser Standort nicht genehmigt wird, „wird der Förderverein das Denkmal nicht schenken“. So setzte man den Politiker*innen die Pistole auf die Brust. 

Das Denkmal zeigt das Öcher Schängche, Polizist Noppeney und Marktfrau Tante Hazzor – 180 Zentimeter hoch. Die Darstellung ist – freundlich gesagt – sehr konservativ (wir berichteten). Also – ehrlich gesagt – ist sie geschmäcklerischer Kitsch, ziemlich einfältig, spießig, ja dumm und  langweilig. Den Politikern der CDU gefällt sie sehr, auch der FDP übrigens, aber diese Leute verstehen ja wirklich was von Kunst im öffentlichen Raum und wir liegen hier bei AachenNews bestimmt völlig falsch. 

Eine Politiker-Entscheidung gab es nicht. Angeboten wird ein Standort an der Barockfabrik, aber den wollen die Schängchen-Freunde nicht. Das Schängche hat im Mai Geburtstag, bis dahin sollte das Denkmal eigentlich stehen. Unwahrscheinlich, dass das noch klappt. Aber wenn auch, so ist es vielleicht passend, weil es jedem Touristen zeigt, wie sehr von vorgestern der Kunstgeschmack von Teilen der Aachener Politik doch ist. 

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Da wir schon mal bei der Kunst sind: ein paar Infos zum Suermondt-Ludwig-Museum in der Wilhelmstraße. Dort sollte im vorigen Jahre eine große Dürer-Ausstellung  eröffnet werden. Daraus wurde nichts (Corona), so plant man für dieses Jahr (18. Juli bis 24. Oktober) Wenn das mal gut geht . . . !?

Das Museum war 2 Jahre geschlossen. Es wurden für 2,5 Millionen Euro eine neue Klimaanlage, neue Technik und Beleuchtung installiert und Räume saniert. Jetzt ist es fertig und sieht traumhaft schön aus. Leider menschenleer. Mehr hier

Museumschef Peter van den Brink will dort seinen Posten im nächsten Jahr aus Altersgründen räumen. Es wird für das Suermondt-Ludwig-Museum ein neuer Museumsleiter gesucht. Auch das Ludwig Forum an der Jülicher Straße sucht eine/n neue/n Chef/in. Es wird nach dem viel bedauerten Weggang von Andreas Beitin seit zwei Jahren kommissarisch geleitet.

Zunächst wurde mit wenig Erfolg nach einem Nachfolger für den Museumschef gesucht. Kein Wunder, dass sich kaum jemand bewarb, wenn man die Umstände kennt, unter denen Andreas Beitin Aachen verlassen hat. Erst seit eine Personalagentur mit der Suche nach einem Nachfolger betraut wurde, scheint die Bewerberlage sich zu bessern.

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Unterdessen haben mehr als 70 Künstlerinnen und Künstler und Mitarbeiter des Grenzlandtheaters (im Wortlaut, s. unten) sich massiv für Bühnenchef Uwe Brandt und seinen Verbleib am Theater eingesetzt.

Der Chef vom Grenzlandtheater ist in Schwierigkeiten, weil er mit einem Wagen des Theaters mehrfach in Urlaub gefahren ist (er hat das als Fehler eingestanden und die Kosten gezahlt). Eine FDP-Politikerin hatte offenbar nichts Besseres zu tun, als die Bezirksregierung in Köln zu informieren, und so ist jetzt das Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft an dem Fall dran und die Weiterbeschäftigung von Uwe Brandt, (als künstlerischer Leiter seit 11 Jahren sehr erfolgreich) ist unsicher.

Der Vorwurf der Korruption steht im Raum. Das Grenzlandtheater ist eines der wenigen Theater in Deutschland, das so erfolgreich ist, dass es ohne Subventionen auskommt. Tja.

Hier weiterlesen. Und hier: weiterlesen.

Es hätte im Fall Uwe Brandt bestimmt gereicht, ihm eine deftige Abmahnung zu verpassen, dass er alle Kosten erstatten muss und dass er statt einer Vertragsverlängerung für 4 Jahre nur eine für 2 Jahre bekommen hätte.

Stellungnahme der Künstler*innen und der Mitarbeiter*innen:

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Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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