Städte verändern sich – so auch Aachen

Die Stadt Aachen (besonders die Innenstadt) ist – wie viele andere europäische Städte – in einem Umbruch begriffen. Die Menschen kaufen via Internet ein, nicht mehr allein und analog in Läden und Kaufhäusern. Viele Geschäftsräume stehen leer. Wer durch Aachen fährt, sitzt meistens in einem furchtbar großen Auto, das in keiner Weise zu den engen Straßen mehr passt. Das Tennen von Müll hat uns die Gelben Säcke beschert, die bei Sturm (also im Herbst, Winter und im Frühling) durch die Straßen fliegen und ihren Inhalt über das Pflaster ergießen (s. Foto).

Wohin man blickt gibt es Sauberkeitsdefizite. Sogar 100 Meter vom Rathaus entfernt. Foto: Thomas Buhr

Die Mieten in den Stadtzentren steigen und steigen. Familien und Geringsverdiener können sich dort nicht mehr halten, ziehen raus aus der Innenstadt. Es ist absehbar, dass einmal eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe in der Innenstadt sehr unter sich sein wird. Einzelhandel, Gastronomie und die Tourismusbranche sind im Umbruch – und zwar nicht auf ein Ziel hin, sondern unentwegt. Ein Ende und ein Ziel sind nicht abzusehen.

Was zu tun ist, hat die Stadtverwaltung in einem grundsätzlichen Text einmal aufgeschrieben:

  • Wir bringen als Innovationsmotoren und Fundament die großen Stadtentwicklungsprojekte auf den Weg, die die Innenstadt strukturell und strategisch nach vorne bringen – wie den Prozess Büchel und das Projekt Theaterplatz sowie die Entwicklung der östlichen Innenstadt vom Kaiserbad zum Kaiserplatz.
  • Wir schaffen kurz- und mittelfristige Lösungen für die drückenden Handlungsbedarfe aus den unterschiedlichen Fachlichkeiten, um das Heft des Handelns zurück zu erhalten – wie Sofortprogramme für den Einzelhandel, leistungsfähige Prozesse für eine geordnete Neustrukturierung, immobilien- und wohnungswirtschaftliche Lösungen für einen guten Nutzungsmix, ordnungs- und sozialpolitische Maßnahmen, aber auch dezentrale Kulturveranstaltungen zur Belebung und Mittel der Stadtgestaltung, um den Lebens- und Aufenthaltsort Innenstadt weiter zu attraktiveren.
  • Wir wenden die Instrumente des allgemeinen und besonderen Städtebaurechts an, um die gemeinsam identifizierten Ziele zu sichern und die im Rahmen der bevorstehenden Planungs- und Sanierungsprozesse erarbeiteten Maßnahmen umzusetzen und auch innerhalb des zulässigen Rechtsrahmens durchzusetzen.
  • Wir realisieren Zwischenlösungen, Ermöglichungsräume und Reallabore, um Ideen aus der Stadtgesellschaft zu realisieren, Zukunftsvisionen zu erproben, Übergänge zu gestalten und Transformation sichtbar zu machen.
  • Wir aktivieren und kooperieren mit der Stadtgesellschaft – den Einzelhandel, die Hochschulen, die Verbände, Initiativen und Vereine sowie die Anwohner*innenschaft, die ihre Ressourcen, Ideen und Potenziale in die Entwicklung der Innenstadt einbringen.
  • Wir stärken ein enges Zusammenwirken der Akteur*innen und die Entwicklung einer gemeinsamen Vision der Innenstadt von Morgen.
  • Wir bringen die Fäden zusammen, vermitteln Aufbruchstimmung und binden die Bevölkerung ein.
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Aachen: Neue Bilder im öffentlichen Raum

Gesehen unter der Brücke Erzbergerallee in Aachen. Foto: Henning Brinkmann
Kinder haben vor den Ferien (in der Mataréstraße) den Zaun am Rand des Schulhofs mit Herzen und Friedenstauben geschmückt. So teilen die Kinder den Menschen im Viertel mit, womit sie sich gerade beschäftigen und was sie sich wünschen.
Zu den Bildern im öffentlichen Raum gehören ab sofort wieder die, die für Parteien werben. Aufgefallen ist dieses Foto, auf dem für eine gerechte Verteilung von Reichtum geworben wird. Allerdings wird keine Partei genannt, und das ist außergewöhnlich. Bezüglich der Wahl wäre zu wünschen, dass niemand gewählt wird, der/die in Zeiten höchster Not nach Mallorca fliegt um dort mit Familie und Freunden Geburtstag zu feiern. Minister*in zu sein, das bedeutet, dass man nun mal 5 Jahre in seinem Leben jederzeit für die Menschen, für das Gemeinwohl zur Verfügung stehen muss und auf sehr viele Annehmlichkeiten verzichtet. Das Gehalt ist insofern auch entsprechend.
Krasser Kommentar in Aachen zur Wahl in Frankreich. Ins Rennen um den Präsidentenposten gehen am Ende Emmanuel Macron und Marine Le Pen (Stichwahl: 24. April. TV-Duell: 20. April) . Das ist so, als hätte man in Deutschland zu wählen zwischen Christian Lindner (FDP) und Alice Weidel (AfD). Da kommt Frust auf, vollstes Verständnis. Es droht ein Erdbeben im Zentrum der Europäischen Union. Und was wir für Normalität hielten (Frieden, Demokratie), ist in Wirklichkeit die Ausnahme. Foto: Marc Teuku
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„Umbrüche – mit der Kamera durch Lüttich“

Die Stadt Lüttich war lange Zeit vom Niedergang gezeichnet. Strukturwandel und Misswirtschaft ließen die wallonische Metropole zusehends verkommen. Doch in den letzten Jahren hat sich das Bild gewandelt. Lüttich durchlebt einen sehr dynamischen und aufregenden Modernisierungsprozess. Sinnbild dafür ist der neue, vom spanischen Star-Architekten Santiago Calatrava entworfene, Bahnhof Liège-Guillemins, der 2009 eröffnet wurde.

Der Fotograph Arnd Gottschalk hat sich diesem  Prozess vor allem durch einen Blick auf die Architektur der Stadt genähert. So wie er durch Perspektivenwechsel die Bahnhofsarchitektur schrittweise entschlüsselt, so legt er nach und nach auch die Schichten des neuen Lüttich offen. Im Zeitungsmuseum in Aachen sind seine Fotos noch bis 26. Juni zu sehen.

Alle Bilder sind in schwarz-weiß gehalten, und gerade die dadurch erzeugten scharfen Kontraste gewähren einen spannenden Blick auf die Stadt, die auf der Suche nach der neuen Zeit ist.

Das Bild hat sich gewandelt: Lüttich durchlebt einen dynamischen und aufregenden Modernisierungsprozess. Nach und nach werden die Schichten des neuen Lüttich sichtbar, Alt und Neu stehen in einem scharfen Kontrast. Die Ausstellung „Umbrüche“ zeigt einen spannenden Blick auf die Stadt, die auf der Suche nach der neuen Zeit ist.
Foto: Arnd Gottschalk

Gezeigt werden mehr als 30 Fotos von Arnd Gottschalk, der sich bei seinen zahlreichen Exkursionen durch die verschiedenen Stadtteile von Einheimischen deren Lieblingsorte hat zeigen lassen. Die Ausstellung im Zeitungsmuseum in der Pontstraße bietet auch Kennern und Liebhabern von Aachens belgischer Nachbarstadt neue Einblicke und Ausblicke.

Mehr Infos unter https://www.izm.de

Am Sonntag, 15. Mai, ist übrigens Internationaler Museumstag, Motto: „Museen mit Freude entdecken“. An diesem Tag ist freier Eintritt in allen Museen von 10 bis 18 Uhr.

Quelle: Zeitungsmuseum Aachen

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Weil es schwierig wird, „ruht“ die Freundschaft mit der russischen Partnerstadt

Ungeachtet der Tatsache, dass sich erst in schwierigen Zeiten beweist, was eine Freundschaft wirklich wert ist, hat der Rat der Stadt mit großer Mehrheit beschlossen, die Städtepartnerschaft zwischen Aachen und der russischen Stadt Kostroma bis auf Weiteres ruhen zu lassen.

Die Stadtverwaltung teilt dazu mit: Die Zusammenarbeit müsse überprüft werden, „da die Partnerschaft auf russischer Seite eng von der Duma begleitet wird“.

Weiter ist in der Mitteilung zu lesen: Viele Partnerschaften deutscher und russischer Städte seien seit Beginn des Krieges ausgesetzt worden, um ein deutliches Signal zu setzen. Aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine habe die Aachener Verwaltung in Abstimmung mit dem Partnerschaftsverein Aachen-Kostroma dem Rat der Stadt empfohlen, die Städtepartnerschaft derzeit ruhen zu lassen. „Dieser Empfehlung ist der Rat gefolgt.“

Aber es gibt – Gott sei dank – nicht nur „ein Aussetzen der Freundschaft“. Das Partnerschaftskomitee Aachen-Kostroma e.V. sei bestrebt, „auf der persönlichen Ebene die Kontakte in die bisherige Partnerstadt, insbesondere zu den zivilen Akteur*innen, aufrechtzuerhalten“. Das freut mich hier besonders. Denn eine richtige Freundschaft ist es nur, wenn man auch in Verbindung bleibt, wenn der Freund anfängt, nur noch Scheiße zu bauen. Gerade dann heißt es doch: Nicht fallen lassen, dran bleiben, bereit sein zu helfen, wenn der Gesinnungswandel kommen sollte.

Zur Info: Die offizielle Partnerschaft wurde 2005 besiegelt, nachdem die Bürgermeister von Aachen und Kostroma bereits 2001 einen Vertrag über freundschaftliche Beziehungen unterschrieben hatten. In Folge dieses Vertrags wurde „Der Verein Aachen-Kostroma e. V. – Verein zur Förderung der Partnerstadt und Freundschaft“ gegründet.

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Was wird eigentlich aus dem alten Horten-Haus?

Das ehemalige Kaufhaus „Lust for Life“ in der Komphausbadstraße. (Offenlage: Es ist gar nicht so einfach, neue Layouts für AachenNews auszuprobieren. Das hier gewählte ist echt häßlich. Wir lassen das aber jetzt einfach mal so.)
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Wohnen – unmittelbar an den Gleisen der Bahn

Ein Wohnhaus direkt an den Gleisen der Bahn? Alles kein Problem. Am Westbahnhof wird es gebaut.

Ganz lang und schmal ist das Wohnhaus, das in unmittelbarer Nähe zum Aachener Westbahnhof gebaut wird. Der Rohbau ist fertig, er steht dicht an den Bahngleisen und hat auf der Gleis-Seite keine Fenster. Anfang 2023 sollen die ersten Mieter einziehen. Investor ist die BBF Köln, die hier auch eine Ansicht des fertigen Gebäudes liefert. 

Auf der Seite von ZHAC sieht man es noch besser, auch wie nah das siebenstöckige Gebäude am Tunnel steht. Entworfen hat das Wohnhaus mit seinen 60 Einzelappartements und mehreren großen Wohnungen samt Fahrradkeller, Arbeitsraum und Dachterrasse der Aachener Architekt Christoph Helmus.

Wer so nah am Bahndamm baut, muss sich was einfallen lassen. Geräusche und Vibrationen müssen schließlich gänzlich reduziert werden. Dreifach Schallschutzfenster soll es einmal in dem Gebäude geben, zuvor eingerammte Bohrpfähle sowie Betonphähle müssen die Vibrationen aufheben.

Das Gebäude von der Seite an der Geschwister-Scholl-Straße.

Mehr Infos zu dem interessanten Bauwerk findet man in der Lokalpresse.

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Bei den MTMdigitalks am Donnerstag, 31. März 2022, 15:00 bis 17:00 Uhr, steht im Fokus, wie Medien mit dem Krieg in der Ukraine umgehen und was dieser Konflikt langfristig für die Medienwelt bedeuten könnte. Kostenlos anmelden!

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Online-Diskussion: Rückkehr des Westens oder neuer Kalter Krieg?

Der niederländische Historiker und Politikberater René Cuperus ist heute in einer Woche (5. April) um 19 Uhr zu Gast bei der nächsten Folge der Reihe „Europa am Dienstag“. In der Online-Veranstaltung wagt der Referent einen Blick auf das mögliche Europa nach dem Ukraine-Krieg.

Der von Putins Russland entfesselte Krieg hat eine „Zeitenwende“ ausgelöst, nicht nur in der deutschen Außen- und Verteidigungspolitik, sondern auch für die Europäische Union insgesamt. Die russische Einkreisung Kiews hat das „geopolitische Europa“ auf einen Schlag näher zusammengebracht.

Welche Folgen wird dies für die Zukunft der Europäischen Union haben? Welche Spannung besteht zwischen einem geopolitischen Europa und der EU als Wertegemeinschaft? Erleben wir die Rückkehr des Westens oder gar einen neuen Kalten Krieg zwischen liberalen Demokratien und autoritären Mächten?

Bei der Online-Diskussion können die Gäste ihre Fragen und Kommentare per Tastatur eingeben, und die Moderatorin Eva Onkels wird die Fragen aufgreifen. Die Anmeldung für die kostenlose Veranstaltung erfolgt auf www.europa-dienstag.de.

Die Veranstaltungsreihe wird zusammen durchgeführt vom Informationszentrum EUROPE DIRECT, dem Europäischen Klassenzimmer der Route Charlemagne und der Bischöflichen Akademie Aachen. Direkter Link zur Anmeldung: https://ogy.de/Weg-fuer-die-EU

Facebook: https://www.facebook.com/events/359203905768521

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So ein Schwachsinn: In Aachen nachts acht Autos angezündet

Nicht jede/r mag Autos, und es gibt zweifellos zu viele davon in Aachen. Aber sie einfach anzuzünden, das kann nicht die Lösung des Problems sein. Eindeutig zu gefährlich. Foto: Polizei Aachen

Unbekannte Täter haben – so teilt die Polizei mit – in der Nacht von Freitag auf Samstag drei und in der Nacht von Samstag auf Sonntag (27. März) fünf Pkw sowie mehrere Mülltonnen im Frankenberger Viertel in Brand gesetzt und dadurch einen erheblichen Sachschaden verursacht.

Personen wurden nicht verletzt. Mindestens vier Fahrzeuge erlitten einen Totalschaden. Alle Taten ereigneten sich jeweils in der Zeit zwischen Mitternacht und 4 Uhr.

Die Tatorte befinden sich in der Viktoriastraße, der Sophienstraße und auf dem Adalbertsteinweg. Die nächtlichen Fahndungen verliefen – trotz großem Kräfteaufgebot – ohne Erfolg. Die Kripo hat die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung aufgenommen.

Zeugen, die Hinweise auf die Täter*innen abgeben können oder verdächtige Wahrnehmungen zur Tatzeit hatten, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0241/9577-31101 oder (außerhalb der Bürozeiten) 0241/9577-34210 zu melden.

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Hier noch etwas Musik von dem wunderbaren Stromae. https://www.youtube.com/watch?v=eOZLDQm9c2E&t=5063s

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Wissenschaftler erklären und interpretieren – Aachen stellt große Zelte auf

Mehrere große Zelte werden auf einem Sportplatz in Burtscheid aufgestellt.

Krieg und kein Ende in Sicht. Rund 50 Geflüchtete kommen jeden Tag in Aachen an, sie brauchen ein Dach über dem Kopf und sei es auch nur ein Zeltdach. Zelte werden zur Zeit in Burtscheid an Siegel aufgebaut. Vier stehen schon, ein weiteres kommt noch hinzu.

Auf dem Sportplatz Siegel an der Robert-Schumann-Straße entsteht ein so genanntes „Ankunftszentrum“. Der Betrieb dieser temporären Großunterbringung wird voraussichtlich Anfang April beginnen. Wer möchte, kann sich über das Projekt informieren lassen. Am morgigen Dienstag, 29. März, um 19 Uhr gibt es auf dem Sportplatz Siegel, Robert-Schumann-Straße 50, ein Treffen mit den Zuständigen von der Stadtverwaltung (Oberbürgermeisterin Keupen kann nicht teilnehmen, sie befindet sich in Quarantäne).

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Wladimir Putin möchte ein Land auslöschen und nimmt dafür grenzenlose Zerstörung und unsägliches Leid der Zivilbevölkerung in Kauf. Allerdings ist es mittlerweile sehr die Frage, ob man diesen Krieg noch „Putins Krieg“ nennen kann. Ich meine: nein. Die Russen müssten langsam doch gemerkt haben, was los ist. Zumindest der etwas gebildetere Teil der Bevölkerung (diese Leute sind nicht doof). Aber man sieht jetzt nicht eine Million Menschen auf dem Roten Platz stehen und protestieren. Man sieht nur ganz wenige, vereinzelte Mutige.

Putin hat die Machteliten hinter sich, zusätzlich wird der Krieg von großen Teilen der Bevölkerung – die einfach nichts tut – getragen. Das Regime hat anscheinend eine breite Basis in der russischen Bevölkerung.

Eine Million oder mehr Menschen könnte Putin nicht festnehmen lassen. Allem Anschein nach stehen sie also zum Krieg und zu Putin. Wie außerordentlich unsympathisch. Man möchte auf Jahre hinaus nichts mehr mit irgendeinem Russen zu tun haben. Ob sie nicht merken, wie unmöglich sie sich in der Welt machen? Nicht merken, welcher gigantische Schaden ihnen selbst entsteht?

Es ist wahrscheinlich naiv, aber könnte nicht auch den russischen Soldaten langsam aufgehen, dass dieses Ausmaß an Zerstörung und Leid nicht zu rechtfertigen ist. Aber okay, es ist vermutlich so, dass, wer Kameraden fallen sieht, erst recht Hass entwickelt und umso verbissener kämpft.

Was auffällt ist, dass China nicht vermittelt, sich offenbar nicht einmischen will und wird. Große Nationen wie Indien, Südafrika und Brasilen wollen gar nichts mit dem Konflikt zu tun haben, trotz krassester Menschenrechtsverletzungen und Verstößen gegen das Völkerrecht. Noch nicht mal bei der Suche nach einer Lösung wollen sie helfen. Und sogar Länder wie Ungarn und Bulgarien scheinen den Menschen in der Ukraine nicht wirklich beistehen zu wollen.

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Sehr zu empfehlen ist allen, die sich seriös informieren möchten, der Podcast von vier Expert*innen: https://sicherheitspod.de – Es diskutieren Ulrike Franke, Carlo Masala, Frank Sauer und Thomas Wiegold die aktuellen Entwicklungen in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und die Lage in Europa und der Welt.

Im 2. Podcast erklärt der Politikwissenschaftler Carlo Masala die Lage. Kann man sich hier anhören. Masala ist Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr in München.

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Montag: Online-Diskussion über den Ukraine-Krieg

Die EUROPE DIRECT Zentren Duisburg-Niederrhein, Lüneburg, Steinfurt, Osnabrück und Aachen laden am Montag, 4. April, um 19 Uhr gemeinsam zu einer Online-Diskussion über den Ukraine-Krieg ein.

Neben einer starken Betroffenheit und länderübergreifender Solidaritätsbekundungen gegen die Aggression, wirft der Krieg viele Fragen auf.

1. Sind alle bestehenden Verträge über die Unverletzlichkeit der Grenzen in Europa, die einst noch die Sowjetunion unterschrieb, nur noch Schall und Rauch?

2. Wie geht die Politik in Europa mit der veränderten Lage um?

3. Wie werden unsere europäischen Nachbarn im Osten mit der Bedrohung durch diese neoimperiale Macht Moskau leben können?

4. Wie wirkt sich dies alles auf Deutschland und nicht zuletzt seine Energiesicherheit aus?

Unter der Moderation von Jochen Leyhe werden die Russland-Expertin Gemma Pörzgen sowie der Politologe und Historiker und Siebo Janssen das Geschehen einordnen und mit den Online-Gästen diskutieren. Frau Pörzgen ist Chefredakteurin der Zeitschrift „Ost-West-Perspektiven“ und Mitgründerin und Vorstandsmitglied des Vereins „Reporter ohne Grenzen“.

Die Anmeldung für die kostenlose Veranstaltung erfolgt auf der Website von EUROPE DIRECT Aachen unter https://ogy.de/04-04-2022.

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Jetzt anmelden: Coca-Cola Real Talk im Live-Stream
Coca-Cola Deutschland und sein Medienpartner Handelsblatt laden am 4. April 2022 um 17 Uhr zum Live-Stream ein: Das Thema „Welt ohne Verpackungsmüll – Utopie oder Chance?“ diskutieren Vertreter:innen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.
Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit uns!

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Für Geflüchtete: Infopoint am Aachener Hauptbahnhof eingerichtet

Ist denn schon wieder 2015? Nein, aber Deutschland ist praktisch über Nacht ein anderes Land geworden. Wir hatten gedacht, alles werden wir erleben, vielleicht sogar einen Cyber-War, aber einen altertümlichen 20.Jahrhundert-Krieg nicht mehr. Und jetzt haben wir es in Europa mit einem Regierungschef zu tun, der Grenzen einfach mit Panzern überschreitet (was für ein Tabu!), der Bomben auf Städte werfen lässt, auf Menschen, Krankenhäuser, Schulen, auf ein Theater, wo Menschen Schutz suchen. Ungeheuerlich. Das ist nicht mehr die Welt, wie wir sie kannten.

Die Flüchtenden kommen in Scharen. Müde und mit vollen Taschen bepackt stehen sie plötzlich auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Stadtverwaltung, Feuerwehren, Rotes Kreuz (DRK) und andere Hilfsdienste sind im Dauerstress. Niemand soll orientierungslos und hungrig auf der Straße übernachten müssen. – Wäre schön, wenn die katholische Kirche (wie 2015) wieder „Paten“ mit den Geflüchteten zusammenbringen könnte.

Die Stadt Aachen hat nun kurzfristig – zusätzlich zum „Engagement Center“ in der Talstraße – einen Infopoint auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs eingerichtet. Mitarbeiter*innen des (DRK) stehen bereit, um Geflüchtete in Empfang zu nehmen, sie mit ersten Informationen und einem Getränk zu versorgen, um sie anschließend an einen städtischen Erstunterbringungs-Standort zu vermitteln.

Der Infopoint ist werktags sowie am Wochenende von 7 Uhr morgens bis 2 Uhr in der Nacht besetzt. Neben dem DRK sind wochentags auch städtische Angestellte als Ansprechpartner*innen vor Ort.

Direkt gegenüber vom Corona-Test-Container am Hauptbahnhof von Aachen steht jetzt zusätzlich ein Container, in dem sich Geflüchtete informieren können. Dachte man während der Pandemie schon: Schlimmer kann es nicht kommen! da war der Februar 2022 aber noch nicht in Sicht. Am 24. Februar startete Putin einen Krieg, angeblich um ein Nachbarland von Nazis zu befreien. Prompt ist die alte, hirntote (Macron) NATO quicklebendig und wie neu.

Die aktuelle Flüchtlingskrise sei „sehr dynamisch und verläuft ganz anders als das, was wir 2015 erlebt haben“, sagt Rolf Frankenberger, Leiter des Fachbereichs Wohnen der Stadtverwaltung. Die Menschen aus der Ukraine kommen zu nahezu jeder Tages- und Nachtzeit in Aachen an. Sie kommen oft einzeln oder in kleinen Gruppen.

Einige kommen mit dem Auto an, viele erreichen Aachen aber auch mit dem Zug. Die Feuerwehr hat ihren rund sieben Meter langen roten „Sozial-Container“, der ansonsten bei längeren Brand- und Hilfseinsätzen verwendet wird, auf dem Bahnhofsvorplatz positioniert. Ein großes Banner mit der Aufschrift „Infopoint Ukraine“, mit einer ukrainischen Flagge und dem Hinweis auf weitere Online-Infos unter www.aachen.de/aachenhilft zeigt, dass einem an dieser Stelle geholfen wird.

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Parallel entsteht – dank der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Aachen – momentan auf dem Sportplatz Siegel eine Zeltstadt. Seit Donnerstag, 24. März, läuft der Aufbau des Ankunftszentrums für Geflüchtete auf Hochtouren.

Seit Kriegsbeginn in der Ukraine haben sich in Aachen über 2000 Menschen bei der Verwaltung gemeldet. Das Ankunftszentrum in Burtscheid soll Anfang April in Betrieb gehen. Zuvor lädt die Stadt am Dienstag, 29. März, 19 Uhr, zu einer Bürger*innen-Information vor Ort ein (Sportplatz Siegel, Robert Schumann-Straße 50). Weitere Infos: www.aachen.de/aachenhilft

In Aachen „gestrandet“.
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