Ein Lastenrad ist gar nicht so teuer. Die Stadt hilft.

Die Stadt Aachen unterstützt diejenigen, die sich ein Lastend anschaffen wollen.

Die Stadt hat ein Förderprogramm für Lastenräder speziell für Familien aufgelegt. Es soll Familien, Alleinerziehende sowie Lebenspartnerschaften mit Kindern bei der Anschaffung und Finanzierung von Lastenrädern unterstützen. 

„Das Ziel der Förderung ist, die Mobilitätswende auf ganz praktische Art und Weise in den Alltag der Aachener Familien zu integrieren. Wochenendeinkauf und Kindertransport lassen sich bequem nachhaltig miteinander verbinden“, sagt Pablo Plum vom Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Mobilitäts­infra­struktur. Er ist bei der Stadt für das Förderprogramm verantwortlich.

Für die Lastenradförderung stehen in einer ersten Programmstufe Mittel in Höhe von 200.000 Euro zur Verfügung. Sie können ab sofort beantragt werden. Wer einen Antrag stellt, muss mit erstem Wohnsitz in Aachen leben und mindestens mit einem Kind unter 18 Jahre zusammenwohnen. 

Elektrisch angetriebene Lastenräder werden mit bis zu 1.600 Euro gefördert. Für Lastenräder ohne elektrische Unterstützung gibt es einen Förderbetrag in Höhe von bis zu 1.000 Euro. Wer im Besitz eines Aachen-Passes ist, bekommt nochmals 1000 Euro zusätzlich. Die Stadt geht davon aus, dass in der ersten Förderstufe rund 130 Lastenräder gefördert werden können. 

Weitere Informationen und Details zum Programm sind auf der Internetseite der Stadt Aachen unter folgendem Kurzlink zu finden: www.aachen.de/lara.

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Wie Bürger*innen Geflüchtete aus der Ukraine unterstützen können

(„Noch ist die Ukraine nicht gestorben“ – Erster Satz der Ukrainischen Nationalhymne)

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt auch in Aachen viele Menschen mit der Frage: Wie und wo kann man helfen? Alle Angebote und Informationen, die die Stadt hat, werden unter  www.aachen.de/aachenhilft gebündelt und zur Verfügung gestellt. Die Seiten werden laufend aktualisiert und erweitert, so teilt die Stadtverwaltung mit.

Aachen ist ein sicherer Hafen: Die Stadt nimmt in Aachen ankommende Geflüchtete aus der Ukraine auf und bringt sie in städtischen Unterkünften unter. Sie erhalten umfassende Unterstützung durch die kommunalen Integrationsmanager*innen. Derzeit stehen 500 Unterkünfte zur Verfügung. Ein Krisenstab tritt seit dieser Woche regelmäßig zusammen, um die dynamische Lage zu bewerten und schnell Entscheidungen treffen zu können.

Im Frankenberger Viertel in Aachen.

Neben den behördlichen Aktivitäten ist auch bürgerliche Gastfreundschaft willkommen: Wer also eine private Unterbringung anbieten möchte, kann dies unter https://elinor.network/gastfreundschaft-ukraine/ tun.

Derzeit werden für die Menschen, die in Aachen ankommen keine Sachspenden benötigt. Initiativen, die jedoch Sachspenden in die betroffenen Gebiete in Osteuropa liefern möchten, können sich bei der Stadt Aachen unter helfen@mail.aachen.de melden. Sie werden in eine Übersichtsliste aufgenommen.

An die gleiche Mail-Adresse helfen@mail.aachen.de können sich auch bereits bestehende oder neue bürgerschaftliche Initiativen wenden, die Menschen in der Ukraine helfen möchten. Auch diese werden dann in einer Übersicht aufgelistet.

Ebenfalls gesucht werden ehrenamtliche Dolmetscher*innen, die sich zur Verfügung stellen möchten. Bitte ebenfalls per Mail an helfen@mail.aachen.de. Eine Liste für den Bedarfsfall wird derzeit zusammengestellt.

Wer Geld spenden möchte, sollte dies bitte zentral über das Hilfsbündnis „Aktion Deutschland hilft“ tun –  www.aktion-deutschland-hilft.de –, bei dem sich alle großen deutschen Hilfsorganisationen zusammengeschlossen haben. Die Stadt Aachen kann keine Geldspenden annehmen.

Gegen das kollektive Entsetzen und eine depressive Lähmung hilft: Aktion! 

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Eltern sagen DANKE

Danke zu sagen ist wichtig und gehört nicht zuletzt auch zum guten Ton. Schon als Kind werden uns die Zauberworte „bitte“ und „danke“ beigebracht. Es ist ein Teil unserer Kultur, höflich zu sein. Dazu werden wir erzogen. Die Eltern der Kinder der Montessori-Grundschule möchten sich bedanken. Jetzt, wo die schlimmste Phase der Pandemie vorbei zu sein scheint (obwohl man nicht weiß, was uns noch bevorsteht), da blicken die Eltern voller Respekt auf diejenigen, die sich für die Kids eingesetzt haben. Und das auch weiterhin jeden Tag tun. Die Pädagoginnen und Pädagogen, Helferinnen und Helfer haben sich alle die größte Mühe gegeben. „Danke für euren Einsatz“ steht da – schon seit Tagen am Zaun in der Mataréstraße umrahmt von bunten Luftballons.
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Hunderte zeigen ihre Solidarität – Stand with Ukraine

Heute auf dem Katschhof in Aachen. An die 2000 Zuhörer*innen erlebten kurze und bewegende Ansprachen von Menschen, die besondere persönliche Beziehungen zur Ukraine haben.

Pulse of Europe hatte zur Kundgebung geladen und alle kamen. Alle diejenigen, die bereits 2017 immer sonntags ihrer Sympathie gegenüber dem Projekt Europa Ausdruck verleihen wollten. Nächsten Sonntag will man sich ab 14 Uhr wieder zwischen Dom und Rathaus treffen.

Journalist Manfred Kutsch führte durch die Veranstaltung, an der auch viele Karnevalisten (in Uniform) teilnahmen. Außerdem dabei: mehrere Dutzend Ukrainer*innen, die ihr bedrängtes Land immer wieder hochleben ließen. Diverse jüngere Menschen aus der Ukraine, die in Aachen leben, schilderten am offenen Mikro ihre Sorgen, ihre Beklemmungen und auch ihre Freude darüber, dass in Aachen so viele Menschen jetzt schon an der 3. Solidaritätskundgebung teilnahmen.

Pulse of Europe ist eine überparteiliche und unabhängige Bürgerinitiative, die 2016 in Frankfurt am Main gegründet wurde. Der heutige Sonntag stand ganz im Zeichen der von Wladimir Putin und seinen Truppen überfallenen Ukraine. Über alle politischen Unterschiede hinweg waren sich die Menschen einig im Entsetzen über die Tatsache, dass jetzt tatsächlich in Europa ein Krieg stattfindet. Man distanzierte sich nicht von den Russen, wohl aber von Regierungschef Putin und den mächtigen Männern, die seine Regentschaft stützen.

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Zeigen, dass einem die Menschen in der Ukraine nicht egal sind

Das Jahr 2022 entwickelt sich zu einem Annus horribilis. Ein Jahr mit einer Pandemie und Inzidenzen über 1000, mit Demonstrationen von Rechtsradikalen, die schlechtinformierte Impfgegner für ihre Zwecke missbrauchen und jetzt auch noch das: ein Krieg. Russland bzw. Staatschef Putin will den Menschen in der Ukraine seinen Willen aufzwingen. Er will eine Art Großreich hinterlassen und niemand weiß, wie weit er in seinem Größenwahn dafür noch gehen wird.

Insbesondere wie konsequent, das ganze Land umfassend und gut vorbereitet der Krieg gegen die Ukraine geführt wird, hat die Menschen in Deutschland geschockt. Man stellt sich darauf ein, viele Flüchtlinge aufnehmen zu müssen.

Rathaus in Aachen. Foto: Marc Teuku

Die Stadt Aachen ruft in einem breiten Bündnis mit dem Verein Aachener Friedenspreis, mit den politischen Parteien und dem DGB NRW Südwest dazu auf, Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen.

Am morgigen Freitag, 25. Februar, um 17 Uhr trifft man sich am Markt vor dem Rathaus zu einer Solidaritätskundgebung für die Ukraine. Im Anschluss organisieren der Verein Aachener Friedenspreis und Pax Christi um 18 Uhr in der Citykirche (Großkölnstraße) eine Mahnwache mit Friedensgebet

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen lädt alle Aachenerinnen und Aachener ein, teilzunehmen und erklärte dazu: „Der erste Angriffskrieg nach 1939 auf ein Land in Europa ist ein massiver Verstoß gegen das Völkerrecht und das Selbstbestimmungsrecht der Ukraine mit ihrer demokratisch gewählten Regierung. Durch die Kundgebung möchten wir zeigen, dass wir für den Frieden in Europa eintreten und eng an der Seite der Menschen in der Ukraine stehen.“

Seit dem heutigen Vormittag hängen als Zeichen der Verbundenheit Fahnen der Mayors for Peace, der EU und der Ukraine an der Rathaus-Fassade. 

Noch am vergangenen Wochenende hatte Keupen beim Treffen mit der designierten Karlspreisträgerin Swetlana Tichanowskaja auf der Münchener Sicherheitskonferenz an die Verantwortlichen appelliert, weiter gemeinsam am wertvollen Gut des Friedens in Europa zu arbeiten.

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Für die Zeit bis zum nächsten Beitrag findet ihr mich auf Twitter 

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Elektrische Leihroller bald auch in Aachen

Die E-Mopeds machen die lange Parkplatzsuche überflüssig. Foto von felyx (vor dem Super C, Templergraben)

Die elektrischen Leihroller des Amsterdamer Unternehmens felyx flitzen ab dem 4. März auch durch Aachen. Man startet mit einer Flotte von 160 E-Mopeds. Aachen ist somit nach Berlin, Hamburg und Düsseldorf die vierte deutsche Stadt, in der die grünen Roller gefahren werden.

Mit 0,25 Euro pro Minute (und für Fahrer mit Minutenpaketen sogar ab 0,18 Euro pro Minute) seien die Fahrzeuge in derselben Preisklasse und „teilweise sogar günstiger als die bisher in Aachen verfügbaren Angebote“, teilt die Firma mit. Und weiter: Im flotten Tempo der NIU E-Roller von 45 km/h komme man nicht nur schneller und ohne langwierige Parkplatzsuche ans Ziel. Dank der 2 Helme in der Helmbox könne man sich die Fahrt auch mit einem Freund oder einer Freundin teilen.

Gegen achtloses Parken und Fahren unter Alkoholeinfluss ist ein Kraut gewachsen. So ist es bei felyx nicht nur Pflicht, seinen Führerschein vor der ersten Fahrt hochzuladen. Nach jeder Fahrt muss zudem ein Foto des geparkten Rollers gemacht werden. Dadurch kann felyx Falschparker identifizieren und wenn nötig vom Service ausschließen.

Mehr Infos: https://felyx.com/de/de/felyx-in-aachen

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Jemand hat es auf Senior*innen abgesehen. Muster erkannt. Sonderkommission gegründet.

Nachdem es in den vergangenen Wochen zu mehreren Raub- und Diebstahlsdelikten auf Senioren und Seniorinnen gekommen ist, hat die Aachener Polizei eine Sonderkommission eingerichtet und die Ermittlungen gebündelt.

Die Ermittler erkennen seit Ende Januar 2022 bei etwa einem Dutzend Taten ein übereinstimmendes Muster: Der Täter passt ältere Menschen an der Haustüre ab oder verfolgt sie unerkannt bis in den Hausflur. Dort bietet er seine Hilfe beim Tragen der Einkäufe oder der Gehhilfe an oder nutzt direkt einen günstigen Moment, um das Portemonnaie oder Wertgegenstände der Opfer zu stehlen.

In wenigen Fällen kam es auch zu körperlichen Übergriffen, um an die Beute zu gelangen. Eine Fahndung nach dem Täter blieb bislang ohne Erfolg. An den Tatorten konnten Spuren gesichert werden. Die Auswertung läuft derzeit auf Hochtouren.

Ob alle Taten tatsächlich auf das Konto ein und desselben Täters gehen, ist bislang noch unklar und Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang: Seien Sie aufmerksam bei der Rückkehr zu Ihrer Wohnanschrift. Vergewissern Sie sich, dass Ihnen kein Fremder in den Hausflur folgt. Werden Sie skeptisch, wenn Ihnen ein Unbekannter an der Tür Hilfe beim Tragen anbietet.

Melden Sie verdächtige Beobachtungen, die auf die beschriebene Masche hindeuten, sofort der Polizei unter dem Notruf 110. (am)

Quelle: Polizei Aachen

Ein Beispiel. Zeugen gesucht.

Eine Frau (81) ist am Samstag (19. Februar, 13 Uhr) Opfer eines Raubes geworden. Der Täter hatte die Frau, die auf einen Rollator angewiesen ist, bis in den Flur eines Mehrfamilienhauses am Brüsseler Ring verfolgt und ihr dort die Handtasche mitsamt dem Bargeld entwendet. Die Seniorin blieb unverletzt. Der Mann flüchtete nach der Tat in unbekannte Richtung.

Die Dame war kurz vor der Tat, gemeinsam mit ihrem Mann, mit dem Bus der Linie 2 unterwegs. Beide stiegen um kurz vor 13 Uhr an der Haltestelle Ronheide aus. Möglicherweise wurden sie bereits dort von dem Täter verfolgt.

Fahrgäste der Linie 2, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0241/9577-31501 oder (außerhalb der Bürozeiten) unter der Nummer 0241/9577-34210 zu melden. (am)

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Putin erklärt sich: eine düstere Rede

Was für eine Nacht! Ich habe mit die lange Rede von Putin angehört, in der Übersetzung und mit Putin  – im Originalton – im Hintergrund. Man konnte mitbekommen, in welcher Tonlage Putin spricht. Er meinte alles kompromisslos ernst, teils hörte man deutlich Hass heraus, teils meinte ich in der Stimme zu hören, dass er am liebsten weinen würde.

Er präsentierte im Grunde eine Art Generalabrechnung, führte aus, wie ungeheuer gemein und übel ihm und seinem Land mitgespielt worden ist. Wie nach dem Untergang der Sowjetunion die Versprechen gebrochen wurden und wie sehr die USA versucht hätten, Russland vorzuführen und klein zu machen. Wahnsinn. Wenn man die Wirklichkeit SO erlebt hat, MUSS sich ja blanker Hass entwickeln.

Ich bin absolut kein Fan der US-Amerikaner, es ist ein furchtbares Land und wird sich bei der nächsten Wahl wieder Trump zum Präsidenten wählen. Und die Menschen, das sind nicht mehr die Amerikaner, denen Deutschland so viel verdankt. Die Nato in den 90er Jahren zu erweitern, das war ein Fehler, den die Amerikaner gemacht haben. Die NATO hätte in den 90er Jahren nicht erweitert werden dürfen. 

Was Putin sagte, war wirklich erschreckend. Er schilderte insbesondere die letzten 30 Jahre, das heißt: Er interpretierte die Wirklichkeit, was alles geschehen ist bezüglich Russland in diesen Jahren und was die Amerikaner alles unternommen haben, um Russland zu schaden. Meine Güte! Das sehen deutsche Politiker*innen mit Sicherheit ganz anders.

Ausführlich legte er dar, wie die Ukraine entstanden ist. Sozusagen vom Mittelalter aus bis heute sei die Ukraine ganz und gar von Russland erschaffen worden, nicht zuletzt und buchstäblich komplett auf Kosten der selbstlosen, geduldigen Russen. Die Ukraine habe nie eine „echte Staatlichkeit“ gehabt, sagt er in seiner Ansprache. Wie redet man mit jemand, der die Wirklichkeit so erlebt hat, so ganz anders, so fremd?

Auf jeden Fall muss man akzeptieren, dass seine Wirklichkeit nun mal so ist, wie er sie in der Rede geschildert hat. Man muss ihm argumentativ etwas entgegenkommen. Möglicherweise akzeptiert er, dass sich die vergangenen 30 Jahre für Menschen im Westen etwas anders darstellen. Vielleicht aber auch nicht. Er sprach so, als halte er es für unmöglich, dass jemand die letzten 30 Jahre anders erlebt hat als er. 

Jetzt verfährt er mit der Ukraine so wie vor Jahren mit Georgien (2008). Er „schützt“ irgendwelche Separatisten, die sich mit ihren 2 Landkreisen (Donezk und Luhansk) von der Ukraine ablösen und zwei eigene Mini-Staaten gründen wollen bzw. schon gegründet haben, aber weltweit nicht anerkannt werden. Diesen gibt er vor, „helfen“ zu müssen.

Die Chefs dieser neuen Kleinst-Staaten muss man sich ansehen (alle Infos im Netz). Es sind verkrachte Existenzen. Aus einfachsten Verhältnissen gekommen (wie Putin), ein kurzer Aufstieg zu irgendwas beim Militär oder im Geheimdienst, aber dann gescheitert, meist als Unternehmer bei dem Versuch, schweinereich zu werden. ( z.B. Denis Puschilin, der als Mitarbeiter einer Aktiengesellschaft in einem Schnellballsystem viele Millionen Menschen um ihre Geldanlagen brachte, jetzt Putins bester Mann in Donezk).

Das war eine düstere Rede. Aber Putin ist weder an allem schuld, noch ist er das Unschuldslamm, als das er sich darstellt. Und der Westen (also die NATO und die EU) sind nicht die 100-prozentigen Verbrecher und sind auch nicht unschuldig an dem Konflikt. Wenn alle Beteiligten schon mal davon ausgehen würden, ich würde mir dann gern noch mal eine Nacht um die Ohren schlagen um den Fortgang der Verhandlungen zu verfolgen. 

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Der Sturm, die Roller, die Alte Vaalser Straße, der BLB – und was noch?

Es ist wieder Montag und montags lacht nicht mal die eine, die immer lacht. AachenNews schaut sich an, was los ist, was man wissen will und was man wissen sollte.

In Burtscheid in der Spaakallee riss der Sturm „Zeynep“ eine Birke um. Auch im Stadtpark hielten Bäume dem Sturm nicht stand.

Drei Stürme sind über Aachen hinweggegangen: „Ylenia“, „Zeynep“, und vergangene Nacht noch „Antonia“. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz und ist vermutlich erst Freitag fertig mit der Beseitigung der Schäden. Danke Aachener Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehren für eure ganze Mühe!

Die Leute, die mitten im Sturm ihre prallvollen gelben Säcke rausstellen, sind das eigentlich dieselben, die nicht einsehen können, dass das Impfen zwar keine Infektion verhindert, wohl aber eine Erkrankung, mit der man schließlich im Krankenhaus landet? Wahrscheinlich. – Rein intellektuell gibt es mehr Defizite bei den Leuten, als man gedacht hatte. Damit muss man auch erst mal klarkommen.

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Die „Omas gegen Rechts“ haben uns über ihre Neugründung und ihre erste Aktion informiert. Danke dafür! Sie wollen nicht unwidersprochen hinnehmen, dass die Gegner der Impffplicht zusammen mit Rechtsextremen demonstrieren. Wer mit der Gruppe Kontrakt aufnehmen will (auch Opas sind willkommen): omasgegenrechts-aachen.de

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Die Idee, die Alte Vaalser Straße als Fahrradstraße einzurichten, nimmt Formen an. Die Stadtverwaltung möchte heute die Planung vorstellen und diskutieren. Die geben sich echt viel Mühe, danke auch! Im Mittelpunkt des Dialogs stehen die Verkehrsregeln, die in Fahrradstraßen gelten. Und die Frage, wie sich die Einrichtung einer Fahrradstraße auf die Alte Vaalser Straße auswirken würde.

Die Stadt lädt zu einer digitalen Veranstaltung am heutigen Montag, 21. Februar, von 18.30 bis 20.30 Uhr ein. Fragen, Ideen und Anregungen sind erwünscht. Ihr könnt die Veranstaltung auf dem Youtube-Kanal der Stadt Aachen (www.youtube.com/stadtaachen) verfolgen oder euch aktiv in die Videokonferenz einbringen. Die entsprechenden Zugangsdaten werden am 21. Februar unter www.aachen.de/altevaalserstrasse veröffentlicht.

Die vorliegenden Planunterlagen sind im Internet über www.aachen.de/altevaalserstrasse abrufbar. Wer sich zu den Vorschlägen der Fachverwaltung äußern möchte, kann das noch bis zum 7. März im Foyer des Verwaltungsgebäudes schriftlich tun, wo ein Briefkasten hängt, oder eine Mail an folgende Adresse schicken: altevaalserstrasse@mail.aachen.de

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Sie stehen in der Innenstadt angeblich immer im Weg: Roller. Aber auch Autos stehen überall im Weg,  Die Stadtverwaltung arbeitet an Regeln, die die Zahl der Roller begrenzen soll. Die Anbieter sollen außerdem stärker in die Verantwortung genommen werden.

Sie stehen überall rum und nur wer sie nicht benutzt, ärgert sich: über die E-Scooter. Dabei stehen auch Autos überall rum, viel mehr sogar. Autos stehen auf Straßen, Bürgersteigen, Radwegen, und besonders in der Lütticher Straße auf Baumscheiben. Im Durchschnitt 23 Stunden am Tag. 2000 kleine Roller mit Elektroantrieb sind derzeit in Aachen unterwegs, vergleichsweise wenig. Allein die Schrotträder, die in der Stadt abgestellt sind, dürften zahlenmäßig mehr sein als die Miniroller.

Warum nicht einige wenige Auto-Parkplätze freimachen als Stellflächen für die Roller?

Die Politik widmet sich der Roller-Problematik mit Hingabe. Als gäbe es bei der Aachener Verkehrswende kein größeres Problem. Aber allen Bemühungen zum Trotz: Die Verkehrswende ist eine Schnecke, etliche Unfallschwerpunkte bleiben gefährlich, Straßenübergänge desgleichen. Die Zahl der Autos steigt. 

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Das ehemalige Straßenbauamt an der Karl-Marx-Allee (leer), das ehemalige Hochschulgebäude am Muffeter Weg (leer), das alte Polizeipräsidium in der Soers (leer) und der ehemalige Aachen-Münchener-Bau an der Robert-Schumann-Straße (bald leer, noch arbeiten dort 190 Mitarbeiter*innen der Bezirksregierung) – die haben alle etwas gemeinsam: Sie gehören einer Landesbehörde, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb, kurz BLB genannt.

Was soll mit diesen Bauwerken geschehen? Warum wurden/werden sie nicht vom Land NRW in den Besitz der Stadt Aachen überstellt? Sozusagen von einer öffentlichen Hand in die andere übergeben? Die Linke müht sich, die SPD in Aachen arbeitet an dem Fall, die Grünen haben ebenfalls versucht, den BLB zu einem Geschäftsgebaren zu bewegen, das dem Gemeinwohl verpflichtet ist. Ohne. Jeden. Erfolg. Sehr bedauerlich.

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Der Wolf im Stadtwald war tatsächlich ein richtiger Wolf, haben Untersuchungen ergeben. Er soll aus Belgien 80 Kilometer weit nach Aachen gerannt sein und nicht zu dem Rudel gehören, das in der Eifel heimisch geworden ist. Da die Wölfe hierzulande keinen einzigen Feind haben, beunruhigt die ungebremste Ausbreitung. Habgier, Streitlust, Heimtücke und Verschlagenheit werden Isegrim in den alten Märchen nachgesagt. Was haben wir und was hat eigentlich der Wolf davon, wenn er sich bei uns ungebremst ansiedeln kann?

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Wer bis hierhin gelesen hat, möchte vielleicht noch wissen, was die Stadtverwaltung zu Abriss und Neubau der Brücke Turmstraße mitgeteilt hat. Stark gekürzt hier:

Die Bauarbeiten an der Brücke sind wegen ihres irreparablen Zustands unvermeidbar. Sie werden im Mai 2022 beginnen und bis Dezember 2023 dauern. Da eine Behelfsbrücke nicht verfügbar ist, muss der betroffene Straßenabschnitt während der gesamten Baumaßnahme für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt werden. Dies hat gravierende Auswirkungen auf die Verkehrssituation im Umfeld. 

Das Verkehrsführungskonzept wird in den nächsten Wochen unter der Maxime „Führung der Umleitungsverkehre über den Außenring“ weiter verfeinert. Wichtig war aber auch der Beschluss, dass bei der weiteren Planung auf eine Öffnung des derzeit gesperrten Templergrabens „nach Möglichkeit“ verzichtet wird. Die Verkehrsführung wird während der gesamten Bauzeit analysiert und bei Bedarf angepasst.

Der externe Gutachter Dr. Michael Baier hatte in einer präzisen Analyse und Ableitung dargelegt, wie sich das Verkehrsgeschehen rund um die Großbaustelle verändern wird und wie die bisherigen Verkehre umgeleitet werden sollten. Er sprach sich sehr deutlich dafür aus, den Kraftfahrzeugverkehr vor allem in Richtung Toledoring, Pariser Ring und Vaalser Straße zu verlagern. Überdies empfahl er, an einigen empfindlichen Kreuzungen mit temporär aufgestellten Ampelanlagen zu arbeiten.

Von einer Öffnung des Templergrabens riet der Gutachter ab. Es bestünde die Gefahr, dass sich das Verkehrsaufkommen dort um das Dreifache gegenüber der Zeit vor der Corona-Pandemie und vor der Sperrung für das Reallabor Templergraben erhöhen würde – auf bis zu 20.000 Fahrzeuge pro Tag. Das Ingenieurbüro BSV wird während der gesamten Baumaßnahme für die Planung möglicher Anpassungsmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Im öffentlichen Raum werden erste Hinweise zur Sperrung bereits Anfang März und dann wieder Anfang Mai auf den städtischen Plakatanlagen zu finden sein. Zahlreiche weitere vorbereitende und begleitende Maßnahmen, darunter Veranstaltungen mit Bürger*innen, sind für März in Planung.

Infos unter www.aachen.de/turmstrasse. Diese Internetseite wird den Stand der Baumaßnahme fortlaufend dokumentieren.

Die Brücke Turmstraße wird abgerissen/erneuert. Gleichzeitig bleibt der Templergraben zu und die Jakobstraße ebenfalls. Auf Autofahrer*innen kommen schwere Zeiten zu.

Die erheblichen Eingriffe in den Verkehrsfluss werden weitreichende Folge für die RWTH haben. Es wird zu eingeschränkten Erreichbarkeiten von Gebäuden kommen, es müssen längere Wegstrecken und -zeiten für Fußwege, Radverkehr, KFZ und ÖPNV innerhalb und zur Hochschule eingeplant werden. Die RWTH ist in die Baumaßnahmen nicht involviert, tauscht sich aber eng mit der Stadt aus, um Einschränkungen so gering wie möglich zu halten und sie so schnell wie möglich zu kommunizieren.

Vielen Dank an alle, die sich kooperativ zeigen und nicht durch elende Dauerschimpferei hervortun.

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Übermedien.de stellt die richtigen Fragen

Muss das wirklich sein, dass Journalist*innen sich – um die Zuschauer zum In-Sicherheit-Bleiben zu bewegen – sich selbst in den fettesten Sturm stellen? Muss man sich zum Berichten da hinstellen, wo es ganz außerordentlich gefährlich ist? Wo man von durch die Luft fliegenden Teilen getroffen werden kann?

Die Redakteure befinden sich gut geschützt in den Redaktionen, die Zuschauerinnen und Zuschauer sitzen zu Hause und gruseln sich oder lachen über die missliche Lage, in der sich die Berichterstatter befinden. Und es sieht ja auch witzig aus. Sie sagen: Tut bloß nicht dasselbe wie was ich hier gerade mache.

Aber ist das nicht doch eine Nummer zu gefährlich? Ich denke: ja.

Übermedien ist ein Online-Magazin für Medienkritik. Also eine Einrichtung im Netz, wo sich Journalisten Gedanken darüber machen, wie Medien in Deutschland arbeiten und es bewerten. Besonders im Fokus der Kritik: die BILD – Übermedien wird ausschließlich von den Nutzern finanziert.

Nach dem Sturm ist übrigens vor dem Sturm. Der nächste wird uns auf Twitter von Jörg Kachelmann schon angekündigt. Und wenn der Kachelmann von Sturm und orkanartigen Böen spricht, dann weiß man, was man zu tun hat.

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