Streit um einen Radweg, die Zweite, jetzt Lintertstraße

Die Lintertstraße ist an den Rändern runter bis zur Adenauerallee mit Pkw vollgestellt. Quasi parallel zur Trierer Straße verbindet diese Straße Forst mit Brand.

Die Debatten um die Lütticher Straße* sind noch in vollem Gange, da steht heute im zuständigen Politiker-Gremium (ab 17 Uhr im Eurogress) schon der nächste Zankapfel auf der Tagesordnung. Punkt 14 und 14a: Radweg entlang der Lintertstraße – als Teil der Rad-Vorrang-Route Brand.

Die Lintertstraße war auch im Rathaus schon Gegenstand von hitzig geführten, teil-öffentlichen Beratungen. Aber dort hieß es, als ich mir die Meinungen der Parteien zu dem Projekt anhören wollte: Der Saal ist voll, mehr als 30 Personen dürfen nicht rein. Der Saal ist in der Tat – wegen der Pandemie – eigentlich für 30 Personen schon zu klein.

Jetzt gibt es also Beratungen im Eurogress. Auch dort geht es um eine Protected Bikelane, was nichts anderes bedeutet, als dass vom Straßenraum der Platz für einen Radweg mitsamt baulichen Trennelementen zur Fahrbahn hin abgezwackt werden muss. Alles in allem 3 Meter mindestens (Beide-Richtungen-Radweg). Das kostet natürlich Parkplätze, die Fahrbahn kann man schließlich nicht schmaler machen.

Mehrere Varianten stehen zur Diskussion, aber 53 Parkplätze wären mindestens futsch. Es sei denn man findet Platz für eine dieser Quartiersgaragen, die in anderen Städten jetzt immer öfter zu sehen sind. Von der Errichtung einer Quartiersgarage ist aber – soweit jetzt zu erkennen ist – bezüglich der Lintertstraße nicht die Rede.

„Eine Unverschämtheit“ und „bodenlose Frechheit“ sollen CDU-Vertreter schon den Hinweis genannt haben, es seien doch genug Garagen und Stellplätze in benachbarten Straßen vorhanden. Eine Studie will das herausgefunden haben.

Auch in den Seitenstraßen der Lintertstraße ist kein Quadratmeter frei, der als Parkplatz genutzt werden könnte. Alles voll. Wie in dieser Gegend ein Radweg untergebracht werden soll, ist vorerst ein Rätsel.

Doch ein Radweg muss her, so oder so. Anwohner, die behaupten, es seien dort nur selten mal Radfahrer*innen unterwegs sollen sich mal fragen: Warum meiden Radfahrer die Straße?

Eben weil sie ohne Radweg viel zu gefährlich ist. Aachen braucht aber Radwege, auf die sich auch etwas ängstliche, ältere Zeitgenossen trauen. Sie sollen ihre Pkw stehen lassen und aufs Fahrrad/Pedelec umsteigen können, wenn sie unbedingt wollen.

Parkende Autos nehmen im knappen öffentlichen Raum absurd viel Platz ein. Die Lintertstraße (zwischen Adenauerallee und Schönforsterstraße) zeigt das deutlich.

s. auch zwei drei Leser*innen-Kommentare

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*Die Online-Debatte um die Lüttcher Straße kann hier angesehen und mitverfolgt werden. Sie dauerte zweieinhalb Stunden und zog phasenweise über 300 Aachener*innen in ihren Bann.

Sie vermittelte viele Erkenntnisse und enthält auch im Chat jede Menge Kommentare von Aachener*innen. Man sieht außerdem, wie die Lütticher Straße einmal aussehen könnte.

Mehrere Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung haben sich echt Mühe gegeben, auf die Bedenken der Anwohner*innen einzugehen und Fragen zu beantworten. Sie wurden am Ende zu Recht gelobt.

https://www.youtube.com/stadtaachen

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Im Covid-Testzentrum in der Blondelstraße

Im Testzentrum, das eigentlich ein Club ist.

Heute waren wir gegen 9.30 Uhr in der Blondelstraße 9 in einer Disco. Das „NOX“ ist jetzt ein Corona-Testzentrum, und weil wir heute einen Freund mit Vorerkrankung besuchen wollten, mussten wir ganz sicher sein, ihn nicht anzustecken.

Es ist ein privates Zentrum, in dem man sogenannte Schnellteste machen lassen kann – aber auch PCR-Tests. Man muss den ganzen Vorgang privat bezahlen, 40 Euro pro Schnelltest. Offenbar haben die Behörden dem neuen, privaten Testzentrum eine Genehmigung erteilt. So waren wir zuversichtlich und eigentlich sogar richtig froh, hier landen zu können. Eine gute Sache.

Wer vormittags so gegen 10 Uhr hinkommt, braucht sich noch nicht mal anzumelden. Man muss seinen Personalausweis vorlegen, bezahlen und kann gleich durchmarschieren in eine Testkabine im hinteren Teil der Örtlichkeit.

In der Kabine ging es gleich zur Sache, ein Miniminimini-Stäbchen (biegsam) wurde mir zuerst in den Rachen geschoben. Das hatte schon mal gleich heftiges Husten zur Folge. Dann wurde dasselbe Stäbchen in die Nase geschoben, was komischerweise jede Menge Tränenflüssigkeit aus den Augen schießen ließ.

Eins ist mal klar: So locker wie die das im Fernsehen immer darstellen, ist das ganze Testen nicht. Es ist nicht angenehm. Aber nach 5 Minuten lacht man schon wieder und freut sich, es hinter sich zu haben.

Dass wir in einem Club waren, das war nicht zu übersehen. Es ist ziemlich dunkel, alle Wände, die Decke, der Boden sind schwarz. Die Leute dort sind sehr freundlich. Auf das Ergebnis vom Schnelltest muss man 15 Minuten warten. Kein Problem, wenn man warme Kleidung trägt: Im NOX ist es eiskalt und es zieht.

Zum Schluss bekommt jede/r eine schriftliche Bestätigung des Testergebnis – mit Datum, Uhrzeit und in Deutsch und Englisch.

Die Teste waren negativ, kein SARS-Covid-2. Der Besuch bei dem sympathischen Vorerkrankten kurze Zeit später war deshalb auch unbeschwert.

Wer mehr wissen will: https://www.covid-testzentrum.de/aachen

Von außen leicht zu erkennen: das neue Testzentrum. Montag bis Samstag und an Feiertagen geöffnet von 8 bis 21 Uhr.

Die Maßnahmen gegen das Virus werden alle nicht genügen, und fast alle wissen das.

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Viel Streit wegen der Lütticher Straße

Heute geht es wieder – ganz Corona-konform – um die Lütticher Straße. Es geht um die Frage, ob diese Aachener Ausfallstraße einen Radweg bekommt und wenn ja: welchen? Und wo dieser Radweg eventuell hinkommt, wie breit er sein soll und wo bei all dem die Fußgänger*innen bleiben? Und ob es nicht sogar zwei Radwege, nämlich rechts und links der Straße, geben muss?

In Aachen steht Autos absurd viel Raum zur Verfügung. Zum Nachteil von ÖPNV, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Die Lütticher Straße beweist das eindrucksvoll.

Sehr viele Anwohner und Anwohnerinnen nutzen in der Lütticher Straße den öffentlichen Raum, um ihre Autos darauf abzustellen. Und das soll möglichst auch so bleiben, so wird derzeit vor Ort in scharfem Ton gefordert. Die Politik und die Verwaltung dürfen sich auf eine harte Auseinandersetzung gefasst machen.

Unter den Bäumen – links im Bild – hat es einst einen Radweg gegeben, den solle man doch reaktivieren, meinen etliche Anwohner. Doch das ist leider keine Lösung, nicht praktikabel. Die Bäume sind übrigens zum Teil in einem erbärmlichen Zustand, instabil. Den nächsten großen Frühjahrssturm möchte man unter diesen Bäumen lieber nicht erleben. Einige sind nicht mehr vital.

Die Situation in der Lütticher Straße, zwischen Limburger Straße und Amsterdamer Ring im Bild. Diskutiert wird u. a. über einen 2,30 Meter breiten Eine-Richtung-Radweg, der baulich vom Fußweg und von den Bussen getrennt ist (Protected Bikelane).

Es geht um ein etwa 700 Meter langes Stück Straße, auf dem das Fahrradfahren besonders gefährlich ist. Maximal 79 Pkw-Parkplätze würden wegfallen. Um die kämpfen nun die Anwohner mit Zähnen und Klauen, möchte man sagen. Sie haben über 1000 Unterschriften gesammelt und diese Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen bereits überreicht.

Die Oberbürgermeisterin soll allerdings klargemacht haben, dass sich Aachen „am Anfang einer historischen Wende weg vom Diktat des Autos hin zur Fokussierung auf den Menschen“ befindet, wie die örtliche Tageszeitung berichtete. Die Frage ist, ob sich diese Position halten lässt. Auch in der Lintertstraße sollen zugunsten eines Radweges etliche Parkplätze wegfallen, auch dort formiert sich Protest.

Die Verwaltung möchte sich heute, Dienstag, 19. Januar, ab 19 Uhr (bis 21 Uhr) zu dem Vorhaben Lütticher Straße online äußern, auf YouTube.com/stadtaachen. Sie ist durch eine Entscheidung des Rates gebunden: Der Stadtrat hat sich 2019 mit übergroßer Mehrheit (gegen FDP und AfD) einem entsprechenden Bürgervotum (Radentscheid) angeschlossen.

Viele Bürger*innen hätten nicht unterschrieben, wenn sie gewusst hätten, was der Bürgerentscheid bedeutet, so wird argumentiert. Und: Die Grünen in Aachen (jetzt stärkste Partei im Rat) hätten die Wahl eigentlich gar nicht so überragend gewonnen, wenn man die Nicht-Wähler berücksichtigt. (Kopf auf Tisch.) Gewonnene Wahlen nicht wirklich anzuerkennen wird offenbar auch bei uns Mode. Stop the Count, wa?

Hier entsteht ein Neubau mit 63 dieser superkleinen Mikrowohneinheiten die jetzt in Aachen an allen Ecken aus dem Boden sprießen. Nur für die Hälfte stehen in der Tiefgarage Pkw-Plätze zur Verfügung. Befürchtet wird ein zunehmender Parkdruck.

Könnte der Bau einer Quartiersgarage mit nur 200 Plätzen die Anwohner schon zufriedenstellen? Und wo sollte diese überirdische Quartiersgarage hin? Bis Ende diesen Jahres kann nun überlegt und geplant werden. Denn dann wird die Straße ohnehin aufgerissen, weil Versorgungsleitungen erneuert werden müssen.

Vor dem Franziskus-Krankenhaus werden derzeit Parkplätze für Patienten und Besucher gebaut. Außerdem gibt es dort neuerdings eine Station für Leihräder.

Viele offene Fragen können heute – wie es seit Beginn der Pandemie üblich ist – im Chat gestellt werden. Die Verwaltung ist eigentlich nicht bürgerfeindlich, sie wird mit Sicherheit auf die Bürger*innen eingehen, das zeigt die Erfahrung. Also deshalb: ab 19 Uhr, YouTube.com/stadtaachen

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Polizei hilft einem Einbrecher beim Ausbrechen

Als wahrer Freund und Helfer entpuppte sich die Aachener Polizei am vergangenen Sonntagmorgen um kurz vor 5 Uhr. Anwohner aus der Düppelstraße in Aachen meldeten über Notruf, dass ein Mann ganz offensichtlich versuche, sich aus seinem Auto zu befreien.

Man könne beobachten, so wurde der Polizei mitgeteilt, wie dessen verzweifelten Versuche das Fahrzeug zu öffnen, allesamt kläglich scheiterten. Angesichts der derzeit eisigen Temperaturen eilten dann auch umgehend Einsatzkräfte vom Aachener Polizeipräsidium aus dem Eingeschlossenen zu Hilfe. 

Am Fahrzeug eingetroffen, fanden die Beamten allerdings nicht nur den Eingesperrten, sondern auch ein aufgebrochenes Türschloss an dem Pkw vor. Und so erkannten sie in dem Hilfsbedürftigen auf der Stelle einen Einbrecher. Zwanzig Minuten brauchten die Polizisten noch, um Hilfe-zur-Selbsthilfe zu leisten.

Erst dann gelang es, den Herrn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Auf der Straße stellte man zusätzlich fest, dass es einen alten Bekannten getroffen hatte: Der 52jähre Mann ist den Beamten hinlänglich bekannt. Natürlich handelte es sich bei dem Auto nicht um seinen eigenen Wagen.

So wurde der Mann am Ende wieder eingesperrt – jetzt allerdings in eine warme Polizeizelle. (And)

Erweist sich bisweilen tatsächlich als Freund und Helfer: die Polizei

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Unterwegs durch 50 Weltstädte

Wir stellen für heute die Produktion bei AachenNews ein, denn im Checkpoint (Berlin) sind wir auf eine Website hingewiesen worden, von der wir jetzt nicht mehr runterkommen (wollen). Wahnsinn.

Man kann per Video durch die Straßen von 50 Weltstädten cruisen, immer aus der Perspektive der Kühlerfigur. Istanbul, Antalya, Chicago und New York haben wir uns schon angesehen, man hört während der „Fahrt“ immer Musik von der örtlichen Radiostation. Wer viel Schnee sehen will, fährt mal ein bisschen durch Yekatarinburg in Russland, es lohnt sich.

https://driveandlisten.herokuapp.com/?utm_source=cp-vollversion

Drei Geschwindigkeiten stehen zur Auswahl, live zuschaltbar sind diverse lokale Radiostationen sowie die Originalsounds der jeweiligen Metropole. Ein wunderbares Vergnügen. „Drive & Listen

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Und nicht vergessen: „Ohne uns bleibt es dunkel“. Gesehen in Aachen.

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Büchel-Teams stellten Zwischenergebnisse vor

Drei Planungsteams – bestehend aus bogevischs buero München, De Zwarte Hond Köln und Studio Schultz Granberg aus Berlin gemeinsam mit Planer*innen aus der Stadtverwaltung – haben sich seit Ende November 2020 unter den drei großen Überschriften „Wissen“, „Wohnen“ und „Wiese“ intensiv mit dem Büchel beschäftigt. Foto: Archiv

„Mit einer digitalen Premiere und viel Rückenwind segelt die Kooperative Planungswerkstatt ihrem Ziel entgegen.“ Das teilte jetzt die Pressestelle der Stadtverwaltung mit.

Nach der Präsentation der Zwischenergebnisse am 13. Januar in einem vierstündigen Livestream auf dem Youtube-Kanal der Stadt Aachen gehen die drei Planungsteams nun in den kommenden Tagen noch einmal an ihre Entwürfe und sorgen für den letzten Feinschliff

Die Endpräsentation der Planungswerkstatt findet am Samstag, 23. Januar, ebenfalls öffentlich und online auf dem städtischen Youtube-Kanal statt. Die genaue Startzeit der Digital-Veranstaltung wird in Kürze mitgeteilt.

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung vom 13. Januar ist unterdessen unter dem Link https://youtu.be/B3XjHHp-8CE  weiterhin online abrufbar.

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Außer einem leeren Parkhaus (s. o.) haben wir unmittelbar daneben in Aachens Innenstadt auch noch ein leeres Kaufhaus, das kein Mensch mehr braucht: das Ex-Lust for Life, Ex-Horten-Kaufhaus, wo mal Sinn reinziehen wollte, was aber nicht geklappt hat. Foto: Archiv

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Noch etwas Musik

(aus dem UKW-Podcast zu Corona, Unsere Kleine Welt, von Tim Pritlove, bester Podcaster aller Zeiten)

Zum Schluss noch etwas Kunst

Video-Kunst zum alles beherrschenden Thema: Covid 19. Man sieht wie in allen Sprachen der Welt das Virus behandelt wird. In Tweets und TV-Beiträgen, Schlagzeilen und Musik.

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Gemein: Falsche Polizisten rufen an

Die Aachener Polizei warnt erneut vor Anrufen „falscher Polizisten“. Nicht nur tagsüber, sondern neuerdings auch zu nachtschlafender Zeit rufen Betrüger zumeist Seniorinnen und Senioren an und geben sich als Polizisten aus.

Die Täter geben am Telefon Anweisungen. Zum Beispiel soll man Türen und Fenster schließen. Angeblich habe die Polizei den Namen und die Adresse der Opfer auf einer Liste einer Diebesbande vorgefunden.

Solche Gespräche nutzen die Betrüger, um sensible Daten zu erfragen bzw. im schlimmsten Fall Wertgegenstände angeblich „zum Schutz“ an die falschen Polizisten herauszugeben. Nach den bisherigen Ermittlungen kamen die Angerufenen bislang mit dem Schrecken davon.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, so teilt die Pressestelle der Polizei mit. Und weiter:

„Fragen, wie man sich vor solche Anrufen schützen kann, beantworten die Kolleginnen und Kollegen der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle zu den Bürodienstzeiten unter der Telefon 0241/9577- 34401.“ 

Die Aachener Polizei ist in Kürze auch persönlich zu sprechen – in der neuen Anlaufstelle direkt gegenüber vom Bushof.

Ansonsten gilt weiterhin: 

   - Die Polizei verwahrt keine Wertgegenstände oder Bargeld auf.

   - Lassen Sie Vorsicht walten und beenden Sie solche Telefonate.

   - Reden sie im Bekanntenkreis darüber.

   - Im Verdachtsfall melden Sie sich bitte umgehend über den polizeilichen Notruf "110". 

(fp)

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Bekommt Aachen bald einen zweiten Gemeinschaftsgarten?

Was mit dem HirschGrün bereits erfolgreich versucht wurde, soll bald eine Neuauflage erfahren. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Fraktion DIE Zukunft geht. Die hat nämlich jetzt die Einrichtung eines zweiten  Gemeinschaftsgartens beantragt. 

Konkret wurde formuliert: „Die Verwaltung soll einen Zeit-, Kosten- und Nutzungsplan erarbeiten, welche Standortmöglichkeiten es für einen weiteren Gemeinschaftsgarten, ähnlich dem HirschGrün gibt und wie diese realisierbar sind.“ Gemeint ist ein großer Garten, eine grüne Oase (oder sogar mehrere) – nicht in ohnehin ländlicher Umgebung, sondern mitten in der Stadt, zwischen Straßen, Gebäuden und dem brausenden Autoverkehr. 

Urban Gardening hat in Aachen viele Fans. Das zeigte sich, als im März 2016 Ratsvertreter der CDU vorschlugen, den großen Garten an der Richardstraße (unweit der vielbefahrenen Wilhelmstraße) an den Stadtrand zu verlegen. Der Protest war groß, das HirschGrün konnte bleiben.

Im HirschGrün mitten in Aachen. Einem weiteren Garten möchte die Fraktion DIE Zukunft eine Chance geben. Foto: Archiv

Grünanlagen, die keine konventionellen Parks sind, haben Wiesenblumen, Gemüsebeete und manche sogar Obstbäume und Bienenkörbe. Sie werden nicht von städtischen Mitarbeitern gepflegt, sondern von Menschen aus der Stadtgesellschaft in deren Freizeit. Die schätzen den Erholungswert von Gartenarbeit, aber auch die Möglichkeit, die Artenvielfalt zu fördern.

Die vier Ratspolitiker (DIE Zukunft, das sind: 2 Volt, 1. Pirat, 1 UWG) haben schon ein Stück Wiese gefunden, das ein zweites HirschGrün werden könnte: Das Dreieck zwischen Blücherplatz, Sigmundstraße und Aretzstraße. Es liegt seit Jahren quasi nutzlos rum und wartet förmlich darauf, von Menschen mit Sehnsucht nach naturnaher Flora und Fauna beackert zu werden.

Ein Treffpunkt könnte der Gemeinschaftsgarten sein, wo sich Nachbarschaft entwickelt, so meinen die Antragsteller. Aber auch als Frischluftschneise innerhalb einer stark versiegelten Stadtfläche, als ein Mittel zur Verbesserung der Luftqualität eben und als Zuflucht für vom Aussterben  bedrohte Insekten stellen sich die Vier ihr Projekt vor.

Die Neujahrsrede der Oberbürgermeisterin lässt keinen Zweifel daran, dass der Antrag ganz im Sinne von Sibylle Keupen ist. Er wird also wohl dem Rat zur Entscheidung vorgelegt. Bleibt zu hoffen, dass auch die Anwohner dem Projekt wohlgesonnen sind. 

Platz für etwas Urban Gardening.

Hier gibt es zusätzliche Infos.

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Acht neue Baumbeete

Seit Wochenanfang werden acht neue Baumbeete in der Paul-Röntgen-Straße und in der Brüggemannstraße angelegt. In beiden Straßen müssen einige Parkplätze für die Dauer von bis zu zwei Wochen gesperrt werden. Und: Da die Baumfelder nach neuesten Standards gebaut werden, entfallen in den Straßen sieben Parkplätze gegenüber heute. 

In die Baumbeete sollen noch in diesem Frühjahr Ahornbäume gepflanzt werden. Zusätzlich werden auch noch 15 Fahrradbügel an verschiedenen Standorten aufgestellt. In der Einmündung Kühlwetterstraße/ Brüggemannstraße wird zudem der Gehweg vorgebaut und barrierefrei abgesenkt.

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte hatte die Umgestaltung im März 2020 beschlossen.

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Etwas Musik: hier und hier

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Neujahrsansprache von Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen

„Lassen Sie uns die Aufgaben gemeinsam angehen und Aachen stark machen“, so lautet die zentrale Botschaft der Neujahrsansprache, die Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen in ihrer ersten Amtszeit verkündet.

Der Dialog mit den Bürger*innen steht dabei an vorderster Stelle. Zukunftsforen sollen gemeinsam ein Bild der Stadt entwickeln, der Bürgerrat unterstützt und Kinderparlamente initiiert werden. Expertinnen und Experten gebe es nicht nur bei der Stadtverwaltung, sondern auch in der Stadtgesellschaft, erklärt die Oberbürgermeisterin.

Ebenfalls von großer Relevanz sind erwartungsgemäß Themen rund um den Klimaschutz, denn vor allem dafür sei sie gewählt worden, so Sibylle Keupen. In diesem Jahr werde sie damit beginnen, das Klimaschutzprogramm umzusetzen und die Stadt grüner zu machen.

Aber auch Schulen, Kulturschaffende und der Handel stehen im Fokus und brauchen aus ihrer Sicht aktive Unterstützung. Nicht zuletzt gratuliert sie der FH Aachen zu ihrem 50jährigen Bestehen und erwähnt bei der Gelegenheit die gute und bewährte Zusammenarbeit mit den Aachener Hochschulen.

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2021 ist ein Superwahljahr

2021 ist – das haben viele noch gar nicht realisiert – ein Superwahljahr. Es gibt Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, in Thüringen (WDHL.), Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Los geht es mit der Landtags-Wählerei schon am 14. März.

Zusätzlich gibt es auch Kommunalwahlen in Hessen und Niedersachsen. Und dann gibt es natürlich die Bundestagswahl am 26. September. Das alles selbstverständlich nur, wenn keine Wahl ausfallen oder verschoben werden muss.

(UPDATE 15. 01.: Thüringen verschiebt seine Landtagswahl vom 25. April in den Herbst. Grund sind die hohen Corona-Infektionszahlen des Bundeslands. Der Landtag wird nicht wie geplant im Februar aufgelöst, die Neuwahlen sollen zeitgleich mit der Bundestagswahl am 26. September stattfinden.)

Es sind Wahlen mit Hindernissen, besonders für die kleinen Parteien. Beispielsweise die 2018 gegründete pro-europäische Bürgerpartei VOLT und die diversen radikal-grünen Wählergruppen und Klima-Listen, die sich derzeit überall bilden. Ihnen sind die Grünen zu zahm und stromlinienförmig. Ein Beispiel: in Berlin Radikal:Klima (hier).

Um eine Landesliste aufzustellen, brauchen Kleinstparteien z. B. in Berlin mindestens 2200 Unterschriften. Die zu sammeln, das dürfte schwer sein, weil eigentlich alle zu Hause bleiben sollen.

Vor dem Unterschriften-Sammeln sollte auch eine Kandidat*innen-Liste aufgestellt werden. Wie soll das gehen, wenn diese Leute nur in analog stattfindenden Versammlungen gewählt werden dürfen?

Wegen des nötigen Abstands müssen dann wohl riesige Räume angemietet werden. „Wir kleinen Parteien werden dadurch in eine Situation gebracht, in der wir uns zwischen Sicherheit und politischer Teilhabe entscheiden müssen“, sagte der Co-Vorsitzende von VOLT Berlin, Steffen Meyer, einer Berliner Tageszeitung.

Einzig Positives: Die Materialschlachten zur Bundestagswahl werden wie schon bei der NRW-Kommunalwahl, nicht so üppig ausfallen. Darüber kann man sich freuen.

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UPDATE (15. 01.) Die Berliner Polizei beendete am 14. 01. eine Parteigründung von Corona-Leugner*innen in einer Bar. Das Ereignis wurde live auf YouTube übertragen. Eine Teilnehmerin ging auf eine anwesende Journalistin los, meldet der Berliner „Tagesspiegel“. Mehr als 20 Menschen waren vor Ort, um diese Partei zu gründen. Hier mehr Infos.

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