Weihnachten fällt quasi aus . . . und das große Silvesterfeuerwerk ebenfalls

Die Stadt Aachen verbietet das Abbrennen von Feuerwerkskörpern, die eine Höhe von über einem Meter erreichen können. Das Abbrennen ist auf und innerhalb des Grabenrings untersagt. Dies erfolgt zum Schutz der Bauwerke, die durch das Silvesterfeuerwerk einer großen Brandgefahr ausgesetzt sind (erinnert sei an den Brand – Silvester 2010/11 – von St. Nikolaus/Citykirche in der Großkölnstraße)

Zusätzlich wird – zum Schutz der Menschen vor einer weiteren Ausbreitung des Corona Virus – die Verwendung von Pyrotechnik auf weiteren Straßen und Plätzen in Aachen untersagt. Menschenansammlungen müssen – soweit irgend möglich – vermieden werden, Ansteckungen müssen vermieden werden. Es geht dabei auch um die Überlastung des Gesundheitssystems.

Das Verbot gilt für 48 Stunden, vom Morgen des 31. Dezember, 0 Uhr, bis zum 1. Januar, 24 Uhr.

Das Ordnungsamt hat für die Silvesternacht einen Sonderdienst angeordnet. Alle Außendienstkräfte werden im Einsatz sein. Auch die Polizei wird mit starken Kräften präsent sein. Im engen Schulterschluss werden Ordnungsamt und Polizei gemeinsame Streifen durchführen.

Die Einsatzkräfte werden konsequent und nachdrücklich auf die Einhaltung der Corona-Regeln hinweisen und bei Missachtung einschreiten

Das Versammlungsrecht wird hier keine Spielräume eröffnen. Demonstrationen, die offenkundig nur Ersatz für Silvesterfeierlichkeiten sein sollen, werden nicht geduldet.  

Die Polizei Aachen wird natürlich nicht nur in der Stadt Aachen, sondern auch städteregionsweit mit starken Kräften präsent sein. Dies gilt für die typischen Hotspots und für alle, auch im Normalfall weniger frequentierten Örtlichkeiten.

Das war Silvester 2019 auf dem Marktplatz in Aachen. Da war die Knallerei auch schon verboten, was aber nicht durchgesetzt werden konnte. Dieses Jahr wollen Ordnungskräfte und die Polizei aber durchgreifen. Foto: Archiv

INFO DER STADTVERWALTUNG:

Die Verwendung von Pyrotechnik ist auf und innerhalb des Grabenringes sowie auf den nachfolgenden Straßen, Plätzen und in zum Jahreswechsel publikumsträchtigen Bereichen der Stadt Aachen untersagt:

Stadtbezirk Aachen-Mitte: Turmstraße ab Einmündung Prof.-Pirlet-Staße bis Roermonderstraße, Pontwall, Pontstraße ab Pontwall bis Templergraben, Theaterplatz sowie der Stadttheatervorplatz, Abzweig Heinrichsallee über Kreuzung Heinrichsallee/Stiftstraße über Heinrichsallee bis Einmündung Adalbertstraße, Adalbertstraße ab Hausnummer 100 (Aquis Plaza) bis Kaiserplatz, Kaiserplatz bis Kreuzung (Heinrichsallee, Wilhelmstraße, Adalbertsteinweg), sowie die in diesem Bereich innenliegenden Straßen Adalbertstift und Stiftstraße, Burtscheider Straße ab Zollamtstraße bis Kreuzung (Kasinostraße/Krugenofen/Hauptstraße), Halifaxstraße zwischen An den Finkenweiden und Vaalser Straße

Stadtbezirk Aachen-Brand: Marktplatz mit Platz- und Fußgängerbereich einschließlich der Sackgasse bis Marktplatz Hausnummern 5-15, Paul-Küpper-Platz einschließlich nebenliegender Grünanlage, Ehrenmal und Treppenanlage, Eschenallee, Parkanlage an der Eschenallee (ehem. Friedhof), Brander Wall (Naherholungsgebiet) eingegrenzt zwischen Fußweg Herderstraße/Rombachstraße, Siedlungsgebiet Brander Feld, Münsterstraße und BAB 4

Stadtbezirk Aachen-Eilendorf: Öffentliche Sport-, Freizeit-und Erholungsfläche /- park „Auf dem Knopp“ auf dem Wolfsberg. Die Fläche grenzt an den Wirtschaftsweg zwischen Prunkweg und Herrenbergstraße (Flurstück 335, Flur 21, Gemarkung 054174)

Stadtbezirk Aachen-Haaren/Verlautenheide: Haarener Markt eingegrenzt zwischen Alt-Haarener-Straße ab Hausnummern 66/99 bis Haarener Gracht ab Hausnummern 1-3/5 (Versammlungsplatz Ortsmitte)

Stadtbezirke Aachen-Richterich/Laurensberg: Brücke BAB 4, Weg zwischen Bücke BAB 4 und Landgraben, Landgraben ab Hausnummer 60 bis Berensberger Straße zwischen Richtericher Straße und Ferberweg

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„Reisen Sie nicht!“

Ein fast schon flehentlicher Aufruf von Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Institut, bei der heutigen Pressekonferenz. Schwere Wochen sollen wir uns nicht noch schwerer machen, indem wir uns treffen, sagt Wieler ganz offen.

Es gibt ja ständig neue Höchstzahlen zu verkünden, auch Höchstzahlen bei den Todesfällen. Und das wird nun auch noch ein paar Wochen so weitergehen. „Jeden Tag sterben in Deutschland hunderte Menschen an Covid!“

Wieler äußert sich für einen Wissenschaftler erstaunlich emotional, dabei wissen alle, die seine Pressekonferenz sehen, wie ernst die Lage ist.

Gleichwohl werden sich heute, morgen und übermorgen Heerscharen an Bahnhöfen und in Zügen treffen – auf dem Weg zu ihren Verwandten. (Das Virus freut sich schon.) Das Reisen zu verbieten, das wagt niemand in Deutschland.

Wer Kontakte meidet, sollte möglichst keine Touren mit dem Rad unternehmen, zumindest in Aachen nicht, denn da kommt es oft zu gefährlichen Situation, und in den Krankenhäusern werden nicht nur die Intensiv-Betten knapp. „Auch die anderen Betten werden immer rarer,“ so Wieler.

Es ist auch nicht ratsam, jetzt noch anlässlich Weihnachten die Fenster zu putzen oder sonstige Hausarbeiten vorzunehmen. Nirgends passieren so viele Unfälle wie im Haushalt. Lasst es sein!

Es ist das einzige Weihnachten in eurem Leben, wo ihr euch mal anders verhalten sollt, als ihr es sonst immer macht. – Es ist wie bei einer Trunkenheitsfahrt: Ihr riskiert nicht nur euer eignes Leben, sondern auch das anderer Menschen.

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Im Südosten von Aachen – ein wachsender Stadtteil

Brand – schon jetzt ein bevölkerungsreicher Ortsteil von Aachen – wird bald noch viel mehr Einwohner*innen haben. Am Brander Ortsrand, in direkter Nachbarschaft zum Vennbahnradweg, wachsen Gebäude mit demnächst insgesamt 360 Wohneinheiten in die Höhe.

Wo sich einmal die Tuchfabrik Becker befand, auf einem Gelände von 54.000 Quadratmetern, wird es auch bezahlbaren Wohnraum geben. 30 Prozent aller Wohnungen werden öffentlich gefördert.

In Band entsteht gerade das neue Tuchmacherviertel (fotografiert vom Kreisverkehr an der Niederforstbacher Straße aus). Die Baustelle ist so groß, dass man sie am besten mit einer Drohne fotografieren würde.

Das neue Wohngebiet liegt direkt neben einem Naturschutzgebiet. Es wurden dort über 100 Bäume gefällt, für die Ersatz geschaffen werden muss.

Das neue Viertel wird auch eine große Kindertagesstätte bekommen.

Die Eigentumswohnungen sind komfortabel ausgestattet und entsprechend nicht gerade preiswert (Einzelheiten via google im Netz finden). Mit der Vermarktung der Wohneinheiten wurde bereits begonnen. Die Nachfrage soll groß gewesen sein. Einige eindrucksvolle Bilder vom Abriss der Tuchfabrik zeigt dieses kurze Video:

Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass sich einige Leute in Brand auch Sorgen machen, besonders diejenigen, die in der Nähe vom neuen Tuchmacherviertel wohnen. Was ist mit der Infrastruktur?, fragen sich viele.

Wird der Autoverkehr in diesem Viertel ein unerträgliches Ausmaß annehmen? Wird es genug Supermärkte geben, wo all diese neuen Brander*innen zu Fuß einkaufen gehen können? Werden Wasserleitungen, Strom, Müllabfuhr und Kanalisation über Gebühr belastet? Diesbezüglich ist die Bezirksvertretung von Brand gefordert. Wir werden das mit AachenNews.org begleiten.

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Was hinter dem Türchen vom 21. Dezember steckt

Der Weihnachtsbaum auf dem Markt in Aachen.

Das Geschichtsinstitut der Humboldt-Uni hat einen virtuellen Adventskalender gebastelt, danke dafür. Der Kalender wird täglich gefüllt.

Hinter den animierten Türen verbergen sich kurze Videos, in denen die Wissenschaftler historischen Kuriosa auf den Grund gehen – vom Brauch des Schenkens bis zum Ursprung der Weihnachtslieder.

Heute, 21. Dezember, ist es besonders interessant und solltet ihr nicht verpassen. Es wird die Frage beantwortet, warum die heutigen Bundespräsidenten eigentlich das Weihnachts-Evangelium vorlesen, was vom Fernsehen übertragen wird, und woher das kommt und was das soll (in einem Staat, wo doch eigentlich Politik und Religion getrennt sind).

Hier bitte auf die Zahl 21 klicken. https://advent.geschichte.hu-berlin.de/?utm_source=cp-vollversion

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Ein Blick auf die Politik in Aachen

Symbolbild zum Thema „Politik in Aachen“. Kasinostraße/Ecke Bendstraße.

Die SPD in Aachen (bis zur Wahl Regierungspartei zusammen mit der CDU) kommt nach der Wahl jetzt gewaltig auf Touren und hat sich – nach anfänglichem Zögern – jetzt doch noch auf die Fraktion der Grünen eingelassen. Verstärkt wird dieses informelle Bündnis von der Fraktion DIE Zukunft (mit Piratenbeteiligung) und am Ende sogar von der Fraktion Die Linke. Diese Vier haben im Großen und Ganzen und was die Entwicklung der Stadt Aachen betrifft, viele Gemeinsamkeiten.

DIE Zukunft, wer ist das eigentlich. Kurzes Video hier.

Unter anderem sollen Klima und Umwelt Priorität haben. Im öffentlichen Raum soll es mehr Aufenthaltsqualität geben, weniger Bevorzugung des Autoverkehrs in der Innenstadt, und mit der Digitalisierung soll es ebenfalls weiter vorangehen.

Das lässt sich alles gut an und sorgte z. B. jüngst im Schulausschuss für Schnappatmung bei der CDU.

Es war nämlich geplant, dass die extrem beengt arbeitende, beliebte und erfolgreiche Montessori-Grundschule in der Mataréstraße zwar einen Erweiterungsbau bekommt, aber in der 2. Etage sollte es dann irgendwelche Wohnungen geben. Wohnungen? Wo die Schule für ihren Ganztagsunterricht dringend selbst mehr Platz braucht, hallo? Diese Pläne wurden abgelehnt, die neue Mehrheit plant um: Alle Räume, die neu gebaut werden, sollen der Schule zugute kommen. Wie vom Schulexperten der Linken gefordert. Die CDU rang um Fassung.

Die nach der Wahl mächtig geschrumpfte CDU-Fraktion wird sich noch öfter wundern. Die SPD hat zur Digitalisierung z. B. gleich ein ganzes Paket von Anträgen vorgelegt, als Pirat reibt man sich die Augen. Erstaunlich. Waren der SPD also doch in der Koalition mit der CDU die Hände gebunden? Gefordert wird: Die Gründung einer Digitalisierungsgesellschaft.

Auch im Bereich Mobilität und Verkehr schlägt sich die SPD auf die Seite der Grünen, ein Antragspaket wird gemeinsam vorgelegt. So soll das Parken in Aachen neu geordnet werden, nämlich das Straßenrandparken deutlich verringert und dort wo es möglich ist, in Parkhäuser verlagert werden. Der frei gewordene Raum soll für andere Nutzungen wie Außengastronomie, Grüngestaltung, andere Mobilitätsformen und eine verbesserte Aufenthaltsqualität umgestaltet werden.

Des weiteren ist die Umgestaltung des Grabenrings in einen Radverteilerring mit durchgängig sicheren und leistungsfähigen Radverkehrsanlagen geplant. Die Belange des Umweltverbunds sollen dabei vorrangig berücksichtigt werden. Insbesondere die Leistungsfähigkeit des ÖPNV soll gesichert bleiben. Der Durchgangsverkehr soll unterbunden werden.

Schließlich soll es einen eigenen Ämterbereich in der Verwaltung (ein Dezernat) für Klima und Umwelt geben. Hier mehr Infos. Eine sinnvolle Sache, wenn man tatsächlich eine ökologische Ausrichtung der Kommunalpolitik wünscht. Dem stimmen sogar CDU und FDP zu.

Gemeinsam mit der Opposition hat man sich außerdem entschlossen, dass Aachen sich mit dem Tivoli um die Austragung der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2027 bewirbt. Zusammen mit Belgien und den Niederlanden. Motto: „Drei Nationen. Ein Ziel“. Da es im Frauenfußball bei weitem nicht so viele Machenschaften jenseits der Legalität gibt wie bei den Männern, können dem Ansinnen auch Kritiker zustimmen.

Vieles kann zur Zeit nicht wirklich bearbeitet werden, denn wegen der enormen Ausweitung der Pandemie fallen bis Januar alle Sitzungen aus. Wo aber keine Sitzung, da kein Beschluss. Wir müssen Geduld haben.

Die Lothringerstraße ist jetzt übrigens Fahrradstraße. Der Boden wird noch farblich verändert. Und das Hotel, das gegenüber vom Stadttheater in den Himmel gewachsen ist, ist auch bald fertig (s. unten). Einst befand sich dort das Elysée (Kino).

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Millionen für die Fassadensanierung

Blick auf den Neubaukomplex (links) am Bahnhof (Bluegate-Projekt) von Aachen, auf das Verwaltungsgebäude (links, hellgrün), den Bahnhof (rechts) und in der Mitte den Hochhausturm mit der berühmten Wettersäule oben drauf. Das Bluegate-Projekt (11.000 Quadratmeter großes Gelände) ist ein fünfteiliges Gebäudeensemble mit Hotel, 300 Appartements für Studierende und Bürotrakt. Es soll im April 2022 fertig sein.

In der Stadtverwaltung hat man sich dieser Tage sehr gefreut: Berlin hat zugesagt, genau 2,6 Millionen Euro nach Aachen zu überweisen. Der Bund will sich damit an den Kosten der Sanierung der Fassade des Verwaltungsgebäudes am Bahnhofsplatz beteiligen. Das Gebäude ist tatsächlich etwas Besonderes.

Es ist eines der ersten Hochhäuser Deutschlands, die in Stahlskelettbauweise errichtet wurden.

Dieses Bauwerk ist rund 90 Jahre alt, zu ihm gehören ein markanter, 40 Meter hoher Turm mit 12 Geschossen und die auf dem Turm installierte, einzigartige Wettersäule. Die Säule zeigt an, wie das Wetter am nächsten Tag wird. Sie funktioniert noch (obwohl sich heute niemand mehr an ihren Lichtsignalen orientiert) und ist ein Wahrzeichen der Stadt.

In dem Turmbau befindet sich einer der letzten noch betriebenen Paternosteraufzüge Deutschlands. Er ist nicht öffentlich zugänglich, darf leider nur von Mitarbeitern der Stadtverwaltung benutzt werden.

Die erste Etappe der Gebäude-Restaurierung lief von 2003 bis 2006 entlang der Front an der zur Römerstraße gelegenen Seite des Gebäudes. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte in 2022 sollen nun die Arbeiten beginnen, die dann vor allem den 40 Meter hohen Turm  und angrenzende Bereiche hin zum Haupteingang des Gebäudes im Fokus haben.

Die Natursteinhaut des Stahlskelettbaus – bestehend aus tausenden sogenannten Weiberner Tuffsteinen (aus der Vulkaneifel) – muss hierfür aufwendig und Stück für Stück erneuert werden. Jede Platte muss einzeln abgenommen, ausgemessen und später in Kopie wieder eingesetzt werden.

Derzeit ist der Turm des Verwaltungsgebäudes mit einem Netz gesichert. Neben den Restaurierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Fassade sind auch eine Wärmedämmung und moderne Fenster nebst Sonnenschutz vorgesehen. Das Gebäudemanagement der Stadt Aachen kalkuliert für das Projekt mit Kosten in Höhe von insgesamt 5,2 Millionen Euro.

Aktuell laufen bereits Planungen sowie ein Wettbewerbsverfahren, um die bestmögliche Qualität bei dem umfangreichen Sanierungsprojekt zu erreichen.

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Musik, heute festlich aber nicht weihnachtlich (Video ist entgegen anderslautenden Angaben nicht gesperrt):

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Dezernat für Umwelt und Klimaschutz: Politik in Aachen beschließt grüne Forderung

Im Hauptausschuss, der stellvertretend für den Aachener Stadtrat am 16. Dezember tagte, wurde mit der Zustimmung aller Fraktionen ein neues Umweltdezernat für Aachen auf den Weg gebracht. Damit wird eine maßgebliche Forderung aus dem Kommunalwahlprogramm der Aachener Grünen Realität. Dazu teilt die grüne Fraktion (in Ausschnitten) mit:

Im Wahlprogramm 2020 der Aachen Grünen heißt es unter der Überschrift „Dezernat für Umwelt und Klimaschutz: Mit den Beschlüssen des Stadtrates zum Klimanotstand und zum Bürgerbegehren „Radentscheid“ verbinden wir natürlich die Erwartung, dass konkrete Maßnahmenpläne erarbeitet und umgesetzt werden. Aus diesem Grund streben wir die Einrichtung eines entsprechenden Dezernates für Umwelt und Klimaschutz an.“(unter www.gruene-aachen.de , KW2020 Wahlprogramm Langfassung Aachen WEB.pdf, S. 168)

Das Dezernat für Klima, Stadtbetrieb und Gebäude – so der offizielle Name – soll Beschlüsse wie etwa den 2019 ausgerufenen Klimanotstand und das daraufhin entwickelte Integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK) stringent umsetzen.

Der grüne Fraktionsvorsitzende Kaj Neumann dazu: „Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Die fortschreitende Erwärmung der Erde muss gestoppt werden, wenn wir unsere gewohnten Lebensbedingungen und die Lebensgrundlage von Milliarden Menschen erhalten wollen. Diese Aufgabe ist so gewaltig, dass wir alle – auch die Aachener Stadtpolitik – keine Zeit zu verlieren haben. Um dieser Priorität gerecht zu werden, wollen wir den Klimaschutz nun auch in der Verwaltung stärken und mit einem eigenen Dezernat ganz oben ansiedeln. Der Auftrag an das neue Dezernat ist klar umschrieben. Die Kommune muss Vorbild sein beim Klimaschutz. Wir wollen die Verwaltung damit ertüchtigen, zügig und konsequent die entsprechenden Maßnahmen umzusetzen.“

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Welche Struktur und Aufgaben hat das Dezernat genau?

Das neue Dezernat setzt sich aus den Fachbereichen Klima und Umwelt (FB 36), dem Aachener Stadtbetrieb (E 18) und dem Gebäudemanagement (E 26) zusammen. „Hier wurden inhaltlich zusammenhängende Fachbereiche sinnvoll unter einem Dach gebündelt“, erklärt Julia Brinner, umweltpolitische Sprecherin der Aachener Grünen, die neue Struktur.

„Beim Stadtbetrieb liegen wichtige Aufgaben wie etwa die Grünpflege und die Pflanzung neuer Stadtbäume. Gerade hier gibt es sehr viel Aufholbedarf. Derzeit werden jährlich weniger Bäume nachgepflanzt, als aufgrund von notwendigen Fällungen verschwinden, das muss sich in der Zukunft zügig ändern.
Für dieses Ziel erhoffen wir uns auch eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen dem Stadtbetrieb und dem Fachbereich Umwelt, die wir durch die Bündelung im neuen Umweltdezernat erreichen möchten. Und beim Gebäudemanagement, das städtische Immobilien verwaltet, gibt es auch noch viel Luft nach oben – etwa, was das Thema Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden angeht.“

Mit Beschluss des neuen Dezernats im Hauptausschuss ist nun der Weg frei, eine entsprechende Stellenausschreibung auf den Weg zu bringen. Damit beginnt die Suche nach einer/einem Dezernent*in.  „Wir rechnen damit, dass zum Sommer 2021 hin das neue Dezernat seine Arbeit aufnehmen kann“, so Julia Brinner.

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Musik, die gute Laune macht

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Ganz schön schwierig: In der Corona-Zeit über die Runden kommen

Viele Menschen in Aachen und der StädteRegion wollen in der Corona-Krise jemand unterstützen und anderen Menschen helfen. Oft fehlen jedoch die finanziellen Möglichkeiten. 

Die Landesregierung NRW will die ehrenamtlichen Aktivitäten fördern. Insbesondere möchte man die Hilfsangebote der Freiwilligenagenturen und anderen Einrichtungen nicht im Regen stehen lassen. Auch Nachbarschaftsinitiativen und Vereine, die sich vor Ort für hilfsbedürftige Menschen in der Corona-Krise einsetzen, will man unterstützen.

Mit den bereitgestellten Mitteln gilt es, bestehenden oder neu entstehenden ehrenamtlichen Aktivitäten unter die Arme zu greifen. Die Mittel sollen Aktionen möglich machen: für Seniorinnen und Senioren, für erkrankte und in Quarantäne befindliche Menschen. Gefördert werden zum Beispiel Einkaufsdienste oder auch psychosoziale Angebote. Ausgeschlossen sind jedoch Doppelförderungen.

Sollten jemand mehr wissen wollen und das Angebot in Anspruch nehmen wollen, wende er/sie sich bitte mal telefonisch an das Büro für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement, Petra Mahr (Tel.Nr. 0241-432-7239) oder per Mail an petra.mahr@mail.aachen.de.

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Die Corona-Einschränkungen betreffen viele Menschen, die in diesem Jahr nicht im gewohnten familiären Kontext zum Feiern zusammenkommen können. Aber:

Sie betreffen auch die Menschen, die unter normalen Umständen ihre sozialen Kontakte über den Besuch von Stadtteileinrichtungen, über ein freundliches Gespräch im Geschäft oder durch den Besuch von Angehörigen in Pflegeeinrichtungen erfahren und erleben. Besonders schwer erträglich ist die Situation für viele gesundheitlich beeinträchtigte Personen, für alleinstehende Personen und Senior*innen.

Hier können Sorgen wegen Einsamkeit und Isolationsgefühlen oder einem nicht mehr zu bewältigendem Alltag schnell Überhand nehmen. Gleichzeitig gibt es bereits eine beeindruckende Vielzahl von Aachenerinnen und Aachenern, die ihre Unterstützung angeboten haben

Die Corona-Nachbarschaftshilfe vermeldet, dass viele Aachener*innen sich auch jetzt ehrenamtlich einbringen und andere Menschen unterstützen wollen. Diese Nachbarschaftshilfe ist im Auftrag von Stadt und StädteRegion für Aachen und die neun Altkreiskommunen zuständig.

Unter Federführung der Caritas Aachen und des Vereins zur Förderung des Ehrenamtes e.V. können sich hilfesuchende Menschen also jederzeit an die Hotline der Corona Nachbarschaftshilfe unter Tel.: 0241-94 927 180 wenden. Das Team der Nachbarschaftshilfe steht zur Verfügung, um passgenau nach Unterstützung zu suchen – egal, ob ein offenes Ohr oder eine helfende Hand für einen Einkauf gesucht wird.

Die Hotline ist montags bis donnerstags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 15 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 Uhr erreichbar und bleibt auch über die Feiertage an allen Werktagen offen. Bei Bedarf kann zudem auch per Mail unter nachbarschaftshilfe@caritas-aachen.de Kontakt zur Hotline aufgenommen werden.

Auch die Stadtteilbüros der Stadt Aachen sind trotz Corona-bedingter Schließung weiterhin erreichbar. Infos unter www.aachen.de/quartiersmanagement 

Für die Menschen da: das Stadtteilbüro Ost in der Nadelfabrik am Reichsweg in Aachen. Foto: Archiv

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Etwas Musik: Monotonie

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Es geht nicht nur um den Radentscheid. Grundsätzliches zum Thema „Verkehr in Aachen“

Für die Aachener Gruppe „Runder Tisch Klimanotstand“ teilt Laurenz Lehmann ein paar grundsätzliche Gedanken mit. Die Gruppe reagiert auf die Aufregung, die das Thema „Verkehr in Aachen“ in den letzten Wochen hervorgerufen hat.

Besonders am Umbau von Lütticher Straße und Ludwigsallee entzündeten sich hitzige Diskussionen. Dabei geht es um wegfallende Parkplätze, zu fällende Bäume, wegbrechende Kundschaft, ausreichend breite bestehende Radwege und den ganze Rest. Laurenz Lehmann schreibt:

Die Thematik bewegt die Menschen sehr. Wir möchten an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, dass es bei der Umverteilung von Straßenraum in Aachen nicht nur um die Umsetzung des Radentscheids geht, sondern um eine viel größere Herausforderung: Die Minderung von Treibhausgasemissionen und damit die Minderung von menschengemachten Auswirkungen auf unser Klima. Bei dieser Aufgabe sind alle gefragt, und wir alle müssen unseren Beitrag leisten.

32 Prozent (2018) der Aachener CO2-Emissionen (CO2-Äquivalente) sind auf den Verkehrsbereich zurückzuführen. Der Ausstoß im Verkehr ist seit 1990 um rund 19 Prozent gestiegen, wohingegen er in den anderen großen Bereichen „Strom“ und „Wärme“ um 37,8 Prozent bzw. 29,3 Prozent gesunken ist.

Es geht (beim Streit etwa um die Lütticher Straße, s. Foto) nicht nur um die Umsetzung des Radentscheids, sondern um eine viel größere Herausforderung: die Minderung von Treibhausgasen.

In Anbetracht dieser Zahlen müssen wir uns fragen, wie wir die Emissionen im Verkehrsbereich verringern und eine ökologische Verkehrswende einleiten können. Sicher ist, dass wir als Bürger*innen durch unser Verhalten die städtischen CO2 – Emissionen reduzieren können. Tatsächlich lässt sich das im Verkehrsbereich besonders einfach und schnell umsetzen. Im ersten Schritt sollte abgewogen werden, welche Wege mit starken Emissionen überhaupt erforderlich sind. Und dann alles dafür getan werden, dass sich Mobilität klimafreundlich verändert.

Konflikte, wie momentan an der Lütticher Straße, sollten wir nicht nur aus einer persönlich-kurzfristigen, sondern insbesondere aus einer klimatischen und umwelttechnischen Perspektive beleuchten. Im Endeffekt sollte es nicht heißen: Radwegbreite gegen Parkplätze gegen Bäume. Die Devise lautet vielmehr Kompromisse schließen und die Trendwende im Stadtverkehr einleiten. Wie können wir dies nun bewerkstelligen?

Die gesamte Verkehrsfläche ist so umzugestalten, dass zunächst die schwächsten Verkehrsteilnehmer, also alte Menschen, Menschen mit körperlichen Einschränkungen wie Geh- und Sehbehinderung und Kinder, geschützt werden und sich sicher fühlen können. Dafür gilt es breite und durchgehende Gehwege zu schaffen und ein ausgeglichenes Mit- und Nebeneinander von zu Fuß Gehenden und Radfahrenden zu erwirken.

Die starke Nutzung der Bike-Sharing-Angebote sowie die stetig wachsende Anzahl an Lasten- und Elektrorädern zeigen die Freude der Aachener*innen am Radfahren. Dafür gilt es nun die passende Radinfrastruktur zu schaffen.
Klar ist, dass Fahrradfahrende sich durch breitere und vom Kfz-Verkehr getrennte Radwege sicherer fühlen.

Viele werden daher häufiger oder gar ganz auf das Auto verzichten. Beispiele aus dem In- und Ausland wie Münster und Maastricht zeigen, dass durch eine fuß- und radfreundliche Verkehrsgestaltung sowie ein umfangreiches ÖPNV-Angebot der Anteil des nicht-motorisierten Verkehrs deutlich ansteigt. Der ÖPNV in Aachen sollte daher massiv ausgebaut werden, Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr (MIV) haben und für alle bezahlbar sein.

Die Stadtplanung der letzten Jahrzehnte war auf den Autoverkehr fokussiert. Überall in der Stadt wird viel öffentlicher Raum für parkende Kfz genutzt. Jetzt hat ein unausweichlicher Wandel in der Verkehrs- und Stadtplanung begonnen, der die Flächen umverteilt. Dem motorisierten Individualverkehr (MIV) wird Raum entzogen und kommt dem Radverkehr, ÖPNV, Fußverkehr und dem Stadtgrün zugute.

Unheimliche Massen von Autos stehen im öffentlichen Raum überall herum oder fahren und verbreiten dabei CO2 – Emissionen. Es ist nicht mehr zum Aushalten. Foto: Archiv

Das ist der Beginn einer Veränderung, bei der wir alle aufgerufen sind mitzumachen.

Es handelt sich dabei nicht um einen gedankenlosen oder machtpolitischen Angriff auf Autofahrende. Im Gegenteil, es geht um die notwendige Einleitung einer ökologischen Verkehrswende, die letztendlich für uns alle einen großen Gewinn bedeutet. Sei es der Spaß an Bewegung im Freien oder die Förderung der eigenen Gesundheit durch körperliche Aktivität, Lärmvermeidung und saubere Luft.

Auch der positive Effekt von Stadtgrün auf das Lebensgefühl, die psychische Gesundheit und das Stadtklima ist nicht zu unterschätzen. Zudem könnte durch freiwerdende Parkflächen mehr öffentlicher Raum für Kultur und Gastronomie genutzt werden.

Wir müssen umweltbewusste, aktive Mobilität der gesamten Bevölkerung erreichen, um die Pariser Klimaschutzziele einhalten zu können. Nur so erhalten wir unsere Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen.

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