Zwei Geschäftsmodelle, die nicht mehr funktionieren

Die Warenhauskette Galeria Kaufhof Karstadt hat (schon wieder) Insolvenz angemeldet. Es ist das zweite Insolvenzverfahren in zwei Jahren. Mindestens ein Drittel der bundesweit 131 Filialen könnten geschlossen werden. Was aus dem Kaufhaus in der Aachener Adalbertstraße (s. Foto) wird, ist noch nicht bekannt.

Wie es scheint, ist das Kaufhaus-Konzept nicht mehr beliebt. So ungeheuer viele Waren in einem so großen Haus auf mehrere Etagen verteilt – dazu ein Restaurant in der obersten Etage: Immer weniger Menschen finden das attraktiv. Der Online-Handel hat es verdrängt, die Leute wollen zu Hause vom Sofa aus einkaufen.

Geschäftsmodelle überleben sich, nicht nur im Handel. Auch das Tageszeitungs-Business verzeichnet Schwund. Zeitungen mussten und müssen auf jede Menge Anzeigen verzichten, Einnahmen sind weggebrochen. Leute informieren sich lieber zu Hause am Computer.

Tageszeitungen werden zusammengelegt oder schließen ganz. Bald wird es Landstriche geben, wo es gar keine Tageszeitung mehr gibt. Da ist dann niemand mehr, der die Kommunalpolitik im Rathaus im Auge behält und kritische Anmerkungen macht.

Zum Ende der Aachener Nachrichten hat Bernd Müllernder aus Aachen eine Art Nachruf verfasst. Hier kicken.

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Treue 79,8 Prozent der Deutschen lesen regel­mäßig die gedruckten oder digitalen Angebote von Zeitungen, das sagt zumindest eine Studie im Auftrag des BDZV. Das entspricht 56,3 Millionen Menschen. Die Verteilung zwischen Print- und Online-Nutzung sei dabei fast ausgeglichen, 38,9 Prozent der Befragten nutzen angeblich beides.

https://www.bdzv.de/service/presse/pressemitteilungen/2022/acht-von-zehn-deutschen-lesen-zeitung-mit-ihren-gedruckten-und-digitalen-angeboten-erreichen-die-deutschen-zeitungen-regelmaessig-563-millionen-menschen

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Erinnerung: Geimpfte werden weniger heftig krank als Ungeimpfte

Ob es die vierte Impfung ist oder die erste: Beim Hausarzt/Hausärztin oder in den Aachen Arkaden, Trierer Straße 1, gibt es für alle die passende Dosis. Und die ist auch noch kostenlos.

Es ist schön in einem Land zu leben, wo es eine einigermaßen gute Versorgung im Gesundheitsbereich gibt. Für alle Menschen, ob jung oder alt, reich oder arm. In der StädteRegion gibt man sich die größte Mühe, jedem ein Impfangebot zu machen.

Mittlerweile sind schon die allermeisten Menschen mehrfach geimpft. Manche sogar zweckmäßigerweise auch gegen Grippe. Das nützt uns allen, denn bald kommen wieder eisige Tage und Abende, wo man mit anderen Personen innen rumsitzt und sich freut, wenn es mollig warm ist. Mehr Infos gibt es hier.

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Etwas Musik: https://www.youtube.com/watch?v=ALkF567VvzI

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Am Bushof in Aachen: Dort wirst du beobachtet

Am Bushof und bald auch am Kaiserplatz wirst du mittels Kameras beobachtet – die Fallzahlen geben das – laut Polizei – her. Das Beobachten soll die Kriminalität verringern. Meist sollen es Süchtige sein, die klauen. Die örtliche Presse juxt das Thema hoch und man denkt, an Kaiserplatz und Bushof ist es echt gefährlich, da ist die Kriminalitätsrate im Ortsteil Bronx in New York nichts dagegen. Aber Aachen ist auch bezüglich Kriminalität bundesweit kein Hotspot sondern Provinz.

Nein, die Lage ist nicht „dramatisch“, „schockierend“, die Stadt nicht an sieben Punkten voller Dealer und Drogensüchtigen und die kriminelle Szene ist in Aachen nicht härter drauf als in Städten gleicher Größe und Prominenz. Aber trotzdem ist es natürlich sehr unangenehm, (von Süchtigen) bedroht und beklaut zu werden. Raub und Körperverletzungen kommen vor, und wem das passiert kann vielleicht nie mehr sorglos durch Aachen gehen.

Fest installierte Beobachtungskameras können zoomen und schwenken, die Bilder sehen sich die Beamten in ihren Büros an und schicken dann eventuell Streifenwagen los. Der Effekt: Die Kriminellen werden sich in andere Bereiche der Stadt verziehen.

Mehr zur Videoüberwachung lest ihr im Newsletter der Fraktion DIE Zukunft des Rates der Stadt Aachen. Hier klicken.

Gestern umfangreiche Kontrollen

Die Polizei hat gestern Abend (Samstag, 29. Oktober), gemeinsam mit der Bundespolizei und den Ordnungsämtern der Städte Präsenz- und Kontrollmaßnahmen durchgeführt. Im Stadtgebiet Aachen bezogen sich die Kontrollen unter anderem auf den Kaiserplatz und den Adalbertsteinweg. In der Pontstraße musste das Ordnungsamt der Stadt Aachen eine Shishabar wegen fehlender Kohlenmonoxid Melder und fehlender Lüftung schließen.

Auf der Krefelder Straße und dem Prager Ring wurden Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, hierbei wurden 1800 Fahrzeuge gemessen und über 100 Verstöße festgestellt.

In Stolberg führten die Beamten Kontrollen in Stolberg Mühle, in der Eisenbahnstraße und in der Salmstraße durch, in Alsdorf im Bereich des Annaparks. In Herzogenrath wurden, gemeinsam mit der Bundespolizei, insbesondere Personen und Fahrzeuge im Grenzbereich überprüft. Insgesamt fanden mehr als 300 Personenkontrollen statt. (kg)

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Am Bushof: Einmal Döner kostenlos

Was ist denn da los? Schulausflug in die Peterstraße? Gibt es was umsonst?

Mal genauer hinsehen. Ach so: Neueröffnung eines Dönerladens. Und aus diesem Anlass gibt es heute (Freitag, 28. Oktober) für jede/n einen Döner kostenlos. Um 12 Uhr ging’s los, dauern soll die Döner-Verkostung bis 23.59 Uhr.

Ganz schön viel Betrieb: Die Schlange ging hinten um die Ecke rum. „Zoom Döner am Bushof“ heißt der Laden, falls jemand umplanen und sein Abendessen dort einnehmen will.

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Heiße Kiste: Heute wird in der Beverau mit der Beverau über die Beverau diskutiert

Die Stadtverwaltung lädt gemeinsam mit Vertreter*innen der Siedlungsgemeinschaft Branderhof (etwa 400 Mitglieder) am heutigen Samstag, 29. Oktober, zu einem Dialogtag zur Quartiersentwicklung Beverau/Branderhof ein. Dort hatte man sich kürzlich sehr geärgert über das Vorhaben, städtischerseits auf das Viertel irgendwie verändernd einwirken zu wollen.

Es ging ziemlich hoch her. Irgendjemand hatte im August diesen Jahres gemeint, es gebe in dem Viertel eine „drückende Überalterung“, es müssten dort Wohnungen für junge Familien gebaut werden. Und Senioren müssten in kleinere Wohnungen umziehen. So wie es gerüchteweise im Viertel die Runde machte, konnte alles gar nicht gemeint sein. Jetzt sollen am Dialogtag Missverständnisse ausgeräumt werden.

Die Verwaltung teilt mit: Der Dialogtag besteht aus zwei Themenblöcken. Im ersten Teil wird ein öffentlicher Spaziergang in der Beverau angeboten, um über den aktuellen Stadterneuerungsprozess und die bevorstehenden Maßnahmen im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes „Beverau“ zu informieren. Im Anschluss an den Spaziergang gibt es eine Infoveranstaltung zur Wohnbauentwicklung rund um den Branderhof in der Luise-Hensel-Realschule. 

Der öffentliche Spaziergang startet um 11 Uhr. Treffpunkt ist die Kreuzung Wilhelm-Pitz-Weg / Forster Weg. Gegen 13 Uhr werden alle in der Luise-Hensel-Realschule eintreffen. Dort beginnt um 14 Uhr die Informationsveranstaltung zur Quartiersentwicklung Branderhof. Das Team der Stadtverwaltung sowie die Vertreter*innen der Siedlungsgemeinschaft Branderhof stehen dabei zu Fragen und zur Diskussion zur Verfügung. Die Veranstaltung endet um 17 Uhr. 

Die Informationsveranstaltung wird live über den YouTube-Kanal der Stadt Aachen übertragen. Bei Teilnahme an der Veranstaltung in Präsenz wird darum gebeten, einen medizinischen Mundschutz zu tragen. Jede Menge Infos gibt es unter www.aachen.de/branderhof

Link zur digital übertragenen Veranstaltung: https://youtu.be/OS9fOFjmEI8 

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Aachens Skater wollen endlich loslegen

Sie haben in oberen Ligen agiert, sind bei anspruchsvollen Wettbewerben als Sieger hervorgegangen und hatten sich in Eigenleistung eine ansehnliche Skateranlage gebaut: die Mitglieder des 1. Aachener Skateboard Clubs e.V. Im Sommer 2019 war plötzlich Schluß. Die Nachbarn vom Moltkepark im Frankenberger Viertel, wo sich die Skateranlage befand, konnten den Krach nicht mehr aushalten.  (Zur Geschichte des Vereins s. hier)

Schade, schade. Die jungen Sportler hatten den Ruf Aachens als ausgezeichnete Skater-Stadt gerade gut gefestigt. Der Absturz war hart. Doch die Stadtverwaltung machte Hoffnung auf einen Neubeginn (wir berichteten). Zwischen Vennbahnweg und Eisenbahnweg wurde den Skatern ein Grundstück angeboten, das ideal zu sein scheint. Dort haben kürzlich, nach einer viel zu langen Zeit des Wartens, erste Arbeiten stattgefunden. Man hatte sich ja schon gefragt, ob aus dem Projekt überhaupt jemals nochmal was draus wird?

Dieses weite Gelände zwischen Vennbahnweg, Eisenbahnweg und Madrider Ring soll mal Aachens neue Skateranlage werden. Erste Pflöcke wurden kürzlich eingeschlagen.

Auf der bislang ungenutzten Fläche am Vennbahnweg wurden Pflöcke eingeschlagen und Sträucher entfernt. Dort soll einmal Aachens Skateranlage angelegt werden. Wenn alles gutgeht, kann im Frühling 2023 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Anwohner gibt es dort keine, aber über den Vennbahnweg eine Anbindung an das Frankenberger Viertel. 

Skaten ist mehr als eine Trendsportart. Es ist eine olympische Disziplin, es hat wie jedes intensive Vereinsleben viele soziale Aspekte. Das Skateboarden ist eine Sportart mit einem reichen Repertoire an Tricks, bekannten Profisportlern, Unternehmen sowie einer eigenen Kultur. Eine Hochschulstadt wie Aachen MUSS eigentlich auch einen großen, aktiven Skateboard Club haben, alles andere ist Mist. Es gibt bestimmt Personen, die bei der Wahl ihres Studienortes auch danach gehen, ob es eine lebendige Skater-Szene gibt.

In Aachen hat man das erkannt und wollte 2019 noch 500.000 Euro für die Erschließung des Geländes am Vennbahnweg (Madrider Ring ist in der Nähe) ausgeben. Ob es dabei bleibt, muss von AachenNews noch ermittelt werden. Das Geld soll für Kanalanschluss, Entwässerung, Bodengutachten, Tiefbaumaßnahmen usw ausgegeben werden. Für das Vereinsheim mit Toiletten und die Skaterbahnen muss der Verein selbst aufkommen. Das wird nicht leicht

Weil alles sich so lange hinzieht, sind viele Skater bereits sauer und enttäuscht. Und es ist auch hier wieder nicht erklärlich, warum die Skateranlage eigentlich noch nicht fertig ist. 

Blick von der anderen Seite auf einen Teil des Geländes (in Richtung Eisenbahnweg).

Dieses Video bitte unbedingt schauen. Es ist aus 2019 und es wird einiges gut erklärt.

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Treppen in stillgelegter Unterführung werden am Freitag zum Open Air Kino

Das Docfest on Tour findet in diesem Jahr am Freitag, 28. Oktober, von 18 bis 22 Uhr im Stadtsaal am Aachener Bushof statt. Gezeigt wird eine außergewöhnlich interessante Dokumentation.

Der Stadtsaal (rechts) am Aachener Bushof ist ein Selbstbauprojekt von RWTH-Studierenden.

Zu sehen ist am kommenden Freitag der preisgekrönte Dokumentarfilm „We are all Detroit – Vom Bleiben und Verschwinden“. Er bildet die brisanten Entwicklungen zweier Städte auf verschiedenen Kontinenten und die Auswirkungen auf die jeweils dort lebenden Menschen ab. Zwischen den beiden so unterschiedlichen Städten – Bochum, der Stadt im Ruhrgebiet, und Detroit, der Stadt im Rust Belt – gibt es eine gewichtige Gemeinsamkeit: Die Autoindustrie hat sowohl Detroit als auch Bochum geprägt.

Der Abend beginnt um 18 Uhr mit Livemusik der Gruppe „Linie 4“. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen beteiligt sich später an einer von Michael Chauvistré moderierten Gesprächsrunde zum Thema „Stadtsaal – neue Perspektiven am Bushof“ mit Bernadette Heiermann (Lehrstuhl Gebäudelehre und Entwerfen, RWTH), Dana Duikers, (städtische Fachbereichsleiterin Bürger*innendialog und Verwaltungsleitung) sowie Heidemarie Ernst von der Koordinationsstelle Bushof. 

Der Stadtsaal am Bushof ist ein Selbstbauprojekt, entworfen und umgesetzt von Studierenden des Lehrstuhls Gebäudelehre und Entwerfen der RWTH, um den leerstehenden Treppenabgang der stillgelegten Unterführung an der Kurhausstraße für Veranstaltungen nutzbar zu machen. Beim Docfest on Tour wird der Stadtsaal zum regengeschützten Open Air Kino.

Der Treppenabgang zur Unterführung am Bushof.

Der Eintritt ist frei. Es gibt ein Zeltdach als Regenschutz. Bitte warm anziehen, im Stadtsaal herrscht Außentemperatur. Infos gibt es im Internet. 

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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Der grüne Partei-Rebell Boris Palmer wurde für weitere 8 Jahre zum Oberbürgermeister von Tübingen gewählt. Viele mögen ihn nicht, aber seine Bilanz ist sehr gut. Etwas Musik.

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Wölfe in der Eifel: Neuerdings im Rudel unterwegs

Ein Wolf, in Kornelimünster gesehen. Nicht gefährlich weil Kunst. Foto: AachenNews Archiv

Es gibt Nachrichten aus der Eifel, wo man sich vor dem Wolf fürchtet. Der Wolf muss hingegen nichts und niemanden fürchten, er gilt als bedrohte Tierart und steht unter Artenschutz. „Natürliche“ Feinde? Fehlanzeige. 

In der Eifel, genauer in Mützenich (gehört zu Monschau), fand man Ende September ein totes und quasi ganz aufgefressenes Schaf und sechs weitere verletzte Schafe, davon zwei, die sofort eingeschläfert werden mussten. Das müssen mehrere Wölfe gewesen sein, meinte der schnell herbeigeeilte Wolfsberater

Die Schafe in Mützenich in der Reichensteiner Straße sollen eingezäunt gewesen sein. Aber der Zaun konnte offenbar die Wölfe nicht zurückhalten. Auch die ultrakonservativen Mönche im Kloster Reichenstein sollen kürzlich Besuch von einem Wolf bekommen haben. Der hatte drei Lämmer getötet und es auf den Bock der 30-köpfigen Klosterherde abgesehen. Die Mönche waren not amused. 

Wölfe sind soziale Tiere, im Rudel helfen sie sich immer gegenseitig. Doch es fällt schwer, Sympathie für diese Tiere zu entwickeln. 

Bitte lest auch die Kommentare, die zu dem Text geschickt wurden.

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Was nicht fehlen darf: Etwas Musik. Genau das Richtige für diese Zeiten. Peter Fox: Alle sehen schwarz, ich seh die Zukunft pink.

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Rückspiegel: Das war diese Woche los

Was für eine Woche! Putin ruft den Kriegszustand in den von Russen besetzten Gebieten aus. Macht das einen Unterschied? Macht das Sinn? – Die englische Premierministerin Liz Truss ist gerade mal 45 Tage im Amt und macht in dieser Zeit schon so viele Fehler, dass sie zurücktreten muss. Schneller weg als ein Kopfsalat braun wird, spekulierte eine Zeitung (Daily Star). Das Gemüse hat klar gewonnen.

So schnell wie sie war noch keine*r weg vom Fenster. Moment, keiner? Wenige Tage dauerte auch die Amtszeit von Thomas Kemmerich, Ministerpräsident a. D. von Thüringen. „Wochenlang regieren, das soll kurz sein?“, fragt sich der aus Aachen stammende Kemmerich angesichts von Truss wahrscheinlich gerade.

„Bye, Bye @trussliz“ schreibt der russische Politiker Dimitry Medvedev auf Twitter und „congrats to lettuce“ (Glückwunsch dem Kopfsalat). Das findet Tesla-Chef Elon Musk witzig und fragt nun seinerseits via Twitter den Russen, wie es denn so läuft in Bakhmut? (sehr schlecht) Medvedev antwortet: „See you in Moscow on the Victory Day“. Woraufhin ganz Twitter nahezu explodiert vor lauter humorvollen Bemerkungen über Moskau, den Roten Platz, wer dort bald eine Siegesparade feiern wird und wer dazu nicht eingeladen wird (weil er schon mit seinem Kumpel Putin auf dem Weg nach Den Haag ist).

So hat man erstaunlicherweise in diesen Tagen als Twitterin noch was zu lachen. 

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Zurück nach Aachen: Dort war nach der jüngsten Sitzung des Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss dem Betreiber einer Weihnachtsmarkt-Hütte gar nicht zum Lachen zumute. Der Fleischer aus der Hartmannstraße erhält in diesem Jahr nicht schon wieder eine Genehmigung für seine „Hütte 16“. Diese „Hütte“ wurde mehrere Jahre im Elisengarten aufgestellt mit einer Genehmigung, die in Abstimmung mit dem vorigen Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) erteilt wurde. Sie durfte zur Überraschung vieler Aachener Wirte da Speis und Trank servieren, wo zuvor und außer ihm nie eine Weihnachtsmarktbude stehen durfte. Ein exquisiter Platz, „ein Wettbewerbsvorteil“, wie ein Politiker im Ausschuss unwidersprochen sagte. 

In der Verwaltungsvorlage heißt es unmissverständlich, die Erlaubnis sei „in Abstimmung mit dem damaligen Oberbürgermeister“ erteilt worden. Da jetzt von „Vetternwirtschaft“ zu sprechen, das ist natürlich total bescheuert und an den Haaren herbeigezogen. Das machen nur Vollidioten, die keine Ahnung haben, was in Aachen wirklich los ist und die vor allem nicht wissen, wie dringend nötig die Innenstadt eine Aufwertung durch attraktive Bretterbuden hat. 

Die Erlaubnis sei verweigert worden wegen rechtliche Bedenken, „weil die Solitärstellung des Standes den Betreiber einseitig bevorzugt“, so teilt der Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing wörtlich mit. Die Bude und die Sondergenehmigungen gibt es seit 2014 und schon 2022 hat man die einseitige Bevorzugung bemerkt. Wahnsinn, so schnell geht das. 

Aber jetzt wechseln wir hier mal lieber flott das Thema, sonst zerren uns die Hüttenfreunde noch vor Gericht. Sowieso fühlen sich in dem Fall genau die Falschen verunglimpft und auf den Schlips getreten.

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Mehr als 100.000 Kita-Plätze fehlen“ in NRW, das schreiben diese Woche die Zeitungen. In ganz Deutschland sei der Mangel eklatant. Zu wenig Kita-Plätze, zu wenig Personal: Das gefährdet die frühkindliche Bildung. Aachen ist natürlich betroffen. Kein Platz in einer Kita zu bekommen, das bedeutet, jemand steht dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Kann man sich beim derzeitigen Fachkräftemangel eigentlich nicht leisten.

Das Kita-Helfer-Programm und die Beschäftigung von Seiteneinsteigern sollen in Aachen die Krise entschärfen. Die Grünen in Berlin machten jetzt den Vorschlag, die Elternzeit für Mutter und Vater (für beide) auf je 8 Monate auszuweiten und dann noch um weitere 8 Monate zu verlängern, die beide sich aufteilen können wie sie wollen. Damit wären sicher viele Kleinkinder versorgt, sie blieben einfach bei einem Elternteil zu Hause. Ob die Arbeitgeber damit glücklich wären, darf allerdings bezweifelt werden. 

Die Fraktion DIE Zukunft im Rat der Stadt hat die Problematik in ihrem 10. Nachrichtenüberblick erwähnt: https://youtu.be/eVKbTOPcIsA .

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Blue Gate am Hauptbahnhof, von der Burtscheider Brücke aus fotografiert. Es gibt Probleme bei der Beschaffung von Baumaterial.

Erst diese Woche haben wir von der Insolvenz des Generalunternehmers Harfid GmbH erfahren. Angeblich ruht der Baubetrieb. Blue Gate, das sind 300 Appartements für Studierende, ein Hotel, Geschäfte, Büros und Gastronomie. Alles wird nicht – wie geplant – dieses Jahr noch fertig, sondern erst im Herbst 2023. Hoffentlich. Das gigantische Bauvorhaben war bisher schon mehrfach in Schwierigkeiten geraten. Zum Weiterlesen: Großbaustelle am Hauptbahnhof.

Was war noch diese Woche los? Der Mangel an Wohnungen nimmt immer schlimmere Formen an. Gleichwohl können längst geplante Bauten nicht realisiert werden – wegen unüberschaubarer Kostensteigerung im Baugewerbe: Lindt baut vorerst nicht auf einem Stück vom Bendplatz; auf dem Tankstellen-Grundstück Ecke Lochner/Junkerstraße entstehen die geplanten 71 Wohnungen nicht; der Erweiterungsbau der Stadtverwaltung an der Lagerhausstraße wird auf Eis gelegt und die 4. Gesamtschule bleibt 4-zügig, wird nicht 8-zügig, was an nicht vorhandenen Schüler*innen liegt.  

Für die gute Laune zwischendurch. Etwas Musik. Es schmerzt nämlich, die britische Innenpolitik zu verfolgen. Man fragt sich, wie es in einem kulturell und intellektuell so gut aufgestellten Land so weit kommen konnte.

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Wegen Wasserschaden: Es gibt mal wieder eine Vollsperrung

Seit Mittwochmorgen, 12. Oktober, ist die Vaalser Straße aufgrund eines Wasserschadens zwischen Mauerstraße und Junkerstraße voll gesperrt. Das teilte das Presseamt der Stadt Aachen mit.

Eine Umleitung für den Individualverkehr sei ausgeschildert, heißt es weiter. Der Linienverkehr „fährt ebenfalls eine Umleitung“. Dazu sei die Haltestelle Schanz (H6) auf der Vaalser Straße an die Haltestelle Schanz (H4) Jakobstraße verlegt worden. 

„Die Bauzeit beträgt mindestens zwei Wochen.“ Anmerkung: Leider muss man bei solchen Mitteilungen damit rechnen, dass die Bauzeit mindestens vier Wochen dauert. Mal sehen. Die Leute ärgern sich sehr über die vielen Baustellen in Aachen. Aber was will man machen, wenn das 100 Jahre alte Wasserleitungs-System undicht wird? An immer wieder neuen Stellen und ohne Vorankündigung. Hat jemand eine Idee?

Voll gesperrt.
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