In der Talstraße gibt es Hilfe für Geflüchtete

Das Depot in der Talstraße im Aachener Ostviertel bewährt sich als Center für Geflüchtete und für Helferinnen und Helfer. Neulich stattete Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen dem Engagement-Center einen Besuch ab und informierte die Presse.

Gruppenbild mit Oberbürgermeisterin (Mitte) im Engagement-Center in der Talstraße. Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Stand Ende April sind rund 3.000 Geflüchtete aus der Ukraine nach Aachen gekommen. Gut 1.000 davon sind derzeit in städtischen Unterkünften.

Für die rund 1.000 Kinder und Jugendlichen unter den Geflüchteten sei noch einmal mehr Unterstützung nötig, so Keupen. „Wir müssen Schul- und Kita-Plätze zur Verfügung stellen“, sagte sie. Sie hofft nun auf Hilfe und Vorgaben von Land und Bund, gerade in diesem Bereich: „Wir treten hier derzeit in große Vorleistungen.“

Hilfe für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Mütter leistet unter anderem das Pädagogische Zentrum Aachen mit seiner psychosozialen und therapeutischen Beratung. Das Angebot findet ohne Voranmeldung und anonym statt, auf Ukrainisch und Russisch. Nataliya Ebert hofft auf Kontakte zu Psycholog*innen aus der Ukraine. „Die Kinder sprechen nur Russisch oder Ukrainisch“, sagt sie.

Alle Menschen in Aachen, die Ukrainisch oder Russisch sprechen und helfen wollen, sind aufgerufen, sich bitte bei der Stadt zu melden, um als Übersetzer*innen zu helfen. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) oder der Kinderschutzbund machen Angebote – im Depot oder auf dem Abenteuerspielplatz des Kinderschutzbundes „Zum Kirschbäumchen“. 

Auch viele nicht-institutionellen Helfer*innen sind weiter aktiv – einige von ihnen stammen aus der ukrainischen Gemeinschaft in Aachen, die rund 680 Menschen umfasst. Julia Shporina ist von Anfang an dabei, sie hat eine Kleiderbörse im Depot organisiert. Spenden von Möbeln und Hausrat werden noch gebraucht. Erfolgreich ist Malte Berrenberg mit seiner Plattform, auf der potenzielle Gastfamilien mit Geflüchteten zusammengebracht werden. „Bisher haben sich zwischen 180 und 200 Menschen registriert. Rund 80 konnten wir vermitteln.“

Mehr Infos hier: www.aachen.de/aachenhilft.

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Alle reden von der Leberwurst, Lemmen hat sie

Wenn ihr schon über Leberwurst diskutiert, dann denkt mal an die von Lemmen.

Der Kanzler will nicht nach Kiew, weil der Bundespräsident dort angeblich nicht erwünscht war. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk nennt daraufhin Scholz eine „beleidigte Leberwurst“. Wolfgang Kubicki (kennt sich mit Wurstigkeit aus) widerspricht und sagt: „Olaf Scholz ist keine Wurst.“ Bestimmt gibt es zu dem Vorgang bald einen Offenen Brief, unterschrieben von 28 Metzgern.

Die Leberwurst ist auf einmal in aller Munde. So sehr, dass uns prompt das Wasser im Mund zusammenläuft und wir immer an Lemmen in Aachen denken müssen. Diese Metzgerei an der Hotmannspief macht schließlich seit Jahren die beste Leberwurst weit und breit. Das ist kein Witz.

Eine gute Leberwurst ist echt lecker, also nicht die 08/15 vom Discounter, sondern die von der Aachener Metzgerei Lemmen. Gewürze wie Ingwer, Vanille, Kardamom, Anis und Koriander sind da drin und je nach Variante auch Honig, Preiselbeeren, Nüsse, Rosinen oder Apfelstücke. Da muss kein Mensch beleidigt für sein.

Scholz (nicht Fleisch, nicht Fisch) zu beleidigen, das halten einige Empörte für „unerträglich“. Obwohl, was unerträglich ist, das weiß in diesen Tagen jede/r besser, der in der Ostukraine seit 2 Monaten in einem Bunker sitzt. Da wundert man sich, dass der Botschafter – Vertreter eines Landes, in dem Menschen auf barbarische Weise abgeschlachtet werden – nicht noch krasser ausrastet. Go, Melnyk, go! Von dem werden wir noch einiges hören. Über die deutsche Wehleidigkeit.

Und wenn mit Frank-Walter auch noch viele beleidigt sind, okay, uns hier bei AachenNews hat es null getroffen (nur ein bisschen, aber wir sind schon darüber hinweg). Übrigens: Von Lemmen hieß es neulich, dass die Metzgerei – ein Aachener Familienunternehmen in der vierten Generationbald schließt. (Es fehlt u.a. an Personal: Verkäufer*innen, Fleischer*innen.) Das macht uns dann doch betroffen, wir finden es schade.

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Brücke Turmstraße: Da kommt kein Auto mehr durch

Hier geht es nur noch rechts ab durch die Claßenstraßebis man hinter der Brücke wieder rauskommt.

Wie schon öfter angekündigt: Die Brücke Turmstraße, auf die man hier blickt, wurde gestern, 3. Mai, gesperrt. Sie ist regelrecht baufällig, Teile brechen aus ihr heraus. Sie muss erneuert werden.

Busse und Pkw, Lkw und Radfahrer sowie Fußgänger*innen werden umgeleitet. Wer schlau ist, meidet die Ecke und wählt einen anderen Weg zu seinem Ziel, obwohl die Umleitung auch leicht zu befahren ist. Das ist kein großer Akt.

Unter der Brücke fährt die Bahn, und auch die Bahnreisenden werden sich noch auf Sperrungen ihrer Strecke einstellen müssen. Kleiner Trost: In 17 Monaten soll die Brücke fertig sein. Sie wird dann breiter sein als zuvor.

Und um ehrlich zu sein: Niemand möge sich hetzen lassen. Wenn der ganze Abriss und Neubau 18 Monate dauern sollte, dann dauert er eben 18 Monate. Hauptsache das Teil ist stabil und sieht am Ende schön aus.

Auf dem Weg in die Umleitung. Das geht erstaunlicherweise ziemlich flüssig und ohne besondere Probleme.
Kaum ist die Brücke gesperrt, haben ein Bagger und sein kleiner Bruder schon ganz schön was von der Straße weggeknabbert.
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Endlich: Wochenmarkt am Elisenbrunnen

Marktbeschickern und Verwaltungsmenschen gefällt die Lösung: Immer dienstags ist jetzt Wochenmarkt am Elisenbrunnen. Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Der Dienstags-Wochenmarkt hat jetzt tatsächlich eine neue Heimat. Er wurde vor den Elisenbrunnen verlagert. Auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz reihen sich fortan die über 15 Marktwagen und -stände zu einer attraktiven Fress-Gasse aneinander. Der Donnerstags-Markt bleibt unterdessen am alten Standort vor dem Rathaus. 

Bei Sonnenschein freuten sich gestern die Verantwortlichen (s. Foto) über den erfolgreichen Start des Pilotprojektes. Denn zunächst ist der Markt für eine sechs Monate dauernde Testphase vom Platz vor dem Rathaus an den Elisenbrunnen gezogen. In dieser Zeit soll der neue Standort bewertet werden: Wie wird er von den Kund*innen angenommen? Was sagen die Beschicker? Wo muss vielleicht in der Organisation nachgesteuert werden? Gerd Bussen von der Stadtverwaltung meinte: „Ich bin positiv überrascht, was hier um 10 Uhr morgens schon los ist!“

Total happy sind die Marktbeschicker. Sie machten keinen Hehl daraus, dass sie schon länger (10 Jahre mindestens) für einen dauerhaften Umzug vom traditionellen Standort vor dem Rathaus in Richtung Elisenbrunnen genervt argumentiert hatten.

Der neue Standort ist in der Tat genau richtig. Es gibt viel mehr Laufkundschaft, die gute Busanbindung ist für die Kundinnen und Kunden ein Riesenvorteil, ein perfekter Standort für die Zukunft. Bislang fungierte der Platz am Elisenbrunnen lediglich als Ausweichfläche, wenn der Markt vor dem Rathaus wegen anderer Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt belegt war. Der Markt ist dienstags jeweils von 7 bis 14 Uhr geöffnet.

Die Politiker*innen haben weitere Veränderungen beschlossen. So bleibt der Wochenmarkt am Donnerstag zwar wie gewohnt von 7 bis 14 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. In Zukunft soll es zusätzlich in der Sommerzeit aber einmal pro Monat einen Schlemmer/Gourmetmarkt von 17 bis 21 Uhr geben. Die Stadt rechnet damit, dass ab 2023 ein Feierabendmarkt angeboten werden kann.

Weitere Infos zu den Wochenmärkten in der Aachener Innenstadt und in den Bezirken: www.aachen.de/wochenmarkt.

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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In Aachen: Immer neue Fahrrad-Variationen

What a time to be alive. Das 9-Euro-Ticket ist in aller Munde. Von Juni bis August können die Menschen in Deutschland für wenig Geld durch die Republik reisen. Wir sind Fahrrad-heavy-user und gondeln mit dem Rad in die Eifel.

„Das Kursbuch der Regionalbahnen ist die neue Bibel der 9-Euro-Ticket-Jünger“, schreibt Lorenz Maroldt im Checkpoint des Berliner Tagesspiegel. Da komme man demnächst „zum Preis von zwei Dönern“ bis zur Austernbar in Sylt. Dort, bei den „Reichen und Schönen“ (so die Bild-Zeitung) geht angeblich schon die Angst um vor der friedlichen Invasion der Billigtouristen. Die könnten sich in die ohnehin schon vollen Küstenbahnen quetschen und dieses Inselchen „zum Kentern bringen“.

Was zum Staunen:

Komischer Radweg in der schottischen Hauptstadt Edinburgh.

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Die Neuen stellen sich vor, und die Kunstpause ist wieder da

Es ist ein umfassender Personalwechsel, mit dem die Aachener Kulturlandschaft konfrontiert wird. Drei Spitzenposten in führenden Institutionen sind vor kurzem neu besetzt worden oder werden es demnächst.

So ist Carla Cugini neue geschäftsführende Vorständin der Peter und Irene Ludwig Stiftung (die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert), Eva Birkenstock ist neue Direktorin des Ludwig Forums in Aachen und Till-Holger Borchert neuer Direktor des Suermondt-Ludwig-Museums.

Der Museumsverein Aachen teilt mit, die Drei vereine nicht nur der Name Ludwig, „sondern auch eine große Liebe zur Kunst“. Was ja zu erwarten war.

Doch gefragt wird auch: Was treibt sie an? Welche Themen aus Kunst und Kultur – und darüber hinaus – beschäftigen sie? Welche Pläne haben sie für ihre jeweiligen Häuser? Wie blicken sie auf Aachen als Kulturstandort und als neue Heimat? Und wie auf die herausragende Sammlung von Peter und Irene Ludwig?

Darüber sprechen Carla Cugini, Eva Birkenstock und Till-Holger Borchert mit Christian Rein, Kulturredakteur von „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrichten“.

Carla Cugini, Eva Birkenstock und Till-Holger Borchert kann man kennenlernen: bei einem Abend veranstaltet vom AZ/AN-Freundeskreis in Zusammenarbeit mit dem Ludwig Forum und den Freunden des Ludwig Forums kennen. Termin: Donnerstag, 19. Mai, um 18 Uhr im Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, Jülicher Straße 97 – 109.

Um eine Anmeldung per E-Mail an ludwigsneuekoepfe@medienhausaachen.de wird gebeten.

Das Ludwig Forum für Internationale Kunst. Foto: AachenNews Archiv

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Die „Kunstpause“ ist wieder vor Ort! Wer ein Werk in 15 Minuten kennenlernen will, muss sich dienstags von 13 bis 13.15 Uhr im Suermondt-Ludwig-Museum (Wilhelmstraße 18) einfinden.

Wer also Lust auf Abwechslung in der Mittagspause und neue Bekanntschaften hat, macht eine „Kunstpause“ im Suermondt-Ludwig-Museum! In nur 15 Minuten lernt man ein Meisterwerk der Kunstgeschichte kennen.Termin ist z. B. am Dienstag, 7. Juni, von 13 bis 13.15 Uhr, wo es um das Bild „Versuchung des Hl. Antonius“ geht.

Das Museum teilt dazu mit: „Das aus drei blockverleimten Brettern bestehende Eichenholzrelief zeigt den Eremiten Antonius, der vor seiner Klause in einem Wald sitzt und von zahlreichen Ungeheuern bedroht wird, einem Schuppentier, einem Drachen mit herabhängenden weiblichen Brüsten, einem krallenfüßigen Wesen in Mönchskleidung. Der spätmittelalterliche Bildschnitzer stellt die inneren Versuchungen des Hl. Antonius als von außen auf diesen einwirkende, ungeheuerliche Mischwesen dar. Dieses Thema, das in der Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts häufiger vorkommt, ist in der mittelalterlichen Skulptur selten anzutreffen.

Insofern handelt es sich bei diesem Stück um ein Highlight der Aachener Sammlung.“

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Wahlplakate-Zerstörer leisten ganze Arbeit

Wahlplakate waren noch nie besonders beliebt, sind aber trotz Internet und Plattformen auf jedem Handy bei Wahlkämpfen unverzichtbar. In diesem Jahr, wo die NRW-Wahl nur noch zwei Wochen hin ist (15. Mai), sind die Wählerin und der Wähler besonders gnadenlos zu den Plakaten. Sie werden beschädigt, runtergerissen und natürlich beschmiert.

Vorrangig scheint es die CDU zu treffen. Aber auch die FDP. Die kommt mit dem Nachhängen nicht mehr nach, die Stellen bleiben frei. Nur eine Partei gibt es, die verzeichnet bisher noch keine Verluste. Die gute, alte Piratenpartei.

Hängt relativ niedrig, wurde aber bisher noch nicht beschädigt. Woran das nur liegen mag???
Und auch dieses schlichte Plakat mit einem schönen Wortspiel hängt und hängt und hängt. Schade, dass nach dem 15. Mai Schluss ist. Diesem Plakat würde man ja locker ein paar zusätzliche Wochen gönnen.

In Aachen vor dem Stadtarchiv, Reichsweg 30, vormals Nadelfabrik.
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Freibad Hangeweiher ist offen

Die Freibadsaison im städtischen Freibad Hangeweiher ist eröffnet. Neben dem 50-Meter-Schwimmerbecken, ausgekleidet mit Edelstahl, mit Sprunganlage, bietet auch das Nichtschwimmerbecken im Edelstahllook mit Wasserkanonen, großer Edelstahlrutsche und Massagedüsen Badespaß für Groß und Klein.

Für die ganz Kleinen steht ein Kinder-Planschbereich im Schatten zur Verfügung. Außerdem gibt es verschiedene Spiel- und Sportmöglichkeiten. Die Stadtverwaltung teilt mit: „Ganz gleich ob Frühschwimmer*innen, Sonnenhungrige oder Familienbadetag – das innenstadtnahe Freibad mit großer Liegewiese und schönem Baumbestand ist für alle attraktiv.“

Aachens Freibad ist picobello hergerichtet und wartet auf große und kleine Wasserratten.

Voraussichtlich stehen die Kartenautomaten mit integriertem Geldwechsler aus technischen Gründen erst verspätet zur Verfügung. Aber nicht nur deswegen lohnt es sich, bereits vorab eine Eintrittskarte im Webshop unter www.ticket-baeder.aachen.de (Link funktioniert leider noch nicht) zu kaufen, sondern auch, um Wartezeiten zu vermeiden.

Der Hangeweiher wird in diesem Jahr wieder in drei Phasen zu geänderten Öffnungszeiten geöffnet sein, die sich an die Witterungs- und Lichtverhältnisse anpassen.

Das Freibad ist vom 1. bis 31. Mai wie folgt geöffnet: 

·          Mo.  12.00 – 20.30 Uhr

·          Di.  06.30 – 20.30 Uhr

·          Mi.  06.30 – 20.30 Uhr

·          Do.  06.30 – 20.30 Uhr

·          Fr.  06.30 – 20.30 Uhr

·          Sa.  06.30 – 20.30 Uhr

·          So.  06.30 – 20.30 Uhr

Kassenschluss ist täglich um 19.30 Uhr, das Ende der Wasser- und Duschzeit täglich um 20 Uhr, das Gelände des Freibades muss bis 20.30 Uhr verlassen sein. Bei schlechter Witterung kann das Freibad früher geschlossen werden. Am Montag, 2. Mai, entfällt der Reinigungstag, sodass der Hangeweiher ausnahmsweise von 6.30 bis 20.30 Uhr geöffnet ist.

Die Entgeltordnung für die Schwimmbäder und viele weitere Infos s. unter www.aachen.de/schwimmen.

Platz satt ist auf der großen Wiese für alle, die mit großen Decken und vielen Kindern anrücken. Aber: Das Gelände des Freibads muss bis 20.30 Uhr verlassen sein.
Vor dem Eingang vom Freibad: Dort wird bald wieder alles voller Fahrräder sein.

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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Vor 50 Jahren: Das Ende der Selbstbestimmung

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen eröffnete gestern die Ausstellung „Alle für eine?“ im Centre Charlemagne. Marc Teuku von der Fraktion „Zukunft“ dokumentierte die Vorgänge in Wort und Bild.

An ein (dunkles) Kapitel Aachener Geschichte erinnert jetzt eine Ausstellung im Centre Charlemagne in Aachen. „50 Jahre kommunale Neuordnung“ kann Aachen feiern. Den vor 50 Jahren ihrer Selbstständigkeit beraubten heutigen Stadtteilen war damals gar nicht zum Feiern zumute. Im Gegenteil.

Ob Aachen, Monschau, Heinsberg oder Heimbach: Anfang der 70er Jahre wurde ganz NRW neu zugeschnitten. Aus vielen einzelnen Gemeinden in NRW wurden wenige große. Die Kleinen wehrten sich wie bekloppt, es gab Protestversammlungen zu Hauf und Prozesse bis in die höchsten Instanzen. Allein: Es wurde nichts erreicht.

Die kleine Ausstellung in Aachen zeigt Dokumente aus den eingemeindeten Stadtteilen – aus Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster, Laurensberg, Richterich und Walheim. Die wurden durch die Eingemeindung zu neuen Stadtteilen der Stadt Aachen. Das sogenannte Aachen-Gesetz, mit dem die Neugliederung des Kreises Aachen beschlossen wurde, trat am 1. Januar 1972 in Kraft. Aachen wuchs dadurch nicht nur auf etwa das Dreifache seiner Fläche, sondern gewann auch rund 63.000 Einwohner hinzu.

Die von technokratischen Verwaltungsjuristen erfundene Neuordnung wurde vor 50 Jahren durchgesetzt und sie gilt es bis heute. Die Ex-Gemeinden haben sich in das Unabänderliche gefügt, Neubürger*innen wissen schon gar nicht mehr, was damals eigentlich geschah und warum sie mit dem Gefühl leben, nicht wirklich teilhaben zu können an der lokalen Politik.

Ziel der Zusammenlegungen war nicht die Stärkung der Demokratie, Ziel war die Optimierung der Verwaltungseffizienz. Es wurde zum Beispiel ausgerechnet, dass sich die Anschaffung einer Schreibmaschine eigentlich nur lohnt, wenn eine bestimmte Menge Seiten täglich auf ihre geschrieben werden. So wurde alles – teils absurd – durchkalkuliert – zum Schaden der Selbstbestimmung, zum Schaden der Demokratie.

Es gab nach der Neugliederung in den Gemeinden keine Ratsvertreter*innen mehr, die jede/r im Ort kannte, mit denen man vielleicht sogar zur Schule gegangen war und sich nicht scheute, sie anzusprechen. Die Hälfte der Gemeinderäte und damit ein großes Potential an bürgerschaftlichem Engagement wurde einfach nach Hause geschickt. Die andere Hälfte durfte in den – letztlich weniger einflussreichen Bezirksvertretungen – über die Geschicke des eigenen Ortes zu bestimmen versuchen. Tatsache war: Man musste sich plötzlich mit allen Anliegen nach Aachen wenden, dort entschieden irgendwelche Leute, die niemand kannte.

Die kleinen Gemeinden wurden in NRW (Bayern hat einen derartigen Verlust der Eigenständigkeit seinen Gemeinden niemals zugemutet) angeblich „gerüstet“ für einen besseren Vollzug von Bundes- und Landesgesetzen. In Bayern haben 74 Prozent aller Gemeinden unter 5000 Einwohner, in NRW gibt es nur 0,8 Prozent aller Gemeinden unter 5000 Einwohner. Die Durchschnittliche Gemeindegröße in NRW ist 45.600. Die in Bayern ist 6.000, in Baden-Würtemberg 9.500 (Zahlen aus 2001).

Je größer eine Gemeinde ist, desto mehr Anonymität gibt es mit allen damit verbundenen Missständen und Kosten, die durch die Anonymität entstehen. Es wird den Bürger*innen schwerer, sich mit ihrer Gemeinde zu identifizieren, sie werden gleichgültiger.

Ein schmerzlicher Vorgang ist es, wenn man von einer selbstständigen Gemeinde zu einem Stadtteil degradiert wird. Es ist so wie wenn ein erwachsener Mensch plötzlich einen Vormund bekommt, der letztlich alles entscheidet. Das hatten zuvor – nebenbei erwähnt – in Aachen schon Burtscheid und Forst erlebt. Da sollte man doch meinen, an derartige Vorgänge von Identitätsverlust sei man gewöhnt. Aber nein.

Bereits 1897 wurde die Stadt Burtscheid mit der Stadt Aachen zusammengeschlossen, 1906 folgte die Eingemeindung der Gemeinde Forst. Auch dazu gibt es Dokumente in der Ausstellung.

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In der Ausstellung (zu sehen bis 14. August) werden Dokumente verschiedenster Art gezeigt: Pläne und Karten, Foto- und Filmmaterial sowie Einrichtungsgegenstände aus den alten Gemeindesälen und Modelle historischer Gebäude. Infografiken und Karten erläutern wichtige Aspekte, darüber hinaus gibt es Zeitzeugeninterviews mit Beteiligten aus Politik und Verwaltung. Der Begleitband zur Ausstellung kostet 18,80 Euro.

Die Schau „Alle für eine?“ entstand in enger Zusammenarbeit mit den Heimat- und Geschichtsvereinen der eingemeindeten Orte. Öffnungszeiten im Centre Charlemagne am Katschhof: dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 20 Uhr. Eintritt: 6 Euro, Besucher*innen unter 20 Jahren frei.

Ein Stück aus der Ausstellung, im Stil einer Todesanzeige: Der freien Gemeinde Walheim wurde vom Oberverwaltungsgericht in Münster mitgeteilt, dass sie ab sofort nur noch ein Stadtteil von Aachen sein darf. Als einen schweren „Schicksalsschlag“ für die Demokratie empfanden die Bürgerinnen und Bürger den Verlust der Selbstständigkeit und das war es auch.

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Aachen baut und plant

Spielplatz Meerssener Straße soll umgestaltet werden

Der Spielplatz in der Meerssener Straße soll umgestaltet werden. Die Stadtverwaltung lädt alle Bürger*innen sowie Kinder und Jugendliche zu einer Infoveranstaltung ein am Donnerstag, 5. Mai, um 16 Uhr auf dem Spielplatz Meerssener Straße. 

Fachleute der Verwaltung stellen die bisherigen Planideen vor und freuen sich über weitere Anregungen und Wünsche. Wer Fragen hat oder Ideen weitergeben möchte, kann auch folgende Mailadresse nutzen: spielplatz@mail.aachen.de.

Hasbach in Walheim: Bauarbeiten beginnen

Die Straße Hasbach in Walheim wird grundlegend erneuert. Die Bauarbeiten beginnen am Montag, 2. Mai, und dauern voraussichtlich bis in den Januar 2023. Das Bauunternehmen arbeitet in mehreren Bauabschnitten. 

Im ersten Bauabschnitt wird der Hasbach zwischen Walheimer Straße/ Prämienstraße und Sperberweg umgestaltet. Die Straße wird auf diesem Teilstück für den Durchgangsverkehr mit Kfz gesperrt. Es wird immer nur in etwa 50 Meter langen Abschnitten gearbeitet. Halteverbote in der Baustelle bitte beachten, Umleitungen sind ausgeschildert. Die Zufahrt zum Sperberweg ist für Anliegerinnen und Anlieger jederzeit gewährleistet.

Die Fahrbahn im Hasbach erhält einen neuen Untergrund und eine neue Asphaltdecke. Die Gehwege werden durchgängig gepflastert. Der nördliche Gehweg wird auf ganzer Länge auf rund zwei Meter verbreitert. Überdies werden hier taktile Leitstreifen und Elemente eingebaut. Sie erleichtern sehbehinderten Menschen die Nutzung des Gehwegs. 

Eine der kaputtesten Straßen von Aachen: Hasbach in Walheim.

„100 klimaneutrale Städte bis 2030“

Die Europäische Kommission hat im vergangenen Jahr Städte dazu aufgerufen, sich an ihrer Mission „100 klimaneutrale Städte bis 2030“ zu beteiligen. Knapp 400 Städte aus ganz Europa haben sich beworben.

Jetzt hat die EU-Kommission verkündet, dass Aachen zu den 100 ausgewählten Kommunen gehört. Die Stadt hat sich bereits mit überzeugenden Instrumenten wie dem Integrierten Klimaschutzkonzept (IKSK) und dem Ausrufen des Klimanotstands auf den Weg gemacht, was nun auch auf europäischer Ebene gewürdigt wird. 

Spielplatz Beverstraße soll umgestaltet werden

Der Spielplatz Beverstraße soll wieder aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Und daher benötigt er eine komplette Umgestaltung. Der Fachbereich Klima und Umwelt der Stadt Aachen lädt alle Bürger*innen sowie Kinder und Jugendliche zu einer Infoveranstaltung ein. Sie beginnt am Dienstag, 3. Mai, um 16 Uhr, auf dem Spielplatz Beverstraße. Ein Zugang zum Spielplatz befindet sich neben dem Haus Beverstraße 13, ein zweiter neben den Häusern Nr. 7 und 9 im Wohngebiet „In den Kronprinzengärten“. 

Fachleute des Fachbereichs stellen die bisherigen Planideen vor und freuen sich über weitere Anregungen und Wünsche. Wer Fragen hat oder Ideen weitergeben möchte, kann auch folgende Mailadresse nutzen: spielplatz@mail.aachen.de.

„Tag der Städtebauförderung “

Die Stadt Aachen beteiligt sich auch in diesem Jahr am bundesweit stattfindenden „Tag der Städtebauförderung “. Am Samstag, 14. Mai, stehen zwei große Stadtentwicklungsprojekte im Fokus: die Umgestaltung des Theaterplatzes und die Entwicklung des Altstadtquartiers Büchel. Die Besucher*innen erwartet den gesamten Tag über ein buntes Programm mit vielen Informations- und Mitmachmöglichkeiten.

In der Planbar am Theaterplatz gibt es eine Ausstellung zur zukünftigen Gestaltung des Platzes und Angebote zum Dialog. Zwei Stadtspaziergänge eröffnen die Möglichkeit, die öffentlichen Räume der Aachener Innenstadt zu erkunden. Am Büchel steigt ein großes Fest mit Musik, Aufführungen und vielem mehr bis in die Abendstunden.  Alles weitere zum Tag der Städtebauförderung hier.

Parallel findet der beliebte Aachener Fahrradtag unter anderem mit einer Sternfahrt aus den Bezirken zum Elisenbrunnen statt.

Entwurf für Studentenwohnheim ist fertig

Auf dem Gelände des alten Straßenbauamts an der Karl-Marx-Allee 220 sollen zu 100 Prozent öffentlich geförderte Studierendenwohnungen entstehen. Seit 2013 ist der ehemalige Standort des Landesbetriebs Straßen.NRW ungenutzt. Nachdem die KD Aachen Karl-Marx-Allee mbH & Co. KG. das Areal erworben hat, ist in Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen eine Mehrfachbeauftragung mit mehreren Büros durchgeführt worden. Das Ziel lautet: Auf dem Grundstück soll ein qualitätsvoller architektonischer sowie städtebaulicher Baustein entstehen, der in Gänze auf die Zielgruppe Studierendenwohnen ausgerichtet ist. Die Ergebnisse der Mehrfachbeauftragung werden im Rahmen einer Outdoor-Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Ausstellung wird am Dienstag, 17. Mai, um 15 Uhr vor Ort auf dem Grundstück der Karl-Marx-Allee 220 von Stadtbaurätin Frauke Burgdorff und von Seiten des Investors von Dipl.-Kfm. Stefan Frey (Vorstand der Frey AG in Köln) eröffnet. Alle Bürger*innen sind eingeladen, an der Ausstellungseröffnung teilzunehmen und sich über die Ergebnisse der Mehrfachbeauftragung zu informieren. Die Entwürfe sind dann noch bis zum 31. Mai – entlang des Bauzauns und somit rund um die Uhr – zu sehen. Zuvor werden die Ergebnisse der Mehrfachbeauftragung bereits in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte am 4. Mai und im Planungsausschuss am 5. Mai vorgestellt. Auch hierzu sind alle Bürger*innen eingeladen.

Fünf Planungsbüros hatten sich am Wettbewerbsverfahren beteiligt. Eine Fachjury, die sich aus Mitgliedern der Politik, der Verwaltung und des Investors sowie externen Expert*innen zusammensetzte, würdigte die Qualität aller eingereichten Entwürfe vor dem Hintergrund der komplexen Aufgabenstellung. Am Ende kürte die Jury in ihrer Beratung Mitte März einstimmig den Entwurf des Büros pbs architekten aus Aachen zum Sieger.

Visualisierung: pbs architekten aachen

Metzgerstraße: Straßenraum wird neu aufgeteilt

Die Fahrbahn der Metzgerstraße muss zwischen Feldstraße und Schlachthof erneuert werden. Zunächst wird der Netzbetreiber Regionetz die Versorgungsleitungen erneuern. Im Anschluss daran möchte die Stadt den Straßenraum anders als bisher aufteilen. Der nördliche Gehweg wird in seiner Breite verändert. Es sind Bäume, Fahrradbügel und E-Ladestationen vorgesehen. Außerdem wird auch der Parkplatz erneuert.

Es gibt zwei Möglichkeiten, mehr über die bisherige Planung zu erfahren. Zum einen finden Bürger*innen im Internet eine vertonte Präsentation. Sie ist unter dem Stichwort „Metzgerstraße“ auf der Webseite www.aachen.de/baustellen zu finden.

Zum anderen liegen die Planunterlagen bis Montag, 9. Mai, im Foyer des Verwaltungsgebäudes Marschiertor, Lagerhausstraße 20, aus. Das Foyer ist montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr geöffnet, freitags von 8 bis 14 Uhr. Wer Hinweise, Anregungen und Bemerkungen zum Umbau der Metzgerstraße einbringen möchte, kann das schriftlich tun: entweder über den Briefkasten im Foyer des Verwaltungsgebäudes Marschiertor oder per Mail an  metzgerstrasse@mail.aachen.de. Bitte als Betreff „Bürger*innenbeteiligung Metzgerstraße“ angeben.

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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