Aachen: Neues Quartier in Süsterfeld ist fast fertig

Einige Neubauten sind schon seit 2 Jahren bewohnt.

Das „Kloster vom Guten Hirten“ an der Süsterfeldstraße kennen einige Leserinnen und Leser vielleicht. Neben und hinter dem Kloster ist ein neues Stadtviertel entstanden. Dort sind schon viele Bauten fertig und bezogen. Die Außenanlagen harren aber noch der Verschönerung.

Hier sieht man, wie das neue Quartier einmal aussehen wird. Es befindet sich in der Nähe der Firma Lindt und vom Campus West, der noch gebaut werden muss. Wie überall in Aachen, wo Wohnraum entstand und entsteht, sind entweder 30 oder sogar 40 Prozent aller Wohnungen geförderte Wohnungen, die sich auch Menschen mit niedrigem Einkommen leisten können.

Insgesamt sind 800 Wohneinheiten fast fertig. Etwa 1400 Menschen sollen einmal heimisch sein in dem neuen Quartier. Es gibt Mikroappartements, Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser und Spielplätze für Kinder sowie eine Kita (5-gruppig). Für Fremde ist es etwas unübersichtlich. Die beiden neuen Straßen im Quartier sind die Straßen Süsterfeldwinkel und Am Guten Hirten.

Investor ist die Campus Wohnen GmbH, ein anderer die Firma Ideal Assets. Die grobe Planung des Areals stammt weitgehend vom Aachener Architekturbüro pbs, das einen Wettbewerb gewonnen hatte. Das Areal ist mehr als 3 Hektar groß und eine Besichtigung wert.

Alles neu im Wohngebiet am Guten Hirten. Auch in dem alten Klostergebäude selbst kann man nun wohnen, sehr modern und komfortabel.
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Sind wir wirklich abhängig vom russischen Gas? #EmbargoJetzt

Offenlage: Es wird empfohlen, Folge 56 des Podcasts Sicherheitshalber zu hören, wo Thomas Wiegold, Ulrike Franke, Frank Sauer und Carlo Masala mit Rüdiger Bachmann sprechen. Bachmann ist Ökonom und sagt, ein sofortiger Importstopp für russische Energie sei für die deutsche Volkswirtschaft verkraftbar. Hier zuhören oder weiter lesen.

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Das ist jetzt die dritte Krise, die uns in Angst und Schecken versetzt. Es gab

1. in 2008 die Eurokrise mitsamt Wirtschaftskrise unf Bankenrettung, dann 

2. in 2020 die Corona-Krise und jetzt 

3. in 2022 die Ukraine-Krise. 


Die – aus wirtschaftspolitischer Sicht betrachtet – schlimmste Krise war die erste Krise, als man zeitweise dachte, der Euro verliert seinen Wert, er zerbröselt uns zwischen den Fingern, unser Geld ist bald nichts mehr wert. Diese Krise dauerte acht Jahre

Nicht ganz so schlimm, rein wirtschaftlich gesehen, war die Corona-Krise (dauert noch an), wo man anfangs nicht wusste ob und wann es eventuell mal einen Impfstoff geben würde??? Tote landeten in Massengräbern, sage und schreibe 1,9 Millionen Menschen mussten in Deutschland alimentiert werden, weil sie nichts mehr zu arbeiten hatten. 400 Milliarden an Schulden wurden von der Bundesregierung aufgenommen, aber es gab keine Wirtschaftskrise. (Was z. B. bildungspolitisch alles falsch gemacht wurde, davon ist hier nicht die Rede.) 

Mit der Ukraine-Krise haben wir es – bei Lichte besehen und rein wirtschaftlich – nicht so schwer. Wir wissen was kommt: Entweder wir kaufen ab sofort den Russen ihr Gas nicht mehr ab. #EmbargoJetzt    Oder im Herbst wird Putin die Gaslieferung nach Deutschland von sich aus einstellen und denken, er würde damit die deutsche Wirtschaft pulverisieren. 

Das wird er allerdings keinesfalls, wenn wir jetzt sofort anfangen, uns darauf vorzubereiten. Dann müssen wir ein Gasembargo nicht fürchten. Wir wollen ja sowieso wegkommen von fossilen Brennstoffen. 

Wenn wir jetzt sofort kein Gas mehr von Putin kaufen, passiert erst mal gar nichts.

Der Sommer kommt, es wird warm, es wird zum Heizen kaum Gas gebraucht. Dabei: Es gibt noch etwas Gas auf Vorrat (allerdings wenig), und wir bekommen weiter Gas aus Norwegen, gar nicht mal wenig. Außerdem haben wir die Braunkohle (ja, sorry, es ist Krieg). Auf deutsche Atomkraftwerke können wir nicht zurückgreifen, die haben sich längst auf das Stilllegen umgestellt und können nicht umschwenken, wie glaubhaft versichert wurde. 

Wie man schon hörte, werden vier schwimmenden LNG-Terminals gekauft, wovon allein schon drei die Hälfte von dem Gas ersetzen können, was wir im Winter normalerweise aus Russland beziehen. (Die LNG-Terminals sind sozusagen das, was der Impfstoff in der Corona-Krise war.) 

Aber das ist noch nicht alles. Im Falle eines Energiemangels können wird auch Ware, die nicht mehr produziert werden kann, im Ausland kaufen, zum Beispiel Dünger. Außerdem: Die meisten Fachkräfte, die in der chemischen Industrie frei würden, wären – bei dem derzeitigen Fachkräftemangel – bestimmt nicht lange arbeitslos.

Zu einer „Kernschmelze der deutschen Industrie“ würde es sicher nicht kommen. Denn so ganz ohne Gas wären wir 1. nicht, es gibt kein Embargo gegen Norwegen/Dänemark/Niederlande. Und 2. leben wir in 2022 in einer Dienstleistungsökonomie. Die produzierende Industrie das sind nur 20 bis 25 Prozent unserer Wirtschaftsleistung. Der industrielle Kern ist nicht so groß wie manche denken. 350.000 Menschen arbeiten im gasintensiven Sektor (Chemieindustrie) aber: 1, 9 Millionen arbeiten im Gaststättengewerbe (war bei Corona-Krise wichtig) 3. könnten wir Teile, die in Deutschland nicht mehr produziert werden, auf dem Weltmarkt kaufen. Klar: nicht alle, aber die meisten.

Erhebt sich die Frage, ob das Gasembargo überhaupt Einfluss hat auf Putins Kriegslust. Ja, vielleicht nicht sofort und auf einen Schlag. Aber schon bald wird er nicht mehr in der Lage sein, so großartig Krieg zu führen. Und sowieso nicht noch zusätzlich gegen Moldau oder Finnland oder die baltischen Staaten oder sogar Polen. Einen Regimewechsel erreicht man mit einem Embargo nicht, wohl aber eine starke Schwächung der russischen Wirtschaft.

Bleibt die Frage, was passiert, wenn durch das Embargo die Russen so sehr destabilisiert werden, dass es dort zu Bürgerkriegs-ähnlichen Zuständen kommt? (Eigentlich brauchten wir ja mit Blick auf China ein Bündnis mit einem starken Russland. Aber diese Träume sind nun dahin.) Und was ein komplettes Chaos in einem Russland mit nuklearem Potential bedeutet, das müssen wir dann eben sehen, wenn es soweit ist. 

Wir haben es jetzt mit einer Operation am offenen Herzen zu tun und dürfen nicht zögern. Wenn wir Putin nicht die Ukraine vor die Füsse werfen wollen, dann müssen wir handeln. Stellt euch vor, ein Mann kommt in euer Haus, zerstört die Einrichtung, ermordet den Sohn und vergewaltigt die Tochter. Da kann man nicht sagen: Jetzt soll erst mal überlegt und verhandelt werden, da muss sofort eingegriffen werden. Den Angegriffenen darf man eine Waffe nicht vorenthalten, sie müssen sich wehren können.

Wer keine Zeit hat, sollte sich wenigstens diesen Beitrag ansehen.

Weiter Infos:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/Weitere-Todesopfer-bei-Angriffen-in-der-Ukraine,audio1109858.html

https://www.spiegel.de/kultur/geplatzte-steinmeier-reise-ueberfluessige-kapriolen-a-840f6883-3de1-4a12-9eaf-acaa24025b13

https://www.zeit.de/politik/2022-04/joerg-lau-frank-walter-steinmeier-ukraine-politikpodcast

https://verfassungsblog.de/whatever-it-takes-2/

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Am Schutthaufen vorbei auf dem Weg zum Bend

An der Roermonder Straße stand bis Ende 2020 das Autohaus Gohr. Ein Investor mit Sitz in Stockholm will angeblich Wohnungen errichten lassen.

Schräg gegenüber von der Arbeitsagentur, an der Roermonder Straße, liegt seit geraumer Zeit ein großer Haufen Schutt. Bis Ende 2020 befand sich auf dem Grundstück das Autohaus Gohr mit seinen Werkstätten. Ziemlich genau vor zwei Jahren kündigte der Investor Bonava an, dort bauen zu wollen.

Viel ist von den neuen Wohnungen noch nicht zu sehen. Es waren und sind wohl 63 Appartements für Studierende geplant und in 2. Reihe 120 Wohnungen (in sogenannten Stadtvillen und Einfamilienhaus-Reihenhäusern). Im Erdgeschoss könnte es ein Café geben, unten drunter eine Tiefgarage. Die lokale Tageszeitung berichtete hier. Anfang 2024 soll angeblich alles fertig sein.

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Auf dem Weg zum Bendplatz fiel uns der Schutthaufen ins Auge. Wir warten vorerst mal ab, was aus den Neubau-Plänen wird. Unterdessen konnten wir aus einer Gondel vom Riesenrad raus vage die Größe des Grundstücks erkennen: 8000 Quadratmeter sollen es sein. Das ist nicht gerade klein.

Bis zum 2. Mai geht es jetzt wieder rund auf dem Öcher Bend. Für Kinder ist es ein Riesenspaß, für Eltern ein wirklich teures Vergnügen. Das Geld fliegt einem aus der Tasche wie nichts, zumal wenn man mit mehreren Kindern unterwegs ist. Mittwochs ist allerdings Familientag, da bieten die Schausteller 50 Prozent Rabatt auf den regulären Preis von Fahr-, Schau- und Belustigungsgeschäften. Alle Infos hier.

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Unfall. Jetzt ist auch noch der Hansemann zu

Schöne Pleite: Noch bis einschließlich kommenden Dienstag müssen Umwege gefahren werden.

Man sieht vor lauter Gittern keine Welt. An das Gedicht vom Tiger in seinem Käfig erinnert derzeit der Hansemannplatz in Aachen. Der Platz kann von keiner Seite mehr problemlos überfahren werden, insbesondere ist keine Querung in Ost-West-Richtung möglich. Der Grund: Ein Lkw-Fahrer hat am vergangenen Mittwoch (13. April) gegen 22 Uhr mit seinem Wagen gleich zwei Ampeln umgefahren und sie bis ins Fundament hinein zerstört.

Die Polizei steht vor einem Rätsel, sie konnte bisher noch nicht ermitteln, warum der Mann in seinem Lkw die Ampeln plattmachte. Verletzte gab es bei dem Unfall nicht. Zwei provisorische Ampeln wurden aus unerfindlichen Gründen nicht aufgestellt. Große Staus gab es am heutigen Samstag nicht, das Verkehrsaufkommen war wegen der Ostertage gering.

Der Verkehr wird umgeleitet. Auch die Busse fahren nicht mehr ihre gewohnten Strecken. Hier die Umleitungen für zahlreiche Buslinien. Frühestens Mittwoch, 20. April, werde der Verkehr wieder normal fließen, so hoffen die zuständigen Damen und Herren bei der Stadtverwaltung.

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Jetzt vorbereiten auf den schlimmsten Fall?

Neues Wohnheim für Studierende in der Nizzaallee in Aachen. – Neues, Schönes und Wertvolles entsteht bei uns, während anderswo tausende Russen nur ans Zerstören denken. (Passende Karfreitagsmusik. Oh Traurigkeit, oh Herzeleid und Filth God)

Vor zwei Jahren wurde mit dem Bau des Wohnheims in der Nizzaallee begonnen. Bald werden dort Menschen einziehen. Während in Aachen und im ganzen übrigen Kontinent aufgebaut und repariert, saniert und Neues geplant wird, geht es in der Ukraine genau andersrum.

Die Russen versuchen, angeführt von einem offenbar zutiefst beleidigten Putin, so viele Menschen wie möglich zu töten und so viel zu zerstören wie nur möglich. Was für ein ekelhaftes Ansinnen. Man möchte im ganzen Leben mit keinem Russen mehr etwas zu tun haben.

Erstaunlich, dass man von den so sehr Gequälten ein höfliches Auftreten erwartet. Deutsche Politiker werden gewissermaßen gerügt, weil sie außer Helmen, alten DDR-Haubitzen und recycelten Panzern NICHTS liefern (wollen). Der SPD-Bundespräsident ist in Kiew nicht willkommen. „Nicht in diesem Ton“, empören sich führende Sozis. Haben die noch alle Tassen im Schrank? Na ja, Typen wie Rolf Mützenich und Frank-Walter Steinmeier haben wir seit 20 Jahren schon nicht mehr gewählt, das war richtig, und dabei bleibt es auch.

Was soll man von einem Scholz halten, der ständig mit Putin in telefonischem Kontakt steht und der dann ohne Ende Rücksicht auf einen Kriegsverbrecher nimmt? Hallo? Für Zurückhaltung bei der Frage schwere Waffenlieferungen ist es längst zu spät. Scholz schadet Deutschland, und der grüne Vizekanzler Habeck will jetzt hauptsächlich was? Er will – gegen seine Wähler*innen – die Koalition stützen und ist auf Scholz-Linie. Wie schrecklich.

Wer kann, lese den Text in der ZEIT von dem tollen Michael Thumann über die Frage: Ist die Wut der Ukraine über Deutschland berechtigt? Ist allerdings noch hinter einer Paywall.

Und dann dieses pathologische Rumgelüge der Russen! Dieses dämliche Lügen, das ist noch peinlicher als wenn sie mal die Wahrheit sagen würden. Ein Unfall, eine technische Panne auf einem Schiff? Bei einem Sturm? Von Ukrainern inszenierte Morde? Die Russen lügen wie kleine Kinder, die schokolade-beschmiert sagen, sie hätten die Schoko nicht angefasst. Wie peinlich kann man sein!

Ob es zu einem 3. Weltkrieg kommt, das bestimmt allein Putin. Das ist ja schon allein unerträglich, dass wieder mal alles von EINEM Mann abhängt. Wie ich das hasse. Je mehr deutliche Verluste den Russen beigebracht werden, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Putin (nach einem langen Krieg) Atomwaffen einsetzt.

Deutschland vertraut darauf, dass sich der Krieg nicht bis zu uns ausweiten wird. Wenn das mal der außer Rand und Band geratene Putin auch so sieht. Sollte man sich nicht besser auf den schlimmsten Fall vorbereiten? Schaden kann das nicht, im in Rede stehenden schlimmsten Fall würde nur die Höhe es Schadens kleiner sein, als wenn man gänzlich unvorbereitet wäre.

„Was machen Sie denn heute noch so?“, fragt mich der Friseur. „Ach, ich schreibe noch was über Spielplätze in Aachen“, sage ich. – „Ja“, sagt er mit Bitterkeit, „es gibt ja auch sonst nichts Wichtiges in Aachen“. Tja, und da hat er wohl Recht dabei so unfreundlich zu sein. Der Krieg führt dazu, dass auf einmal alles neu bewertet wird.

Ein weiterer Neubau in der Nizzaallee. Was diese Allee alles für überdimensionierte Bauten verkraftet ohne ihr elegantes Erscheinungsbild einzubüßen, da stehen wir und staunen.

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Wer Zeit hat, kann sich ja mal diesen Podcast anklicken und zuhören. „Nach dem Steinmeier-Debakel. Wie soll Deutschland jetzt reagieren?“ Insgesamt ist es eine Lageeinschätzung, die einem weiterhilft. Klick hier.

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Bestes Buch soweit in 2022

Heute soll hier ein Buch empfohlen werden, dass man gut lesen kann, wenn man mit der Pandemie einigermaßen seinen Frieden gemacht hat. Wenn man also nicht mehr vor lauter Angst vor der Erkrankung allein schon ganz krank wird, wie das anfangs der Fall gewesen sein mag.

Das Buch hat über 600 Seiten und stammt aus der Feder vom Nobelpreisträger Orhan Pamuk. Es heißt „Die Nächte der Pest“. Man sollte schon gewöhnt sein an anspruchsvolle Texte und Freude haben an erlesenen Formulierungen sowie nicht genervt sein von vielen fremden Namen und Titeln. Denn das Werk ist nicht einfach ritschratsch wegzulesen wie ein Krimi, sondern es ist ein ungeheuer elegant geschriebener, elaborierter Text. Für mich ist es schon jetzt das beste Buch des Jahres 2022.

Pamuk hat mit dem Buch 2016 begonnen, als ihm jede/r sagte: Pest? Das will doch keiner lesen. 2022 kam das Buch heraus und jede/r sagte: Da hast du aber ein Glück mit deinem Thema. Es handelt von einer Insel, die zur Türkei gehört, und auf der vor über 120 Jahren Menschen an einer Seuche erkranken. Es ist eine erfundene Mittelmeerinsel. Pamuk liebt es, in einer übersichtlichen Kommunität menschliche Verhaltensweisen darzustellen. So wählte er z. B. einmal eine im tiefen Schnee eingeschlossene Stadt.

Die Handlung des Pest-Buches wirkt sehr aktuell, spielt aber zur Zeit der Osmanen. Die wollen gern so schlau und aufgeklärt sein wie die Europäer, haben aber mit dem rationalen Denken so ihre Schwierigkeiten. Es ist bisweilen allerliebst dargestellt. Es gefällt auch die sanft ironische Schreibweise, aber manchmal muss man bei Lesen auch schallend lachen.

Zum Inhalt: Der Mediziner Dr. Nuri wird mit seiner schönen Frau vom Sultan auf die Insel geschickt um die Pest zu bekämpfen. Türken und Griechen beschuldigen sich gegenseitig, den Erreger eingeschleppt zu haben. Oder waren es doch die Pilger aus Mekka? Oder die Händler aus allen Teilen des Reiches? Das ganze Panorama des osmanischen Vielvölkerstaats wird uns vor Augen geführt.

Gegen die Seuche hilft nur die Quarantäne, doch alle leisten auf unterschiedliche Weise Gegenwehr gegen die Quarantäne. Die Todesfälle nehmen zu. Es werden Waren verbrannt, Häuser und Geschäfte verbarrikadiert, Arbeiten eingestellt, Familien getrennt. Es geht um Personenkult und Nationalismus und plötzlich ruft auch noch jemand die Unabhängigkeit aus. Die überlegene Ironie der Darstellung schafft übrigens Distanz, kein Todesfall geht einem wirklich nah.

Ein Major namens Kamil (klingt wie Mustafa Kemal) spielt eine wichtige Rolle und erinnert ein wenig an den Staatengründer, weshalb der Autor des Buches sich auch schon mit einer Klage der türkischen Regierung wegen Verunglimpfung konfrontiert sieht. Man könnte tatsächlich meinen, es werde in dem Buch die Gründung der Republik Türkei beschrieben. Das ist zwar nicht der Fall, aber vieles hat Pamuk recherchiert und so märchenhaft es auch klingt, es hat sich doch allerhand genau so ereignet.

Orhan Pamuk, „Die Nächte der Pest“, Hanser 2022, 30 Euro. Das Buch gibt es auch in der Stadtbibliothek in Aachen. Dort kann man es für 2 Euro geliehen bekommen. Mathe mit AachenNews: Man spart 28 Euro.

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Am Lousberg: Ein Baum, zwei Farben. Und das Kloster will die Stadt jetzt doch nicht kaufen

Ein Wunder der Natur. Rechts: die Nizzaallee.

Dieser Baum steht am Lousberg in Nähe des Karmelitinnen-Klosters, das vor etwa sieben Monaten von Aktivisten besetzt wurde. Die Stadtspitze hatte damals angedeutet, das Kloster kaufen zu wollen, doch von dieser schönen Idee ist man mittlerweile abgekommen.

Man habe sich das Kloster angesehen und festgestellt, dass die Räumlichkeiten praktisch für gar nichts zu gebrauchen seien. Kulturzentrum, Wohnanlage, Flüchtlingsunterkunft . . . für alles nicht geeignet. Nur der Klostergarten sei ganz nett, aber dort dürfe nicht gebaut werden.

Eine wahrlich schwierige Immobilie, in die AachenNews.org noch nie hineingelangte. Seit 2009 ist die Anlage verlassen, nach so langem Leerstand dürfte eine Sanierung teuer werden.

Zudem hat die Stadt gerade dermaßen viele Bauprojekte auf dem Tisch, dass sich niemand wirklich um ein weiteres Projekt kümmern kann. Als da wären: Continental-Gelände in Forst, wo der Reifenhersteller die Produktion aufgibt; Sportpark Soers, wo hoffentlich bald das alte Polizeipräsidium abgerissen wird; neuer Campus West links der Roermonder Straße gelegen (von der Innenstadt aus gesehen); Büchel, wo mitten in der Stadt eine häßliche Brache auf Gestaltung wartet; häßlicher Bushof, wo die Volkshochschule so schnell wie möglich raus sollte . . . um nur einige zu nennen.

Was unterdessen die Besetzer und der Eigentümer (ein ausländisches Immobilienunternehmen) mit der Anlage noch vorhaben, liegt alles im Dunkeln.

Das besetzte Kloster. Foto: AachenNews Archiv

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Es wird Frühling (und wir freuen uns, noch nicht in den Krieg unmittelbar einbezogen zu sein)

Auf dem Balkon in Aachen-Forst. Kirschenblüte.
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Der Himmel über uns, über Aachen

Wie schön ist doch das Morgenrot, wenn man es nur schafft, früh aufzustehen. Allein, die romantischen Anwandlungen schwinden schnell. Denn die Wikipedia sagt uns: In Gebieten mit hoher Luftverschmutzung und nach Vulkaneruptionen mit hohem Ascheausstoß sind die Phänomene von Morgenrot wie Abendrot wegen der Lichtstreuung an Schwebstoffen in der Luft besonders stark ausgeprägt.
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Vor dem Bahnhof Rothe Erde steht jetzt ein Büdchen

Montags, irgendwann zwischen 10 und 15 Uhr, stehen wir an der Kaffeebud und schütten uns „dr Kaffee in dr Kopp“ (BAP, Bläck Fööss). Mittwochs und donnerstags, wenn das Büdchen zwischen 6.30 Uhr 14 Uhr geöffnet ist, haben wir keine Zeit. Neulich stand auf dem Bahnhofsvorplatz noch ein großer Covid-Test-Container, wo wir uns auch haben testen lassen. Der Container ist weg, Corona wird uns erst im Spätherbst diesen Jahres wieder einholen und mit Homeschooling und Lockdown, Hamsterkäufen und überforderten Pflegekräften heimsuchen. Schließlich entgleitet gerade den Chinesen die Kontrolle über das Virus, was China in Ermangelung eines guten Impfstoffs zu einem Labor für Covid-Mutanten macht. Die kommen demnächst bei uns an – aber bis dahin ist es ja noch etwas hin. (Blumen: Team Querbeet)
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