





Ein Krieg erschüttert Europa, der Krieg in der Ukraine! Da fragt man sich, was ist überhaupt sonst noch wichtig angesichts von Zivilisten, inclusive Kindern und Kranken, auf die brutal geschossen wird, angesichts von Flüchtlingselend und Städten, auf die Bomben fallen? Was bedeutet in dem Zusammenhang in Aachen zum Beispiel eine Straße, die erneuert wird, scheinbar nicht fertig wird und uns nervt? Oder ein verrotteter Spielplatz?
Nicht viel, eigentlich. Es ist alles nicht mehr so schrecklich wichtig. Denn man hört – von Beginn des Krieges an – nicht auf zu überlegen: Was könnte den mörderischen Krieg beenden? Was muss passieren, damit alles wieder so wird wie zuvor?
Die Russen haben Zeit, sie brauchen sich mit der Zerstörung der Ukraine nicht zu beeilen. Sie werden sowieso – langsam aber sicher – alles kurz und klein schlagen. Da können die Ukrainer noch so tapfer kämpfen. Gegen die russischen Überschall-Raketen (Hyperschallraketen) gibt es nirgendwo auf der Welt ein Gegenmittel. Die Ukraine wird in Schutt und Asche gelegt. Putin wird sogar – wenn alles doch nach einem Sieg der Ukrainer aussehen SOLLTE – zwei oder drei kleinere Atombomben (taktische Nuklearwaffen) abwerfen. Auf ukrainisches Gebiet, in die Nähe von Rumänien und Polen, nehmen wir an.
Could the Ukraine war turn into World War III
Die NATO wird nicht unmittelbar eingreifen, denn die Amerikaner möchten keinen 3. Weltkrieg erleben. Nicht, wenn es um Europa geht. So wichtig sind ihnen Europa und die ganze Ukraine nun auch wieder nicht. Im Gegenteil: Ein etwas schwächeres Europa ist für die USA nur von Vorteil. Europa aber wird sicher durch diesen Krieg ärmer werden.
Die Menschen in Russland werden Putin ebenfalls nicht aufhalten, dazu sind sie viel zu schlecht informiert über das, was sich in der Ukraine abspielt. Zurück zur Anfangsfrage: Wie den Krieg beenden?

Man könnte den Krieg beenden, wenn beide Seiten – jede für sich – den Eindruck haben: Wir haben gewonnen.
Dazu müßte die Ukraine ihre Verfassung ändern und daraus den Satz entfernen, dass es Ziel der Ukraine ist, Mitglied in der NATO zu werden. Ob es überhaupt eine gute Idee war, sich angesichts DIESES Nachbarn gerade dieses Ziel in die Verfassung zu schreiben, muss man wirklich bezweifeln. Klug war das nicht. Schließlich sagt Putin seit 15 Jahren, dass er in der direkten Nachbarschaft zu Russland kein NATO-Mitglied dulden wird.
Nehmen wir an: Die Ukraine gibt offiziell das sowieso unerreichbare Ziel auf, Mitglied der NATO zu werden. Man könnte eine Neutralität anstreben, mit der bis dato z. B. Österreich, Finnland, Schweden gut leben konnten. Zusätzlich müssten ukrainische Gebiete an Russland abgetreten werden (Indische Lösung: Im Osten leben die Putin-Freunde; im Westen die „Nazis“, wie Putin sagt).
Der äußerste Osten der Ukraine muss tatsächlich russisches Gebiet werden. Das wird schwer, aber geteilte Länder sind auch nicht gerade total was Neues auf der Welt. (Und, wie man weiß, muss diese Teilung auch nicht ewig dauern.)
Das Sterben hätte ein Ende, die (West-)Ukraine könnte sich frei entwickeln, die Zerstörung wäre zu Ende, und Präsident Selenskyj könnte sich sagen, die Ukraine sei eben nicht ein Teil Russlands geworden, Putin habe sein Ziel nicht erreicht.
Die Alternative ist ein viele Jahre dauernder Krieg, große Zerstörung, endlos viele tausend Tote, an dessen Ende dann ebenfalls Gebiete an Russland abgetreten werden müssen.
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Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die unaufgeregte, sehr sachkundige und ausgewogene historische Vermittlung über YouTube. Der Kanal des Panzermuseums ist mit über 90.000 Abonnenten der mit Abstand größte Kanal deutschsprachiger Museen.
2. Sehr zu empfehlen sind die You-Tube-Videos von Caspian Report, Hier das soweit neueste Video, immer in Englisch und leider immer unterbrochen von Werbung.
3. Eine kluge Analyse ist außerdem hier zu lesen:
Wie kann der Krieg gestoppt werden? Der Westen muss weiter mit Putin verhandeln, sagt Konfliktexpertin Janice Stein. Zugleich brauche die Ukraine noch mehr Waffen.

Das war eine echte Überraschung: Bevor sich diese Woche Aachens Fach-Politiker*innen im Eurogress mit Fragen, die hiesige Schulen und Kitas betreffen befassen konnten, mussten sie durch ein Spalier von protestierenden Erzieherinnen gehen.
Knapp 60 Aachener Erzieherinnen mit Spezialausbildung („integrative Fachkräfte“) sollen sich entweder einen neuen Arbeitsplatz suchen oder teils empfindliche Einschnitte im Gehalt hinnehmen. Und das, obwohl sie sich nichts haben zuschulden kommen lassen. Kein Wunder, dass die Fachkräfte auf die Barrikaden gehen.
Ein Beispiel: In einer Aachener Kita sind neben anderen sechs Mitarbeiterinnen beschäftigt, deren Arbeit mit Spezialausbildung in genau dieser Kita plötzlich nicht mehr gebraucht wird. Sechs Erzieherinnen sollen sich also anderweitig (in Richtung anderer städtischer Kitas) orientieren . . . und der Kita, die die Sechs verlassen, fehlen auf einen Schlag sechs Erzieherinnen, das wäre dann ein Drittel des Personals. Woher soll da Ersatz kommen?
Möglich ist das alles wegen der Änderung eines Gesetzes (Bundesteilhabegesetz, BTHG), das man sich in Aachen nicht ausgedacht hat. In der Stadtverwaltung ist man – wie es scheint – trotzdem gezwungen, den neuen Vorschriften des BTHG Geltung zu verschaffen.
Die Lage ist verzwickt und verwickelt, so sehr, dass die zuständigen Politiker*innen gleich beschlossen, sich in ihrer nächsten Sitzung im April mit der Sache intensiv zu befassen. Vielleicht können ja dann die allerhärtesten Zumutungen für die Erzieherinnen noch abgewendet werden.
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UPDATE: Um Druck auf die laufende Tarifrunde auszuüben, legten am Freitag, 18. März, zum zweiten Mal in anderthalb Wochen viele Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen und Sonderpägagog*innen in Aachen, in der StädteRegion und Düren die Arbeit nieder und trafen sich zu einem Zug durch Aachens Innenstadt. Auch die Fachkräfte (s.oben) waren mit ihrem Spezialproblem dabei.
Die Gewerkschaften Verdi und Komba hatten zu dem Streik aufgerufen. Die Tarifverhandlungen finden in Potsdam statt (21. und 22. März).
Bei der Kundgebung auf dem Münsterplatz war von den hohen Belastungen der Kolleginnen und Kollegen die Rede. Da müsse sich niemand wundern, dass viele ihren Beruf aufgeben und sich andere Jobs suchen.

Am Sonntag, 15. Mai, ist Landtagswahl. Die Stadt Aachen sucht rund 2.000 Wahlhelfer*innen für die 162 eingerichteten Urnen- und 71 Briefwahlbezirke.
Alle wahlberechtigten Bürger*innen können vom Grundsatz her auch Wahlhelfer*in werden und sich so ehrenamtlich engagieren. Für dieses Engagement gibt es je nach Funktion im Wahlvorstand zwischen 40 und 50 Euro als so genanntes „Erfrischungsgeld“. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Der Bereich Wahlen bietet auch Schulungen an, in denen Abläufe des Wahltages erklärt und Fragen beantwortet werden. Und: Auch Wünsche zum Einsatzort können in der Regel berücksichtigt werden. Gesucht werden auch Helfer*innen, die als „Reserve“ fungieren und einspringen, wenn es am Wahltag kurzfristige Ausfälle gibt.
Bei Fragen hilft man im städtischen Bereich Wahlen, Blücherplatz 43, weiter. Telefonisch unter 0241- 432-1625 sowie unter 0241-432-1603 oder 0241-432-1605 bzw. per Mail unter wahlhilfe@mail.aachen.de .
Alle Infos zur Landtagswahl unter www.aachen.de/wahlen.
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Zur Wahl stehen im Mai folgende Personen: Jan van Hurk und Renate Wallraff (SPD), Holger Brantin und Annika Frohn (CDU), Astrid Vogelheim und Henning Nießen (Grüne), Claudia Cormann und Philip Cierniak (FDP). Bei der Partei Die Linke können Sunaja Baltic und Igor Grozden gewählt werden. Sie alle wollen für Wahlkreis I bzw. Wahlkreis II in den Landtag in Düsseldorf.
Mit Spannung wird erwartet, ob die Grünen in Aachen wieder ein so überragend gutes Ergebnis erzielen werden, wie zuletzt bei der Bundestagswahl im Oktober 2021.

Heute (Freitag, 18. März) ist ein Hilfskonvoi der Feuerwehr Aachen in Richtung der polnisch-ukrainischen Grenze aufgebrochen. Er transportiert vier gebrauchte Spendenfahrzeuge – zwei Löschfahrzeuge und zwei Krankentransportwagen – mit kompletter Beladung. Das teilte die Pressestelle der Stadt Aachen mit.
Die Fahrzeuge „entsprechen zwar nicht mehr dem in Deutschland erforderlichen Stand der Technik und wurden daher für den Einsatzdienst in Aachen ausgemustert“, heißt es in der Mitteilung. Sie seien aber immer noch voll funktionsfähig und erfüllten im Kriegsgebiet Ukraine einen sinnvollen Zweck.
Der Teamleiter Technik bei der Feuerwehr Aachen meinte, es kostet einiges an Bürokratie, um die Fahrzeuge zu überführen und zu verschenken. Aber: In den letzten Tagen seien alle Fahrzeuge und das Material auf Herz und Nieren geprüft, repariert, gesäubert und ausgetauscht worden. Für die Gruppe, die sich aus Berufsfeuerwehrleuten und Feuerwehrleuten der Freiwilligen Feuerwehr zusammensetzt, waren viele der Arbeitsstunden Freizeit.
Ziel des Konvois ist die Stadt Nisko, im östlichen Polen, genauer eine Feuerwehrschule, an der die Übergabe der Fahrzeuge an ukrainische Kräfte stattfindet. Dort treffe man sich mit einigen polnischen und ukrainischen Kollegen, und es werde eine kurze Einweisung für die Fahrzeuge geben.
Es fahren insgesamt acht Fahrzeuge mit, wobei drei Fahrzeuge für die Rückreise der Feuerwehrleute vorgesehen sind. Weiterhin begleitet der Werkstattwagen der Kfz-Werkstatt der Berufsfeuerwehr den Tross, der ebenfalls mit zurückkehrt. Im weiteren Verlauf trifft der Aachener Konvoi nahe Kassel, in Thüringen und bei Dresden auf weitere Spendenkonvois mit Feuerwehrfahrzeugen. Am Ende werden rund 16 gebrauchte Feuerwehrfahrzeuge an die polnische Grenze geliefert. Normalerweise würden diese Fahrzeuge über eine Börse für gebrauchte Fahrzeuge versteigert.
Die Strecke bis zum Zielort ist rund 1.500 Kilometer lang. Die Rückkehr in Aachen wird am Sonntag erwartet.

Der Strom der aus der Ukraine geflüchteten Menschen reißt nicht ab. Seit Kriegsbeginn vor über zwei Wochen haben sich bereits 1.288 geflüchtete Menschen, vor allem Frauen und Kinder, bei der Stadt Aachen gemeldet. In städtischen Noteinrichtungen, in Hotels sowie den Turnhallen Reumontstraße und Peliserkerstraße sind inzwischen weit über 700 Menschen untergebracht. Aktuell werden die Turnhallen Vetschauer Weg und Königsstraße belegt und gleichzeitig die Turnhallen Bergstraße und Haarbachtalstraße auf die Ankunft von Geflüchteten vorbereitet.
Die Situation sei tatsächlich sehr angespannt, sagte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. „Es ist momentan schwierig, eine genaue Zahl der in Aachen anwesenden Flüchtlingen zu ermitteln. Viele ukrainischen Flüchtlingen sind über private Wege hierher gekommen und haben noch keinen Leistungsanspruch gestellt.“
Die Pressestelle der Stadt teilte mit, nach den Erfahrungen der Flüchtlingswelle 2015 und vorsichtigen Schätzungen „werden für die kommenden Wochen und Monate Unterbringungsmöglichkeiten für insgesamt 5.000 Menschen gesucht“.
Der für die Organisation rund um die Hilfeleistungen für Geflüchtete eingerichtete Krisenstab unter Leitung der Oberbürgermeisterin tagt inzwischen täglich – vor allem um Unterkünfte für die Flüchtlinge zu akquirieren. Immobilien zum Beispiel, die schnell verfügbar sind und eine hohe Belegbarkeit haben. Gleiches gilt für Lagerkapazitäten. Aber auch Flächen für ein Ankunftszentrum mit rund 500 Plätzen zur Erstaufnahme und kurzfristigen Entlastung sind in der Überlegung.
Zurzeit prüft eine breit aufgestellte TaskForce entsprechende Gebäude und Flächen im Stadtgebiet. Nach wie vor bittet Sibylle Keupen inständig alle Eigentümer*innen in der Stadt, freien Wohnraum zu melden. Jede Wohnung zähle. Um Mütter und Kinder vom Alltag in den Turnhallen zu entlasten, zu unterstützen und betreuen, bietet das Helene-Weber-Haus ab sofort in allen Turnhallen Mutter-Kind-Gruppen an.
Vom ersten Tag der Flüchtlingswelle an stehe die Verwaltung in engem Austausch mit der ukrainischen Community in Aachen, mit privaten und bürgerschaftlichen Initiativen, mit Studierenden, Hochschulangehörigen und Bürger*innen, die sich engagieren, so wurde weiter mitgeteilt. Die Hilfsbereitschaft der Aachenerinnen und Aachener sei riesig – um sie zu bündeln und zentrieren soll kurzfristig eine zentrale Anlaufstelle (das Depot in der Talstraße) für ehrenamtliches Engagement eingerichtet werden.
Die kommunalen Integrationsmanager*innen der Stadt Aachen stehen jeder geflüchteten Person zur Seite, aber auch denjenigen, die als private Gastgeber*innen Geflüchtete aufnehmen. Zu erreichen sind die kommunalen Integrationsmanager*innen per Telefon unter 432-56640 oder per Mail an integration_kim@mail.aachen.de
Wer in dieser Krise helfen möchte, kann sich auf der Seite aachen.de/aachenhilft informieren. Auf dieser Seite finden sich unter anderem Antworten auf die häufigsten Fragen von Hilfswilligen oder Helfenden, Spendenmöglichkeiten und mehr.
Eigentümer*innen, die Wohnraum zur Verfügung stellen möchten, können die Stadt per Mail an helfen@mail.aachen.de erreichen.

Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats. Das Stück mit einem kurzen Begleittext wird in einem Schaukasten im Foyer des Stadtarchivs am Reichsweg sowie digital auf der Homepage des Archivs präsentiert.
Das Archivale des Monats März 2022 zeigt ein handschriftliches Konzept des städtischen Gesundheitsfürsorgeamts aus dem Frühsommer 1927 als Antwort zu Ermittlungen bezüglich der unehelichen Kinder unter sechs Jahren, deren Väter Angehörige der Besatzung waren.

Mit der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg begann für Aachen die Besatzungszeit. Am 28. November 1918 waren die ersten belgischen Offiziere in Aachen eingetroffen, in der Folge wurde Aachen zu einem wichtigen Standort der alliierten Besatzungstruppen bis zu ihrem Abzug am 30. November 1929.
In der Stadt waren dauerhaft belgische Soldaten stationiert, es gab aber keine kolonialen Besatzungstruppen, die aus afrikanischen Soldaten aufgestellt worden waren wie zum Beispiel in Stolberg und Eschweiler. In Aachen wurden die belgischen Soldaten in diesen Jahren zu einem Teil der Stadtgesellschaft, sie waren im Stadtbild sichtbar, benutzten verschiedene Gebäude in der Stadt, kontrollierten bestimmte Teile des öffentlichen Lebens und der Verwaltung.
Aber es entstanden auch Beziehungen und Liebschaften, Aachener Frauen wurden schwanger und brachten – oft uneheliche – Kinder zur Welt. Die von den Besatzungssoldaten gezeugten Kinder benötigten, vor allem wenn ihre Mütter alleinstehende Frauen waren, oft Unterstützung durch die städtische Fürsorge. Diese Kosten aber wollten die Verwaltungen der besetzten Gebiete, die sich im Verband der Stadt- und Landkreise der besetzten Gebiete zusammengeschlossen hatten, bei den Besatzungsbehörden geltend machen. Hierzu mussten belastbare Statistiken vorgelegt werden.
Ende Mai 1927 fragte der in Mainz sitzende Verband bei den betroffenen Gemeinden und Kreisen ab, „wie viele uneheliche Kinder unter 6 Jahren überhaupt“ und „wie viele uneheliche Kinder unter 6 Jahren, deren Väter Angehörige der Besatzung sind oder sein sollen, hier in Aachen noch beaufsichtigt werden.“ Das Gesundheitsfürsorgeamt antwortete vier Wochen später in dem Schreiben, dessen handschriftliches Konzept als Archivale des Monats präsentiert wird, wie folgt: „[…] die Ermittlungen bezüglich der unehelichen Kinder unter 6 Jahren [sind] nunmehr abgeschlossen. Es ergeben sich folgende Zahlen: a) 731 uneheliche Kinder unter 6 Jahren werden zurzeit hier [beim Gesundheitsfürsorgeamt] noch beaufsichtigt; b) von diesen sind 38 uneheliche Kinder unter 6 Jahren, deren Väter Angehörige der Besatzung sind oder sein sollen.“
Nicht aufgezählt sind hier die Kinder, die nicht durch die städtische Fürsorge unterstützt wurden.
Während in Aachen unter belgischer Besatzung stand, waren in vielen besetzten deutschen Regionen französischen Besatzungstruppen vorherrschend. Zeitweise bestand rund die Hälfte der französischen Besatzungstruppe in Deutschland aus Einheiten der französischen Kolonialtruppen mit afrikanischen Soldaten. Der Einsatz dieser Besatzungstruppen durch Frankreich wurde in einer von Deutschland ausgehenden, internationalen rassistischen Kampagne politisiert und propagandistisch aufgeladen – das Schlagwort der „Schwarzen Schmach“ bestimmte über mehrere Jahre die öffentlichen Debatten.
Aus den Beziehungen der afrikanischen Soldaten mit deutschen Frauen gingen Kinder mit schwarzer Hautfarbe hervor; diese Kinder, die unter der ausgrenzenden Bezeichnung „Rheinlandbastarde“ zum politischen Thema gemacht wurden, lebten unter erschwerten Bedingungen: Sie waren rassistischen Anfeindungen ausgesetzt, wurden benachteiligt und ein Teil von ihnen wurde in der Zeit des Nationalsozialismus ohne gesetzliche Grundlage zwangsweise unfruchtbar gemacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten Betroffene, Wiedergutmachungen zu erreichen. Leider oftmals erfolglos.
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus findet ein vom Stadtarchiv Aachen und NRWeltoffen ausgerichteter Vortrag zu diesem Thema statt. Der Leiter des Stadtarchivs Mönchengladbach, Dr. Helge Kleifeld, referiert am Donnerstag, 17. März, um 19 Uhr im Foyer der Nadelfabrik am Reichsweg 30 zum Thema: „Gescheiterte Wiedergutmachung am Beispiel eines ‚Rheinlandbastards‘ aus Mönchengladbach“.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Anmeldungen zu diesem Vortrag sind telefonisch unter der Nummer 0241 432 4972 oder per Mail unter stadtarchiv@mail.aachen.de möglich.
Im Rahmen des von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen geförderten Klimaschutzprojekts „AachenMooVe!“ sollen die Bedingungen für den Radverkehr auf der Krefelder Straße im Abschnitt zwischen dem Soerser Weg und der Kreuzung Bastei verbessert werden. Im Abschnitt Soerser Weg bis Kardinalstraße – so teilt die Stadtverwaltung mit – soll ein zwei Meter breiter, rot eingefärbter Schutzstreifen angelegt werden.
Zwischen Kardinalstraße und der Kreuzung Bastei ist ein 2,30 Meter breiter geschützter Radfahrstreifen geplant, der ebenfalls rot eingefärbt wird.
Interessierte können die Planunterlagen und eine vertonte Präsentation mit Erläuterungen zur Planung und zu den Hintergründen im Internet abrufen: www.aachen.de/krefelderstrasse.
Überdies sind die Planunterlagen im Foyer des Verwaltungsgebäudes „Am Marschiertor“, Lagerhausstraße 20, ausgestellt. Das Verwaltungsgebäude ist montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr geöffnet. Ein 3G-Nachweis ist erforderlich.
Wer Hinweise, Anregungen und Bemerkungen zum Thema einbringen möchte, kann dies bis zum 23. März im Foyer des Verwaltungsgebäudes schriftlich tun, wo ein Briefkasten hängt, oder eine Mail an folgende Adresse verschicken: krefelderstrasse@mail.aachen.de.

Intensive Ermittlungsarbeit der Aachener Kriminalpolizei führte auf die Spur eines 49- jährigen Aacheners, der bislang mehr als 200 Metalldiebstähle bzw. Unterschlagungsdelikte begangen haben soll.
Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen war das Ziel des Mannes immer ein und dieselbe Firma im Stadtteil Rothe Erde. Bei dem metallverarbeitenden Betrieb entstand ein Schaden im siebenstelligen Bereich; rund 80 Tonnen Metall konnte der 49- Jährige erbeuten und veräußern.
Bei Durchsuchungen fanden die Beamten eine Vielzahl an Verkaufsbelegen für Metallstoffe. Zwei Mittäter aus Aachen und Eschweiler sollen dem Mann bei seinen Taten zudem geholfen haben. Die Drei müssen sich nun wegen schweren Bandendiebstahls verantworten. Die Ermittlungen laufen. (pw)
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Eine Seniorin aus Aachen ist gestern Nachmittag Opfer von Telefonbetrügern geworden. Dieses Mal ging es in dem Telefonat um einen „Immobilienkauf“. Die Täterin am Hörer gab sich als Schwester des Opfers aus und sagte, sie brauche Geld für den Notar. Eine Komplizin, die sich als Sekretärin des Juristen ausgab, nahm wenig später mehrere tausend Euro Bargeld vom Opfer entgegen. Von beiden fehlt jede Spur. Die Kripo ermittelt.
Betrügereien am Telefon beschäftigen die Polizei mittlerweile nahezu täglich. Mal sind es die falschen Enkel, die dringend Bargeld benötigen. Mal sind es falsche Polizisten, die den wertvollen Schmuck in Verwahrung nehmen wollen. Die Schadensummen sind enorm.
Im Jahr 2021 lag der Schaden bei knapp 2 Mio. Euro. Die Polizei geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Bitte klärt ältere Menschen in eurem Verwandten- und Bekanntenkreis über diese Maschen auf.
Ukraine-Krise und kein Ende. Bereits jetzt sind in Aachen die 500 Plätze in städtischen Unterkünften nahezu komplett belegt. Derzeit werden die Turnhallen Reumontstraße, Königstraße und Vetschauer Straße sowie die Turn- und Gymnastikhalle Peliserkerstraße für eine kurzfristige Unterbringung vorbereitet und in den nächsten Tagen auch belegt.
„Weitere Unterbringungsmöglichkeiten werden mit Hochdruck auf den Weg gebracht“, ist aus dem Rathaus zu hören. Dort gibt man sich die größte Mühe und hat aus Erfahrungen gelernt.
Dabei appelliert die Stadt auch an die Bürgerinnen und Bürger: „Die Frauen und Kinder sind teilweise traumatisiert und haben schlimme Erfahrungen hinter sich“, sagt Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. Deshalb könne die Unterbringung in Turnhallen immer nur eine Notlösung sein. „Wir bitten daher alle Eigentümer*innen, uns Wohnraum zu melden, der zur Verfügung gestellt werden kann. Jede Wohnung zählt.“
Eigentümer*innen, die Wohnraum zur Verfügung stellen möchten, können die Stadt per E-Mail an helfen@mail.aachen.de erreichen. Ziel ist, allen Schutzsuchenden eine sichere Unterkunft anzubieten und stets 500 Plätze vorzuhalten, um auch kurzfristig ankommende Gruppen aufnehmen zu können.
Wichtig zu wissen: Vor Ort in Aachen werden von den Hilfsorganisationen nur zielgerichtet Sachspenden gesammelt. Gebraucht werden vor allem Medikamente und Verbandsmaterial beziehungsweise Geld, um die benötigten Dinge zu organisieren. Aktuelle Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten unter: www.aachen.de/aachenhilft.
Klar ist: Die Geflüchteten haben oftmals spezielle Bedarfe, die für sie organisiert werden müssen, sei es gesundheitlich, sozial oder sonstiges. Sollte die (dringend gewünschte) Verteilung durch das Land wieder nach dem so genannten Königsteiner Schlüssel erfolgen, ist damit zu rechnen, dass Aachen rund 2.700 Geflüchtete zugewiesen werden.
Wieviel Geflüchtete sich bereits jetzt in Aachen in Privatunterkünften aufhalten, ist nicht bekannt. Die Verwaltung bittet: „Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie viele Schutzsuchende sich insgesamt hier befinden, wird dringend darum gebeten, dass auch Geflüchtete, die nicht städtisch untergebracht sind, ihre Kontaktdaten angeben. Möglich ist dies ab nächster Woche im Ausländeramt der Städteregion Aachen in der Hackländer Straße.“
UPDATE: Jetzt kommen schon so viele Geflüchtete zum Ausländeramt, dass sich die Menschen dort in langen Schlangen anstellen, und die Behörde mitteilt, es gebe „keine Notwendigkeit, sich im Ausländeramt registrieren zu lassen! “ Wörtlich heißt es: „Natürlich werden Menschen aus der Ukraine, die beim Ausländeramt der StädteRegion vorsprechen möchten, auch kurzfristig bedient. Es besteht derzeit aber keineswegs die Notwendigkeit, zum Ausländeramt zu kommen!“ Man könne sich bis zum 23. Mai 2022 Zeit lassen und wahrscheinlich sogar noch darüber hinaus.
Wer helfen möchte, kann sich auf der Seite aachen.de/aachenhilft informieren.
