Will als Oberbürgermeister ins Rathaus: Harald Baal (CDU)

Jetzt ist es amtlich: Für die CDU in Aachen geht deren Fraktionsvorsitzender, Harald Baal, ins Rennen. Wenn ihr den Planungspolitiker Harald Baal nicht kennt, das ist nicht schlimm. Ihr solltet ihn aber kennen. Rhetorisch und fachlich kann ihm im Rat kaum jemand das Wasser reichen.

Er ist, wie sein Vorgänger im Amt Marcel Philipp, kein Akademiker doch ein Akademiker (Korrektur. s. unten Leserbrief). Ich hätte mir einen solchen gewünscht, möglichst Jurist oder Verwaltungsfachmann. Aber das ist nur eine Nebensächlichkeit. Harald Baal (56) ist sehr selbstbewußt, er wirkte in der Vergangenheit oft arrogant gegenüber denen, die von Lokalpolitik keine Ahnung haben oder sich damit schwertun. Er polarisiert, möchte neuerdings aber lieber verbinden.

Das Rathaus von der Katschhof-Seite aus: Dort will Harald Baal (CDU) auf den Chefsessel.

In all seinen vielen Jahren als Mitglied der stärksten Fraktion des Rates, an herausragender Stelle, hat er natürlich viel gesehen, erlebt, gelernt. Er beherrscht das lokalpolitische Einmaleins aus dem Effeff. Aachen kennt er wie seine Westentasche, da kann ihm keiner was vormachen. Allein in die Tiefen irgendeiner alternativen Kultur ist er sicher noch nie vorgedrungen. Was schade ist, aber auch nicht seiner Mentalität entspricht. 

Er ist ein Konservativer, der in Aachen bereits einmal eine schwarz/grüne Koalition gezimmert hat, die aber nicht lange hielt. Er kann übrigens in feinster Manier die böswilligen und blödsinnigen Anträge und Anfragen der Ultrarechten/AfD zerhacken, dass es eine Freude ist. 

Er sollte den Fachleuten in der Stadtverwaltung (etwa 5000 MitarbeiterInnen) viel zutrauen, es sind einige wahre Experten darunter. Ob Harald Baal die Zügel locker lassen kann, wage ich aber zu bezweifeln. Weiß er, wohin Aachen sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln soll? Ich kann nur sagen: Wenn er das noch nicht mitbekommen haben sollte, dann können wir einpacken, dann lernt er es nicht mehr.

Harald Baal sollte verstehen, dass es ganz und gar fürchterlich ist, alles rundum kaputt-, klein- und niederzusparen, nur um – wie die Kämmerin es will – am Ende sagen zu können: Der Haushalt ist ausgeglichen und wir haben sogar einen kleinen Überschuss. Ja, wir haben einen Überschuss, aber wir haben auch WOHNUNGNOT und tun nichts dagegen und wir haben eine miserable Verkehrsinfrastruktur. Und das Klima verreckt.

Sparen ist nicht sinnvoll wenn Sparen bedeutet, dass in die Infrastruktur nicht mehr investiert wird. Das hat auf Bundesebene auch Herr Scholz (SPD) mit seiner dämlichen Schwarzen Null nicht kapiert. Er freut sich über die Schwarze Null, aber die Brücken und Schulen sind kaputt. Slow clap

Ganz ehrlich: Ich gehe davon aus, dass – wie immer in Aachen – die CDU ihren Oberbürgermeister-Kanditaten durchbringt. Es leben hier zu viele Menschen, die sich um gar nichts kümmern und nur – Wahl für Wahl – ihr Kreuzchen bei der CDU machen. Egal, wer/was da gerade angesagt ist. Aachen ist eine schwarze Stadt, auch wenn es Viertel gibt, wo die Grünen über 20 Prozent kommen.  

Am Wahlabend im Krönungssaal, 13. September 2020, wissen wir mehr.

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Das Neue Kurhaus verschwindet hinter einem Bauzaun

Das Neue Kurhaus ist erst knapp über 100 Jahre alt, und es heißt NEUES Kurhaus, weil Aachen noch ein viel älteres Kurhaus hat, das Alte Kurhaus (Komhausbadstraße). Im Neuen Kurhaus in der Monheimsallee wurde wie verrückt gefeiert, es befand sich dort aber zuletzt viele Jahre lang Aachens berühmtes Spielkasino, teuerste Disco und schönstes Sterne-Restaurant. Mit dem Gebäude verbinden viele Menschen ungeheuer viele Erinnerungen. Sie haben Angst, dass mit dem Kurhaus ihre Erinnerungen und ihr halbes Leben verschwinden würde.

Deshalb muss der alte Kasten saniert werden. Für Aachener Verhältnisse ungeheuer zügig wurden auch schon 50 Millionen Euro abgezweigt, in (für Aachener Verhältnisse) Windeseile wurde bereits ein Bauzaun aufgestellt. Zum Vergleich: Für ein halbes, neues Verkehrskonzept, also nur für das halbe Konzept, nicht die Umsetzung, braucht man hier 5 (in Worten: fünf) Jahre. Für die Aufstellung von 15.000 Fahrradständern braucht man voraussichtlich 100 Jahre. Kein Witz.

Das Neue Kurhaus in der Monheimsallee und sein Eingang: Von der Seite gesehen ist noch alles in Ordnung . . .
. . . hinter dem Gebäude (Richtung Kurpark) steht schon mal ein Bauzaun, denn das Neue Kurhaus wird ab sofort für vorerst geschätzte 50 Millionen Euro saniert (wird wahrscheinlich teurer). Rechts daneben: das Eurogress.

Der neue Bauzaun ist 350 Meter lang und 2,50 Meter hoch. „Es ist nicht irgendein Bauzaun, den das Gebäudemanagement der Stadt Aachen in diesen Tagen von einer Fachfirma an der Monheimsallee errichten lässt,“ schreibt die Pressestelle der Stadt. Und: Bis zum Abschluss der Arbeiten am Gebäude (geplant 2023) werde der Zaun dort stehen bleiben und später noch mit Plakaten behängt.

Direkter Nachbar vom Kurhaus ist das Eurogress, und das soll von den umfangreichen Umbauarbeiten so wenig wie möglich mitbekommen. Auch große Veranstaltungen wie die Kurpark Classix könnten trotz der Baumaßnahme wie gewohnt im angrenzenden Kurpark – openair – über die Bühne gehen. 

So werden in Kürze die ersten Handwerker im Gebäude loslegen. Zunächst ist die Entkernung des Bauwerks vorgesehen. Doch was nach der Fertigstellung anstellen mit dem alten Kasten, der auf dem Immobilienmarkt oft angeboten aber von niemand gekauft oder auch nur gemietet und bespielt werden wollte?

Gemäß der Mehrheits-Entscheidung des Rates der Stadt Aachen (Grüne und Piraten dagegen) soll das Neue Kurhaus künftig vor allem durch das Eurogress genutzt werden, das seine Kapazitäten und Möglichkeiten für Kongresse und Veranstaltungen „auf diese Weise signifikant erweitern kann“. Und weiter heißt es: „Neben der Schwerpunkt-Nutzung durch das Eurogress im kompletten Erdgeschoss und in größeren Teilen des ersten Geschosses ist darin auch die Vermietung an externe Gewerbetreibende auf der ersten Etage vorgesehen.“

Man hätte auch noch warten können mit der Sanierung – auf einen neuen Mieter/Pächter/Käufer, dem man das Prunkstück unter vorher definierten Bedingungen hätte anvertrauen können. Dann hätte man die 50 Millionen Euro für Wohnungsbau/Fahrradwegebau/Infrastruktur usw. verwenden können. Aber nein.

Piraten und Grüne im Stadtrat hätten diesen Weg bevorzugt. Daraus wurde dank CDU/SPD-Mehrheit nichts. Das Kurhaus soll übrigens Ende 2023 fertig saniert sein. Aber das kann man ja bei solchen Bauwerken nie genau vorhersagen.

Der Bauzaun und . . .
. . . sein Bauwerk mit dem davor liegenden Park mit Springbrunnen.

Hier soll nicht verschwiegen werden, was Marc Teuku, Mitglied der Fraktion der Piraten im Rat der Stadt, in seiner Haushaltsrede sagte. Wahre Worte.

„Worüber bei dem Thema Neues Kurhaus viel zu wenig gesprochen wird, sind die jährlichen Unterhaltskosten von 2,5 Mio, die wir uns gönnen. Die Hälfte fließt dabei aus dem städtischen Haushalt, die andere Hälfte geht auf den Deckel vom Eurogress. De facto ist das Projekt Neues Kurhaus nichts anderes als ein Konjunkturprogramm für Hotelketten, die ihre Gewerbesteuer eh nicht in Aachen zahlen.“

In direkter Nachbarschaft zum Neuen Kurhaus, ebenfalls an der Monheimsallee, befindet sich das Super-Hotel Quellenhof. Auch diesem Gebäude steht eine Totalsanierung bevor, die allerdings nicht aus Kassen der Öffentlichen Hand bezahlt werden soll.
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Polizei kontrolliert in Aachen über 180 Personen

Letzten Freitag (24. Januar) waren mehrere dutzend Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zolls und des Ordnungsamtes der Stadt Aachen gemeinsam im Einsatz. Zusammen kontrollierten sie ab nachmittags bis in die Nacht hinein mehr als 180 Personen in verschiedenen Gaststätten, Shisha- Bars, Kiosken und in einer Aachener Shopping- Mall. Folgendes teilt die Polizei mit:

Nach Beschwerden in letzter Vergangenheit stellten die eingesetzten Polizisten im Aquis Plaza mehr als 30 Personen fest, die laut dem Sicherheitsdienst die Kundschaft und die Geschäftsleute belästigten. 15 Personen erhielten schließlich ein schriftliches Hausverbot, sieben mussten mit Platzverweis der Örtlichkeit verwiesen werden.

Im Verlauf der Trierer Straße waren mehrere Kioske und ein Imbiss im Visier der Beamten. In einem Brander Kiosk wurden 2 kg Marihuana und mehrere hundert Euro gefunden und sichergestellt. Bei dem daraufhin festgenommenen Besitzer ordnete die Staatsanwaltschaft aufgrund der Funde auch noch die Durchsuchung seiner Wohnung, seines Autos und seines Imbisses an. Hier waren es aber vor allem Hygienemängel, die negativ ins Auge fielen und die dem Gesundheitsamt daraufhin gemeldet wurden.

Bei einem benachbarten Kiosk fand die Polizei hinter dem Tresen einen verbotenen Elektroschocker sowie nicht gekennzeichnete Reizstoffsprühgeräte. Der Besitz solcher Gegenstände verstößt gegen das Waffengesetz, so dass der Inhaber nun mit einer Anzeige rechnen muss, die Sachen wurden sichergestellt.

In einem Kiosk in Forst zeigte man sich mit der Kontrolle nicht einverstanden und beleidigte die eingesetzten Beamten. Es folgte eine Strafanzeige wegen Beleidigung und Ermittlungen des Zolls wegen diverser arbeitsrechtlicher Verstöße.

In einer Gaststätte auf dem Adalbertsteinweg stellte der Zoll ebenfalls arbeitsrechtliche Verstöße fest. In der Innenstadt nahm man mehrere Shisha- Bars und Cafés unter die Lupe. Alleine in einer großen Shisha- Bar in der Heinrichsallee wurden mehr als 100 Personen angetroffen und kontrolliert. Zwei Personen nahm die Polizei, aufgrund ihres illegalen Aufenthalts in der Bundesrepublik, fest. 13 kg unversteuerten Tabak und mehrere tausend Euro aus unklaren Quellen fanden die Beamten. Es folgten Sicherstellungen, Strafanzeigen wegen Steuervergehen und Anzeigen wegen arbeitsrechtlicher Verstöße.

In einem Café am Gasborn kontrollierten die Beamten 30 Personen. Ein Gast war im Besitz von Kokain. Gegen den Mann wird nun wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt, die Drogen wurden sichergestellt.

Der großangelegte und gemeinsam geplante Einsatz von Polizei, Ordnungsamt und Zoll diente dazu, das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu stärken, die Straßenkriminalität zu bekämpfen und zudem kriminelle Strukturen in vielen Bereichen zu erhellen und aufzudecken. Auch in Zukunft wird die Aachener Polizei solche Einsätze im Rahmen ihres bekannten „City- Konzeptes“ durchführen. (pw)

Den Kleinkriminellen immer hart auf den Fersen: die Aachener Polizei.
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Die gute Nachricht: Bäume gepflanzt. Die schlechte Nachricht: Pkw stehen Bäumen auf den Füßen

Die Stadtverwaltung teilt mit und schickt auch gleich ein paar Fotos rüber: „Die Baumkolonne des Aachener Stadtbetriebs hat kürzlich im Seffenter Weg 40 Silberlinden gepflanzt. Die Bäume wurden von der Baumschule Minis angeliefert und von den sieben Mitgliedern der städtischen Baumkolonne in die bereits vorbereiteten Baumgruben gesetzt.“ Das ist mal eine gute Nachricht.

Die relativ jungen Bäume haben Baumgerüste erhalten, die den Wurzeln an ihrem neuen Standort mehr Halt geben.

Baumpflanzaktion Seffenter Weg. Bald werden noch mehr Bäume gepflanzt. Foto: Stadt Aachen/David Rüben

In den nächsten Wochen und Monaten werden, so war zu erfahren, weitere 140 Bäume an verschiedenen Stellen der Stadt gepflanzt.

Am Seffenter Weg erhält jeder neue Baum noch einen sogenannten Gießring. Die Gießringe erleichtern vor allem bei sehr warmer Witterung das gezielte Bewässern der Wurzeln. Vergessen wir also diese Bäume nicht, wenn es im Sommer 2020 wieder viele Tage lang sehr heiß werden sollte.

***

Wenn allerdings so (wie unten zu sehen) geparkt wird, dann werden wir an den neuen Bäumen wenig Freude haben. Die kleinen Bäume in der Aachener Chlodwigstraße (nur als Beispiel) werden von den Autofahrern aufs Ärgste malträtiert. Schwere Pkw stehen den Bäumen auf den Füßen, Tag und Nacht, kein Grashalm wächst, die Erde ist hart gepresst wie Beton. Und das am rechten Rand der ganzen Straße. Und: Alle machen es dort so.

Bäume sind diesen AutofahrerInnen egal, Hauptsache die Wagen sind komfortabel abgestellt. Eine völlig unzeitgemäße Einstellung.

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Aufstellen von Fahrradbügeln wird wohl eine Jahrhundertaufgabe

„Ist schon Saure-Gurken-Zeit?“ Das fragt man sich bei den Aachener Fahrradfreundinnen und -freunden. Aachener Hobbypolitiker Lokalpolitiker, so heißt es weiter, „wollen offenbar über jeden Fahrradbügel einzeln mitbestimmen“. Das könne, so wird vermutet, bei 15.000 beschlossenen neuen Radstellplätzen eine echte Jahrhundertaufgabe werden.

Einige Politiker wollen vor dem Aufstellen von Fahrradbügeln (hier: Hartmannstraße) erst noch extra gefragt werden und dann abstimmen lassen oder so. Es ist ein für Aachen typisches Verfahren, das eine mögliche Entwicklung in der Stadt massiv verlangsamt. Die Folge: rasender Stillstand. Foto: Archiv

Was ist passiert? Während des Weihnachtsmarkts wurden in der Hartmannstraße genau 16 mobile Fahrradbügel auf vier Kfz-Parkplätze gestellt. Viele Menschen, die mit dem Rad zum Markt fuhren, haben in der Weihnachtszeit die Bügel gerne genutzt.

Nun sollen die angemieteten Bügel abgebaut und durch fest montierte Bügel auf dann zwei Parkplätzen ersetzt werden. Teilen der Politik passt dieses „eigenmächtige“ Verwaltungshandeln nicht, man will das Thema in großer Runde öffentlich diskutieren (Mittwoch, 5. Februar, 17 Uhr, Rathaus).

Der Radentscheid Aachen reagiert seinerseits und lädt in der kommenden Woche, am Dienstag, 28. Januar, von 13 bis 14 Uhr, in die Hartmannstraße (ggü. Geldbrunnen) ein, und zwar „zur regen Nutzung der Fahrradbügel und zum Dialog vor Ort“.

Aktive des Radentscheids möchten mit den umliegenden Händler*innen sowie Politiker*innen und Verwaltungsfachleuten ins Gespräch kommen. Sie teilen mit: „Für uns geht es hier grundsätzlich um die Frage: Muss/soll die Politik über jeden einzelnen der insgesamt 15.000 im Radentscheid beschlossenen Fahrradstellplätze mitreden? Dies führt zu unnötigen Zeitverzögerungen, zu bürokratischem und finanziellem Mehraufwand und zu zusätzlicher Belastung für die Verwaltung. Gibt es nicht wichtigere Dinge, die die Politik in Sachen Verkehrswende mit aller Kraft vorantreiben müsste? “

Radentscheid-Ziel 5 zum Fahrradparken findet sich hier: https://radentscheid-aachen.de/ziele/ 

Hier eine bildliche Darstellung der Verkehrspolitik von CDU und SPD in Aachen. Hinweis: Es geht von hinten durch die Brust ins Auge. Hauptsache ist, es gibt viel Bewegung und zugleich kein Weiterkommen.

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Jetzt noch ein wenig Sprachkritik. Vorgaben für den Sprachgebrauch sind normalerweise gar nicht, was ich möchte. Trotzdem:

Die Polizei beschreibt UNFÄLLE (für die Presse, damit deren Leserinnen und Leser erkennen können, was so alles passiert auf der Straße), das machen zumindest die Aachener ganz gut. Allerdings kann es nicht schaden, wenn man mal überlegt, aus welcher Perspektive der Unfall geschildert wird. Überraschend oft aus der Perspektive des verständnisvollen Beifahrers (Autofahrer „konnte nicht mehr bremsen“, „nicht mehr ausweichen“. Die Radfahrerin oder der Fußgänger dagegen „wurde touchiert“, „erfasst“, „stürzte“ oder „kam unter den Wagen“.).

Darüber gibt es einen vielgelesenen Text im Tagesspiegel. Hier klicken und lesen.

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Jetzt schon 75 Jahre alt: „Aachener Nachrichten“

Heute vor 75 Jahren erschien die erste Ausgabe der „Aachener Nachrichten“. 20 Jahre war ich dort als Redakteurin in der Aachener Lokalredaktion, später auch in Stolberg und Düren im Einsatz.

Die simple Wahrheit heute, da die „Aachener Nachrichten“ Geburtstag feiern, ist: Die Zeitung wird 75 Jahre alt, und sie wurde jahrzehntelang hauptsächlich von Männern gemacht, die über Männer schrieben. Sie wurde gekauft und abonniert, weil es einfach nichts anderes gab, nur Tageszeitungen.

Sofort, als Ende der 90er Jahre die Menschen verstärkt ins Internet gingen, rauschten die Auflagen in Richtung Keller. In Scharen bestellten Leserinnen und Leser die beiden Aachener Tageszeitungen und ihre sämtlichen Lokalausgaben ab. Die wurden dann zusammengelegt und haben immer noch mit rückläufigen Auflagen zu kämpfen.

Es schrieben und schreiben dort einfach zu viele Männer, die sich zwar Journalisten nennen, es aber gar nicht sind.

Jetzt ändert sich das, ein neuer Wind kommt auf. Es wird versucht, die weibliche Perspektive „ins Blatt zu heben“, wie man so sagt. Im Vergleich mit Lokalblättern anderer Regionen in Deutschland sind die „Nachrichten“ und die „Zeitung“ (beide erscheinen seit den 70er Jahren im Zeitungsverlag Aachen, der sich jetzt umbenannt hat) manchmal sogar recht lesenswert.

Allein schon wegen der Meinungsvielfalt gilt: Support your local newspaper.

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Tatvorwurf: „Rotlichtfahrt“. Journalist Bernd Müllender vor Gericht

Wer hier (Adalbertsteinweg, rechts geht es in die Kongressstraße) als Radfahrer*in unterwegs ist, muss höllisch aufpassen und darauf achten, dass er/sie irgendwie von den Autofahrern bemerkt wird. Es entstehen lebensgefährliche Situationen. Einem Journalisten wurde im September 2019 sein Selbstschutz zum Verhängnis.

Das Amtsgericht in Aachen hat entschieden, dass der passionierte Fahrradfahrer und Journalist Bernd Müllender 60 Euro Strafe, zzgl. Gebühren, zzgl. Kosten des Verfahrens zahlen muss. Er war – als die Ampel auf der Kreuzung Adalbertsteinweg/Kongressstraße Rot zeigte – zu seiner eigenen Sicherheit so weit vorgefahren, dass alle wartenden Pkw-Fahrer ihn sehen mussten. Er wollte vermeiden, von einem rechts-abbiegenden Autofahrer übersehen und zu Fall gebracht zu werden. Vorbericht hier

Das war „eine Rotlichtfahrt“, entschied ein Polizist, der im September vorigen Jahres die Szene beobachtete und 60 Euro haben wollte. Die „Rotlichtfahrt“ erkannte – im Namen des Volkes – auch die Richterin. Müllender will es nicht bei dem Urteil belassen, sondern den nächsten Schritt auf dem Weg durch die Instanzen gehen. 

Umfangreich durfte sich der Delinquent zunächst äußern. „Sind Sie Fahrradfahrerin?“, frage er die Richterin, und als die Dame freundlich meinte, das tue doch wohl nichts zur Sache, erklärte er, falls nämlich nicht, dann müsse er zu seiner Situation als Fahrradfahrer und zu der Situation aller Radfahrer in Aachen etwas weiter ausholen. Was er dann auch tat.

Mehr als ein Dutzend ZuschauerInnen verfolgte die Verhandlung, wohl alle kannten die Situation, die Müllender beschrieb. Er gab auch gleich das Überfahren der Haltelinie zu, „denn jederzeit sichtbar zu sein, das hat Priorität“. Im Schatten eines Autos zu stehen und nicht gesehen zu werden, das könne bisweilen lebensgefährlich sein. Müllender erinnerte an die zwei Toten des Jahres 2019 und dass zumindest auf der Vaalser Straße die Radler 3 Sekunden früher losfahren dürfen. Das sei auf dem Adalbertsteinweg nicht der Fall. 

Ein Busgeld zu bekommen, nur weil man sich schützt und dabei keinen anderen behindert oder gar schädigt, „das ist absurd“, so Müllender. Er nannte den Adalbertsteinweg eine „Rennstrecke des Horrors“. (Unter uns: Wer das bezweifelt, ist dort noch nie mit dem Rad hoch- oder runtergefahren. Der ganze A’weg sollte für Radler komplett gesperrt werden.)

Der Polizist, der ihm die Knolle verpasst hatte, wurde als Zeuge reingerufen und überraschte mit einer fahrradfreundlichen Aussage. Er wisse, dass gerade in Aachen die Verkehrssituation „schwierig ist“. Und weiter über Bernd Müllender: „Ich vermute, er wollte den klassischen Abbiege-Unfall vermeiden.“ Das mache auch tatsächlich Sinn, so der Beamte, dass ein Radler vorfährt und sich zeigt. Er könne das nachvollziehen, dass Fahrradfahrer nicht in so eine gefährliche Situation geraten wollten. Doch – so sinngemäß – eine Rotlichtfahrt, also die Übertretung eines Gesetzes, könne ja wohl nicht die Lösung des Problems sein. 

Selbstschutz wegen stadtplanerischen Mängeln, das ist zwar verständlich, aber nicht die Lösung eines von Stadtplanern geschaffenes Problems, was die Politik nicht in den Griff bekommt. Na, vielen Dank. 

Zu einer Aufhebung des Entscheids gegen Müllender kam es dann – wie oben erwähnt – leider nicht. (Eine Skizze von der Situation s. unten.)

Oben rechts biegt ein Wagen in die Kongressstraße ein. Die Fahrradfahrerin fährt ganz defensiv und langsam, trotz Grünlicht, hinter den Pkw her. Sie lässt erst alle Wagen vor sich herfahren, damit es nicht zu einer Kollision kommt und kann nur hoffen, trotzdem noch bei Grün über die Kreuzung zu kommen.
Diese Skizze fertigte Christine Wettstein, sie zeigt die Situation vor Gericht: v.l.n.r. Angeklagter, Protokollantin, Richterin.
So sieht übrigens das Gericht von innen aus. Geradeaus im Erdgeschoss ist eine Kantine. Die Verhandlung fand in Raum A 2003 statt. Das bedeutet: Haus A, 2. Etage, Raum 3. Am Adalbersteinweg befinden sich: Amtsgericht, Landgericht, Sozialgericht, Staatsanwaltschaft, Verwaltungsgericht, Arbeitsgericht und noch viel mehr. Es ist alles aufgeteilt in Haus A, B, C, D. und hat 3 Etagen und viele Säle und Zimmer. Solltet ihr dort mal vorstellig werden müssen, bringt gaaaaanz viel Zeit zum Suchen der Räume mit.

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Händler auf der Palme wegen neu aufgestellter Fahrradbügel

Wo bisher zwei oder drei fette SUVs parken konnten, stehen jetzt Fahrradbügel. Die Geschäftswelt ist außer sich und sauer und spricht von autofeindlicher Schikane. Foto: von Sonntag, 19. Januar.

Sind in der Aachener Innenstadt nur Kunden erwünscht, die im privaten Pkw bis vor die Ladentüre fahren können? Es sieht so aus, denn die erste Radständer-Anlage, die gemäß Radentscheid aufgestellt wurde, trifft bei Händlern in der Hartmannstraße auf wenig Gegenliebe. Sie bejammern den Wegfall von Parkplätzen.

Der Vorgang wird ein Nachspiel haben, und die Dresche für die Fahrradfreunde wird nicht zu knapp ausfallen. Das konnte man am Wochenende schon mal der örtlichen Presse entnehmen. Am Mittwoch, 5. Februar, ab 17 Uhr soll es in der Bezirksvertretung rundgehen.

Die CDU hat sich wohl schon mal auf die Seite der Geschäftsleute gestellt. Jau, diese Partei kämpft ja bekanntlich immer für die Unterdrückten und Drangsalierten. Darunter übrigens mal wieder ein Weihnachtsbuden-Unternehmer und Ex-Karnevalsprinz – wer hätte das gedacht?

Zur Erinnerung: Über 37.000 Aachenerinnen und Aachener haben sich in einem Radentscheid für ein fahrradfreundliches Aachen ausgesprochen und insbesondere für die Innenstadt 5000 zusätzliche Fahrradbügel gefordert (s. Ziel Nr. 5). Außer am Wochenende weiß man nämlich in Aachen immer nicht, an welches Blumen-Gitter man sein Fahrrad noch anketten soll. Alles zugestellt.

Das Foto zeigt die Hartmannstraße, die ja eine Art Sackgasse ist, wo aus unerfindlichen Gründen immer noch private Pkw reinfahren dürfen. Außer Behinderten, Lieferwagen, Krankenwagen und Feuerwehr, Müllabfuhr usw. sollte dort kein Pkw/Lkw/SUV mehr reinfahren und parken können. Das jedenfalls teilte in dem Zusammenhang Matthias Achilles (Piratenpartei) mit. Foto: Archiv

Keine 350 Meter (4 Gehminuten) von der Hartmannstraße entfernt steht ein modernes, schönes Parkhaus (Parkhaus am Dom, Jesuitenstraße), in dem sich immer Platz für ein Auto finden lässt. Und teuer ist das Parken dort auch nicht. Insgesamt gibt es in Nähe der Hartmannstraße mehrere Parkhäuser. Alle sind nur ganz, ganz selten voll.

So ist schwer zu verstehen, warum nun die Fahrradbügel die Geschäftswelt so auf die Palme bringen.

Zum Weiterlesen (sobald die Bezahlschranke wegfällt)

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Bürgerinnen und Bürger tragen wieder ihre Anliegen vor: besser parken, besser gestalten, besser entsorgen

Im Bürgerforum geht es am Dienstag, 21. Januar, unter anderem um das Bewohnerparken in der Soers. Die Veranstaltung findet statt in der Alkuinschule in Aachen, Alkuinstraße 40. Es werden noch zwei weitere Bürger-Anliegen diskutiert, teilt die Stadtverwaltung mit.

Zunächst wird der Bürgerantrag zur Einrichtung einer Bewohnerparkzone in der Soers behandelt. Anwohner der Soers haben den gemeinsamen Antrag an das Bürgerforum gerichtet, im Soerser Randbereich der Bewohnerparkzonen „E“ und „E2″ eine weitere Bewohnerparkzone zu errichten.

In dem Viertel werden sehr viele Autos abgestellt. Hotelgäste und Menschen, die in den Unternehmen an der Krefelder Straße arbeiten, parken dort. Außerdem kann die erhöhte Auslastung durch einen möglichen Verlagerungseffekt, entstanden sein, der durch die Einführung der beiden Zonen „E“ und „E2″ in 2018 gekommen ist.

Ein weiterer Bürgerantrag regt an, die Friedhofssatzung der Stadt Aachen dahingehend zu ändern, dass Gräber auf dem Waldfriedhof anders gestaltet werden können. Insbesondere soll das Bestreuen der Gräber mit Kies ermöglicht werden. Um den natürlichen Charakter der im Wald gelegenen Friedhöfe zu bewahren, ist dies auf dem Friedhof Lintert – wie auch auf dem Waldfriedhof – bisher nicht gestattet. (Und das soll auch so bleiben, falls mich einer fragt.)

Steine statt Pflanzen. Bald auch auf den Friedhöfen? Hier fotografiert auf dem Ostfriedhof, eine Idylle sogar im Winter, wenn die Sonne scheint.

Der dritte Bürgerantrag schlägt vor, zusätzliche dezentrale Entsorgungsmöglichkeiten für Wertstoffe im Stadtgebiet einzurichten. Dies sei für nicht-motorisierte Bürgerinnen und Bürger eine Erleichterung. Über die Wertstofferfassung könnten zukünftig zum Beispiel Metall-, Elektronik- und Holzabfälle entsorgt werden. Das gewünschte System soll – laut Antrag – über die Abfallgebühren finanziert werden.

Beginn der Sitzung ist um 18 Uhr.

***

Das Bürgerforum hat sich in den letzten 2 Jahren – nach anfänglicher Nicht-Akzeptanz – sehr gut entwickelt. Es wird nicht selten von mehreren hundert Menschen besucht, die alle konzentriert mitdiskutieren, wie ein als unbefriedigend empfundener Zustand verbessert werden kann. Die Presse und die Verwaltung sind bisher immer dabei, und die Presse sorgt dafür, dass die Themen einer breiten Öffentlichkeit bekannt werden.

Entscheidend akzeptiert wird das Bürgerforum, seit es nicht mehr (abgehoben) im Rathaus tagt, sondern in den einzelnen Wohnvierteln, in denen die Probleme vorhanden sind. Das Treffen findet – aus Sicht der Menschen – quasi um die Ecke (etwa in der Schule) wo man sich auskennt statt, da geht man doch direkt mal abends vorbei.

Weil im Bürgerforum auf dem Podium die Parteien CDU, SPD, FDP, Die Linke, Grüne und Piraten (ich) sitzen, werden die Argumente der Beschwerdeführer in die Fraktionen weitergeleitet und haben Konsequenzen. Es können aber nicht alle Wünsche der Bürger umgesetzt werden. z. Beispiel wollte mal jemand zehn dicke, kerngesunde Straßenbäume vor seinem Haus gefällt haben. Abgelehnt. Am kommenden Dienstag möchte jemand Kies statt Pflanzen einsetzen. Keine gute Idee, finde ich.

Zugleich aber wird viel zu wenig bekannt gemacht, wo und wie genau die Arbeit des Bürgerforums Früchte trägt. Denn das ist durchaus der Fall.

Bürgerinnen und Bürger können auch vor jeder Ratssitzung das Wort ergreifen, Missstände anprangern und Fragen stellen. Das wird mMn zu wenig genutzt und ist ausgerechnet vor den Ausschuss-Sitzungen nicht möglich. Dort wird mehr entschieden, als in der Öffentlichkeit bekannt ist. Überhaupt scheinen zu wenige Menschen zu wissen, wo genau die wichtigen Entscheidungen getroffen werden.

Man sollte deshalb auch vor den Ausschuss-Sitzungen BürgerInnen-Anfragen und – Beschwerden zulassen. Dies würde zwar die Sitzungen in die Länge ziehen, es würde sich aber mehr von er allseits gewünschten Bürgernähe einstellen.

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Abschreckendes Beispiel: Der Campus Melaten der RWTH

„Die Universität als Motor der Stadtentwicklung“, so lautete der (Unter-) Titel einer kleinen RWTH-Reihe mit teils hochkarätigen Vortragenden. Die letzte von drei Veranstaltungen zu dem Thema habe ich diese Woche besucht. Es ging um die Neubauten von Hochschulen und wie wichtig es ist, Urbanität herzustellen.

Eine Hochschule mit ihren vielfältigen Neubauten sollte eine Stadt – sei es nun Bochum, Zürich, Rom, Amsterdam, Siegen, Singapur oder Shanghai oder sonst eine (Mega)Kommune – in jeder Weise bereichern, die Uni sollte sich als Teil der Stadt betrachten, als Kiez, und nicht als von allem losgelöster Satellit. Und die Studierenden (plus die Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeiter) sollen menschenfreundliche Innen- und Außenräume angeboten bekommen. Nicht, damit die alle es möglichst kuschelig haben.

Nein, gar nicht! Sondern weil in freundlicher, relaxter Umgebung die Kreativität so richtig auf Touren kommt. Und die Kreativität ist gefragt, nicht so sehr das sture Auswendiglernen überkommener Theorien und Modelle.

Plätze, also durchlässige öffentliche Räume, „wo man sich gern langweilt“, sollte es geben, auch Gästehäuser und Wohnungen. Auch Läden, Cafés und Restaurants.

Alle Referenten appellierten – teils mit Herzblut – an die Politik: „Sorgen Sie für urbanes Flair.“ Alles andere erbringt offenbar eher trostlose Leistungen. In einer noch so feinen Tiefgarage entsteht Kreativität NICHT, sondern bei Treffen zwischen den Vorlesungen, im Grünen oder in einer coolen Kneipe.

Als abschreckendes Beispiel fiel mir da – und der wurde auch ausdrücklich genannt – der Aachener Campus Melaten ein. Für 100te Millionen Euro errichtet, von Technokraten, die etwas erschaffen haben, das gerade wie ein Maschine ist, die es darauf abgesehen hat, Kreativität zu verhindern. Maximal schlecht.

Urbane Atmosphäre?
Ein Parkhaus, damit nur niemand sein Auto zu Hause lassen muss. Im Campus Melaten ist man ohne Fahrzeug aufgeschmissen. In dem unwirtlichen Areal sieht man nur selten Menschen von einem Gebäude zum nächsten gehen.
Der Campus Melaten. Eigentlich ist ein Campus ein Stadtviertel, in dem gelernt und gelebt wird. Doch was hier fehlt, ist eindeutig das Leben. Alle Gebäude, selbst die Kita, wirken wie Fremdkörper, wie von Außerirdischen dort abgestellt.
Man muss an vielen Autos vorbei um zu seinem Arbeitsplatz/Übungsplatz zu gelangen. Das hebt nicht gerade die Stimmung.
Was ist vor, hinter und neben den Gebäuden möglich? Nichts außer parken? Das ist für jedes Hochschulleben kontraproduktiv. Hier fällt einem gar nichts mehr ein. Alle Fotos entstanden auf dem sogenannten Campus Melaten, der eigentlich gar kein Campus ist. Und Leute, damit ihr es gleich wisst: Der bereits fertig geplante Campus West wird genau so.
Im Kleinen spielt sich das alles auch im Gewerbegebiet Pascalstraße ab: Null Infrastruktur und inzwischen mehrere tausend Arbeitsplätze, weitere sollen hinzu kommen. Hoffentlich merken die Firmenchefs, dass in ihrem eigenen Firmen-Interesse eine Infrastruktur geschaffen werden muss, und zwar nicht alles im selben Gebäude (wie z. B. in Google-Bauten), sondern außen.
Menschfeindliche Umgebung satt. Hier fährt der Student/Doktorand/Dozent mit dem Auto hin und will dann schnell wieder weg. Ein guter Campus sollte autofrei sein, Autos sollten außerhalb abgestellt werden.
So siehts aus, Leute. Ich würde mich wirklich freuen, wenn mal ein Profi-Foto-Mensch hier das Elend ablichten würde.
Und mit diesem Campus darf man sich tatsächlich Exzellenz-Uni nennen. Würde mich nicht wundern, wenn dieser Titel allein wegen miserabler Gesamt-Gestaltung demnächst aberkannt wird.
Rechts hinten steht Kunst, tatsächlich mit einem Zaun drumherum.
Die Ödnis ist mit Händen zu greifen. Ich hoffe nur, dass aus meiner Familie niemand hier jemals studieren muss. Da sollte man sich doch vorher mal andere Unistädte ansehen.

Auch die örtliche Presse hat über diese Veranstaltung berichtet. „Wie wird aus Universität Stadt?“

Das Dazwischen muss gestaltet werden

Grundsätzlich: Es müsste jedes größere Architekturbüro Personal (Stadtplaner*in, mindestens eine/n) einstellen, das sich ausschließlich damit befasst, was sich vor, hinter, neben und zwischen den Neubauten abspielt. Ist dort Platz für das Soziale? Sind dort Begegnungen möglich/erwünscht und werden eigens herbeigeführt? Was spielt sich auf den Zufahrtswegen ab? Sind die in erster Linie für Busse und Pkw geschaffen oder gibt es auch attraktive Fußwege? Haben Räder Vorfahrt?

Unternehmen wie Google bieten den Mitarbeitern nicht aus Menschenliebe Arbeitsplätze, wo das Soziale eine wichtige Rolle spielt. Google macht das ausschließlich, weil das Unternehmen es auf die Leistungen seiner Leute abgesehen hat, auf Kreativität und Innovationen. Diese ergeben sich erst auf Arealen mit Forschungsinstituten mit einer das Soziale fördernden Infrastruktur.

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Auszug aus einem Leserinnen-Brief zu dem Text:

Sie hätten auch noch Fotos machen können von dem „Studierendenwohnheim“ auf diesem Gelände. https://studentencampus-aachen.de/
Diese Wohnungen sind eher für ausländische Studierende gedacht, die dann schon fast in Käfigen hausen, nichts von jeglicher Kultur mitbekommen und dafür auch noch nicht wenig bezahlen. Es ist wirklich eine Unverschämtheit!

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