Feinarbeit: Philip Breidenbroich von skArcheoConsult legt in der Baugrube in der Lothringer Straße einen Teil der römischen Frischwasserleitung frei. Der Aquädukt führte von Burtscheid nach Aachen zum Bereich der heutigen Elisabethhalle. Foto: Stadt Aachen / Stefan Herrmann
Die Lothringer Straße steckt voller Überraschungen. Während die Baumschützer noch die fünf Bäume betrauern, die dort gefällt wurden, und die Radfahrer verfluchen, die dort auf Errichtung einer Radvorrang-Route bestehen, machen die Kanal-Bauarbeiter und Archäologen einen seltenen Fund: Teile eines römischen Aquädukts (Wasserleitung) konnten freigelegt werden.
Die alte Leitung hat ab etwa 100 n. Chr. über eine Länge von knapp zwei Kilometern Frischwasser von Burtscheid nach Aachen zu den großen römischen „Münsterthermen“ geführt. Die Stadtverwaltung teilte mit: Die nun entdeckte Ausrichtung des Aquädukts liefert Experten neue Erkenntnisse über den genauen Verlauf der Leitung.
„Es wurde immerhin die alte Wasserleitung entdeckt, die das römische Aachen mit Wasser versorgt hat“, ordnete Stadtarchäologe Andreas Schaub die Entdeckung ein.
Wasserversorgung für große Themen
„Unter Kaiser Trajan (98 bis 117 n.Chr.) wurde Aachen großräumig neu errichtet“, berichtet Andreas Schaub. „Unter anderem entstanden dabei die Thermen unter dem Dom – die ‚Münsterthermen‘ -, die mit rund 6200 Quadratmetern Fläche zu den größten Heilbädern im Imperium Romanum zählten. Vor allem für deren Versorgung mit Frischwasser wurde der Aquädukt von Burtscheid nach Aachen errichtet.“
Startpunkt am „Kalten Bach“
Der Startpunkt der römischen Frischwasserleitung lag beim heutigen Schwertbad in Burtscheid. Dort wurde vom „Kalten Bach“ – der Wurm – eine hölzerne Abzweigung errichtet, die in den Aquädukt geleitet wurde. Von dort verlief die rund 1770 Meter lange Leitung grob über die heutige Dammstraße, Bachstraße, Warmweiherstraße, Herzogstraße, Lothringer Straße, Wirichsbongardsstraße und Elisabethstraße bis zum Bereich, wo heute die Elisabethhalle und die Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Aachen am Münsterplatz liegen. Dort endete der Aquädukt in einem so genannten Wasserkastell.
Massive Bauweise
„Die Leitung insgesamt ist in einer sehr massiven Art und Weise gebaut worden. Das Bauwerk war insgesamt etwa zwei Meter breit und ist – zumindest in großen Teilen – in die Erde eingegraben worden“, erklärt der Stadtarchäologe. Aufgrund der Aachener Topografie wurde im Bereich des heutigen Theaterplatzes durch eine Aquädukt-Brücke die dortige Senke überwunden, um dann zum Wasserspeicher im Bereich der Elisabethstraße zu kommen. – Zum Glück gab es damals noch keine Bebauungspläne, Umweltschützer und streitlustigen Anwohner. Die Leitung samt Brücke und Wasserkastell wäre sonst heute noch nicht fertig.
„Wenn es optimal läuft, findet sich darauf sogar eine Inschrift, die uns erlaubt, die Datierung noch exakter angeben zu können“, hofft Grabungsleiterin Sarah Janßen-Kempka.
In wenigen Tagen schreitet dann aber in der Lothringer Straße der Kanalbau wie geplant voran und der römische Fund wird einfach wieder zugeschüttet.
Die gute alte Erde hat Fieber sagen die einen, sie wird vom schmelzenden Eis überflutet und in ihrem südlichen Teil wegen großer Hitze unbewohnbar, sagen die anderen. Wenn auch die Bundesregierung wenig unternimmt: In den Kommunen und Kreisen passiert viel. Sogar im Aachener Schulausschuss wird der Klimanotstand thematisiert. Lest, was dann geschah.
Ein Pirat im Schulausschuss der Stadt Aachen hat verlangt, dass aus der prallvollen Kasse der Stadt 100.000 Euro genommen werden und für Klimaschutzmaßnahmen in und für Schulen ausgegeben werden. Da war aber was los.
Der Pirat heißt Michael Sahm, und mit seiner Forderung nach schulischen Klimaschutzmaßnahmen hat er ganz im Sinne der Aachener Piraten-Fraktion gehandelt. Im Ausschuss haben sich nur die Grünen der Forderung angeschlossen, was mich freut. Aber die anderen konnten nicht zustimmen und haben das auch begründet.
Ich wundere mich doch sehr, dass man der Forderung nicht zustimmen kann. Die Stadt Aachen gibt 2020 alles in allem gut 1 Milliarde Euro aus, das sind 1000 Millionen Euro – und da sollen 100.000 Euro für schulischen Klimaschutz nicht drin sein? Den Klimanotstand hat Aachen aus guten Gründen im Juni diesen Jahres ausgerufen, inzwischen hat sich sogar ein „Runder Tisch Klimanotstand“ gegründet.
Die Frage ist jetzt: Haben die großen Parteien CDU und SPD samt Die Linke und die FDP nicht mitbekommen, dass sie den Klimanotstand beschlossen haben? Haben sie den Klimanotstand beschlossen und gedacht, sie müssen danach keine Extra-Maßnahmen für den Klimaschutz ergreifen?
Der Antrag des Piraten sei nicht schriftlich eingereicht worden und quasi zu plötzlich und unvorbereitet gekommen, hieß es im Ausschuss und nachher auch in der Diskussion bei Facebook. Schon seltsam, wie lange manche Politiker brauchen bis sie merken, dass etwas mit dem Klima nicht in Ordnung ist und man was machen muss.
Zu dem Vorgang schreibt Michael Sahm selbst folgendes:
Im Nachgang zur Sitzung gab es Vorhaltungen, dass man die Idee zwar gut fände, aber ein „spontaner“ Antrag über 100.000 Euro zum Haushalt unüblich und nicht angemessen sei, da man dadurch keine Gelegenheit hätte, in den Fraktionen darüber zu diskutieren.
Außerdem kam mein anschließendes Wording, die Grünen hätten sich an meinen Antrag “drangehängt”, dort nicht so gut an.
Um die Diskussion auch außerhalb der sozialen Netzwerke führen zu können, hier meine Sicht der Dinge:
1) Ich habe keinen der Haushaltsanträge der anderen Fraktionen früher als fünf Minuten vor Beginn der Sitzung auf dem Tisch gehabt. Soviel zum Thema „Vorbereitung“.
Mir blieb also quasi die Zeit vor dem Haushalts-TOP, um mich mit den Finanzierungswünschen der anderen Fraktionen vertraut zu machen und mir eine fundierte Meinung darüber zu bilden. In der Zeit habe ich aber eben auch (und vorrangig) auf die Tagesordnung und die entsprechenden Wortbeiträge zu achten, wenn ich meine Arbeit im Ausschuss ernst nehmen möchte.
2) Ich habe begründet, warum ich 100.000 Euro für einen statthaften Betrag halte. Uns allen ist bewusst, dass wir damit im Bildungsbereich nicht ansatzweise Maßnahmen für Klimanotstand oder Radentscheid erschöpfend bedienen können. Aber wenn wir in 2020 Anträge stellen, die einen fünstelligen Betrag benötigen, dann wäre das damit finanzierbar gewesen, zumindest als Anschub. Den Betrag habe ich außerdem bewusst eher niedrig angesetzt, damit den anderen Fraktionen eben nicht wegen “unrealistischer” Beträge gar nichts anderes übrig geblieben wäre, als abzulehnen.
Ich hätte auch 1 Mio Euro beantragen können, aber dann hätte es wieder Schnappatmung gegeben wie letztes Jahr bei meiner Forderung für zusätzliche 1,5 Mio für die digitale Ausstattung der Schulen.
Nebenbei bemerkt: Die beiden Änderungswünsche der GroKo, die ich fünf Minuten vor Sitzungsbeginn erstmalig zu Gesicht bekommen habe, waren Anträge auf Finanzierung der Breitbandanbindung der Schulen i.H.v. 107.000 Euro und auf Finanzierung eines Informatikprogramms an Grundschulen i.H.v. 50.000 Euro.
Und vielleicht mag es merkwürdig oder abwegig klingen, aber ich habe beide Anträge gerne mitgetragen, weil ich sie für zwei gute Ideen gehalten habe.
Ich kann jetzt von der GroKo erwarten, dass Anträge für Maßnahmen zum Klimaschutz nicht mit der Begründung abgewunken werden, dafür wäre kein Geld im Haushalt vorgesehen. Man darf gespannt sein.
3) Den „Klimanotstand“ haben wir nicht seit gestern früh, sondern seit Juni 2019. In der Zwischenzeit hat der „Runde Tisch Klimanotstand“ einen umfangreichen Anforderungskatalog veröffentlicht und in diversen Gesprächen mit der Kommunalpolitik vorgestellt.
Wenn man sich die Mühe macht, den Katalog durchzuarbeiten, finden sich darin viele „Inspirationen“, für welche Maßnahmen man mal Geld in die Hand nehmen könnte. Welche Gelegenheit wäre besser geeignet, als in den Haushaltsberatungen die entsprechenden Beträge zu hinterlegen? Da stehen etwas versteckt auch einige Maßnahmen im Bildungsbereich drin und aus einigen nicht schulträgerrelevanten Punkten kann man sich entsprechende Maßnahmen herleiten. Ein bisschen Transferleistung kann man wohl erwarten.
Und der doofe Pirat, der seit gerade mal fünf Jahren im Ausschuss mitspielt, ist der einzige, der auf die Idee kommt, das zu machen? Ich war etwas erstaunt, als ich die Tischvorlagen gesehen habe…
Mein Move, den Antrag aus der Hüfte zu schießen, mag vielleicht politisch ungeschickt gewesen sein, aber draufzuhauen, weil man selber geschlafen hat, empfinde ich als ebenso fragwürdig.
Und die Grünen, mit Verlaub, haben sich drangehängt (wie auch ich mich an die meisten ihrer Anträge „drangehängt“ habe). Sie haben gut und stichhaltig für meinen Antrag argumentiert und das wertschätze ich. Aber auch von ihnen kam initial nicht ein Vorschlag dazu. Das hat mich am meisten gewundert.
4) Es steht allen Fraktionen frei, sich nun in den verbleibenden Haushaltsdiskussionen der anderen Ausschüsse eigene Budgets für Klimaschutz- und Radentscheidmaßnahmen in 2020 zu überlegen (und die dann auch gerne vorher über den Fraktionsflur zu schicken).
Das dürfte ja jetzt keine große Überraschung in den Ausschüssen mehr sein.
Steht unten gänzlich leer: das Alte Kurhaus in der Komphausbadstraße. Nicht zu verwechseln mit dem Neuen Kurhaus in der Monheimsallee. Viele Gebäude in Aachen sind schon lange unbewohnt, und Mieter sind nicht in Sicht. Gleichzeitig herrscht Wohnungsnot. Vom Alten Kurhaus bis zu den Arkaden im Ortsteil Rothe Erde und weit darüber hinaus: Viel Leerstand. Kein Gesetz verbietet es, dass Häuser und Wohnungen leerstehen, während gleichzeitig Menschen dringend preiswerte Wohnungen suchen und nicht finden.
Wir sind hier bei AachenNews.org keine Freunde/Freundinnen von Facebook. Aber jetzt muss ich doch eine dringende Leseempfehlung loswerden. Wolfgang Becker, Ex-Chef des Aachener Ludwig Forum für Internationale Kunst, hat auf Facebook eine Geschichte über Aachen geschrieben, die man kennen sollte. Titel: „Aachen – die leere Stadt“.
Die Becker-Story handelt nicht von einem künstlich hochgejubelten Aachen, dass im Lokalpatriotismus ertrinkt und geschönt dargestellt wird. Sie handelt von Aachen, wie es sich ( nach vielen Jahren Große Koalition CDU/SPD im Rathaus) wirklich darstellt. Und es nützt und hilft nichts, davor die Augen zu verschließen. Wenn man vielmehr die Probleme benennt und ihnen mutig ins Auge blickt, dann hat man schon wichtige Schritte bei der „Heilung“ getan.
Die Gruppe „Fahrradfreundliches Frankenberger Viertel“ ist am Samstag, 7. Dezember, von 10 bis 13 Uhr auf dem Neumarkt präsent. Ziel ist es, die „Frankenbürger*innen“ anzusprechen und mit ihnen in Kontakt zu kommen. Es geht darum, Ideen zu entwickeln und auszutauschen, die mit Blick auf den erfolgreichen Radentscheid ein „lebenswertes Frankenberger Viertel“ entstehen lassen können.
Auf Einladung des Vereins „Frankenbu(e)rger e.V.“ fand im September eine Informationsveranstaltung des Radentscheids Aachen in der Frankenburg statt. In deren Folge hat sich die viertelbezogene Gruppe gegründet, sie trifft sich seitdem monatlich in der Frankenburg. Im Hinblick auf sichere Verkehrswege für alle möchte man im direkten Kontakt mit den Bürger*innen sein und vielleicht auch weitere Interessierte finden, die ihr Viertel aktiv mitgestalten wollen.
Nur wenn 10 oder mehr Windstärken – oder ähnliche umwerfende Wetterkapriolen – gemeldet werden, fällt die Veranstaltung aus. Rückfragen werden über post@radentscheid-aachen.de gerne weitergeleitet.
Das Frankenberger Viertel in Aachen ist voller markanter Bauwerke. Eines ist der Intzeturm, zugänglich über die Charlottenstraße. Für ein fahrradfreundliches Frankenberger Viertel kämpft jetzt eine Gruppe, die noch Mitstreiter sucht. Foto: Archiv
Die Stadtverwaltung teilt mit, sie habe für dieses Jahr Silvester „eine Allgemeinverfügung zum Verbot von Feuerwerk erlassen“. Das bedeutet, dass das Feuerwerk in der Innenstadt in diesem Jahr in Aachen ausfallen würde, wenn sich irgendjemand an das Verbot halten würde. Davon ist allerdings leider nicht auszugehen.
Das Verbot sei beschränkt auf das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern, die eine Höhe von über zwei Metern erreichen können, heißt es in der Mitteilung. Wo? Auf und innerhalb des Grabenrings.
In diesem Bereich konzentrieren sich in der Aachener Innenstadt die historischen, religiösen und kulturell schützenswerten Bauwerke, die durch das Silvesterfeuerwerk einer besonderen und erheblich gesteigerten Brandgefahr ausgesetzt sind.
Bereits vor neun Jahren kam es in der Silvesternacht zu einem Brand in der Nikolauskirche. Verursacht durch eine Silvesterrakete beschädigte das Feuer das Gebäude und den historischen Hochaltar.
Das beschriebene Verbot ist zeitlich begrenzt vom 31. Dezember 2019 um 18 Uhr bis zum 1. Januar 2020 um 6 Uhr.
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Ein Feldmarschall hat sich umgebracht. 1944 (noch im Krieg) berichtet die Tageszeitung davon, und da steht: „Weitere Erörterungen des Vorfalls sind unstatthaft“. Das bedeutet, dass über den Vorgang nicht weiter diskutiert werden durfte. Diese Zeitungsseiten sind jetzt im Zeitungsmuseum in Aachen, Pontstraße, zu besichtigen. Sehr interessant. Man kann sehen, was mit der AfD und ihrem „Flügel“ auf uns zukommt. Die Sprache der heutigen extremen Rechten findet ihr auf den Zeitungsseiten von damals. Öffnungszeiten im Zeitungsmuseum: dienstags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr, montags geschlossen. Eintritt: 6 Euro.
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Polizist fährt Fußgängerin an
Am Montagnachmittag (2. Dezember) hat im Berufsverkehr gegen 16.20 Uhr auf der Lagerhausstraße ein Polizist auf seinem Polizeimotorrad eine Fußgängerin (39) aus Raeren angefahren. Die Frau musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Die Polizei teilt weiter wörtlich mit: „Aufgrund des starken Verkehrsaufkommens zu dieser Zeit stoppten die Fahrzeuge auf der Lagerhausstraße in Richtung Marschiertor immer wieder. Auf Höhe einer Verkehrsinsel (Querungshilfe) nutze die 39- Jährige diesen Umstand und überquerte zwischen den stehenden Pkw die Straße. Hierbei übersah sie jedoch das von links auf einer freien Fahrspur heranrollende Polizeimotorrad. Trotz einer sofortigen Vollbremsung des Motorradpolizisten stießen die Fußgängerin und das Zweirad zusammen; die 39- Jährige kam zu Fall und wurde verletzt. Ein Rettungswagen brachte sie zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Das Motorrad kippte um und wurde dabei leicht beschädigt; der Polizist blieb unverletzt.“ (pw)
Nach Darstellung der Polizei war also die Fußgängerin selbst schuld an dem Unfall.
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Werde „FREEDOM FIGHTER“! Schenke Freiheit!
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) meint: „Stärken Sie die Rechtsschutzversicherung für das Grundgesetz: Verschenken Sie eine Fördermitgliedschaft in der GFF“.
Die Arbeit für die Grund- und Menschenrechte ist nur dank mittlerweile über 1.800 Fördermitgliedern sowie vielen Spenden*innen und engagierten Unterstützer*innen möglich. In den vergangenen zwölf Monaten konnte die GFF dadurch zahlreiche Verfahren für die Freiheit führen und ein eigenes Legal Team mit drei Volljurist*innen aufbauen.
2019 gab es zugleich zahlreiche weitere Erfolge zu feiern: Für Hermann Theisen, einen Friedensaktivisten, der vor Waffen- und Pharmakonzernen zum Whistleblowing aufgerufen hatte, konnte die GFF drei Freisprüche erstreiten. Dank des Widerspruchs wurde die Rechtswidrigkeit einer Allgemeinverfügung der Bundespolizeidirektion in Berlin festgestellt, die das Mitführen von angeblich „gefährlichen Werkzeugen“ regulierte – tatsächlich aber weit über das Ziel hinaus schoss und so willkürliche Durchsuchungen von Personen ohne konkreten Anlass erlaubte.
Derzeit arbeiten die GFF an über 20 weiteren Projekten – dabei geht es etwa um den „digitalen Striptease“ von Asylsuchenden, deren Handy-Daten von den Behörden ausgelesen, kopiert und zu unklaren Zwecken gespeichert werden können. „Außerdem begleiten wir zahlreiche weitere Verfahren im Bereich Datenschutz, Pressefreiheit, Antidiskriminierung und Informationsfreiheit, so etwa eine Serie von Verfassungsbeschwerden gegen Verschärfungen der Polizei- und Sicherheitsgesetze auf Landes- und Bundesebene“, erklärt die GFF.
Doch die GFF kann nur so stark sein wie die Menschen, die hinter ihr stehen. Denn sie wird wesentlich von ihren Fördermitgliedern, Spenderinnen und Spendern getragen.
Ein neues Stück Freiheit verschenken
Die GFF teilt mit: „Heute möchten wir Sie bitten, uns weiter zu unterstützen: Verschenken Sie symbolisch ein Stück Freiheit in Form einer neuen Fördermitgliedschaft an Ihre Familie, Eltern, Freunde oder Kolleg*innen. Mit Ihrer Hilfe können wir unsere Arbeit auf ein noch festeres Fundament stellen und weitere Verfahren für Grund- und Menschenrechte anstoßen.“
Und übrigens: Der deutschen Politik ist „Fridays for Future“ scheißegal.
Jahre und Jahrzehnte stand alles Tun unter dem Verdikt der Wirtschaftlichkeit und Rentabilität. Jetzt scheint sich das zu ändern. Wird bald alles Handeln daraufhin abgefragt, ob es der Natur zuträglich ist? Circular Economy löst die Wegwerfwirtschaft ab. – Im Foto: Schlossstraße in Aachen, Fensterdeko des neuen Ladens von Marc Teuku und Marc Salgert
Die Bewegung „Fridays for Future“ wird heute, 29. November, zu einer Demonstration aufbrechen (weltweit). Die Demo beginnt in Aachen gegen 14 Uhr am Elisenbrunnen und nimmt folgenden Weg:Kapuzinergraben, Franzstraße, Karmeliterstraße, Boxgraben, Lagerhausstraße, Römerstraße, Normaluhr, Wilhelmstraße, Kaiserplatz, Heinrichsallee, Hansemannplatz, Peterstraße und zurück zum Elisenbrunnen.
Die Verkehrsbehörde der Stadt Aachen und die Polizei gehen davon aus, dass der Autoverkehr in der Innenstadt, auf dem Alleenring und auf den großen Zufahrtsstraßen Richtung Innenstadt zusammenbricht. Wer nicht mitdemonstriert, sollte sich darauf einstellen, dass von 14 bis 17 Uhr wichtige Straßen und Kreuzungen in der Innenstadt und am Alleenring zeitweise komplett gesperrt werden müssen.
Rückstaus auf den Zufahrtsstraßen in die City sind nicht zu vermeiden. Gleiches gilt für all die Verkehrsteilnehmer, die mit Auto, Bus, Lkw oder Fahrrad die Innenstadt verlassen möchten.
Mit Behinderungen des Autoverkehrs, so teilt die Polizei mit, ist am Freitag zusätzlich ab 18 Uhr zu rechnen. Die Initiative „Critical Mass“ startet dann am Elisenbrunnen mit ihrer nächsten großen Radtour durch die Stadt.
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Ich frage mich aber, was man noch unternehmen soll, um den Bundes-Politiker*innen Beine zu machen, um sie zum Handeln zu bewegen? Die Demos zeigen so gut wie keine Wirkung. So toll „Fridays for Future“ ist – übrigens eine Bewegung, die von Schüler*innen initiiert wurde und getragen wird und erstmals nicht von Studenten: Aber die Leute haben wohl bereits selbst erkannt, dass die Politik nicht auf sie hört. „Greta Thunberg lehnt ja mittlerweile Auszeichnungen für ihr Engagement ab und begründet das damit, die Politik soll halt endlich mal handeln, statt ihr Preise zu verleihen“, schreibt Ex-Pirat Christopher Lauer im Berliner „Tagesspiegel“.
Und weiter schreibt er: Jede*r weiß, was jetzt getan werden müsste. Man müsste Ölheizungen aus Gebäuden rausbekommen, Gebäude energetisch sanieren, Solaranlagen auf Dächer bringen, die Windkraft ausbauen, klimaschädliche Subventionen abschaffen, klimafreundliche einführen, schneller aus der Braunkohle aussteigen, den gesamten Mobilitätssektor umbauen und vieles mehr.
Aber: Keine Partei bereitet die Gesetze vor, die es jetzt bräuchte
Die traurige Wahrheit ist: Der deutschen Politik ist Fridays for Future scheißegal. Der deutschen Politik ist auch Netzpolitik egal, bis auf die kurze Zeit des Piratenhypes von September 2011 bis Juni/Juli 2013. Der deutschen Politik war 2009 auch eine Petition gegen das sogenannte Zugangserschwerungsgesetz egal, die im Online-Petitionssystem des Bundestages in vier Tagen das notwendige Quorum von 50.000 Stimmen erreichte.
Der Bundestag beschloss es nämlich trotzdem. Wer glaubt denn ernsthaft, dass die Leute, die es in den letzten zehn Jahren nicht geschafft haben, schnelles Internet an jede Milchkanne zu bringen, es in den nächsten zehn Jahren schaffen werden, die größte jemals vom Menschen verursachte Katastrophe in beherrschbare Bahnen zu lenken?
Soweit Christopher Lauer. Ich denke, dass die Bewegung ins bundesrepublikanische Parlament rein muss. Und dass ihre gewählten Vertreter dann da genau die Gesetze einbringen müssen, die uns noch helfen könnten, die Klimakatastrophe abzuwenden. Wenn wir in Germany das nicht schaffen, wer dann?
Schnell mal 3 Termine einstellen. Sind sehr speziell, aber höchstwahrscheinlich keine verschwendete Lebenszeit.
Jazz in der Nadelfabrik
Die Reihe „Jazz in der Nadelfabrik“ geht in die nächste Runde und bietet mit dem Quartett „Igor Gehenot Delta“ eine hochkarätige Besetzung. Das Konzert beginnt am Sonntag, 8. Dezember, um 18 Uhr (Einlass 17 Uhr) in der Nadelfabrik am Reichsweg 30.
Die Veranstalter teilen mit: Der 1989 in Lüttich geborene Igor Gehenot begann schon früh mit klassischem Klavierunterricht. Schon mit 13 Jahren trat er in die Jazzabteilung der Königlichen Akademie von Lüttich ein. Im Alter von vierzehn Jahren wandte er sich dem Boogie-Woogie zu, versuchte die ersten Improvisationen, hatte aber auch ein großes Ohr für Funk und Hip-Hop. 2007 gründete er 17-jährig das Metropolitan Quartett, mit dem er sich in Belgien rasch einen Namen machte und den „Young Talent Award“ des Comblain-La-Tour Festival gewann.
Nach dem Konservatorium in Maastricht besuchte er ab 2009 das Brüsseler Konservatorium und studierte dort Modern Jazz. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits sein erstes Trio und trat in Benelux bei diversen Festivals und in Clubs auf.
2017 kehrte Igor Gehenot mit seinem Quartett „Delta“ zum Akustik-Jazz zurück. Mit dem französischen Trompeter Alex Tassel, dem schwedischen Kontrabassisten Viktor Nyberg und dem Luxemburger Schlagzeuger Jérôme Klein wurde auch dieses Quartett bereits zu großen Festivals eingeladen.
Wichtig: Da die Plätze in der Nadelfabrik begrenzt sind, kann nach vollständiger Auslastung kein Einlass mehr erfolgen. Platzreservierungen sind aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Der Eintritt zu „Jazz in der Nadelfabrik“ ist frei.
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„Zurück zur Natur?“ Vortrag von Jürgen Kippenhan
Jürgen Kippenhan vom Aachener LOGOI Institut für Philosophie und Diskurs stellt in seinem Vortrag, „Zurück zur Natur?“ philosophische Betrachtungen zu dem an, „was uns verloren scheint“.
Am Donnerstag, 05. Dezember, um 18 Uhr im Ludwig Forum für Internationale Kunst, Jülicher Straße 97-109, Aachen. Der Eintritt ist frei.
Aus dem Ankündigungs-Text: „Wir wollen hinaus. Hinaus aus der beklemmenden Enge, die uns unsere innere wie äußere Natur auferlegt. Unser Bewusstsein mag genau darauf angelegt sein: zu überschreiten. Der Preis ist nicht selten hoch, wie etwa Ikarus erfahren musste. Aber auch, wie betörend sich der Blick von weit oben öffnet. Dass wir uns von der Natur entfernen, ist dann die Kehrseite. Aber wie gelangen wir wieder zu ihr zurück? Gerade der Kunst müsste es aus diesem Blick gelegen sein, neue Zugänge und Durchdringungen zu schaffen. Zu vermuten ist: Dazu ist sie da.“
Jürgen Kippenhan ist Lehrbeauftragter am Philosophischen Institut der RWTH Aachen und Gründer von LOGOI Institut für Philosophie und Diskurs in Aachen.
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Nikolausfrühstück für Senioren im Ostviertel
Die im Stadtteil Aachen-Ost / Rothe Erde engagierten Seniorenräte Angela Ortmanns-Dohrmann und Roberto Graf laden während ihrer nächsten Sprechstunde am Freitag, 6. Dezember, von 10 bis 12 Uhr zu einem Nikolausfrühstück ein. Unter dem Motto „Zusammen isst man weniger allein“ sind hier besonders Menschen ab 55 plus angesprochen.
Die Teilnahme am Nikolausfrühstück ist kostenlos, um eine formlose Anmeldung wird jedoch gebeten. Treffpunkt ist das Stadtteilbüro im Erdgeschoss der Nadelfabrik am Reichsweg 30. Der Zugang ist barrierefrei.
Ansprechpartnerin zu Rückfragen und zur Anmeldung zum Frühstück ist Quartiersmanagerin Myriam Rawak, zu erreichen unter Telefon 0241 432-56312 und /oder unter der Mail-Adresse myriam.rawak@mail.aachen.de
Glasbecher mit Knubbeln und Standring. Foto: Stadt Aachen
„Ja, ist denn schon Weihnachten?“, fragt man sich im Presseamt der Stadt und teilt weiter mit: Ein Aachener Bürger hat der Städtischen Sammlung einen spätmittelalterlichen, Dürer-zeitlichen Glasbecher, einen sogenannten „Krautstrunk“, geschenkt.
Diese Art von Trinkglas, das im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts nördlich der Alpen in Waldglashütten in größeren Mengen hergestellt wurde, weist eine grünliche bis bräunliche Glasfarbe auf („Waldglas“). Der Name leitet sich von den auf der Wandung aufgeschmolzenen Noppen her, die dem Ganzen buchstäblich das Aussehen eines Krautstrunkes mit den Ansätzen von abgerupften Weißkohlblättern verleiht.
Neben dem dekorativen Effekt sollten die applizierten Noppen wohl verhindern, dass der Becher aus fetttriefenden Fingern rutschte – man aß ja noch viel mit bloßen Fingern, und das Essen war beileibe nicht kalorienreduziert.
Große Freude herrscht derweil im Suermondt-Ludwig-Museum an der Wilhelmstraße: Diesen Gefäßtyp hatte man noch nicht im Bestand.
Ach du dicker Monofuß in der Dresdener Straße/Ecke Rottstraße. Jetzt ist endlich klar, wozu diese Teile gut sind. Es sind Gefäße für Pflanzen am Straßenrand. Nicht? Ach so.
Die große Lichtverschmutzung durch Werbung bleibt uns in Aachen noch ein Weilchen erspart. Die sogenannten Monofußanlagen, von denen mehr als ein Dutzend quasi nutzlos am Straßenrand stehen, bleiben nutzlos. Sie geben vielmehr weiter Rätsel auf: Was soll einmal mit ihnen geschehen? Welche Funktion haben sie eigentlich genau? Und warum werden sie nicht abgebaut?
Die 16 Teile gehören der Firma RBL Media GmbH aus Hückelhoven. Dieses Unternehmen soll sich mit der Stadt Aachen in einem Rechtsstreit befinden, es soll darum gehen, ob diese Teile, wenn sie mal funktionieren, prominente Bauwerke von Aachen verdecken. Das darf – ohne Witz – natürlich nicht sein. Mehr weiß ich dazu aber auch nicht.
Die Monofußanlagen werden auch Megalights und Digital-City-Flags genannt. Derzeit stehen nur die Füße, die Flaggen selbst sollen dann 9 Quadratmeter groß sein. Im Februar 2019 sollten die Flags flattern, vermutlich wird es nun nicht mal im Februar 2020 klappen, was kein Fehler ist.
Die Insekten werden es uns danken, denn sie sind die Hauptleidtragenden der Lichtverschmutzung. Abgesehen von uns Menschen natürlich, die wir nachts die Sterne nicht mehr sehen können, ein Bild, das bisher nur sehr wenigen Menschheits-Generationen vorenthalten wurde.
Filme und animierte Sequenzen – Werbung rund um die Uhr. Das alles, damit in die ohnehin volle Kasse der Stadt Aachen noch mal 100.000 Euro obendrauf gespült werden. Genau mein Humor.
Garagen in Aachen. An jeder Ecke ist zu sehen, wie viel Platz den Pkw zur Verfügung steht, fast mehr als Wohnraum für Menschen, möchte man meinen. Man wundert sich auch, wie sich die Bilder gleichen. Sogar der Platz für spielende Kinder im Stadtgebiet ist geschätzt kleiner als der zum beschützten Abstellen der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. „Da wohnen die Autos“, sagte mir mal ein Kind und zeigte auf Garagen. Wer „Aachen von hinten“ fotografiert, bekommt viel Häßliches zu sehen. Aber immer – ob am Reichsweg oder an der Theaterstraße – gibt es Garagen.
Ab Mittwoch, 1. April, gelten auf dem Recyclinghof Eilendorf an der Kellershaustraße die Sommeröffnungszeiten. In den Sommermonaten öffnet der Hof montags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 16 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr. Samstags können Wertstoffe zwischen 8.30 und 14.30 Uhr abgegeben werden.
Gäste aus USA
Die Städtepartnerschaft Aachen - Arlington hat eine über 30-jährige Tradition: Am 17. September 1993 wurde der Städtepartnerschaftsvertrag feierlich unterzeichnet. Die Tradition wird durch das Partnerschaftskomitee Aachen & Arlington e.V. und die beiden Städte gepflegt und gelebt. Seit dem 25. März bis zum 2. April sind erneut 50 junge Menschen aus Arlington (USA) zu Gast in Aachen.
Ferienspiele
Ab sofort können Eltern und Kinder sich über www.aachen.de/ferienspiele die schönsten und spannendsten Angebote aussuchen und anmelden. Wer jetzt noch nichts Passendes gefunden hat: Das Angebot wird laufend aktualisiert, und es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Im Portal finden sich auch die Einverständniserklärung und ein Datenschutzhinweis.
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4 Jahre, in denen es 300 Millionen Europäern nicht gelungen ist, den barbarischen Anführer von 150 Millionen Russen zu stoppen. „Nie mehr Krieg“, das bedeutet, dass man in der Lage ist, sich zu wehren, so dass kriegslüsterne, niederträchtige Diktatoren und Massenmörder erst gar nicht auf die Idee kommen, einen Krieg zu beginnen.
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In a world full of trends, choose something timeless: EU values
Neue Tretroller
Ein 4. Anbieter verleiht seine E-Tretrollern ab März in Aachen. Es handelt sich um den skandinavischen Mikromobilitätsanbieter Ryde. Er erweitert das bestehende Angebot der drei, bereits in Aachen engagierten E-Scooter-Betreiber Dott, Ridemovie und VOI. Die Gesamtmenge an Leih-E-Tretrollern in Höhe von 2000 Fahrzeugen bleibt erhalten. hier.
Wertstoffe sammeln
Das Wertstoffmobil hält künftig regelmäßig auf drei Supermarkt-Parkplätzen: am Kaufland an der Vaalser Straße, am Hit Sütterlin am Tivoli und am ALDI in Oberforstbach. Zwischen dem 14. und 16. April steuert das Wertstoffmobil wieder die genannten Supermarkt-Parkplätze an. Hier Infos zu Terminen und Wertstoffen,Quelle: Presseamt
Verantwortlich für diese Seite: Margret Vallot. - Immer dabei: ein Herz für Aachen und seine Menschen. Wir freuen uns über Post, auch wenn euch mal etwas nicht gefällt, wir lernen gerne jeden Tag dazu. Die Adresse: mail@AachenNews.org
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Aktuelle Störungen
Weil es in den letzten Wochen in Aachen den ein oder anderen Stromausfall gegeben hat: Hier findet ihr immer eine aktuelle Übersicht über die Störungen im Netzgebiet.
Mängelmelder
Den Mängelmelder der Stadt Aachen bzw. die Plattform, erreicht ihr hier. Diese Möglichkeit, auf Missstände hinzuweisen, hat sich als hilfreich erwiesen.