Beim Radentscheid zu viel verlangt? Theater bald linksseitig Pkw-frei

Drinnen tagt der Rat der Stadt, draußen machen Befürworter des Radentscheids auf sich aufmerksam. Was sonst noch auffällt in Aachen: siehe unten.

In diesem Jahr haben sich mehr als 10.000 Erstsemester an den Aachener Hochschulen eingeschrieben. Das teilt die Pressestelle der Stadt mit. Und weiter: Damit zählt Aachen zu den größten und attraktivsten Hochschulstädten Deutschlands. Um die neuen Studierenden in Aachen angemessen willkommen zu heißen, organisierte das städtische Wissenschaftsbüro jetzt unter dem Motto „Mache Aachen zu Deiner Stadt“ erstmalig ein Open-Air Begrüßungskonzert auf dem Katschhof. Das ging bei strömendem Regen über die Bühne.

Oberbürgermeister Marcel Philipp sagte unter anderem: „Uns ist es wichtig, dass Sie sich hier in Aachen wohlfühlen.“ – Oh je, oh je, da könnten zumindest die Piraten in Aachen sich noch viel vorstellen, was alles fehlt, damit sich Menschen in Aachen wohlfühlen. Stichwort: Coole Orte.

Und sonst so? In der RWTH arbeitet man an einer Studie, so berichtet das Szene-Heft MovieAachen. Dabei geht es um die NGO’s, die es in Aachen gibt und die sich alle für ein nachhaltiges, gesundes Leben einsetzen. Gemeint sind Gruppen wie Fridays for Future Aachen, Aachen Unverpackt, Das Wandelwerk, Recht auf Stadt, Bürgerinitiative Luisenhöfe, Aachen Containert  und so weiter. Rund 180 Vereine, Verbände und Initiativen sollen es sein, die da untersucht werden (bezgl. Zielen und Vernetzung). Gelder wurden beantragt und von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung NRW genehmigt. 100.000 Euro stehen für das auf 18 Monate angesetzte Projekt zur Verfügung, dessen Projektleiterin Madeleine Genzsch ist. Infos unter: we-at-aachen.de

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Unterdessen: Das Mega-Projekt ist noch lange nicht fertig . . . aber jetzt schon mal verkauft worden – das Neubauprojekt „Viktoria“, das einmal da errichtet werden soll, wo jetzt noch die Reste des alten Vegla-Gebäudes stehen (Bismarckstraße/Viktoriaallee). 
Das Bauunternehmen Nesseler hat verkauft, will den Komplex mit 107 Ein-Zimmer-Studenten-Appartements (je 26 Quadratmeter) noch fertigstellen und dann alles an das Wohnungsunternehmen Vivawest aus Gelsenkirchen übergeben. Gebaut werden auch größere Wohnungen, Tiefgaragenplätze, Büros, Praxen und Läden. Alles soll 2022 fertig sein. Achtung: Die insgesamt 200 Wohnungen sollen neuerdings nicht verkauft, sondern alle nur vermietet werden. (Architekt: HPP Hentrich – Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG, Düsseldorf) Mehr Infos: hier.


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Dringend muss davon abgeraten werden, sich dem Adalbertsteinweg zu näheren. Dort wird es – wegen Baumaßnahmen – bis zum 31. Oktober zum täglich neuen Chaos kommen. Lässt sich aber nicht vermeiden. Es wird auf den Fahrspuren stadteinwärts – nach Abfräsen der Decke – ein neuer umweltfreundlicher Spezialasphalt aufgetragen. Rechts und links vom A’weg abzubiegen, das wird in der genannten Zeit ebenfalls schwer möglich sein. Am besten ihr meidet die Baustelle „weiträumig“ (gilt auch für Radfahrer), wie mitgeteilt wurde. 


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SPD und CDU in Aachen meinen, die Tram sollte wieder durch Aachen rollen. Sie wollen der Straßenbahn langfristig noch mal eine Chance geben. Die BürgerInnen hatten Anfang 2013 dazu „nein“ gesagt. Aber da war wohl das allgemeine Umweltbewusstsein noch nicht so weit entwickelt, wie es heute ist. Und wenn SPD und CDU „langfristig“ sagen, dann ist frühestens in 30 Jahren mit dem Baubeginn zu rechnen. 


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Unterdessen solltet ihr in diesen Tagen, wo ca. 10.000 Neue an der RWTH ihr Studium aufnehmen, die beiden Bürgerservice-Stellen meiden. Die sind total überlaufen, ihr müsst euch auf lange Wartezeiten einstellen, wenn man euch nicht direkt wieder wegschickt. Ein Tipp: In den Bezirksämtern in Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster usw kann man mit seinen Anlieger eher landen, da ist nicht ganz so viel los. 
Terminvereinbarung für den Bürgerservice unter www.aachen.de/terminvereinbarung oder unter Tel.: 0241/ 432 – 0. Viel Glück. 


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Zur Abwechslung Songs von dem sehr coolen Trettmann, „Stolpersteine“. https://m.youtube.com/watch?v=ErAeAJhOgG4&list=RDEM0s72u8TTipdDn0zC24igdw&index=1

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Der OB meint, es sei unmöglich, alles, was der Radentscheid fordert, umzusetzen. Zur Erinnerung hier mal, was genau gefordert wird. Und das ist in der Tat anspruchsvoll, und ob man das schafft, ist eine Frage, wieviel Geld man in die Hand nehmen will.
1. Jährlich werden 10 km eines Radwege-Netzes möglichst in Nebenstraßen erstellt.
2. Jährlich werden drei Kreuzungen wie folgt umgebaut: Der Radverkehr erhält eigene Ampeln und durch Schutzinseln getrennte Wartezonen im vorgelagerten Sichtbereich des Kfz-Verkehrs; die Haltelinien für den Radverkehr liegen direkt an der zu querenden Fahrbahn. Umbaupriorität haben Kreuzungen mit besonderer Bedeutung im Radwegenetz, hohem Verkehrsaufkommen oder besonderem Gefährdungspotenzial.
3. Jährlich werden 15 Einmündungen wie folgt umgebaut: An Kreuzungen von Haupt- und Nebenstraßen werden beim Überqueren der Nebenstraßen Geh- und Radwege jeweils niveaugleich weitergeführt.
4. Jährlich werden an Hauptverkehrsstraßen 5 km Radwege gebaut, die als Einrichtungsradwege mit 2,30 m Breite zwei Knotenpunkte lückenlos verbinden. Sie werden baulich vor dem Befahren, Halten und Parken durch Kfz geschützt. Die Radwege entstehen ohne Flächenminderung für Fußverkehr und ÖPNV und sind auch von diesen baulich getrennt. 
5. Neue oder zu sanierende Radfahrflächen sind – auch in Kreuzungsbereichen – deutlich durch rote Farbe (z.B. farbiger Asphalt) vom übrigen Straßenraum abgesetzt. Das Fahrbahnmaterial ist durchgängig griffig mit möglichst niedrigem Rollwiderstand. Geh- und Radwege werden baulich voneinander getrennt. 
6. Gebaut werden: a) 2.500 Plätze in bewachten Fahrradparkhäusern an Bahnhöfen mit hohem Pendleraufkommen, b) 2.500 überdachte, beleuchtete Plätze an weiteren Bahnhöfen und Haltestellen, c) je 5.000 Plätze an Fahrradbügeln außer- sowie innerhalb des Alleenrings.

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Zuletzt eine wirklich gute Nachricht. Aus dem Planungsausschuss. CDU und SPD sind offenbar gewillt, einen Versuch (Theaterstraße) zur Dauereinrichtungen werden zu lassen. Ihr erinnert euch an die Tage, als Pkw nur rechts vom Theater fahren durften und links vom Theater alles autofrei war? Dieser Zustand soll, so wurde beschlossen, sofort wieder hergestellt werden. Auch Busse sollen links vom Theater nicht mehr fahren dürfen.

Jubilate. So sah das links vom Theater aus, und so soll es in Kürze auch wieder aussehen. Und zwar bis gänzlich umgebaut wird.
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Heute auf dem Markt Präsenz zeigen

Die eine Aachenerin hat Spaß auf dem e-Scooter (Roller), die andere fährt lieber mit dem Rad die Krefelder Straße runter. Beide wollen am liebsten auf den Pkw verzichten. Radfahren, das ist Angst haben und es trotzdem tun.

Radentscheid-Aktion vor der Ratssitzung heute, 9. Oktober:

In der Ratssitzung wird die Stadtverwaltung offiziell mitteilen, dass das Bürgerbegehren des Radentscheids eingereicht wurde und nun in der Prüfung ist. Aus diesem Anlass fordert der Radentscheid Aachen alle Unterstützerinnen und Unterstützer auf, heute ab 16.30 Uhr auf dem Markt Präsenz zu zeigen: Mit selbstgemalten Schildern, Transparenten, mit Fahrradklingeln und allem, was den Forderungen und Zielen des Radentscheids Ausdruck verleiht.

Radentscheid Aktion: „Wir sind hier und wir sind viele!“
Mittwoch, 9.10.2019, 16.30 Uhr (das ist heute)
Vor dem Rathaus, Markt, Aachen

Der Radentscheid Aachen ist der bislang erfolgreichste Radentscheid, gemessen an der Anzahl der Unterschriften in Relation zur Wahlbevölkerung. Für 37.436 Menschen in der Stadt Aachen ist der Radentscheid DAS Sprachrohr für gute und sichere Verkehrspolitik. Hier schreibt die Berliner TAZ über die Vorgänge in Aachen und die „Autofahrer-Splitterpartei FDP“ hihihihi.

Die Ziele des Radentscheids stehen für Veränderung und für ambitioniertes Verwaltungshandeln. Das erwarten 20 Prozent der Wählerschaft in der Stadt. „Wir erwarten, dass Politik und Verwaltung sich vorbildlich verhalten und ihre Politik und Systeme an die Forderungen der AachenerInnen anpassen“, so teilt das Kernteam des Radentscheids Aachen mit.

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Stadt distanziert sich von Preisträger und stellt für Preisverleihung keinen Raum zur Verfügung

Das Ludwig Forum an der Jülicher Straße. Dort wird seit Jahren regelmäßig ein Kunstpreis verliehen. 2019 allerdings nicht.

„Kunstpreis Aachen obdachlos“, so überschreibt der ehemalige Leiter des Ludwig Forums, Professor Dr. Wolfgang Becker einen Text, der heute zugeschickt wurde. Was ist passiert?

Der Verein der Freunde des Ludwig Forums verleiht alle zwei Jahre einen Kunstpreis, den soll in diesem Jahr der im Libanon geborene Künstler Walid Raad bekommen. Und der steht nach Einschätzung unter anderem des Aachener Oberbürgermeisters im Verdacht, Teil der BDS-Bewegung zu sein. BDS bedeutet „Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen“ und richtet sich gegen Israel. (Der Deutsche Bundestag zu BDS)

Die BDS-Bewegung ruft seit fünf Jahren dazu auf, Waren, Dienstleistungen, Künstler, Wissenschaftler und Sportler aus Israel zu boykottieren. Da denkt einjeder sofort an Sprüche wie „Kauft nicht bei Juden“, in Deutschland eine Aufforderung, der später Grausamkeiten und Verbrechen folgten, wie sie die Menschheit zuvor und danach nicht gesehen hat.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) hat jetzt die Unterstützung der Stadt für die Verleihung des Preises gekündigt, und der Verein darf auch für die Verleihung kein städtisches Gebäude nutzen. Der Verein besteht nach einer turbulenten Vorstands-Versammlung darauf, dem Künstler Walid Raad den Preis (am 13. Oktober) trotzdem zu verleihen.

Wer an einer ausführlicheren Darstellung interessiert ist, lese die Berichte von Peter Pappert in der örtlichen Presse, u. a. hier: https://www.aachener-nachrichten.de/kultur/hat-walid-raad-verbindungen-zur-israelkritischen-bewegung-bds_aid-46196797 Es haben noch weitere, überregionale Zeitungen über die Vorgänge in Aachen berichtet. Alles findet ihr via Google.

Hier der Text von Wolfgang Becker:

K U N S T P R E I S   A A C H E N   O B D A C H L O S 

1971 gründete sich mit Unterstützung des Kulturdezernenten Fries der VEREIN DER FREUNDE DER NEUEN GALERIE. Ihr Vorstand, angeführt von dem Rektor der RWTH Schwerte und etlichen Professoren stellte sich, einem Schutzschild gleich, vor ein großes Bild  des Künstlers Wolf Vostell im Ballsaal des Alten Kurhauses, das wagte, einen lesbischen Liebesakt neben einem Foto der russischen Panzer in Prag 1968 zu zeigen. 

Der Verein hat seitdem die Arbeit der Neuen Galerie mitgetragen, hat die Kindergalerie gegründet und betreut, hat Veranstaltungen und Ankäufe von Filmen und Videobändern finanziert, hat dem Leiter ein Handgeld garantiert, das ihm gestattete, Sonderausgaben zu finanzieren, hat Besichtigungen, Führungen, Reisen organisiert – und einen Kunstpreis gestiftet, der geholfen hat, Aachen auf die Landkarte der international beachteten Kunststädte zu setzen. Die Stadt und die Aachener Wirtschaft haben diesen Preis mitgetragen, aber dem Verein gern die Federführung überlassen.

Alle Dezernenten haben seitdem den Schutz und die Hilfe des Vereins für das junge, experimentelle Institut geschätzt, und in den Jahren des Übergangs von der Neuen Galerie zum Ludwig Forum hat die jüngst verstorbene Hildegard Reitz die Geschicke des Hauses, die Verhandlungen zwischen der Stadt, dem Sammlerehepaar Ludwig, dem Verein und seinen konkurrierenden Sammlern mit geschickter Hand geleitet. Und nun?

Niemand hätte daran gedacht, die Preisträger Luciano Fabro, Christian Boltanski oder Igor Kabakov nach ihrer politischen Ausrichtung zu fragen. Der Oberbürgermeister heute wundert sich, von Walid Raad, dem libanesischen Kunstpreisträger dieses Jahres, eine verwirrende Antwort auf diese Frage zu erhalten. Und er zieht darauf, bewaffnet mit einem Verdacht, die Beteiligung der Stadt an dem Kunstpreis zurück. Der Verein wird den Kunstpreis, dennoch vergeben. Er belohnt nicht eine politische Haltung, sondern ein künstlerisches Oeuvre. Der Termin steht bevor. 

Und nun? Die Stadt verweigert dem Verein die Vergabe des Kunstpreises in dem städtischen Gebäude Ludwig Forum! Er bietet es dem Verein, der seit einem halben Jahrhundert die städtische Institution unterstützt, nicht einmal gegen eine Mietzahlung an, er zwingt ihn, den Preis in einem nicht städtischen Gebäude zu vergeben. Der Norweger Johan Holten, Direktor der Mannheimer Kunsthalle, Wortführer der Jury des Kunstpreises, wird seine Preisrede dort halten. Die Kulturdezernentin hüllt sich in Schweigen. Die Kulturstadt Aachen schläft im Bewusstsein, der Politik gedient zu haben. Mir stehen die Haare zu Berge.

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Ein Video anlässlich 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit

Video-Tipp: BMW erzählt in einem Kurzfilm die wahre Geschichte der DDR-Flucht von Manfred Koster im Inneren eines BMW Isetta. Die rund vier Minuten zeigen die Vorbereitungen sowie die bangen Minuten am Grenzübergang. An der Umsetzung beteiligt war die Agentur Jung von Matt.

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Gestern in Aachen: 37.436 Unterschriften in 25 Ordnern abgegeben

Die ganze Stadt ist allein im Hinblick auf Pkw geordnet und aufgestellt, egal wie das aussieht und wo der Rest der Fahrzeuge und Menschen bleibt. Es gilt: Hauptsache die Pkw bekommen ihren Platz und ihre Vorzugsbehandlung in Stadt und Land. Einseitig wurden und werden (Foto: in Forst) die Pkw bevorzugt. Aber: Nicht nur der Stadtrat in Aachen, auch der Landtag in NRW wird jetzt gezwungen, sich mit dem Ausbau von Radwegen zu beschäftigen. Die Zeiten, da alles aus der Sicht der Autos organisiert ist, könnten eines Tages vorbei sein.
25 prall gefüllte Ordner mit Unterschriften übergaben Aktive des Radentscheids Aachen am 1. Oktober an Oberbürgermeister Marcel Philipp (Mitte). Foto: Ingrid Karst-Feilen

Fast jede*r fünfte Kommunalwahlberechtigte hat das Bürgerbegehren für sichere und bessere Radinfrastruktur unterschrieben. Jetzt sind in Aachen Politik und Verwaltung am Zuge.

Nach 143 Tagen Unterschriftensammlung, also nach rund 4,5 Monaten, hat die Bürgerinitiative Radentscheid Aachen 37.436 Unterschriften an Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp übergeben. Die Gültigkeit der Unterschriften wird jetzt geprüft.

Seit dem 11. Mai sammelten zahlreiche Aktive bei Events, auf der Straße oder in Warteschlangen vor Kinos, Eisdielen und Schwimmbädern. Mit über 320 Sammelstellen konnten die Aachener*innen stadtweit in Geschäften, Firmen, Organisationen und Vereinen unterschreiben für einen sicheren, übersichtlichen, stressarmen und komfortablen Radverkehr in Aachen. Das Engagement war riesig, die Resonanz überwältigend.

Fast jede*r fünfte Wahlberechtigte in Aachen hat für das Bürgerbegehren unterschrieben. Das zeigt: Das Thema ist mehr als reif für die Umsetzung! Schon heute profitiert in Aachen die politische Diskussion zum Thema Radverkehr, die sich bis dato vorwiegend um eher unkonkrete Absichtserklärungen gedreht hat.

Das Kernteam des Radentscheids um Almuth Schauber, Claudius Wettstein, Jan van den Hurk, Relindis Becker und Steffen van Bergerem teilte mit: „Der Radentscheid ist angetreten, um allen Menschen, die sich mehr Sicherheit im Straßenverkehr wünschen, eine Stimme zu geben und hat dabei breiten Zuspruch erhalten. Wir sind Zeug*innen geworden von einer Bereitschaft zur Veränderung unserer Stadt, die von vielen Kommunal-politiker*innen als Unterstützung wahrgenommen wird.“

In der Ratssitzung vom 6. November wird über Zulässigkeit und Umsetzung der Ziele des Radentscheids entschieden. Die Sitzung ist öffentlich und die Aktiven des Radentscheids fordern alle Unterzeichner*innen auf, an der Sitzung teilzunehmen und durch ihre Präsenz zu zeigen: Die Stadtgesellschaft erwartet an dieser Stelle Bewegung. Es ist Zeit, dass sich was ändert.

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Wer die Arbeit dieser Gruppe mit einer Spende unterstützen will: VCD Aachen-Düren: IBAN DE 91 3905 0000 0000 533 125; BIC AAC SDE33; Verwendungszweck: Radentscheid Aachen

oder

Changing Cities e.V.: IBAN: DE67100205000001494400; BIC: BFSWDE33BER; Verwendungszweck: Radentscheid Aachen

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Der Platz, den wir der Wissenschaft in der Welt einräumen wollen

Das schrieb gestern, am 28. September 2019, der Chefredakteur vom Berliner „Tagesspiegel“, Lorenz Maroldt:

„Heute vor einundneunzig Jahren geraten im Labor Alexander Flemings versehentlich Staphylokokken-Kulturen und Pilze der Gattung Penicillium aneinander. Dem aufmerksamen Bakteriologen entgeht nicht, dass sich das Wachstum des Bakteriums drastisch verringert. Sie ahnen es: In der Folge entwickelt er das Penicillin, verändert die Welt und erhält 1945 den Nobelpreis. Wir gratulieren. Greta Thunberg ist, unter Berufung auf die prinzipiell gleiche Wissenschaft, gerade dabei, die Welt zu verändern. Und zwar gegen den Widerstand wissenschaftsfeindlicher Interessensgruppen, die, da sie der Wissenschaft nichts entgegenzusetzen haben, ihre Person zu diskreditieren bemüht sind. Vielleicht ist der Geburtstag des Penicillins ja eine Gelegenheit, kurz mal über den Platz nachzudenken, den wir der Wissenschaft in der Welt einräumen wollen. Thunberg hat für ihren langen Atem gerade den Alternativen Nobelpreis erhalten. Wir gratulieren . . .“

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Heute: Straßenfest in der Mataréstraße. Kommt vorbei.

Heute (28. 09.) gibt es in der Mataréstraße und im ganzen Viertel drumherum: ein Straßenfest. Um 12 Uhr geht es los. Motto: „Gute Nachbarn fallen nicht vom Himmel“.

Bürgermeisterin Hilde Scheidt wird auf dem Platz vor der Kirche erwartet und hat bestimmt ein offenes Ohr für die Nöte der Menschen. In dem Viertel, wo Jung und Alt schon sehr eng zusammenleben, wird gerade viel gebaut. Die Montessori-Schule, die über die Grenzen von Forst hinaus beliebt ist, stellt sich mit Eltern, LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen schon seit 10 Uhr vor (Bericht folgt). Und vor der berühmten Kirche St. Bonifatius, ein Bauwerk des Architekten Rudolf Schwarz, ist ein Zelt aufgebaut.

Es gibt Kaffee und Kuchen, Herzhaftes und Gegrilltes. Die alte „Notkirche“, die gestern prominent im WDR vorgestellt wurde, kann besichtigt werden, und die Kinder vom AWO-Kindergarten „Guter Freund“ sind auch auf den Beinen. Kommt vorbei.

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Bagger nagen am Vegla-Gebäude. Bald ist es weg.

Langsam, ganz langsam geht es voran mit dem Abriss des Vegla-Gebäudes (links) im Frankenberger Viertel (Viktoriaallee/Bismackstraße). Weil sehr viel Asbest verbaut wurde, musste bisher ganz umsichtig und vorsichtig an dem Gebäude, das im Volksmund wegen der grünen Glasfassade „Aquarium“ genannt wurde, gearbeitet werden.

Derzeit sind besonders im hinteren Bereich zwei riesige Bagger zugange. Zwei weitere sind ebenfalls übergroß und werden nachts gebracht und aufgebaut. Alles ist mit jede Menge Lärm verbunden.

Entstehen soll auf dem Grundstück eine große Wohnanlage mit Geschäftsräumen, Praxen und Büros. Eine Tiefgarage soll die Anlage ebenfalls bekommen und 100 Wohnungen. Insgesamt sollen über 70 Millionen Euro investiert werden. Mit der Fertigstellung ist nicht vor Frühjahr 2022 zu rechnen.

Die Vegla wurde in den 70er Jahren von Saint-Gobain gekauft. Die Muttergesellschaft Saint-Gobain hat seit September 2015 ihren Sitz auf dem Gelände des Alten Tivoli in Aachen, Krefelder Straße.

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Einmal im Frankenberger Viertel unterwegs erfahren wir, dass das beliebte Café Hase expandiert. Es wird ein weiteres Café eröffnet, das passenderweise „Café Fuchs“ heißen soll. Dieses Café wird in dem Eckhaus Schlossstraße/Oppenhoffallee zu finden sein. Derzeit wird noch Personal (m/w und leider d vergessen) gesucht, „tolle Leute, die uns bei der Umsetzung vom FUCHS unterstützen“.

Gar nicht weit weg ist die Alfonsstraße. Dieses unten abgebildete Grundstück habe ich mit Piraten-Kollege Felix Kehren kontinuierlich beobachtet, und es geschieht genau das, was wir von Anfang an befürchtet hatten: Preiswerter Wohnraum wird vernichtet, teurer Wohnraum wird gebaut. Schade, dass das nicht verhindert werden konnte. Und natürlich hat da Aachens Spekulant Gerd Sauren seine Finger im Spiel.

Dort – wo es noch vor zwei Jahren sehr preiswerten Wohnraum gab – werden angeblich bald viele Eigentumswohnungen gebaut. Mehr Infos über das Bauprojekt findet ihr hier. Da das Grundstück so wunderbar Innenstadt-nah ist, kann es aber sein (reine Vermutung meinerseits), dass es nochmals mit Gewinn verkauft wird, ehe dann in mehreren Jahren tatsächlich gebaut wird. Wir bleiben dran.

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Bretterbude darf wieder den Rasen im Elisengarten ruinieren

Auch 2019 zur Weihnachtszeit im Elisengarten: Hütte 16. Alle Fotos: Archiv

Seufz. Die Hütte 16 von Ex-Karnevalsprinz Rolf Gerrards bleibt uns 2019 (in der Vorweihnachtszeit) erhalten. Die Freude darüber hält sich bei Piraten, Grünen und den Linken im Rat der Stadt sehr in Grenzen. Sie stimmten gegen die Verschandelung des Elisengartens und gegen das Ausfransen des Weihnachtsmarktes. SPD und CDU (und die FDP natürlich) dafür.

Die Leute vom Stadtbetrieb müssen wirklich eine hohe Frustrationstolleranz haben. Im April diesen Jahres gaben sie sich die größte Mühe, den Elisengarten in Aachen ansehnlich zu gestalten (s. Foto unten). Sah auch echt toll aus. Jetzt – nach dem September Special – und ab dem 24. Dezember, wird aus der einzigen Gründfläche mitten in Aachen eine Braunfläche geworden sein. Häßlich, leider.

Wo im April diesen Jahres saftig grüner Rasen lag, sind bald wieder nur noch braune Flecken zu sehen. Schade.

Der Elisengarten soll 2020 nochmals restauriert werden. Vielleicht ist er ja danach so schön, dass der Hütte-16-Betreiber von sich aus sagt: Ich such mir einen andere Standort. Auf den Münsterplatz würde die Hütte wirklich sehr gut passen. – Einen anderen Weg zur Schonung der einzigen innerstädtischen Grünfläche seh ich nicht.

Die Hütte im Jahre 2017 (Foto). In 2018 wanderte sie etwas nach oben. 2019 wird sie in der Vorweihnachtszeit wieder aufgebaut und – wie man zugeben muss – sehr stark frequentiert. s. dazu hier
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Im Dachgeschoss: 35 neue Wohnungen für die Zeppelinstraße

Blick in die Zeppelinstraße. Foto: Archiv

Die jetzt überall diskutierte „Nachverdichtung“ kann und sollte möglichst ein Mehr an Wohnqualität und Stadtqualität bedeuten. Darauf macht die Stadtverwaltung in einer Vorlage aufmerksam, die jetzt dem zuständigen Politikergremium vorgelegt wurde. Die Politiker (19 Männer, 4 Frauen) mussten wegen der herrschenden Wohnungsnot über Nachverdichtungen entscheiden.

Offenlage: Vertretungsweise konnte ich für die Piratenfraktion mit diskutieren und abstimmen (und erhöhte die Frauenquote beträchtlich). Es ging u. a. um die weithin bekannte Zeppelinstraße in Rothe Erde. Dort ist die Stadt im Besitz einer Wohnanlage mit sage und schreibe 128 Wohnungen.

Auf die 4-geschossige Anlage Zeppelinstraße 6 – 40 wollten insbesondere die Grünen am liebsten noch 2 Geschosse draufbauen lassen. Wahnsinn! Ausgerechnet da, wo schon hunderte Menschen so dich und eng zusammenwohnen! Zum Glück – möchte man sagen – scheitert die Idee an der Statik. Aber das wunderte mich doch sehr, was die Grünen – Optik und Wohnqualität missachtend – da bevorzugen. Haben die sich jemals die Anlage in der Zeppelinstraße persönlich angesehen?

Die 1929 errichteten Gebäude werden modernisiert und bekommen ausgebaute Dachgeschosse. Das sind 35 zusätzliche Wohnungen (andernorts könnten viel mehr gebaut werden) für Aachen. Dem konnte ich ziemlich froh zustimmen.

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Siehe zum Thema Nachverdichtung auch: Entwicklungspotentiale städtischer Flächen. Es lohnt sich.

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