Sieger im Wettbewerb plant 150 Wohnungen

Der „Intzeturm“ war bis 2015 das einzige Bauteil, das unter Denkmalschutz stand. Jetzt ist die gesamte Liegenschaft im Frankenberger Viertel geschützt. Dort könnten Wohnungen entstehen.

Fast möchte man sich freuen: Für den Umbau des Geländes der ehemaligen Tuchfabrik in der Charlottenstraße/Ecke Sophienstraße in Aachen liegt ein prima Entwurf vor. Allerdings gehört das Gelände dem Aachener „Investor“ Gerd Sauren, und das bedeutet: Realisierung sehr, sehr ungewiss.

Eine Jury hat sich bei einem Wettbewerb für die Vorschläge des Kölner Büros Astoc entschieden. Zweiter wurde eine Planungsgruppe aus Aachen, Dritter eine Gruppe aus Berlin.

Auf dem Gelände (34.000 Quadratmeter) befindet sich eine Halle, in der vor Jahren immer der Tanzsportclub TSC Schwarz-Gelb Aachen trainierte. Dort gibt es auch einen Wasserturm, den Intzeturm, der soll natürlich erhalten bleiben. Kurios fand ich das große Becken auf dem Gelände, wo einst Wasser angesammelt wurde für den Fall, dass es in der Tuchfabrik mal brennen würde. Soll alles der berühmte RWTH-Professor und Talsperrenexperte Otto Intze geplant haben.  Mehr über die wechselvolle Geschichte dieser Aachener Tuchfabrik: hier.

150 Luxuswohnungen sind in dem Sieger-Entwurf vorgesehen, dazu ein Café und kleine Firmen – für vermutlich Architekten und Designer. Für derart kleine Kreativ-Firmen gibt es in Aachen einen großen Bedarf an Räumen/Läden, die Fabrikcharakter haben sollen. Die „Kreativen“ meiden die 08/15-Büros wie die Pest.

Vier Tage lang dürft ihr die Pläne besichtigen: In der Halle, Charlottenstraße 14, Aachen, ab Montag, 4. Februar, bis Donnerstag, 7. Februar, immer von 16 bis 19 Uhr.

Da (vorne) war einmal ein Teich, aus dem die Feuerwehr im Falle eines Brandes das Wasser schöpfen sollte.

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Schillers „Räuber“ mal gegen den Strich gebürstet

Mit „Die Räuber“ wurde Friedrich Schiller schlagartig berühmt. Jetzt wurde das Stück in der Inszenierung von Ewa Teilmans zum letzten Mal im Theater Aachen aufgeführt.

Ein Mann (Franz heißt die Kanaille) will alles haben, was sein Bruder Karl schon hat oder jedenfalls mal bekommen wird: 1. die Liebe des Vaters, 2. das Erbe und 3. die schöne Braut.

Tja, wenn man merkt, dass der eigene Bruder krass bevorteilt wird, soll man sich im Leben dann darauf konzentrieren, dem Bruder alles wegzunehmen? – – – Ich bin sicher, dass jeder (der noch alle Tassen im Schrank hat) sich schließlich sagt: Was soll’s? Versuch ich eben, ohne das alles trotzdem glücklich zu werden.

Nicht so der Franz. Leider. Im Theater Aachen haben wir jetzt 3 Stunden damit verbracht, dem Franz dabei zuzusehen, wie er versucht, seinem Bruder Karl alles zu nehmen, zum Schluss sogar das Leben. „Was für’n Quatsch“, dachte ich beim Rausgehen. Und damit meinte ich nicht die beeindruckende Aufführung der „Räuber“ von Friedrich Schiller, oder dass das Stück in Aachen aufgeführt wird. Ich meinte, dass der Weg, den Franz einschlägt, kein guter ist und es auch keinen Sinn macht, ihm dabei zuzusehen.

„Was für’n Quatsch“, dachte ich auch wegen Karl. Der, weil ihn sein Vater in einem schwachen Moment wegen seines allzu lockeren Studentenlebens verstößt/verachtet, Hauptmann einer Bande wird, die mordet und sogar ein ganzes Stadtviertel niederbrennt und nicht weiß, was dann. Vor allem, weil Karl  nicht weiß, wohin das führen soll, zu welchem Behufe er sozusagen die ganzen Zerstörungen ausführen lässt und selbst ausführt.

Das erinnerte mich krass an Gelbwesten und Konsorten in Frankreich, an den IS, den arabischen Frühling, an die RAF und wer sonst so alles zerstört, niederbrennt (und mordet). „AfD-Ultras und Brexiteers wollen das Land brennen sehen“, denke ich, wenn ich diese Leute via TV reden höre. Ja, und dann? Was wären denn so die Pläne für nach dem Brennen?

„Freiheit“ brüllt die Bande von Karl mehrfach. Ja, Freiheit von was? Das hätte man doch gern noch gesagt bekommen von Herrn Friedrich Schiller. Der war übrigens erst 22, als er das Stück schrieb und wurde damit schlagartig berühmt.

Im Stück sind natürlich am Ende alle mausetot. Tja, so kanns gehen, wenn die Elternliebe ungerecht verteilt ist. Muss aber nicht.

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Eigenwillig und überzeugend inszeniert hat das Stück Ewa Teilmans. Wer alles auf der Bühne stand, seht ihr hier:

https://www.theateraachen.de/de_DE/spielplan/die-raeuber.14729790

Das Stück ist jetzt nicht mehr auf dem Spielplan.

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Jetzt arbeiten die Leute vom Stadtbetrieb auf Hochtouren

Das Rathaus von Aachen, Bäume und der Markt, alles in Weiß.         Foto: Rahu Ehanantharajah

Seit den frühen Morgenstunden hält der Winter Aachen im Griff. „Der Winterdienst des Aachener Stadtbetriebs ist derzeit mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz“, so teilt die Pressestelle der Stadt Aachen mit.

Und weiter heißt es: Bereits um 4 Uhr in der Nacht habe der Winterdienst mit 35 Fahrzeugen seine Arbeit aufgenommen, habe Kontrollfahrten im Stadtgebiet unternommen und an einigen Stellen „im ersten Dringlichkeitsbereich vorbeugend gestreut„. Zum ersten Dringlichkeitsbereich zählen auf 555 Kilometern zum Beispiel Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen sowie Zufahrtsstraßen zu Krankenhäusern, Schulen, Feuerwachen.

Der Schneefall setzte mit Start des Berufsverkehrs gegen 6 Uhr ein. Seitdem ist der Stadtbetrieb mit allen was Schnee schippen kann auf der Straße. Die Stadtverwaltung appelliert: Es helfe allen Beteiligten, „wenn den Mitarbeitern und Streufahrzeugen bei ihrer Arbeit Platz gemacht wird“.

Die Farbe Weiß ist jetzt allmählich ein wenig dominant, möchte man meinen.

Insgesamt sorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Stadtbetrieb auf rund 1200 Straßen bzw. Straßenabschnitten mit einer Streckenlänge von ca. 1500 Kilometern für sichere Verhältnisse. Neben dem maschinellen Winterdienst sind auch viele Fußtrupps unterwegs, die Geh- und weitere Fußwege vom Schnee befreien. Seit 5 Uhr kümmern sich die rund 270 Kräfte an 223 Kreuzungsbereichen, 27 Fußgängerzonen, 183 Fußgängerüberwegen, 410 Gehwegen, 81 Radwegen, 18 Brückenanlagen und 64 Treppenanlagen um die Verkehrssicherheit.

Insgesamt sind aktuell rund 300 Kräfte des Stadtbetriebs im Einsatz. Da der Deutsche Wetterdienst auch für die kommenden Stunden am heutigen Mittwoch (30. Januar) Schneefall meldet, wird der Wintereinsatz unvermindert fortgesetzt.

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Unter https://bit.ly/2sVzSLF findet man weitere Infos zum Winterdienst und den einzelnen Dringlichkeitsstufen. Außerdem sind dort Informationen zu den Winterdienst-Pflichten für Anwohnerinnen und Anwohner sowie ein FAQ nachzulesen.

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Die schweren Müllfahrzeuge des Stadtbetriebs konnten – laut Pressemitteilung – folgende Straßen wegen des Schneefalls nicht anfahren:

Am Beverbach, Am Branderhof, Am Höfling, An der Kapelle, An der Rast, Auf Krummerrück, Auf Beverau, Austraße, Aussemstraße, Ambrosiusstraße 29-35, Buchenweg, Buschhäuserweg, Christian-Quix-Straße, Dedolphstraße, Düserhofstraße 28-38, Forckenbeckstraße, Galaterstraße, Helvetierstraße, Hitfelder Straße, Im Grüntal, Johannstraße 16-24 und 10-14, Kandelfeldstraße, Karl-Friedrich-Straße 6,8,10,12, Küpperbenden, Kornelimünsterweg, Krähenwäldchen, Krautmühlenweg, Kreuzerdriesch, Kuhlweg, Kullenhofstraße 2-22A, Kullenhofstraße 40-48A, Marienburgerstraße, Morinerweg, Nervierstraße Lintertstraße (die Gassen), Obere Drimbornstraße, Papiermühlenweg, Rotbusch, Rasostraße, Schneebergweg, Seffenter Berg, Steppenbergweg, Sträterstraße, Süsterau, Talbothof 37a, Tauriskerweg, Trevererstraße, Tilsiter Straße, Veneterstraße

Die stehen gebliebenen Mülltonnen werden am Mittwoch, 6. Februar, geleert. Sofern in den nächsten Tagen zusätzlicher Restmüll anfällt, kann dieser in handelsüblichen Müllsäcken neben die Tonnen gestellt werden.

Wie schön: Es hat geschneit, der Bonifatiusweg ist mal in Weiß zu sehen.

 

 

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Schräge Typen (im Stadttheater)

Ängste, Rückschläge und kleine Freuden erleben Elling und sein Kumpel Kjell Bjarne (im Bild) in der gemeinsamen Wohnung, die sie nach einem längeren Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung beziehen dürfen.

Wer im Stadttheater Aachen „Elling“ noch nicht gesehen hat, hat am kommenden Donnerstag, 31. Januar, zum letzten Mal die Gelegenheit dazu. „Elling“ ist eine Komödie, die einen zwar nicht prustend lachen, aber doch gelegentlich schmunzeln lässt. Und am Ende hat man gute Laune.

Elling (Thomas Hamm) und sein Kumpel haben eine Weile in einer psychiatrischen Einrichtung verbringen müssen und sollen nun in einer gemeinsamen Wohnung den Weg ins „normale“ Leben finden. Unterstützt von einem Sozialarbeiter (Benedikt Volley) natürlich, der sie ab und zu besucht.

Wer skurrile Typen kennt oder selbst ein wenig neurotisch ist (und wer ist das nicht?), hat seinen Spaß am Wiedererkennen von Verhaltensweisen, die hier vier Schauspieler total lebensecht darstellen. Man ist sofort „gefangen“ in der Aufführung – und denkt ständig: „perfekt“, genau so ist es.

Wie leicht und vollständig gute Schauspieler bestimmte Typen und bestimmte Verhaltensweisen imitieren können, das ist echt der Hammer. Frank ist ganz der engagierte Sozialarbeiter, Elling und sein Kumpel (Simon Rußig)  kämpfen mit dem Alltag, wo sie telefonieren müssen, einkaufen, in ein Restaurant gehen und Kontakt zu Frauen haben sollen. Die schwangere Nachbarin – wunderbar gespielt von Katja Zinsmeister – stellt die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe.

Am Schluss gab es lang anhaltenden Applaus für alle vier Schauspieler.

Im MOVIE war über das Stück zu lesen: „Mimik, Gestik, Sprache, alles im Einklang und alles so wunderbar schräg. Eine erstaunliche Leistung!“

Und:

https://www.aachener-nachrichten.de/kultur/elling-in-der-kammer-des-theaters-aachen-mit-vielen-surrealen-episoden_aid-24407747

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Ein Tipp: Freitag, 1. Februar, ist das Erfolgsstück „Die Räuber“ von Friedrich Schiller zum letzte Mal im Stadttheater zu sehen. Dauert zwar über drei Stunden, scheint aber keine verlorene Lebenszeit zu sein, wie mir berichtet wurde.

https://www.aachener-nachrichten.de/kultur/theater-aachen-schillers-raeuber-mit-hard-rock-klaengen_aid-24473041

Weitere letzte Chancen: „Das kalte Herz“, Freitag, 15. 02. – „Der Kaufmann von Venedig“, Samstag, 23. 02. – „Lenz“, Samstag, 23. 02.

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Aus der Haushaltsrede der Piraten

Hier mal ein Auszug aus der Haushaltsrede von Marc Teuku, der Fraktionschef der Piraten in Aachen ist. Entscheidend mitgearbeitet hat Matthias Achilles. Diese Rede wurde im Rat der Stadt gehalten. Bei den Haushaltsreden, die jedes Jahr stattfinden, geht es im Wesentlichen darum, wie jede Partei (CDU, SPD, Grüne, FDP, Die Linke, AfA) meint, dass das Geld der Stadt ausgegeben werden soll. Es geht um mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr. Nebenbei: Nur 4 Prozent von diesem Geld werden für Kultur (Museen, Theater, freie Kulturszene usw usw) ausgegeben. 

Wie kommt das Geld in die Stadtkasse? Berlin und Düsseldorf schicken dicke Batzen, und die Stadt hat auch eigene Einnahmen aus Steuern (Gewerbesteuer, Grundsteuer usw). Jetzt der Ausschnitt aus der Rede: 

. . .  Wir haben in allen Ausschüssen darauf verzichtet, eigene Änderungsanträge zu den Haushaltsplanberatungen einzubringen.
Das haben wir nicht getan, weil wir nichts zu verbessern hätten, nicht weil der Haushalt unsere Schwerpunkte spiegelt, sondern weil Sie unsere Vorschläge allerhöchstens gelesen, aber niemals in Betracht gezogen hätten.

Egal wie sinnvoll unsere Punkte gewesen wären, ja, selbst wenn jeder von Ihnen persönlich unseren Punkten zugestimmt und sie für wichtig erachtet hätte,

Marc Teuku, derzeit Fraktionsvorsitzender der Piraten im Rat der Stadt Aachen.

hätten Sie dem doch nicht zustimmen können. Und das liegt einzig und allein daran, dass Sie nicht als selbstständig denkende Politiker, hier wie dort sitzen, sondern ausschließlich als ausführendes Organ einer Koalition.

Und für diese Koalition wäre es schlicht nicht möglich in der begrenzten Zeit der Haushaltsplanberatungen, auf irgendetwas zu reagieren, was nicht ohnehin Teil dieser Koalition oder Verwaltung ist. Ihre Leute hätten sich im Grunde zuerst innerhalb der jeweiligen Fraktion absichern müssen, die sich dann gegenüber ihrem geliebten Koalitionspartner hätte rückversichern müssen, dass es in Ordnung ist, ein kleine Korrektur vorzunehmen.

Und den unnötigen Aufwand würden Sie sich nie machen.

Und genau daran wird klar, was Ihre Koalition anrichtet, was es bedeutet, dass Ihre Leute nichts als ein Werkzeug dieser Struktur sind. Sie können und dürfen gar nicht auf uns reagieren, weil sonst Ihre schöne Konstruktion in sich zusammenfiele! Und wozu?! Damit die Herren Baal und Servos es bequemer haben, damit sie intern wie extern keine Debatten führen müssen, damit sie immer im Sachzwang und nie ehrlich motiviert sind.

Kurz, um zu verwalten statt Politik zu machen, weil sie verlernt haben wie Politik geht.

Wie schon zu Beginn gesagt: Wir werden den Haushalt nicht mittragen. Wir hoffen, daß endlich einmal sachbezogene offene Debatten geführt werden, und dieses politische Kalkül, was zur sichtbaren Lähmung führt, aufhört.

Ende

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Für Stoffwindeln ist kein Geld da. Schade.

In Haaren tagte jetzt das Bürgerforum der Stadt Aachen*. Da ging es nicht nur um die neue Kita, die ausgerechnet auf der zur Welschen Mühle gehörenden Obstwiese errichtet werden soll, woraus aber vermutlich/hoffentlich nichts wird, denn es gibt auch noch andere Standorte – nein, es ging auch um etwas höchst Profanes: um Babywindeln nämlich.

Zwei Mütter informierten prägnant über die Vorteile und den heutzutage einfachen Einsatz von Mehrweg-Windeln und hatten auch Windeln mitgebracht. Rund 200 Anwesende applaudierten. Die Mütter baten die Aachener Lokalpolitiker um eine kleine finanzielle Unterstützung für alle diejenigen, die die Stoffwindeln einsetzen möchten. Die Anschaffung ist nicht ganz preiswert.

Waschen statt wegwerfen

Stoffwindeln sind gut für die Babys: Das Wegwerfwindel-Plastik am Körper ist ungesund. Stoffwindeln sind gut für die Umwelt: Es entsteht viel weniger Müll (4000 Tonnen weniger in 3 Jahren, pro Kind). Stoffwindeln sind gut für die Eltern: Es wird eine Menge Geld gespart.

Die Vertreterinnen von Grünen, Die Linke und Piraten fanden die Sache mit den Mehrfachwindeln eine prima Idee, sie äußerten sich entsprechend. Doch CDU/SPD und natürlich auch die FDP votierten dagegen. Tenor: Können wir nicht zulassen, denn dann kommen demnächst andere, wollen auf Plastik verzichten und dafür Geld aus der Stadtkasse haben. Abgelehnt.

Schade, schade, schade: Eltern, die sich umweltbewusst verhalten und ihren Kindern etwas Gutes tun wollen, werden nicht unterstützt. Also, wenn dafür kein Geld da ist, dann weiß ich es auch nicht . . . Viel wird es ohnehin nicht sein, denn das Waschen ist auch ein bisschen unbequem. Man könnte – analog zur Förderung der Lastenräder – einfach einen Betrag einsetzen und diesen aufbrauchen/verteilen, bis nichts mehr da ist.

Die Stadt verpasst die Gelegenheit, sich kinderfreundlich und umweltfreundlich zu zeigen und innovative Ideen zu unterstützen.

 

*Offenlage: Ich bin für die Aachener Piratenpartei selbst Mitglied im Bürgerforum

s. auch Berichte in den Tageszeitungen https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/buergerforum-in-aachen-gegen-starterpaket-fuer-stoffwindeln_aid-35871357

***

Vorlage, Bezuschussung von Stoffwindelnhttp://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=19444

Infos zu Stoffwindeln: www.windelmanufaktur.com/de/stoffwindeln

Marburg: https://www.marburg.de/buergerservice/dienstleistungen/abfall-windelsaecke-oder-zuschuss-zu-mehrwegwindeln-abfallverminderung-900000449-0.html?myMedium=1

Es ist eine alte Piratenforderung, aber die Grünen haben das sicher auch schon gefordert: http://grafsusanne.de/politik/foerderung-von-mehrwegwindeln/

Einmal in Haaren unterwegs, habe ich mir die Plastik des Aachener Künstlers Joachim Bandau angesehen und fotografiert. Eine weitere Bandau-Arbeit befindet sich in der Aachener Synagoge.

 

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Der Mega-Trend: Re-Nationalisierung

Seien wir (wenige Monate vor wichtigen Europa-Wahlen) ehrlich: Die meisten Menschen in Europa verbinden mit der EU nichts Positives mehr.

Die Nationen sind entlang der europäischen Frage gespalten. Die Griechen? Die hassen die EU. Die Briten auch. Natürlich gibt es da noch echte Europa-

Europa kaputt, Deutschland allein zu Haus.

Freunde, aber die sind in der Minderheit. In Italien, Polen, Ungarn, Rumänien,  Österreich, in Tschechien . . . überall macht sich neuer Nationalismus breit.

Das müssen wir leider eingestehen, dass die Nation vielen (wieder) was bedeutet: Eine Art allerletzte Sicherheit, Identität oder sogar Zuhause. Der Nationalstaat ist wohl nicht „nur eine leere Hülse“, wie wir mal gedacht haben.

Warum? Weil in der EU in letzter Konsequenz sowieso immer Deutschland entscheidet (s. Grenzen auf oder zu, Griechenland, Ukraine).  Deutschland, wo es Arbeitslosenversicherung,  Krankenversicherung und Grundsicherung  gibt, was es in Europa lange nicht überall gibt. Die EU bröckelt, löst sich auf, und das nicht mal langsam, sondern eigentlich doch ziemlich flott. Ob da „Freundschaftsverträge“, wie er heute in Aachen unterzeichnet wurde, noch was helfen?

In allen anderen Ländern – außer Deutschland – funktioniert Europa nicht mehr. Und Anti-EU, das ist eigentlich immer Anti-Deutschland. Man hat die Kritik an Europa den Populisten überlassen. So hat sich in Frankreich sogar eine Gruppe gebildet, die eigentlich stramm nach Rechts geht, die nur alles kaputthauen will, die Bürokraten in Brüssel hinwegfegen und die Bürokraten in anderen Staaten auch.

Werden wir das Ende der Europäischen Union erleben? Es kann alles geschehen, sogar in rasender Geschwindigkeit. Die nächsten 10 Jahre sind entscheidend.

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Was man über den neuen Deutsch-Französischen Vertrag wissen sollte.

Hier ein Link (pdf) zum Vertrag, der heute in Aachen unterzeichnet wurde (hochscrollen). https://www.bundesregierung.de/resource/blob/997532/1570126/c720a7f2e1a0128050baaa6a16b760f7/2019-01-19-vertrag-von-aachen-data.pdf?download=1

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LVR-Bilanz und „100 jahre bauhaus im westen“

Eine schöne Bilanz: Im zurückliegenden Jahr interessierten sich etwa 3,2 Millionen Menschen für die Kultur-Angebote des Landschaftsverband (LVR).

Davon haben rund 1,35 Millionen Gäste die 14 Museen des LVR besucht, so teilte die LVR-Pressestelle jetzt mit. „Damit liegen wir über den Zahlen des Vorjahres“, bilanziert Milena Karabaic, LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege. 2017 lag die Zahl bei 1,23 Millionen.

Doch nicht nur mit seinen eigenen Museen und Kulturdienststellen leistet der LVR einen Beitrag zum Erhalt des rheinischen Kulturerbes. Auch in den sieben vom LVR geförderten Einrichtungen im LVR-Netzwerk Kulturelles Erbe können sich die Zahlen sehen lassen: Knapp 1,9 Millionen Menschen interessierten sich für das Welterbe Stiftung Zollverein, das Energeticon Alsdorf, den Zinkhütter Hof in Stolberg, die Römerthermen in Zülpich, das Rote Haus in Monschau, das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen oder Vogelsang IP in Schleiden.

Neben der fachlichen Beratung leistet der LVR hier mit insgesamt über 3 Millionen Euro wichtige finanzielle Unterstützung.

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2019 ist Bauhaus-Jahr. Mit dem Verbundprojekt „100 jahre bauhaus im westen“ zeigt der LVR gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen (NRW) und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bis 2020, welche gesellschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Impulse das Bauhaus auch in NRW gegeben hat. Unter der Überschrift „Gestaltung und Demokratie“ erinnert es gleichzeitig auch an die Gründung der Weimarer Republik. Schade nur, dass es in Aachen zum Bauhaus-Leiter und Architekten Ludwig Mies van der Rohe keine Ausstellung gibt. Mies war Aachener und zu seiner Zeit ein ultra-cooler Typ.

Nach dem offiziellen Start auf dem UNESCO-Weltkulturerbe Zollverein in Essen finden nun bis ins Jahr 2020 zahlreiche Ausstellungen, Tagungen, Vorträge, Vorführungen, Exkursionen statt. So ist ab dem 23. Januar die Ausstellung des LVR und LWL „Weimar im Westen – Republik der Gegensätze“ im Düsseldorfer Landtag bis 10. Februar zu sehen.

Auch die LVR-Museen beteiligen sich mit Ausstellungen am Bauhaus-Projekt, zum Beispiel zeigt das LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller in Euskirchen ab dem 17. Februar „Mythos Neue Frau. Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik“ und beschäftigt sich mit dem Frauenbild und der Genese eines neuen Kleidungsstils in den 1920er Jahren.

Weitere Informationen zu dem umfangreichen Programm unter: www.bauhaus100-im-westen.de

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In den LVR-Museen erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem diese Ausstellungen:

Bis Ende Februar zeigt das Max Ernst Museum Brühl des LVR die bereits viel beachtete Ausstellung „Dream Lover“ mit Werken von Ruth Marten. Ab Herbst sind visionäre Bildwelten des französischen Comiczeichners Jean Giraud zu sehen, der unter dem Namen „Mœbius“ international bekannt geworden ist.

Immer stärker wird das LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler als touristisches Ausflugsziel und Veranstaltungsort wahrgenommen und besucht, im vergangenen Jahr von knapp 90.000 Menschen. Für die kommenden Jahre ist ein weiterer Ausbau der Angebote vorgesehen.

Auch das Groß-Projekt „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln„in der Kölner Innenstadt schreitet weiter voran. Dieses Kooperationsprojekt des LVR und der Stadt Köln stellt einen Rundgang durch 2.000 Jahre Stadtgeschichte vor und unter dem Kölner Rathaus in den Mittelpunkt. Künftig werden hier die bedeutendsten archäologischen Zeugnisse der Kölner Stadtgeschichte, das römische Praetorium, das mittelalterliche jüdische Viertel und das Goldschmiedeviertel gezeigt. Die bauliche Verantwortung trägt die Stadt Köln, der LVR erarbeitet die Konzeption und übernimmt die Trägerschaft.

Hunderte Gebäude im Bauhaus-Stil (in Tel Aviv, wohin viele Architekten in der Nazi-Zeit geflüchtet waren) hat die Aachener Fotografin Irmel Kamp dokumentiert und die Fotos ausgestellt. – 30 Jahre nach den Aufnahmen hat sie sich wieder nach Tel Aviv begeben und ermittelt, was aus den Gebäuden geworden ist. Ihre neuen Fotos sollen demnächst in Düsseldorf und in Aachen (!) zu sehen sein.

Arndt Lorenz hat für den WDR einen Beitrag gefertigt. Sehenswert. #

(Nur noch zu sehen bis 22. 11. 2019)

 

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Ganz Haaren probt den Aufstand. Ganz Haaren?

Das (Foto oben) ist die Welsche Mühle. Die heißt so, weil sie vor Jahrhunderten einem Welschen gehörte. Welsche sind romanisierte Angehörige keltischer  Völker. Die Welsche Mühle steht in Haaren, was ein Aachener Ortsteil ist und ansonsten sehr arm an bauhistorischen und sonstigen Attraktionen. Haaren wurde in den 1920 Jahren ein Arbeiterviertel.

Das (Foto oben) ist der Mühlenteich der Welschen Mühle. Aus dem speiste sich das Wasser, das von oben auf das Mühlrad knallte und die Mühle in Gang setzte. Es wurde Mehl gemahlen.

Das (nochmal Foto oben) ist die Obstwiese, die zu dem Teich und zu der Welschen Mühle gehört. Das Ensemble wird im Volksmund „der Kurpark von Haaren“ genannt, weil die Leute, besonders die aus dem nahegelegenen Seniorenheim, dort gern eine Runde spazieren gehen.

Auf diese Obstwiese soll in Kürze ein Kindergarten gebaut werden. In Haaren fehlen Kindergartenplätze für rund 90 Kinderchen. Beschlossen wurde das erstmals im Mai 2017 in der Bezirksvertretung Haaren, einstimmig.

Jetzt (reichlich spät) haben sich rund 300 Haarener zu Protesten aufgeschwungen. Sie wollen, dass die Wiese unbebaut bleibt und die Kita auf einem anderen Grundstück errichtet wird, das seinerzeit auch zur Diskussion stand und vielen als geeignet erschien.

Der Fall wird am kommenden Dienstag, 22. Januar, ab 18 Uhr im Bürgerforum diskutiert. Die Mitglieder des Bürgerforums werden vor Ort tagen. Beginn in der GGS Haaren ist um 18 Uhr.

Die Preisfrage ist jetzt übrigens quasi nebenbei: Warum melden die Bürgerinnen und Bürger mal wieder so spät Protest an? Warum haben sie sich nicht schon viel früher eingemischt? Weil sie dazu zu faul waren? Weil sie zu doof und verschlafen sind und nichts mitbekommen? Weil sie trotz Bemühungen der Stadtverwaltung um Mitbestimmung nicht informiert waren? Weil sie – wie an anderer Stelle viele Briten – geglaubt haben: So ein Quatsch wird doch sowieso nicht realisiert?

Die Welsche Mühle, von der Obstwiese aus fotografiert. Übrigens: Die Bilder sind „Bilder“ und nicht die „Wirklichkeit“. Man wählt die Perspektive und einen Ausschnitt und die Lichtdramaturgie aus. Objektiv sind Fotos nie. Wer das glaubt, ist dumm.

Hier weiterlesen. Wenn ihr daran interessiert seid zu erfahren, wie es immer wieder dazu kommt, dass Bürger*innen sich zu spät einmischen. 

***

Folgendes hat die Verwaltung erwogen bei der Überlegung, die Obstwiese der Welschen Mühle als Standort für eine neue Kita vorzuschlagen.

1. Das Grundstück gehört der Stadt, muss also nicht extra gekauft werden.

2. Es ist zwar knapp, hat aber doch so gerade noch die richtige Größe.

3. Der Bebauungsplan muss aber geändert werden. Dauer: 2 Jahre.

4. Die Lage ist innerörtlich und damit gut.

5. Die 90 Kinder (in 6 Gruppen) ergeben einen zusätzlichen Pkw-Verkehr morgens von 45 – 60 Autos. Dafür ist die Mühlenstraße zu klein, sie müsste ausgebaut werden.

6. Wäre die Kita an der Welschen Mühle, wären die Kitas in Haaren gut über das Stadtviertel verteilt.

7. Die Stadt könnte das andere, ebenfalls gut geeignete Grundstück mit Gewinn verkaufen.

***

Bitte schenkt in diesem Fall denen, die routinemäßig Bevölkerungsgruppen gegeneinander stehen sehen, keine Beachtung. Es

Wie passend: Kunst von Peter Lacroix (Aachen) an einer Seite von der Mühle.

heißt, die Alten wollen keine Kita, die Jungen wollen die Kita auf der Obstwiese doch. Das ist durch keine Umfrage belegt. Alt gegen Jung, Reich (Nizzaallee) gegen Arm (Ostviertel) usw. das ist nur ein Klischee.

Bitte glaubt auch denen nicht, die sagen: Die Haarener hatten ja Zeit, sich einzumischen, es sind erwachsene Menschen, jetzt ist demokratisch entschieden, und damit Schluss, aus, Ende, vorbei. Wer so denkt, dem sind Formalitäten wichtiger als die Ängste, die Menschen äußern.

Seid auch vorsichtig, wenn Verschwörungs-Theoretiker sich zu Wort melden. Diese vermuten, dass die Verwaltung oder die Politiker oder beide in Wirklichkeit gar keine Bürgerbeteiligung wollen, sondern den Bürgern ihren Willen aufzwingen wollen. Auch das ist erwiesenermaßen Quatsch.

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Mordsgeschichte im Ludwig Forum

Ein Erlebnis: Theater K. im Ludwig Forum

Richtig gute Theaterkost wird in diesen Tagen im Ludwig Forum geboten. Das Aachener Theater K. führt dort „Nike“ auf, ein blutrünstiges, pralles Stück von Thea Dorn.

Es handelt von einer Frau, die mindestens 19 ältere, gebildete, weiße Männer (darunter: zwei Lehrer und ein Journalist) ermordet hat, und die deshalb in einem Museum zur Schau gestellt wird (Regie: Agma Formanns). Ein Besuch lohnt sich.

Nike, das ist in der griechischen Mythologie der Name der Siegesgöttin. Die Nike im Stück (Mona Creutzer) ist aber zunächst alles andere als eine Siegerin. Sie sitzt im Museum, ist dort quasi in einem Käfig gefangen, und sie ist – wie auch ihre Mordwerkzeuge, mit denen sie den Männern lustvoll die Köpfe (!) abschnitt – Ausstellungsobjekt. Wie es dazu kommt, dass sie am Ende doch als Siegerin das Museum verlässt, das ist vordergründig der Inhalt des Stücks.

Das Publikum erlebt zunächst eine typische Museums-Situation: Man wird im LuFo als Gruppe von Kunstwerk zu Kunstwerk geführt . . . bis hin zu Nike, die außer ein paar schwer verständlichen Zaubersprüchen nichts von sich gibt. Die schlanke und sehr hübsche Museumsführerin Kyra (Anna Scholten) aber, das wird bald klar, gehört zur Inszenierung, und sie bekommt es mit zwei Männern zu tun.

Der Erste ist ein lebensmüder, dickbäuchiger Mann mit Glatze (Martin Päthel), der sich zunächst von Nike ermorden lassen will, sich dann aber unversehens in

Kunst von Allen Jones, die sich im Ludwig Forum befindet, spielt im Stück eine Rolle.

Kyra verliebt, der er mit seiner aufdringlichen Art gewaltig auf die Nerven geht. Nach Art gänzlich rücksichtsloser Männer/Stalker erlaubt sich der Verliebte krasse Übergriffe.

Der zweite Mann ist Kyras Freund Andy (Jochen Deuticke), auch irgendwie lästig. Er kann nicht verstehen, dass sie sich nicht freut, wo er sie doch an ihrem Arbeitsplatz besuchen kommt. Tja.

Was schließlich Nike mit beiden Männern macht, ist nicht schwer zu erraten. Teils bizarr, teils komödiantisch ist das Stück, 80 Minuten vergehen wie im Flug. Am Schluß gab es im LuFo verdienten, lang anhaltenden Beifall.

Weitere Termine im Januar: 18., 19., 24., 26. 27., 31. im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97 – 109.

Theater K. http://www.theater-k.de/nike_index.htm

Termine und Vorverkaufsstellen. http://www.rger.de/theater-k.de/images/Spieltermine_NIKE.pdf

Was Sabine Rother (AN/AZ) schreibt: https://www.aachener-nachrichten.de/kultur/moerderisches-im-ludwig-forum-aachen_aid-35617009

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