Die Brücke Turmstraße ist Vergangenheit, sie liegt zerbröselt auf dem Bendplatz, Teile von ihr werden zur wissenschaftlichen Untersuchung abtransportiert. Etwa 40 Tonnen sind es, die von der Universität Duisburg-Essen für Versuche im Rahmen des Forschungsprojektes „Up-Cement“ genutzt werden. Erforscht werden soll, wie der erhärtete Zementstein vom übrigen Gestein getrennt werden kann, um neuen Zement herzustellen.
Die Aufräumarbeiten gingen unterdessen in Aachen natürlich weiter. „Noch während des laufenden Abbruchs der maroden Hohlkastenbrücke aus dem Jahr 1971 hat das Unternehmen begonnen, die rund 4000 Tonnen Betonschutt zum Bendplatz zu transportieren“, so teilte die Pressestelle der Stadtverwaltung mit.
Ein Betonbrecher zerkleinert das Material für den Weitertransport. Alle Fotos: Stadt Aachen/Andreas Cichowski
Das andere Material, das zum Schutz des Gleisbetts aufgebracht wurde, wurde ebenfalls stückweise abtransportiert: tonnenweise Schotter, Metallplatten und Holzbalken. Danach haben die Fachleute begonnen, für den Abriss zurückgebauten Oberleitungen wieder herzurichten. Dazu arbeiteten die Oberleitungsmonteure rund um die Uhr, um neue Halteseile und Fahrleitungen einzuziehen.
Buchstäblich rund um die Uhr wurde gearbeitet. Viel schwieriger als der Abbau der alten Brücke wird der Aufbau der neuen sein, es wird spannend. Es geht voran.
Schließlich hat eine Gleisstopfmaschine in der Nacht von Dienstag, 24. Mai, auf Mittwoch, 25. Mai, den Schotter im Oberbau unter den Schwellen verdichtet. Ein Schienenpflug kehrte den Schotter von den Schwellen. Auch die Signale der Gleisanlage sind wieder montiert. Die ersten Bagger wurden bereits abtransportiert. Heute, Freitag, 27. Mai, wird ab 21 Uhr der Zugverkehr wieder über die Bahngleise rollen.
Die Bahn nutzte die Stilllegung der Strecke übrigens für vielfältige Ausbesserungsarbeiten auch andernorts.
Die Karlspreisträgerinnen (Mitte) mit Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (r.) und Ex-Oberbürgermerister und Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden (l.) Foto: Alexandra Radermacher
Heute findet in Aachen etwas ganz Besonderes statt: Es ist der Tag der Verleihung des Internationalen Karlspreis zu Aachen an die drei belarussischen Aktivistinnen Swetlana Tichanowskaja, Veronica Tsepkalo und Maria Kalesnikava. In Vertretung ihrer inhaftierten Schwester Maria Kalesnikava ist Tatsiana Khomich dabei.
Rund 600 Personen nehmen an den Feierlichkeiten im Krönungssaal teil, so wurde vorab mitgeteilt. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hält die Ansprache mit einer Würdigung der drei Preisträgerinnen. Ebenfalls zu Gast in Aachen wird die Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola MdEP sein.
„Wir alle möchten Frieden“
Das Karlspreisdirektorium ehrt mit der Verleihung des Karlspreises 2022 „drei mutige Frauen, die unter schwierigsten politischen Bedingungen, unter Einsatz ihrer persönlichen Freiheit und Unversehrtheit, dem Diktator von Belarus die Stirn geboten haben, drei herausragende Persönlichkeiten, die für das eintreten, was den Kern des europäischen Projektes ausmacht: Menschenrechte, Frieden und Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Solidarität“. Der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden betonte im Pressegespräch, dass der Krieg in der Ukraine beinahe selbstverständlich seinen Einfluss auf die Verleihung des Karlspreises habe. Die politischen Botschaften, die an diesem Tag im Krönungssaal verkündet werden, „beziehen sich auf die aktuelle Situation in der Ukraine“. Linden weiter: „Wir alle möchten Frieden und wollen am Himmelfahrtstag ein Zeichen setzen, dass Europa sich gegen Diktaturen wehrt.“
Diese Ehrengäste werden dabei sein
Unter den Gästen der Karlspreisverleihung befinden sich die ehemaligen Karlspreisträger Martin Schulz, Dalia Grybauskaite und Professor Timothy Garton Ash. In Aachen werden zur Karlspreisverleihung ebenfalls Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, Roberta Metsola, Präsidentin des Europäischen Parlaments, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, NRW-Minister für Bundes-, Europaangelegenheiten und Internationales sowie Isabel Pfeiffer-Poensgen, NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft, erwartet. Auch Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, ist Ehrengast der Karlspreisverleihung. Zahlreiche andere Mandatstragende, Botschafter, Generalkonsule, Vertretungen von Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie der Partnerstädte Aachens haben ihr Kommen zugesagt.
Auf dem Katschhof: Friedenskundgebung
Am heutigen Himmelfahrtstag werden die Karlspreisträgerinnen, das Direktorium und die Ehrengäste gegen 13 Uhr auf der Katschhof-Bühne zu einer Friedenskundgebung erwartet. Auf der Kundgebung sprechen – so ist es geplant – neben den Karlspreisträgerinnen Roberta Metsola, Bärbel Bas, Dr. Dalia Grybauskaite, Martin Schulz, Karlspreisträger 2015, und Hendrik Wüst.
Zum Ausklang gibt es ein gemeinsames Singen auf dem Katschhof. Geplant ist auch eine Aktion, bei der die Besucher*innen am Katschhof gemeinsam ein riesiges Peace-Zeichen bilden sollen.
Das Medieninteresse ist groß
Das Medieninteresse an der diesjährigen Verleihung ist groß. Eine knappe Woche vor der Karlspreisverleihung verzeichnete der städtische Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing bereits über 40 Akkreditierungsanfragen – darunter Teams von ARD und ZDF, WDR, BRF und Deutsche Welle, der FAZ sowie verschiedener in- und ausländischer Wort- und Bild-Agenturen.
Die Übertragung der Karlspreis-Verleihung wird am heutigen Himmelfahrtstag live im WDR-Fernsehen von 11.15 bis 12.45 Uhr ausgestrahlt.
Die Erde zu retten, das könnte auch für Printenfans ein wichtiges Anliegen sein. „Karl der Kleine“ wirbt in Burtscheid in der Eupener Straße 35 für dieses Anliegen. Meterhohe Bilder sieht man in Aachen besonders oft im Frankenberger Viertel. Zuletzt wurde am Pastorplatz ein Porträt von Anne Frank fertig. Das Mädchen hat dort vor seiner Flucht in die Niederlande für kurze Zeit bei der Großmutter gewohnt. Es sind dies Graffiti, die mit Billigung und manchmal sogar auf ausdrücklichen Wunsch der Hauseigentümer entstehen. Insofern scheint es in der Kunst der Fassadenmalerei eine Zeitenwende gegeben zu haben. Früher waren derartige Bilder nicht erwünscht, wurden immer schnell entfernt. Eupener Straße: Ein paar Meter weiter badet Karlchen in Printen, wie Onkel Dagobert in seinen Millionen.
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Eine neue Folge des Podcast der ZEIT (mit offenem Ende) ist online. Der Aachener und Ex-Kanzlerkandidat Armin Laschet war 2 Stunden und 44 Minuten bei den Journalisten der ZEIT zu Gast. Jetzt ist das Gespräch, bei dem der Gast das Ende selbst bestimmen kann, auf allen guten Podcastplattformen und bei ZEIT ONLINE nachzuhören.
Die Hamburger teilen zu dem Podcast-Beitrag folgendes mit:
Er war Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der CDU. Bei Antipasti und Peroni spricht Laschet über seine Anfänge als Bundestagsabgeordneter, als er zur “Pizza Connection” gehörte, von seinen politischen Gegnern und Vorbildern, von seinem Glauben und von seinen Begegnungen mit dem Papst – und von seiner besonderen Beziehung zu Angela Merkel.
Er berichtet Christoph und Jochen von Missgeschicken und Negative Campaigning im Wahlkampf und davon, wie er zum Feindbild wurde, was ihn bis heute verwundert. Er schwärmt von seiner Heimatstadt Aachen und vom Karneval, erklärt, wieso er Politiker geworden ist und es nie bereut hat, wie er an Wahltagen die Zeit totschlägt und was er an Scholz Stelle anders machen würde. Als Schlusswort wählte Armin Laschet: “Markus Söder”.
Die Journalistin und Politologin Sonia Mikich hat einige Jahre in Aachen gelebt, studiert und gearbeitet bevor sie sich auf den Weg in die weite Welt machte. Gleich zu Anfang ihrer sehr lesenswerten und spannenden Memoiren „Aufs Ganze“ stellt sie sich so vor:
„Scheidungswaise, Kleineleutekind, Britin, Halb-Serbin, Linke, Feministin, Kabarettistin, Punksängerin, Akademikerin, Auslandskorrespondentin, kinderlos, zwei Mal Gattin, Abenteuerin, Kriegsreporterin, Chefredakteurin.“
Ihre Wege führten sie u.a. zum WDR in Köln, für die ARD nach Moskau und Paris bis hin zur Redaktionsleitung der Sendung „Monitor“, um nur einige Stationen zu nennen.
Bei der Kooperationsveranstaltung von Stadt Aachen, Kulturbetrieb und Buchhandlung Schmetz am Dienstag, 31. Mai, um 20 Uhr im Alten Kurhaus, Komphausbadstraße, in Aachen nimmt Sonia Mikich ihr Publikum mit auf eine turbulente Achterbahnfahrt durch ihr Leben.
Ticketreservierung telefonisch unter 0241-3169, per E-Mail an info@buchhandlung-schmetz.de . Weitere Infos und Onlinekauf unter www.buchhandlung-schmetz.de. Eine Karte kostet im Vorverkauf 15 Euro und an der Abendkasse 20 Euro.
Hier gibt es ein aktuelles Interview mit ihr. Sie äußert sich unter anderem zu Putin und zum grausamen Angriffskrieg in der Ukraine. Mikich, die von sich sagt, sie sei Feministin, war Anfang der 1990er Jahre als Kriegsreporterin in Russland (damals: Sowjetunion), als das Land tatsächlich auf dem Weg zur Demokratie war. Auch über Ex-Kanzler Schröder äußert sie coole Ansichten.
Hitzerekorde wohin man schaut, Spitzentemperaturen bei uns im Mai. Tornados decken Dächer ab und reißen Bäume aus (in Paderborn), Schwärme von Halsbandsittichen und andere hier nie heimische Tiere siedeln sich in unseren Breiten an, in Indien und Pakistan gibt es unerträgliche Hitzewellen, die menschliches Leben gefährden.
Bei uns müssen wegen der Klimaveränderung Stadtplanung und Arbeitsorganisation neu gedacht und endlich angepaßt werden. An vier Jahreszeiten gewöhnt, werden wir bald nur noch zwei haben: eine Art Herbst und viel Sommer.
„Statt immer wieder erstaunt zu vermelden, dass seltsamerweise erneut Hitzerekorde gebrochen wurden, sollte man darüber reden, dass dies womöglich die kühlsten Jahre sind, die wir noch erleben.“ Das schreibt der Journalist Nils Minkmar in seinem Newsletter.
Die Erderwärmung werde die Politik dann wohl bekämpfen, dachte man vor vielen Jahre noch optimistisch. Von wegen. Getan wurde sehr wenig. Die Städte sind gebaut worden, als die Temperaturen noch deutlich niedriger waren. Viele Flächen sind – damit sie Parkplätze sein können oder auch einfach so – versiegelt. Kein Grün weit und breit, von massenhaft begrünten Fassaden keine Spur.
Ein paar Brunnen mit Trinkwasser werden in der Innenstadt installiert, das wurde jüngst beschlossen. Aber sonst: kein Schatten weit und breit. Man lässt sich erstaunlich viel Zeit bei der Umwandlung der Stadt in eine auch bei großer Hitze lebenswerte Zone.
Seltsame Duplizität: Genau die Staaten, die die offene Gesellschaft am stärksten bekämpfen, diese Staaten finanzieren sich mit nichts anderem als dem Verkauf fossiler Brennstoffe. Länder wie Saudi Arabien und Russland zum Beispiel. Der Kampf um die offene Gesellschaft und jener für eine verantwortliche Klimapolitik seien „Geschwister“, schreibt Nils Minkmar.
Der Öcher Cat kann es nicht heiß genug sein auf dem Pflaster, für Menschen wird das Klima mehr und mehr unerträglich. Versiegelte Fläche. Foto: AachenNews ArchivVorne: Eine von unzähligen, sinnlos versiegelten Flächen in Aachen. Dort darf man nicht mal parken, für die Fußgänger*innen gibt es einen breiten Bürgersteig. Derartige Flächen sind vordergründig pflegeleicht, könnten aber auch begrünt werden. Die Anzahl der Kleingärtner*innen in Aachen (es gibt 42 Kleingartenvereine mit tausenden Mitgliedern und langen Wartelisten) zeigt, dass in der alten Kaiserstadt reichlich Menschen leben, die Flächen begrünen wollen und das auch können. Foto: AachenNews Archiv
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) besteht ab heutigem Donnerstagnachmittag (19. Mai) in unserer Region das Risiko von heftigem Starkregen und schweren Sturmböen, lokal Orkanböen und größerem Hagel.
Die Feuerwehr Aachen hat die Lage vor Ort stets im Blick und bittet die Bevölkerung darum, sich aktuell über die drohende Unwetterlage zu informieren und entsprechend umsichtig zu verhalten. Sie weist darauf hin – sollte es zu Starkregen kommen – nicht in vollgelaufene Straßensenken zu fahren oder überflutete Gehbereiche zu durchqueren. Dort bestehen Gefahren beispielsweise durch hochgespülte Gullydeckel und offene Kanalschächte. Auch von den Fließgewässern (Flüsse, Bäche) können Überschwemmungen ausgehen.
Auch der Aachener Stadtbetrieb ist mit dem Bereich Baumpflege in Bereitschaft und wird in Absprache mit der Feuerwehr im Einsatz sein. „Man sollte sich nicht unter Bäumen aufhalten“, betont Andreas Schulz, Teamleiter Baumpflege des Stadtbetriebs. Schon Windstärke 9 reiche bei belaubten Bäumen aus, um Äste zu brechen, die willkürlich herunterfallen können.
Gleiches gilt für den Aachener Wald: Auch dort sollte in den nächsten Tagen auf Spaziergänge verzichtet werden. Äste können abbrechen und zu einer Gefahr werden.
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Wer sich den Abriss ansehen will: Maske mitnehmen. Es staubt. Foto: Stadt Aachen/Andreas SteindlTausende fahren täglich Umwege, weil die Brücke abgerissen und dann neu aufgebaut werden muss. Bisher klappt alles erwartungsgemäß reibungslos. Alle Fotos außer das erste: Stadt Aachen/Andreas CichowskiRund 200 Lkw-Ladungen Bauschutt werden zum Bendplatz gebracht. Dort interessieren sich Wissenschaftler für das Material und ob es wiederverwertbar ist.
Dass es am Ende so schnell gehen würde, damit haben die Kritiker nicht gerechnet. Sie malten nach Kräften schwarz, sahen Verspätungen im Arbeitsfortgang voraus und hörten nicht auf mit dem Schlechtreden. Aber: Innerhalb von drei Tagen ist die marode Brücke an der Turmstraße platt – zwei Tage eher, als es der ursprüngliche Zeitplan vorsah.
Das Heulen und Zähneklappern im Vorfeld des Abriss hatte schon bizarre Züge angenommen. Jetzt haben fünf Kettenbagger ganze Arbeit geleistet. Bagger mit Meißel und Greifzange haben die Brücke, die 1971 gebaut wurde, schrittweise abgerissen. Nachdem die seitlichen Kappen abgebrochen waren, konnten zwei der insgesamt vier Hohlkästen von oben weggeknabbert werden. Es folgte der Abbruch der verbleibenden Brücke von den Bahngleisen aus. „Am Mittwoch, 18. Mai, fiel gegen 16.30 Uhr schließlich das letzte Betonteil“, freut sich die Pressestelle der Stadt in einer offiziellen Mitteilung.
Die Schienen wurden an den Tagen vor den Abrissarbeiten aufwändig mit Holz, Stahlplatten und Schotter abgedeckt.
Das Abbruchspektakel zieht zwischenzeitlich zahlreiche Zuschauer*innen an und war für die Studies bisher jedenfalls total spannend. Die innerstädtische Lage mit den darunter verlaufenden Bahngleisen sei „außergewöhnlich und eine besondere Herausforderung “, sagt Gisela Weiß von der Stadtverwaltung, die zusammen mit ihrem Kollegen Elmar Holzbach die Projektleitung übernommen hat.
Staub und Krach satt. Was am Büchel geschafft wurde, wiederholt sich jetzt im Uni-Viertel. Ein kaputtes Bauwerk wird abgerissen, ein neues errichtet.Das ist der Lauf der Zeit.
Der zügige Abbruch führt dazu, dass nun etwas mehr Zeit ist, um die rund 4000 Tonnen Betonschutt abzutransportieren und das Gleisbett sowie die Oberleitungen wieder herzurichten. Rund 200 LKW-Ladungen werden zum Bendplatz gebracht, wo das Material im Betonbrecher zerkleinert und später weiter verladen wird. Die Stahldrähte, die in der Brücke verbaut waren, „werden vorher aussortiert, später eingeschmolzen und zu neuem Material verarbeitet“, so wurde mitgeteilt.
Um zügig voranzukommen wurde beim Abriss auch nachts gearbeitet. Den Anwohnern wurde ein Umzug in ein Hotel angeboten. Auf Kosten der Stadt. Bagger im Frontalangriff auf eine Aachener Brücke.
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Mehr Infos zur Umleitung für Radfahrer*innen und Pkw, zur Sperrung allgemein und zur Sperrung des Zugverkehrs, zum Zustand der Brücke und warum musste sie eigentlich abgerissen werden und wie die neue Brücke aussehen wird (fertig: Ende 2023) usw. unter www.aachen.de/turmstrasse.
Die Kripo teilt mit, sie habe „seit geraumer Zeit“ gegen eine Personengruppe ermittelt, die im Verdacht steht, gewerbsmäßige Bandenhehlerei zu betreiben. Hehler übernehmen gestohlene Teile – im heutigen Fall gestohlene Fahrräder und Pedelecs (E-Bikes) – und verkaufen sie weiter. Abnehmer*innen machen sich zwar strafbar, lassen sich aber immer finden.
Dieses Business hat die Aachener Polizei vorerst gestoppt.
In den frühen Morgenstunden des gestrigen Dienstag (17. Mai) haben die Beamten die Wohnungen von drei Hauptverdächtigen und eine Garage durchsucht, die einer Bande als Lager diente. Das Amtsgericht Aachen hatte entsprechende Beschlüsse erlassen. Bei den Durchsuchungen sei eine ganze Wagenladung von Fahrrädern und Pedelecs gefunden und sichergestellt worden, so erfahren wir.
Die Polizei stoppte gestern die „Geschäfte“ einer Hehlergruppe. Die Leute hatten sich auf den Verkauf von geklauten Rädern spezialisiert. Fotos: Polizei
Eine erste Überprüfung habe ergeben, dass sieben dieser Fahrräder konkreten Diebstählen zugeordnet werden konnten. Die Bestohlenen werden in den nächsten Tagen benachrichtigt.
„Wir haben heute erfolgreich vier Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und zahlreiche hochwertige Fahrräder sichergestellt. Das alles ist das Ergebnis der erfolgreichen Ermittlungsarbeit der speziell eingerichteten Ermittlungsgruppe Bike und des zuständigen Kriminalkommissariats“, freut sich Polizeipräsident Dirk Weinspach.
Die Aachener Polizei wird – wohl auch motiviert durch diesen Erfolg – in der nächsten Zeit verstärkt weitere Fahrradkontrollen machen. In diesem Zusammenhang weist die Polizei auf die Fahrradpass-App hin. Die ermöglicht es, alle notwendigen Fahrraddaten im Handy immer dabei zu haben, um sie der Polizei im Falle eines Fahrraddiebstahls schnell zur Verfügung stellen zu können.
Die App bietet außerdem die Möglichkeit, ein Foto der Kaufrechnung als Eigentumsnachweis zu speichern. Das kann im Einzelfall die Fahrradkontrolle erheblich verkürzen.
Die Polizei bei der Arbeit. Bei einer Hehlergruppe fand sie gestern etliche hochwertige Fahrräder.
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Dass es sinnvoll ist, sein Rad mit einem GPS-Sender auszustatten, zeigt dieser Fall, der sich am vergangenen Montag in Aachen zugetragen hat.
Gegen 20.30 Uhr hatte ein Mann den Diebstahl seines E-Bikes an der Jülicher Straße gemeldet. Mithilfe eines GPS-Senders konnte das Rad kurze Zeit später in der Stolberger Straße geortet werden. Auch die beiden Fahrraddiebe konnte die Polizei dort antreffen.
Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung fanden die Polizisten dann allerdings noch Betäubungsmittel und umfangreiches Zubehör: unter anderem 23 Cannabispflanzen, Wärmelampen, Luftbefeuchter und eine Belüftungsanlage.
Die beiden Tatverdächtigen aus Aachen (21 und 22 Jahre alt) müssen sich nun wegen besonders schweren Diebstahls verantworten. Das E-Bike ist mittlerweile wieder bei seinem Besitzer. (sk)
Keine wichtige Entscheidung ohne vorherigen Blick in die Statistik. Seit heute läuft eine Art Volksbefragung, der Zensus 2022, auf vollen Touren. Rund 1,5 Millionen Personen (und bei der Gebäude- und Wohnungszählung etwa vier Millionen Eigentümer*innen von Wohnraum bzw. deren Beauftragte) werden in NRW befragt.
Bei der Haushaltebefragung wird in NRW etwa jeder 12. Haushalt befragt. Während in der größten Stadt Köln rund 90.600 Personen Auskunft geben müssen, sind es in der kleinsten Gemeinde Heimbach etwa 1000 Personen.
In Aachen werden 22.900 Personen befragt, und in der StädteRegion insgesamt 49.200. In Monschau (mit seinen Ortsteilen) übrigens nur 1200. Wie viele Personen in den Gemeinden und Städten im einzelnen befragt werden, könnt ihr hier finden: https://www.it.nrw/sites/default/files/atoms/files/196_22_0.pdf
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Keine Befragung ohne vorherige Ankündigung: Bei einem Termin an der Wohnungstüre/Haustüre werden nur die wichtigsten Fragen für die Ermittlung der Einwohnerzahlen gestellt. Die Interviewer*innen kündigen sich mit einem Anschreiben und einer Terminankündigungs-Karte an. Die Interviews dauern etwa fünf bis zehn Minuten und können kontaktarm an der Haus- bzw. Wohnungstür stattfinden.
Fragen zur Bildung und zur Erwerbstätigkeit können später über den einfach zu bedienenden Online-Fragebogen beantwortet und übermittelt werden. Die Zugangsdaten zur Anwendung erhalten die Befragten von den Interviewer*innen. Falls in Einzelfällen kein Gesprächstermin vor Ort zustande kommt, können die zuständigen Erhebungsstellen die Zugangskennungen und weiterführende Informationen zur Online-Meldung auch zusenden.
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Auch der Versand der Anschreiben an die Befragten der Gebäude- und Wohnungszählung startet in Nordrhein-Westfalen ab heute. Die Anschreiben enthalten die Zugangsdaten für den Online-Fragebogen. Das Ausfüllen dauert in der Regel weniger als zehn Minuten.
Den Befragten werden durch eine gezielte Filterführung auch nur die Fragen angezeigt, die von ihnen tatsächlich zu beantworten sind. Personen, die ihre Angaben lieber in einem traditionellen Papierfragebogen übermitteln möchten, erhalten diesen – wenn sie nicht online antworten – automatisch mit einem Erinnerungsschreiben. Der Fragebogen muss nicht extra bei IT.NRW angefordert werden.
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Was ist mit dem Datenschutz? Alles natürlich total sicher, wird mitgeteilt. Na ja, das werden wir abwarten müssen.
Das Statistische Landesamt ist optimistisch: Es weist darauf hin, dass alle beim Zensus 2022 erfragten Informationen strengsten Datenschutz- und Datensicherheitsbestimmungen unterliegen. Der Schutz der Daten jeder einzelnen befragten Person habe oberste Priorität. Individualdaten dürften den abgeschotteten Bereich der amtlichen Statistik nicht verlassen.
Für alle Befragten und alle Bürger*innen, die Fragen zum Zensus haben, wurde unter der Telefonnummer 0211 / 828 3838 3 eine Service-Hotline eingerichtet. Die Hotline ist montags bis freitags von 7 bis 21 Uhr und samstags von 9 bis 16 Uhr erreichbar.
Quelle: Pressestelle des Landesbetrieb IT.NRW, Statistik und IT-Dienstleistungen
Ausgesuchte Personen werden befragt und Gebäude werden ab heute gezählt. Quasi halbfertige Wohnkomplexe wie der hier fotografierte in der Aachener Alfonsstraße (zwischen Ostviertel und Frankenberger Viertel gelegen) bleiben ungezählt.
In ganz Deutschland werden etwa 30 Millionen Menschen befragt. Die Befragten sind alle zufällig ausgesucht worden. Was man wissen will: Name, Geburtsdatum, Geschlecht, Familienstand, Wohnsituation, Migrationshintergrund, Staatsangehörigkeit, Bildungsabschluss, Erwerbstätigkeit. Auch Menschen in Wohnheimen werden erfasst.
Bei der Gebäude- und Wohnungszählung müsst ihr als Eigentümer*innen angeben: Art des Gebäudes, Baujahr, Größe, Nettokaltmiete, Leerstandsdauer, Leerstandsgründe (da wüsste man doch gerne, was z. B der Eigentümer der Gebäude in der unteren Adalbertstraße alles Blaues vom Himmel erzählt, bitterlach) , Heizungsart und Energieträger.
Die ausgesuchten Personen sind auskunftspflichtig, andernfalls: Zwangsgeld. Die Erhebung soll bis Mitte August abgeschlossen sein. Ergebnisse liegen erst Ende 2023 vor.
Die Europäische Union verpflichtet ihre Mitgliedsstaaten, alle 10 Jahre einen Zensus durchzuführen. Eigentlich sollte das alles 2021 über die Bühne gehen. Hat aber wegen Corona nicht geklappt.
Bundesweit werden 100.000 Interviewer*innen im Einsatz sein. Die haben sich zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet. Toi, toi, toi. sagen wir dazu mal.
In Süsterfeld errichtet die Aachener Firma Derichs und Konertz mit Famos Immobilien aus Korchenbroich derzeit das Bürogebäude „Office West“, das die RWTH Aachen University langfristig angemietet hat. Und – wie fast immer wenn man in Aachen in die Tiefe geht – kommen die Überreste unserer vor-römischen, römischen und mittelalterlichen Altvorderen zum Vorschein.
Genau hier erkennen Archäologen nichts weniger als eine römische Straße. Man weiß nicht wie und woran genau, aber sie sind sich sicher. Foto: Stadt Aachen/Andreas Schaub
Bei archäologischen Untersuchungen im Nordwesten der Aachener Innenstadt (Süsterfeld) sind jüngst spannende Entdeckungen gemacht worden. Schon bevor die ersten Bagger anrückten, vermuteten die Experten um Stadtarchäologe Andreas Schaub, dass in dem Bereich Interessantes über Aachens Geschichte im Erdreich schlummern könnte.
„Grund dafür ist eine römische Siedlung, die beim Bau von Pariser bzw. Toledoring Anfang der 1980er Jahre entdeckt und deren Fortsetzung im Baufeld vermutet wurde“, erklärte Schaub vor Ort.
Die römische Siedlung habe unmittelbar an der römischen Straße Aachen – Heerlen – Xanten gelegen, so wurde mitgeteilt. Um deren exakten Verlauf im Plangebiet zu ermitteln, seien seitens der Stadtarchäologie zwei Sondierungsgräben angelegt worden. Dieses Vorgehen sei schon in einem frühen Planungsstadium des Projektes mit den Verantwortlichen abgestimmt worden.
Die Römerstraße sei tatsächlich östlichen der beiden Sondierungsflächen in rund zwei Metern Tiefe angetroffen worden. „Sie bestand aus einer kompakten Schicht aus Feuersteinkies“, erläuterte Schaub. Durch die intensive Nutzung der Straße hätten sich tiefe Karrenspuren in die Trasse eingegraben.
Dort fand sich unter anderem ein zerbrochenes Hufeisen. Andreas Schaub: „Dieser Fund stammt sicher aus nachrömischer Zeit und zeigt an, dass die Straße auch noch lange nach den Römern bestanden hatte. In Flurkarten des 18. und 19. Jahrhunderts lebte sie als ‚Süstergasse‘ fort. Diese führte weiter nach Nordwesten, an der Ölmühle vorbei über den Wildbach. Knapp neben dem Wildbachübergang lag auch das seit der Karolingerzeit bestehende Hofgut Schurzelt.“
Die Grabungen zeigen, dass die Straßentrasse nach der Römerzeit mindestens zweimal grundlegend erneuert wurde. Mindestens in einem Fall geschah dies, nachdem sich anstelle der Straßentrasse eine Art Teich gebildet hatte. Es wird derzeit an der RWTH (Lehr- und Forschungsgebiet Neotektonik und Georisiken) untersucht, ob es sich dabei um die Folge einer seismisch beeinflussten Bodenverschiebung handelte, die einen natürlichen Abfluss anfallenden Hangwassers vom Hörnhügel verhinderte.
Im zweiten Sondierungsschnitt fanden sich überraschenderweise Spuren einer bis dato völlig unbekannten mittelalterlichen Siedlung. Nach den Funden zu schließen, bestand sie etwa zwischen dem 12. und 15./16. Jahrhundert. Einzelne Keramik- und Feuersteinfunde deuten zudem auf eine vorrömische Besiedlung im näheren Umfeld hin, von der sich in den Sondagen aber keine weiteren Spuren nachweisen ließen.
War für die Sondagen die Stadtarchäologie verantwortlich, so erfolgt die weitere archäologische Begleitung des Bauvorhabens durch die archäologische Fachfirma sk ArcheoConsult aus Aachen. Diese konnte bereits bei ersten Kanalbauarbeiten ebenfalls die Römerstraße untersuchen.
Völlig überraschend sei dabei auch eine römische Holzwasserleitung gefunden, die möglicherweise eine unweit des Plangebiets liegende Badeanlage speiste, teilte das Presseamt mit.
Wie möchten sich junge Aachenerinnen und Aachener bei Themen einbringen, die ihnen wichtig sind? Antworten darauf soll die Umfrage „Mitreden in Aachen“ liefern. Interessierte können noch bis zum 15. Mai online unter www.aachen.de/jugendumfrage teilnehmen. Alle 11- bis 19-Jährigen haben in den letzten Tagen bereits eine Einladung zur Jugendumfrage per Post erhalten. Darüber hinaus sind auch junge Erwachsene über 19 Jahren herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.
Mit nassen Füßen
Für Familien mit Kindern von ca. 7 – 13 Jahren gibt es Samstag, 2. Mai, von 14 bis 17 Uhr, Erkundung am & im Wildbach. Zu sehen sind: Weitgehend naturbelassene Landschaft, Zeugen der industriellen Vergangenheit mit Mühlen und Tuchindustrie, ein Bach in dem viel Leben steckt. Bitte mitbringen: Wasserfeste Schuhe, Handtuch, Wechselkleidung, Picknick. Start: Parkplatz Tuchwerk, Strüverweg 116. Anmeldung bis 30. April: h.heers@gmx.de oder 0172 7733 237, Kostenbeitrag: Kinder 5,-€ (eine Begleitperson frei), Erwachsene 9,- €
Seit Januar 2025 werden unter der Erde Leitungen und Kanäle erneuert. Dabei kamen überraschende archäologische Funde ans Licht: Gräber, Mauerreste und Alltagsgegenstände. Die archäologischen Arbeiten werden ab dem 29. April inklusive einiger Originalfunde im Rahmen einer Ausstellung in der Planbar, Theaterplatz 7, beleuchtet. Öffnungszeiten: dienstags bis samstags 15 bis 18 Uhr.
Zu Unrecht inhaftiert
IG Metall und Amnesty International stellen zum 1. Mai Soli-Postkarten für inhaftierte Gewerkschafter*innen zur Verfügung. In diesem Jahr richtet sich der Protest gegen die Inhaftierung von Volha Brytsikava (ehemalige Vorsitzende der unabhängigen Gewerkschaft in der Ölraffinerie Naftan; Belarus) und Lee Cheuk-yan (ehem. Generalsekretär des unabhängigen Gewerkschaftsbundes von Hongkong), die seit Jahren inhaftiert sind.
Die Postkarten liegen auf einem Infotisch in der Citykirche, Großkölnstraße, aus und können dort unterschrieben und in den gelben Amnesty-Briefkasten eingeworfen werden.
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Über4 Jahre, in denen es 300 Millionen Europäern nicht gelungen ist, den barbarischen Anführer von 150 Millionen Russen zu stoppen. „Nie mehr Krieg“, das bedeutet, dass man in der Lage ist, sich zu wehren, so dass kriegslüsterne, niederträchtige Diktatoren und Massenmörder erst gar nicht auf die Idee kommen, einen Krieg zu beginnen.
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In a world full of trends, choose something timeless: EU values
Wertstoffe sammeln
Das Wertstoffmobil hält künftig regelmäßig auf drei Supermarkt-Parkplätzen: am Kaufland an der Vaalser Straße, am Hit Sütterlin am Tivoli und am ALDI in Oberforstbach. Im April steuert das Wertstoffmobil wieder die genannten Supermarkt-Parkplätze an. Hier Infos zu Terminen und Wertstoffen,Quelle: Presseamt
Verantwortlich für diese Seite: Margret Vallot. - Immer dabei: ein Herz für Aachen und seine Menschen. Wir freuen uns über Post, auch wenn euch mal etwas nicht gefällt, wir lernen gerne jeden Tag dazu. Die Adresse: mail@AachenNews.org
Aktuelle Störungen
Weil es in den letzten Wochen in Aachen den ein oder anderen Stromausfall gegeben hat: Hier findet ihr immer eine aktuelle Übersicht über die Störungen im Netzgebiet.
Mängelmelder
Den Mängelmelder der Stadt Aachen bzw. die Plattform, erreicht ihr hier. Diese Möglichkeit, auf Missstände hinzuweisen, hat sich als hilfreich erwiesen.
Wer das Fahrrad meidet, noch immer im Auto unterwegs ist, für den/die ist vielleicht diese Seite interessant. Dort wird Geblitzten geholfen, Bußgelder und Flensburg-Punkte anzufechten. In Aachen fordern 5 feste Blitzen zum Langsam-fahren auf. Eher mäßig: Unter 50 deutschen Städten landet Aachen nur auf Platz 40, wenn man die Verteilung der Blitzgeräte auf die Straßenfläche nimmt. Feste Blitzen sind außer Ecke Lothringerstraße/Wilhelmstraße:
Krefelder Straße (B57): Ecke Monheimsallee (stadtauswärts, Ampelblitzer).