Tschüss Durchgangsverkehr – 2. Stufe des Reallabor zündet heute

Ab heute, 30. Mai, sind in Aachens Innenstadt weitere Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Dies geschieht im Rahmen des Reallabors, das zum Ziel hat, den Menschen den Straßenraum zurück- und ihn den Kfz wegzunehmen. Ein Vorhaben, dass möglich ist, weil es im Stadtrat gerade die entsprechenden Mehrheiten gibt.

Die Jakobstraße (die zur Zeit ohnehin in Teilen eine Baustelle ist) feierte am Wochenende schon mal ein Straßenfest (s. unten). Auffallend: Niemand trug eine Maske. Der Flohmarkt auf dem Mittelstreifen der Oppenhoffallee wurde am WE ebenfalls sehr gut besucht. Am Samstag, 11. Juni, feiert die Wirichsbongardstraße und am Samstag, 25. Juni, die Lothringer Straße ihr Fest. Am 11. Juni gibt es in der Sandkaulstraße wieder den CSD.

Die Verkehrsberuhigung räumt dem Fuß- und Radverkehr den Vorrang ein, stärkt die Aufenthaltsqualität in einem studentisch geprägten Stadtraum und ermöglicht bekanntlich neue Nutzungen des öffentlichen Raums.

Die Sperrung des Annuntiatenbachs wird ab heute eingerichtet. Die Stadtverwaltung teilt mit, sie werde das Reallabor kontinuierlich untersuchen und bewerten – durch Befragungen und Erhebung von Verkehrsdaten. Jenseits der Effekte direkt vor Ort „geht es dabei auch um die Ermittlung von Verdrängungsverkehren ins Quartier“. So soll die ergänzende Sperrung des Annuntiatenbachs ausdrücklich verhindern, dass der Kfz-Verkehr auf das Nebenstraßennetz innerhalb des Grabenrings ausweicht.

Die Sperrung des Annuntiatenbachs erfolgt auf Höhe der Judengasse als sogenannte „Diagonalsperre“. Sie besteht aus mehreren rot-weiß-markierten, herausnehmbaren Pollern, die in die Fahrbahn eingebaut sind. Die Tiefgarage unter dem Kármán-Auditorium und das Kaiser-Karls-Gymnasium sind weiterhin über die Eilfschornsteinstraße erreichbar.

Die Stadtverwaltung empfiehlt allen Personen, die mit Auto, Motorrad oder LKW unterwegs sind, die offiziell ausgeschilderten Umleitungsstrecken rund um Templergraben und Turmstraße zu nutzen. 

Die Beschilderung des Reallabors Templergraben wird in den nächsten Wochen angepasst. An den Knotenpunkten Hirschgraben/Pontdriesch und Wüllner-/Eilfschornsteinstraße werden Sackgassen-Schilder aufgestellt. 

AachenNews wünscht allen, die jetzt außen um die Innenstadt herumfahren müssen und nicht mehr einfach quer dadurch können eine gute Fahrt!

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Karlspreis doch nicht überflüssig

Maria Kalesnikava (vertreten durch ihre Schwester), Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo (Mitte) sind die 63. Trägerinnen des Internationalen Karlspreises zu Aachen. Nach der Preisverleihung mit Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (l.) und dem Vorsitzenden des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden (r.). Fotos:Stadt Aachen/Andreas Herrmann
Den öffentlichen Schlusspunkt setzte das gemeinsam gesungene Lied „We shall overcome“. Dabei bildeten zahlreiche Menschen gemeinsam ein überdimensionales „Peace“-Zeichen auf dem Katschhof.

Alle Achtung! So viel lobende Resonanz auf eine Karlspreisverleihung gab es selten. Wir konnten nicht persönlich anwesend sein bei der Verleihung, freuen uns aber sehr. Gerade weil wir in den Jahren zuvor so oft gehört haben: „Karlspreis? Völlig überflüssig. Irgendwelche alten Männer zeichnen andere alten Männer aus, die ihren Job gut gemacht haben.“

Dabei sind solche Preise wie der Karlspreis eine gute Sache. Im besten Fall (wie dieses Jahr) erinnern sie an Menschen, die für ihre Arbeit, für ihr politisches Engagement im Gefängnis sitzen und schon fast dabei sind, vergessen zu werden. Investigativ-Journalist Julian Assange geht es so und Maria Kalesnikava könnte es bald ebenso ergehen. Sie wurde zu über 10 Jahren Haft verurteilt.

Gäbe es die Preisvergabe nicht, könnte das Schicksal dieser mutigen Frau in Vergessenheit geraten. Der Karlspreis ist allerdings auch wichtig, weil diejenigen, die ihn bekommen – 2022 die drei belarussischen Aktivistinnen Swetlana Tichanowskaja, Veronica Tsepkalo und Maria Kalesnikava – ermutigt werden, sich weiter für Demokratie und Menschenrechte und für ein vereintes und freies Europa einzusetzen. Der Preis sagt: „Gut gemacht. Und mach weiter so.“

Der Karlspreis ist zum Glück im Laufe der Jahre so prominent geworden, dass er von einer breiten Öffentlichkeit beachtet wird. Und dieser Öffentlichkeit wird vermittelt, wer das ist, der/die in der politischen Szene Europas geschätzt wird, wen man für mutig und ideenreich, friedlich und intelligent hält. Der Karlspreis kann in der Öffentlichkeit wie ein moralischer Kompass wirken. Er sagt immer: „Diese Person finden wir vorbildlich, bitte orientiert euch an ihr.“ 

Wenn man bedenkt, wie lange und intensiv das Karlspreis-Direktorium prüft, ob die infrage kommende Person auch wirklich preiswürdig ist, müssten eigentlich Fehlgriffe ausgeschlossen sein. Man kann ziemlich sicher sein, dass wenn man sie in ihrer politischen Arbeit unterstützt, man alles richtig macht. 
Denn allein Preise zu vergeben, dabei sollte es nicht bleiben. Man sollte sich zur Unterstützung aufgefordert, ja sogar verpflichtet fühlen. Das ist schwerer als einfach nur zu Hause rumzusitzen und froh zu sein, dass Aachen dieses Jahr eine gute Wahl getroffen hat.

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In mehreren Podcasts war der Karlspreis Thema: zum Beispiel hier

Karlspreisträgerin in der Tagesschau, hier zu sehen und zu hören

Lesenswerter Bericht in der Süddeutschen, hier gefunden

Im Deutschlandfunk Kultur sprach Bascha Mika unter anderem über den Karlspreis

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Hier mal wieder etwas Musik (aus Bukarest, Hauptstadt von Rumänien)

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40 von 4000 Tonnen Aachener Bauschutt bekommt die Uni Duisburg-Essen

Die Brücke Turmstraße ist Vergangenheit, sie liegt zerbröselt auf dem Bendplatz, Teile von ihr werden zur wissenschaftlichen Untersuchung abtransportiert. Etwa 40 Tonnen sind es, die von der Universität Duisburg-Essen für Versuche im Rahmen des Forschungsprojektes „Up-Cement“ genutzt werden. Erforscht werden soll, wie der erhärtete Zementstein vom übrigen Gestein getrennt werden kann, um neuen Zement herzustellen.

Die Aufräumarbeiten gingen unterdessen in Aachen natürlich weiter. „Noch während des laufenden Abbruchs der maroden Hohlkastenbrücke aus dem Jahr 1971 hat das Unternehmen begonnen, die rund 4000 Tonnen Betonschutt zum Bendplatz zu transportieren“, so teilte die Pressestelle der Stadtverwaltung mit.

Ein Betonbrecher zerkleinert das Material für den Weitertransport. Alle Fotos: Stadt Aachen/Andreas Cichowski

Das andere Material, das zum Schutz des Gleisbetts aufgebracht wurde, wurde ebenfalls stückweise abtransportiert: tonnenweise Schotter, Metallplatten und Holzbalken. Danach haben die Fachleute begonnen, für den Abriss zurückgebauten Oberleitungen wieder herzurichten. Dazu arbeiteten die Oberleitungsmonteure rund um die Uhr, um neue Halteseile und Fahrleitungen einzuziehen. 

Buchstäblich rund um die Uhr wurde gearbeitet. Viel schwieriger als der Abbau der alten Brücke wird der Aufbau der neuen sein, es wird spannend.
Es geht voran.

Schließlich hat eine Gleisstopfmaschine in der Nacht von Dienstag, 24. Mai, auf Mittwoch, 25. Mai, den Schotter im Oberbau unter den Schwellen verdichtet. Ein Schienenpflug kehrte den Schotter von den Schwellen. Auch die Signale der Gleisanlage sind wieder montiert. Die ersten Bagger wurden bereits abtransportiert. Heute, Freitag, 27. Mai, wird ab 21 Uhr der Zugverkehr wieder über die Bahngleise rollen.

Die Bahn nutzte die Stilllegung der Strecke übrigens für vielfältige Ausbesserungsarbeiten auch andernorts.

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Karlspreis geht mutig neue Wege: Aktivistinnen werden heute ausgezeichnet.

Die Karlspreisträgerinnen (Mitte) mit Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (r.) und Ex-Oberbürgermerister und Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden (l.) Foto: Alexandra Radermacher

Heute findet in Aachen etwas ganz Besonderes statt: Es ist der Tag der Verleihung des Internationalen Karlspreis zu Aachen an die drei belarussischen Aktivistinnen Swetlana Tichanowskaja, Veronica Tsepkalo und Maria Kalesnikava. In Vertretung ihrer inhaftierten Schwester Maria Kalesnikava ist Tatsiana Khomich dabei. 

Rund 600 Personen nehmen an den Feierlichkeiten im Krönungssaal teil, so wurde vorab mitgeteilt. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hält die Ansprache mit einer Würdigung der drei Preisträgerinnen. Ebenfalls zu Gast in Aachen wird die Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola MdEP sein.

„Wir alle möchten Frieden“

Das Karlspreisdirektorium ehrt mit der Verleihung des Karlspreises 2022 „drei mutige Frauen, die unter schwierigsten politischen Bedingungen, unter Einsatz ihrer persönlichen Freiheit und Unversehrtheit, dem Diktator von Belarus die Stirn geboten haben, drei herausragende Persönlichkeiten, die für das eintreten, was den Kern des europäischen Projektes ausmacht: Menschenrechte, Frieden und Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Solidarität“. Der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden betonte im Pressegespräch, dass der Krieg in der Ukraine beinahe selbstverständlich seinen Einfluss auf die Verleihung des Karlspreises habe. Die politischen Botschaften, die an diesem Tag im Krönungssaal verkündet werden, „beziehen sich auf die aktuelle Situation in der Ukraine“. Linden weiter: „Wir alle möchten Frieden und wollen am Himmelfahrtstag ein Zeichen setzen, dass Europa sich gegen Diktaturen wehrt.“ 

Diese Ehrengäste werden dabei sein

Unter den Gästen der Karlspreisverleihung befinden sich die ehemaligen Karlspreisträger Martin Schulz, Dalia Grybauskaite und Professor Timothy Garton Ash. In Aachen werden zur Karlspreisverleihung ebenfalls Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, Roberta Metsola, Präsidentin des Europäischen Parlaments, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, NRW-Minister für Bundes-, Europaangelegenheiten und Internationales sowie Isabel Pfeiffer-Poensgen, NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft, erwartet. Auch Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, ist Ehrengast der Karlspreisverleihung. Zahlreiche andere Mandatstragende, Botschafter, Generalkonsule, Vertretungen von Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie der Partnerstädte Aachens haben ihr Kommen zugesagt.

Auf dem Katschhof: Friedenskundgebung

Am heutigen Himmelfahrtstag werden die Karlspreisträgerinnen, das Direktorium und die Ehrengäste gegen 13 Uhr auf der Katschhof-Bühne zu einer Friedenskundgebung erwartet. Auf der Kundgebung sprechen – so ist es geplant – neben den Karlspreisträgerinnen Roberta Metsola, Bärbel Bas, Dr. Dalia Grybauskaite, Martin Schulz, Karlspreisträger 2015, und Hendrik Wüst.

Zum Ausklang gibt es ein gemeinsames Singen auf dem Katschhof. Geplant ist auch eine Aktion, bei der die Besucher*innen am Katschhof gemeinsam ein riesiges Peace-Zeichen bilden sollen.

Das Medieninteresse ist groß

Das Medieninteresse an der diesjährigen Verleihung ist groß. Eine knappe Woche vor der Karlspreisverleihung verzeichnete der städtische Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing bereits über 40 Akkreditierungsanfragen – darunter Teams von ARD und ZDF, WDR, BRF und Deutsche Welle, der FAZ sowie verschiedener in- und ausländischer Wort- und Bild-Agenturen.

Die Übertragung der Karlspreis-Verleihung wird am heutigen Himmelfahrtstag live im WDR-Fernsehen von 11.15 bis 12.45 Uhr ausgestrahlt.

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Armin Laschet im Podcast der ZEIT und „Karl der Kleine“ an einer Hauswand in Burtscheid

Die Erde zu retten, das könnte auch für Printenfans ein wichtiges Anliegen sein. „Karl der Kleine“ wirbt in Burtscheid in der Eupener Straße 35 für dieses Anliegen. Meterhohe Bilder sieht man in Aachen besonders oft im Frankenberger Viertel. Zuletzt wurde am Pastorplatz ein Porträt von Anne Frank fertig. Das Mädchen hat dort vor seiner Flucht in die Niederlande für kurze Zeit bei der Großmutter gewohnt. Es sind dies Graffiti, die mit Billigung und manchmal sogar auf ausdrücklichen Wunsch der Hauseigentümer entstehen. Insofern scheint es in der Kunst der Fassadenmalerei eine Zeitenwende gegeben zu haben. Früher waren derartige Bilder nicht erwünscht, wurden immer schnell entfernt. Eupener Straße: Ein paar Meter weiter badet Karlchen in Printen, wie Onkel Dagobert in seinen Millionen.

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Eine neue Folge des Podcast der ZEIT (mit offenem Ende) ist online. Der Aachener und  Ex-Kanzlerkandidat Armin Laschet war 2 Stunden und 44 Minuten bei den Journalisten der ZEIT zu Gast. Jetzt ist das Gespräch, bei dem der Gast das Ende selbst bestimmen kann, auf allen guten Podcastplattformen und bei ZEIT ONLINE nachzuhören.

Die Hamburger teilen zu dem Podcast-Beitrag folgendes mit:

Er war Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der CDU. Bei Antipasti und Peroni spricht Laschet über seine Anfänge als Bundestagsabgeordneter, als er zur “Pizza Connection” gehörte, von seinen politischen Gegnern und Vorbildern, von seinem Glauben und von seinen Begegnungen mit dem Papst – und von seiner besonderen Beziehung zu Angela Merkel.
Er berichtet Christoph und Jochen von Missgeschicken und Negative Campaigning im Wahlkampf und davon, wie er zum Feindbild wurde, was ihn bis heute verwundert. Er schwärmt von seiner Heimatstadt Aachen und vom Karneval, erklärt, wieso er Politiker geworden ist und es nie bereut hat, wie er an Wahltagen die Zeit totschlägt und was er an Scholz Stelle anders machen würde. Als Schlusswort wählte Armin Laschet: “Markus Söder”.

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Prominente Journalistin kommt nach Aachen

Die Journalistin und Politologin Sonia Mikich hat einige Jahre in Aachen gelebt, studiert und gearbeitet bevor sie sich auf den Weg in die weite Welt machte. Gleich zu Anfang ihrer sehr lesenswerten und spannenden Memoiren „Aufs Ganze“ stellt sie sich so vor: 

„Scheidungswaise, Kleineleutekind, Britin, Halb-Serbin, Linke, Feministin, Kabarettistin, Punksängerin, Akademikerin, Auslandskorrespondentin, kinderlos, zwei Mal Gattin, Abenteuerin, Kriegsreporterin, Chefredakteurin.“ 

Ihre Wege führten sie u.a. zum WDR in Köln, für die ARD nach Moskau und Paris bis hin zur Redaktionsleitung der Sendung „Monitor“, um nur einige Stationen zu nennen. 

Bei der Kooperationsveranstaltung von Stadt Aachen, Kulturbetrieb und Buchhandlung Schmetz am Dienstag, 31. Mai, um 20 Uhr im Alten Kurhaus, Komphausbadstraße, in Aachen nimmt Sonia Mikich ihr Publikum mit auf eine turbulente Achterbahnfahrt durch ihr Leben. 

Ticketreservierung telefonisch unter 0241-3169, per E-Mail an info@buchhandlung-schmetz.de . Weitere Infos und Onlinekauf unter www.buchhandlung-schmetz.de.  Eine Karte kostet  im Vorverkauf 15 Euro und an der Abendkasse 20 Euro.

Mehr über Sonia Mikich findet ihr hier

Hier gibt es ein aktuelles Interview mit ihr. Sie äußert sich unter anderem zu Putin und zum grausamen Angriffskrieg in der Ukraine. Mikich, die von sich sagt, sie sei Feministin, war Anfang der 1990er Jahre als Kriegsreporterin in Russland (damals: Sowjetunion), als das Land tatsächlich auf dem Weg zur Demokratie war. Auch über Ex-Kanzler Schröder äußert sie coole Ansichten.

Als durch und durch politische Journalistin spricht sie hier.

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„Die kühlsten Jahre“ erleben wir jetzt. Es wird ab sofort immer wärmer.

Hitzerekorde wohin man schaut, Spitzentemperaturen bei uns im Mai. Tornados decken Dächer ab und reißen Bäume aus (in Paderborn), Schwärme von Halsbandsittichen und andere hier nie heimische Tiere siedeln sich in unseren Breiten an, in Indien und Pakistan gibt es unerträgliche Hitzewellen, die menschliches Leben gefährden.

Bei uns müssen wegen der Klimaveränderung Stadtplanung und Arbeitsorganisation neu gedacht und endlich angepaßt werden. An vier Jahreszeiten gewöhnt, werden wir bald nur noch zwei haben: eine Art Herbst und viel Sommer.

„Statt immer wieder erstaunt zu vermelden, dass seltsamerweise erneut Hitzerekorde gebrochen wurden, sollte man darüber reden, dass dies womöglich die kühlsten Jahre sind, die wir noch erleben.“ Das schreibt der Journalist Nils Minkmar in seinem Newsletter.

Die Erderwärmung werde die Politik dann wohl bekämpfen, dachte man vor vielen Jahre noch optimistisch. Von wegen. Getan wurde sehr wenig. Die Städte sind gebaut worden, als die Temperaturen noch deutlich niedriger waren. Viele Flächen sind – damit sie Parkplätze sein können oder auch einfach so – versiegelt. Kein Grün weit und breit, von massenhaft begrünten Fassaden keine Spur.

Ein paar Brunnen mit Trinkwasser werden in der Innenstadt installiert, das wurde jüngst beschlossen. Aber sonst: kein Schatten weit und breit. Man lässt sich erstaunlich viel Zeit bei der Umwandlung der Stadt in eine auch bei großer Hitze lebenswerte Zone.

Seltsame Duplizität: Genau die Staaten, die die offene Gesellschaft am stärksten bekämpfen, diese Staaten finanzieren sich mit nichts anderem als dem Verkauf fossiler Brennstoffe. Länder wie Saudi Arabien und Russland zum Beispiel. Der Kampf um die offene Gesellschaft und jener für eine verantwortliche Klimapolitik seien „Geschwister“, schreibt Nils Minkmar.

Der Öcher Cat kann es nicht heiß genug sein auf dem Pflaster, für Menschen wird das Klima mehr und mehr unerträglich.
Versiegelte Fläche. Foto: AachenNews Archiv
Vorne: Eine von unzähligen, sinnlos versiegelten Flächen in Aachen. Dort darf man nicht mal parken, für die Fußgänger*innen gibt es einen breiten Bürgersteig. Derartige Flächen sind vordergründig pflegeleicht, könnten aber auch begrünt werden. Die Anzahl der Kleingärtner*innen in Aachen (es gibt 42 Kleingartenvereine mit tausenden Mitgliedern und langen Wartelisten) zeigt, dass in der alten Kaiserstadt reichlich Menschen leben, die Flächen begrünen wollen und das auch können. Foto: AachenNews Archiv
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Kann jetzt sehr schnell gehen: Sturm, Regen, Hagel und Orkanböen

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) besteht ab heutigem Donnerstagnachmittag (19. Mai) in unserer Region das Risiko von heftigem Starkregen und schweren Sturmböen, lokal Orkanböen und größerem Hagel.

Die Feuerwehr Aachen hat die Lage vor Ort stets im Blick und bittet die Bevölkerung darum, sich aktuell über die drohende Unwetterlage zu informieren und entsprechend umsichtig zu verhalten. Sie weist darauf hin – sollte es zu Starkregen kommen – nicht in vollgelaufene Straßensenken zu fahren oder überflutete Gehbereiche zu durchqueren. Dort bestehen Gefahren beispielsweise durch hochgespülte Gullydeckel und offene Kanalschächte. Auch von den Fließgewässern (Flüsse, Bäche) können Überschwemmungen ausgehen.

Auch der Aachener Stadtbetrieb ist mit dem Bereich Baumpflege in Bereitschaft und wird in Absprache mit der Feuerwehr im Einsatz sein. „Man sollte sich nicht unter Bäumen aufhalten“, betont Andreas Schulz, Teamleiter Baumpflege des Stadtbetriebs. Schon Windstärke 9 reiche bei belaubten Bäumen aus, um Äste zu brechen, die willkürlich herunterfallen können. 

Gleiches gilt für den Aachener Wald: Auch dort sollte in den nächsten Tagen auf Spaziergänge verzichtet werden. Äste können abbrechen und zu einer Gefahr werden.

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Das Ende einer Brücke: Da staunste, wa!

Wer sich den Abriss ansehen will: Maske mitnehmen. Es staubt. Foto: Stadt Aachen/Andreas Steindl
Tausende fahren täglich Umwege, weil die Brücke abgerissen und dann neu aufgebaut werden muss. Bisher klappt alles erwartungsgemäß reibungslos. Alle Fotos außer das erste: Stadt Aachen/Andreas Cichowski
Rund 200 Lkw-Ladungen Bauschutt werden zum Bendplatz gebracht. Dort interessieren sich Wissenschaftler für das Material und ob es wiederverwertbar ist.

Dass es am Ende so schnell gehen würde, damit haben die Kritiker nicht gerechnet. Sie malten nach Kräften schwarz, sahen Verspätungen im Arbeitsfortgang voraus und hörten nicht auf mit dem Schlechtreden. Aber: Innerhalb von drei Tagen ist die marode Brücke an der Turmstraße platt – zwei Tage eher, als es der ursprüngliche Zeitplan vorsah.

Das Heulen und Zähneklappern im Vorfeld des Abriss hatte schon bizarre Züge angenommen. Jetzt haben fünf Kettenbagger ganze Arbeit geleistet. Bagger mit Meißel und Greifzange haben die Brücke, die 1971 gebaut wurde, schrittweise abgerissen. Nachdem die seitlichen Kappen abgebrochen waren, konnten zwei der insgesamt vier Hohlkästen von oben weggeknabbert werden. Es folgte der Abbruch der verbleibenden Brücke von den Bahngleisen aus. „Am Mittwoch, 18. Mai, fiel gegen 16.30 Uhr schließlich das letzte Betonteil“, freut sich die Pressestelle der Stadt in einer offiziellen Mitteilung.

Die Schienen wurden an den Tagen vor den Abrissarbeiten aufwändig mit Holz, Stahlplatten und Schotter abgedeckt.

Das Abbruchspektakel zieht zwischenzeitlich zahlreiche Zuschauer*innen an und war für die Studies bisher jedenfalls total spannend. Die innerstädtische Lage mit den darunter verlaufenden Bahngleisen sei „außergewöhnlich und eine besondere Herausforderung “, sagt Gisela Weiß von der Stadtverwaltung, die zusammen mit ihrem Kollegen Elmar Holzbach die Projektleitung übernommen hat. 

Staub und Krach satt. Was am Büchel geschafft wurde, wiederholt sich jetzt im Uni-Viertel. Ein kaputtes Bauwerk wird abgerissen, ein neues errichtet. Das ist der Lauf der Zeit.

Der zügige Abbruch führt dazu, dass nun etwas mehr Zeit ist, um die rund 4000 Tonnen Betonschutt abzutransportieren und das Gleisbett sowie die Oberleitungen wieder herzurichten. Rund 200 LKW-Ladungen werden zum Bendplatz gebracht, wo das Material im Betonbrecher zerkleinert und später weiter verladen wird. Die Stahldrähte, die in der Brücke verbaut waren, „werden vorher aussortiert, später eingeschmolzen und zu neuem Material verarbeitet“, so wurde mitgeteilt. 

Um zügig voranzukommen wurde beim Abriss auch nachts gearbeitet. Den Anwohnern wurde ein Umzug in ein Hotel angeboten. Auf Kosten der Stadt.
Bagger im Frontalangriff auf eine Aachener Brücke.

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Mehr Infos zur Umleitung für Radfahrer*innen und Pkw, zur Sperrung allgemein und zur Sperrung des Zugverkehrs, zum Zustand der Brücke und warum musste sie eigentlich abgerissen werden und wie die neue Brücke aussehen wird (fertig: Ende 2023) usw. unter www.aachen.de/turmstrasse.

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Aachen: Ermittlungsgruppe „Bike“ schlägt zu

Die Kripo teilt mit, sie habe „seit geraumer Zeit“ gegen eine Personengruppe ermittelt, die im Verdacht steht, gewerbsmäßige Bandenhehlerei zu betreiben. Hehler übernehmen gestohlene Teile – im heutigen Fall gestohlene Fahrräder und Pedelecs (E-Bikes) – und verkaufen sie weiter. Abnehmer*innen machen sich zwar strafbar, lassen sich aber immer finden.

Dieses Business hat die Aachener Polizei vorerst gestoppt.

In den frühen Morgenstunden des gestrigen Dienstag (17. Mai) haben die Beamten die Wohnungen von drei Hauptverdächtigen und eine Garage durchsucht, die einer Bande als Lager diente. Das Amtsgericht Aachen hatte entsprechende Beschlüsse erlassen. Bei den Durchsuchungen sei eine ganze Wagenladung von Fahrrädern und Pedelecs gefunden und sichergestellt worden, so erfahren wir.

Die Polizei stoppte gestern die „Geschäfte“ einer Hehlergruppe. Die Leute hatten sich auf den Verkauf von geklauten Rädern spezialisiert. Fotos: Polizei

Eine erste Überprüfung habe ergeben, dass sieben dieser Fahrräder konkreten Diebstählen zugeordnet werden konnten. Die Bestohlenen werden in den nächsten Tagen benachrichtigt.

„Wir haben heute erfolgreich vier Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und zahlreiche hochwertige Fahrräder sichergestellt. Das alles ist das Ergebnis der erfolgreichen Ermittlungsarbeit der speziell eingerichteten Ermittlungsgruppe Bike und des zuständigen Kriminalkommissariats“, freut sich Polizeipräsident Dirk Weinspach.

Die Aachener Polizei wird – wohl auch motiviert durch diesen Erfolg – in der nächsten Zeit verstärkt weitere Fahrradkontrollen machen. In diesem Zusammenhang weist die Polizei auf die Fahrradpass-App hin. Die ermöglicht es, alle notwendigen Fahrraddaten im Handy immer dabei zu haben, um sie der Polizei im Falle eines Fahrraddiebstahls schnell zur Verfügung stellen zu können.

Die App bietet außerdem die Möglichkeit, ein Foto der Kaufrechnung als Eigentumsnachweis zu speichern. Das kann im Einzelfall die Fahrradkontrolle erheblich verkürzen.

Die Polizei bei der Arbeit. Bei einer Hehlergruppe fand sie gestern etliche hochwertige Fahrräder.

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Dass es sinnvoll ist, sein Rad mit einem GPS-Sender auszustatten, zeigt dieser Fall, der sich am vergangenen Montag in Aachen zugetragen hat.

Gegen 20.30 Uhr hatte ein Mann den Diebstahl seines E-Bikes an der Jülicher Straße gemeldet. Mithilfe eines GPS-Senders konnte das Rad kurze Zeit später in der Stolberger Straße geortet werden. Auch die beiden Fahrraddiebe konnte die Polizei dort antreffen.

Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung fanden die Polizisten dann allerdings noch Betäubungsmittel und umfangreiches Zubehör: unter anderem 23 Cannabispflanzen, Wärmelampen, Luftbefeuchter und eine Belüftungsanlage.

Die beiden Tatverdächtigen aus Aachen (21 und 22 Jahre alt) müssen sich nun wegen besonders schweren Diebstahls verantworten. Das E-Bike ist mittlerweile wieder bei seinem Besitzer. (sk)

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