Impfgegner wieder auf der Straße

Ich finde es übrigens nicht in Ordnung, dass im TV dauernd in Nahaufnahme Spritzen gezeigt werden, die in Oberarme stechen. Wer da schon ein bißchen Angst hat, dem wird vollends bang. Es sieht aus, als hätten die Ärzt*innen wahre MONSTERSPRITZEN am Start. Das ist aber Quatsch, es ergibt sich ein falsches Bild. Liebe TV-Kameraleute, filmt die Spitzen nicht extra monströs. Liebe Redakteur*innen, nehmt solche Bilder nicht.

Sie zweifeln am Nutzen der Corona-Maßnahmen. Insbesondere eine Impfpflicht halten sie für falsch: Demonstrantinnen und Demonstranten, die am gestrigen Samstag zu Hunderten durch Aachen zogen.

Wie angekündigt (sorry, wenn ich mit diesem Bericht langweile): Sie waren wieder da, diesen Samstag weit mehr Menschen als letzten Samstag. Schätzungsweise rund 1000 Personen (auch Kinder) demonstrierten gegen eine Impfpflicht, aber auch gegen die Corona-Maßnahmen allgemein. So gut wie ALLE ohne Abstand und ohne Masken.

Vom Kurpark in der Monheimsallee aus zogen sie – betont langsam – an Bushof und Elisenbrunnen vorbei bis zur Franzstraße. Sie sehen die Grundrechte in Gefahr, leugnen allerdings nicht, dass es das Corona-Virus überhaupt gibt. Sie halten es aber für nicht gefährlich, und die Zahl der an und mit diesem Virus gestorbenen nannte ein Sprecher „niedrig“ und „absolut nicht viele“ in Relation zur StädteRegion, die über 500.000 Menschen umfasse. Die Impfstoffe hätten allemal Nebenwirkungen und seien ansonsten wenig wirksam, und von einer Überlastung des Gesundheitssystems können keine Rede sein.

Es scheint sich um Menschen zu handeln, die in einer anderen Realität, in einer anderen Wirklichkeit leben. Impfgegner und Impf-Befürworter halten jede/r ihre eigene Wirklichkeit für die einzig wahre und verachten die anderen. Im Grunde ein interessantes Phänomen. Zwei konkurrierende Wirklichkeiten prallen aufeinander. Passanten am Rande der Demo riefen „halts Maul, verpiss dich“, einige schüttelten fassungslos den Kopf, die meisten staunten nur, wie man so hart auf dem Holzweg unterwegs sein kann. (s. bzw. höre: Meine Wahrheit, deine Wahrheit)

In NRW sind mittlerweile 83,8 Prozent aller Menschen über 18 Jahre doppelt geimpft. Wenn man sieht, wie schnell die Termine vergeben waren, die für den Kinderimpfstoff reserviert wurden, dann weiß man gleich, dass die Impfgegner in der Minderzahl sind. Allerdings werden es mehr, die sich auf die Straße begeben. Kein Wunder: Es ist enorm sinnstiftend, mit anderen Menschen für ein Ziel zu kämpfen. Das kann für Leute, die seit Jahren und Jahrzehnten nichts für ihr Leben erwarten, die das System hassen, sich immer vergessen und krass benachteiligt fühlen (sozial abgehängt) ein wirklich gutes Gefühl sein. Endlich können sie ihrem Frust Ausdruck verleihen, Beachtung finden und etwas bewirken (zumindest, dass über sie geredet wird).

Einzige mich interessierende Frage: Wer sind diese Menschen genau? Alter? Bildungsstand? Einkommen? Mehr aus ländlichen Gegenden (Eifel) oder mehr aus Aachen, aus welchem Stadtviertel? Schon immer wütend oder soziologisch eher zur Gruppe der „Unsichtbaren“ gehörende Menschen? Rational oder eher Heilpraktiker-Fans? Freunde der Schulmedizin oder Freunde von Heilung durch Klangschalen, Bachblüten, Globuli-Kügelchen usw?

Leider weiß man nichts Genaues. Es gab übrigens – an den Plakaten erkennbar – Ultrarechte („Die Basis“) und auch linke Teilnehmer*innen (rote Fahne). Wie auch immer, sie blieben friedlich und die Polizei machte sich mit ihnen wenig Arbeit.

***

Interessantes Interview mit Christian Drosten

Christian Drosten empfindet sich als „Ware, die von den Medien zu Geld gemacht wird“, sagt er im „Pandemia“-Podcast. Er trete absichtlich vorrangig bei ARD und ZDF auf. Privatmedien gebe er nur Interviews, wenn sie nicht hinter der Bezahlschranke landen. viertausendhertz.de (27-Min-Audio)

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Ein paar Sachen, die man über das Impfen und Testen wissen sollte

Es nervt alles ohne Ende. Ständig wird gewarnt, angeblich aktuelle Infos sind auf einmal nicht mehr gültig, im Fernsehen und im Radio gibt es kaum ein anderes Thema und man fragt sich: Wann sind wir mit dieser Scheiße endlich durch? Spoiler: Es dauert mindestens noch ein paar Monate. Man muss denen glauben, die bisher die Entwicklung der Pandemie korrekt eingeschätzt und vorausgesagt haben. Es sind alles Wissenschaftler*innen, Politiker*innen eher nicht. Die Wissenschaftler warnen nun massiv vor der neuen Virus-Variante genannt Omikron, die nach Weihnachten quasi wie ein Orkan über uns hereinbrechen werde. Viele werden sich anstecken. Aber wenn du dreimal geimpft bist, wird alles nicht so schlimm.

Wenn man sich hier informiert, ist Konzentration erforderlich. Und die Links müsst ihr anklicken, damit ihr nicht vergebens zu einer Teststelle oder einer Impfstelle rennt und dann z. B. hört: „Sorry, aber ohne Anmeldung geht das nicht“ oder etwas ähnliches.

***

1. Kinder in den Weihnachtsferien

In der Schulwoche vom 20. bis 23. Dezember werden weiterhin alle Schultestungen wie üblich durchgeführt. Somit gelten Schüler*innen bis einschließlich 26. Dezember als getestet. Aufgrund der dann anschließenden Weihnachtsferien gelten – wie bereits in den Herbstferien – Schüler*innen vom 27. Dezember bis einschließlich 9. Januar NICHT als getestete Personen.

Das bedeutet für nicht geimpfte oder genesene Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahren, dass sie in dieser Zeit nur dann den vollständig immunisierten Personen gleichgestellt sind, wenn sie über einen Einzeltestnachweis verfügen.

2. Regeln für die Booster-Impfung

Es werden in Nordrhein-Westfalen Auffrischungsimpfungen grundsätzlich für Personen angeboten, bei denen die 2. Impfung (die Grundimmunisierung) fünf Monate zurückliegt. Personen, bei denen die Grundimmunisierung weniger als fünf Monate zurückliegt, sind jedoch nicht zurückzuweisen und ebenfalls zu impfen, sofern ein Mindestabstand von vier Monaten erreicht ist. 

Eine Impfung nach frühestens vier Wochen nach der 2. Impfstoffdosis ist ausschließlich für immundefiziente Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort als Optimierung der primären Impfserie zu ermöglichen.

3. Impfungen für Erwachsene

Eine Impfung ist grundsätzlich in Arztpraxen oder bei Betriebsärzten möglich. Über das Impfregister der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein findet man einen Arzt oder eine Ärztin in der Nähe: https://coronaimpfung.nrw/impfzentren/impfregister. Außerdem kann man sich an zahlreichen Impfstellen vor Ort impfen lassen.

Eine aktuelle Auflistung mit Öffnungszeiten gibt es hier: www.staedteregion-aachen.de/impfstellen Das Impfzentrum der StädteRegion in den Aachen-Arkaden (Trierer Straße 1) öffnet sonntags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr sowie freitags und samstags von 8 bis 24 Uhr. In den Impfstellen werden Erst-, Zweit- und Drittimpfungen („Booster“) angeboten. Booster-Impfungen sind aufgrund der Zulassung des Impfstoffs jedoch erst ab 18 Jahren möglich. Die Impfstoffe sind (im Rahmen der Zulassung und Verfügbarkeit) frei wählbar.

4. Impfungen für Kinder von 5 bis 11 Jahren

Kinder zwischen 5 und 11 Jahren können in der Kinder-Impfstelle der Städteregion Aachen (Aachen-Arkaden, Trierer Straße 1) oder in den Praxen der Kinderärzt*innen geimpft werden. Es sind zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen geplant.

Die Kinder-Impfstelle ist montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags jeweils von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Geimpft wird ausschließlich mit vorheriger Terminbuchung. Im Kinder-Impfzentrum wird keine Zweitimpfung nach „Off-Label-Erstimpfungen“ durchgeführt. Auch Booster-Impfungen sind aktuell nicht vorgesehen. 

Für die Kinderimpfungen verwenden die Ärzt*innen ausschließlich den BioNTech-Kinderimpfstoff. In die Impfung der Kinder müssen die Sorgeberechtigten einwilligen. Alle Informationen und die Möglichkeit zur Terminbuchung findet man unter: www.staedteregion-aachen.de/kinderimpfung

5. Testzentrum an Rothe Erde (KAZ)

Das KAZ am Bahnhof Rothe Erde stellt ab Montag (20. Dezember) die Bürgertestung ein und bietet nur noch PCR-Testungen an. Ohne Termin können PCR-Testungen weiterhin in den „Containern“ (Beverstraße/EckeTrierer Straße und Adalbertsteinweg) gemacht werden.

Zusätzlich öffnet am Montag (20. Dezember) ein zweites KAZ im Untergeschoss der Aachen-Arkaden (Trierer Straße 1). Dort werden nur PCR-Testungen nach vorheriger Terminvereinbarung angeboten. Alle Informationen zu den Öffnungszeiten und zur Terminbuchung sind unter www.staedteregion-aachen.de/kaz zu finden.

Infos: Krisenstäbe von Stadt und StädteRegion Aachen

Nicht nur in den Aachen-Arkaden kann man sich impfen lassen. Auch mitten in Aachen – im Karlshof direkt am Markt – gibt es den Picks, der einem das Leben retten kann.
Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Karlspreis 2022 für drei mutige Frauen

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Ihn verliehen zu bekommen, das ist eine große Ehre. Das Preisgeld spielt keine Rolle. Es beträgt 5000 Euro und wird von den Preisträgern fast immer gespendet.

Die belarussischen Bürgerrechtlerinnen Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo werden im Jahr 2022 mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet. Das gaben der Vorsitzende des Direktoriums der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen, Dr. Jürgen Linden, und die Aachener Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen am heutigen Tag (17. Dezember) in Aachen bekannt. 

„Dies wird ein Karlspreis, wie er in der 71-jährigen Geschichte des Preises noch nicht vorgekommen ist“, sagte Dr. Jürgen Linden. Und über die drei Frauen: „Ihr mutiger und ermutigender Einsatz gegen die brutale staatliche Willkür, Folter, Unterdrückung und die Verletzung elementarer Menschenrechte durch ein autoritäres Regime, für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit hat das gesamte Karlspreisdirektorium zutiefst beeindruckt.“

Die drei Leitfiguren der demokratischen belarussischen Opposition seien Symbole für den Geist der Freiheit. Ihre Botschaften seien aufrüttelnd, ihre Opfer beispiellos. „Sie sind das Signal an die eigene belarussische Gesellschaft, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen“, so Linden weiter.

In einer ersten Reaktion hatten alle drei designierten Karlspreisträgerinnen dem Direktoriumsvorsitzenden Linden erklärt, sich geehrt zu fühlen und vor allem auf eine weitergehende Unterstützung in ihrem Kampf für Demokratie und Menschenrechte in Belarus zu hoffen.  

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen ging auf die besondere Rolle der Preisträgerinnen ein und unterstrich die Begründung mit der Aussage: „Die belarussischen Frauen setzen sich ohne Wenn und Aber für demokratische Grundwerte in ihrem Land ein. Gemeinsam ist es ihnen gelungen, den Widerstand im Land zu einen. Als Querwechslerinnen in die Politik führen sie den Kampf ihrer inhaftierten oder emigrierten Partner kompromisslos fort.“

Mit ihrem Einsatz seien sie ein ermutigendes Vorbild für viele junge Frauen und Männer in Europa. Es seien Heldinnen der Jetzt-Zeit, Heldinnen des politischen Kampfes. Vorbehaltlos und unbeugsam mischten sie sich ein und seien somit zu Leitfiguren einer wirkungsvollen Protestbewegung gegen staatliche Willkür und für Demokratie und Meinungsfreiheit geworden.

***

Zu den früheren Preisträgern gehörten unter anderem Konrad Adenauer (1954), die Europäische Kommission (1969), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Francois Mitterand und Helmut Kohl (1988), Václav Havel (1991), Königin Beatrix der Niederlande (1996), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Jean-Claude Trichet (2011) oder Martin Schulz (2015), damals Präsident des Europäischen Parlaments. 2016 ging der Karlspreis an Papst Franziskus, im Jahr 2018 folgte der Staatspräsident Emmanuel Macron. Im März 2004 erhielt Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis, der in Rom verliehen wurde.

Die Preisverleihung wird am Himmelfahrtstag, 26. Mai 2022, wie gewohnt im Krönungssaal des Aachener Rathauses stattfinden.

Infos: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Ninja Warrior, Trampolin, steile Kletterwände

DieHalle, Grüner Weg 22, in Aachen.

Wenn die ekelhafte Pandemie überhaupt etwas Gutes hat, dann dass man – in dem Bemühen ein paar Familienangehörigen U10 etwas Abwechslung zu verschaffen – aktiv wird. Ganz und gar Corona-gerecht schaut man sich Örtlichkeiten an, die man ohne Pandemie niemals betreten hätte. Zum Beispiel: Diehalle am Grünen Weg.

Die Kleinen haben mich dazu gebracht, nach langer Zeit noch mal den Aachener Tierpark aufzusuchen, der jetzt Euregio-Zoo heißt. Aber nicht nur das. Die Schatzkammer des Bistums direkt am Dom – prallvoll mit geheimnisvoll ausgeleuchtetem Gold, Silber und Edelsteinen – ist natürlich auch immer für die Kids und ihre Tante ein Erlebnis. Wäre ich ohne Kinder zum Bend gegangen? Never ever. Trotzdem: Richtig schön war es da.

Bis jetzt sind wir gesund aus allem rausgekommen. Dafür sorgen schon die Veranstalter, die die strengen Schutzvorschriften durchsetzen. Es ist umständlich, aber beruhigend. Bevor jetzt – wie ein Tsunami, wie eine Wand – die nächste Welle mit Omikron über uns alle hereinbricht, geht es noch in DieHalle am Grünen Weg. Eine Vorinspektion ergab: Genau das Richtige für drei sehr lebendige Kinder, die gern klettern, rennen, springen, schaukeln und niiiiiiemals müde werden.

***

In Aachen hat das Kinderimpfen begonnen. Die Termine gehen weg wie nichts, das war zu erwarten. Wer möchte schon gern riskieren, sein Kind im Krankenhaus in die Hände der Ärzte geben zu müssen?! Wenn man dem Professor, der bisher immer genau vorausgesagt hat, was auf uns zukommt (Drosten), glaubt, dann wird nach Weihnachten Omikron mit einer beispiellosen Wucht auf uns alle prallen, dass uns hören und sehen vergeht. Angeblich ist die Welle dann selbst mit einem Lockdown nicht wirklich zu stoppen.

Ganz ehrlich: Keine schönen Aussichten für 2022.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Und ewig jammert der Einzelhandel

Schwarz vor Menschen war die Innenstadt – also der Bereich rund um Dom und Rathaus – am vergangenen Samstag. Gleichwohl jammern Einzelhandels-Vertreter jetzt schon zum dritten Mal und langweilen uns. Anstatt zur Abwechslung mal irgendetwas anzuführen, was im Einzelhandel noch einigermaßen gut klappt. . . Man möchte den Einzelhandel schon wegen der miesen Stimmung, die dort herrscht meiden. Das Weihnachtsgeschäft komme nicht richtig in Gang, ja klar. Hatte jemand etwas anderes erwartet?

Weihnachtsbaum auf dem Aachener Marktplatz.

Du musst zu Besuch in ein Krankenhaus? Das ist umständlich. Besuche sind nur noch geimpften und genesenen Personen erlaubt, die zusätzlich einen Testnachweis vorlegen können. Auch für Kinder ab fünf Jahren ist der Test einer zugelassenen Teststelle erforderlich! Je Patient*in sind weiterhin maximal zwei Besucher*innen gleichzeitig erlaubt. Der Besuch von Covid-19-Patienten ist aufgrund der Quarantäne grundsätzlich nicht gestattet. Die Begleitung Sterbender bleibt weiterhin jederzeit möglich. 

Patient*innen, die zu einer ambulanten Behandlung oder Sprechstunde in das Krankenhaus kommen, müssen immer einen negativen Test vorweisen – auch, wenn Sie vollständig geimpft, geboostert oder genesen sind. Das gilt auch für Begleitpersonen. Der Testnachweis muss von einer zugelassenen Teststelle ausgestellt worden sein. Ein Bürgertest (PoC)-Test ist maximal 24 Stunden gültig, ein PCR-Test hat eine Gültigkeit von maximal 48 Stunden. Notaufnahmen sind von der Regelung grundsätzlich nicht betroffen.

***

Die Aachener SPD bedauert, dass es in Aachens Innenstadt keinen wirklich schönen Kinderspielplatz gibt. Die Herrschaften sollten mal zu normalen Zeiten, also wenn es keinen Weihnachtsmarkt gibt, durch die Innenstadt gehen. Da sehen sie innerhalb von Stunden keine 10 Kinder. Es wohnen einfach kaum noch Kinder in der Innenstadt. Die Wohnungen sind zu teuer, die Situation für Kinder zu gefährlich. Einzig am Lindenplatz spielen im Sommer gelegentlich Kinder. 

***

Die Silvesterböllerei soll ausfallen. Man hat einfach in den Krankenhäusern keinen Platz mehr für die, die sich einen Finger wegsprengen oder ein Auge oder sonstige Verbrennungen zufügen. Mal sehen, wie sich das in Aachen gestaltet. Kürzlich waren Bund und Länder der Forderung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem von ihr initiierten breiten Bündnis aus Umwelt- und TierschützernGewerkschaft der Polizei sowie Ärzten gefolgt und haben das zweite Jahr in Folge ein Verkaufsverbot (das ist kein Böllerverbot) für private Silvesterböller und Raketen beschlossen. 

***

Die Aachener Grundschulen haben ihre Anmeldezahlen bekannt gegeben. Und welche Schule verzeichnet die meisten Anmeldungen für das Schuljahr 2022/23? Tja, es ist die Montessori-Schule in der Mataréstraße. 92 Kinder wurden für das 1. Schuljahr angemeldet, man startet 3-zügig. Wieso aber ausgerechnet diese beliebte Schule seit vielen Jahren auf die dringend erforderliche, bauliche  Erweiterung wartet, das ist ein Rätsel, bzw. kein Rätsel, es ist eine ausgemachte Gemeinheit den Kindern gegenüber. Was hat die Verwaltung eigentlich genau gegen diese Schule, wo die Kinder im Keller ihr Mittagessen einnehmen hinter vergitterten Fenstern?

Die Grundschule am Höfling nimmt 84 I-Dötzchen auf und ist damit die zweitbeliebteste Schule. Am Römerhof, Düppelstraße, Laurensberg Reumontstraße, Richterich – ebenfalls alle 3zügig – beginnen mit maximal 70 Kindern. Mataréstraße ist 3zügig mit 92 Kids, die anderen – mit 20 Kindern weniger – ebenfalls 3zügig. Finde eigentlich nur ich das ungerecht und unfair?

Übrigens: 165 Jungen und Mädchen gibt es, die wurden noch an keiner Schule angemeldet. Es gibt nämlich tatsächlich Eltern, denen ihre Kinder total egal sind. Sie kümmern sich um gar nichts. Fristgerecht angemeldet wurden 2049 Kinder.

***

Es gibt ja, Menschen, die beklagen den Umstand, dass noch niemand einen komfortablen Radweg (Protected Bike Lane) an der Lütticher Straße in Nähe der belgischen Grenze gefordert hat. Also da, wo beim besten Willen kein Radweg fehlt. Nur da, wo das Fahren für Radfahrer*innen lebensgefährlich ist (Vaalser Straße an der Grenze, Lintertstraße, Ludwigsallee usw.) da soll gerade keine Protected Bike Lane hin. Manomann wie bescheuert kann man sein?! Mal sehen, ob sich die Politiker*innen in Aachen dermaßen verarschen lassen. Ich schätze mal dass nein. 

***

Im Vorbeigehen gesehen: Sarg-Geschäft in der Wilhelmstraße. Könnte das Angebot die Impfgegner interessieren?

Viel Aufsehen bei Passanten erregte am Samstag eine Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen. Diese Leute hat man am Samstag viel lernen lassen: Dass sie nämlich endlich mal im Mittelpunkt stehen können, sich einmal im Leben als Rebell fühlen können, der es besser weiß und es „denen da oben“ mal so richtig zeigt. Sie schwadronieren von Hitler und Nürnberger Prozessen und müssen dabei gar nicht in einer Diktatur leben und dort Verhaftung und Folter riskieren. 

Ahnungslos riskieren sie es, sich im Krankenhaus täglich mit Massen von Medikamenten vollpumpen zu lassen (hier zu sehen) anstatt eine kleine Menge Impfstoff in sich aufzunehmen. Na dann: Viel Erfolg. 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Zusätzliche Impfstelle

Schütz dich und lass dich impfen!

  • Heute (Montag, 13. Dezember) nimmt in der unteren Adalbertstraße eine neue Impfstelle die Arbeit auf.
  • Geöffnet ist montags bis sonntags von 7 bis 22 Uhr. Personalausweis nicht vergessen. Abgelaufen? Egal.
  • Die Impfstelle arbeitet im Auftrag der StädteRegion, und das bedeutet: Es gibt einen hohen Qualitätsstandard.
  • Mehr Infos unter https://aachentest.de/impfen
Den ganzen Scheiß mit dem Virus werden wir nur los, wenn wir quasi alle geimpft sind. – G1, G2, G3 – es nervt total. – Auch Impfgegner können sich impfen lassen und trotzdem Impfgegner bleiben.
Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Demo: Gegen Impfzwang, gegen Impfpflicht, und „keiner braucht Masken“

Ohne Abstand, ohne Mundschutz – die Impfgegner sind auf der Straße und wollen wiederkommen.
Fast 1000 Menschen demonstrierten am heutigen Samstag friedlich in der Aachener Innenstadt.

„Ich – lasse – mich – nicht – impfen!“, so hallte es heute über den Kapuzinergraben in Aachen. Applaus folgte auf die emphatisch vorgetragene Aussage. Fast 1000 Menschen können es gewesen sein, die durch die Innenstadt zogen und sich hinter die Forderung „Nein zur Impfpflicht“ stellten.

Es waren in der Mehrheit eindeutig nicht diejenigen, die sich sonst auf den Demonstrationen der Rechtsradikalen einfinden. Ohne Abstand und ohne Masken ging es am Elisenbrunnen vorbei. Die Polizei war präsent, hielt sich aber zurück. Transparenten war zu entnehmen, dass die Demonstranten befürchten, in ihren Rechten und in ihrer „Freiheit“ eingeschränkt zu werden.

Via Lautsprecher richtete sich z.B. ein Pfleger an die Leute und warnte vor dem Impfen. Ein anderer wußte von einer Gruppe von 50 hoch angesehenen Professoren, die ganz auf der Seite der Impfgegner stünden. „Warum erfährt man aus der Presse nie etwas über diese Professoren?“, fragte ein anderer mehrmals provokant.

In Nähe der Franzstraße löste sich die Demo auf. Zum Abschluss wurde das Lied „Die Gedanken sind frei“ angestimmt. Am kommenden Samstag werde man wieder demonstrieren. Treffen ist um 15 Uhr in der Monheimsallee.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Nicht nur zu Weihnachten: Wir sind spitze beim Produzieren von Verpackungsmüll

Zu Weihnachten wird es offensichtlich: Mit den Geschenken kommt der Verpackungsmüll, die Tonnen quellen schon in der Vorweihnachtszeit über. Doch umweltschädlicher als Papier und Pape sind Milliarden Flaschen aus Plastik, die die Discounter Jahr für Jahr unter die Leute bringen.

„Deutschland verzeichnet einen neuen Höchststand beim Verpackungsmüll und bleibt damit Spitzenreiter in Europa.“ Das – so teilt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit – zeigen kürzlich veröffentlichte Zahlen des Umweltbundesamtes. Demnach fielen 2019 insgesamt 18,91 Millionen Tonnen an, 47.000 Tonnen Abfall mehr als im Vorjahr.

Das entspricht einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 227,55 Kilogramm. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in Europa liege bei 177,38 Kilogramm. Befeuert wird der Trend zu immer mehr Verpackungen durch Einweg-to-go-Produkte, durch den wachsenden Onlinehandel und immer kleineren Verpackungsgrößen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Ampel-Parteien auf, schnellstmöglich gegenzusteuern. Hierfür sei die Einführung eines Abfallvermeidungsziels, die Umsetzung der Mehrwegquote für Getränkeverpackungen von 70 Prozent und die Umlage der Plastiksteuer auf die verantwortlichen Unternehmen notwendig.

„Besonders für nicht recyclingfähige und damit besonders unökologische Verpackungen müssen die Unternehmen als Verursacher bezahlen. Derzeit übernehmen das die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Denn die von der EU vorgeschriebene Plastiksteuer wird bislang aus Steuermitteln finanziert. Allein 2021 hat die Bundesregierung rund 1,3 Milliarden Euro Steuergeld nach Brüssel überwiesen. Die Ampel-Parteien müssen dringend Abhilfe schaffen und die Plastiksteuer auf die verantwortlichen Unternehmen umlegen“, sagt die stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Nach Einschätzung der DUH muss die Plastiksteuer (als Lenkungssteuer) nach Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz in den Verpackungen gestaffelt werden.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe (DUH)

***

In dem Zusammenhang möchtet ihr euch vielleicht über die Arbeit der Männer und Frauen informieren, die in Aachen den ganzen Müll/Abfall wegräumen und noch viel mehr machen in dieser Stadt. Es ist ein sogenannter Imagefilm. Der ist seiner Natur nach total unkritisch, aber trotzdem interessant. Dauer: 6 Minuten.

***

Ein Warnung

Anwohner*innen in Diepenbenden sind am Donnerstagabend, 9. Dezember, von angeblichen Mitarbeitenden des Aachener Stadtbetriebs angesprochen worden. Die Betrüger*innen gaben sich als Müllwerker aus und forderten Anwohner*innen zu Spenden für eine Weihnachtssammlung auf.

Der Aachener Stadtbetrieb weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Sammlungen oder Anfragen nicht von Mitarbeitenden ausgehen. Sollte es zu Beobachtungen dieser Art kommen werden Betroffene gebeten, sich an die Polizei zu wenden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Eine weitere Impfstelle, gefälschte Impfpässe und Platz für Kinder

Wer hätte das gedacht? Der Impfpass, den man Jahre und Jahrzehnte nicht mehr in Händen hielt und kaum wusste, in welcher Kiste er sein Dasein fristete, ist 2021 zu einem sehr wichtigen Dokument geworden. Und entsprechend ruft das Kriminelle auf den Plan.

Die Kriminellen dieser Welt sind wirklich nicht auf den Kopf gefallen, Kaum wurden die ersten Impfausweise verteilt, wurden ge- oder verfälschte Impfausweise zum Kauf angeboten. Der Gesetzgeber hat erstaunlich flott reagiert (§§ 275 ff StGB) und die Strafbarkeit klar geregelt.

Wie erkenne ich manipulierte Impfausweise? Hier klicken.

Während in den Aachen Arkaden vorne (am Haupteingang, Trierer Straße 1) Erwachsene geimpft werden, wird im hinteren Bereich schon eine weitere Impfstelle eingerichtet. Das geht alles erfreulich flott, wenn man bedenkt, wie langsam normalerweise eine Verwaltung arbeitet.

Ärzte, Ärztinnen und viele Eltern warten zur Zeit auf den Kinder-Impfstoff. Der wurde in den USA schon fast 5 Millionen mal verimpft und – wenn man den Berichten glauben kann – traten null unerwünschte Nebenwirkungen auf. Freitag, 17. Dezember, könnten eventuell die ersten Kinder ( 5 bis 11 Jahre) in den Praxen und in den Aachen Arkaden geimpft werden. Sehr ehrgeizig. Mal sehen, ob das klappt, ob genug Impfstoff vorhanden ist. AachenNews wird berichten. Mehr Infos zum Kinder-Impfen: hier klicken.

Eine Empfehlung der STIKO wird in den nächsten Tagen erwartet. Es ist richtig, mit der Planung, mit der Terminierung und der Kommunikation schon vorher anzufangen. Und zwar rechtzeitig vorher. Es bringt nichts, erst mit der Planung anzufangen, wenn die STIKO mit ihrer Empfehlung rüberkommt.

Wie Freunde berichten, die sich in den Arkaden haben impfen lassen, werden dort mittlerweile auch niederländisch und französisch sprechende Menschen vorstellig. Kein Wunder: Dort ist das Personal sehr freundlich und sachkundig. Das wird sich in Belgien und im Raum Maastricht rumsprechen. Geimpft wird jede/r, egal welche Nationalität, Geschlecht, Religion usw.

Hier: Infos in verschiedenen Sprachen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Als Aachen düster und trist war . . .

Achim Ferrari ist vielleicht einigen Leserinnen und Lesern als grüner Ratspolitiker bekannt, als ausgezeichneter Kenner der Menschen und Lebenswelten dieser Stadt an der äußersten Grenze Deutschlands. Aber Achim Ferrari hat sich der Stadt Aachen und der Region nicht nur auf dem Feld der Politik zugewandt. Er hat in den 80er Jahren in Aachen und Raeren Straßen, Häuser, Plätze und auch Menschen fotografiert. Stets in schwarz/weiß

Die CDU regierte und hatte schon damals keinen einzigen guten Einfall. Doch ihre Zeit war abgelaufen. 1984 bekamen SPD und Grüne im Rathaus das Steuer in die Hand.


120 Fotos präsentiert er jetzt – kurz vor Weihnachten – in einem Bildband. Die Bilder entstanden, als Ferrari (nach dem RWTH-Studium der Architektur) Fotojournalist und Mitherausgeber des damals alternativen Magazins „Klenkes“ war. 

Es sind technisch hervorragende Fotos, die alle etwas düster wirken. Aachen Anfang der 80er Jahre, das kann – geht man von dem Fotos von Achim Ferrari aus – keine bunte Stadt mit hauptsächlich lebenslustigen Menschen gewesen sein. Steinkaulstraße, Annastraße, Scheibenstraße, Dunantstraße, Franzstraße – überall fand Ferrari Ruinen, zugemauerte Fenster/schwarze Löcher, Reste von Mauern oder hohe Mauern ohne jedes Fenster und hielt sie mit der Kamera fest. 

Mit den Worten „Die große Welt des schönen Wohnens“ wirbt auf einem Foto ein Möbelmarkt – durch und durch unglaubwürdig, denn man sieht ein Stück von einem Acker, ein langweiliges, häßliches Gebäude mit kleinen Fenstern und das Dach einer Industriehalle. Alles andere als „schönes Wohnen“. 

Man könnte depressiv werden beim Durchblättern von „Aachen in den 80er Jahren“. Oder man freut sich, denn viele Schutthaufen und Baracken existieren längst nicht mehr, Unterführungen wurden geschlossen. Es sind zum Teil schöne Bauten in die Höhe gewachsen. Obwohl: Die Straßenszene zum Beispiel im sogenannten Nikolausviertel (Antoniusstraße/Mefferdatisstraße/Großkölnstraße) sieht immer noch zum Fürchten häßlich aus. 

Interessant: Zwei Fotos zeigen Wandbilder des Aachener Malers Klaus Paier, eins davon existiert nicht mehr. Schön, es im Foto noch einmal zu sehen.

Menschen und Autos sind auf vielen dieser Fotos ebenfalls abgebildet. Autos, die praktisch überall Platz einnehmen dürfen, auf Katschhof und Lindenplatz, von wo sie später verscheucht wurden, teils unter großem Protestgeschrei der Geschäftswelt. Menschen schauen auf den Fotos von Achim Ferrari traurig oder grimmig drein, wie könnte es anders sein in dieser tristen Welt? Nur Mandele Leo hat etwas zu lachen.

Achim Ferrari, „Aachen in den 80er Jahren“, Ferrari Media 2021, ISBN 978-3-942131-91-9, mit einem Vorwort von Bernd Mathieu, der das Betrachten der Fotos als eine „schöne Reise“ bezeichnet. Für 24,95 Euro z. B. in der Buchhandlung Backhaus zu haben.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar