THW und Feuerwehr dürfen üben

Wozu ein altes Parkhaus noch gut ist! Das Schneiden und Sägen von Beton kann am Mauerwerk geübt werden. Foto: Stadt Aachen/Ralf Roeger

Bevor sich Aachen endgültig vom alten Büchel-Parkhaus verabschiedet, wird es von der Feuerwehr und vom THW noch einmal als Übungsfläche genutzt. Das teilte jetzt die Stadtverwaltung mit.

Das Parkhaus sei für Feuerwehr und THW besonders interessant, weil sie daran das Sägen und Sichern von Betonelementen, sowie das Arbeiten mit großem Gerät praxisnah üben können. Auch wenn die Fachleute mit den Einsätzen bei der Flutkatastrophe immer noch stark beschäftigt sind, möchten sie diese wichtige Übung des Betonschneidens nicht verpassen, erklärte der Ortsbeauftragte des THW Aachen, Albert Willekens.

Der Leiter der Feuerwehr Aachen, Jürgen Wolff, ergänzte: Gerade im engen Innenstadtbereich sei es für den großen Autokran eine spannende Bergungsübung am Parkhaus Büchel. Letztlich seien solche Übungsmöglichkeiten wie am Büchel selten, das Üben aber unerlässlich, um im Fall der Fälle schnell und professionell Hilfe leisten zu können.

Am Freitag, 27. August, geht es ab etwa 14 Uhr weiter mit den letzten Schnitten und dem Abtransport. Die Abrissarbeiten am Parkhaus werden durch die Übungen nicht behindert und erfolgen in Abstimmung und mit Unterstützung der Abbruchfirma F&R aus Neunkirchen/Saar. Einige Betonteile mit Graffiti konnten übrigens gerettet werden.

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Wahlplakate und ihre Slogans. Heute: die FDP

Die sogenannte heiße Phase des Wahlkampfs beginnt. Bei der Frage, unter welchen Bedingungen wir in Zukunft leben wollen, haben wir bei dieser Bundestagswahl wirklich eine Wahl. Allerdings wählen wir keine Person an die Spitze der Regierung (wie z. B. in den USA), sondern eine Partei.

Diese Wahl ist nicht wie all die anderen Bundestagswahlen. Das haben auch die TV-Sender gemerkt. Es gibt dieses Mal drei Fernsehduelle, die wegen der drei Kandidaten Trielle heißen. Am 29. August, am 12. September und am 19. September (jeweils ab 20.15 Uhr) könnt ihr Laschet, Scholz und Baerbaum im TV sehen. Zum Vergleich: 2005, 2009, 2013 und 2017 gab es jeweils nur ein Duell.

AachenNews wirft in einer kleinen Serie einen Blick auf die Wahlwerbung, besonders auf die Slogans, die uns derzeit in Aachen vom Straßenrand aus in die Augen springen. Es herrscht ja schon fast Platzmangel an den Laternenpfählen. Heute: Katharina Willkomm.

Liberaler Feminismus im Bild: Verhalten freundlich, im dunklen Sakko, mit Brille.

Die FDP schafft es, mit Farbe aufzufallen. Gelb und Rosa leuchten uns von den Plakaten entgegen. 

Politik machen mit „mehr Freude am Erfinden als am Verbieten“, so lautet der Slogan der FDP-Kandidatin. Die FDP setzt auf die Wissenschaft, die werde mit Erfindungen die Probleme schon lösen. Hochwasser und Rekordtemperaturen, Pandemien und das 1,5-Grad-Ziel fallen einem ein, und dass das alles mit Erfindungen wieder in Ordnung kommen wird. – Die FDP meint, für alle Probleme stünden technologische Lösungen parat, die keine Veränderung der Lebensweise oder der Institutionen erforderlich machten. Alles neu bei gleichzeitigem WeiterSo.

Für die FDP bedeutet Freiheit schon immer: möglichst keine staatlichen Eingriffe, keine Verbote. So auch bei Katharina Willkomm.

Bei der FDP gab es im letzten Wahlkampf auf den Plakaten – mit dem Vorsitzenden in Unterhemd und Dreitage-Bart  – noch viel körperliche Ausstrahlung. Die Betonung auf Körperlichkeit ist zwar nicht weg, aber wird 2021 nicht mehr so dick aufgetragen. Krasse Virilität ist mit einer weiblichen Kandidatin allerdings auch schwer zu vermitteln, wohl aber ein „liberaler Feminismus“, ein Punkt, der neu ist im FDP-Parteiprogramm. Es ist eine Art sanfter, freundlicher Feminismus. Frauen sollen weder benachteiligt noch auf keinen Fall bevorzugt werden. Dass die Kandidatin ganz und gar gegen die Einführung von irgendwelchen Quoten ist, legt das Plädoyer gegen Verbote nahe.

Während andere nachts schlafen, sitzt Lindner im Homeoffice am Schreibtisch und arbeitet konzentriert. Denn: Es ist viel zu tun. So viel, wie noch nie. Neben ihm: viele Akten. Kann dem Mann nicht mal einer ein iPad schenken? Gesehen: am Europaplatz.

Die Wahlwerbung der FDP, die man in Aachen findet, ist krass auf einen konzentriert: Christian Lindner. Er steht ganz und gar im Mittelpunkt, so stark, das sieht aus, als hätten die Liberalen nur ihn. Aber dieser Mann weiß, dass es noch nie so schlimm war wie zur Zeit. Und er verlangt sich selbst was ab. Er arbeitet Tag und Nacht und verlangt sich selbst alles ab.

„Nie gab es mehr zu tun“ liest man und denkt: Oh weh, oh weh, wie intensiv und lang werden unsere Arbeitstage bald sein? Ist es wirklich so schlimm? Ist mehr zu tun – sogar – als in den Aufbaujahren nach dem Krieg? Man ist alarmiert und fürchtet sich ein wenig.

Katharina Willkomm ist seit 2017 Mitglied des Bundestages. Nach dem Studium arbeitete die Juristin in Aachen und jetzt in Stolberg. Bevor wir ihren Namen auf den Plakaten lasen, hatten wir – ehrlich gesagt – noch nie von ihr gehört. Es ist nicht unwichtig, welche Persönlichkeit den Kontakt von Berlin aus in den Wahlkreis nach Aachen halten wird.

Nächste Folge: die SPD

Vorige Folgen: die Grünen, die CDU, Die Linke.

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Karnevalisten, Kinder und Arthur Kampf

Es ist wieder Montag und AachenNews schreibt auf, worüber man redet, was interessant ist und auch, wozu uns nichts einfällt. 

Ein wenig Saatgut, etwas Erde und einen Blumenkasten: Mehr brauchst du nicht, und vor deiner Nase entsteht eine kleine, bunte Augenweide (s. unten).

Die Karnevalisten in Aachen sind wahre Optimisten. Sie teilten dieser Tage mit, dass in der kommenden Session alle diejenigen wieder „normal“ feiern werden, die entweder geimpft oder von Covid 19 genesen oder mittels PCR-Test negativ getestet sind. Die dürften, so wird vollmundig vorausgesagt, in den Sälen und auf der Straße singen, tanzen, schunkeln und Musik machen.

Sitzungen, Bälle, Partys – das stellen sich die Jecken einfach vor. Zum Beispiel die Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst am 12. Februar an Iris Berben. Die Spitzen des Festausschuss Aachener Karneval (AKK) werben dafür, sich impfen zu lassen. Wenn das mit dem Feiern mal gut geht und am Ende nicht statt der Wogen des Frohsinns die 4. oder 5. Welle coronamäßig durch Aachen schwappt. 

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Wie schön: Kinder und Jugendliche ab 12 werden jetzt ohne Voranmeldung im Impfzentrum und in den Impfbussen geimpft. Bedingung: Ein Elternteil muss dem Vorgang zustimmen. Ab 16 kann man sogar ohne Einwilligung der Eltern geimpft werden. Die Experten der STIKO haben am Ende doch noch die nötigen, handfesten Beweise zusammenbekommen, dass es für Kinder viel, viel gefährlicher ist, an Covid 19 zu erkranken als an Impf-Nebenwirkungen. Info hier

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Am Mittwoch, 25. August, tagt die Bezirksvertretung Aachen-Mitte im Aachener Tivoli, Club Lounge 1, Krefelder Straße 205. Die Politiker*innen beraten öffentlich unter anderem folgende Themen: einen Zwischenbericht zum Reallabor Templergraben, die Erweiterung der Bewohnerparkzone K „Kruppstraße“ und die kritische Überprüfung des Straßennamens Arthur-Kampf-Straße in Aachen-Burtscheid.

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Auch in Aachen gebe es sie noch, so genannte „weiße Flecken“, das hat die Stadtverwaltung jetzt mitgeteilt. Gemeint sind Standorte mit Bandbreiten unter 30 Mbits/s. An einem solchen Fleck – in Lintert – hat sich kürzlich Oberbürgermeistern Sibylle Keupen über den Fortschritt der Umsetzung des Bundesförderungsziels einer flächendeckenden Gigabitversorgung bis 2025 informiert. 

Mit Abschluss der aktuellen, ersten Förderungsstufe bis 2022 werden alle diese „weißen Flecken“ in Aachen mit zukunftssicherer Glasfaserinfrastruktur versorgt sein, aber schon zum jetzigen Zeitpunkt hätten 99 Prozent aller Aachener Adressen Zugang zu mehr als 30 Mbits/s, sagte die Oberbürgermeisterin. 

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Der Stadtbetrieb hat an 1.700 Erstklässler*innen Brotdosen verteilt. „Mit der Abfallvermeidung kann nicht früh genug begonnen werden“, weiß man in Aachen. Schon die Kleinsten sollen lernen, im Alltag so wenig Abfall wie möglich zu produzieren. Deshalb gab es für die I-Dötzchen zum Schulbeginn wieder diese praktischen und umweltfreundlichen Brotdosen. Der Aachener Stadtbetrieb stellt die wiederverwendbaren Teile jedes Jahr zur Verfügung.

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Dazu fällt uns nichts ein und wir schreiben auch nicht drüber: Zum Beispiel über den pompösen Gedenkgottesdienst im Aachener Dom mit Bundeskanzlerin und viel Prominenz und TV-Übertragung. Wir sind sowieso nicht dabei. Nur geladene Gäste sollen am Samstag, 28. August, für die Opfer der Flutkatastrophe gemeinsam  beten. Nee, da halten wir uns jetzt mit Äußerungen mal schön zurück. 

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Auch über die Geschäftsleute aus der Lothringerstraße, die sich beklagen, weil es in ihrer Straße zu wenig Fahrradabstellplätze gibt, da fällt uns hier nichts zu ein. Das Verfahren zum Aufstellen von Fahrradbügeln wurde auf Initiative anderer Geschäftsleute erst kürzlich extra umständlich gemacht. Zugunsten von Pkw-Parkplätzen. – Die sollen sich erst mal einigen, die Geschäftsleute. Liste und Fotos geplanter Fahrradbügel.

Hat geklappt. Das in kleinen Tütchen von der Stadtverwaltung unters Volk gebrachte Saatgut ist auf einem Balkon im Frankenberger Viertel zu Bienenfutter geworden. Die Freude ist groß. Foto: Henning Brinkmann
Eine App verrät uns zuverlässig, was da gewachsen ist.
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Ach, sag bloß: Rezo mag die CDU nicht

Zum Wochenende gibt es hier wieder ein Video von Rezo, dem Blauhaarigen aus Aachen. Der YouTuber und CDU-Schreck mischt sich in den Wahlkampf ein. Miky Beisenherz findet das Video langweilig.

Zwei Jahre nach seinem Video-Angriff auf die CDU zur Europawahl 2019 veröffentlicht er jetzt ein Video mit dem Titel „Zerstörung Teil 1: Inkompetenz“. Es geht ihm um das Fehl­verhalten von Politiker*innen und um „das Scheitern und Verkacken in essentiellen Skills“. Rezo made my day.

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Desaster in Afghanistan treibt die Menschen auf die Straße. Heute, 14 Uhr, Marktplatz.

Aufgrund der chaotischen Situation in Afghanistan finden seit Anfang der Woche und in den kommenden Tagen bundesweit Proteste statt. Dabei setzen sich Menschen für eine schnelle und unbürokratische Evakuierung von bedrohten Personen ein.

Die Seebrücke ruft für den heutigen Samstag, 21. August, gemeinsam mit weiteren Akteuren zu einer Kundgebung auf dem Aachener Markt auf. Motto der Veranstaltung: „Luftbrücke jetzt!“

Die Veranstalter teilen mit: Die Ereignisse in Afghanistan überschlagen sich. Seit Ende Juni 2021 sei der Bundeswehreinsatz in Afghanistan beendet, die Taliban seien auf dem Vormarsch und setzten ihre Macht gewaltsam durch. Deutschland müsse jetzt Verantwortung übernehmen.

„Wir fordern die Bundesregierung auf, umgehend so viele Menschen wie möglich aus Afghanistan zu retten. Die Rettung darf nicht nur einigen wenigen vorbehalten bleiben. Wir dürfen die Ortskräfte, Aktivist*innen, Frauenrechtler*innen, Journalist*innen und weitere gefährdete Menschen nicht im Stich lassen. Deutschland trägt Verantwortung und darf diese Menschen nicht zurücklassen.”

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Im Fall von Afghanistan haben in Deutschland sage und schreibe 3 Ministerien komplett versagt: Innenministerium, Außenministerium, Verteidigungsministerium. Die verantwortlichen Herrschaften Horst Seehofer, Annegret Kramp-Karrenbauer und Heiko Maas müssen wir nur noch 5 Wochen ertragen, wir werden sie nach der Bundestagswahl am 26. September nicht mehr wiedersehen. Und wie immer hat auch der Bundesnachrichtendienst nicht wirkungsvoll mitteilen können, wie schnell die Taliban vorrücken würden und wie schnell die afghanische Armee desertiert ist.

Überraschend ist, dass bei uns die Mehrheiten, die seinerzeit gegen die Verlängerung des Militäreinsatzes in Afghanistan gewesen sind, jetzt offenbar der Meinung sind, dass der Einsatz NICHT hätte beendet werden dürfen. Weitere Jahre an Militärpräsenz? Ist man nach 20 Jahren doch noch zu früh rausgegangen aus Afghanistan?

18 Millionen Menschen hungern in Afghanistan. In verschiedenen Regionen herrscht große Trockenheit, es hat teils seit Monaten nicht mehr geregnet. Die Taliban werden finanzielle Unterstützung brauchen und diese auch verlangen, um ihr islamistisches Regime zu etablieren. Eine schwierige Situation. Offenbar wird die islamistische, fundamentalistische Lebensweise in der Breite der Bevölkerung eher akzeptiert als ein System, das die USA herbeibomben wollten (s. Drohnenkrieg, Bomben auf Zivilisten/Hochzeitsgesellschaften/Kinder usw.).

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Die Kundgebung findet am heutigen Samstag um 14 Uhr auf dem Aachener Markt statt.

s. auch https://www.facebook.com/events/543836807064138/

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Leerstehende Klosteranlage in der Lousbergstraße besetzt

kloster Aachen
Blick in die seit langem verlassene Klosteranlage in Aachen. Foto: AachenNews Archiv

Sie steht seit über 10 Jahren leer, was zuletzt im Sommer 2015 aufgefallen ist, als plötzlich viele Flüchtlinge in Aachen untergebracht werden mussten. Die Rede ist von der alten Klosteranlage in der Lousbergstraße. Mehrfach wechselten die Eigentümer, möglicherweise ist das Kloster derzeit im Besitz eines Aachener Investors. Doch das ist Spekulation. Ab sofort ist es jedenfalls besetzt.

Die Klosteranlage war 2015 Gegenstand von Berichterstattung in AachenNews, s. hier. Die Besetzer*innen äußern sich zu ihrem Vorgehen ausführlich hier. Sie informierten gestern Abend auch über Twitter die Öffentlichkeit.

Eine leerstehende, geräumige Klosteranlage, zu der ein wunderbarer Klostergarten gehört, und gleichzeitig Mangel an preiswertem Wohnraum und „nur wenige Orte in der Stadt, an denen es die Möglichkeit gibt, selbstorganisiert und nach den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner*innen der Stadt ein soziales und gemeinschaftliches Leben zu gestalten“ – das wollten die Besetzer*innen nicht weiter hinnehmen. So schritten sie zur Tat.

Noch nie erlebt im verträumten Aachen (was folgende Ankündigung verspricht): „Wir wollen einen Teil des Wohnraums explizit ohne cis-Männer gestalten“, steht in der Mitteilung. CIS bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem körperlichen Geschlecht übereinstimmt (s. Cisgender). Es soll erreicht werden, dass bestimmte, ansonsten von erheblicher Diskriminierung betroffene Personen „sich sicherer fühlen, einen Rückzugsort haben, an dem sie Energie tanken können und unbeschwert(er) einfach mal rumhängen können“.

Wer die Besetzer*innen unterstützen, wer sich über Schlafplätze etc. informieren oder sonst Kontakt zu ihnen aufnehmen will: +49 163 3368603. – Bei Instagram unter @aachen_besetzen.

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Briefwahl beliebt – Schwurbler eher nicht

Wer per Brief wählt, macht damit bestimmt keinen Fehler, denn man weiß nie, wie die Umstände am Wahltag sind und ob man überhaupt Zeit hat. Wer schon Briefwahlunterlagen beantragt hat, kann in den nächsten Tagen mit Post rechnen. Das Wahlamt hat mitgeteilt, man habe die ersten Briefwahlunterlagen bereits versandt.

Eine Neuerung gibt es in Aachen bei der Briefwahl ab diesem Jahr – einen Kombiwahlschein. Der Kombiwahlschein kombiniert den Wahlschein und den roten Wahlbriefumschlag in einem Dokument. Der Wahlschein kann an einer perforierten Linie vom roten Umschlag abgetrennt werden. (Es wird alles in den Unterlagen genau erklärt)

Die Briefwahl erfreut sich seit einigen Jahren steigender Beliebtheit. Bei der Kommunalwahl in Aachen gab es eine Steigerung von 33.000 Briefwähler*innen im Jahr 2014 hin zu 50.000 im vergangenen Jahr. Bedingt war diese Steigerung vermutlich durch die seit März 2020 anhaltende Pandemie. Zur Bundestagswahl 2017 hatten in Aachen rund 55.000 Menschen per Briefwahl abgestimmt.

Wer per Brief wählen will, kann einen entsprechenden Antrag beim Wahlamt der Stadt Aachen, Blücherplatz 43, 52058 Aachen, oder in dem Bezirksamt seines Stadtbezirkes persönlich oder schriftlich beantragen. „Die Schriftform gilt auch durch Fax oder E-Mail als gewahrt“, so teilt die Stadtverwaltung mit.

Zusätzlich können die Unterlagen online angefordert werden. Der entsprechende Link lautet www.aachen.de/briefwahlantrag und ist in der Zeit vom 16. August bis zum 22. September freigeschaltet. Eine telefonische Antragstellung ist nicht möglich. Grundsätzlich sollten alle Wahlberechtigten bis zum 5. September jeweils eine Wahlbenachrichtigung erhalten haben. Sollte dies nicht der Fall sein, wenden sich betroffene Wähler*innen bitte an das Wahlamt.

Irgendjemand hat mächtig Angst vor den Grünen und diffamiert ohne Maß und ohne Ziel (hier: Trierer Straße 1). Besonders Annalena Baerbock halten manche für seeeeehr gefährlich. Dass es ihr geheimes Ziel sei, Deutschland in einen Krieg, womöglich einen Atomkrieg zu verwickeln, können auch nur Hirnamputierte denken. Deshalb, liebe Leserinnen und Leser, ein Tipp: Lasst euch nicht erschrecken, die Angsthasen sind wenige, wir sind mehr. Heute, Freitag, 20. August, ist erst mal Robert Habeck in Aachen auf dem Katschhof.

Infos zur Bundestagswahl gibt es auch unter www.aachen.de/wahlen.

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Wahlplakate und ihre Slogans. Heute: Die Linke

In gut 5 Wochen wählen wir eine neue Bundesregierung. Es geschieht zum ersten Mal (seit 1949), dass alle Parteien ohne einen Amtsinhaber/eine Amtsinhaberin ins Rennen gehen. Das ist eine ungewohnte Situation. Man kann niemand wählen, von dem/der man definitiv schon weiß, wie er/sie die Politik in Deutschland anführen wird. 

Ebenfalls ungewöhnlich ist, wie sehr das politische Feld sich unterscheidet. Man hat tatsächlich die Wahl zwischen ganz verschiedenen Angeboten. Hier der freundliche Onkel aus Aachen, der ein bisschen Bonner Republik aufscheinen lässt. Dort die rote Truppe der Sozialdemokraten, die mit konkreten Vorhaben und Plänen um die Ecke geprescht kommt (davon in einer späteren Folge mehr). 

Diesmal kann wirklich niemand sagen: „CDU und SPD – das ist doch alles dasselbe.“ Wie diffus die CDU bleibt, und wie konkret andere werden, lässt sich zeigen an zwei Plakaten, die in Haaren zufällig übereinander hängen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht!

Sehr vage und im Ungefähren gibt sich die CDU – Konkret und laut, auch bezüglich des Zeitpunkts ist Die Linke. Wobei, wenn man es recht bedenkt, „jetzt“ ist ja eigentlich immer.

Auf die Tonalität des Slogans und der Plakate der Partei Die Linke soll in dieser kleinen Serie heute eingegangen werden. Wobei im öffentlichen Raum kaum Portaits des Aachener Kandidaten Andrej Hunko gefunden wurden. Die Linke will offenbar allein mit Themen punkten. Und ihr Slogan lautet schlicht „Jetzt!“, was auf den Plakaten in riesengroßen Buchstaben prangt.

„Jetzt reicht’s.“ „Jetzt“ haben wir die Nase voll. „Jetzt“ ist es aber auch mal gut. „Jetzt oder nie“ . . . denkt man, wenn man dieses riesige Wort am Straßenrand sieht. Wer hat nicht schon mal in scharfem Ton zu jemand gesagt, der eine wichtige Aufgabe ewig vor sich herschob: „Nein, nicht nächste Woche, jetzt.

Früher konnte man anscheinend noch warten, aber jetzt reicht es mit den Waffenverkäufen, jetzt reicht es mit dem niedrigen Mindestlohn, jetzt müssen Busse und Bahn kostenlos werden. Man will plötzlich nicht mehr warten, die Wähler*innen sollen endlich ihr Kreuzchen bei der richtigen Partei machen. Vom Wahlvolk wird Aktivität gefordert. Da ist nicht die Rede davon, dass jemand „für dich“ (s. SPD) nach Berlin geht und dort „für dich“ Dinge regelt.

Die Linke schreit uns auf ihren Plakaten an – in großen Buchstaben mit Ausrufezeichen, formuliert alarmistisch.

Andrej Hunko kann in Aachen gewählt werden, wo er auch aufgewachsen ist, Abitur auf dem KKG. Er studierte Medizin, wurde aber schließlich Mediengestalter und Drucker. Seit 2009 Mitglied des Bundestages. Hunko ist einer der aktivsten Politiker seiner Partei und findet regelmäßig Beachtung in den Medien. Er kritisierte in den 2010er Jahren die deutsche und europäische Krisenpolitik. Er reiste regelmäßig in europäische „Krisenstaaten“, um als deutscher Vertreter an Protesten gegen das europäische Krisenmanagement teilzunehmen.

Seine „Anfragen“ an die Bundesregierung deckten mehrfach Zustände auf, die man zuvor nicht für möglich gehalten hätte.

Beispielsweise ergab eine Anfrage, dass Deutschland Versorgungszahlungen an ehemalige Mitglieder der Blauen Division und deren Angehörige leistet. Und zwar nicht zu knapp, jeden Monat. Nach den Snowden-Enthüllungen stellte Hunko zahlreiche Anfragen zur internationalen Geheimdienstkooperation an die Bundesregierung, darunter zum PRISM-Programm des amerikanischen Geheimdienstes NSA. Seit 2014 fragt Hunko das Bundesinnenministerium halbjährlich zur Nutzung von neuen Überwachungstechnologien.

Eine mündliche Frage Hunkos an die Bundesregierung enthüllte 2016, dass die US-Basis in Ramstein für den Drohnen-Krieg der USA von zentraler Bedeutung ist.

Zuletzt irritierte Hunko gewaltig, weil er in Aachen bei zwei Kundgebungen unter dem Motto „Die Gedanken sind frei“ als Redner auftrat. Er beteiligte sich mit Verharmlosern der Covid-19-Pandemie am bundesweiten Protest gegen die Krisenpolitik der Bundesregierung.

Welcher Partei auch immer man nahesteht: Briefwahl ist eine gute Idee, insofern man nicht weiß, ob man den Wahltag (26. September) in Quarantäne verbringen muss.

UPDATE: Jetzt doch noch viele Plakate mit dem Konterfei von Kandidat Hunko gesehen.

Nächste Folge: die FDP

Vorige Folgen: die CDU und die Grünen

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Kappertz-Hölle: Veranstaltungen abgesagt

Schade, schade. Zwei Veranstaltungen im Saalbau Rothe Erde (aka Kappertz-Hölle) müssen ausfallen. Das wurde gestern mitgeteilt.

Im Saalbau Rothe Erde sollte es noch mal etwas zu lachen geben. Die „Corona Spaßverordnung“ wollte sich am 20. und 21. August dort über alles lustig machen, was – trotz Katastrophen – an Rest in den letzten Monaten noch übrig geblieben ist. Die Veranstaltung wurde aber abgesagt.

In der Mitteilung heißt es: „Leider hat sich aufgrund der steigenden Infektionszahlen gezeigt, dass die Nachfrage für unsere Veranstaltung im Innenbereich nicht ausreichend genug war, um ein für die Künstler und den Veranstalter ausgewogenes Verhältnis von Aufwand und Ertrag herzustellen.“ Die Entscheidung sei überhaupt nicht leicht gefallen, doch müsse man sich den Realitäten stellen. 

Nun widmet sich das Team der Organisation des Kappesballs 2022, der dann hoffentlich unter fast normalen Bedingungen stattfinden wird. Natürlich werde auch für 2022 wieder ein gutes Hygienekonzept erstellt. „Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr/Sie den alternativen Karneval, den Kappesball am Freitag und Samstag, 18. und 19. Februar 2022 sowie Freitag und Samstag, 25. und 26. Februar 2022 besuchen würdet.“ 

Auch wenn es bis dahin noch eine Weile hin ist, können schon Karten für diese Veranstaltung reserviert werden. Einfach auf die Seite www.saalbau-rothe-erde.de schauen. Vielleicht ist ja noch etwas anderes für euch dabei. 

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Wahlplakate und ihre Slogans. Heute: die CDU

Vor jeder Bundestagswahl gibt es einen ausufernden Wahlkampf, es ist ein Ritual.  Und komme was wolle: Keine Partei verzichtet auf das gute, alte Wahlplakat an der Straßenlaterne.

Wie sich die Wählerinnen und Wähler entscheiden, das wissen wir nicht – nur, dass sich die Menschen immer später entscheiden, das ist bekannt. Die Wahlwerbung richtet sich nun nicht an die eigene Gefolgschaft, sondern an die Menschen, die noch unentschieden sind. Und so sollten die Wahlkämpfer Bilder und Slogans wählen, die überzeugen. Diese Slogans betrachtet AachenNews in einer kleinen Serie. Heute: Rudolf Henke.

Am Holzgraben in Aachen. – Was hat es mit den Hashtags #wegenmorgen und #wegenaachen auf sich? Soll das Digitalkompetenz symbolisieren?

Die CDU will „Mit Erfahrung Zukunft gestalten“. Dabei ist wichtig, dass auf Vergangenes zurückgegriffen wird. Die Erfahrung ist es, die einen befähigt, die Probleme zu lösen. Man kann schon allerhand versuchen, wollen und es ernst meinen, aber alles geht schief, wenn es an der Erfahrung fehlt. Am besten viele Jahrzehnte Regierungserfahrung. Grauhaarige, ältere Herren werden verstehen und zustimmen – unerfahrenen Grünschnäbeln möchte man „die Zukunft“ (was davon, das bleibt unklar) lieber nicht anvertrauen. 

Am Europaplatz. Armin Laschet im neuen CDU-Symbol, dem Kreis.

Was auch nie fehlt bei der CDU, das ist die Betonung auf „Deutschland“. Was genau mit Deutschland und den Menschen geschehen soll, um die es angeblich geht, das bleibt diffus. Der Kreis ist übrigens ein neues Zeichen bei den Christdemokraten, er soll wohl an eine runde Sache denken lassen. 

Die CDU ist immer selbstbewußt der Ansicht, sie repräsentiere ganz Deutschland und alle die Menschen darin und trage Verantwortung fürs Ganze. Und das könne keiner so gut wie diese Partei. Die Portraits strahlen sehr viel Selbstbewusstsein aus. Es werde schon alles gut gehen, wird signalisiert. Diese Grundstimmung (es werde schon alles gut) das können Wählerinnen und Wähler in 2020 und 2021 gut vertragen – nach Pandemie, Unwetterkatastrophe, Katastrophe in Afghanistan usw. Viele wollen bloß kein Alarmismus mehr.

Rudolf Henke könnt ihr in Aachen wählen. Er stammt aus Düren, studierte in Aachen Medizin, war an der RWTH der AStA-Vorsitzende und ist seit 2009 Mitglied des Bundestages. 2009, 2013 (40,79 % der Erststimmen) und 2017 wurde er von seinem Aachener Wahlkreis aus direkt in den Bundestag gewählt. 2021 geht es für ihn um alles, er ist über die Liste nicht abgesichert. In seinen Jobs als Arzt und Ärztefunktionär waren die hohen Nebeneinkünfte dieses CDU-Abgeordneten schon mehrmals Thema in der Presse. Sie wirken vertauscht und lassen das Abgeordnetengehalt wie Nebeneinkünfte aussehen.

Auffallend: Armin Laschet tritt als Aachener in seinem Heimatwahlkreis nicht an. Er möchte wohl das Risiko nicht eingehen, dass er in Aachen das Direktmandat nicht gewinnt.

Nächste Folge: die Linke

Vorige Folge: die Grünen

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