Das älteste Foto aus dem Stadtarchiv

500 Fotos teils namhafter Künstlerinnen und Künstler sind derzeit an 14 Orten in der StädteRegion Aachen zu sehen. Und auch das Stadtarchiv präsentiert als Archivale des Monats ein prominentes, historisches Foto.

In der StädteRegion läuft zur Zeit zum ersten Mal das „Fotografie Festival“. Ins Leben gerufen hat es die famose Dr. Nina Mika-Helfmeier. 65 Foto-Künstler und Künstlerinnen stellen an 14 verschiedenen Orten aus (ausführlicher Bericht folgt).

Da passt es sehr gut, dass auch das Stadtarchiv mit einem Foto um die Ecke kommt. Das Archivale des Monats September zeigt eine 165 Jahre alte Stadtansicht von Aachen, es ist das älteste Foto aus dem Stadtarchiv. Die zentralen Motive sind der zum Teil eingerüstete Aachener Dom und das Rathaus.

Seit den 1930er Jahren befindet sich das Foto (nach dem Ankauf der Sammlung von Heinrich Savelsberg) im Stadtarchiv. Quelle: Stadtarchiv Aachen, Glasplattensammlung, Nr. 2099

Archiv-Mitarbeiter teilen mit:

Der Standort der ab 1858 erbauten Aachener Marienkirche, erhöht zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt, bot vor dem Bau des Gotteshauses einen guten Blick über Aachen. Das machte sich der Fotograf einer Aufnahme zunutze, die heute das älteste Foto im Stadtarchiv Aachen darstellt: Das ungefähr 1856 auf Glasplatte aufgenommene Foto zeigt im Vordergrund Nutzgärten, an die Wohnbebauung anschließt.

Während am linken Bildrand Fabrikschornsteine hervorstechen, ist zentral das Hauptmotiv der Aufnahme zu sehen: der zum Teil eingerüstete Aachener Dom und das Rathaus, damals noch mit seinen barocken Türmen, die dem Rathausbrand des Jahres 1883 zum Opfer fallen sollten. Im Bildhintergrund rechts ist der Lousberg zu sehen.

Die Aufnahme ist in den 1930er-Jahren über den Ankauf der Sammlung von Heinrich Savelsberg in das Stadtarchiv gelangt. Savelsberg hatte den Aachener Fotografen Carl Billotte als Urheber benannt.

Der war der Sohn des Aachener Gesellschaftsmalers Heinrich Billotte und der Gertrud Coonen. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er 1859 mit der Bebilderung von Peter Stephan Kaentzelers Abhandlung über die Basreliefs des Karlsschreins.

Billotte (1836-1917) hatte sein Fotoatelier später in der Theaterstraße 24, wo sich auch andere bekannte Aachener Fotografen wie unter anderem August Kampf und Eugen Westendorp niedergelassen hatten. 

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Am Sonntag: Sechs Chöre singen open-air an sechs Orten in der Innenstadt

Die fünf Initiativchöre der Chorbiennale und der Opernchor des Theaters Aachen präsentieren am kommenden Sonntag, 5. September, ab 15 Uhr an diversen Orten in der Aachener Innenstadt Open Air-Konzerte mit europäischer Chormusik. Zum Abschluss des Kultur-Festivals Stadtglühen laden alle sechs Chöre um 17 Uhr auf dem Katschhof zu einem gemeinsamen Stelldichein ein. Der Eintritt ist frei. 

In der Rotunde des Elisenbrunnens erklingt am Sonntag Chormusik. Foto: Henning Brinkmann/Archiv


Das Programm im Detail

15.00 – 15.30 Uhr: Chorglühen 1 

Lindenplatz: Aachener Kammerchor, Ltg. Martin te Laak 

Vorplatz St. Leonhard (Jesuitenstraße): BachVokal Aachen, Ltg. Georg Hage

Klosterplatz: Carmina Mundi Aachen, Ltg. Harald Nickoll 

Elisenbrunnen Rotunde: Der Junge Chor Aachen, Ltg. Fritz ter Wey 

Kármán-Auditorium (Innenhof): Madrigalchor Aachen, Ltg. Johannes Honecker

Theaterplatz: Opernchor Aachen, Ltg. Jori Klomp 

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16.00 – 16.30 Uhr: Chorglühen 2 

Lindenplatz: Carmina Mundi Aachen, Ltg. Harald Nickoll 

Vorplatz St. Leonhard (Jesuitenstraße): Madrigalchor Aachen, Ltg. Johannes Honecker 

Klosterplatz: Opernchor Aachen, Ltg. Jori Klomp 

Elisenbrunnen Rotunde: Aachener Kammerchor, Ltg. Martin te Laak 

Kármán-Auditorium (Innenhof): Der Junge Chor Aachen, Ltg. Fritz ter Wey

Theaterplatz: BachVokal Aachen, Ltg. Georg Hage 

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17.00 – 17.30 Uhr: Chorglühen 3

Großes „STADTGLÜHEN“-Abschlusskonzert mit allen sechs Chören

Weitere Veranstaltungen des Stadtglühens bis zum Ende der Woche und damit des Festivals findet man unter www.stadtgluehen.de.

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Im öffentlichen Raum wird Not sichtbar

Ein Völkchen, das zu jeder Großstadt in Deutschland dazugehört, macht in letzter Zeit auch in Aachen massiv auf sich aufmerksam: die Obdachlosen, die Nichtsesshaften, Stadtstreicher und Penner, Landstreicher und Nomaden – für sie gibt es viele Namen, alle sind abwertend.

Schon immer waren diese Menschen – fast alles Männer – am Kaiserplatz „zu Hause“. Da nervten sie die Geschäftsleute und Anwohner ohne Ende, weil sie für Dreck und Belästigungen sorgten. In letzter Zeit soll es dort aber schlimmer, ja unerträglich geworden sein. Über 100 Personen stark sei die Szene der Süchtigen/Wohnungslosen dort, und Politiker*innen würden von „dramatischen Zuständen“ sprechen, so wird berichtet.

Aber nicht nur am Kaiserplatz fühlt man sich massiv belästigt. Auch rund um die Kirche St. Peter macht ein Trupp von Menschen ohne festen Wohnsitz unangenehm auf sich aufmerksam. Aus der Kirche hat bekanntlich die Caritas eine Anlaufstelle für suchtkranke und obdachlose Zeitgenossen gemacht. Dort werden jetzt in der Couvenstraße Hauseingänge als öffentliche Toiletten missbraucht. Auch darüber berichtete schon die örtliche Presse ausführlich.

Ähnlich groß ist die Not der Gastwirte in der Pontstraße. Dort sind es Betrunkene, die abends und nachts regelmäßig mit brutaler Gewalt aufeinander losgehen und den Wirten sowie den Gästen das Leben schwer machen. Auch die Wirte wandten sich an die Presse und dazu noch an die Fraktionen im Rat und die Oberbürgermeisterin. 

Der Platz am Bahnhof Rothe Erde war mal ein Treffpunkt für Obdachlose. Die meisten verkehren jetzt woanders, haben ihren Lebensmittelpunkt verlagert. Am Kaiserplatz und an St. Peter versammeln sie sich.

Immer gibt es in Industrienationen Menschen, die beim besten Willen nicht mithalten können im Hamsterrad von Arbeiten/Konsumieren, die draußen übernachten müssen oder in Notunterkünften. Schulden, Scheidung, Arbeitslosigkeit, Kündigung der Wohnung, Krankheit, Missbrauch, Verwahrlosung in der Familie, Alkoholismus – es ist oft reine Glücksache, wenn man vor diesem Schicksal verschont bleibt. 

Und es ist nicht angebracht, sich über diese Menschen zu erheben. Sie sind äußerst schwierig im Umgang, brauchen professionelle Hilfe. Die allerwenigsten sind gerne obdachlos.

Man muss sich fragen, ob mehr Kontrollen, ob der Einsatz von mehr Polizei und mehr Sozialarbeitern das Desaster in den Griff bekommen können. Und was eigentlich der Grund dafür ist, dass in Aachen an so vielen Ecken (auch übrigens in Brand) Zustände herrschen, die wirklich niemand mehr schön findet. 

Ein Hund ist manchmal der einzige Freund eines Obdachlosen. Ein Hund, den viele gern hatten, ist überfahren worden. Ein Kreuz auf dem Vorplatz vom Bahnhof Rothe Erde erinnert an ihn.

Tunnelwände werden bemalt

Wird zur Zeit innen gänzlich bemalt: der Zugang zum Bahnsteig vom Bahnhof Rothe Erde. Die Bahn AG zeigt sich spendabel und finanziert die fantasievolle Verschönerung. Den Künstlern wurden keine inhaltlichen Vorgaben gemacht. Sie können auf die Wände bringen, was immer ihnen passend erscheint. Wir sind gespannt.

Rechts ist schon die Silhouette des Aachener Doms zu erkennen. Die Wände werden komplett bemalt.

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Freibad Hangeweiher bleibt noch bis Ende September geöffnet

Falls es jetzt doch wieder schöneres Wetter wird, könnte die folgende Meldung wichtig werden. Das Freibad Hangeweiher bleibt in diesem Jahr bis zum 30. September geöffnet. Das geschehe, so teilt das Presseamt mit, „um möglichst lange das Schwimmen im Freien zu ermöglichen“.

Dann hoffen wir mal noch auf einige Sonnenstunden. Allerdings kann man weiterhin nicht den ganzen Tag im Freibad bleiben.

Ab dem morgigen Mittwoch, 1. September, gelten zusätzlich aufgrund der jahreszeitbedingten Lichtverhältnisse für das Freibad Hangeweiher andere Slots. Der After-Work-Zeitslot endet nun um 20 Uhr.

Die Zeitslots im September im Überblick:

montags (Reinigungstag):

·         Nachmittag von 13.00 – 17.15 Uhr

·         After-Work von 17.30 – 20.00 Uhr

dienstags bis sonntags und an Feiertagen:

·         Frühschwimmer-Block von 06.30 – 09.30 Uhr

·         Vormittag von 09.45 – 12.45 Uhr

·         Nachmittag von 13.00 – 17.15 Uhr

·         After-Work von 17.30 – 20.00 Uhr

Ein wunderbares Schwimmbad. Der Eingangsbereich wird in den kommenden Jahren ganz neu gestaltet. Das haben die Politiker*innen erst kürzlich entschieden.

Alle Informationen sowie Eintrittskarten gibt es online unter www.aachen.de/ticket-baeder.

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Was wird aus dem Kassenbereich?

In den vergangenen Jahren sind Außen- und Beckenanlagen inklusive der kompletten Technik aufwendig saniert worden. In einem dritten und finalen Bauabschnitt soll ein moderner Neubau die veraltete Gebäudestruktur ablösen.

Die zuständigen Politiker*innen haben den Baubeschluss gefasst und die Verwaltung beauftragt, das Bauprojekt umzusetzen. Der geplante Neubau sieht „eine Reduzierung der bestehenden Gebäudekubatur“ – wie die Stadtverwaltung mitteilt – und eine Neuordnung des Zugangs- und Kassenbereichs vor. Ein „Energiedach“ mit Photovoltaikelementen werde den neuen Zugangs- und Kassenbereich prägen und schütze auch noch die Einzelumkleidekabinen und die Schließfächer im Freien. 

Das Sozialgebäude werden im Erdgeschoß die barrierefreien Umkleiden / Sammelumkleiden und Toiletten sowie die Duschräume beherbergen. Auch alle Büro-, Sozial- und Lagerräume sind auf dieser Ebene erreichbar. Nur die Badleiterwohnung befindet sich im ersten Obergeschoß.

Voraussichtlicher Baubeginn ist im vierten Quartal 2023, wir müssen also noch lange warten. Die Fertigstellung für das komplexe Vorhaben plant das Gebäudemanagement derzeit für das zweite Quartal 2025. Ein wichtiges Ziel von Verwaltung und Politik lautet, die Freibadsaison 2024 in jedem Fall z.B. mit baulichen Zwischenlösungen zu ermöglichen.

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Es werden 2200 Wahlhelfer*innen gesucht. UPDATE: . . . und längst gefunden

Die folgende Meldung kam wohl etwas spät:

Du kannst gut zählen und bist beim Arbeiten sorgfältig? Deine Stadt braucht dich. Und zwar in einem von 225 Wahllokalen. Du hast schon mitbekommen, dass am Sonntag, 26. September, der Bundestag neu gewählt wird? Du hast an dem Sonntag sowieso nichts vor und könntest 40 Euro gerade gut gebrauchen? Dann melde dich hier Aachen.de/wahlhilfe. Dein Wunsch, in einem bestimmten Wahllokal eingesetzt zu werden, kann fast immer erfüllt werden.

Am Frankenberger Park.
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Nicht nur die Parteien nutzen die Plakatwände in Aachen für ihre Zwecke

Ist das Gedenken heute im Aachener Dom insgeheim eine Wahlkampf-Veranstaltung für Armin Laschet und die CDU? Das werden wir nie erfahren. Noch nicht mal, ob Wahlkämpfe generell überhaupt etwas bringen. – Wer am 26 August 2021 vorhatte, die Grünen zu wählen, wird der – vom Wahlkampf beeindruckt – am 26. September z. B. die CDU oder Die Linke wählen?

Was man weiß ist, dass Wahlkämpfe eine Tradition sind, dass sie anstrengend sind und teuer (2017 gaben CDU und SPD zusammen 40 Millionen Euro aus). Plakate und Slogans werden entworfen, Großveranstaltungen finden statt, und unter Sonnenschirmen mit Parteilogo werden Passanten angesprochen. Es ist ein Riesenrummel, der über die 60 Millionen Wähler*innen hereinbricht. Die eigene Anhängerschaft muss mobilisiert und Unentschlossene müssen überzeugt werden.

Wahlkampf ist keine gute Zeit für Journalismus, es wird berichtet wie über ein Pferderennen, bei dem mal die einen vorne liegen und mal andere überholen/zulegen/aufholen beim „Kopf-an-Kopf-Rennen“ (Horse-Race-Journalismus). Das von Journalisten verwendete Vokabular ist der Sportberichterstattung entlehnt. Umfrage-Ergebnisse zur Sonntagsfrage werden überschätzt, mit ihnen wird Einfluss genommen, und am Ende liegen sie komplett daneben.

Das Allerschlimmste aber ist, dass die Kandidatinnen und Kandidaten ständig persönlichen Angriffen und Beleidigungen ausgesetzt sind. Sogar auf Plakaten im öffentlichen Raum. Schwer verbal geprügelt werden die Grünen. Armin Laschet wird attackiert, SPD, FDP desgleichen. Hier einige Beispiele von Negativ Campaigning:

Das parteigewordene Böse schlechthin: Hier stehen die Grünen am Pranger.

Den Grünen wird von angeblich der AfD nahestehenden Personen – mehr oder weniger aus der Anonymität heraus – alles unterstellt, was es an Schrecklichem auf dieser Welt gibt. Ein krasses Sammelsurium von Gemeinheiten, Fehlentwicklungen, Katastrophen.

Sagenhaft, eine Partei, die so viel Unheil in die Welt bringen kann . . . das wußten wir nicht, dass das überhaupt möglich ist. Wir fanden unter anderem: Masseneinwanderung, Asylbetrug, Kriminalität, Wohlstandsvernichtung, Klimasozialismus, Ökoterror, Arbeitslosigkeit. Zudem sind die Grünen totalitär, sozialistisch, heimatfeindlich usw.

Süchtig nach verbrannten Bäumen: Armin Laschet.

Armin Laschet (CDU) wird ebenfalls diffamiert. Er ist auf der Darstellung süchtig danach, Bäume zu verbrennen, unterstützt von RWE. Laschet ist – soweit wir wissen – erst seit vier Jahren Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Die Verfeuerung von Braunkohle haben maßgeblich SPD und Grüne in den 20 Jahren zuvor beschlossen und vorangetrieben.

Es ist möglich, dass sich Laschet nach der Unwetterkatastrophe tatsächlich mehr für die Verhinderung einer Klimakatastrophe einsetzen wird, als zuvor. Laschet ist auch kein aalglatter Typ, der z. B. immer irgendwelche Worte, die niemand beachtet, findet. So einen aalglatten Dude scheinen sich viele massiv herbeizusehnen. Wie sonderbar.

Wirbt für eine Veranstaltung, die vor 8 Tagen stattfand: Olaf Scholz.

Manchmal sogar ziemlich humorvoll: Die Umformulierung von Slogans durch Austausch eines einzigen Buchstabens ins Gegenteil. Kanzlerkandidat Scholz ist im Frankenberger Viertel von Umgestaltungen dieser Art heftig betroffen.

Immer mitten in die F. . . rein. Kann die Werbung für „Ende Gelände Goes Lützerath“ nicht wenigstens da platziert werden, wo nichts anderes verdeckt wird?

More to come.

Und übrigens Vorsicht bei der Nutzung des Wahl-O-Mat. Der setzt nur bei den blanken Aussagen der Parteien an, die sagen vor Wahlen viel und machen danach was ganz anderes. Der Wahl-O-Mat enthält: „Was sagt ihr, was ihr machen wollt?“ Und nur das könnt ihr auch abgleichen mit euren eigenen Vorstellungen. Der Wahl-O-Mat setzt nicht an am tatsächlichen Abstimmungsverhalten im Bundestag.

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Heute: Gedenkgottesdienst mit Sicherheitszone 1 rund um Dom und Rathaus

Heute, Samstag, 28. August, ist unser aller Freund Armin Laschet mal wieder in Aachen. Aber nicht nur er. Zum pompösen Gedenkgottesdienst für die Flutopfer im Aachener Dom kommen ebenfalls herbeigeeilt: Bundespräsident Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Spitzen von Bundesrat, Bundestag und Bundesverfassungsgericht, Reiner Haseloff, Wolfgang Schäuble und Stephan Harbarth.

Und weiter: Auch die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, sowie viele andere werden am Gottesdienst teilnehmen. Dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, nicht dabei sein könnt bei diesem absurden Event, muss euch nicht betrüben. Der Vorgang werde im ZDF übertragen, sagt das hiesige Presseamt. Wer in Dom-Nähe wohnt, kann vielleicht vom Fenster aus einen Blick auf die Herrschaften werfen. Spoiler: Sie sehen in Natura genau so aus wie im Fernsehen.

Wer nicht in Dom-Nähe wohnt, dürfte wohl kaum Chancen haben, in die Nähe der Gedenk-Gesellschaft zu kommen. Zur (höchsten) Sicherheitszone 1 gehören folgende Straßen und Plätze: Münsterplatz, Schmiedstraße, Fischmarkt, Johannes-Paul-II.-Straße, Ritter-Chorus-Straße und Katschhof.

Dort ist jeglicher privater oder gewerblicher Kfz-, Liefer- und Ladeverkehr bis 13 Uhr untersagt. Ob auch Scharfschützen auf den Dächern postiert werden, ist AachenNews nicht bekannt (war aber so, als Bill Clinton der Karlspreis verlieren wurde). Auch der Klosterplatz ist komplett gesperrt. Die Sperrung wirkt sich auch auf die vermieteten Parkplätze aus: Die Stellplätze müssen geräumt sein und dürfen nicht benutzt werden. 

Vormittags müssen Verkehrsteilnehmer*innen bis 12.30 Uhr auf allen Zufahrtsstraßen in Aachen mit kurzzeitigen Behinderungen rechnen. Die Delegationen werden höchstwahrscheinlich nach dem Beten nicht alle noch zu Familie Laschet fahren und dort noch ein Bierchen trinken, sondern sofort wieder abreisen. Um 13 Uhr sind alle auf der Autobahn.

Wer hat sich eigentlich so eine Veranstaltung ausgedacht? Welche Botschaft soll mit dieser bürgerfernen Veranstaltung übermittelt werden? Wo bleiben die Flutopfer, bzw. deren Hinterbliebene? Wurden sie gar nicht einbezogen? Aachens Oberbürgermeisterin wurde im Vorfeld nicht in die Planung einbezogen. Warum nicht? Weil klar war, dass sie diese Form nicht akzeptieren würde? Merkt niemand, wie provozierend diese Art des Gedenkens ist? Was soll das alles?

Im Aachener Dom wird heute der Flutopfer gedacht.

***

Der Bio-Wochenmarkt (normalerweise auf dem Münsterplatz) wird heute an den Friedrich-Wilhelm-Platz vor dem Elisenbrunnen verlegt.

Aufgrund eines Flutopfergottesdienstes muss das Centre Charlemagne auf polizeiliche Anordnung bis 13 Uhr geschlossen bleiben. Bereits gebuchte Gruppenführungen finden statt. Die Gruppen treffen sich am Bürgerservice des Verwaltungsgebäude Katschhof und werden von dort ins Museum begleitet.

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Gründlich saniert und jetzt wieder befahrbar: der Tunnel in Rothe Erde

Plötzlich bricht die Fahrbahndecke ein, Wasser tritt aus, ein Tunnel auf einer vielbefahrenen Straße ist unpassierbar. Autos, Lkw und Busse müssen Umwege fahren. Fußgänger und Radfahrer kommen noch durch, schauen aber verwundert auf ein Gewässer, das sich gebildet hat. Das geschah im Februar, monatelanges Warten und Reparieren folgten. Jetzt ist die Ecke wieder prima in Schuss, und die Stadtkasse um 355.000 Euro ärmer.

Alles wieder dicht – im Tunnel von Rothe Erde.

Die frohe Kunde lautet: Die Stadt hat den Tunnel Hüttenstraße wieder für den Verkehr freigegeben, lange Umwege können wir uns sparen. Im Februar war unter der Fahrbahn aufgestautes Wasser aus dem Untergrund aufgestiegen und an der Oberfläche ausgetreten. 

Die Bauarbeiten konnten zwei Wochen früher als ursprünglich geplant abgeschlossen werden, teilt das Presseamt der Stadtverwaltung mit. Das sei gelungen, obwohl die beauftragte Baufirma Pyls GmbH mit ihren Mitarbeitern in der Nachbarkommune Stolberg tatkräftig daran mitgewirkt hat, Hochwasserschäden zu beseitigen. Die Firma habe dazu genau die Tage genutzt, an denen die neue Schottertragschicht im Tunnel trocknen musste. Die Unterführung habe eine Flächendrainage, und die gesamte Fahrbahn im Tunnel einen ganz neuen Oberbau erhalten.

Zum Schluss erneuerte der Aachener Stadtbetrieb die sanierungsbedürftige Fahrbahndecke zwischen dem Tunnelende und dem Kreisverkehr Philipsstraße in Rothe Erde auf einer Länge von rund 100 Meter. Und: Es gibt jetzt eine spezielle Aufstellfläche für Radfahrer*innen an der Kreuzung Hüttenstraße, Rottstraße, Dresdener Straße. Wer mit dem Fahrrad von der Rottstraße in den Tunnel abbiegen möchte, kann künftig eine rotmarkierte Abbiegespur nutzen. 

Der Netzbetreiber Regionetz hat seine Schächte saniert und die Deckenbeleuchtung im Tunnel auf LED-Technik umgestellt. 

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Hier geht es weiter.

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Neues aus dem Kloster: Politik hält schützende Hand über den Klostergarten

Die Politiker*innen in Aachen haben gestern beschlossen, dass bei allen weiteren Planungen auf eine Bebauung des Klostergartens (vom derzeit besetzen Karmelitinnen-Kloster in der Lousbergstraße) verzichtet werden soll. Das wurde zwar in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen, aber die Pressestelle der Stadt hat die Kunde flott verbreitet. Im Viertel am Lousberg hatte man sich nämlich zuletzt sehr um die Zukunft der Klosteranlage und um den schönen Garten gesorgt.

Die Ratsvertreter hätten betont, so heißt es in der Mitteilung weiter, dass – anders als an gewissen Stellen behauptet – keine gültigen Genehmigungen der Stadt Aachen vorlägen, die eine Bebauung des Gartens ermöglichen würden. Der Eigentümer der Anlage ist pleite, und der Insolvenzverwalter habe ein Bieterverfahren in Auftrag gegeben, in dem das Kloster aktuell zum Kauf angeboten wird. Die Angebotsfrist endet am 31. August 2021. 

Was mit der ganzen Anlage passiert, wenn niemand das Kloster ersteigern will (steht mindestens schon 10 Jahre leer), ist hier nicht bekannt.

Das Kloster der Karmelitinnen wurde 1869 erbaut und ist seit dem 19. Februar 1985 ein eingetragenes Baudenkmal der Denkmalliste Aachens. Im geschützten Denkmalumfang sind die vierflügelige neuromanische Klosteranlage, die giebelständige Kirche, die Vorgartenanlage, die Klostermauer sowie die Gartenkapelle enthalten. Auf den Klostergarten wirkt sich der Umgebungsschutz der Anlage aus. 

Sieht von außen besser aus als von innen: Die Räume sind eigentlich Zellen, und hier und da soll Feuchtigkeit in die Gebäude eingedrungen sein. Foto: AachenNews Archiv


Auch Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen stellt klar: „Die denkmalgeschützte Klosteranlage am Lousberg ist ein besonderer Ort. Diesen wollen wir schützen und die planungs- und baurechtlichen Grundlagen schaffen, damit das gesamte Areal verantwortungsvoll in die Zukunft geführt wird. Insbesondere der Klostergarten mit seinem alten Baumbestand muss erhalten werden.“

Beschlossen wurde wörtlich,

  1. „auf eine Bebauung des Klostergartens zu verzichten und die bestehenden Freianlagen im Einklang mit den klima- und umweltfachlichen Belangen sowie den Belangen des Stadtgrüns zu sichern und weiterzuentwickeln. 
  2. Nachnutzungen der bestehenden Klosteranlage, die im Einklang mit dem umgebenden Quartier stehen, dessen bisherige Infrastruktur etwa in kultureller, wirtschaftlicher, sozialgesellschaftlicher oder bildungsfachlicher Hinsicht ergänzen oder dessen Weiterentwicklung als Wohnquartier unterstützen, zuzulassen.
  3. den denkmalfachlichen Belangen besonderes Augenmerk zu widmen und
  4. die qualitätvolle Entwicklung des Areals durch ein geeignetes Qualifizierungsverfahren sicherzustellen.“
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Jetzt nicht die letzten Veranstaltungen von „Stadtglühen“ verpassen

Wenn man einst überlegen wird, was es an Schönem in Aachen im Jahr 2021 eigentlich gegeben hat, wird einem nicht viel in den Sinn kommen. Genannt wird aber sicher die Serie „Stadtglühen“, das ist eine Veranstaltungsreihe kultureller Art, die noch bis zum 5. September läuft. 

Seit dem 2. Juli bringt jetzt schon die Kulturszene die Stadt zum Glühen, und das aufgrund großzügiger Förderung. Alle Auftritte sind für die Zuschauer*innen/Zuhörer*innen kostenlos. In Parks, Innenhöfen, auf kleinen Plätzen in und um die Stadt – und sogar da, wo man sie eigentlich nicht erwartet hätte, wurde der „Neustart Kultur“ versucht. In Zeiten einer galoppierenden Pandemie kein leichtes Unterfangen. 

Dieter Kaspari – Guitare/Voc. Uwe Böttcher – Bass/Bratsche/Geige. Mark Beumers – Guitare und Semmel Sembritzki – Saxophone (von links).
Waren ein musikalischer Hochgenuss: die Jazz-Konzerte auf der Burg Frankenberg. Fotos: Henning Brinkmann

Rund 100 Veranstaltungen holten (noch bis 05.09.) Aachens Künstler*innen zurück ins Licht der Öffentlichkeit und setzten auch die lokale Veranstaltungstechnik wieder in Arbeit.

Gerade heute, 27. August, lohnt sich ein Besuch in der Kaiser-Friedrich-Allee. Von 18 bis 22 Uhr gibt es dort Kultur satt. Vertreten sind in gemischter Reihenfolge Lesung: Lotte von der Linde – Tanz: Beomseok Jeong, Hermann Bär, Compound Company – Bildende Kunst: Peter Kluck, Kate Studley – Musik: TheVult, Tonii. Falls das Wetter es erlaubt: Picknickdecke oder Stühle sowie Verpflegung dürfen selbst mitgebracht werden. 

Zu der Veranstaltung wird mitgeteilt: „Bioluminiszenz ist die faszinierende Eigenschaft von Glühwürmchen, der Liebe wegen aus sich selbst heraus zu leuchten. Künstler*innen von ARTbewegt, dem Atelierhaus Aachen, dem Musiknetzwerk Aachen und dem Theater 99/AKuT bringen mit ihren Performances den Kaiser-Friedrich-Park, beginnend am Tritonbrunnen, zum Leuchten und laden die Besucher*innen zu einer sommerabendlichen Promenade durch die Künste ein.“ 

Foto: Peter Kluck

Über vier Stunden hinweg werden acht unterschiedliche Kulturerlebnisse geboten, die sich entlang des Parks aneinanderreihen.

***

Weitere Veranstaltungen heute und am Wochenende:


Fr 27. 08. 
Reallabor Templergraben 
17 – 18 Uhr 
Japanama (Popularmusik) 
+ 19 – 20 Uhr 
Alex Hövelmann + Brid Snyder (Popularmusik) 
(auch Sa + So mit anderen Bands dort)

Fr 27. 08. Tuchwerk Soers 
19.30 Uhr 
Theater K Miniaturen
Sa+So jeweils ab 17 Uhr Theaterplatz 7 / Citymanagement BBK Blaue Stunde (Bildende Kunst)

Sa 28. 08. 
18-19 Uhr – Haaren – Harald Ingenhag Quartett (Jazz)

So 29.08. 
11-12 Uhr – Stadtpark / Konzertmuschel – Kleine Freiheit 77 (Jugendchor)

So 29. 08. 
16-17 Uhr – Park Ludwig Forum – Johanna Schmidt TangoX (Musik)

Programm und Tickets unter www.stadtgluehen.de

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