Pkw-Fahrern wird ein Stückchen vom Straßenraum weggenommen

Aachens Osten hat neue Fahrradstreifen. Und ich finde: Besser als nichts. Hier gehört der Platz zwischen der Häuserzeile rechts und der Häuserzeile links nicht mehr zu 90% den Autofahrern, sondern nur noch zu 75%. Wobei teilweise sogar die Fußgänger mehr Platz (5%) bekommen haben.

Nein, sicher fährt es sich dort immer noch nicht, aber schon deutlich weniger unsicher als zuvor. Auf den neuen Fahrrad-Schutzstreifen geht es an langen Autokolonnen vorbei, die Joseph-von-Görres Straße hoch, wo sich oben rechts (am Hohenzollernplatz) das große, seit Jahren unbebaute Grundstück eines Aachener Grundstücksspekulanten befindet.

Diese Straße bin ich sonst immer auf dem Bürgersteig hochgefahren, ich wollte mir Nahtod-Erlebnisse ersparen. Es war da zwar sehr eng zwischen den Autos und den Hauswänden, aber Straße war einfach lebensgefährlich.

Und was ist? Kaum bekommen wir RadfahrerInnen mal ein Stück vom Straßenraum abgetrennt, jault das Autofahrerpackvolk auf. „Wir stehen im Stau!“, ja klar, steht ihr sowieso in Aachen jedes Jahr netto gerechnet mehrere Tage eures Lebens. Autofahrer dürfen übrigens sogar auf den Radfahrer-Streifen drauf, wenn es andernfalls gefährlich wird. RadfahrerInnen dürfen rechts vorbei. Aber langsam.

An einigen Stellen darf man in der Joseph-von-Görres-Straße nur noch halb auf dem Bürgersteig parken. Also haben auch die FußgängerInnen gewonnen. Das ist wichtig: Es sind nicht immer nur die Menschen auf den Rädern, denen endlich ein Stückchen vom öffentlichen Raum überlassen wird.

29 Kilometer Schutzstreifen gab es in Aachen, dazu sind im Nordosten der Stadt nun 3,1 Kilometer hinzugekommen, so teilte die zuständige Behörde mit. Und diese Streifen gibt es jetzt auch auf der Sedanstraße, der Stolberger Straße und auf dem Adalbertsteinweg (dort nur von der Einmündung Bismarckstraße bis zur Josefkirche). Straßen, auf denen ich überhaupt jetzt erstmals entlang radele. Zuvor: Angst vor Autos, Bussen, SUVs und Lastautos.

Hier soll nicht verschwiegen werden, dass Leute, die sich mit dem Fahrradfahren viel intensiver beschäftigt haben als ich, die Schutzstreifen „Scherzstreifen“ nennen und kein bisschen zufrieden sind. Sie sehen überhaupt keine Verbesserung für Radler. Von der Einstellung „Besser-als-nichts“ halten sie gar nichts.

So oder so: Alle freuen sich derzeit über die wunderbare Aktion „Ein Herz für SUVs“. Seht euch das passende Video dazu an. Und: Auf die SUVs Aufkleber mit der Aufschrift „Ein Herz für SUVs“ zu pappen, das ist jetzt ja keine gute Idee.

Achtung. Der Besitz eines dicken, schweren Autos kompensiert ein Defizit im Selbstwertgefühl. Die Frage ist: welches? Weiß man da schon Näheres?

Harscampstraße für Pkw zu

In der Harscampstraße zwischen Lothringerstraße und Schildplatz im Suermondtviertel werden am Sonntag, 15. September, von 10 bis 14 Uhr spezielle Piktogramme mit Kreide auf die Fahrbahn gesprüht. In dieser Zeit kann die Harscampstraße auf diesem kurzen Stück von Pkw nicht befahren werden. In der Harscampstraße stehen Sperrgitter, ebenso in den Zufahrten der Lothringer- und der Gottfriedstraße sowie am Schildstraßenplatz auf der Seite von Schützen- und Schildstraße. Autofahrerinnen und Autofahrer müssen ihr Ziel über andere Straßen ansteuern. 

So könnte die Ecke mal aussehen. Schön, ne? Blick in die Harscampstraße, rechts geht es in die Schildstraße rein.

Die Markierungsaktion ist der Auftakt zum einwöchigen Modellversuch „Fair zusammen in der Harscampstraße“ vom 16. bis 22. September im Rahmen der Europäischen Woche der Mobilität 2019 in Aachen. Im Umfeld von Harscamp-, Lothringer- und Schildstraße verlaufen in Zukunft der Premiumfußweg zum Frankenberger Park und die Radvorrangroute von Eilendorf und Brand in die Innenstadt. 

Eure Meinung ist gefragt

Die Stadt möchte von Anwohnern und Nutzern wissen, wie sie sich die künftige Straßengestaltung in der Harscampstraße vorstellen. Besucht den Informationsstand am 16., 18. und 20. September in der Harscampstraße. Der Infostand ist am Montag, Mittwoch und Freitag jeweils von 12 bis 17 Uhr besetzt.

Hier ist eure Meinung gefragt. Ich fand Modell D am besten.

Bitte empfehlen Sie AachenNews.org weiter

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Berichte von der Arbeit der Polizei

Foto: Polizei Aachen

Mitten in Aachen, am Elisenbrunnen, veranstaltete die Polizei dieser Tage eine Verkehrssicherheitsaktion. Motto: „sicher.mobil.leben – Brummis im Blick“. Dabei konnten Passanten auf den Fahrersitz eines Lkw klettern und mal nachprüfen, was die Brummi-Fahrer so sehen, wenn sie fahren. Überraschend wenig, muss ich sagen. Insbesondere konnte man am Elisenbrunnen erleben, was es mit dem toten Winkel auf sich hat. Darin, das wurde klar, hat eine ganze Schulklasse Platz.

Zusammen mit den Kooperationspartnern DEKRA, der Verkehrswacht und der Stadt Aachen ging es praxisnah zur Sache. Bürgerinnen und Bürger hatten die Gelegenheit, sich auch mit dem Problemfeld „Seitenabstand Fahrradfahrer“ intensiv zu befassen. 

Die Polizei teilt mit: Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Getöteten unter Beteiligung von Lkw habe in den letzten fünf Jahren um 17 Prozent zugenommen. Das zeige die Notwendigkeit „einer intensiveren Überwachung dieser Zielgruppe“. (am)

Gemein: Zeitungsboten überfallen

Zwei unbekannte Männer haben Dienstag früh (10. September, um 6.15 Uhr) einen 36-jährigen Zeitungszusteller auf einem Verbindungsweg zwischen Brunssumstraße und Melatener Straße (in Aachen) überfallen. Sie bedrohten den Mann mit einem Messer und forderten Bargeld. Mit geringer Beute, so teilt die Polizei mit, flüchteten die Täter anschließend in Richtung Brunssumstraße. Die Kripo hat die Ermittlungen in der Sache aufgenommen.

Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können, oder verdächtige Beobachtungen in Tatortnähe machten, werden gebeten sich unter der Telefonnummer 0241/9577-31501 oder (außerhalb der Bürozeiten) unter der Nummer 0241/9577-34210 zu melden. (am)

Wer will zur Polizei?

Die Aachener Polizei lädt junge und am Polizeiberuf interessierte Leute zur Polizeistunde im September ein. Die Einstellungsberater werden über die Einstellungsvoraussetzungen, das Bewerbungs- und Auswahlverfahren, das Studium und die beruflichen Perspektiven informieren.

Auch die Möglichkeit für persönliche Gespräche wird es geben. InteressentInnen werden gebeten, sich vorher per E-Mail anzumelden, eine persönliche Einladung wird dann folgen. E-Mail bitte an: Personalwerbung.aachen@polizei.nrw.de Die zweistündige Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 18. September, um 16.30 Uhr, im „neuen“ Polizeipräsidium, Trierer Straße 501, in Aachen. (fp)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Erstaunlich unzeitgemäße Werbung

Aldi wirbt mit Emojis, die sind klein und aus Plastik.

Als gäbe es nicht schon genug Plastik! Aldi verteilt jetzt an den Kassen kleine Plastik-Figürchen. So ein „Aldi-Emoji“ ist winzig und gibt es in mindestens einem Dutzend Ausführungen. Die KundInnen sollen sie offenbar sammeln.

Was haben sich Aldi Nord und Aldi Süd, die gemeinsam auf der Verpackung verantwortlich zeichnen, dabei gedacht? Wahrscheinlich leider nichts. Die Teile sind für Kinder unter 3 lebensgefährlich, Erstickungsgefahr.

Emojis werden eigentlich in SMS und Chats eingesetzt, um längere Begriffe zu ersetzen. Die von Aldi sind zweieinhalb Zentimeter hoch und „made in China“, importiert durch die Boost Deutschland GmbH. Schade, der Discounter hätte keine unzeitgemäßere und unpassendere Werbemöglichkeit finden können. Insofern: Volltreffer.

Darauf hat die Welt gewartet. Überflüssiger Plastik-Müll. Sachen zum Sammeln, die 200 Jahre brauchen ehe sie verrotten. An denen Kinder ersticken können. Andere agieren nachhaltig und setzen auf Upcycling.

Bitte empfehlen Sie AachenNews.org weiter

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Ganz schön mutig: Ein Mundartpreisträger aus dem Internet

Freuen sich mit Markus Dederichs, dem designierten Preisträger 2020, auf die Verleihung des „Thouet-Mundartpreises der Stadt Aachen“ am 6.Januar: Oberbürgermeister Marcel Philipp (r.), Vereinsvorsitzender Ägid Lennartz (l.) und die Gratulanten bei der Bekanntgabe im Weißen Saal des Rathauses. Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Der designierte Träger des Thouet-Mundartpreises der Stadt Aachen 2020 ist mal kein Bühnenkünstler, er schreibt keine Gedichte, hält keine Mundart-Vorträge und unterrichtet auch nicht in Öcher Platt. Und doch ist er ein großartiger Botschafter für die Sprache seiner Heimat. Weltweit.

Damit hatte der 30-jährige Öcher, Markus Dederichs, der seiner Heimatsprache seit 2016 auf Facebook eine Seite widmet, niemals gerechnet. Er war der Einladung des Thouet-Mundartpreis-Vorsitzenden Ägid Lennartz gefolgt, um im Rathaus einmal das Projekt, das mittlerweile auch einen Instagram-, einen Twitter-Auftritt und eine eigene Homepage (www.oecherwoerter.de) hat, vorzustellen.

Dass diese Einladung nur der Vorwand war, um ihn dann direkt für die Mundartpreis-Verleihung am 6. Januar 2020 als Hauptfigur zu nominieren, „oes noch!, damit war nicht zu rechnen.“ Das enthüllt die Pressestelle der Stadt.

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht der in Köln lebende Marketing- und Medienwissenschaftler Öcher Wörter in Postkarten-Optik, beschreibt auf diese Weise kurz und prägnant Öcher Eigenarten. 

Auf Facebook folgen ihm 24.000 Nutzer, auf Instagram rund 4500, es gibt auch einen Twitter-Kanal. Kreiert haben Markus Dederichs und seine Mitstreiter Thomas Güldenpfennig und Simon Gerads diesen ganz besonderen Auftritt mit Aachen-Motiven – alles geht Hand in Hand, Ton in Ton – „jut wa?!“

Menschen aus aller Welt, die eine – zumeist emotionale – Beziehung zu Aachen haben, liken und kommentieren die Botschaften von Markus Dederichs. „So bleibt die Sprache lebendig und die Beziehung zu Aachen tief und eng“, darin waren sich die Mundart-Freunde einig.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Pop-Up-Raum zum Thema „Radverkehr auf dem Grabenring“

Denkbar, planbar, machbar – am Theaterplatz 7 sollen Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Letzter Tag: 10. Oktober.

Die Stadtverwaltung möchte wissen, wie man eventuell den Grabenring rund um Aachen so herrichten kann, dass er für den Fahrradverkehr geeignet ist. Sie richtet deshalb ab heute, 9. September, bis zum 11. Oktober einen sogenannten Pop-Up-Raum zum Thema „Radverkehr auf dem Grabenring“ ein, und zwar in einem Geschäftslokal am Theaterplatz 7.

Unter dem Motto „denkbar – planbar – machbar“ soll in diesem Forum informiert und ausgiebig diskutiert werden. Interessierte können dort ihre Ideen und Vorstellungen einbringen: Montag bis Freitag von 12 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr.

Bürgerinnen und Bürger sollen beteiligt werden, so teilt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung mit. Im Pop-Up-Raum sollen die unterschiedlichen, zum Teil konkurrierenden Ansprüche an die Nutzung dieses öffentlichen Raums sowie Lösungen und die jeweiligen Vor- und Nachteile dargestellt und diskutiert werden. „Die Erkenntnisse der detaillierten Untersuchung und auch der Debatte im
Pop-Up-Raum sollen dem Mobilitätsausschuss vorgelegt werden“, so erfahren wir. Dann soll das Gremium auch das Konzept für den Radverkehr auf dem Grabenring beraten.

In derselben Mitteilung geht es auch um die Rad-Vorrang-Routen Eilendorf-Innenstadt und Innenstadt-Campus Melaten. Es sollen die ersten beiden Streckenabschnitte in absehbarer Zeit umgesetzt werden. Gefördert werden sie durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Förderprogramms „Klimaschutz durch Radverkehr“.

So ist es geplant: „Das Konzept des Rad-Vorrang-Netzes sieht die Nutzung des inneren Grabenrings als Radverteilerring zur Verknüpfung der einzelnen Rad-Vorrang-Routen vor.“ Doch der Grabenring entspreche heute hinsichtlich Sicherheitsempfinden, Komfort und Zügigkeit der Radverkehrsführung nicht den Qualitätsanforderungen einer Rad-Vorrang-Route, was jede/r bestätigen kann. Bei der Umgestaltung des Grabenrings handelt es sich – laut Verwaltung – aufgrund der zentralen Lage und der zahlreichen Nutzungen um ein sehr anspruchsvolles städtebaulich-verkehrliches Projekt. Gerade deshalb möchte die Verwaltung „möglichst viele Interessierte an der Debatte beteiligen und im Pop-Up-Raum am Theaterplatz im Umfeld des Grabenrings einen Ort zum Austausch und Diskutieren anbieten“.

Es kommentiert unser Kolumnist Otto von Bismarck: „Die Politik ist keine Wissenschaft, wie viele der Herren Professoren sich einbilden, sondern eine Kunst.“

Wer Ideen hat, wie der Ring der Gräben, der die City umschließt, ausgestaltet werden sollte oder wer sich informieren will, ist am Theaterplatz willkommen.
Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Millionen für Menschen mit Behinderungen – Haushalt eingebracht

LVR-Kämmerin Renate Hötte hat den Entwurf eines Doppelhaushaltes für die Jahre 2020 und 2021 in das Parlament des LVR eingebracht. Er umfasst Aufwendungen in Höhe von 4,12 Milliarden Euro für 2020 und von rund 4,26 Milliarden Euro für 2021.

Kommunalpolitikerinnen und -politikern werden in den kommenden Wochen den Haushaltsentwurf, der am 16. Dezember 2019 verabschiedet werden soll, beraten und sehen, ob die Milliarden gut eingesetzt werden. So auch die Fraktion der Freien Wähler, der ich als Aachener Piratin angehöre.

Der Umlagesatz zur Berechnung der Landschaftsumlage, mit dem die zwölf Kreise, 13 kreisfreien Städte und die StädteRegion Aachen im Rheinland die Arbeit des LVR zu großen Teilen finanzieren, wird im Haushaltsentwurf mit 15,2 Prozent für 2020 und 15,7 Prozent für 2021 ausgewiesen. Der Doppelhaushalt stehe ganz im Zeichen der Einführung der dritten Reformstufe des Bundesteilhabegesetzes (BTHG), teilte die Pressestelle des LVR mit.

Ab dem 01.01.2020 wird für Menschen mit Behinderungen bundesweit ein modernes Eingliederungshilferecht gelten: Dann geht es weg von der Fürsorge, hin zu mehr Teilhabe und Selbstbestimmung. Gleichzeitig sollen künftig alle Hilfen „wie aus einer Hand“ angeboten werden. Vielschichtige Veränderungen gehen mit diesem „Paradigmenwechsel“ einher.

Der im Vergleich zum Haushaltsjahr 2019 geplante Anstieg der Landschaftsumlage ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass der LVR als Kostenträger nun weitere Aufgaben der Eingliederungshilfe von den Kommunen übernimmt. Die Kommunen wiederum werden insofern entlastet. Neben verbesserten Leistungen sieht das BTHG auch erhöhte Einkommens- und Vermögensfreigrenzen für die Leistungsberechtigten vor, die zu einem Mehrbedarf im LVR-Haushalt führen.

Um die Aufwendungen für die Mitgliedskörperschaften zu begrenzen, fährt der LVR bereits seit Jahren Konsolidierungsprogramme. Die Konsolidierungsmaßnahmen für den Zeitraum 2017 bis 2021 umfassen ein Volumen von 70 Millionen Euro.

LVR-Kämmerin Renate Hötte sagte: „Es ist uns durch drei umfassende Konsolidierungsprogramme seit 2011 gelungen, die Dynamik des Aufwandsanstiegs signifikant zu reduzieren. Aber dennoch: Der vorgelegte Haushaltsentwurf für die Jahre 2020/2021 ist geprägt von neuen gesetzlichen Regelungen und damit einhergehenden neuen Zuständigkeiten mit erheblichen finanziellen Mehrbelastungen des LVR. Von den gesetzlich bedingten Veränderungen sind die Landschaftsverbände dabei nicht allein betroffen. Die gesamte kommunale Familie wird durch das Bundesteilhabegesetz und das zugehörige Ausführungsgesetz in NRW vor enorme finanzwirtschaftliche und organisatorische Herausforderungen gestellt.

Für die Entwicklung der Umlagegrundlagen und Schlüsselzuweisungen der Jahre 2020 und 2021 seien wegen der frühen Haushaltsaufstellung pauschale Annahmen auf der Grundlage eigener Prognosen getroffen worden, so wurde mitgeteilt. Die für die Umlage maßgeblichen Steuereinnahmen stehen erst im Herbst des Jahres verlässlich fest. Risiken für den Haushalt ergeben sich zudem aus den Unwägbarkeiten der weitreichenden BTHG-bedingten Anpassungen. Daher könnten sich bis zur Verabschiedung des Haushalts am 16.12.2019 noch Veränderungen ergeben.

Den größten Teil der Einnahmen des LVR stellen die Mitgliedskörperschaften über die Landschaftsumlage. Gemäß dem Haushaltsentwurf des LVR werden die StädteRegion Aachen, die Kreise und die kreisfreien Städte im Rheinland 2020 rund 2,88 Milliarden Euro und 2021 rund 3,04 Milliarden Euro Umlage entrichten. In fast alle Kommunen fließen Leistungen des LVR in einem höheren Umfang zurück, als sie Umlage entrichten.

Die Leistungsübersichten für 2018 können hier eingesehen werden. Schaut rein, es lohnt sich.

Kompetent und klar: Kämmerin Renate Hötte bei der Vorstellung des Doppelhaushalts 2020/2021 im LVR-Haus in Köln. Foto: Heike Fischer/ LVR

Was ist überhaupt der LVR?

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 19.000 Beschäftigten für die 9,7 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 20 Museen und Kultureinrichtungen, drei Heilpädagogischen Netzen, vier Jugendhilfeeinrichtungen und dem Landesjugendamt erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden.

Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten gewählte Mitglieder aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

Bitte empfehlen Sie AachenNews.org weiter

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Menschen reden über ihr Viertel – Heckengespräche

Viele Menschen – auch in Aachen – kennen ihre Nachbarn kaum und nur vom Sehen. Ich bin sicher: Ihnen entgeht etwas, es fehlt eine Facette im Leben. Wer mit seinen Nachbarn redet und sich mit ihnen gut versteht, der hat mehr vom Leben (habe ich für euch getestet).

Das weiß auch Silke Gärtner vom „stadtteilbüro aachen nord“. Sie lädt zu Gesprächen an der Hecke ein, zu „Heckengesprächen“. Die Menschen aus dem Viertel Feld- und Liebigstraße sollen aktiv werden bei der Gestaltung des Viertels und im Leben des Stadtteils Aachen-Nord.

In der Zeit vom 11. September bis 9. Oktober gibt es immer mittwochs von 9.30 bis 11 Uhr an der Hecke des Café Tabitas ein offenes Gespräch bei einem kostenlosen Kaffee. Silke Gärtner wird dabei unterstützt von Josie Linkens, die ehrenamtlich im Café Tabitas mitarbeitet.

Das Tabitas befindet sich an einem gut besuchten Zugang zur Jülicher Straße in der Heinrich-Hollands-Straße 6. Bei schlechtem Wetter (d.h. Regen) wird das Treffen in das Café verlegt.

Die Pressestelle der Stadtverwaltung teilt mit: Durch das Projekt möchte das „stadtteilbüro aachen nord“ den nachbarschaftlichen Austausch fördern sowie zu der Entstehung von Freundschaften beitragen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Fahrrad steht neuerdings sicher und trocken

Räder im Parkhaus abstellen, 24 Stunden lang für 2 Euro.

In Aachen kann man ab sofort im Parkhaus an der Wirichsbongardstraße sein Fahrrad sicher und trocken unterstellen. Man muss allerdings etliche persönlicher Daten angeben (Adresse, Geburtsdatum bis hin zur Kontonummer), bevor man den Chip erhält, der alles verschließt. Aber dann kann’s losgehen.

14 neue Fahrrad-Stellplätze stehen bereit, und es war bisher immer einer frei, meistens mehrere. Nur 2 Euro kostet es, das Rad 24 Stunden lang video-überwacht im Parkhaus zu belassen. Massive Schließbügel dürften den Dieben große Schwierigkeiten beim Räder-Klauen bereiten.

Direkt im Parkhaus selbst kann man sich anmelden und von einem Mitarbeiter zeigen lassen, wie die Sache genau funktioniert. Es gibt auch Schließfächer für Akkus von E-Bikes. Lasst euch nicht abwimmeln, die Mitarbeiter haben zwar viel zu tun, helfen aber nach etwas Warten schließlich doch.

Die Gebühr wird am Ende des Monats per Lastschriftverfahren abgebucht.

Zum Weiterlesen ( Es gibt auch ein kleines Erklär-Video.): https://www.apag.de/bike-station

Auch hier geht es um Fahrräder und Abstellmöglichkeiten.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Schon 30.667 Unterschriften gesammelt. Folgen weitere Bürgerbegehren?

Das Bürgerbegehren (genannt: Radentscheid) ist ein großer Erfolg. Die Freunde einer Umgestaltung des Aachener Straßenverkehrs sind nicht mehr zu bremsen. Sie sammeln erfolgreich Unterschriften für den Radentscheid – wünschen eine Gestaltung des Straßenraums zugunsten insbesondere der RadfahrerInnen, aber auch der FußgängerInnen, zugunsten des ÖPNV und zugunsten nicht-motorisierter Verkehrsteilnehmer.

Mit 30.667 Unterschriften (Stand 28.8.19) startete das Bürgerbegehren jetzt in die letzte Phase der Sammlung. Damit hat fast jeder sechste kommunalwahlberechtigte Mensch in Aachen gezeichnet. Eine Plakataktion gemeinsam mit der ASEAG wird die letzten Wochen begleiten.

Warum starten Menschen ein Bürgerbegehren?

Das tun sie, wenn die von ihnen gewählten Vertreter und Vertreterinnen im Rathaus eine Politik machen, die die Belange der Menschen missachtet. Wenn die Politik sich einen Dreck schert um das, was den Menschen Sorgen macht, was sie krank macht und verzweifeln lässt. Man muss schon eine geballte Ladung Wut und Verzweiflung im Bauch haben, ehe man sich über ein Bürgerbegehren zu retten versucht. Denn der Aufwand ist gigantisch. Mehrere Leute müssen quasi monatelang ihre gesamte Freizeit opfern.

In Aachen hat man es mit einer massiv ungerechte Aufteilung des öffentlichen Straßenraums zu tun – fast alles ist zugunsten der Pkw-Fahrer organisiert. In Aachen werden sogar seit Jahren krankmachende Grenzwert-Überschreitungen in Kauf genommen und Gerichtsentscheide ignoriert. Versuche der Politik, die Situation zu ändern, werden als halbherzig und gar nicht wirkungsvoll erkannt.

Da nun dieses Bürgerbegehren so erfolgreich ist, denken viele daran, der Politik auch hinsichtlich weiterer wichtiger Themen mit einem Bürgerentscheid Beine machen zu können. Beispielsweise, was die 50 bis 60 Millionen Euro teure Restaurierung des Kurhaus an der Monheimsallee (Ex-Spielkasino) betrifft. Ob man diese exorbitante Investition (andere Bauprojekte können entsprechend gar nicht oder erst später realisiert werden) nicht auch mittels Bürgerbegehren verhindern könne, so wird gefragt.

Möglicherweise darf sich also die Politik in Aachen auf weitere Bürgerbegehren einrichten. AachenNews.org wünscht dann mal viel Spaß dabei.

Zurück zum Radentscheid: Die offizielle Übergabe der Unterschriften findet im Herbst statt. Gesammelt werden kann jedoch weiter, bis der Radentscheid auf der Tagesordnung im Rat steht. Das könnte bereits im November der Fall sein.

***

Unterdessen (1) hat sich die Initiative „Fahrradfreundliches Haaren“ gegründet. Nächstes Treffen der Initiative (einer Ausgründung aus dem Radentscheid Aachen) ist am Dienstag, 10. September, um 18.30 Uhr im Gemeindezentrum der Christuskirche, Am Rosengarten 8, in Haaren.

Wer daran interessiert ist, sicher mit dem Rad aus Haaren oder Verlautenheide in die Innenstadt zu kommen, ist eingeladen. Schwerpunkte sind die folgenden Themen: 1) Interne Organisation der Gruppe, z.B.: Termine für Treffen, interne Kommunikation, Ausgestaltung von Homepage, Facebook, Logo usw. 2) Weiteres Vorgehen zu den Themen Radvorrangroute, Jülicher Straße, Gefahrenstellen in Haaren: z.B. Rangfolge festlegen, Interessengruppen bilden.

Nehmt Kontakt auf über haaren-radeln@gmx.de.

Die Initiative „Fahrrradfreundliches Haaren“ mit Ellen Kreft-Mänz und Günter Mänz freut sich über viele Mobilitäts-Interessierte aus dem Stadtbezirk. Foto: Christine Wettstein

Unterdessen (2) wird zu einer weiteren Aktion eingeladen, denn es geht nur langsam voran mit dem dringend notwendigen Radschnellweg Aachen-Herzogenrath.

Viele PendlerInnen müssen täglich auf dem Weg zur Arbeit und abends nach Hause unzureichende und unsichere Radinfrastruktur nutzen. Und viele AutofahrerInnen, die gerne für ihre täglichen Fahrten zur und von der Arbeit auf das Rad umsteigen würden, kann keine schnelle und sichere Alternative angeboten werden. Derzeit scheint es im Planungsprozess im Abschnitt Kohlscheid- Herzogenrath noch keine klare Trassenführung zu geben. Doch der Radschnellweg ist nur in Gänze plan- und finanzierbar. Es braucht also rasche Entscheidungen auf der kommunalpolitischen Ebene.

Darum hat der Runde Tisch Radverkehr Aachen seine UnterstützerInnen aufgerufen, am Freitag, 6. September, erneut deutlich zu machen, dass eine schnelle Umsetzung des Radschnellwegs Aachen- Herzogenrath wichtig ist. Treffpunkt ist von 8 bis 9 Uhr in Herzogenrath die Ecke Eisenbahnstr./Schütz-von-Rode-Str.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Polizei: Der Nachwuchs freut sich auf erste Einsätze

Das ist ja auch mal schön: Polizeipräsident Dirk Weinspach (l.) begrüßt die Neuen vor dem neuen Polizeipräsidium in Aachen. Foto: Polizei

Die Pressestelle der Polizei Aachen teilt mit: Die Polizei „konnte die Bewerberinnen und Bewerber des Einstellungsjahres 2019 im neuen Polizeipräsidium begrüßen“. Von über 10.000 Bewerbern in NRW war die Einstellungszahl für den Ausbildungsstandort Aachen so hoch wie noch nie. In einer Feierstunde konnten 192 (von aktuell 196) Kommissaranwärterinnen und Kommissaranwärter ernannt werden.

Polizeipräsident Dirk Weinspach gratulierte den jungen Leuten und sagte: „Egal in welchen Zeiten wir leben, welche Themen das gesellschaftliche Klima bestimmen und unabhängig davon, welche politischen und gesellschaftlichen Erwartungshaltungen es geben mag – unsere Rolle und Aufgabe als Polizei ist klar definiert“. Wahre Worte. Sein Wunsch für die Zukunft: „Ich hoffe, dass Polizei auch mehr als ein Beruf für Sie wird.“

Auch die Personalratsvorsitzende Claudia Stamm und die Vorsitzende der Jugend-Auszubildenen-Vertretung, Selina Braun, hießen die neuen Kolleginnen und Kollegen herzlich willkommen. (pk)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar