Für Stoffwindeln ist kein Geld da. Schade.

In Haaren tagte jetzt das Bürgerforum der Stadt Aachen*. Da ging es nicht nur um die neue Kita, die ausgerechnet auf der zur Welschen Mühle gehörenden Obstwiese errichtet werden soll, woraus aber vermutlich/hoffentlich nichts wird, denn es gibt auch noch andere Standorte – nein, es ging auch um etwas höchst Profanes: um Babywindeln nämlich.

Zwei Mütter informierten prägnant über die Vorteile und den heutzutage einfachen Einsatz von Mehrweg-Windeln und hatten auch Windeln mitgebracht. Rund 200 Anwesende applaudierten. Die Mütter baten die Aachener Lokalpolitiker um eine kleine finanzielle Unterstützung für alle diejenigen, die die Stoffwindeln einsetzen möchten. Die Anschaffung ist nicht ganz preiswert.

Waschen statt wegwerfen

Stoffwindeln sind gut für die Babys: Das Wegwerfwindel-Plastik am Körper ist ungesund. Stoffwindeln sind gut für die Umwelt: Es entsteht viel weniger Müll (4000 Tonnen weniger in 3 Jahren, pro Kind). Stoffwindeln sind gut für die Eltern: Es wird eine Menge Geld gespart.

Die Vertreterinnen von Grünen, Die Linke und Piraten fanden die Sache mit den Mehrfachwindeln eine prima Idee, sie äußerten sich entsprechend. Doch CDU/SPD und natürlich auch die FDP votierten dagegen. Tenor: Können wir nicht zulassen, denn dann kommen demnächst andere, wollen auf Plastik verzichten und dafür Geld aus der Stadtkasse haben. Abgelehnt.

Schade, schade, schade: Eltern, die sich umweltbewusst verhalten und ihren Kindern etwas Gutes tun wollen, werden nicht unterstützt. Also, wenn dafür kein Geld da ist, dann weiß ich es auch nicht . . . Viel wird es ohnehin nicht sein, denn das Waschen ist auch ein bisschen unbequem. Man könnte – analog zur Förderung der Lastenräder – einfach einen Betrag einsetzen und diesen aufbrauchen/verteilen, bis nichts mehr da ist.

Die Stadt verpasst die Gelegenheit, sich kinderfreundlich und umweltfreundlich zu zeigen und innovative Ideen zu unterstützen.

 

*Offenlage: Ich bin für die Aachener Piratenpartei selbst Mitglied im Bürgerforum

s. auch Berichte in den Tageszeitungen https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/buergerforum-in-aachen-gegen-starterpaket-fuer-stoffwindeln_aid-35871357

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Vorlage, Bezuschussung von Stoffwindelnhttp://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=19444

Infos zu Stoffwindeln: www.windelmanufaktur.com/de/stoffwindeln

Marburg: https://www.marburg.de/buergerservice/dienstleistungen/abfall-windelsaecke-oder-zuschuss-zu-mehrwegwindeln-abfallverminderung-900000449-0.html?myMedium=1

Es ist eine alte Piratenforderung, aber die Grünen haben das sicher auch schon gefordert: http://grafsusanne.de/politik/foerderung-von-mehrwegwindeln/

Einmal in Haaren unterwegs, habe ich mir die Plastik des Aachener Künstlers Joachim Bandau angesehen und fotografiert. Eine weitere Bandau-Arbeit befindet sich in der Aachener Synagoge.

 

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Der Mega-Trend: Re-Nationalisierung

Seien wir (wenige Monate vor wichtigen Europa-Wahlen) ehrlich: Die meisten Menschen in Europa verbinden mit der EU nichts Positives mehr.

Die Nationen sind entlang der europäischen Frage gespalten. Die Griechen? Die hassen die EU. Die Briten auch. Natürlich gibt es da noch echte Europa-

Europa kaputt, Deutschland allein zu Haus.

Freunde, aber die sind in der Minderheit. In Italien, Polen, Ungarn, Rumänien,  Österreich, in Tschechien . . . überall macht sich neuer Nationalismus breit.

Das müssen wir leider eingestehen, dass die Nation vielen (wieder) was bedeutet: Eine Art allerletzte Sicherheit, Identität oder sogar Zuhause. Der Nationalstaat ist wohl nicht „nur eine leere Hülse“, wie wir mal gedacht haben.

Warum? Weil in der EU in letzter Konsequenz sowieso immer Deutschland entscheidet (s. Grenzen auf oder zu, Griechenland, Ukraine).  Deutschland, wo es Arbeitslosenversicherung,  Krankenversicherung und Grundsicherung  gibt, was es in Europa lange nicht überall gibt. Die EU bröckelt, löst sich auf, und das nicht mal langsam, sondern eigentlich doch ziemlich flott. Ob da „Freundschaftsverträge“, wie er heute in Aachen unterzeichnet wurde, noch was helfen?

In allen anderen Ländern – außer Deutschland – funktioniert Europa nicht mehr. Und Anti-EU, das ist eigentlich immer Anti-Deutschland. Man hat die Kritik an Europa den Populisten überlassen. So hat sich in Frankreich sogar eine Gruppe gebildet, die eigentlich stramm nach Rechts geht, die nur alles kaputthauen will, die Bürokraten in Brüssel hinwegfegen und die Bürokraten in anderen Staaten auch.

Werden wir das Ende der Europäischen Union erleben? Es kann alles geschehen, sogar in rasender Geschwindigkeit. Die nächsten 10 Jahre sind entscheidend.

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Was man über den neuen Deutsch-Französischen Vertrag wissen sollte.

Hier ein Link (pdf) zum Vertrag, der heute in Aachen unterzeichnet wurde (hochscrollen). https://www.bundesregierung.de/resource/blob/997532/1570126/c720a7f2e1a0128050baaa6a16b760f7/2019-01-19-vertrag-von-aachen-data.pdf?download=1

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LVR-Bilanz und „100 jahre bauhaus im westen“

Eine schöne Bilanz: Im zurückliegenden Jahr interessierten sich etwa 3,2 Millionen Menschen für die Kultur-Angebote des Landschaftsverband (LVR).

Davon haben rund 1,35 Millionen Gäste die 14 Museen des LVR besucht, so teilte die LVR-Pressestelle jetzt mit. „Damit liegen wir über den Zahlen des Vorjahres“, bilanziert Milena Karabaic, LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege. 2017 lag die Zahl bei 1,23 Millionen.

Doch nicht nur mit seinen eigenen Museen und Kulturdienststellen leistet der LVR einen Beitrag zum Erhalt des rheinischen Kulturerbes. Auch in den sieben vom LVR geförderten Einrichtungen im LVR-Netzwerk Kulturelles Erbe können sich die Zahlen sehen lassen: Knapp 1,9 Millionen Menschen interessierten sich für das Welterbe Stiftung Zollverein, das Energeticon Alsdorf, den Zinkhütter Hof in Stolberg, die Römerthermen in Zülpich, das Rote Haus in Monschau, das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen oder Vogelsang IP in Schleiden.

Neben der fachlichen Beratung leistet der LVR hier mit insgesamt über 3 Millionen Euro wichtige finanzielle Unterstützung.

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2019 ist Bauhaus-Jahr. Mit dem Verbundprojekt „100 jahre bauhaus im westen“ zeigt der LVR gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen (NRW) und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bis 2020, welche gesellschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Impulse das Bauhaus auch in NRW gegeben hat. Unter der Überschrift „Gestaltung und Demokratie“ erinnert es gleichzeitig auch an die Gründung der Weimarer Republik. Schade nur, dass es in Aachen zum Bauhaus-Leiter und Architekten Ludwig Mies van der Rohe keine Ausstellung gibt. Mies war Aachener und zu seiner Zeit ein ultra-cooler Typ.

Nach dem offiziellen Start auf dem UNESCO-Weltkulturerbe Zollverein in Essen finden nun bis ins Jahr 2020 zahlreiche Ausstellungen, Tagungen, Vorträge, Vorführungen, Exkursionen statt. So ist ab dem 23. Januar die Ausstellung des LVR und LWL „Weimar im Westen – Republik der Gegensätze“ im Düsseldorfer Landtag bis 10. Februar zu sehen.

Auch die LVR-Museen beteiligen sich mit Ausstellungen am Bauhaus-Projekt, zum Beispiel zeigt das LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller in Euskirchen ab dem 17. Februar „Mythos Neue Frau. Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik“ und beschäftigt sich mit dem Frauenbild und der Genese eines neuen Kleidungsstils in den 1920er Jahren.

Weitere Informationen zu dem umfangreichen Programm unter: www.bauhaus100-im-westen.de

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In den LVR-Museen erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem diese Ausstellungen:

Bis Ende Februar zeigt das Max Ernst Museum Brühl des LVR die bereits viel beachtete Ausstellung „Dream Lover“ mit Werken von Ruth Marten. Ab Herbst sind visionäre Bildwelten des französischen Comiczeichners Jean Giraud zu sehen, der unter dem Namen „Mœbius“ international bekannt geworden ist.

Immer stärker wird das LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler als touristisches Ausflugsziel und Veranstaltungsort wahrgenommen und besucht, im vergangenen Jahr von knapp 90.000 Menschen. Für die kommenden Jahre ist ein weiterer Ausbau der Angebote vorgesehen.

Auch das Groß-Projekt „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln„in der Kölner Innenstadt schreitet weiter voran. Dieses Kooperationsprojekt des LVR und der Stadt Köln stellt einen Rundgang durch 2.000 Jahre Stadtgeschichte vor und unter dem Kölner Rathaus in den Mittelpunkt. Künftig werden hier die bedeutendsten archäologischen Zeugnisse der Kölner Stadtgeschichte, das römische Praetorium, das mittelalterliche jüdische Viertel und das Goldschmiedeviertel gezeigt. Die bauliche Verantwortung trägt die Stadt Köln, der LVR erarbeitet die Konzeption und übernimmt die Trägerschaft.

Hunderte Gebäude im Bauhaus-Stil (in Tel Aviv, wohin viele Architekten in der Nazi-Zeit geflüchtet waren) hat die Aachener Fotografin Irmel Kamp dokumentiert und die Fotos ausgestellt. – 30 Jahre nach den Aufnahmen hat sie sich wieder nach Tel Aviv begeben und ermittelt, was aus den Gebäuden geworden ist. Ihre neuen Fotos sollen demnächst in Düsseldorf und in Aachen (!) zu sehen sein.

Arndt Lorenz hat für den WDR einen Beitrag gefertigt. Sehenswert. #

(Nur noch zu sehen bis 22. 11. 2019)

 

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Ganz Haaren probt den Aufstand. Ganz Haaren?

Das (Foto oben) ist die Welsche Mühle. Die heißt so, weil sie vor Jahrhunderten einem Welschen gehörte. Welsche sind romanisierte Angehörige keltischer  Völker. Die Welsche Mühle steht in Haaren, was ein Aachener Ortsteil ist und ansonsten sehr arm an bauhistorischen und sonstigen Attraktionen. Haaren wurde in den 1920 Jahren ein Arbeiterviertel.

Das (Foto oben) ist der Mühlenteich der Welschen Mühle. Aus dem speiste sich das Wasser, das von oben auf das Mühlrad knallte und die Mühle in Gang setzte. Es wurde Mehl gemahlen.

Das (nochmal Foto oben) ist die Obstwiese, die zu dem Teich und zu der Welschen Mühle gehört. Das Ensemble wird im Volksmund „der Kurpark von Haaren“ genannt, weil die Leute, besonders die aus dem nahegelegenen Seniorenheim, dort gern eine Runde spazieren gehen.

Auf diese Obstwiese soll in Kürze ein Kindergarten gebaut werden. In Haaren fehlen Kindergartenplätze für rund 90 Kinderchen. Beschlossen wurde das erstmals im Mai 2017 in der Bezirksvertretung Haaren, einstimmig.

Jetzt (reichlich spät) haben sich rund 300 Haarener zu Protesten aufgeschwungen. Sie wollen, dass die Wiese unbebaut bleibt und die Kita auf einem anderen Grundstück errichtet wird, das seinerzeit auch zur Diskussion stand und vielen als geeignet erschien.

Der Fall wird am kommenden Dienstag, 22. Januar, ab 18 Uhr im Bürgerforum diskutiert. Die Mitglieder des Bürgerforums werden vor Ort tagen. Beginn in der GGS Haaren ist um 18 Uhr.

Die Preisfrage ist jetzt übrigens quasi nebenbei: Warum melden die Bürgerinnen und Bürger mal wieder so spät Protest an? Warum haben sie sich nicht schon viel früher eingemischt? Weil sie dazu zu faul waren? Weil sie zu doof und verschlafen sind und nichts mitbekommen? Weil sie trotz Bemühungen der Stadtverwaltung um Mitbestimmung nicht informiert waren? Weil sie – wie an anderer Stelle viele Briten – geglaubt haben: So ein Quatsch wird doch sowieso nicht realisiert?

Die Welsche Mühle, von der Obstwiese aus fotografiert. Übrigens: Die Bilder sind „Bilder“ und nicht die „Wirklichkeit“. Man wählt die Perspektive und einen Ausschnitt und die Lichtdramaturgie aus. Objektiv sind Fotos nie. Wer das glaubt, ist dumm.

Hier weiterlesen. Wenn ihr daran interessiert seid zu erfahren, wie es immer wieder dazu kommt, dass Bürger*innen sich zu spät einmischen. 

***

Folgendes hat die Verwaltung erwogen bei der Überlegung, die Obstwiese der Welschen Mühle als Standort für eine neue Kita vorzuschlagen.

1. Das Grundstück gehört der Stadt, muss also nicht extra gekauft werden.

2. Es ist zwar knapp, hat aber doch so gerade noch die richtige Größe.

3. Der Bebauungsplan muss aber geändert werden. Dauer: 2 Jahre.

4. Die Lage ist innerörtlich und damit gut.

5. Die 90 Kinder (in 6 Gruppen) ergeben einen zusätzlichen Pkw-Verkehr morgens von 45 – 60 Autos. Dafür ist die Mühlenstraße zu klein, sie müsste ausgebaut werden.

6. Wäre die Kita an der Welschen Mühle, wären die Kitas in Haaren gut über das Stadtviertel verteilt.

7. Die Stadt könnte das andere, ebenfalls gut geeignete Grundstück mit Gewinn verkaufen.

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Bitte schenkt in diesem Fall denen, die routinemäßig Bevölkerungsgruppen gegeneinander stehen sehen, keine Beachtung. Es

Wie passend: Kunst von Peter Lacroix (Aachen) an einer Seite von der Mühle.

heißt, die Alten wollen keine Kita, die Jungen wollen die Kita auf der Obstwiese doch. Das ist durch keine Umfrage belegt. Alt gegen Jung, Reich (Nizzaallee) gegen Arm (Ostviertel) usw. das ist nur ein Klischee.

Bitte glaubt auch denen nicht, die sagen: Die Haarener hatten ja Zeit, sich einzumischen, es sind erwachsene Menschen, jetzt ist demokratisch entschieden, und damit Schluss, aus, Ende, vorbei. Wer so denkt, dem sind Formalitäten wichtiger als die Ängste, die Menschen äußern.

Seid auch vorsichtig, wenn Verschwörungs-Theoretiker sich zu Wort melden. Diese vermuten, dass die Verwaltung oder die Politiker oder beide in Wirklichkeit gar keine Bürgerbeteiligung wollen, sondern den Bürgern ihren Willen aufzwingen wollen. Auch das ist erwiesenermaßen Quatsch.

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Mordsgeschichte im Ludwig Forum

Ein Erlebnis: Theater K. im Ludwig Forum

Richtig gute Theaterkost wird in diesen Tagen im Ludwig Forum geboten. Das Aachener Theater K. führt dort „Nike“ auf, ein blutrünstiges, pralles Stück von Thea Dorn.

Es handelt von einer Frau, die mindestens 19 ältere, gebildete, weiße Männer (darunter: zwei Lehrer und ein Journalist) ermordet hat, und die deshalb in einem Museum zur Schau gestellt wird (Regie: Agma Formanns). Ein Besuch lohnt sich.

Nike, das ist in der griechischen Mythologie der Name der Siegesgöttin. Die Nike im Stück (Mona Creutzer) ist aber zunächst alles andere als eine Siegerin. Sie sitzt im Museum, ist dort quasi in einem Käfig gefangen, und sie ist – wie auch ihre Mordwerkzeuge, mit denen sie den Männern lustvoll die Köpfe (!) abschnitt – Ausstellungsobjekt. Wie es dazu kommt, dass sie am Ende doch als Siegerin das Museum verlässt, das ist vordergründig der Inhalt des Stücks.

Das Publikum erlebt zunächst eine typische Museums-Situation: Man wird im LuFo als Gruppe von Kunstwerk zu Kunstwerk geführt . . . bis hin zu Nike, die außer ein paar schwer verständlichen Zaubersprüchen nichts von sich gibt. Die schlanke und sehr hübsche Museumsführerin Kyra (Anna Scholten) aber, das wird bald klar, gehört zur Inszenierung, und sie bekommt es mit zwei Männern zu tun.

Der Erste ist ein lebensmüder, dickbäuchiger Mann mit Glatze (Martin Päthel), der sich zunächst von Nike ermorden lassen will, sich dann aber unversehens in

Kunst von Allen Jones, die sich im Ludwig Forum befindet, spielt im Stück eine Rolle.

Kyra verliebt, der er mit seiner aufdringlichen Art gewaltig auf die Nerven geht. Nach Art gänzlich rücksichtsloser Männer/Stalker erlaubt sich der Verliebte krasse Übergriffe.

Der zweite Mann ist Kyras Freund Andy (Jochen Deuticke), auch irgendwie lästig. Er kann nicht verstehen, dass sie sich nicht freut, wo er sie doch an ihrem Arbeitsplatz besuchen kommt. Tja.

Was schließlich Nike mit beiden Männern macht, ist nicht schwer zu erraten. Teils bizarr, teils komödiantisch ist das Stück, 80 Minuten vergehen wie im Flug. Am Schluß gab es im LuFo verdienten, lang anhaltenden Beifall.

Weitere Termine im Januar: 18., 19., 24., 26. 27., 31. im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97 – 109.

Theater K. http://www.theater-k.de/nike_index.htm

Termine und Vorverkaufsstellen. http://www.rger.de/theater-k.de/images/Spieltermine_NIKE.pdf

Was Sabine Rother (AN/AZ) schreibt: https://www.aachener-nachrichten.de/kultur/moerderisches-im-ludwig-forum-aachen_aid-35617009

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Umfrage zu Elterntaxis an Aachener Schulen

Michael Sahm, für die Piratenpartei Aachen als sachkundiger Bürger in den Schulausschüssen von Stadt und StädteRegion Aachen aktiv, hat eine Umfrage gestartet. Er schreibt:

„Elterntaxi“ nennt man es, wenn übervorsichtige Eltern (a.k.a. „Helikoptereltern“) ihre Lütten am liebsten bis in den Klassenraum fahren möchten. Das morgendliche Verkehrschaos vor den Schulen erzeugt jedoch für alle (Eltern, Kinder, Lehrkräfte, Anwohner) unnötigen Stress, Lärm, Abgase und nicht zuletzt unübersichtliche und damit gefährliche Verkehrssituationen.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob „Elterntaxis“ auch in Aachen ein Problem sind, würde ich mit dieser kleinen Umfrage von Euch gerne wissen, ob das an Eurer Schule auch so ist.

Wohnt ihr in der Nähe einer Schule? Bringt ihr oft Kinder oder Enkelkinder zur  Schule? Dann: Zur Teilnahme an der Umfrage, die natürlich nicht repräsentativ sein kann: hier klicken

 

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Für Radfahrer/innen: Situation am Hansemannplatz wird entschärft. Kaiserplatz auch.

Die Unfallkommission in der Stadt Aachen hat sich am Mittwoch, 9. Januar, ausschließlich mit der Verkehrssituation am Hansemannplatz beschäftigt. Das teilte das Presseamt der Stadtverwaltung mit. In der Beratung sei es darum gegangen, eine Lösung zu finden, um die Situation von Radfahrerinnen und Radfahrern am Hansemannplatz deutlich zu verbessern.

„Sie war nötig geworden, weil Ende April 2017 am Hansemannplatz ein

Angesichts eines tödlich ausgegangenen Unfalls ist es durchaus angebracht, in Aachen mehr für die Sicherheit der Radfahrer*innen zu tun.

tödlicher Unfall passiert war“, so wurde mitgeteilt. Ein Busfahrer hatte beim Rechtsabbiegen von der Monheimsallee in die Busspur Peterstraße eine Radfahrerin übersehen. Die Radlerin war dabei ums Leben gekommen.

Der Busfahrer musste sich vor Gericht verantworten. Für ihn gab es eine Strafe auf Bewährung.

Die Unfallkommission hatte als Sofortmaßnahme nach dem Unfall bereits entschieden, den Radfahrstreifen von der Monheimsallee in Richtung Heinrichsallee auf einer Länge von rund elf Meter rot einzufärben. Das reichte nach Ansicht von Fahrrad-Aktivisten nicht. Jetzt habe sich die Kommission auf eine weitere Maßnahme verständigt:

Die ASEAG-Buslinie 54 biegt ab Montag nächster Woche am Hansemannplatz von der Monheimsallee nach rechts in die normale Fahrspur ein.

In Aachen wird das Fahrradfahren gefördert. Entsprechend sollten auch die Straßen radfahr-freundlich gestaltet sein.

Rechtsabbiegen der Linie 54 in die Busspur entfällt komplett, ebenso der Halt an der Haltestelle Hansemannplatz.

Kritik an dieser einfachen Lösung findet sich schon im Netz: „Also eine einfache ‚Lösung‘ ist das nicht, denn der Bus biegt da ja noch rechts ab, nur halt etwas früher, und das Problem ist ja nicht nur die Buslinie! Ohne eine Umgestaltung der Kreuzung wird es nicht gehen. Eine einfache Lösung bis dahin wäre eine Ampel für Radfahrer. (Über die Angelegenheit wird hier weiter berichtet.)

Das ist wichtig für Bus-Kunden: Die Aseag-Fahrgäste müssen sich fortan darauf einstellen, dass sie am Hansemannplatz nicht mehr aus- oder umsteigen können. Der Bus fährt vom Hansemannplatz aus direkt bis zum Bushof weiter, weil sich nur so Rückstaus auf dem Hansemannplatz vermeiden lassen. Am Bushof können die Fahrgäste dann aus- oder umsteigen.

Zusatzinfo: Die Kommission setzt sich zusammen aus Fachleuten der Stadt Aachen (Verkehrsbehörde, -planung, Straßenbau und -unterhaltung), der Polizei und der Aseag.

Critical Mass Aachen

Meldung im WDR

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Zum Thema „Sicherer radeln zwischen Kaiser- und Steffenplatz“ schickt das Presseamt der Stadtverwaltung folgende Mitteilung:

„Im Adalbertsteinweg ist zwischen Kaiserplatz und Steffenplatz die Verkehrssituation der Radlerinnen und Radler deutlich verbessert und sicherer gemacht worden. Die Fahrbahn stadtauswärts ist neu markiert worden. Nun gibt es hier eine überbreite Spur für Autos, Lastwagen und Busse, die 5,21 Meter breit ist, eine 1,50 breite Radspur einen Schutzstreifen von 0,50 Meter zwischen Radspur und parkenden Autos.“

Die Verbesserung gehe zurück auf eine Entscheidung der Unfallkommission der Stadt Aachen, so heißt es weiter. Die habe damit auf eine ganze Reihe von Unfällen mit Radlern reagiert, die auf diesem Abschnitt des Adalbertsteinwegs passierten, weil Autotüren unachtsam geöffnet worden seien.

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Old Fashioned

Am Bahnhof von Aachen gesehen.        Foto: Henning Brinkmann

Briefe schreiben – wer macht das noch? Und erst Liebesbriefe! Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es noch Leute gibt, die ganz altmodisch einen „Liebesbrief“ (auf totem Holz) verfassen, in einen Briefumschlag packen, eine Briefmarke kaufen (wo?) und draufkleben und dann in so einen gelben Kasten werfen.

Genauso wie sich niemand mehr in eine „Telefonzelle“ stellt, in einem sogenannten Telefonbuch eine Nummer sucht, dann Münzen einwirft und eine runde Scheibe mit dem Finger in Bewegung versetzt.   Oder dass jemand eine Kamera seitlich öffnet, ein Röllchen einlegt und anfängt zu fotografieren, ohne sofort nachzuschauen, was er da eigentlich aufgenommen hat.

Auch Teppiche werden ja nicht mehr an die frische Luft geschleppt, über eine Stange gelegt und ausgeklopft. Und es kommt auch niemand mehr vorbei und bringt zu Balken gefrorenes Wasser, das in die Vorratskammer gelegt wird, um da die Temperatur künstlich abzusenken.

Im Wald sammelt man kein „Anzündholz“ mehr, man geht da nur spazieren. Und es bringt auch kein „Kohlenmann“, der aussieht wie der Glöckner von Notre-Dame, Kohlen und Briketts säckeweise in den Keller. – Schon seltsam, wie sich das Alltagsleben verändert hat.

Ganz bestimmt total altmodisch ist es auch, Texte aus einer auf Papier erscheinenden (wie lange noch?) Tageszeitung auszuschneiden und zum Lesen in irgendein Fenster zu stellen!!! – Sei’s drum.

Bleibt hier noch jemand stehen und fängt an zu lesen?

Wo es grade um Zeitungen geht: Wie die Schriftsetzer (den Beruf gibt es nicht mehr) gearbeitet haben, das ist heute fast niemand mehr bekannt. Texte wurden mit Bleisatz-Druckvorlagen hergestellt, im 20. Jahrhundert mit der Linotype-Setzmaschine. Nicht ganz  verschwunden ist die Drucker-Sprache, im Folgenden mal nur die Worte, die mit A anfangen:

Abbreviatur, Abgittern, Entgittern, Ablationsplatte, Ablegen, Abliegen, Abrakeln, Abschwächer, Abspecken, Abstimmbogen, Abstimmung, Abwicklung, Abzug, Ätzgravur, Affiche, Ahle, Akzidenz, Alphakanal, Andruck, Andruckskala, Anfasser, Anlage, Anlagemarke, Anschnitt, Antialiasing, Antiqua, AP-Papier,
Aquatinta, Arkansas-Ölstein, Atlasfarben, ATM, Aufbauen, Auflage, Auflösung, Aufsichtsvorlage, Aufzug, Augenpulver, Ausdruck, Ausleger,  Aussparen, Ausrichtung, Ausschießen, Ausbringen/Austreiben, Ausschließen, Auszeichnen, Autografie, Umdruck, Autokorrektur, Autorenkorrektur/Autorkorrektur, Autorensystem,  Autotracing, Autotypie, Azureelinien.

 

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Über den Tellerrand geschaut

Was erwartet uns eigentlich – über Aachen hinaus betrachtet – 2019? Auf was müssen wir uns gefasst machen?

Die Frage ist leicht zu beantworten: Zunächst wird es sehr spannend am 29. März, da tritt der Brexit in Kraft. Und die Ratspräsidentschaft liegt dann bei Rumänien, einem Land, dass jetzt Zug um Zug alle Gesetze rückgängig macht, deren Einführung es überhaupt zur EU-Mitgliedschaft berechtigte. Das war vorauszusehen, nur nicht vom Riesenstaatsmann Martin Schulz (SPD), der die Erweiterung der EU immer massiv betrieben hat.

Im Mai steht die Europawahl an mit den neuerdings unvermeidlichen Desinformations-Kampagnen (via Facebook). Unsere Vorlieben, Eigenschaften, alle Verhaltensdaten liegen Facebook vor. Wir werden anläßlich der Wahl dubiosen Einflüsterern ausgesetzt, ohne dass wir es merken. (Hier nachlesen)

Zur EU-Wahl wird es Versuche geben, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, z.B. mit Microtargeting, also der gezielten Ansprache von Kleingruppen – aus den europäischen Ländern heraus und auch gezielt aus außereuropäischen Ländern (USA, Russland) heraus – unter Verwendung von Datenprofilen. Vorbereitet auf derartiges ist die Öffentlichkeit nicht.

Seit man über die Firma Cambridge Analytica Bescheid weiß, die bei der Trump-Wahl letztlich 87 Millionen Wähler ihren Manipulations-Attacken aussetzte, hätte man entsprechende Gesetze beschließen können. Ist das geschehen? Nein. Die EU hat ein paar nicht-verpflichtende EMPFEHLUNGEN veröffentlicht, immerhin, darüber muss man schon froh sein.

Wie auch immer: Vom 23. bis 26. Mai sind rund 400 Millionen Bürgerinnen und Bürger in 27 Mitgliedsländern aufgerufen, zum neunten Mal das Europäische Parlament (s. Foto) zu wählen. In Deutschland wird am Sonntag, 26. Mai, gewählt. Die Wahlbeteiligung lag zuletzt bei etwa 40 Prozent, wird am 26. Mai aber wohl deutlich höher sein.

Dass nun – wie allgemein erwartet wird – antieuropäische, nationalistische und populistische Parteien krass zulegen werden, da bin ich mir – bezüglich West- und Mitteleuropa – gar nicht so sicher. Länder wie Ungarn und Polen allerdings, mit noch gegenwärtiger Erinnerung an von Moskau gelenkte Politik/Regierungen, werden sich mit aller Macht dagegen wehren, von Brüssel aus auch nur irgendetwas vorgeschrieben zu bekommen. Geschweige denn, von dort aus regiert zu werden. Kann man verstehen.

Die dringend erforderliche Erneuerung der EU bedeutet aber, dass das Parlament wichtiger wird und mehr Kompetenzen bekommt. Geplant war ja mal, dass das EU-Parlament wichtiger wird als z. B. der deutsche Bundestag. Könnte ich mit leben! Aber mit Ländern wie Polen und Ungarn wird das nicht zu machen sein.

Und um noch etwas weiter zu spekulieren (ist am Anfang des Jahres ja erlaubt): Vom französischen Präsidenten Macron werden wir bezüglich Europa in 2019 noch ein paar krasse Diskussionsbeiträge hören. Darauf freu ich mich schon.

Sonneborn-Mitarbeiter erklärt euch die EU. https://www.youtube.com/watch?v=ao1s4lWOb-8

Microtargeting und Manipulation. https://www.youtube.com/watch?v=NZ66iR4Gi7E

Auch interessant: Die Netzpolitik der AfD im Bundestag https://www.youtube.com/watch?v=ukZNeNdBmb0

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Aachen 2018: Wirklich keine rosige Bilanz

Grau in grau oder: Farbe in den Alltag? Wie hier in der Oppenhoffallee.

Vorbei, vorbei, 2018 ist vorbei. Und es war für Aachen ein komisches Jahr.

Nicht nur, dass hier vieles, was 2017 nicht weitergekommen ist, auch 2018 nicht wirklich vorankam.

Es wurde auch die Kluft zwischen Deutschlands Superhochschule RWTH einerseits und der dazu gehörenden Stadt bzw. Stadtpolitik andererseits noch immer größer.

Ja, es klafft ein Graben zwischen den beiden Teilen: Hier die RWTH mit Spitzenforschung auf höchsten Niveau, gut 560 Professoren und Professorinnen und 45.000 Studierenden. Dazu ein 948-Millionen-Euro-Jahresetat. Da die hemdsärmelige Kommunalpolitik, die zögerlich geführte Stadtgesellschaft, die mit dem dringend notwendigen Neubau der halben Innenstadt überhaupt nicht vorankommt. Die Radvorrangrouten plant, aber nicht baut und wo Vorhaben wie das Richtericher Dell oder das Bluegate-Projekt als Rohrkrepierer verenden. Büchel, Markthalle, Elektrobusse, Bushof-Umbau: Aus all dem wird nie mehr was, auch 2019 nicht.

An diese Zögerlichkeit und Langsamkeit gewöhnt, könnte man damit ja noch einfach weiterleben, wenn nicht die Hochschule wäre mit ihrem Campus hier und Campus da. Erstaunlich, dass die Spitzen dieser weltberühmten Universität nicht öfter im Rathaus vorstellig werden und massiv mehr professionelles Agieren fordern.

Fehlender Wohnraum, heruntergekommene Straßenzüge in prominenter Lage, Leerstand im Einzelhandel: Das passt alles nicht mehr zu dem, wie die RWTH in der Welt dastehen will. Ein Niveauunterschied, tief wie der Andreas Graben zeichnet sich schon länger ab.

Trotzdem, Aachen ist nun mal unser geliebtes Vaterstädtchen, und einen Erfolg gab es 2018 ja doch: Die Ausstellung „Flashes of the Future“ im Ludwig Forum wurde „Ausstellung des Jahres“, und das Forum selbst wurde (s. ZEIT) „Museum des Jahres 2018“ der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA. Eine geradezu sensationelle Belobigung, die den allermeisten Ratsmitgliedern rein nichts sagt und wo sie sich typischerweise auch nicht kundig machen, wie hochbedeutend sie ist.

Stattdessen watschen sie (über Indiskretionen/Presse) den Museumschef wegen Lappalien dermaßen ab, dass der sich nach einem neuen Arbeitgeber umsieht und prompt weg ist. Gerade so, als sollte unbedingt vermieden werden, dass demnächst anspruchsvolles Publikum aus aller Welt nach Aachen reist, um zukunftsweisende Kunst im Ludwig Forum zu erleben.

Was uns bleibt von 2018? – Naja, das wiedereröffnete Freibad Hangeweiher scheint rundum gelungen zu sein. Dann treffen wir uns 2019 eben da. Bis dahin wünschen wir den Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch und möglichst wenig Frust in 2019.

Auf dem Platz an der Lothringer Straße gesehen. Da steht: „Wenn Holland nicht wär, lag Aachen am Meer!“ (Ja, aber zum Glück gibt es Holland. Mit dem  Deiche-Bauen würden wir nämlich niemals fertig.)

 

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