Autobahnlärm zerfetzt die Nerven der Menschen in Driescher Hof

Selten so leer: Die Autobahn, die den Menschen vom Driescher Hof in Aachen das Leben schwer macht.  Dort hat eine IG Lärmschutzwand 600 Unterschriften gesammelt.      Foto: Archiv

Eine reichlich verzwickte Angelegenheit galt es jüngst im Bürgerforum zu behandeln. Obwohl: Eigentlich ist alles gar nicht so kompliziert. Menschen, die in einem Viertel von Aachen wohnen beschweren sich seit Jahren über immer mehr Lärm von der nahen Autobahn (A44) her. Sie hätten ihre 2 Meter hohe Schallschutzwand gern auf 4 Meter Höhe gebaut.

Knapp 100 Männer und Frauen fanden sich ein, um dem Bürgerforum ihr Leid zu klagen. Und weil es unter Piraten zunächst geheißen hatte: „Da kann es doch gar nicht laut sein!!!“ bin ich eigens dorthin gefahren, aus dem Auto gestiegen und konnte 20 Minuten lang nicht anders als mich wundern und immerzu zu

Eine Alternative zum Auto: die Bahn. Sie ist leider meistens unpünktlich und fährt manchmal gar nicht.

denken: „Was für eine beschissene Wohngegend, was für eine abartige Geräuschkulisse, im Garten zu sitzen das ist ja hier total unmöglich.“

Bauen müsste die neue, 4 Meter hohe Schallschutzwand der Landesbetrieb NRW, der bei der Versammlung in Aachen mit gleich zwei sachkundigen Damen dabei war. Bezahlen müsste die Schallschutzwand das Bundesministerium für Verkehr, also der Bund.

2013 waren – nach Lärmanalyse – die zuständigen Stellen eindeutig der Ansicht: Es muss eine neue, 4 Meter hohe Schutzwand gebaut werden, um die Anwohner von der Geißel Lärm zu befreien. Alles schien in trockenen Tüchern, da erfuhren die Anwohner im Frühjahr 2018 durch Zufall, dass die Mauer eben doch NICHT gebaut wird. Das Ministerium in Berlin fand auf einmal lärmmindernden Asphalt für die A44 ausreichend.

Die Anzahl der Lkw, die über die Autobahn brettern, ist in den letzten Jahren gestiegen. Die Abgase dieser Wagen legen sich auf die benachbarten Häuser und Gärten, und die Anwohner hofften nebenbei auch deshalb auf die Wand, weil diese sie ein wenig besser vor den Abgasen schützen würde. Wie dem auch sei: Die Bürger*innen verstehen jetzt die Welt nicht mehr, alle Mitglieder des Bürgerforums hatten vollstes Verständnis und versprachen, den ganzen Clusterfuck im Umweltausschuss auf die Tagesordnung setzen zu lassen.

Von da aus kann die Angelegenheit in den Rat weitergeleitet werden. Oberbürgermeister Marcel Philipp könnte sich sodann in Richtung Berlin wenden und seine Kontakte nutzen, um ein Umdenken beim Ministerium zu erreichen. Alles keine einfache Sache. Höchst unwahrscheinlich ist es, dass die Stadt Aachen die etwa 3 Millionen Euro selbst aufbringt, um die Schallschutzmauer zu errichten. Sozusagen als freiwillige Leistung, zu der sie nicht verpflichtet ist.

Das wäre zwar schön und bei einem Gesamthaushalt von knapp einer Milliarde Euro wohl auch machbar, doch es ist sehr unwahrscheinlich. Ich vermute, dass die Leute vom Driescher Hof ein weiteres Jahrzehnt werden warten müssen.

Übrigens: Lärmimmissionen werden „berechnet“, nicht vor Ort „gemessen“.

Viel Raum bei der Diskussion nahm die Frage ein: Wie wurde eigentlich die Stärke der Auto- und Lkw-Geräusche ermittelt? Die beiden Damen vom Landesbetrieb erklärten, die Wagen auf der A44 werden ständig gezählt, die Dezibel würden dann errechnet, wobei der kleine Wall auf der anderen Seite der Autobahn und die Gebäude und Flächen in die Berechnungen einbezogen würden. Mit dem lärmmindernden Asphalt komme man klar unter die Obergrenze, an der Lärmsanierungen fällig sind.

Das Foto hat mit dem Text nicht viel zu tun. Es zeigt einen alten Baum im Kreis Düren (Decke Boom, Marieneiche in Stockheim), der schon lange eine gewisse religiöse Verehrung erfährt. Wollte ich anlässlich #Hambi einfach auch mal zeigen. Mehr 1000 Jahre alte Bäume findet ihr hier. Und die wohl 800 Jahre alte, sehenswerte Forster Linde ist hier.

 

 

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„Der Dom leuchtet!“ – Video ist in einer limitierten Edition zu haben

Der Dom, wie man ihn selten sieht.    Alle Fotos: Henning Brinkmann

Die Resonanz auf das außergewöhnliche Licht-Projekt „Der Dom leuchtet!“ war in diesem Jahr wieder sehr groß. Das Projekt fand diesmal statt, weil der Dom seit 40 Jahren Weltkulturerbe ist. Ob es 2019 wieder eine Licht-Schau geben wird, ist unklar. Die Veranstalter durften sich 2018 über neun ausverkaufte Abende mit jeweils 4000 Gästen freuen.

Ins Werk gesetzt haben diese einzigartige Bilder-Schau: Lichtdesigner Christoph Hillen, Matthias Büsching (Art Director Power+Radach) sowie Komponist Frank Stumvoll. Die Drei haben versucht, die wechselvolle, 1200-jährige Geschichte des Aachener Münsters mal etwas anders zu erzählen. Das war sogar bei Regen und kaltem Wind sehenswert.

Die Stadtverwaltung teilt mit: „Die vielgestellte Frage nach einer hochwertigen Dokumentation des 20-minütigen Projektes (. . . ) kann nun beantwortet werden: Es gibt in einer limitierten Auflage das Video der Präsentation ab heute, Samstag, 6. Oktober, zu kaufen.“

Sowohl im Gebäude der Dominformation als auch in der Tourist Info Elisenbrunnen des aachen tourist service (ats) sind USB-Sticks zum Einzelpreis von 9,95 Euro zu haben – und zwar so lange der Vorrat reicht.

„Wir freuen uns, dass wir im Schulterschluss der Organisatoren diese schöne Erinnerung an den leuchtenden Dom anbieten können“, sagt stellvertretend Katrin Hissel, Geschäftsführerin des ats. „Der Erlös dieser Aktion kommt selbstverständlich dem Erhalt des Aachener Doms zugute.“

Und das sind die beiden Verkaufsstellen:

Dominformation

Johannes-Paul-II.-Straße, 52062 Aachen

Tourist Info Elisenbrunnen

Friedrich-Wilhelm-Platz, 52062 Aachen

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Stück vom Vennbahnradweg wird erneuert

Fast auf der ganzen Länge eine Buckelpiste: der Vennbahnradweg. Er führt von Rothe Erde über Kornelimünster in die Eifel und wird zum Skaten, Radfahren, Spazieren und zum Wandern genutzt.

Das ist längst fällig und wird Radfahrerinnen und Radfahrer, die hier häufiger unterwegs sind, freuen: Der Vennbahnradweg (führt von Rothe Erde in die Eifel) wird auf dem Abschnitt zwischen der Straße Gewerbepark Brand und der Debyestraße saniert. Die Stadtverwaltung teilt freundlicherweise mit, dass die Bauarbeiten „nach derzeitiger Planung“ am Dienstag, 9. Oktober, beginnen. Ende Oktober will man schon fertig sein.

Der hier genannte Teilabschnitt des vielfrequentierten Radwegs muss für die Erneuerung komplett gesperrt werden. Eine Umleitung wird über die Straße Gewerbepark Brand und die Debyestraße in beiden Richtungen ausgeschildert.

Die Sanierung größter Teile des Radweges ist seit langem fällig. Rechts und links vom Radweg wachsen Bäume, und entsprechend wurde die Asphaltdecke an vielen Stellen durch Baumwurzeln angehoben. Dadurch ist sie sehr holprig und schlecht befahrbar.

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Wegen Hambacher Forst: Es hagelt Proteste

Am Samstag, 29. September, gegen Mittag auf dem Aachener Markt.

Dieser Tage kann man kaum durch Aachen gehen, ohne auf Leute zu treffen, die sich für den Erhalt des Hambacher Forst und gegen die Verstromung von Braunkohle  stark machen.

Die Menschen sind hochengagiert und haben meine volle Sympathie, weil es ums Klima geht. Mit dem Klima werden zur Zeit Dinge angestellt, die lassen sich nicht mehr rückgängig machen und gefährden die ganze Menschheit. Das hört sich pathetisch an, ist aber so. Wir haben es bei der Zerstörung des Klimas mit einem Menschheitsproblem zu tun, angesichts dessen die Politik eher hilflos reagiert.

Den Energieerzeugern wird gestattet, den Dreck, der beim Energie erzeugen entsteht, kostenlos in der Atmosphäre zu entsorgen. So, als gehöre allein ihnen die Atmosphäre. Das ist überaus bequem, preiswert sowie großzügig von unseren Politikern. Es garantiert hohe Gewinne. Den Strom verkauft man den Endverbrauchern gleichwohl von Jahr zu Jahr etwas teurer als zuvor.

Ich denke allen Ernstes, dass ein winziges Stück von der Erdatmosphäre mir gehört, und das möchte ich nicht verdreckt haben. Manche Politiker handeln so, als würden sie sagen: Wenn ich nicht mehr lebe, sollen auch keine anderen Menschen mehr leben. So verbrauchen sie alle Ressourcen; dass für die Nachgeborenen nichts mehr bleibt, ist ihnen egal.

Letzte Woche in der Zollernstraße, über der Gaststätte „Exil“ gesehen. Da steht: „Zu fällen einen schönen Baum/ braucht eine halbe Stunde kaum./Zu wachsen bis man ihn bewundert/ braucht er – ein Jahrhundert.“

Aktueller Bericht des Tagesspiegel, Berlin. Auch dort wird protestiert.

https://www.tagesspiegel.de/politik/widerstand-gegen-waldrodung-raeumung-des-hambacher-forsts-vor-dem-abschluss/23132270.html

Lies in AachenNews dazu https://aachennews.org/2018/09/20/waldbesetzer-im-fruehjahr-2012-ging-es-los/

Diese Bilder (unten) entstanden im April 2017, als ich als Piratin mit der Fraktion der Freien Wähler (im Landschaftsverband, LVR) den Tagebau Hambach umfassend besichtigte.

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Arbeiten für weitere Anti-Terror-Poller beginnen am Montag

Zwei hochfahrbare Poller an der Ecke Judengasse/Jakobstraße. Weitere kommen an anderer Stelle hinzu.

Noch mehr Anti-Terror-Poller! Der dritte Standort in der Nähe vom Aachener Markt wird in Kürze hinzukommen. Am Montag, 1. Oktober, gehen die Bauarbeiten los.

Viel steht bekanntlich bereits in der Innenstadt herum, nicht nur Bänke, Bäume, Brunnen und Hinweisschilder für Touristen (auch Blumengitter, Werbetafeln, kleine Poller, Fahrradbügel usw.). Zu dieser umfangreichen Stadtmöblierung hinzu kommen bald weitere Pilomaten, und zwar im Bereich der oberen Großkölnstraße auf Höhe des mexikanischen Restaurants bzw. des Damenmode-Geschäfts auf der gegenüberliegenden Seite.

Geplant sind – wie an der Jakobstraße –  hydraulisch versenkbare Poller. Sie sollen Menschen mit terroristischen Absichten dran hindern, auf den Markt zu fahren, wo sich zu allerlei Gelegenheiten halb Aachen versammelt. Während der Bauzeit wird der Liefer-, Lade- und Anliegerverkehr umgeleitet. Mit dem Rad kommt man aber an allen Baustellen immer noch irgendwie vorbei.

Das Presseamt der Stadt teilt mit: „Insgesamt sechs Wochen sollen die Arbeiten dort andauern. Läuft alles nach Plan, werden die Bauarbeiten am Freitag, 9. November, abgeschlossen.“ Dieses Datum sei mit Blick auf den Beginn des Aufbaus des Weihnachtsmarktes gewählt, so heißt es weiter. Wenn nicht wieder . . . archäologischer Funde die Arbeiten verzögern, werde das Erdreich im Baustellenbereich provisorisch geschlossen und erst nach Ende des Weihnachtsmarktes weiter gearbeitet.

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Fahrradtraining für Erwachsene am 9. Oktober

Wir Piraten hoffen ja sehr, dass die Mehrheit im Stadtrat doch mal eines Tages den Ausbau der holprigen Radwege zu Radvorrangstraßen ernsthaft in Angriff nimmt. Bis

Jakobstraße, Nähe Markt:  Immer mehr Leute fahren Rad. Es fehlt an Abstellplätzen. Die zuständige Verwaltung (da könnt ihr ganz sicher sein) macht: NICHTS

dahin lebt man als Radler*in in Aachen gefährlich, sehr sogar. Nichtsdestoweniger steigen jetzt immer mehr Unerfahrene auf die Sättel und treten in die Pedale. Da bietet die Stadtverwaltung ein Training an. Die Herrschaften in der Pressestelle der Stadt schreiben:

„Immer mehr ältere Menschen entdecken das Radfahren wieder für sich. Es ist eine gute Möglichkeit, leistungsfähig und beweglich zu bleiben. Die Stadt bietet im Rahmen ihrer Kampagne „FahrRad in Aachen“ ein kostenloses Trainingsprogramm an. Es richtet sich an ältere Radfahrerinnen und Radfahrer, die Rad fahren können, sich aber noch unsicher fühlen und ihre Fahrpraxis auffrischen möchten.

Das nächste Fahrradtraining für Erwachsene findet am Dienstag, 9. Oktober, von 16 bis 19 Uhr auf dem Verkehrsübungsplatz in der Hohenstaufenallee 3 statt. Wer kein Fahrrad hat, kann vor Ort ein Fahrrad ausleihen. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen begrenzt. Wer mitmachen möchte, muss einen Fahrradhelm tragen.

Eine Anmeldung ist bei Dr. Stephanie Küpper erforderlich: telefonisch über 0241 432 6133 oder per Mail: fahrrad-in-aachen@mail.aachen.de. “

Das will geübt sein: Fahren auf einem Witz von einem Radweg. Wenn das Radwegsymbol schon nicht richtig reinpasst, dann hast auch du mit deinem Rad zu wenig Platz. Wahrscheinlich soll hier der Autofahrer vor dem Radfahrer geschützt werden.        Foto: Archiv

 

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Hunko (MdB) protestiert gegen Polizeieinsatz im Audimax der RWTH

Heute schickte das Büro des Aachener Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko folgende Pressemitteilung:

Am 12. September 2018 haben uniformierte Polizisten ohne Anlass eine Informationsveranstaltung zum Braunkohletagebau an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen aufgesucht. Die BesucherInnen wurden durchgezählt und die Personalien des Veranstaltungsleiters aufgenommen. Dieser ist aktiv bei dem Sozialistisch-demokratischen Studierendenverband Die Linke.SDS.

Hierzu erklären Die Linke.SDS. und der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko, dessen Wahlkreis sich in Aachen befindet:

„Wir werten dies als Einschüchterungsversuch und verurteilen dies sehr deutlich. Wir fordern den Landesinnenminister Herbert Reul sowie den Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach auf, sich für den antidemokratischen Vorfall zu entschuldigen. Repressalien der Polizei haben bei Bildungsveranstaltungen nichts verloren, das gilt insbesondere an Hochschulen.

In einer Stellungnahme, die uns schriftlich vorliegt, schreibt das Präsidium der RWTH Aachen, nichts von den polizeilichen Vorgängen gewusst zu haben, an der polizeilichen Störung der studentischen Bildungsveranstaltung aber auch nichts Kritikwürdiges zu finden.

Es handelt sich um einen Verstoß gegen die Freiheit, sich zu versammeln, und gegen die Freiheit der Wissenschaft. Es ist in einer Demokratie nicht hinnehmbar, wenn Klima-AktivistInnen von der Polizei beschattet und ausspioniert werden. Der Vorfall zeigt wie wichtig es ist, sich der Ausweitung polizeilicher Kompetenzen, wie sie auch in Nordrhein-Westfalen im neuen Polizeigesetz geregelt werden soll, entgegenzustellen.“

Der Aachener Andrej Hunko (links) arbeitet für Die Linke in Berlin im Bundestag, hier zu sehen bei der Friedenspreis-Demonstration am 1. September 2018 (Antikriegstag) in Aachen.  In der Mitte: Preisträger Jaime Daniel Bernal González, rechts: Ex-MdB Hans-Christian Ströbele.  Foto: Archiv

 

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Kunstroute: 52 Stationen und 300 Künstler

Kaiser Karl an einer Hauswand am Katschhof.   Foto: Archiv

Im Herbst geht es Schlag auf Schlag. Kunst und Kultur legen los. Die Aachener Kunstroute findet am kommenden Wochenende vom 29. und 30. September zum 21. Mal statt. Susanne Schwier, Kulturdezernentin der Stadt Aachen, teilte mit: „Die Kunstroute ist und bleibt ein echtes Erfolgsmodell. Auch dieses Jahr ist sie wieder gewachsen: 52 Stationen und 300 Künstler können am Wochenende besucht werden.“

Museen und Kunstvereine, Galerien und Künstlervereinigungen laden ein zu einem Spaziergang durch die Aachener Kunstwelt. Im Rahmenprogramm gibt es: Vernissagen, Führungen, Lesungen, musikalischen Darbietungen sowie Diskussionen mit Künstlern. Heinrich Hüsch, Organisator der Kunstroute und Sprecher der Initiative Aachener Kunstinstitutionen: „Wir haben die besondere Situation, dass hier Museen, Galerien, Kulturinstitute und freie Künstlergruppen zusammen kommen. Die gesamte Kunstszene ist vertreten.“

Die einzelnen Stationen decken dabei ein breites Spektrum ab: von Malerei, Zeichnung und Foto über Objekte, Druckgrafik und Digitaldruck bis hin zu Performance, Installation, Graffiti und Fotoaktion sind alle Sparten vertreten. Der Eintritt ist wie jedes Jahr frei. Eine Neuerung gibt es: 22 Stationen der Kunstroute bieten verlängerte Öffnungszeiten an. Sie sind am Samstag, 29. September, bis 22 Uhr geöffnet. Ansonsten gelten an beiden Tagen die bewährten Zeiten von 11 bis 18 Uhr.

Traditionell findet die Eröffnungs-Vernissage am Freitag, 28. September, um 20 Uhr in der Aula Carolina statt. Bei Live-Musik kann dort die Zentralausstellung »SPEKTRUM*18« besichtigt werden.

Infos zur Kunstroute und den einzelnen Stationen: aachenerkunstroute.de

 

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Heute auf dem Templergraben: Mobilität erleben

Der „Erlebnistag Mobilität“ ist Abschluss und Höhepunkt der Europäischen Woche der Mobilität 2018 in Aachen. Er beginnt am heutigen Samstag, 22. September, um 11 Uhr auf dem Templergraben zwischen Wüllner- und Schinkelstraße und dauert bis 17 Uhr. Organisiert worden ist der Erlebnistag vom „Runden Tisch Radverkehr“.

Die verschiedenen Aussteller wollen anschaulich präsentieren, wie emissionsarme Mobilität in Aachen und der Region gelingen kann. Es wird viel Zeit und Platz für die Aachener Bevölkerung geben, sich zu informieren, verschiedene Mobilitätsarten zu testen und sich auszutauschen. Fürs leibliche Wohl sei gut gesorgt, teilt das Presseamt der Stadt mit. Als Aussteller beteiligt sind folgende Initiativen, Institutionen, Verbände, Vereine, Mobildienstleister und Hersteller (in alphabetischer Reihenfolge):

ADAC, ADFC, ASEAG, AVV, Baristinho, Cambio Carsharing, CLAC Fahrradkurier, e-Go-Mobile, FDP, Grüne, Linke, Madame Cargo Nissan Deutschland, Stadt Aachen/Verkehrsplanung, Streetscooter, Urban Move/Erlebniswelt Mobilität, Velocity.

Die Firma e.Go Mobile stellt ihren e.GO Mover vor. Hinter dem Namen verbirgt sich ein elektrischer Kleinbus mit 10 Sitz- und 5 Stehplätzen. Noch ist er in der Entwicklung, aber letztlich soll der selbstfahrend sein. Aber auch der e.Go Life, ein kleiner elektrisch betriebener PKW, wird ausgestellt sein. Dessen Produktion hat gerade in einem eigenen Werk im Gewerbepark Rothe Erde begonnen. In diesem Zusammenhang werden die Besucherinnen und Besucher auch über die Aktivitäten der zwei Initiativen „Urban Move“ und „Erlebniswelt Mobilität“ ausführlich informiert.

Der StreetScooter, ebenfalls in Aachen entwickelt, wird von der Post im Paketzustelldienst eingesetzt und auch weitervermarktet. Interessierte können sich über mittlerweile drei Typen von Lieferfahrzeugen informieren lassen. Sie sind für Handwerksbetriebe und andere Lieferdienste interessant und können auf spezielle Anforderungen zugeschnitten werden.

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Waldbesetzer? Im Frühjahr 2012 ging es los

Das Foto entstand im Mai 2012 im Hambacher Forst. Damals staunte ich nicht schlecht – über den Wald und die Besetzer.

Im Mai 2012 hörte ich zum ersten Mal von einer Waldbesetzung. Hausbesetzung kannte ich und wusste, dass mittels Hausbesetzungen viele schöne, alte Häuser gerettet werden konnten. Ganze Straßenzüge im Aachener Frankenberger Viertel zum Beispiel. Aber eine Waldbesetzung? Ich weiß noch, dass ich damals lachte, weil ich meinte, das könne doch nur ein Blödsinn sein.

Immerhin wollte ich es (in meiner Funktion als Journalistin) genau wissen und machte mich auf den Weg. Skeptisch und misstrauisch. Zuerst lernte ich den Wald kennen, der war anders als der bei Monschau, der mir vertraut ist. Der Wald, den alle Hambacher Forst oder die Bürge oder Bürgewald nannten, war schon etwas Besonderes, so licht und hell. Ich war nicht wenig beeindruckt.

Schließlich fand ich nach einem längeren Spaziergang die sogenannten Waldbesetzer, die sich dann sofort die Mühe machten, mir ihr Anliegen zu erklären. Ich hatte kaum Detailkenntnisse über RWE und die Braunkohleförderung und im Laufe des Gesprächs jede Menge Fragen. Die Besetzer waren viel jünger als ich und GANZ anders drauf. Mit Internet hatten sie rein gar nichts zu tun. Sie twitterten nicht.

Telefonisch konnte man sie nicht erreichen. Ich hatte von ihrer schieren Existenz über einen „Unterstützer“  aus einem nahen Dorf erfahren.

Waldbesetzer habe ich noch öfter besucht, auch in Eis und Schnee im Januar

Kaum zu erkennen: das Wiesencamp der Waldbesetzer im Januar 2013. Der Eigentümer der Wiese musste sich gegen Räumungsaufforderungen durch viele Instanzen gerichtlich zur Wehr setzen. Er ist heute finanziell am Ende, hochverschuldet.

2013, zusammen mit Piraten-Freunden aus Düren, immer dienstlich, bis ich wirklich kapiert hatte, was sie motiviert, was ihr Anliegen ist, wie sie leben, warum sie so leben.

Die Piraten hier und die Aktivisten da im Hambacher Forst, das war wie: Fremde Welten schauen sich an. Piraten hielten sich damals am liebsten in der Nähe von Steckdosen auf.  Ich insbesondere, wir alle wollten vor allen Dingen jederzeit und überall ins Internet. Und dafür wollten wir (und wollen es noch) jederzeit und überall Energie zur Verfügung haben. Und zwar Energie im Überfluss aus Sonne, Wasser, Wind und damals – warum denn nicht – aus Braunkohle. (Offenlage: Ich bin schon lange Mitglied der Piratenpartei.)

Die Besetzer waren – ich erwähnte es bereits – ganz anders drauf. Sie boten schon bald „Führungen“ an und erklärten ihre Ansichten allen, die sich in den Hambacher Forst begaben. Die Gruppen wurden immer größer, die Leute brachten Kaffee und Kuchen mit. Und Bretter für Baumhäuser.

Ich erinnere mich noch, anfangs (unter anderen) zwei Fragen gestellt zu haben: „Ist es nicht total langweilig hier so tagaus, tagein rumzuhängen?“ und „Wie lange werdet ihr bleiben?“ Dazu wurde gesagt: Wie haben viel zu tun, denn wir werden Baumhäuser bauen. Und: Wir bleiben, bis RWE mit dem Abbau der  Braunkohle aufhört.

Im März 2013 startete (meines Wissens nach) die Polizei den ersten Versuch, Leute aus halbfertigen Baumhäusern runter zu holen. Das gelang zunächst, doch war der „Erfolg“ nur von kurzer Dauer. Für solche Kletter-Einsätze, so konnte ich sehen, hat die Polizei eigens Personal ausgebildet.

Wald hin oder her, worum es eigentlich geht, das ist die Klimaerwärmung. Es ist eine Menschheitsbedrohung, auf die die Politik ungenügend reagiert. Massen von Menschen protestieren nur dann so massiv, wenn es wirklich um existentielle Bedrohungen geht und wenn sodann, auf diese existentiellen Bedrohungen die Politik hilflos und falsch reagiert. Versagen der Politik steht am Anfang.

Wer meint, dass die Gefahr besteht, dass wir alle durch radioaktive Strahlen grausam geschädigt werden, der engagiert sich gegen Atomkraftwerke. Wer meint, dass Ausländer/Moslems die Bundesrepublik in ein muslimisches Land verwandeln werden, der geht zur AfD. Und wer erkennt, dass die Energieerzeuger das Klima der Erde ruinieren dürfen. . .  dann kommt es eben zu Waldbesetzungen, unterstützt von tausenden Menschen.

Möge sich doch jede/r mal vorstellen: Du produzierst etwas, irgendetwas. Dabei entsteht jede Menge Dreck. Wohin damit? Na? Du darfst den Dreck kostenlos in der Atmosphäre entsorgen. Ja. Alles rein in die Atmosphäre. Ist das nicht wunderbar? Bequem und kostenlos? Schon verständlich, dass RWE noch ganz lange damit weitermachen will.

Dem Tagebaubetreiber RWE gehört der Hambacher Forst und RWE hat die Erlaubnis bekommen, dort Braunkohle abzubauen. Insoweit geschieht (bis zu den nächsten Urteilen) das alles nach Recht und Gesetz, wie man es in einem Rechtsstaat schöner nicht haben kann. RWE macht nichts Ungesetzliches. Wer sich darüber freut, dass Kommunen RWE-Aktien verkaufen, ist doppelt dumm: Er bedenkt nicht, dass die Aktien mitsamt dem Einfluss dann in andere Hände geraten, und er bedenkt nicht, dass die Erlaubnis zum Abbau von Braunkohle und zum Verstromen derselben nicht davon abhängig sind, wem die Aktien zufällig gerade gehören.

Unter Rot/Grün wurde die Erlaubnis erteilt, Braunkohle abzubauen und zu verbrennen mit verheerenden Folgen für das Klima. Und unter Schwarz/Gelb wird dieses Erlaubnis nicht zurückgenommen. Jetzt müssen wir uns die Frage stellen, ob wir diesen Strom von RWE noch kaufen wollen. Oder vielleicht doch lieber den Strom von Greenpeace.

Der Anfang vom Ende (im Oktober 2012): Die Erhaltung des Waldes wird wichtig, und das Ende des Braunkohle-Abbaus beginnt.

Ich bin dankbar, dass ich diese Leute kennenlernen durfte. Es ist eine Elite.

https://www.aachener-zeitung.de/nrw-region/streit-um-protestcamp-eigentuemer-laesst-nicht-raeumen_aid-26162409

https://www.aachener-zeitung.de/kreis-schickt-ordnungsverfuegung-an-eigentuemer-der-wiese_aid-26211697

https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/dueren/geht-eine-komplette-kapelle-auf-reisen_aid-31885527

Diese Bilder (unten) entstanden im April 2017, als ich mit der Fraktion der Freien Wähler des Landschaftsverband (LVR) den Tagebau Hambach besichtigen konnte.

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