Wir werden uns umstellen müssen

Wenn sich in einer Stadt eine Bürgerwehr gründet, ist wirklich etwas im Argen. Die Gründung einer Bürgerwehr ist ein Anzeichen dafür, dass etwas komplett aus dem Ruder läuft. Leute meinen, die Polizei und andere Ordnungskräfte seien überfordert, man müsse selbst aktiv werden, sich selber schützen. Wo Bürgerwehren gegründet werden, da gibt es Gewalt in einem Ausmaß, das mehrheitlich für unerträglich gehalten wird. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die Polizei erschüttert.

Seit Wochen berichten die Lokalzeitungen und der WDR über Raubüberfälle in der Aachener Innenstadt. Und das hört nicht auf. Die Vorgehensweise bei den Raubüberfällen soll immer die gleiche sein: Mehrere Täter greifen einen einzelnen Nachtschwärmer von hinten an, reißen ihn brutal nieder und entwenden Geldbörse und Handy. Nicht wenige mussten danach schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Knapp drei Dutzend Bürgerinnen und Bürger kamen zu einem via Facebook angekündigten Treffen. Ziel: Die Raubserie in Aachen beenden.

Knapp drei Dutzend Bürgerinnen und Bürger kamen zu einem via Facebook angekündigten Treffen. Ziel: Die Raubserie in Aachen beenden.

Die drei Dutzend Männer und Frauen, die sich gestern im Café „Alex“ mitten in Aachen getroffen haben, sagen von sich ganz klar: Wir sind keine Bürgerwehr. Aber nachts zu mehreren durch Aachens Innenstadt gehen und Raubüberfälle verhindern, das wollen sie gleichwohl.

Bei dem Treffen war von Seiten der Initiatoren oft die Rede davon, dass man es nicht auf Schlägereien abgesehen habe, dass man die Polizei nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen wolle. Und Messer, Stöcke und Waffen werde man schon gar nicht bei sich tragen. Und allein, weil man sich versammelt  habe, sei schon etwas erreicht. An die Aachener wurde appelliert, nicht wegzuschauen, sondern die Polizei zu rufen. „Hinschauen, nicht wegschauen und anrufen“, hieß es mehrfach. Und dass das Projekt „etwas Dauerhaftes“ sein müsse.

Wird es im Ernstfall dabei bleiben? Ich fürchte: nein.

Ich denke, die Zeiten, wo Nachtschwärmer um 4 Uhr morgens in beschwingter Laune sorglos heimwärts streben konnte, sind einfach vorbei. Das Leben ändert sich mit den Jahren, eine Stadt ändert sich und auch die Bevölkerung einer Stadt ändert sich. Das ist wahrscheinlich normal und der Lauf der Zeit. Es sind jetzt tatsächlich nachts, also nach 1 Uhr, andere Menschen unterwegs als noch vor zehn Jahren. Das ist nicht zu leugnen. Und die Polizei kann nicht überall sein. Ganz abgesehen davon, dass die Täter sowieso nur zuschlagen, wenn gerade weit und breit kein Polizist in Sichtweite ist.

Wir werden uns alle umstellen müssen und nur noch zu mehreren nachts nach Hause gehen können. Es ist eine Frage der Gewöhnung.

Aachen ist einfach nicht mehr das verträumte Städtchen im äußersten Westen. Das war einmal im vorigen Jahrhundert so. Diese Zeiten kommen nicht mehr zurück. Insofern ist die „Selbsthilfe“ gewisser breitschultriger Bürger nur der Versuch, die alten Zeiten wieder lebendig werden zu lassen. Ein Versuch, der womöglich gut gemeint ist, aber scheitern wird.

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Lest bitte auch die Kommentare, und zwar von unten nach oben (in der Reihenfolge ihres Eintreffens).

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West Side Story: Vier zusätzliche Vorstellungen

Die alte Geschichte von Romeo und Julia und dem Kampf zweier verfeindeter Banden hat das Theater Aachen jetzt auf die Bühne gebracht. Die West Side Story erzählt von Romeo und Julia in Manhattan. Das Stück ist ein Renner, das Publikum ist begeistert und bekommt wirklich viel geboten für sein Geld.

Sehr schwungvoll und absolut sehenswert sind die Tänze. Wilde, schöne Tänze, die die Kämpfe der beiden Gruppen gegeneinander zum Ausdruck bringen. Da sind teilweise wohl 35 Personen auf der Bühne. Die Handlung ist zu einem guten Teil in unsere heutige Zeit verlegt, wo Jugendliche aus bildungsfernen Schichten meinen, in Banden gegen jugendliche Einwanderer, Flüchtlinge, Asylsuchende und was auch immer antreten zu müssen.

Die Hauptdarsteller singen wunderschön, die Stimmen sind vulminant, starken Applaus gibt es nach jedem dieser altbekannten Songs. Die Darsteller, ihre Kostüme und Frisuren sind wirklich eine Augenweide, Opernglas sollte man mitnehmen. Die Kulissen sind leider wieder sehr reduziert, zwei Wände werden eigentlich nur ein wenig hin und her geschoben. Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch, im Gegenteil: Man konzentriert sich auf den Gang der Handlung und die Musik.

Am Ende möchte man am liebsten eine Zugabe hören. So grandios wird die Musik von Leonard Bernstein vom Aachener Sinfonieorchester wiedergegeben. Drei Stunden dauert die Aufführung, es gibt eine Pause. Und alle englischen Texte werden in Deutsch an die Wand geworfen.

Sollte es noch jemanden geben, der noch nicht in der West Side Story war und auch noch keine Karten für die kommenden Aufführungen im Oktober und November hat, der kann sich freuen: Es gibt jetzt nämlich doch noch Karten, und zwar für Aufführungen am 14. Februar, am 31. März und am 4. und 19. April des kommenden Jahres. Beginn ist immer um 19.30 Uhr.

Die Zusatzvorstellungen wurden allein wegen des überragenden Erfolgs des Musicals möglich gemacht.

http://www.theateraachen.de/index.php?page=detail_event&id_event_date=12313420

www.theateraachen.de

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Ganz schön teuer: Urban Living in der Brabantstraße

In der Aachener Brabantstraße sind knapp 70 neue Wohnungen gebaut worden. Nicht wenige sind 140 Quadratmeter groß.

In der Aachener Brabantstraße sind knapp 70 neue Wohnungen gebaut worden. Nicht wenige sind 140 Quadratmeter groß.

„Hier war doch mal der Schwedenpark“, sagte mein Begleiter, als wir neulich nach einem Umtrunk im „Exil“ durch die Aachener Brabantstraße schlurften. Der Schwedenpark (im Frankenberger Viertel) ist noch da, aber zusätzlich sind da jetzt vier riesenhafte Bauten, vier Etagen hoch, mit 64 Wohnungen und einer Tiefgarage.

Es handelt sich um Luxuswohnungen, die zum Teil ziemlich groß sind. So, wie sie sich Leute mit zwei Kindern und einem Freelancer in der Familie wünschen. Was die Ausstattung und die Monatsmiete betrifft hier ein Beispiel: Eine Wohnung zu 143 qm kostet 2257,94 Euro Miete im Monat. Wer, mit Kindern, kann sich das leisten?
Zum Glück gibt es auch kleinere Wohnungen. Aber auch hier ist das Niveau eher das von Berlin und München: Eine Wohnung zu 76 qm kostet im Monat 1217,06 Euro. Nebenkosten allerdings inclusive.

Es scheint sich um ein Quartier wie den Barbarossapark (zwischen Pontstraße und Hirschgraben) zu handeln – luxuriöse Wohnbauten hinter meterhohem Zaun. Der Zaun ist in der Brabantstraße noch nicht zu sehen, aber ich wette: Der kommt noch hin mit Überwachungskameras und allem Drum und Dran.
Das Gelände war früher sumpfig, aber irgendwie ist es gelungen, das 9000 Quadratmeter große Grundstück trockenzulegen. 22 Millionen Euro sollen von einem Kölner Investor ausgegeben worden sein.

In der Jakobstraße kann man sich in einem Schaufenster über die Wohnungen informieren.

In der Jakobstraße kann man sich in einem Schaufenster über die Wohnungen informieren.

Anfang 2012 wurde in dem Viertel bekannt, dass der Bebauungsplan für das brachliegende Gelände geändert werden soll. Alle Proteste halfen selbstverständlich nichts, und natürlich gab es für das Fällen von 15 prächtigen Laubbäumen von der Stadt eine Sondergenehmigung. Der Bauherr willigte ein, Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Jetzt können die Wohnungen gemietet werden.

Resümee: Nichts gegen Luxuswohnungen in der Stadt, wie sie ja auch da entstehen sollen, wo sich das ehemalige Arbeitsamt (An den Frauenbrüdern) jetzt noch befindet. Aber wird auch Wohnraum geschaffen für Menschen mit schmalem Geldbeutel? Wird für eine gut gemischte Bevölkerung gesorgt, wie es dem sozialen Klima in der Stadt gut tun würde? Ich habe da meine Zweifel.

http://ftg-koeln.de/projektentwicklung/schwedenpark.html

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Hexenverbrennungen in der Nordeifel. Altes Dokument in den USA wiedergefunden

Eine große Behörde, die kaum jemand kennt, ist der „Landschaftsverband Rheinland“ (LVR). 18.000 Menschen arbeiten beim Landschaftsverband dafür, dass es 9,4 Millionen Menschen gut geht. Dazu gehört auch ihr, liebe Leserinnen und Leser, weil ihr als Menschen aus der Städteregion und aus dem Kreis Düren alle zum Einflussbereich des LVR gehört. So sieht’s aus.

Und wenn bei mir alles gut geht, darf ich demnächst auch in diesem Gremium als sachkundige Bürgerin aktiv sein. Für welche Partei? Für die Piratenpartei natürlich, die weltweit einzige Partei, die mich in derart einflussreiche Gremien schickt. Ich danke für das Vertrauen.

Dem Landschaftsverband gehören 40 Schulen, 10 Kliniken, 19 Museen und Kultureinrichtungen. Und das ist noch nicht alles. Der LVR erfüllt Aufgaben die rheinlandweit wahrgenommen werden müssen. Er engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. Und glaubt ja nicht, Inklusion bedeute lediglich die Teilnahme von Behinderten an Unterricht, den bisher nur Nicht-Behinderte besucht haben.

Nach dieser langen Einleitung soll hier ganz kurz darüber informiert werden, dass eine LVR-Mitarbeiterin ein lange verschollenes Manuskript wiedergefunden hat. Dazu wurde von der Behörde mitgeteilt:

„Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wurden in den verschiedenen Regionen Deutschlands etwa 60.000 Menschen – Frauen, Männer und Kinder – als Hexen verbrannt. Auch das Rheinland – und hier insbesondere der Kreis Euskirchen – zählte zu den Kernzonen der Hexenverfolgungen.

Allerdings sind die intensiven Hexenprozesse in den rheinischen Territorien bislang kaum erforscht. Deshalb hat der Geschichtsverein für den Kreis Euskirchen in enger Kooperation mit dem Lehrstuhl für Geschichtliche Landeskunde in Trier  und finanziell gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) Anfang 2014 das Forschungsprojekt ‚Herren und Hexen. Hexenprozesse in der Nordeifel und in angrenzenden Regionen‘ gestartet.

Vor wenigen Wochen hat Dr. Claudia Kauertz vom LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum  bei ihren Forschungen zum Thema das Manuskript des sogenannte Flamersheimer Hexenprotokolls in der Bibliothek der Cornell Universität in den USA wiederentdeckt.“

Eine Kopie des für die Geschichte von Stadt und Kreis Euskirchen bedeutenden Dokuments wird am Mittwoch, 15. Oktober, im Rathaus von Euskirchen an die Stadt Euskirchen übergeben.

Der Kölner Stadtanzeiger wird vermutlich berichten. Wer an dem Thema interessiert ist, muss etwa ab dem 16. Oktober via Suchmaschine danach suchen.

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Mauer saniert. Was wird jetzt aus dem Bild?

Nach der Mauersanierung haben sich Regina und Dieter Weinkauf das Wandbild einmal sehr genau angeschaut. Sie haben unter anderem Fragmente des Vorgängerbildes gefunden. Foto: D. u. R. Weinkauf

Nach der Mauersanierung haben sich Regina und Dieter Weinkauf das Wandbild einmal genau angeschaut. Sie haben unter anderem Fragmente des Vorgängerbildes gefunden. Foto und Markierungen: D. u. R. Weinkauf

Wie geht es nun weiter mit dem Wandbild von Klaus Paier in der Innenstadt?

Zunächst sehen wir: Die Wand ist bestens stabilisiert, das ist schon mal ein großer Fortschritt. Die Fetzen und das Grünzeug sind entfernt, und es ist offen sichtbar, wie sehr das Bild in Wind und Wetter gelitten hat. Aber es sind auch Dinge sichtbar geworden, mit denen niemand gerechnet hat.

Regina und Dieter Weinkauf haben sich das Wandbild einmal sehr genau angeschaut und das oben abgebildete Foto zugeschickt. Darauf ist alles markiert, was dem Bild abhanden gekommen ist und was überraschenderweise zutage getreten ist.

Abhanden gekommen sind: Farbe, Hintergrund, Teile von Kopf und Hand, ein Teil der Beschriftung. Einiges ist jetzt aber auch wieder zum Vorschein gekommen. Dazu sollte man sich ein  Bild anschauen, für das die Fotografin die Erlaubnis zur Veröffentlichung gegeben hat. Es zeigt eine große Hand mit

Das Vorgängerbild. Es wurde Ende der 70er Jahre fotografiert von Erika Schmalen. Es wurde dem Buch "Was war los in Aachen 1950-2000" von Dr. Manfred Vigener, Sutton Verlag entnommen.  Hier abgebildet mit freundlicher Erlaubnis von Erika Schmalen.

Das Vorgängerbild wurde Ende der 70er Jahre fotografiert von Erika Schmalen. Es wurde dem Buch „Was war los in Aachen 1950-2000“ von Dr. Manfred Vigener, Sutton Verlag, entnommen. Hier abgebildet mit freundlicher Erlaubnis von Erika Schmalen.

schwarzem Ärmel und einen kleinen Jungen mit Schultasche auf dem Rücken. „Der Schüler wird zum Sinn des Lebens bekehrt“, ist zu lesen. „Dieses Bild war dann wohl direkt vor ‚Zwischen den Tagen‘ auf die Wand gebracht worden, denn jetzt schimmert die Hand mit schwarzem Ärmel, ein Teil des Jungen in Grün und des rotbraunen Ranzen und ein Teil der Schrift ‚…Lebens Bekehrt‘ durch.“ So schreibt Dieter Weinkauf in einer Mail.

Die Reste der Vorgängerbildes sollten bei einer Restaurierung erhalten bleiben. Aber wird es überhaupt eine Restaurierung geben? Oder bleibt alles so, wie es jetzt ist? Wer ist eigentlich jetzt für die Arbeit am Bild (nicht an der Mauer) zuständig? Und wer bezahlt nun die sachgerechte Restaurierung? Kann man, und auch dieser Frage gingen die Weinkaufs nach, „eine Art Info-Tafel … mit dem Originalbild …anbringen?“

Wie zu erfahren war – und ich verrate hier keine Geheimnisse –  ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) der Eigentümer des Wandbildes. Und mit diesem muss gesprochen werden, wenn es um die weitere Sicherung des Bildes geht. Ob die weitere Sicherung technisch umsetzbar und finanzierbar ist, das ist jetzt hier die Frage, die man an den BLB richten muss.

Unterdessen habe ich zum Ludwig Forum in Aachen Kontakt aufgenommen. Dort befinden sich im Archiv etliche sehr hochwertige Fotos von ich weiß nicht wie vielen Arbeiten von Klaus Paier. Die darf ich mir in Kürze anschauen. Da wird es wohl ein Wiedersehen geben mit Wandbildern, vor denen ich vor etwa 30 Jahren in Aachen staunend gestanden habe. Darauf freu ich mich sehr.

Letztlich wäre es sehr zu begrüßen, wenn es endlich mal einen Bildband gäbe mit den wichtigsten Aachener Wandbildern, mit Skizzen, die Klaus Paier zur Vorbereitung stets angefertigt hat und mit einem klugen Text zu den Arbeiten.

Auf diesem Foto sind die Arbeiten markiert, die zur Stabilisierung an der Mauer vorgenommen wurden. Foto und Markierung: D. u. R. Weinkauf

Auf diesem Foto sind die Teile markiert, die zur Stabilisierung an der Mauer gebaut wurden. Foto und Markierung: D. u. R. Weinkauf 

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Größte Servicepanne aller Zeiten

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Mein Auto: Ist TÜV geprüft, doch eine neue Plakette hat es nicht bekommen.

Liebe Freunde, bitte ladet mich nicht mehr zu Terminen ein, die ich nicht zu Fuß erreichen kann. Was die Fahrzeiten der ASEAG-Busse betrifft, muss ich mich jetzt auch erst noch erkundigen und einarbeiten.

Mein Auto steht mir zur Zeit nicht mehr zur Verfügung, und das ist die Werkstatt in Düren schuld. Dorthin brachte ich meinen Wagen im Juli, weil nämlich im August die TÜV-Untersuchung fällig war.

„Bringen Sie mir den Wagen durch den TÜV“, so lautete mein Auftrag, der auch angenommen wurde. Es mussten noch einige Dinge repariert/erneuert werden, und so zahlte ich etwa 1000 Euro und erhielt den Bescheid: Auto können Sie abholen, TÜV ist erledigt.

Diese Woche komme ich an meinem Auto mit einem Polizisten ins Gespräch. Der sagt, er müsse mir ein Bussgeld abknöpfen, denn mein Auto hätte längst mal zum TÜV gemusst.

Ich, natürlich völlig von den Socken, sage, dass der Wagen gerade durch den TÜV gebracht worden ist. Der Polizist zeigt mir freundlich die Plakette und was sehe ich: Nächste Untersuchung ist im August 2014 fällig. Die Plakette wurde nicht erneuert. Auch in meinem Fahrzeugschein ist nichts eingetragen.

Da rufe ich natürlich stehenden Fußes die Werkstatt an. Die geben sich ahnungslos und versprechen einen Rückruf, der nicht erfolgt. Ich rufe 2 Tage später wieder bei der Werkstatt an und man sagt mir, es sei leider vergessen worden, die neue Plakette aufzukleben, und den Eintrag in den Fahrzeugschein vorzunehmen, das hätten sie auch vergessen. Ich sollte doch Freitag um 8 Uhr morgens in Düren erscheinen, dann würde das alles nachgeholt.

UM 8 UHR MORGENS – ich bin fast vom Stuhl gefallen. Aber ich sagte, denn eine andere Wahl hatte ich nicht, „ich werde es versuchen“. Leider hat der frühe Termin dann nicht geklappt, jetzt habe ich Angst, die unfreundlichen Leute in der Werkstatt noch mal anzurufen. Es könnte sein, dass ich am Telefon sehr unhöflich werde.

Update: Ich hatte mich wirklich erschrocken, als der Polizist mir Vorhaltungen machte. Mit einem Auto, das keinen TÜV hat – wie man so sagt – über die Autobahn zu brettern, erscheint mir brutal rücksichtslos. Doch jetzt ist alles geregelt, und ich bin wieder mobil.
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Voll in der Schusslinie

Zwei Herren sind zur Zeit in Aachen in die Schusslinien der Politik geraten, da möchte man nicht mit tauschen.

Der Erste ist der Herr Museumsleiter Peter van den Brink. Außer der CDU will ihn keiner mehr haben. Und weite Teile der örtlichen Kunstszene wollen ihn schon gar nicht mehr als Chef des Suermondt-Ludwig-Museums installiert sehen. Denn die hat er in seinen vielen Jahren in Aachen konsequent ignoriert. Zudem werden van den Brink u. a. lange, teure Reisen vorgeworfen und eine zu seltene Anwesenheit im Museum an der Wilhelmstraße.

Peter van den Brink (57) hat, wie bei Museumsleitern üblich, einen befristeten Vertrag. Der muss eigentlich im Dezember verlängert werden. Oder eben auch nicht. Doch jetzt hat sich rausgestellt, dass wohl die Verwaltung den Vertrag so ungeschickt aufgesetzt hat (oder die Rechtslage hat sich vielleicht auch geändert, k.a.), dass van den Brink eine lebenslange Anstellung gewährt werden muss. Die, so heißt es, könne er vor jedem Gericht in Deutschland einklagen. Na Mahlzeit.

Jetzt hat erstmal der Personalrat der Stadtverwaltung sein Veto eingelegt. Der kann das, weil des Museumsleiters Vertrag nicht ohne Zustimmung des Personalrates verlängert werden kann. Offensichtlich. Wie sich das alles genau verhält, das wird wohl ein Gericht klären müssen.

Der zweite „Umstrittene“ ist Alemannias Geschäftsführer Alexander Mronz. Der hat einfach mal eben so  die Karlsbande rehabilitiert, indem er der rechtsradikal-auffälligen Gruppe erlaubte, ihr Banner ins Stadion zu hängen. Schöne Pleite. Von Seiten der Polizei war zu hören, dass sie dazu mal gern befragt worden wäre. Und dass es vielleicht besser gewesen wäre, die Erlaubnis „auf Bewährung“ zu erteilen.

Die Fahne der Karlsbande konnte man beim jüngsten Spiel schon sehen.

Eine andere Fahne, nämlich die der Anhänger von Bayer Ürdingen mit der Aufschrift „Kein Bock auf Nazis“, durfte nicht aufgehängt werden. Das finde ich typisch für die Alemannia. Mronz soll gesagt haben, die Anti-Nazi-Fahne habe Sicherheitsmängel aufgewiesen. Die Fans von Bayer Ürdingen waren stinksauer, dass einer was gegen ihre Anti-Nazi-Fahne hat.

Ich muss schon sagen: Da hat Herr Mronz wirklich sehr ungeschickt agiert. Sieht so aus, als hätte der Mann, wenn es um die rechte Szene geht, ein Brett vorm Kopf.

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Alte Villen, neue Freundschaften

Sollen Freundschaft symbolisieren: Zwei Flaggen, die deutsche und die polnische, in einem Sticker.

Sollen Freundschaft symbolisieren: Zwei Flaggen, die deutsche und die polnische, in einem Sticker.

Der Ort Schreiberhau hat eine großartige Geschichte. Er gehörte einst zu Deutschland, jetzt gehört er zu Polen und heißt Szklarska Poręba

In diesem Schreiberhau im Hotel Krysztal war jüngst eine Gruppe zu Gast, die sich zusammensetzte aus Kommunalpolitikern der Städteregion Aachen, aus Mitgliedern der Verwaltung der Städteregion Aachen, aus einer Lehrerin und vier Schülerinnen und Schülern aus Sittard (NL), einer Kulturdezernentin aus Bamberg und einem für Europafragen Zuständigen aus dem Saarland.

Eine bunte Mischung also, wo man als Neuling (ich) zunächst Mühe hat, den Durchblick zu bekommen. Wer gehört wo hin, und warum ist dieser oder jener eigentlich dabei? Alle Beteiligten wollten und wollen dasselbe: freundschaftliche Verbindungen offizieller, also mehr als privater Art, zu Menschen in Polen ausbauen und diese pflegen, sofern sie schon bestehen. Und gerne auch noch freundschaftliche Beziehungen zu den Leuten, zu denen die Polen ihrerseits schon Freundschaften pflegen. 

Ja, Krieg, Streit und Feindschaft, die lassen sich leicht herstellen. . . . wie man sehen kann. Zerstritten ist man schnell, wenn man es darauf anlegt. Ein paar Provokationen, ein paar fiese Gemeinheiten  ein paar Grenzüberschreitungen und Niederträchtigkeiten, das ist gar keine Kunst (wie man bei der Piratenpartei sieht).  Aber Freundschaft schließen, Vertrauen aufbauen, zusammen arbeiten? Das ist unendlich schwieriger. Und genau diese schwierige Aufgabe haben in Deutschland und in Polen einige „Partnerstädte“ in Angriff genommen. Ich kann nur sagen: Das unterstütze ich.

 
Im Konferenzsaal des Hotels in Schreiberhau. Unter den Teilnehmern: Hans-Jürgen Fink von der Fraktion Piraten/UFW

Im Konferenzsaal des Hotels in Schreiberhau. Unter den Teilnehmern: Hans-Jürgen Fink (Mitte, links) von der Fraktion Piraten/UFW

So gehörte ich zu der Delegation, die jüngst in die Region Jelenia Gora in Polen aufbrach – als Pirat mit Vertretern von CDU und SPD, Grünen, FDP, und einer von Die Linke war auch dabei. Nicht zu vergessen mein „Koalitionspartner“ von der UFW,  Hans-Jürgen Fink, der mit seinen Leuten eine Koalition mit der Piratenpartei gebildet hat. Die Region Jelenia Gora ist seit bald 25 Jahren Partnerkreis vom Kreis Aachen, der jetzigen Städteregion. 

Die polnischen Gastgeber zogen während des Besuchs alle Register und wollten uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen. Auch wenn es Sprachprobleme  gibt, so war allein schon daran zu erkennen, dass sie uns sehr schätzen und gern mit uns befreundet sein möchten. Wir, von deutscher Seite,

Ein Baum im Bus. Er wurde quer durch Deutschland von Aachen nach Jelenia Gora chauffiert.

Ein Baum im Bus. Er wurde quer durch Deutschland von Aachen nach Jelenia Gora chauffiert.

sparten nicht mit Gesten, die Freundlichkeit symbolisieren. So war im Bus von Aachen aus ein Baum mitgereist, fast drei Meter hoch, den die Polen zum Einpflanzen als Geschenk erhielten. Außerdem hat man es zusammen geschafft, sich gemeinsam an einem EU-GreKo-Projekt zu beteiligen. Ein hartes Stück Arbeit, wo eigens ein Mitarbeiter der Städteregion eine Weile im polnischen Partnerkreis gearbeitet hat, um die nötigen Unterlagen für Brüssel zusammen zu bekommen. 

Mehr über die Tour schreibe ich unten in einem weiteren Text:

 

Reise: Städteregion Aachen – Jelenia Gora

Zu meinem großen Glück wurde ich nach der Kommunalwahl Mitglied des Partnerschaftsbeirates der Städteregion Aachen. Bisher habe ich 1. an einer Sitzung dieses Beirats teilgenommen, 2. an einer Konferenz in Düsseldorf zum Thema „Städtepartnerschaften“ und 3. an einer Partnerschaftsreise nach Jelenia Gora (Hirschberg) in Polen. Diese Arbeit im Partnerschaftsbeirat ist nur etwas für Menschen, denen eine gewisse Internationalität anhaftet und die damit umgehen können. Und: Wen es zum Beispiel wütend macht, dass im heute polnischen Schlesien wunderschöne alte Villen, Grundbesitz und vieles mehr den ursprünglichen Eigentümern weggenommen wurden, der ist bei so einem Partnerschaftsbeirat fehl am Platze.

Das lokale Fernsehen interessiert sich für die Ansichten von Städteregionsrat Helmut Etschenberg (r.).

Das lokale Fernsehen interessiert sich für die Ansichten von Städteregionsrat Helmut Etschenberg (r.).

Weil genau diejenigen Partnerschaften von Brüssel gefördert werden, die sich als Ringpartnerschaften aufstellen, trafen sich im Kreis Jelenia Gora, im Städtchen Schreiberhau, das heute Szklarska Poreba heißt, Menschen aus vier Nationen: Niederländer, Deutsche, Polen, Tschechen. Wir absolvierten ein straffes Programm, zu dem auch eine kleine Konferenz gehörte. Der erste Teil davon fand im Hotel statt, der zweite Teil auf 1363 Meter Höhe in einer Unterkunft. Dort kam man sich vor wie im Hochgebirge.

Los ging die Fahrt (Freitag) für fünf Niederländer aus Sittard und uns Deutsche aus der Städteregion Aachen um 6 Uhr morgens in Aachen. Ankunft nach 13 Stunden. Die deutsch-niederländische Delegation wurde sozusagen angeführt vom Chef der Verwaltung der Städteregion, Regionsrat Helmut Etschenberg. Außerdem dabei: die anderen leitenden Herren der Verwaltung, die Fraktionsvorsitzenden und eben die Mitglieder des Beirates. Man kann sagen, die Reise war personell prominent besetzt. Daraus kann für jeden ersichtlich werden, wie viel Bedeutung die Städteregion der Freundschaft mit Jelenia Gora beimisst.

Am ersten Abend gab es gleich ein sehr festliches Abendessen im 4-Sterne-Hotel, an dem wohl 50 Personen teilnahmen. Mit dabei jetzt der polnische Landrat, Jacek Wlodyga, und die Damen und Herren, die in dieser polnischen Kreisverwaltung die leitenden Posten inne haben. Ich wurde als Mitglied der Piratenpartei vorgestellt. Und fragte im Laufe des Essens das mir gegenübersitzende Paar. „Have you ever heard about the pirate-party?“ – Die Antwort mit verlegenem Lächeln: „Not yet.“ Das gab mir die Gelegenheit, die „Bürgerrechtspartei mit Schwerpunkt Internet“ ein wenig vorzustellen.

Samstag wurden ab 10 Uhr die Zusammenarbeit der beiden Kreise, die Vergangenheit, die Ziele und Instrumente von verschiedenen Referenten vorgestellt. Das lokale Fernsehen rückte an und interviewte unter anderem Helmut Etschenberg. Übersetzt wurden seine Worte von der Mitarbeiterin der Verwaltung der Städteregion, Monika Lulinski, die Polnisch spricht.

Keramik-Produktion in großem Stil und weitgehend vollautomatisch wurde besichtigt als ein Beispiel europäischer Zusammenarbeit von Unternehmen.

Keramik-Produktion in großem Stil und weitgehend vollautomatisch wurde besichtigt als ein Beispiel europäischer Zusammenarbeit von Unternehmen.

Danach ging es zur Besichtigung der Firma Polcolorit S.A., die ein Beispiel für die europäische Zusammenarbeit von Unternehmen darstellt. Es ist ein italienisches Keramikunternehmen, die Produktion von Kacheln in großem Stil

Große Maschinen haben etwas Faszinierendes.

Große Maschinen haben etwas Faszinierendes.

hat mich sehr beeindruckt. Es gab kein Fotografierverbot, wie ich es oft in großen, deutschen Firmen erlebt habe, und ich machte viele Fotos von imposanten Maschinen.

Danach gab’s eine Wanderung, kilometerweit durch einen finsteren Wald und einen steilen Berg hinauf, in strömendem Regen über knubbelige, rutschige Steine. Und dann – höchstlich erschöpft – gab es in einer kreisrunden Unterkunft aus Holz ein tolles, rustikales Essen. Schließlich passierte etwas Schreckliches: Alle fingen an zu singen und zwar „Oh wie schön ist es am deutschen Rhein“ oder so ähnlich. Etwas peinlich fand ich das, eine Niederländerin war der gleichen Ansicht. Na gut. Danach gab’s noch

 

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Infos zu dem Unternehmen, das wir in Piechowice besichtigt haben, gibt es unter www.polcolorit.pl

flotte Musik und schönes Tanzen.

Sonntag mussten mittels Sesselbahnfahrt enorme Höhen erreicht werden. Ich blickte von meinem Stühlchen frei schwebend in einen Abgrund der Extraklasse . . . Es ging nahezu steil senkrecht hoch. Und später wieder runter. Oben gab es in einer Hütte, wie man sie in Davos nicht schöner findet, den zweiten Teil der Konferenz. Davon ist mir in Erinnerung, dass man demnächst Journalisten zur Mitreise einladen will. Eine gute Idee, schließlich soll die Kunde von einer funktionierenden Partnerschaft möglichst verbreitet werden.

Jelenia Gora ist ein Landkreis, der im Dreiländereck Deutschland/Polen/Tschechien liegt. Der Tourismus spielt, wie bei uns in der Eifel, eine große Rolle. Außerdem liegt der Kreis am Rande eines Nationalparks.  So besichtigte die Gruppe das „Centrum Ökologische Edukation“ und informierte sich über die Arbeit im Nationalpark und die Arbeit der Nationalparkranger. Kurios: Auch die Polen schlagen sich mit der Fichte als Fremdkörper im Wald herum, der auch dort eigentlich gar nicht in die Gegend gehört.

Abends gab es ein grandioses festliches Essen im Palac Pakoszow (Schloss Wernersdorf) mit einem tollen Konzert in einem prächtigen Barocksaal. Das Schloss war eigentlich ein barocker Landsitz, einst Wohn- und Produktionsstätte (vorindustrielle hochwertige Leinenherstellung). Ein Wahnsinn. Von den Nachkommen seiner ursprünglichen Eigentümer  (vermutlich mit Geldern der öffentlichen Hand, Brüssel ?) zurückgekauft, wurde es aufwendig restauriert. Errichtet wurde es 1725, heute ist es ein Hotel mit Restaurant. (Tipp: Man kann dort in einem Doppelzimmer für 80 Euro die Nacht wohnen. Das Frühstück kostet 9,50 Euro, ein Drei-Gang-Menü als Abendessen kostet 25 Euro pro Person. Genaue Anschrift und Tel.-Nummer gebe ich gerne raus.)

In einer Hochglanz-Broschüre steht dazu: „Von 1725 bis 1945 befand sich Wernersdorf im Familienbesitz. Die Enkelin von Johann Martin Gottfried heiratete den Kaufmann Heinrich Hess, daher auch der Name „Hessische Bleiche“, Bielarnia Hessin. Der jüngste Enkel der letzten Bewohnerin, Margarethe Dress, geb. Heß, Dr. Hagen Georg Hartmann, konnte dank der europäischen Integration 2005 den alten Familienbesitz zurückerwerben und seiner jetzigen Bestimmung zuführen.“

Am Montag ging es früh los, Rückfahrt ab 7.30 Uhr. Nach 12 Stunden waren wir wieder in Aachen am Haus der Städteregion.

Resümee: Die Region Jelenia Gora ist eine Reise wert. Die Menschen dort haben für uns alle Register gezogen, was man nur macht für Menschen, die einem wirklich etwas bedeuten. Man hat ein gutes Gefühl, wenn man nach Polen ausdrücklich in friedlicher Mission fährt. Städte- und Kreispartnerschaften lebendig zu halten, das ist manchmal mühsam, aber es ist eine von mehreren Sachen, die dem Leben einen Sinn geben.

 
Außerordentlich viele große, alte  Villen gibt es in Schreiberhau. Produktionsstätten gibt es nicht darin, wohl aber viele wunderbare Erker.

Außerordentlich viele große, alte Villen gibt es in Schreiberhau. Produktionsstätten gibt es nicht darin, wohl aber viele wunderbare Erker.

Hier einige Fotos von prächtigen Häusern aus Schreiberhau. Die Vielzahl ist auffallend. Bisher habe ich noch nicht herausgefunden, wer sie erbaut hat, wer darin gewohnt hat, warum sie so prächtig sind und was genau drin stattgefunden hat.

Update: Die Sache mit den Villen hat sich geklärt. Danke Benno. Weitere Infos sind erwünscht.
Wer weiß etwas über die Villen von Schreiberhau? Die kleine Stadt hat heute einen polnischen Namen, Szklarska Poreba.

Wer weiß etwas über die Villen von Schreiberhau? Die kleine Stadt hat heute einen polnischen Namen, Szklarska Poreba.

Jede Villa ist anders, aber vom Typ her scheinen sie alle gleich zu sein.

Jede Villa ist anders, aber vom Typ her scheinen sie alle gleich zu sein.

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Manche dieser Häuser sind saniert, andere noch in einem beklagenswerten Zustand und trotzdem schön. Die sollen aber auch Zug um Zug renoviert werden.

Manche dieser Häuser sind saniert, andere noch in einem beklagenswerten Zustand und trotzdem schön. Die sollen aber auch Zug um Zug renoviert werden.

Wer etwas über diese Häuser weiß, kann gern unter margret.vallot@piraten-ufw.de zu mir Kontakt aufnehmen.

Wer etwas über diese Häuser weiß, kann gern unter margret.vallot@piraten-ufw.de zu mir Kontakt aufnehmen.

 
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Ein Saal als ein Dokument der Zeitgeschichte

Alter Sitzungssaal im Gebäude der Städteregion in Aachen, Zollernstraße.

Alter Sitzungssaal im Gebäude der Städteregion in Aachen, Zollernstraße.

Ein Sitzungssaal mit Charakter. Ein alter Sitzungssaal im ehemaligen Kreishaus, das jetzt das Haus der Städteregion ist, ist hier zu sehen. Der Saal hat einen sakralen Charakter,  er wirkt dunkel und Respekt einflößend, streng, sogar ein wenig bedrohlich, nicht freundlich, warm und hell wie der neue Saal.

Dieser alte Saal hat nur oben kleine Fenster, in die niemand reinschauen und sehen/kontrollieren kann, was innen stattfindet. Außerdem gibt es eine Glasfront für einen eventuellen Blick nach innen ins Gebäude hinein, den aber ein Vorhang verhängt. Die Zuschauer sitzen auf einer Empore, in seltsamer Distanz zu den Politikern. Sie blicken von hoch oben auf ihre politischen Vertreter.

Stühle, Tische, die meisten Lampen, die Holzvertäfelung: Alles empfinde ich als zusammen passend und einheitlich. Wenn man in diesen Saal blickt, kann man gut erkennen, was das für eine (düstere) Zeit war und wie damals das Demokratieverständnis war, in der so gebaut wurde. Und man freut sich, dass heutzutage Demokratie ein etwas freundlicheres Gesicht hat.

Das Haus der Städteregion. Blick auf den Altbau.

Das Haus der Städteregion. Blick auf den Altbau.

Innen im Städteregionshaus: ein Flur.

Innen im Städteregionshaus: ein Flur.

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Erste Sitzung des Tourismus- und Kulturausschuss

Im geräumigen Mediensaal des Städteregions-Hauses, Zollernstraße, habe ich am 10.09. erstmals am Ausschuss für Tourismus und Kultur teilgenommen. Ich sitze links vom Vorsitzenden, bei der Opposition, zwischen FDP und Die Linke. Ich empfinde das als passend.

Ich wurde sehr freundlich empfangen. Der Vorsitzende begrüßte mich (wie alle Neuen) persönlich, las die Verpflichtungserklärung vor, die ich noch unterschrieb. Damit war ich verpflichtet. Es gab bei der Einwohnerfragestunde keine Fragen.

1. Ich konnte unter TOP 1 – 4 allen Formalitäten zustimmen.

2. Unter TOP 5 berichtete Nina Mika-Helfmeier (zuständig für kulturelle Events) über Veranstaltungsreihen in der Städteregion. Mir waren die Reihen  kultureller Highlights nicht unbekannt. Die Rednerin sagte abschließend mit Bedauern, sowohl die Anzahl der Ausstellungen als auch die der Konzerte müsse demnächst aus Geldmangel stark reduziert werden.

Die Vertreter von Grünen, CDU, SPD und FDP dankten für das Engagement. Ich lobte ebenfalls die Veranstaltungen und meinte da bereits, vielleicht ließe sich ja anderswo Geld einsparen, z. B. „bei dem Radkompetenzentrum, über das wir ja später noch sprechen werden“.

3. Unter TOP6 stellten Schülerinnen und Schüler des St. Michael Gymnasiums in Monschau ihr Tourismuskonzept (im Unterricht ausgearbeitet) für Monschau und seine Höhendörfer vor. Vertreter von CDU, Grünen, SPD, FDP und Die Linke lobten das Konzept sehr. Es enthält viele Ideen, deren Umsetzung JEDE MENGE Geld kostet. Ich lobte auch, riet aber den Schülern, beim Vortrag vor dem Rat von Monschau sich auf eine ausführliche Darstellung derjenigen Ideen zu beschränken, die wenig Geld kosten. Dies mit dem Hinweis: Die Stadt Monschau hat außer Schulden NICHTS.

4. TOP 7 ging mir zu schnell, habe mich enthalten. Es ging um eine Ranking-Liste, die man dem LVR vorlegen muss zwecks Verteilung von Fördergeldern. Hier war man sich vor meiner Zeit offenbar längst über alles einig geworden.

5. Bei TOP 8 ging es um Investitionszuschüsse aus dem „Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm NRW“ für kleine Firmen. Ich habe – gemäß vorheriger Besprechung in der Fraktion – zugestimmt. Der Fall wird am 17. 09. im Ausschuss für Wirtschaft nochmals diskutiert und abgestimmt.

6. Mit TOP 9 kam nun das 2,25 Millionen Euro teuere Radkompetenzzentrum in Kalterherberg dran. Das soll die Städteregion 450.000 Euro kosten. Den Rest zahlt das Land NRW (Umweltministerium).

Hier äußerten vor mir die Grünen (wegen vermutlich hoher Folgekosten), die SPD und die FDP Bedenken, ob man sich das noch werde leisten können, ob denn den Kosten ein entsprechender Gewinn gegenüberstehe.

Auch ich äußerte mich, dass ich das Projekt für sehr teuer halte „und nebenbei bemerkt“, sagte ich noch, dass ich die Gegend zum Radfahren für herzlich wenig geeignet halte. Eine Dame von der SPD pflichtete mir sofort bei. Sinngemäß: Außer schieben kann man da mit einem Rad nichts machen. Wegen der vielen Steilstücke schlug der Sprecher der Grünen vor, man könne ja einen Shuttledienst einstellen, der die Radler und ihre Räder die Berge hochbringt.

Es wurde beschlossen, die Sache im Städteregionsausschuss nochmals zu diskutieren und dann wegen der Folgekosten auch mal Summen und Zahlen vorzulegen.

7. Bei den folgenden TOPs konnte ich zustimmen, es schienen mir Formalitäten zu sein.

8. Unter TOP 14 ging es um ein MERIAN Heft über NRW, wo gegen Zahlung von 5720,75 Euro durch die Städteregion auch ein Beitrag über die Städteregion drin aufgenommen wird, den man auch noch selber schreiben muss. Danach wird das Heft dann verkauft.

Diese Ausgabe, so sagte ich, halte ich für rausgeworfenes Geld: 1. liest kein Mensch mehr diese Hefte. 2. muss man einem Verlag nicht so viel Geld geben, damit man in seiner Publikation vorkommt, die der dann gewinnbringend verkauft, obwohl: mit Merian macht man wohl kein Gewinn mehr.

Völliges Unverständnis schlug mir entgegen.  Bei der Abstimmung gab es nur eine Gegenstimme: meine.

Tags drauf folgte ein größerer Bericht in der Tagespresse in allen Ausgaben, Aachen Stadt und Land, wo meine Position zum Radkompetenzzentrum verkürzt, aber einigermaßen gut rübergebracht wurde.

Ich sehe einer interessanten Ausschussarbeit entgegen.

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Nachtrag: Um möglichst viel Transparenz bemühen sich auch andere Piraten.  Hier der Bericht von Michael Sahm zur Ausschusssitzung des Schulausschusses der StädteRegion:

http://msahm.piraten.ac/mein-zweiter-erster-schulausschuss/

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