Fußball, philosophisch betrachtet – Und in das Stadion kommt Leben rein

Links: das Trianel-Hauptgebäude, rechts: das Alemannia-Stadion, wo im Winter das Aachener Spielcasino einziehen wird.

Links: das Trianel-Hauptgebäude, rechts: das Alemannia-Stadion, wo im Winter das Aachener Spielcasino einziehen wird.

Von der Weltmeisterschaft und dem Fußballspiel im Allgemeinen habe ich neuerdings ein besonders tiefes Verständnis erlangt. Ich habe eine Veranstaltung des Instituts „Logoi“ besucht, und ich kann nur sagen: Wieder mal haben zwei kluge Leute und das interessiert fragende Publikum mich dort bestens informiert und dazu noch prima unterhalten. Das Fußballspiel wurde philosophisch durchleuchtet und die Frage beantwortet, warum wir uns beim Anblick der Kämpfe so aufregen – mal in Freude, mal in Wut geraten.

Vorgestellt wurde eine Kombination von philosophischen Aspekten, die – alle zusammengenommen – vieles mehr als nur oberflächlich erklären.

Fußballspielen, das ist nicht Hochkultur, da wird mit den Füßen agiert, unter anderem mit Kraft und Tritten kommt man zum Sieg.

Eigentlich meinen wir, dass wir nur mit der Sprache und dem Denken zu Erkenntnis kommen. Doch der Fußball zeigt uns, dass es auch eine Erkenntnis  durch Körperlichkeit gibt. Nicht nur: Ich bin, weil ich denke/zweifle. Sondern auch: Ich bin, weil ich stolpere. Und das ist reizvoll.

Zusätzlich ist das Wir-Gefühl vorhanden, es wird in wirklich großen Menschenmassen gejubelt und gelitten. Das Wir-Gefühl lässt sich im Fußball genießen, ohne dass ich mich selbst auflöse und in der Masse verschwinde. Das Fußballspiel zeigt, dass sich ein Wir-Gefühl erleben lässt, ohne dass dabei – wie im Nationalsozialismus – der Einzelne in der Masse untergeht. Ich empfinde das Wir-Gefühl und habe zugleich den Eindruck, ein einzigartiges Individuum zu sein. „Wir spielen heute in Rio“, das kann man bei einem Spiel der Nationalmannschaft sagen. Aber „Wir spielen heute in Rio“ sagt man nicht, wenn Simon Rattle und sein deutsches Orchester in Rio konzertieren.

Fußball hat Regeln (wie unser ganzes Leben), die eingehalten werden müssen. Aber eine gewisse Kulanz ist zu beobachten. Es erfreut uns heimlich, zu erleben, dass jemand die Regeln nicht so ganz einhält und dabei nicht erwischt wird. Auch ist so ein Spiel ein geschlossenes System, das kommt unserem Denken sehr entgegen. Das Spiel ist ein Drama, aber ein inhaltsfreies Drama, so wurde erklärt. Es ist eine Angelegenheit mit festen Regeln, und gleichwohl ist der Handlungsspielraum der Spieler so groß, dass jederzeit etwas völlig Neues, etwas noch nie Dagewesenes  passieren kann. Dauernd muss man mit einer Überraschung rechnen, weil die Handlungsbreite der Spieler (trotz Regeln) enorm groß ist.

Früher, vor 20 Jahren, war Fußball viel mehr Kampfsport als heute. Heute muss auch „schön“ gespielt werden. Und das sehen wir auf dem Spielfeld. Es ist zudem ein Spiel, bei dem die Körper zwar aneinanderrasseln, aber doch nicht so eng wie etwa beim Ringen. Beim Tennis zum Beispiel, sind die Körper weit auseinander. Beim Golf ist es am krassesten: Wenn ich spiele, verlässt der Gegner das Spielfeld.

Und so wurde einem in den Räumen in der Jakobstraße noch vieles klar. Alles in Form eines Gesprächs zwischen Dr. Jürgen Kippenhan und Professor Dr. Elk Franke. Interessant und sehr kurzweilig. Zwei Stunden vergingen wie im Fluge. Mehr über Logoi hier: http://www.logoi.de

*

Das Presseamt der Stadt Aachen teilt mit: Die für Aachen neu entwickelten Chronoskope – Mediensäulen mit Hintergründen zur Geschichte Aachens –

Mediensäule bietet Hintergrundinfos zur Geschichte Aachens.

Diese Mediensäule bietet Hintergrundinfos zur Geschichte Aachens.

werden am 10. und 15. Juli an sechs Standorten in der Altstadt aufgestellt. Es sind 2,50 Meter hohe Stelen, in denen animierte Bilder und Filme zum Thema des jeweiligen Standortes laufen. So  erhält der Passant Informationen über das Besondere des jeweiligen Ortes, seine Bedeutung, seine Entstehung und seine Entwicklung über die Jahrhunderte.

Am 10.Juli ist die Aufstellung am Markt (Thema Rathaus), am Hühnermarkt (Thema Granusturm)  und am Hof (Thema Thermalquellen) geplant. Am 15.Juli folgen dann die zwei Chronoskope am Katschhof (zur Pfalz und zu den Regeln für die Königsgüter) sowie auf dem kleinen Münsterplatz (zum Dom).

Weitere Informationen zu den Standorten und Themen sind unter www.aachen.de/chronoskope zu finden. Dort sind auch alle sechs Filme abrufbar.

*
Das Neue Kurhaus in der Monheimsallee wird aufwendig renoviert.

Das Neue Kurhaus in der Monheimsallee wird aufwendig renoviert.

Das Aachener Spielcasino (eröffnet 1976) zieht vorübergehend in das Alemannia-Stadion. Und zwar sogar für zwei oder drei Jahre. Der Umzug soll im Dezember über die Bühne gehen.

Das Neue Kurhaus an der Monheimsallee, wo der Spielsucht-Tempel angesiedelt ist, wird nämlich renoviert. Auf Kosten der Stadt für 19 Millionen Euro, wie zu lesen war. Nach der Renovierung ziehen die Spieler, die Utensilien und die Dealer äh Croupiers wieder an die Monheimsallee.

Im Stadion stehen tausende Quadratmeter im so genannten Business-Bereich leer. Da nimmt man dort das Casino natürlich sehr gern auf.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Noch ein Großkaufhaus am Kaiserplatz

Wie der WDR gestern (Dienstag, 1. Juli) in seiner Aktuellen Stunde berichtete, ist es ausgemachte Sache, dass neben dem neuen “Aquis Plaza” (am Kaiserplatz) ein weiteres, etwas kleineres Großkaufhaus gebaut wird. Die Grundstücke sollen schon gekauft und die Planung für die 2. Mall in Aachens unterer Adalbertstraße schon fertig und bewilligt sein. Es ist kaum zu glauben, hat man doch jetzt schon – mit dem neuen “Aquis Plaza” – die Befürchtung, dass der Bereich um Dom und Rathaus geschäftlich auf den Hund kommt. Wer geht dann am Markt noch einkaufen, wenn am anderen Ende der Innenstadt gleich 2 Malls die Kunden locken?

Die Geschäftswelt ist jedenfalls alarmiert, not amused, wie sich jeder leicht denken kann. Die Frage ist, wie die Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Marcell Philipp an der Spitze, die 2. Mall genehmigen konnte.

Möglicherweise kommt das Thema schon heute ab 17 Uhr im Rat zur Sprache. Ich bin gespannt.

Nachtrag: Das Thema kam am Mittwoch, 2. Juli, im Rat soweit hier bekannt nicht zur Sprache.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Klare Kante von Anfang an

Das Parlament der Städteregion Aachen bei seiner ersten Sitzung nach der Kommunalwahl.

Das Parlament der Städteregion Aachen bei seiner ersten Sitzung nach der Kommunalwahl.

Bei der Kommunalwahl hat auch unsere schöne Städteregion, die von Kalterherberg (im Süden) über Aachen bis nach Baesweiler (im Norden) reicht, ihr neues Parlament gewählt. Gestern trafen sich die etwas über 70 Politiker und Politikerinnen zu ihrer ersten Sitzung. Und es ging gleich schön zur Sache.

Ich war zum allerersten Mal dabei. In dem Gremium, das in der Zollernstraße in Aachen residiert, bilden CDU und Grüne eine Koalition. Die beiden sagen hier in den nächsten sechs Jahren, wo es lang geht. Die SPD bildet mit einer vielköpfigen Fraktion (23 Sitze) die Opposition, zusammen mit 4 „Die Linke“-Politikern, mit 3 Leuten von der FDP und 3 von der Fraktion Piraten/UFW. Es ist auch noch ein Ultrarechter (REP) und einer von der „Alternative für Deutschland“ (AfD) dabei.

Alterspräsident Georg Helg führte unter anderem aus, dass ihm – nach all dem Scheußlichen, was die Nazizeit der Menschheit beschert habe – JEGLICHES Verständnis fehlt für Leute, die diesen Ideologien nahestehende Politiker heute noch wählen. Das und mehr sagte er eindeutig in Richtung des Politikers auf der ultrarechten Seite des Saales, der meldete sich später empört zu Wort und verlangte dafür eine Entschuldigung.

Der inzwischen wiedergewählte Chef der Versammlung, Helmut Etschenberg, meinte dazu postwendend: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Helg Ihnen dazu etwas sagt. WIR DENKEN NÄMLICH HIER ALLE SO WIE ER.“ Damit hatte der Erste im Städteregionstag seine Klatsche weg.
Es traf den Richtigen, wie alle meinten. Es gab für Etschenbergs Antwort nämlich zustimmenden, heftigen Applaus.

Helg hatte in seine Rede als Alterspräsident (der muss bei so etwas immer die Sitzung eröffnen) auch von seiner Europa-Begeisterung und von der Grenzregion und Aachen als Europa-Stadt gesprochen. Wir stehen zu Europa „und dazu brauchen wir keine Alternative“, rief er mit fester Stimmen in den Raum. Das sagte er sogar in einem etwa scharfen Ton, so dass ich schon dachte, huiii, hier gehts gleich zur Sache. Es gab viel Applaus für dieses Statement gegen die AfD.

Ich finde, wenn man gleich in seiner allerersten Sitzung den Rechten und „Europa-Skeptikern“ so klare Kante zeigt, das ist korrekt. Man hätte auch sagen können: Nun gut, fallen wir mal nicht mit der Tür ins Haus und machen auf die beiden nicht noch extra aufmerksam, sie haben ja noch nichts Schlimmes gemacht. Oder so.
Aber nein, der olle Helg (Jahrgang 1934) nimmt kein Blatt vor den Mund, Etschenberg ebenfalls nicht. Das war genau richtig.

Noch in anderer Hinsicht habe ich den Besuch beim Städteregions-Parlament nicht bereut. Als einziges wichtiges  Thema stand nämlich das niederländische Fraking auf der Tagesordnung. Da war offenbar schon etwas vorbereitet worden: Alle Fraktionen sprachen sich gegen diese unsichere Form der Energiegewinnung aus, und das will man den Niederländern jetzt auch schriftlich mitteilen.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass in unserer Region noch jede Stadt und jede Gemeinde so tut, als sei sie autonom. In Wirklichkeit ist man in der Zollernstraße (Städteregion) längst tonangebend.  Dem wird hier in Zukunft noch etwas mehr nachgegangen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Eindrucksvoller Beginn der Aachener Heiligtumsfahrt

Knapp 2000 haben es auf dem Katschhof gesehen, hunderte Menschen haben es im Aachener Dom miterlebt: Die Heiligtümer wurden nach sieben Jahren mal wieder aus dem Schrein geholt. Sie werden jetzt 10 Tage lang gezeigt. Die Heiligtümer, das sind sehr  unscheinbare, uralte Textilien, die gläubigen Christen etwas bedeuten. Was genau, ist unterschiedlich. Aber das Kleidungsstücke von einem geliebten Menschen, den man sehr vermisst, aufbewahrt werden, das ist mir vertraut.  - Die Stimmung auf dem Katschhof war festlich/feierlich und hat mir gefallen. Aber wer ist eigentlich dieser Melchisedech, von dem bei dem Festakt kurz die Rede war?

Knapp 2000 haben es auf dem Katschhof gesehen, hunderte Menschen haben es im Aachener Dom miterlebt: Die Heiligtümer wurden nach sieben Jahren mal wieder aus dem Schrein geholt. Sie werden jetzt noch 9 Tage lang gezeigt. Die Heiligtümer, das sind sehr unscheinbare, uralte Textilien, die gläubigen Christen etwas bedeuten. Was genau, ist unterschiedlich. Aber dass Kleidungsstücke von einem geliebten Menschen, den man sehr vermisst, aufbewahrt werden, das ist mir vertraut. – Die Stimmung auf dem Katschhof war festlich/feierlich und hat mir gefallen. Die Glocken läuteten, die Orgel brauste auf, der Chor sang, es wurden alte, orientalisch anmutende Texte zitiert – das alles in schönem Wechsel. Aber wer ist eigentlich dieser Melchisedech, von dem bei dem Festakt kurz die Rede war? 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Flächen nutzen in Aachen: Eure Meinung ist gefragt

Damit auch nur ja keiner den Termin verpasst, verlässt sich die Verwaltung nicht allen auf Veröffentlichungen in den Tageszeitungen und Werbeblättchen. In der Jakobstraße hängt ein Flyer an einem Laternenpfahl.

Damit nur ja keiner den Termin verpasst, verlässt sich die Verwaltung nicht mehr allein auf Veröffentlichungen in den Tageszeitungen und Werbeblättchen. In der Jakobstraße hängt ein Flyer an einem Laternenpfahl.

„Bürgeranhörung zum neuen Flächennutzungsplan“, steht da.

Liebe Leute, ihr fragt euch jetzt vielleicht: „Hä??? Was ist ein Flächennutzungsplan und was hab ich damit zu tun?“ Oder so.

Und wenn ihr bei Wikipedia unter „Flächennutzungsplan“ nachschaut, versteht ihr auch nur Bahnhof. Dabei geht es um die Zukunft. Und darum, wie die Fläche von unserem geliebten Vaterstädtchen in der Zukunft aussehen/genutzt wird. Wo wir Unternehmen hin haben wollen, wo Windkraftanlagen, Friedhöfe, Sportplätze, Kanäle und Straßen, Schulen und Kitas, wo Wiese ist und bleiben soll, wo jetzt noch Wiesen sind aber mal Häuser hinkommen sollen und so Sachen.

Es geht nicht darum, eine Karte vom Ist-Zustand anzufertigen. Sondern es geht um „eine in die Zukunft gerichtete konzeptionelle Entwicklungsplanung“. Da dürfen die Bürgerin und der Bürger ein Wörtchen mitreden. 

Und zwar am kommenden Montag, 23. Juni, um 16.30 Uhr im Ballsaal vom Alten Kurhaus in der Komphausbadstraße (gegenüber von Lust for Life). Mehr dazu schreibt die Stadtverwaltung auf ihrer Aachen-Seite:

http://www.aachen.de/flaechennutzungsplan

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

. . . Es kommen herrliche Zeiten

Ich freu mich ja jetzt schon auf die Zeit, wenn gewisse, noch relativ unerfahrene Kommunalpolitiker folgendes mal realisiert haben werden: Dass jemand ein Grundstück in einer Stadt gekauft hat, das bedeutet noch lange nicht, dass er auch das Recht hat, an dieser Stelle etwas zu errichten, was kaum ein Mensch will.

Viele Diskussionen über Stadtgestaltung sind leider schnell zu Ende, wenn jemand sagt: Das Grundstück gehört einem Investor. „Ja ne is klar. Da kann man ja dann nix machen“, denken sich viele. Erst bei Grundstücken, die der Stadt gehören, erlaubt man sich den Gedanken, dass Bürger auf die Gestaltung dieses Fleckchens Innenstadt Einfluss nehmen könnten.

Wenn die gewählten Politiker meinen, ein bestimmter Bereich in der Innenstadt oder in den Randgebieten, sei zum Wohle der Allgemeinheit nicht in einen Konsumtempel zu verwandeln, dann gibt es nur eins: verhandeln, verhandeln, verhandeln. Normal ist, dass auch ein Investor sich an bestimmte Vorschriften zu halten hat, die in Aachen zum Beispiel vom ARCHITEKTENBEIRAT vorgelegt werden. Und normal ist, dass ein Investor angewiesen ist  auf eine gewisse Akzeptanz  – der Nachbarschaft und der Stadt, in der er investiert.

Der Bushof mag wohl in Teilen einem Investor gehören. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Investor alle Bestrebungen der Stadt, diese Ecke neu und schön zu gestalten, torpedieren kann. Da muss eben mit dem Mann verhandelt werden. Auch Investoren empfinden manchmal eine gewisse Liebe zu ihrer Stadt und wollen sich mit einem „schönen“ Bauwerk ein Denkmal setzen. Das funktioniert nicht mit so einer Scheußlichkeit, wie es der Bushof, das Parkhaus Büchel oder das CityCenter ist (Ecke Franzstraße/Alexianerstraße).

Auch, was die von vielen Bürgern favorisierten Pläne für eine Markthalle betrifft, so ist dort noch lange nicht aller Tage Abend, nur weil das Gelände vielleicht einem Investor gehört. Nach meinem Kenntnisstand gehört es übrigens der Stadt Aachen, also uns allen. Und warum sollen wir da nicht mitbestimmen dürfen, was dort gebaut wird?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mach mal Pause am Fischmarkt in Aachen

annastrasse_45

Wer es bunt mag, darf sich hier niederlassen. In Aachen in Dom-Nähe gibt es jede Menge Außengastronomie, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Da kann man bei einer Tasse Kaffee und einer leckeren Waffel stundenlang sitzen und plaudern oder Passanten beobachten. (schau auch hier)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Und jetzt noch die Stichwahl, dann haben wir es

Am kommenden Sonntag sollten wir zur Wahl gehen.

Am kommenden Sonntag sollten wir zur Wahl gehen.

Der letzte Akt der Kommunalwahl 2014 liegt vor uns: In der StädteRegion Aachen ist am kommenden Sonntag Stichwahl. Es geht um den Vorsitz im Städteregionstag. Werden wir eine Überraschung erleben? Möglich ist es.

Dass in dem Gremium CDU und Grüne die Mehrheit haben, das steht schon fest. Und natürlich auch, dass diese beiden eine Koalition bilden, wie sie es schon seit 20 Jahren tun. In dieser Koalition sind die Grünen ein kleiner starker, durchsetzungsfähiger Partner. Die Grünen prägen die Politik deutlich. Das bekommt uns allen nicht schlecht, aber man wundert sich, dass die Christdemokraten in der hiesigen Region das so immer mitmachen.

Aber wer übernimmt nun den Vorsitz im Städteregionstag? Der Amtsinhaber Helmut Etschenberg (CDU) oder seine Herausforderin Christiane Karl (SPD), die wir bei Wikipedia noch nicht gefunden haben? Bei der ersten Wahl war kürzlich Helmut Etschenberg zur allgemeinen Verwunderung nicht auf 50 Prozent der Stimmen gekommen. Und Christiane Karl hatte ein überraschend gutes Ergebnis eingefahren.

Sensationell: Das 50er Jahre Treppenhaus im Haus der Städteregion Aachen, Zollernstraße.

Sensationell: Das 50er Jahre Treppenhaus im Haus der StädteRegion Aachen, Zollernstraße.

Offenlage: Ich habe von der Existenz dieser Dame zum ersten Mal erfahren, als ihr Konterfei auf den Wahlplakaten erschien. Ich kann mir aber vorstellen, dass viele sich gesagt haben: „Ich wähl jetzt mal die Frau, denn dass die eine Hälfte der Bevölkerung in der Kommunalpolitik so drastisch unterrepräsentiert ist, ist ja auf die Dauer auch kein Zustand. Und wenn sie es sich schon zutraut . . .“ Oder so. Wahlentscheidungen sind ja nicht immer rational.

Neun Gemeinden plus Aachen werden von Aachen, Zollernstraße, aus verwaltet und regiert. Das sind mehr als eine halbe Million Einwohner. Es gibt traumhaft schöne Flüsse, Bäche, Seen, Talsperren im südlichen Teil des Gebietes. Es gibt Amtsgerichte, ein Landgericht, Museen, veritable Burgen, tolle Verkehrswege, Krankenhäuser, Schulen, Hochschulen, starke Unternehmen . . .  alles da, was man zum guten Leben braucht und mehr. Außerdem viel Grenze zu Belgien und Holland, und die Internationalität ist ja auch nicht zu verachten.

Mit einer hohen Wahlbeteiligung kann nicht gerechnet werden.  Und man fragt sich, wieso nach der Abschaffung später von ROT/Grün im Landtag das Stichwahl-Verfahren wieder eingeführt wurde. Angeblich soll es bewirken, dass die Gewählten von mehr Menschen ihre Zustimmung erhalten, als zuvor. Die Kalkulation geht aber hinten und vorne nicht auf.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mal was Historisches: Ein Text aus Januar 2008

http://www.aachener-zeitung.de/blogs/serendipity/index.php?/archives/711-Die-Rueckriem-Stadt.html

Ein Künstler, dessen Arbeiten ich schon lange bewundere, ist Ulrich Rückriem. Eine Arbeit von ihm ist hier: schloss dyck Ulrich Rückriem ist ein weltberühmter Bildhauer, wahrscheinlich der beste lebende deutsche Bildhauer.

 

Er lässt Steine spalten, schneiden, schleifen, polieren und . . . setzt sie dann wieder in der ursprünglichen Form, wie er sie im Steinbruch vorgefunden hat, zusammen. Wichtig bei diesen Kunstwerken ist der gesamte Raum, in dem sie stehen. Wichtig ist nicht der Block für sich allein.

Zehn Rückriem-Stelen vier Meter hoch, gibt es in Düren. Sehenswert.
„Ja, dieses Genie . . .“ sagt der liebe M. aus I., der ein Kunstbanause ist und alles, was nach 1920 an Kunst entstanden ist, für Schund hält, einschließlich übrigens Picasso.

Rückriems Arbeiten sind unvorstellbar teuer, sage ich, weil Sachen, die viel kosten das schlichte Gemüt vom lieben M. aus I. meist beeindrucken. In diesem Fall: Fehlanzeige. „Dass sie in vier geteilt sind, zeigt, dass in allen vier Himmelsrichtungen das Leben hart ist“, interpretiert und lästert das Freundchen. „Unten ist Afrika, die tragen die gesamte Last“ , sagt er. „Oben, wo es am schönsten ist, da ist der Katschhof.“

Ich bin ein geduldiger Mensch und gebe nicht schnell auf, wenn es um gute Kunst geht. „Dieses Kunst-Objeckt heisst: Frankensteins Steine“, wagt M. aus I. ein Wortspiel. Ich zeige ihm weitere Fotos.

Rueckriem

Ulrich Rückriem wurde VOR dem berühmten Peter Eisenman gefragt, ob er das Holocaust-Denkmal in Berlin machen will. Rückriem hat abgelehnt. Ich versuche durch Anekdoten Interesse zu wecken.

„Mann, das als Kunst, das kaufen nur Deppen“, wendet er ein und das Gespräch gewinnt auch danach nicht an Tiefe. Rückriem war 1978 bei der Bienale in Venedig, vier mal nahm er an einer documenta in Kassel teil. Dieser Mann ist in der Kunst unserer Zeit EIN WELTMEISTER, den Rückriem meine ich.

“ Ja . . . toll, nicht in meiner Welt. . . “ schallt es mir entgegen. Okay, sage ich, ein letztes Bild, dann höre ich auf. Vor der Neuen Nationalgalerie Berlin steht diese Arbeit:

Granit gespalten

M. aus I. fühlt sich jetzt angeblich „intellektuell unterfordert“. Ich frage ihn: Sind die, die das vor die Nationalgalerie in Berlin stellen, denn alle bekloppt???

Ich finde, ob eine Stadt sich ein Hakenkreuz aus Stacheldraht (wie Stolberg am Museum Zinkhütterhof), eine Pferdchengruppe (wie Aachen am Bahnhof) oder Stelen von Ulrich Rückriem aufstellt, das macht einen Unterschied. Was meinst du?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Es geht los: Neue Fraktion nimmt Arbeit auf

Udo Rüttgers (Pirat), Hans Jürgen Fink (UFW) und Bertram Eckert (Pirat) sind jetzt als Fraktion in der StädteRegion Aachen aktiv.

Udo Rüttgers (Pirat, links), Hans Jürgen Fink (UFW, Mitte) und Bertram Eckert (Pirat, rechts) sind jetzt als Fraktion in der StädteRegion Aachen aktiv.

Im Gebäude der StädteRegion in Aachen hat sich kürzlich eine kleine, neue Fraktion zusammengefunden und erste Vorbereitungen für die Arbeit im Städteregionstag getroffen. Es war ein erfreulich produktives Treffen, das öffentlich stattfand.

Die Kommunalwahlen hatten neulich ergeben, dass etliche Wählerinnen und Wähler im Städteregionstag gern von 2 Piraten und einem Mitglied der „Unabhängigen und Freien Wählergemeinschaft“ (UFW) vertreten werden wollen. Da wurde nicht lange gezögert und die Fraktion „Piraten/UFW“ gegründet.

Leider ist es so, dass man in einem Kommunalparlament so gut wie nichts bewirkt, wenn man nicht als Fraktion vorstellig wird. Dazu braucht man hier 3 Personen. Als Einzelkämpfer kann man eigentlich seine Zeit besser zu Hause verbringen als im Parlament. Da nun der Gesetzgeber das so misslich eingerichtet hat, muss er sich nicht wundern, wenn sich die Einzelnen zusammentun zu Fraktionen, damit ihr Engagement überhaupt einen Sinn macht.

Die Fraktion „Piraten/UFW“, das sind die Piraten Bertram Eckert und Udo Rüttgers sowie Hans Jürgen Fink von der UFW. Allerdings, ganz wichtig: Zum Team gehören noch Birgit Beckers als Sekretärin und der Pirat Maximilian Möhring als Fraktionsgeschäftsführer. Dieser hat beim ersten Treffen schon so viele konkrete Arbeitsaufträge bekommen, dass an der Ernsthaftigkeit der Arbeit nicht der geringste Zweifel bestehen kann. Dem Team stehen zwei Räume im Verwaltungsgebäude an der Aachener Zollernstraße zur Verfügung sowie diverse Medien und bei Bedarf auch noch größere Versammlungsräume. Es gibt sogar einen Etat, zum Beispiel falls man sich mittels Fachreferent mal über etwas schlau machen will.

Erstaunlich auch, wie viele Formalitäten erledigt werden müssen. Ich will jetzt nicht langweilen und alles aufzählen, aber es war so viel, dass ich zeitweise nicht mehr wusste, von was jetzt eigentlich die Rede war. Von Schlüssel für das Haus bis hin zu diversen Protokollen war alles dabei. Die relativ politik-unerfahrenen Piraten haben jetzt den Vorteil, dass ihnen reines Faktenwissen schnell zur Verfügung steht. Das zeigte sich schon bei der ersten Sitzung und wurde auch als Vorteil erkannt.

Das nächste Treffen ist wieder öffentlich und findet statt am Mittwoch, 25. Juni, um 18 Uhr im Raum 189/199. Dann geht es unter anderem um die Ernennung von „sachkundigen Bürgern“, die die Arbeit der Abgeordneten begleiten, fast so, als wären sie selbst gewählte Mitglieder des Städteregiontages.

Offenlage: Ich habe mich bisher nicht intensiv mit diesem politischen Gremium befasst. Informiert euch zusätzlich, erst mal hier über den StädteRegionstag: http://de.wikipedia.org/wiki/Städteregion_Aachen

Zur finanziellen Dimension:  Der StädteRegionstag gibt 2014 die Summe von 590 Millionen Euro aus, wofür auch immer. Er nimmt 579 Millionen Euro ein und so ist klar: Der Haushalt ist nicht ausgeglichen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar