Die einen sind willig, die anderen mit sich selbst befasst

Bleibt das  Kasino Aachen erhalten?  Wird das Eurogress schwarze Zahlen schreiben? Mit derartigen Fragen muss sich der Rat befassen.

Bleibt das Kasino Aachen erhalten? Wird das Eurogress schwarze Zahlen schreiben? Mit derartigen Fragen muss sich der Rat befassen.

Wie geht es jetzt weiter mit der Politik in Aachen? Der Rat ist nach der Kommunalwahl auf 76 Mitglieder angeschwollen. Viel zu viele für eine Stadt wie Aachen. 45 würden reichen.

Marcel Philipp (CDU) ist – wie erwartet – im ersten Anlauf wieder zum Oberbürgermeister gewählt worden. Das war ja klar. Die CDU ist in der alten Bischhofsstadt auch wieder die stärkste Fraktion, braucht aber einen Koalitionspartner.

Die 28 CDU-Ratsmitglieder können es sich aussuchen, mit wem sie regieren. Es kommen Grüne (12) und Sozialdemokraten (20) infrage. Beide sind – so kennen wir sie – sehr willig und zu allem bereit, um als Koalitionspartner von der CDU erwählt zu werden. Toll.

Die Liberalen in Aachen haben die erwartete Klatsche bekommen, sind aber immerhin noch mit drei Vertretern im Rat, einer mehr, als ich erwartet hatte. Und die Grünen machen weiterhin als altbekannte Seniorenriege in Aachen Politik: 8 von ihren 12 Ratsmitgliedern sind in den 50er Jahren geboren und bestimmt schon Großeltern.

Solche Klobrillen werden in Aachen nicht ohne die Zustimmung der Mehrheit der Ratsvertreter aufgestellt. Auf kommende Entscheidungen darf man gespannt sein.

Solche Klobrillen werden in Aachen nicht ohne die Zustimmung der Mehrheit der Ratsvertreter aufgestellt. Auf kommende Entscheidungen darf man gespannt sein.

Allerdings muss hier auch einmal angemerkt werden, dass man schon über SEHR viel Freizeit verfügen muss, um in einem Stadtrat wie dem Aachener wirklich aktiv mitzuarbeiten. Und wer in seinen 30ern und 40ern an einer Karriere bastelt und Familie hat, der schafft das nie und nimmer. Jedenfalls nicht in einer Stadt von der Größe Aachens. Doch wenn man beruflich und privat „aus dem Gröbsten raus“ ist, dann bleibt tatsächlich Zeit, sich um mehr zu kümmern als nur um die eigenen Belange. Und das ist so, obwohl jeder Arbeitgeber verpflichtet ist, seinem gewählten Angestellten die Zeit für die Ratsarbeit frei zu geben.

Traurig, aber jetzt auch nicht DIE große Katastrophe ist die Wahl eines ProNRW-Kandidaten in den Rat. Der wird noch Ärger machen. Ein Glück, dass es nur einer ist.

Müssen jetzt zwei Leute einstellen, die ihnen zuarbeiten: 3 Piraten im Stadtrat von Aachen.

Müssen jetzt zwei Leute einstellen, die ihnen zuarbeiten: 3 Piraten im Stadtrat von Aachen.

Erwartungsgemäß in den Rat gekommen sind auch die 3 Piraten. Aber, so nehme ich an, von denen wird man frühestens in einem Jahr mal wieder was hören/in der Zeitung lesen. Denn die werden zur Besetzung der beiden Jobs (Sekretär/in und Fraktionsgeschäftsführer/in) sehr viel Zeit brauchen. Vermutlich wird erst mal lange über die Anforderungen dieser Personen diskutiert. Dann wird erst ein Text für eine Ausschreibung formuliert, das dauert. Dann wird ausgeschrieben (Frist: 3 Wochen) und schließlich werden die Bewerber/innen zu Gesprächen vorgeladen.

Sodann wird ein langer, langer Entscheidungsprozess kommen . . . um nach den ersten Wochen die ausgewählte Person (jemand aus Köln oder von noch weiter weg) zu entlassen, weil nichts klappt und die ausgewählte Person sich in Aachen nicht auskennt. Oder so.

2 Piraten sind als Fraktion auch im Rat von Herzogenrath vertreten, 2 weitere bilden (zusammen mit jemand von der FWG) ebenfalls in der StädteRegion eine Fraktion.

Aber was geschehen wird, wenn noch im Juni im fernen Halle (!!!) die Partei in zwei Teile zerbricht, weiß ja auch  niemand.


schau auch hier: http://feuertinte.tumblr.com

 

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Büchel: Markthalle könnte Parkhaus ersetzen

So könnte laut Albert Sous die Markthalle aussehen, die den Platz vom Parkhaus Büchel einnehmen soll.

So könnte laut Albert Sous die Markthalle aussehen, die den Platz vom Parkhaus Büchel einnehmen soll.

Es ist eine endlose Geschichte. Und es geht und geht nicht weiter. Die Rede ist von der Neugestaltung eines Areals mitten in Aachens Innenstadt. Das marode „Parkhaus Büchel“ ist ja an Hässlichkeit kaum noch zu überbieten, und das Areal drum herum ist ebenfalls alles andere als schön.

Dazu gibt es seit mindestens 20 Jahren Überlegungen. Die Investoren und Eigentümer kamen und gingen. Und auch die zuletzt hymnisch gefeierten Vorschläge zweier Aachener Investoren scheinen nicht recht voran zu kommen. Vom Scheitern des Projekts „Bel Etage“ hat man aus der Zeitung erfahren.

Jetzt macht der Bildhauer Albert Sous einen Vorschlag, den auch einige Piraten für diskussionswürdig halten. Das konnte man auf  Twitter schon lesen.

Sous schlägt vor, eine Markthalle zu errichten. Er wirbt auf Flugblättern für seine Idee und bittet die Bürgerinnen und Bürger um eine Meinungsäußerung. Die Markthalle sieht er als „eine Antwort auf Globalisierung und Ladenketten“. Eine Markthalle steht für qualitätvollen, ursprünglichen Handel und Wandel und ist auch ein Ort der Kommunikation. Die Waren, meistens Lebensmittel, sind unmittelbarer zu erleben. Man kann oft die Produzenten antreffen und sogar nach den Waren befragen. Die Wochenmärkte auf Markt und Münsterplatz könnte man sich dann sparen.

„Frisch, lebendig, vielfältig“, so stellt sich Sous die Markthalle samt Inhalt vor. Nachmittags sollten die Händler den Raum in der Halle räumen und Platz machen für allerlei Veranstaltungen. In Außenläden könnte es Cafés, kleine Küchen oder kleine Restaurants geben, auch Geschäfte und Werkstätten.

Sous stellt sich einen offenen, lichtdurchfluteten Bau vor. Er schreibt: „Die Anlehnung an einen Basilikabau läge nahe.“ Die hohe Halle sollte den Anforderungen der Marktstände (Platz, gute Zulieferbedingungen usw) genügen. Sein Entwurf folgt traditionellen Mustern der Baukunst. „Die Bögen, konstruiert aus farblich abgesetzten Sichtbetonblöcken“, erinnern an das orientalisch anmutende Innere des Domes aus karolingischer Zeit.

Geplant ist jetzt eine Podiumsdiskussion (laut Flyer) zu dem Thema, der Termin wird hier, auf Twitter und auf Facebook noch bekannt gegeben. Und vielleicht bringen die Piraten die Idee als „Open Antrag“ in den Rat.

(Hier war mal ein Link mit Kommentaren zum Thema, der führt aber im Juli 2020 leider ins Leere.)

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Endlich: Der Wahlkampf ist vorbei, jetzt nur noch wählen

Abschlussveranstaltung von Martin Schulz (SPD) mit dem Dom im Hintergrund. Kritiker des Freihandelsabkommens TTIP waren nicht zu übersehen.

Abschlussveranstaltung von Martin Schulz (SPD) mit dem Dom im Hintergrund. Kritiker des Freihandelsabkommens TTIP waren nicht zu übersehen.

Martin Schulz (SPD) hat seinen Europawahl-Wahlkampf in Aachen beendet. Knapp 2000 Menschen kamen zum Katschhof, darunter auch etliche Kritiker des umstrittenen Freihandelsabkommens TTIP. Dieses, so wird befürchtet, werde dazu führen, dass der Lebensstandard der Menschen in Europa deutlich sinken wird. Profitieren werden einige große US-amerikanische Firmen. Genaueres weiß man nicht, denn das Abkommen wird völlig intransparent unter großer Geheimhaltung ausgehandelt. Nur so viel: Geheime Schiedsgerichte sollen den Konzernen „nicht diskriminierten“ Zugang zum europäischen Markt gewähren, andernfalls drohen Strafen.

Prima Kegelbahn  mit Hörl-Zwergen, die den rechten Arm zum Hitler-Gruß heben.

Prima Kegelbahn mit Hörl-Zwergen, die den rechten Arm zum Hitler-Gruß heben.

Schulz versprach natürlich, dass es mit ihm keine Absenkung irgendwelcher europäischer Standards geben werde. Aber wer glaubt das? Ich nicht.

Bei der morgigen Wahl des Europaparlaments rechne ich mit etwa 10 Prozent für die Nationalisten, Rechtsradikalen und Europaskeptiker. Sollten es wider Erwarten 20 Prozent sein, so ist das gesamte Parlament lahm gelegt, also handlungsunfähig.

Ohnehin ist das Parlament eine recht handzahme, ja lahme Veranstaltung. Stimmt nur ein Land gegen ein neues Gesetz, so ist alles blockiert. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen über gar nichts abstimmen, insbesondere nicht über Erweiterungen mit Mitgliedern, von denen jeder weiß, dass sie die Beitrittsbedingungen gar nicht erfüllen. Abstimmen dürfen höchstens mal die Iren über einen Verfassungsvertrag – und das gleich zweimal, bis das Votum positiv ausfällt.

Wer genau für dieses Banner verantwortlich zeichnet, ist hier nicht bekannt. AfD?

Wer genau für dieses Banner verantwortlich zeichnet, ist hier nicht bekannt. AfD?

Auf dem Katschhof in Aachen konnte Martin Schulz seine Anhänger, unter ihnen auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, phasenweise begeistern. Wohl in Anlehnung an die Erweiterungen der EU, die gelegentlich als eine Folge von Großmannssucht erscheinen, hatten einige Kritiker formuliert: „Keine Großreiche! Für niemanden!“ (s. Foto). Wer die jungen Leute waren, die das Banner durch die Menschenmenge trugen, ist mir nicht bekannt. Es stellten sich aber immer Jusos mit Flaggen vor das Banner. Ich hatte viel Mühe, es zu fotografieren.

(Update: Über die Facebook-Seite von Klarmann_Michael_Aachen kommt man an Infos über die Schulz-Kritiker. Klarmann kennt Fakten und nennt Namen.)

Schulz auf dem Katschhof, eine Ecke weiter: diese Versammlung.

Schulz auf dem Katschhof, eine Ecke weiter: diese Versammlung.

Unterdessen machten sich auf dem Markt etwa 500 junge Menschen für den Erhalt der Aachener Clubkultur stark (s. Foto). Sie machten jede Menge Krach, und hätte ich von dieser Demo nicht im Vorfeld schon Kenntnis gehabt, ich hätte wirklich nicht rausbekommen können, was der Sinn diese Versammlung sein sollte. Es gelang mir aber auch hier, ein entsprechendes Foto zu machen.

laut_45

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Von Düren aus wird in Bosnien geholfen

Marcus Seiler organisiert Hilfe für Bosnien.

Marcus Seiler organisiert Hilfe für Bosnien.

Marcus Seiler organisiert in Düren Hilfe für Bosnien. In dem Balkan-Land hat eine Flutkatastrophe unzählige Menschen in große Not und Elend gestürzt. Seltsamerweise wurde noch keine großangelegte Hilfsaktion via TV bekannt gemacht. Gleichwohl haben hierzulande Menschen das Bedürfnis zu helfen. Das ist gut. Hier ein paar Infos über das, was geschehen ist. http://www.tagesschau.de/ausland/serbien-hochwasser102.html

Seiler kennt das Land wie seine Westentasche. Er hat vor 2001 in Düren die Städtepartnerschaft Düren/Gradacac mit aufgebaut. Damals war er noch Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten  Josef Vosen (SPD). http://de.wikipedia.org/wiki/Gradacac

Seiler ist jetzt schon lange Pressesprecher des Wasserverband Eifel Rur (WVER) und ein sehr zuverlässiger und vertrauenswürdiger Mensch. http://www.wver.de/aktuelles/index.php

Wer den Flutopfern helfen will, sollte Kontakt zu Marcus Seiler aufnehmen.

Achtung update: Uwe Möcker, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Düren, hat ein Spendenkonto in Düren eingerichtet: Stichwort Hochwasser Gradačac, Spendenkonto: 1359006010, Sparkasse Düren, BLZ: 395 501 10.

 

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Ein Name ist eine sehr persönliche Angelegenheit

Es soll Leute geben, denen es völlig egal ist, ob in einem Brief/Zeitungsartikel/Dokument ihre Namen richtig oder falsch geschrieben sind. Ich kenne allerdings niemanden, der so denkt. Im Gegenteil. Journalisten lernten früher, dass man Menschen verletzt, wenn man ihre Namen falsch schreibt. Wie das kommt? Weiß ich jetzt auch nicht. Aber es ist so. 

Ein Beispiel: Das Ş wird wie "sch" ausgesprochen.

Ein Beispiel: Das Ş wird wie „sch“ ausgesprochen.

Schwierige, zum Beispiel polnische Namen, haben die Deutschen gelernt. Zum Beispiel von Leuten, die im Ruhrgebiet leben. Mir fällt als Beispiel zufällig „Birgit Rydlewski“ ein. Aber es gibt auch französische Namen, die wir zu schreiben und auszusprechen . . . tatsächlich . . . doch eines Tages . . . noch . . . gelernt haben. Puh.

Jetzt haben wir es mit türkischstämmigen Menschen zu tun. Und, das war zu erwarten, sie streben mit uns in die Räte und Parlamente. Endlich, möchte man sagen. Die türkischen Namen haben Buchstaben mit Haken drunter, und mit dem so genannten stillen „g“. Wie „Erdogan“, das g wird nicht wirklich gesprochen. Viele Sprachen kennen das stille „g“. 

Man sollte nicht verlangen, dass Menschen, deren Vorfahren aus der Türkei kommen, ihre Namen „eindeutschen“. Bedenkt: Um einen Laut wie „sch“ oder „ch“ zu produzieren, kann man auch einfach andere Zeichen benutzen als wir das tun. Dass das so schwer ist . . . hätte ich jetzt auch nicht gedacht.

Jedenfalls freue ich mich, dass die Verwaltung in Aachen das „s“ mit Haken drauf hat: Klasse. Das kann man auf dem Stimmzettel sehen, der oben abgebildet ist. Sait sein Name wurde korrekt geschrieben. Schön, wa?

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Die FDP und ihr komischer „Knaller“

Die Nervosität steigt, der Wahlkampf liegt in den letzten Zügen. Leider ist es diesmal nicht möglich, im Krönungssaal zu feiern und dabei die Wahlergebnisse aus den Bezirken nach und nach serviert zu bekommen. Das war ja immer wieder neu spannend. Die Infoveranstaltung findet am kommenden Sonntag im Eurogress statt, die Wahlparty beginnt dort um 18 Uhr. 

"Aufwaachen", das hält die FDP in Aachen für eine prima Wahlwerbe-Idee.

„Aufwaachen“, das hält die FDP in Aachen für eine prima Wahlwerbe-Idee.

Mir fallen die Plakate der FDP auf, die offenbar meinen, wir Wählerinnen und Wähler pennen hier in Aachen ohne Ende. „Aufwaachen“, steht auf den Plakaten der Liberalen, was für ein Wortwitz, welch‘ tolles Wortspiel. 😦

Es soll Leute geben bei der FDP, die diesen Slogan tatsächlich für „einen Knaller“ halten.

Die steigende Tendenz bei der Briefwahl hat sich fortgesetzt. Bis heute früh, 22. Mai, „lagen bereits mehr als 30.100 Briefwahlanträge zur Kommunalwahl beim Wahlamt vor“, so teilt das Presseamt mit. Bei der letzten Kommunalwahl 2009 hatten in Aachen insgesamt 29.061 Menschen per Briefwahl abgestimmt.

Ich finde eine demokratische Wahl immer noch eine der tollsten Aktionen, die es gibt. Besonders, wenn der Ausgang offen ist. In Aachen wissen wir nicht, ob jetzt CDU und Grüne die Mehrheit haben, oder ob es auch für SPD und Grüne reicht? Ob die FDP dem Untergang geweiht ist, und ob die Piraten endlich mal in Fraktionsstärke auftreten können werden?

Falls übrigens Marcel Philipp (CDU) wider Erwarten am Sonntag nicht auf 50 Prozent kommt, gibt es eine Stichwahl. Die findet am 15. Juni statt. Dann gibt es noch mal eine Wahlparty, und zwar in der Aula Carolina, wo die Akustik einem einen längeren Aufenthalt unmöglich macht. Der Krönungssaal steht übrigens wegen der Vorbereitungen zur Karlspreisverleihung am Donnerstag, Christi Himmelfahrt, 29. Mai, für die Wahlinfo-Veranstaltung nicht zur Verfügung.

Rat und Oberbürgermeister werden Sonntag ausnahmsweise  für sechs Jahre gewählt. Bis 31. Oktober 2020 werden wir also keine Kommunalwahl mehr haben. Danach wird wieder für fünf Jahre gewählt. Warum das so ist? Unwichtig und zu kompliziert. 

Das Europaparlament wählen wir für fünf Jahre. Es hat 751 Abgeordnete, davon kommen 96 aus Deutschland. Aber das könnt ihr alles selbst bei Wikipedia nachschauen. 

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Klärschlamm, Gold und die Russen werden provoziert

Jetzt also Klärschlamm. In dem Bemühen, die viel zu groß konzipierte Müllverbrennungsanlage in Weisweiler einigermaßen auszulasten, soll jetzt Klärschlamm den fehlenden Müll ersetzen. 

Warum nur musste die Anlage von Anfang an so überdimensioniert sein? Es war doch klar, dass die Müllvermeidung  fortschreiten würde. Und dass eine Anlage mit drei Öfen viel zu groß sein würde und nur mit hohen Müllgebühren zu finanzieren war.
Damals wurde gesagt: Wenn wir nicht genug Müll haben, schalten wir von den drei Öfen einfach einen ab. Heute ist vom Abschalten keine Rede. Die Anlage muss schließlich rentabel arbeiten. Vielmehr sucht die MVA-Geschäftsführung Müll, wo immer er sich verstecken könnte.
Für den Klärschlamm müsste die Anlage noch mal umgebaut werden. Aber warum nicht? Die Kosten werden doch über die Gebühren wieder reingeholt.
„Wo andere Abfall sehen, das seh ich Gold“, hieß es jüngst in einem „Tatort“. Ich fand das ein gutes, ein passendes Bild.  Eine Müllverbrennungsanlage kann eine Goldgrube sein. Also nicht für die, die sie über ihre Gebühren finanzieren müssen, sondern für andere.
*
Das Theater Aachen hat das Programm für die neue Spielzeit vorgestellt. Ein Highlight: Wir werden im September die „West Side Story“, das Musical von Leonard Bernstein, erleben können. Das wird bestimmt schön. Unterdessen stehen jetzt zwei Hunde auf dem Dach vom Ludwig Forum. Tja, das werden wir uns diese Woche mal ansehen.
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Heiligtumsfahrt, Karlsjahr und Fußball-Weltmeisterschaft: Das passt alles drei gleichzeitig nicht in die kleine Innenstadt rein. So muss natürlich die Fußballfan-Gemeinde (und nicht etwa die Heiligtumsfahrer-Szene) auf das beliebte Public Viewing verzichten. Und  auch auf dem Tivoli wird es kein Rudelgucken geben. Das Stadion ist dafür nicht geeignet. Mehr wie doof.
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Beim Karlspreis (an den EU-Ratspräsidenten) werden wir uns damit abfinden müssen, dass die Premierminister von Moldawien, Georgien und der Ukraine zugegen sein werden. Und zumindest der umstrittene Regierungschef (der Übergangsregierung) aus der Ukraine wird eine Rede halten, was ein klares Signal gegen Russland ist. Ist ja derzeit auch angebracht, dass wir hier von Aachen aus den Russen mal ordentlich in die Eier treten. Das sorgt bestimmt für mehr Frieden auf der Welt, nicht wahr?
*
Via Twitter bin ich jetzt auf http://www.unserAC.de aufmerksam geworden. Das  ist ein Portal zum Vernetzen und Einmischen, Engagieren und Informieren. Unbedingt mal anschauen. Bürgerinnen und Bürger sollen zusammen Probleme lösen. Das könnte klappen. Es wird auch dargestellt, was Politik und Verwaltung so alles planen.
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Stimmen für die Europawahl werden zuerst ausgezählt

Der Ratssaal im Aachener Rathaus. Wer hier nach dem 25. Mai Platz nehmen kann, das ist noch völlig unklar. Die Ratsvertrezer sitzen hier sehr eng, viel zu eng.

Der Ratssaal im Aachener Rathaus. Wer hier nach dem 25. Mai Platz nehmen wird, das ist noch offen. Die Ratsdamen und -herren sitzen hier sehr eng, viel zu eng. Extrem wenig Platz ist für Zuschauer vorhanden.

Hier noch einige Angaben zu den kommenden Wahlen – Kommunalwahl und Europawahl am 25. Mai. Was nicht alle wissen: Bei der Kommunalwahl dürfen die 16- und 17-Jährigen wählen. In dieser Altersgruppe ist die Wahlbeteiligung zwar immer gering. Es ist jedoch trotzdem richtig, das Wahlalter so niedrig anzusetzen. So fühlen sich die Jugendlichen, die  bereits politisch interessiert sind, ernst genommen. 

195.000 Aachenerinnen und Aachener sind wahlberechtigt bei der Kommunalwahl. Bei der Europawahl sind es nur 180.000 Personen. Rund 1800 Wahlhelfer werden gebraucht, und die werden am Wahlabend zuerst die Stimmzettel für die Europawahl auszählen, so war im Wahlamt zu erfahren. Als zweites werden die Stimmzettel für die Oberbürgermeisterwahl ausgezählt, danach alle anderen. Der Wahlabend wird auf jeden Fall lang, sehr lang. Und zumindest in Aachen spannend. Es wird in Wort und Bild berichtet.

Die Oberbürgermeister-Kandidaten sind:

Marcel Philipp (CDU). Er war 2009 mit einem Ergebnis von 43,31 Prozent Sieger der Wahl.

Björn Jansen (SPD). Er wollte erst, dann lieber nicht, dann wollte er doch antreten, oder war es umgekehrt? 2009 trat Karl Schultheiß für die SPD in Aachen an und schlug sich ziemlich gut.

Gisela Nacken (Grüne). Sie hat schon viele Jahre einen leitenden Posten in der Stadtverwaltung inne. Als Baudezernentin werden ihr viele Pannen angelastet, einiges wahrscheinlich auch zu Unrecht. Kübel von Spott und Ärger ergossen sich via Leserbriefen über sie, als die Grünen ihre Kandidatur bekanntgaben.

Weitere Kandidaten: Wilhelm Helg (FDP). Leo Deumens (Die Linke). Marc Salgert (Piraten). Horst Schnitzler (Unabhängige Wählergemeinschaft). Hans-Dieter Schaffrath (Freie Wählergemeinschaft).

Die Kandidaten der kleinen Parteien machen sich nicht wirklich Hoffnung auf den Oberbürgermeister-Posten. Sie treten nur an, um in Diskussionsveranstaltungen und in der Presse für die politischen Ziele ihrer Partei werben zu können. Ohne OB-Kandidat hat man hierzulande schlechte Chancen, seine Partei einem größeren Publikum vorzustellen.

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Vier Stierköpfe im Krönungssaal, plus zwölf Mädchenköpfe

Heute im Krönungssaal des Aachener Rathauses: Keine Bange, es wird nicht auf die Kunst gezielt, sondern auf eine Taube, die sich in den Saal verirrt hatte und ihn nicht mehr verlassen wollte.
Heute im Krönungssaal des Aachener Rathauses: Keine Bange, es wird nicht auf die Kunst gezielt, sondern auf eine Taube, die sich in den Saal verirrt hatte und ihn nicht mehr verlassen wollte.

Nicht nur im Foyer des Rathauses ist neue Kunst eingezogen. Auch im Krönungssaal hängen jetzt vier große Bilder, eher Tafeln, die dort vorher nicht zu sehen waren. Nun hat Aachen bestimmt größere Probleme zu diskutieren als die Frage: Welcher Künstler darf im Rathaus ausstellen?

Aber man hat sich entschieden. Aktuell für Emil Ciocoiu (im Foyer) und für vier Arbeiten von Eric Peters (im Krönungssaal). Mit Eric Peters und seiner Kunst habe ich mich – ehrlich gesagt – bisher erst einmal beschäftigt. Das war im

Dezember 1986, als er an einem 100 Meter langen und acht Meter hohen Bild mitgearbeitet hat. Zusammen mit Herbert Bardenheuer und Wolfgang Kupczyk.

Eins von vier Werken von Eric Peters, die jetzt den Krönungssaal schmücken.

Eins von vier Werken von Eric Peters, die jetzt den Krönungssaal schmücken.

Das Riesenopus schmückte damals eine Wand des Aachener Bushofs (von innen). Es war nicht besonders lange zu sehen, wurde später einfach übermalt. Schon damals wurde Dr. Wolfgang Becker (da noch Leiter der Neuen Galerie) mit der Aussage zitiert, der Bushof sei „das hässlichste Gebäude der Stadt“.

Jetzt hängt Eric Peters (bis zum 30. Mai) mit vier Arbeiten im Krönungssaal. Thema ist die Sage von Europa und ihrer Entführung durch Zeus, der dazu die Gestalt eines Stieres annahm. Man sieht vier unterschiedliche, dicke Stierköpfe, und darüber jeweils drei Mädchenköpfe schweben. Auf einem Bild sieht das Mädchen mit seinen dicken Zöpfen aus wie die ukrainische Politikerin Timoschenko. Auffallend: Alle Köpfe ruhen auf vormodern anmutenden Kragen. Was das alles bedeutet, weiß ich noch nicht.

Im Krönungssaal herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Besuchergruppen mit und ohne Führung strömen ins Rathaus, es geht zu wie in einem Taubenschlag. Es ist schön zu sehen, dass so viele Menschen die Schönheit und Weite dieses einmaligen Saales erleben wollen und bestaunen.

Blick in den Krönungssaal.

Blick in den Krönungssaal.

Aber von wegen Taubenschlag: In den Saal war aus Versehen eine Taube geflogen. Und die musste nun irgendwie rausgedrängt werden. Jedenfalls sollte sie verständlicherweise die Kunst nicht mit ihrem Kot bekleckern. Auf dem Foto (oben) ist zu sehen, mit welcher „Waffe“ (Schleuder) das Tier zum Verlassen der Örtlichkeit bewegt werden sollte.

Am 29. Mai wird im Krönungssaal der Karlspreis verliehen. Schon jetzt hat man mit dem Aufbau der Bühne begonnen (Foto).

Ergänzend für alle, die sich für die Kunst von Eric Peters interessieren:

http://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Peters

http://www.eric-peters.com/werke.htm

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/europa-serie-des-aachener-malers-eric-peters-im-kroenungssaal-1.818517

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25. Mai: Bis dahin muss man mit dem Wählen nicht warten

Ein Stimmzettel für die Europawahl, ganz schön voll.

Ein Stimmzettel für die Europawahl, ganz schön voll.

Am Wahltag werdet ihr euch in der engen Wahlkabine mit 6 Stimmzetteln rumschlagen müssen. Das könnte unbequem werden. Allein der Stimmzettel für die Europa-Wahl ist 74 Zentimeter lang, von 24 Parteien darf nur eine angekreuzt werden.

Die Wahlkabinen sind – wie erwähnt – etwas eng, die Wahllokale sind auch nicht besonders gemütlich, mit langen Warteschlangen muss gerechnet werden, und man hat vielleicht an dem Tag schon was anderes vor. Warum also nicht in diesen Tagen ins Wahlamt gehen und dort viel gemütlicher wählen. Das ist möglich, Personalausweis nicht vergessen.

Das Wahlamt ist in der Peterstraße 17 (im Gebäudes des Bushof). Dort bekommt man – falls gewünscht –   auch die Stimmzettel mit allem Drum und Dran mit nach Hause. Für die Briefwahl. Und zu Hause kann man sich dann richtig viel Zeit nehmen.

Jüngster Kandidat ist laut Stimmzettel in Aachen – na wer wohl ??? Ein Pirat, der 1994 das Licht der Welt erblickte.

Der älteste Kandidat ist ein Rentner, 1945 geboren, der für die FWG (Freie Wähler Gemeinschaft, das ist die Partei von H.-D. Schaffrath) ins Rennen geht.

Europawahl-Stimmzettel mit den ersten 8 Parteien, 24 sind es insgesamt.

Europawahl-Stimmzettel mit den ersten 8 Parteien, 24 sind es insgesamt.

Zu den Ältesten gehören übrigens typischerweise die Grünen. Seit 30 Jahren (oder doch erst seit 25 ?) immer dieselben Leute: die Eheleute Reiner Priggen und Gisela Nacken, Michael Rau, Hilde Scheidt, Helga Gaube, Achim Ferrari, Elisabeth Paul . . . stehen 2014 – und bestimmt beim nächsten Mal wieder – auf den Stimmzetteln. Wobei ich nicht bestreiten will, dass sie für Aachen ganz neue Ideen haben und genau wissen, wie und warum das Internet unser aller Leben komplett revolutioniert hat. 😉

Wie auch immer: Es wäre schön, wenn viele Menschen wählen gehen. Sei es nun zu Hause per Briefwahl, im Wahlamt oder am 25. Mai. Und dann bitte merken: Immer nur eine Bewerberin oder einen Bewerber ankreuzen, „ansonsten ist Ihre Stimme ungültig“.

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