Neue Brücke als Zugang zum Westbahnhof

Gestern im Finanzausschuss der Stadt Aachen haben Vertreter der Stadtverwaltung ein Projekt vorgestellt: Der Westbahnhof soll einen barrierefreien Zugang zu den Bahngleisen erhalten.
Der Zugang zum Westbahnhof soll über eine neue Fußgängerbrücke ermöglicht werden, die – einem ersten Entwurf zufolge – von der Professor-Pirlet-Straße bis zum Republikplatz führen könnte. Die Politiker, die im Rat der Stadt für die Finanzen zuständig sind, haben gestern die Vorschläge der  Stadtverwaltung angehört und für gut befunden. Das wurde bei einer Abstimmung klar. Entscheiden muss letztlich der Rat, aber die positive Beurteilung durch den Finanzausschuss bedeutet, dass die Brücke höchstwahrscheinlich (!) gebaut wird. Warum auch nicht?
Ersten Schätzungen zufolge, so wurde mitgeteilt, liegen die Kosten in einer Größenordnung von rund 6,5 Millionen Euro.
Hoffentlich ergibt sich keine Verdopplung der geschätzten Kosten – wie bei dem Hubschrauber-Landeplatz vor dem Klinikum. Der Landeplatz sollte eigentlich 6,2 Millionen kosten, derzeit ist man bei 10, 4 Millionen Euro. Ein mit mir befreundeter Bauingenieur ließ mich wissen, die Bausumme werde geschätzt. Die Richtwerte seien da sehr geduldig. Ein „baubefasster“ Auftraggeber „sollte in der Lage sein, die Schätzung auf Realitätsbezogenheit zu prüfen“. Warten wir es ab.
Das Presseamt der Stadt Aachen teilte noch mit: „Derzeit wird der Westbahnhof von rund 5000 Ein- und Aussteigern täglich genutzt. Es ist davon auszugehen, dass diese Zahlen im Zuge der weiteren Entwicklung der RWTH Aachen im Bereich der Hochschulerweiterungsgebiete (Campus Melaten und Campus West) deutlich ansteigen werden.“

Und weiter heißt es: „In der zweiten Jahreshälfte ist ein Städtebau- und Architekturwettbewerb geplant, in dem sowohl ingenieurtechnische Fragen der Brückenkonstruktion als auch Fragen der Einbindung in das Umfeld bearbeitet werden sollen.“

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Jetzt in vielen Schaufenstern präsent: Kaiser Karl.

Einen Tag nach Ende der Ausstellung tauchen sie in den Schaufenstern bestimmter Geschäfte auf: die Minikarls von Künstler Ottmar Hörl.

Einen Tag nach Ende der Ausstellung tauchen sie in den Schaufenstern bestimmter Geschäfte auf: die Minikarls von Künstler Ottmar Hörl.

 

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25. Mai: Was vor der Wahl zu bedenken ist

BildEs wird ernst. Die Wahlbenachrichtigung liegt im Briefkasten, die Stadt wird zunehmend zugepflastert mit Wahlplakaten, morgen kommt sogar Angela Merkel nach Aachen auf den Katschhof, und ich frage mich: Was wähle ich denn dieses Mal? 

In Aachen haben wir die Wahl zwischen sage und schreibe 12 Parteien. Das sind CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke, Piraten, UWG, FWG, die Europäische Liste Aachen ELA, Pro NRW, Die Partei und AfD.

Von denen können nur acht, nämlich CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke, Piraten, UWG und FWG jeder etwas für Aachen bewirken. Die anderen würden – meiner Meinung nach – im Rat nur den Betrieb aufhalten. Jede der Acht aber kann etwas Gutes für Aachen bewirken, du musst nur herausfinden, was dir genau für Aachen im Moment am wichtigsten ist.

Beispiele: Förderung der Wirtschaft und des Handels, keine Gewerbesteuer-Erhöhungen (etwa zur Reparatur von Straßen und Schulen) – davon kann man sich was erhoffen und FDP wählen.

Wenn man Leute im Rat haben möchte, die das Internet verstanden haben, dann kann man die Piraten wählen. Zumal wenn man von altgedienten Kommunalpolitikern jenseits der 60 nichts Innovatives erwartet.

Wenn einem aber die Energiewende das Allerwichtigste ist auf der Welt, dann müssen es in Gottes Namen die Grünen sein, bei denen man seine Kreuzchen macht. Und wer schließlich die CDU in Aachen für eine moderne Partei hält (das soll es geben), der ist auf dem Stimmzettel bei denen richtig. usw. usw. usw.

Was hier gesagt werden soll: Ein Minimum an Information kann bei einer Kommunalwahl nicht schaden. Und es schadet insbesondere nicht, wenn man weiß, was (sich) die Parteien-Vertreter in der Vergangenheit alles geleistet haben.

Da fällt einem vielleicht auf, dass eine Ökopartei immer schnell bei der Hand war, wenn es ums Abholzen von Bäumen geht. Um saubere Energie zu produzieren, wollen sie andere Umweltfrevel begehen, also Bäume fällen und  Talsperren zu Industrieanlagen umwandeln. Da fällt einem ferner auf, dass die Partei mit dem C im Namen sich in den letzten Monaten nur noch höchst unchristlich selbst beharkt hat auf Teufel komm raus.

Interessant ist folgendes: Was wollen die Parteimitglieder eigentlich? Ein Aachen, wo die Busse nicht zu voll sind und pünktlich fahren und wo der Müll ordentlich abgeholt wird und auch sonst im Kleinklein alles rundläuft? Geben sie sich damit zufrieden?

Oder wollen sie mehr, nämlich dass Aachen sich mit glanzvollen Projekten aus der Masse der anderen Städte heraushebt und auf sich aufmerksam macht. So wie das einstmals rückständige Maastricht, heute weltweit bekannt, weil das MECC gebaut wurde und dort eine EU-Konferenz stattfand, die die „Maastrichter Verträge“ aushandelte.

Viele haben sicher nicht die Zeit, sich in all den Fragen kundig zu machen.

Vor Wahlen hilft ein Blick in die Tageszeitungen. Da (in den „AN“) knöpft man sich zur Zeit das Arbeitsprogramm von CDU/Grünen von 2009 vor und schaut, was denn wirklich umgesetzt wurde. In manchen Bereichen (Kinder, Schulen) sieht es gut aus, in anderen (Sport) blieb es bei Versprechen. Überschrift am Freitag, 25. April, in den „Nachrichten“: „Viel angekündigt, nur wenig umgesetzt“. Das sagt ja wohl genug.

Update: Am 5. Mai steht da: „Große Baustellen für die ganz Kleinen“, und tatsächlich wurde in  Kindertagesstätten viel Geld investiert.

 

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Schade: Abschied von den kleinen Karls

Die letzten Flyer sind schnell weggegangen, bald wird der Katschhof wieder leer sein.

Die letzten Flyer sind schnell weggegangen, bald wird der Katschhof wieder leer sein.

Nach nur zwei Wochen ist die Open-air-Ausstellung „Mein Karl 2014“ beendet. Morgen, 28. April, werden die Karls-Plastiken weggeräumt. Nach einer wirklich sehr kurzen Zeit . . . für eine derartig aufwendige Ausstellung, die auf so viel Interesse gestoßen ist.
Normalerweise ist da eine kleine Verlängerung fällig. Aber die ist wohl deshalb nicht drin: Der Katschhof muss frei sein, weil am 30. April die Bundeskanzlerin dort Werbung für die CDU machen wird. Die Kommunalwahl und die Europawahl sind wichtiger. Also weg mit der Kunst.
Das ist schade, aber es konnte auch niemand vorausahnen, dass die Minikarls so gut ankommen würden. Die kleine Schar derjenigen, die die Karlsplastiken geschmacklos oder bescheuert fanden, hat sich in ein paar Leserbriefen geäußert und das wars. Dabei ist in Aachen die Gruppe derjenigen, die die Karlsverehrung für übertrieben, für ohne Maß und ohne Ziel halten, gar nicht so klein.

Ein "Karl der Große" über den man lachen kann.

„Karl der Große“ einmal so, dass man über ihn lachen kann.

Doch was der Künstler und Professor Ottmar Hörl aufbauen ließ, hat ironische und Karl gegenüber despektierliche Aspekte: Den „Heiligen“ in Plastik, zurückgestutzt auf 110 Zentimeter, dazu wie ein billiges Spielzeug vervielfältigt und im Freien zu präsentieren . . . Das hat mir gut gefallen.

Karl der Große war ein besonders grausamer Mann, er hat 35 Jahre gegen seine Nachbarn Krieg geführt und seine Gegner ungewöhnlich brutal gedemütigt. Er war niemals barmherzig, und das Gute, das er zum Ende seines Lebens tat, tat er einzig aus Angst. Aus purer Angst  vor der Strafe im Jenseits. Das Jüngste Gericht war damals eine Tatsache, ein Fakt, an dem niemand zweifelte.
Karl hat viele Menschen eigenhändig umgebracht, rasend vor Mordlust. 4500 Menschen (im heutigen Niedersachsen?) mussten sterben, einfach nur, weil sie den Glauben ihrer Väter und Vorväter nicht ablegen wollten. Karl hat sich massenhaft an den Heiligtümern seiner Feinde vergriffen. Der soll uns ein Vorbild sein? Karl sollte wirklich eher „Karl der Schreckliche“ heißen, wie es jetzt in Aachen eine „Bürgerinitiative gegen die Karlsverehrung“ vorschlägt.

 Gnade und Barmherzigkeit, das sind Tugenden auf die man, selbst wenn man dem Christentum nicht viel abgewinnt, immer noch mit Freude schauen kann. Gnade und Barmherzigkeit kannte Karl schon nicht, als er seinen Bruder und später seine beiden Neffen umbringen ließ. Wiewohl diese Verbrechen nicht wirklich belegt sind, jedoch diese Personen spurlos verschwunden sind.
Das Ausrotten der Andersgläubigen, dafür ist der Franke Karl ein Vorbild.

Sehenswert:

 

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25. Mai: Aachen wählt einen neuen Stadtrat

Wahlurnen warten auf Stimmen

Wahlurnen warten auf Stimmen

„Wie wird denn wohl die Wahl ausgehen?“ fragen mich Leute, und ich muss sagen: Bei der Kommunalwahl im Mai ist alles möglich, es ist alles drin.

Ja, die Kommunalwahl, die 2009 knapp die Hälfte aller Aachener Wahlberechtigten gar nicht interessierte. Über 87.000 Aachenerinnen und Aachener gingen 2009 nicht an die Urnen, so wurde damals mitgeteilt. Diesen Leuten ist entweder alles egal. Oder sie vertrauen den Politisch-Interessierten, dass „die das schon machen werden“.

Das Ergebnis von 2009 (74 Gewählte sind im Rat, hinzu kommt außerdem die  Stimme des Oberbürgermeisters, der am 25. Mai im ersten Wahlgang ziemlich sicher wiedergewählt wird):

CDU: 28 Sitze.

SPD: 20 Sitze.

Grüne: 14 Sitze.

FDP: 6 Sitze.

Linke: 3 Sitze.

Piraten: 1 Sitz.

UWG: 1 Sitz.

FWG: 1 Sitz.

Alle die Kleinen werden Sitze bekommen: FDP, Linke, UWG, FWG, Piraten, AfD und Pro Aachen, dazu ELA und Die Partei – alle zusammen 19 oder 20 Sitze,  nehme ich mal an. Das macht es schwierig, bei Abstimmungen das Ergebnis vorauszusehen. Da werden lange und umständliche Verhandlungen nötig, um für Projekte die nötige Mehrheit zusammenzubekommen. Ein Rat mit 12 Parteien, das macht das Regieren schwierig.

Doch wer wird mit wem die (höchstwahrscheinlich hauchdünne) Mehrheit bilden?

Ich vermute ja, dass es in Aachen zu einer Neuauflage von Schwarz-Grün kommt. Man muss im Wahlkampf, der erst nach den Osterferien so richtig losgeht, genau hinhören. Dann sollten alle Parteien befragt werden, zu welcher anderen Partei sie eine gewisse Nähe sehen und mit wem sie eine Koalition bilden werden. Und was sie genau für mehr Bürgerbeteiligung tun werden.

Kommen wir zu den Fragen, die uns beschäftigen:

1. Wie gedenken die Volksvertreter in den nächsten fünf Jahren die Innenstadt und die ganze Region vor den schädlichen Einflüssen der neuen Riesen-Mall am Kaiserplatz zu schützen?

2. Wie sollen die Unternehmen und die Einzelhändler gefördert werden, wie die Hochschulbauten (Campus) in die Stadt integriert werden?

3. Was wird getan, um mehr preiswerten Wohnraum zu schaffen? Wird die „Bürgerinitiative Richterlicher Dell“ ihre 7900 Unterschriften (in 6 Wochen) für ihr Bürgerbegehren zusammenbekommen und das neue Wohnviertel für 3000 Menschen verhindern können?

4. Wird die etablierte Kultur (Theater, Museen) weiter so gefördert werden wie bisher? Muss nicht allein wegen des neuen Stadtmuseums am Katschhof (Centre Charlemagne) der Kulturetat neu geordnet werden?

5. Wird der Runde Tisch gegen Nazis weiter so beherzt agieren, wenn wieder Ultrarechte Schagzeilen machen wollen?

6. Wird Aachen mit dem Eurogress und einer eventuellen neuen Kongresshalle endlich mal schwarze Zahlen schreiben können?

7. Wird es gelingen, Hotels zu errichten? Wird der Tourismus angekurbelt, werden mittels preiswerten Fernbussen auch massenhaft weniger Gutbetuchte nach Aachen kommen können?

8. Welche Kommunalpolitiker sind in der Lage, von Maastricht zu lernen, sich dort allerhand abzuschauen, was Stadtentwicklung und was nicht zuletzt auch Förderung der Szene-Kultur betrifft? Wird überhaupt mehr auf die Belange der unter 30-Jährigen eingegangen? Wird es beispielsweise eine Mountainbike-Strecke im Aachener Süden geben?

9. Wird der Flugplatz Merzbrück ausgebaut, was anscheinend alle hiesigen Politiker wollen und was aber die Anwohner gar nicht wollen?

10. Wird man in den kommenden Jahren weiter (wie 2014 auch) zu all den alten Schulden noch 37 Millionen Euro neue Schulden machen? Wo doch bekanntlich 80 zusätzliche Erzieherinnen und 36 zusätzliche Feuerwehrleute eingestellt werden müssen, weil Düsseldorf/Berlin das so vorschreiben?

Bei Punkt 10 höre ich mal auf, obwohl auch noch andere Fragen auf den Nägeln brennen. Fliegt uns demnächst ein belgisches Uralt-Kernkraftwerk um die Ohren? Werden wir wegen Unmengen von Feinstaub in der Luft krank?

Schließlich muss die Stadt Aachen als Teil der Städteregion gesehen werden. Aber zur Städteregion schreibe ich demnächst ebenfalls ein Textchen.

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Kunst auf dem Katschhof: Da fehlt doch einer

Sagenhaft: Nur einen Tag standen die Karlchen auf dem Katschhof, da waren schon Diebe zur Stelle. Nachts natürlich. Also Sonntag, 13. April, in aller Herrgottsfrühe, wie die Polizei mitteilt. Ein roter Karl ist weg, ein goldfarbener wurde wiedergefunden.

Nahmen die Diebe die Plastiken, weil sie sie bescheuert finden und das Kunstwerk beschädigen wollten? Oder nahmen sie die Karlchen, weil sie ihren Wert erkannt haben und sie auf dem Schwarzmarkt verkaufen wollten? Oder weil sie einfach selbst einen Karl ihr Eigen nennen wollten, aber das nötige Geld zum Kauf nicht haben?

„Wenn Sie keine 350 verkaufen, werden Sie wieder ausgeladen“, hatte man anfangs von Seiten der Stadt dem Künstler gesagt. Er ging das Risiko ein, und alles wunderte sich, als dann ausgerechnet in Aachen eine Art Run auf die Kunst einsetzte und 700 Kaiser-Plastiken weggingen. Und eine Nachfrage ist immer noch vorhanden.

350 Euro kostet so ein roter Kaiser, 700 einer in Gold, handsigniert und nummeriert. Hauptsache: Die finanziell klamme Stadt zahlt ansonsten nichts, kommt vielmehr kostenlos an jede Menge gute Publicity.

Derweil regen sich andere über einen Plastik-Gartenzwerg (ebenfalls von Ottmar Hörl) auf, der im Projektbüro im Haus Löwenstein steht und den Hitlergruß zeigt. Ein Vorgarten-Wichtel, der Inbegriff deutscher Spießigkeit . . .  und dieser alberne Gruß, das passt. Verlangt wird indessen, dass der Staatsanwalt ermitteln und der Oberbürgermeister sich äußern möge.

Resümee: Mit der Hörl-Kunst kriegen wir noch Spaß.

Für alle, die sich gern Videos anschauen:  http://youtu.be/-L2kd4L-llc

Bild

Hier stand ein Karl und blickte verträumt in Richtung Dom. Diebe schafften ihn nachts weg.

 

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Karl der Kleine. Zwischen Dom und Rathaus.

Vernissage auf dem Katschhof

Vernissage auf dem Katschhof

Mit Humor, Hintersinn, Ironie und auch mit Respekt hat sich der Künstler Ottmar Hörl einer Aachener Ikone genähert – dem in der Kaiserstadt bis zum Exzess verehrten Kaiser Karl. Hörl hat „den Großen“ in Kunststoff auf den Katschhof gestellt, in fast 500-facher Ausführung und 110 Zentimeter groß. Die eindrucksvolle Installation „Mein Karl 2014“ wurde am heutigen Samstag eröffnet.
Das erlebt man selten: Am Tag der Vernissage sind schon restlos alle Kunstwerke verkauft. Die Präsentation haben nämlich die Aachener Bürgerinnen und Bürger und einige Auswärtige finanziert, indem sie im Vorhinein Plastiken kauften.  So kommt die Stadt Aachen groß raus, ohne dass ihr besondere Kosten entstehen. Bilder vom vollgestellten Platz zwischen Dom und Rathaus finden sich seit Tagen im Internet und heute sogar in New Yorker Zeitungen. Die Plastiken dürfen sich die Eigentümer ab dem 27. April in ihre Läden, Wohnzimmer, Büros und Gärten stellen.
Ottmar Hörl bei seiner Ansprache

Professor Ottmar Hörl bei seiner Ansprache

So wie in den kommenden 14 Tagen wird man den Katschhof wohl nie mehr erleben. Ein Besuch lohnt sich. In Reih und Glied stehen die Karls-Plastiken, in kaiserlichem Purpurrot und in Gold, auf einer Dachlatten-Struktur befestigt.

Reihungen und Serien sind auch das Thema des Konzeptkünstlers, der bei der Eröffnung persönlich das Wort an das Publikum richtete. Einen solchen Run auf seine Kunst wie in Aachen „habe ich in über 20 Jahren noch nicht erlebt“, sagte er.

Darf man den Kaiser verniedlichen? Darf man sich über seine Einzigartigkeit lustig machen und ihn wie ein Wegwerfprodukt in Plastik vervielfältigen? „Darf man alles“, meinte Oberbürgermeister Marcel Philipp. Im Karlsjahr, also genau 1200 Jahre nach Karls Tod, nähere man sich eben auf vielfältige Weise der Person und ihrem Erbe.
Dr. Jutta Bacher, Leiterin der städtischen Marketingabteilung, hatte die Idee, Öttmar Hörl einzuladen. Tourismuschef Werner Schlösser übernahm die Organisation. Die wohl 300 bis 400  Aachener, die bei der Eröffnung dabei waren hatten ihren Spaß. Gegner der Aktion soll es geben, sie machten aber bis jetzt noch nirgendwo auf sich aufmerksam.
Wer Fragen hat oder weitere Kunstwerke des Professors für Bildende Kunst sehen möchte, kann das im eigens eingerichteten Projektbüro (Haus Löwenstein, Markt 39) tun. Dort gibt es auch Info-Broschüren.

Link zu Ottmar Hörl auf Wikipedia

Link zu Konzeptkunst auf Wikipedia

Link zum Aufsatz von Walter Benjamin auf Wikipedia

Homepage von Ottmar Hörl

 

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Aachen bekommt ein Kronprinzen Quartier

Kronprinzen Quartier

Kronprinzen Quartier

Wer 12 Jahre in Aachen nur übernachtet hat und sonst immer woanders war, der hat einen Vorteil: Er kann sich die Stadt neu ansehen und wird an jeder Ecke überrascht. Na ja, so wahnsinnig viel hat sich auch nicht verändert.

Als ich aber vor etwa 14 Tagen in der Beverstraße war, da wunderte ich mich doch. „Huch, wo ist denn das Finanzamt hin?“
Tja, schöne Pleite, das wurde schon 2006 abgerissen. Voll verpennt, den Vorgang. Beide Tageszeitungen hatten natürlich umfassend berichtet.

Dieses Finanzamt war ein Riesenkasten mit Tiefgarage, das Grundstück liegt direkt am Bahnhof Rothe Erde. Die Trierer Straße ist nah, gleichzeitig ist man schnell im Grünen.

Derzeit wird es auf dem Grundstück spannend. Dort wird nämlich eine Wohnanlage errichtet, knapp 200 Wohnungen, 20 Prozent davon sehr preiswert, angeblich. Und aus dem „Finanzamt Beverstraße“ wird das „Kronprinzen Quartier“. Neuer Name, neues Glück.

Die Frage, ob das Konzept aufgeht, ist aber noch nicht entschieden. Wird das Quartier eher zur Trierer Straße gehören, oder den Spirit vom Frankenberger Viertel atmen, an dessen Ende es liegt? Immerhin investiert eine Aachener Unternehmensgruppe, ein paar Einzelheiten stehen auf einer großen Hinweistafel auf der Baustelle.

Und das Finanzamt Aachen-Land, das ist an der Krefelder Straße. Das hatte ich dann doch schon längst mitbekommen.

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Karl der Große, jetzt die volle Dröhnung

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Eine Aktion, die einen den Katschhof neu erleben lässt, geht gerade in Aachen über die Bühne: Der Professor und Konzeptkünstler Ottmar Hörl stellt auf dem Platz zwischen Dom und Rathaus über 500 Kaiser-Karl-Figuren aus. Jede ist nur 110 Zentimeter groß und aus billigem, roten und goldfarbenem  Plastik.

Die Vorbereitungen fanden schon unter großem Publikumsinteresse statt. Hobby-Fotografen klickten,  was das Zeug hielt, und Kinder aus der Domsingschule hatten ihren Spaß mit den Figuren. Die Kaiser stehen in Reih und Glied, jeder schaut in eine andere Richtung. Während nun die üblichen Skeptiker von einer Werbeveranstaltung sprechen, deren Requisiten am besten unverzüglich auf dem Sperrmüll landen würden, freuen sich andere. Endlich wird dieser in Aachen allgegenwärtige Kaiser auf ein Minimaß reduziert. Und nicht Bronze, Gold und Silber sondern eben Plastik ist jetzt das ihm beigemessene Material.

Man kann sagen, dass „der Große“ einmal ordentlich verarscht wird. Eine im karlsbesoffenen Aachen längst überfällige Aktion.

Über seine Arbeit informiert Ottmar Hörl im Projektbüro im unteren Bereich des Haus Löwenstein am Markt 39. Dort gibt es auch weitere Arbeiten des Künstler zu sehen. Er machte sich schon über Karl Marx, Richard Wagner, die Feldhasen von Albrecht Dürer und allerlei Heroen (die einem schon immer auf die Nerven gingen mit ihrer Abgehobenheit) lustig. Alle diese „Großen“ schraubte er auf ein verträgliches Maß herunter und enttarnte sie zugleich. Von wegen anbetungswürdig. NOT

Zwei Wochen werden die Karlchens auf dem Katschhof stehen. Bezahlt haben sie Aachener Bürgerinnen und Bürger, die sie sich nach Ende der Aktion in die privaten Räume stellen können. Die Aufführung hat Charme, der militärische Charakter der Präsentation wird wunderbar gebrochen durch die Witzigkeit der kleinen Karle. Man kann Oberbürgermeister Marcel Philipp da mal zustimmen, der das Ganze „eine zeitgemäße humorvolle Art, sich mit dem Erbe auseinanderzusetzen“ nannte.

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Katschhof, ich steh auf dir . . .

BildEs ist Karlsjahr in Aachen, und Samstag um 12 Uhr ist es soweit. Wenn alles gut geht, dann stehen auf dem Katschhof zwei Wochen lang mehr als 500 Kaiser und schauen einjeder in eine andere Richtung. Derzeit wird noch aufgebaut (s. Foto), und ich denke an die Aktion des Künstlers HA Schult in Monschau.

Tja, die Monschauer. Dort begegnete man einer Müll-Menschen-Truppe freundlich. Wie werden die Aachener auf die Aktion im öffentlichen Raum reagieren? Vermutlich deutlich weniger freundlich. Die ersten Reaktionen gibt es schon auf Facebook zu lesen. (Triggerwarnung, es werden die Messer gewetzt.

Die Kleinkariertesten überlegen sich gerade, ob diese Figuren Kunst sind oder nicht. Was für eine langweilige Frage! Aber es muss ja alles zuerst immer in eine Schublade einsortiert werden. Und wehe, das klappt nicht auf Anhieb. Dann ist der Spießer aber sauer. Über 500 dieser Minikarls (110 cm) werden bald mitten in Aachen stehen, bezeichnenderweise in Reih und Glied. Auf den Gesamteindruck bin ich gespannt.

 
IMG_7967Ewig karlstrunkene Aachener bekommen jetzt die volle Dröhnung. Denn wenn einer in Aachen dauerpräsent ist, dann ist es Karl der Große. Bis zum Erbrechen. Und warum dann diesen Herrn nicht gleich 500 mal aufbauen? Bis er euch aus Ohren, Nase und Mund rauskommt. Und ich freu mich, das „der Große“ mal auf billiges Plastik-Niveau runtergebrochen wird. 
Doch ob das Ganze nun Kunst ist oder Sport, oder Wirtschaft, oder Politik oder Mathematik oder was auch immer, ihr Schubladenheinis. Wichtig ist doch, ob die Kaiser eure Gehirnzellen in Rotation bringen oder nicht? Fällt euch da irgendwas ein? Kommt die Fantasie in Schwung? Oder langweilt euch das alles so wie  . . .  sagen wir mal der Moderator Markus Lanz im TV?
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