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Wasser-Risiko-Check
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Wer sich schon mal gefragt hat „wo kann ich das Hochwasserrisiko für meine Adresse prüfen?“, dem kann geholfen werden: Für Nordrhein-Westfalen gibt es jetzt die hochwasser-app.nrw, die eine Bewertung des Überflutungsschutzes für das eigene Zuhause ermöglicht.
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Köln Concert
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Das wunderbare Konzert vom 29. April diesen Jahres in der Aachener Citykirche kann man jetzt nachhören. The Köln Concert (Keith Jarrett) played by Rafaela Ribeiro de Oliveira. Ein musikalischer Hochgenuss. Auf YouTube hier klicken.
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Aachener Lovebirds: ein tierisches Rendezvous im Blumenbeet zwischen Münsterplatz und Elisengarten, mitten im Fußgängerverkehr. -
Haus der Neugier
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Das „Haus der Neugier“ ist noch nicht fertig und hat schon einen 3. Preis gemacht. Entworfen von kadawittfeldarchitektur, wurde es beim polis Award 2026 in der Kategorie „Reaktivierte Zentren“ ausgezeichnet. Mit dem Haus der Neugier wird das ehemalige Horten-Kaufhaus in der Innenstadt in einen offenen Treffpunkt und „Dritten Ort“ transformiert. Hier klicken
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OB im Gespräch
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Oberbürgermeister Michael Ziemons setzt seine Reihe der Kneipensprechstunden fort. Er lädt am Freitag, 15. Mai, erstmalig zu einer Café-Sprechstunde in die Innenstadt ein. Und zwar in der Zeit von 15 bis 17 Uhr im Karls Café im Centre Charlemagne am Katschhof.
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Über 4 Jahre, in denen es 300 Millionen Europäern nicht gelungen ist, den barbarischen Anführer von 150 Millionen Russen zu stoppen.
„Nie mehr Krieg“, das bedeutet, dass man in der Lage ist, sich zu wehren, so dass kriegslüsterne, niederträchtige Diktatoren und Massenmörder erst gar nicht auf die Idee kommen, einen Krieg zu beginnen. -
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In a world full of trends, choose something timeless: EU values. 10 Länder wollen der EU beitreten. -
Wertstoffe sammeln
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Das Wertstoffmobil hält regelmäßig auf drei Supermarkt-Parkplätzen: am Kaufland an der Vaalser Straße, am Hit Sütterlin am Tivoli und am ALDI in Oberforstbach. Infos zu Terminen und Wertstoffen, Quelle: Presseamt
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Inhalt, Inhalt, Inhalt
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Verantwortlich für diese Seite: Margret Vallot. - Immer dabei: ein Herz für Aachen und seine Menschen. Wir freuen uns über Post, auch wenn euch mal etwas nicht gefällt, wir lernen gerne jeden Tag dazu. Die Adresse: mail@AachenNews.org -
WDR-Bericht . . .
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. . . über die Koalitionsverhandlungen in Aachen (ab 03:02). Es wollen sich jetzt CDU, SPD, Volt und die FDP auf eine Linie einigen, für die nächsten 4 Jahre, nachdem es zwischen CDU und Grünen zu keiner Einigung gekommen ist. Hier klicken.
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Aktuelle Störungen
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Weil es in den letzten Wochen in Aachen den ein oder anderen Stromausfall gegeben hat: Hier findet ihr immer eine aktuelle Übersicht über die Störungen im Netzgebiet.
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Mängelmelder
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Den Mängelmelder der Stadt Aachen bzw. die Plattform, erreicht ihr hier. Diese Möglichkeit, auf Missstände hinzuweisen, hat sich als hilfreich erwiesen.
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Wir brauchen Augen und Ohren in Berlin
Bei der re:publica
Wahlkampf ist Kampf, das muss man merken
Wenn man Interviews liest, die Piraten den Journalisten geben, dann fällt immer wieder auf: Es finden sich in den Piraten-Antworten viele Allgemeinplätze und Phrasen. Sachen, die sowieso schon jeder weiß. Langweilige Beschreibungen von Selbstverständlichkeiten. Dabei will der Leser vom Pirat immer nur wissen: Was kannst du für mich tun? Warum soll ich dich wählen?
Typisches Beispiel: “Wir müssen es hinkriegen, die politisch interessierten und aktiven Menschen in XY auf unsere Seite zu ziehen”, sagt der Pirat. Ja, ich meine, das ist doch selbstverständlich, so was braucht man doch nicht noch mal zu sagen. Lieber gleich (zum Beispiel) sagen: Wir werden den Menschen erklären, wie sie heimlich von ihrem Arbeitgeber überwacht werden.
Peng, ein Schlag, der Leser reibt sich die Augen. Wie denn, wo denn? Der Leser ist betroffen und interessiert, liest weiter.
Noch ein Beispiel: “Parteien bestimmen unser Leben, unser politisches System ist auf Parteien ausgerichtet. Sie bestimmen unser Handeln und die Voraussetzungen, in denen wir leben” usw. blablabla. Warum erzählt der Pirat mir, was Parteien sind, verdammt?
Piraten fangen immer an, so selbstverständliche Sachen zu erklären. Seipenbusch erklärte mal lang und breit bei einer Diskussion auf Phönix, dass Google ein amerikanisches Unternehmen ist. (Es ging um Streetview).
Piraten müssen konkret sein, direkt sein, wenn es darum geht, wie man Wähler gewinnen will. Und darum geht es immer bei den ganzen Fragen vor Wahlen. Beispielsweise sagen: Musik, die man sich runterlädt, muss legal und kostenlos sein. Senioren, die ins Netz wollen, sollen kostenlose Kurse bekommen, und zwar alle.
Noch ein Beispiel für Laberlaberlaber gähn: “Ich halte es gerade für die Bürger, die ein konkretes Anliegen haben, für sinnvoll zu gucken, wo es Schnittstellen mit der Piratenpartei gibt”, sagt der Pirat. Zapperlot, ich soll nach Schnittstellen gucken? Völliges Wischiwaschi. Sag mir doch, Pirat, was du für mich tun kannst? Vielleicht interessiere ich mich dann für dich. Sag: Wir sorgen dafür, dass auch in ländlichen Gebieten schnelles Internet hin kommt. Aber erzähl mir nicht, dass ich Schnitte und Stellen suchen soll.
Nächstes Beispiel für Blabla: “Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Parteienlandschaft ist das Thema Transparenz und zwar auf allen Ebenen, sowohl organisatorisch als auch im politischen Forderungskatalog”, sagt der Pirat. Was für’n Merkmal im Katalog? Sag doch lieber gleich: Bei uns können alle Mitglieder den Parteivorsitzenden mitwählen. Wir kungeln nicht, alles ist im Netz zu sehen.
Kurze Sätze, die wie Hiebe sind, die bleiben hängen, die fesseln das Interesse. Konkret sagen: Beim Wassertisch wird gekungelt, das wollen wir alles an die Öffentlichkeit zerren.
Weiteres Beispiel: ”Den grünen Höhenflug müssen wir sicherlich ernst nehmen.” Muss man das denn nun sagen? Ist das nicht sowieso klar? Wenn man nach der politischen Konkurrenz gefragt wird, muss man gleich die Mängel der Konkurrenten beschreiben, und gerne auch ein bisschen krass. Damit der Leser es auch mitbekommt, wenn er/sie die Zeitung noch halb schlafend am Frühstückstisch liest.
Weitere Beispiele: Bei der FDP “wird auch viel 1:1 bei den Piraten abgeguckt, das finden wir immer wieder”, sagt der Pirat. Dann lieber gleich einen Punkt nennen, den die FDP abgekupfert hat, wenn man schon nach der FDP gefragt wird. Druff, druff, auf sie mit Gebrüll. Nicht so zaghaft.
So, wie einige Piraten jetzt den Beckedahl in die Pfanne hauen, so lieber im Wahlkampf auf die anderen Parteien draufhauen. Es heißt nicht umsonst WahlKAMPF. Die haben uns doch lange genug geärgert mit ihrem Widerwillen, sich mit dem Internet zu beschäftigen.
Auch so schwurbelige Formulierungen wie diese sollte man vermeiden: “Wir müssen es schaffen, über unsere Themen ein Thema zu werden – und darüber wiederum Themen zu setzen.” Häää? Denkt der Leser. Dann nenn mir doch mal EIN Thema. Weiter geht es mit “…Themen über Twitter nach außen kommunizieren….”. Wie kann man nur so reden?
Die Piraten wollen doch eine treibende Kraft sein. Aber treibende Kräfte reden anders.
Wie gesagt: Das ist alles nur beispielhaft, auch die Interviews im NRW-Wahlkampf waren mehr Krampf als Kampf. Wirklich. Ich denke mit Schrecken daran.
Aber es muss auch gesagt werden, dass Piraten neu sind auf der politischen Bühne. Sooo schnell wird man nicht zum knackigen Interviewpartner, wo das Interview auch mal von online in die Printausgabe wandert. Ich möchte meine Kritik konstruktiv verstanden wissen. Nutzt jede Gelegenheit, mit der Presse zu sprechen. Aus Fehlern können wir nur alle lernen.
Ungeordnete Gedanken zur Privatsphäre
Bei einem Ausflug nach Köln ging es gestern in eine elegante Einkaufspassage. Da hatte ich mehrmals das Gefühl: Hier werde ich gerade mittels Kamera beobachtet, hier werde ich gescannt.
Es war ein Donnerstag Nachmittag, kaum Kundinnen unterwegs und auch nur vereinzelt Verkäuferinnen. Die Verkäuferinnen hatten uns nicht im Auge. Irgendjemand anderer/anderes hatte uns aber sicher im Auge, denn mit so teuren Waren wird man heutzutage keine Sekunde mehr allein gelassen.
Zwei sind es, die uns beobachten: der Staat mit seinem Zensus und die Privatwirtschaft, die das zu kommerziellen Zwecken tut. Was beide wollen, sind Daten, der Rohstoff unserer Zeit. Der Staat soll uns nun einerseits schützen vor der Daten-Gier der Privatwirtschaft (mit regulierenden Gesetzen). Gleichzeitig fürchten wir die Daten-Gier des Staates. Der Staat als Heilsbringer, der die Privatwirtschaft im Zaum hält und ihr die Grenzen ihres Treibens aufzeigt. Und der Staat, der selber Daten erhebt, und das nicht zu knapp. Und der aufgrund dieser Daten, aufgrund der staatlichen Ausleuchtung meiner Privatsphäre dann eventuell zu dem Ergebnis kommt, dass ich ein gefährlicher/psychisch kranker Mensch bin, den man festsetzen muss.
Datenschutz und Privatsphäre. Wenn man alles, was ich seit vier Jahren twittere, was ich seit kurzem auf facebook einstelle, von wo ich wie oft telefoniere und sms schicke usw. nimmt, dann kann man sicher ermitteln, was für ein Mensch ich bin. Man kann meine Verhaltensweisen ablesen und auswerten. Unternehmen verknüpfen alles miteinander und sprechen mich als Konsumentin sehr effektiv an.
Das Netz ist öffentlicher Raum, so wie der normale öffentliche Raum auch. Wie auf der Straße und in den Kaufhäusern will ich im Netz anonym unterwegs sein. Ich möchte im Netz nicht mit einem Namensschildchen rumlaufen. Das tue ich ja im normalem Leben auch nicht. Ich verlange, dass ich mich im Netz anonym bewegen kann.
Eine idiotische Utopie ist, wenn jeder alles von allen weiß. Eine Gesellschaft, in der es keine Geheimnisse mehr gibt, ist totalitär. Das ist Honecker 2.0 und nicht etwa eine ideale Gesellschaft. Andererseits kann es der Anfang einer Revolution sein, wenn Menschen plötzlich das, was sie aus Scham geheim gehalten haben, sagen.
Die von Priestern Missbrauchten haben erst kürzlich den Mut gefunden. Es haben sich viele hundert Menschen offenbart, und man konnte endlich ein anderes Gesicht der Priesterschaft, insbesondere der katholischen Kirche sehen. Das war eine Art Revolution, die noch nicht abgeschlossen ist. “Ich bin als Kind missbraucht worden” oder “Ich habe abgetrieben”: Wenn derartige Infos massenhaft der Privatheit entrissen werden, ändert sich die Welt.
Wie weit soll die Offenheit gehen? Das wissen wir heute noch nicht. Menschen, die gegen ihren Willen als einsam, homosexuell, pervers, pleite oder was auch immer geoutet werden, darf es nicht geben.
Anderseits wollen wir, dass Wissen aus dem Hochschulbereich frei floatet. Jeder soll es haben können, der Staat soll sich da total zurücknehmen. Man erhofft sich gesamtgesellschaftlich einen Wissensschub, wenn endlich alles, was z.B. an den Hochschulen erforscht wurde und wird, frei zur Verfügung steht.
Literatur im Jahr der Katastrophe
“Unerwartet kam ein Anruf aus Osaka. Das ist die südlichste Stadt in Japan. Ein alter Bekannter, den ich seit sechs oder sieben Jahren nicht mehr gesehen habe, fragte, ob ich ihm einen Gefallen tun kann.
Zwei Mädchen, mit ihm verwandt, wollten nach München fliegen. Ob ich die abholen und zu einem sicheren und nicht sehr teuren Hotel bringen kann. Ich sagte “klar”, und ich sagte nicht, dass ich gerade in Nizza bin.
Diese Mädchen kamen sehr ängstlich in München an. Als Erkennungszeichen, hatte ich gesagt, habe ich eine rote Krawatte an. Die Mädchen habe ich nach dem Einchecken ins Hotel noch zu einem Münchener Ratskeller gebracht. Sie aßen Fisch, ich bestellte für mich aus Jux, damit sie lachen, eine Haxe vom Ochsen und aß das demonstrativ mit dem größten Appetit . . . Und erzählte ihnen, dass jeder Deutsche pro Woche drei Ochsenhaxen isst und an den restlichen Tagen Schweinshaxe.
Ich fragte mit keinem Wort, wie es mit dem Atomreaktor ist . . . Und sie sagten davon auch kein Wort.
Als ich sie zum Hotel brachte, lachten sie.
Meine Aufgabe ist erledigt.”
(Eine wahre Geschichte, Literatur im Jahr 2011, im Jahr der Katastrophe.)
Wahlentscheidung aus dem Bauch heraus
Heute habe ich mir das neue Video von Alvar Freude angeschaut. Dort wird einem vorgeführt, wie tausende Stuttgarter und andere sich freuen, weil es in Baden-Württemberg den Regierungswechsel gegeben hat. Die Aufnahmen sind, und das darf man glauben, entstanden, als am Wahlabend die ersten Hochrechnungen bekannt gegeben wurden. Und danach, bis es dunkel wird. Zu sehen ist ein Freudenfest, ein wenig wie Karneval im Rheinland. Menschen machen auf der Straße Krach, tanzen, singen und freuen sich ganz doll. Also für Schwaben schon doll, finde ich. Welch ein Jubel. Auch außergewöhnlich: gemeinsam öffentlich die Wahlergebnisse zu schauen. “Wann gab es das schon?”, twitterte Alvar Freude.
Jetzt haben die einen grünen Ministerpräsidenten. Vor 18 Monaten, 2009, bei der Bundestagswahl, da haben die mit großer Mehrheit CDU und FDP gewählt. Da waren die mit der Politik der Konservativen zufrieden. Die Grünen landeten schlapp auf Platz vier. Und nur 18 Monate später, das ist der Hammer, sind die mit der Politik der Konservativen so unzufrieden, dass die Rot/Grün mehrheitlich ihre Stimme geben. Was bedeutet das?
In den 18 Monaten hat sich kein bisschen die Politik der Konservativen geändert. Die Kandidaten von CDU/FDP wurden im September 2009 gewählt und haben bis zum Wahltag ihre Richtung kein bisschen geändert. Was aber hat sich geändert? Nun, es sind die Bilder im Fernsehen, die sich geändert haben. Weil die Wähler im TV die Katastrophe von Japan gesehen haben, täglich, haben sie sich bei der Wahl mehrheitlich umentschieden. Das ist ein Wechsel des Abstimmungsverhaltens aus dem Bauch heraus. Nicht aufgrund rationaler Überlegungen, sondern aus Emotionalität.
Dass Leute so wählen, kann einem Angst machen. Sie vergessen, was fünf Jahre lang war, sehen ein paar grauenhafte Bilder im Fernsehen und schwupps, wählen sie eine Partei (die Grünen), die 18 Monate zuvor noch an vierter Stelle lag, hinter der FDP.
Natürlich haben viele auch der CDU den Rücken gekehrt, weil sie es satt haben, Irrsinns-Projekte wie Stuttgart 21 aufgebrummt zu bekommen. Aber ich bin sicher: Hätte es den Tzunami nicht gegeben, hätten wird jetzt immer noch eine schwarz/gelbe Mehrheit im Landtag von Baden-Württemberg.
Wem der grüne Ministerpräsident also seinen neuen Job verdankt, das dürfte damit klar sein.
„Es gibt einen neuen Krieg“
Ich wache in der Nacht auf, mache das Radio an und der Sprecher sagt: „Es gibt einen neuen Krieg.“
Ja klar, denke ich, es ist der 19. März. Auch der Irak-Krieg hat an einem 19. März angefangen.
Erst umarmen Berlusconi und Sarkozy den Diktator, dann greifen sie ihn an. Das sieht gerade nicht besonders gut aus.
Aber: Hätte Gaddafi sein eigenes Volk nicht bombardiert, hätten sie beiden Staatschefs ihn weiter umarmt. Es gab wohl eine moralische Verpflichtung. Obwohl: Gerade bei diesen beiden von Moral zu sprechen, das ist paradox.
Klar ist, dass Gaddafi die Demonstranten jeden einzelnen samt Familie und Stamm grausam ermordet hätte.
Gaddafi sucht jetzt Verbündete im Namen des Islam und redet vom zweiten Kreuzzug. Dabei gab es vor 700 Jahren zwei Kreuzzüge, er müsste also eigentlich vom dritten Kreuzzug reden.
Also rettet die Demonstranten vor Gaddafis Rache! Das ist das Gebot der Stunde. Wenn man von seinem eigenen Staatschef angegriffen wird, ist man auf Hilfe von außen angewiesen.
Reaktorunfall
Seit über einer Woche: traurig wegen dem Reaktorunfall in Japan. Dort werden tausende Menschen Gendefekte davontragen, genauso wie ihre Kinder, ihre Enkel und die Urenkeln noch betroffen sein werden. Das Elend fängt jetzt erst richtig an.
Und soweit ich weiß, ist kein einziger Reaktor sicher, wenn in Deutschland mal zufällig ein Flugzeug auf so ein Höllenteil drauffällt. Wohl gibt es viele, die sagen, so ein Unfall wäre ja sooo unwahrscheinlich. Und die werden danach auch sagen: „Das hat man wirklich nicht vorhersehen können“ oder ähnlichen Blödsinn.
Münster stoppt Düsseldorfer Schuldenmacher
Diese Woche Dienstag war ein guter Tag. Da haben mutige Richter in Münster den Schuldenhaushalt von Rot/Grün in Nordrhein-Westenfalen für null und nichtig erklärt. Ja, mehr: Sie haben erklärt, dass es ein Haushalt ist, mit dem gegen die Verfassung verstoßen wird.
Das war aber auch mal nötig. Um dem Kurzfristigkeits-Denken ein Ende zu bereiten, mussten Richter den Politikern das Heft aus der Hand nehmen. Schade, dass das nötig ist. Gut, dass es geschehen ist.
Wir können künftigen Generationen auf zwei Arten so richtig einen reinwürgen: Indem wir, erstens, uns was leisten und Schulden machen, bis wir nicht mehr gucken können. Und, zweitens, indem wir die Umwelt versauen, dass es nur so kracht. Also jede Menge Atommüll produzieren, das Klima tüchtig erwärmen und den Regenwald abholzen. Die in 100 Jahren geboren werden, können sich nicht wehren.
Mir geht es hier um die Schulden. Mit den Wohltaten auf Pump kann sich jeder, der gewählt werden will, einen Riesenvorteil verschaffen vor dem, der sagt, ich bin sparsam und mache eine Politik, die finanziell in dem Rahmen bleibt, der ohne neue Schulden vorhanden ist. Der Seriöse wird nicht gewählt. Es wird der gewählt, der viel verspricht und das hält, auch wenn alles auf Kredit finanziert wird. Das ist ungerecht. Und dieses Treiben haben die Richter diese Woche gestoppt.
Es wäre gut, wenn jemand die Interessen derjenigen vertreten würde, die in den nächsten 100 Jahren geboren werden. Die künftigen Menschen können heute noch nicht wählen, sie können nicht demonstrieren. Sie sind ja noch nicht geboren. Es sollte Obleute im Parlament geben mit Veto-Recht, die die Anwälte der künftigen Generationen sind.
In den Gemeindeverwaltungen machen die das so: Die Gemeinderäte dürfen sich selbst den Dispo erhöhen. Traumhaft, nicht wahr? Du hast kein Geld mehr? Du erhöhst dir selbst den Dispo. Und das tun die Gemeinderäte tatsächlich wieder und wieder. Das heißt: Die können in die Kasse greifen nach Belieben. Das nenne ich nicht seriöses Wirtschaften.



