Hohe Bewohnerparkgebühren sollen für mehr Platz am Straßenrand sorgen. Autos ab in die Parkhäuser!

Das früher Anwohnerparken genannte Bewohnerparken wird teurer. Statt bisher 30 Euro im Jahr werden demnächst 120 Euro fällig. Politik und Verwaltung ist aufgefallen, dass Platz in der Innenstadt wertvoll ist. Und Eigentümer*innen von Autos nicht zu derjenigen Gruppe zählen, die regelrecht bettelarm sind.

Jüngst konnte man dem Rat der Stadt dabei zusehen wie er versuchte, die Parkgebühren und die Gebühren für das Bewohnerparken zu erhöhen. Der Versuch von Grünen, SPD und der Fraktion DIE Zukunft gelang vorerst nicht ganz, aber eines ist sicher: Diese Gebühren werden im Laufe des Jahres 2023 nicht so niedrig bleiben wie bisher. Gegen den Widerstand von CDU und FDP übrigens.

Die Erhöhung muss kommen, denn Platz in der Innenstadt ist wertvoll und knapp. Es ist der Platz, den abgestellte Autos Kindern zum Spielen wegnehmen, den Autos der Natur wegnehmen zum Wachsen und Blühen, den Bewohnern wegnehmen zum Sitzen, Gehen und Spazierengehen. Und das in einer Zeit, wo monatelang „schönes Wetter“ herrscht und man sich so wahnsinnig gern draußen aufhält, zumindest ab 17 Uhr nach der Arbeit. 

30 Euro im Jahr musste bisher zahlen, wer sein Auto im Bewohnerparken am Straßenrand plazierte. Im Jahr! Man kommt dabei auf wenige Cent pro Tag. Dabei ist in den diversen Aachener Parkhäusern jede Menge Platz, dort sollen Aachener*innen eigentlich ihre Pkw abstellen. Das kostet dann allerdings mehr als 30 Euro im Jahr. Nur 30 Euro Gebühr dafür, dass man so viele Menschen schädigen darf, sie um den Platz im öffentlichen Raum bringen darf, das schien schon immer eine krasse Ungerechtigkeit zu sein.

600 Euro im Jahr für das Anwohnerparken innerhalb des Alleenrings, außerhalb 450 Euro. Das hält die Zukunft-Fraktion für angebracht. Der Vorschlag fand bisher keine Mehrheit. 120 Euro sollen die Bewohner*innen nach den Vorstellungen von Grünen und SPD pro Jahr zahlen – und so wird es wohl auch kommen. 

Wer ein Auto (mit Verbrennungsmotor) hat, zahlt mit Anschaffung, Protokollen, Benzin, Kraftfahrzeugsteuer, Versicherung, Reparaturen, TÜV usw. durchschnittlich 300 Euro im Monat (rechnet mal alles zusammen, ihr werdet euch wundern!). Wer sich ein Auto leisten kann, ist nicht arm. Da verwundert es, dass Grüne und SPD einen sozial gestaffelten Bewohnerparktarif unter besonderer Berücksichtigung einkommensschwacher Menschen bevorzugen. Außerdem soll die Fahrzeuggröße eine Rolle spielen. 
Dazu fehlt insbesondere CDU und FDP jegliches Verständnis.* Konsequenz: Mit diesen Herrschaften würde Aachen niemals klimaneutral(Entschieden wird der Kasus spätestens Ende März.) 

Von 2 auf 3 Euro pro Stunde (innerhalb des Alleenrings) und von 1 auf 1,50 Euro pro Stunde außerhalb werden die Parkgebühren im Frühjahr steigen. Foto: Aachen-News Archiv

*Es kommentiert Kaiser Wilhelm: „Das Auto hat keine Zukunft. Ich setze aufs Pferd.“

Derzeitiger Sondertarif zur Nutzung der Parkhäuser

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Was wird aus dem Continental-Gelände in Aachen-Rothe Erde?

Ein 15,3 Hektar großes Gelände wird in Aachens Osten frei. Dort wurden bis vor Kurzem noch Reifen produziert. Foto: AachenNews Archiv

Die Firma Continental verlässt ihr Gelände in Aachen, Rothe Erde und hinterlässt ein riesiges Grundstück mit mehreren Bauwerken – aber leider wahrscheinlich auch eine Menge Altlasten auf dem Grundstück. CDU-Ratsherr Harald Baal meinte jüngst, es seien im Boden „vermutlich alle chemischen Elemente zu finden, die das Periodensystem zu bieten hat“. Im Stadtrat wurde jüngst diskutiert, wie es der Stadt gelingen könnte, in den Besitz des Grundstücks zu gelangen. Dort möchte man einmal umweltfreundliche Produktionsstätten ansiedeln. 

Es wird vermutet, dass der Dax-Konzern Continental das Grundstück an den Meistbietenden verkaufen möchte. Und da müsste man sogar Verständnis für haben, denn stark gestiegene Rohstoffpreise, Chipmangel und gestörte Lieferketten machen die Reifenproduktion schwer bzw. teuer.

Eine „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ soll helfen – so wurde es einstimmig im Rat beschlossen – jede Menge Einfluss auf das Werksgelände (15,3 Hektar) im Osten von Aachen zu bekommen. In Rothe Erde gab es einst ein Hüttenwerk und später die Gummiverarbeitung. Seit 180 Jahren wird dort produziert. Es dürfte übrigens nicht leicht zu ermitteln sein, welche Altlasten überhaupt und wie viel davon dort im Boden stecken. Und wer muss dann die Sanierung bezahlen?

Das wissen viele nicht: Es kann tatsächlich nicht jede/r einfach so ein Industrie-Grundstück verkaufen, und der neue Eigentümer darf dann auch nicht unbedingt darauf machen, was er gerade will. Es muss alles genehmigt werden und Genehmigungen können verweigert werden. Dann ziehen die Grundstückseigentümer vor Gericht, und vor Gericht sind alle Beteiligten in Gottes Hand.

Was hier gesagt werden soll: Ob Politik und Verwaltung bei Continental das Sagen haben werden, ist noch kein bisschen sicher. Zur Zeit gibt es in dem Werk, wo mal 1800 Menschen arbeiteten, umfangreiche Aufräumarbeiten. Mitte 2024 soll das Gelände freigegeben werden.

Ob die hohen Herren (ohne es geprüft zu haben: Damen sitzen da nicht im Vorstand, update: falsch, zwei sind im Vorstand) bei Conti der Stadt entgegenkommen werden? Könnten sie ja machen! Allerdings: Die haben zur Zeit in ihrem Konzern andere Sorgen. Sie wurden im Sommer von einer Ransomware-Gruppe gehackt. Unmengen von Daten (40 Terabyte) hat man sich abnehmen (eigentl. verschlüsseln) lassen. Darunter angeblich sogar technische Inhalte zu Conti-Kunden (VW, Mercedes Benz und BMW) und – laut Handelsblatt – Mitarbeiter, Vorstand, alles. 

Die Daten wurden kürzlich im Darknet angeboten – für 50 Millionen Dollar. Und falls der Dax-Konzern die Daten zurückkaufen will, da muss er natürlich liquide sein. Ransomeware ist – nebenbei gesagt – ein Geschäftsmodell, das Jahr für Jahr gut wächst. Und man staunt, wie wenige deutsche Unternehmen sich mit der Sache auseinandersetzen und sich schützen. Selbst wenn sie einmal gehackt wurden und Millionen gezahlt haben, selbst dann sorgen sie noch nicht mal für einen adäquaten Schutz. (Versicherungen zahlen nur ganz selten.) 

Bei schlecht geschützten Firmen ist so ein Durchmarsch für Hacker nicht schwer. Und sich dagegen abzusichern, das ist tatsächlich ebenfalls gar nicht sooooo schwer. Man muss beispielsweise von 100 Terabyte nicht mal ein Dutzend schützen und kann sofort nach dem Hack wieder arbeiten. Das sind alles keine Geheimnisse. 

Continental von Hackern getroffen: Hier lesen

Was zum Lachen: Neue Seite. Do not pay hier ansehen

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Frohe (!) Weihnachten

Vor einem Jahr hatten wir bei AachenNews die Hoffnung, dass 2022 alles etwas besser wird. Und so ist es auch dieses Jahr, so schauen wir in Richtung 2023. Mit anderen Worten: Jammern hilft nix – wir müssen optimistisch sein.

Das vergangene Jahr hat uns alle viel Kraft gekostet. Ein Krieg hat alles verändert, man spürte förmlich wie das Leben in rasender Fahrt eine scharfe Kurve nahm. Man musste sich festhalten, aneinander und an den eigenen rationalen Vorstellungen. Jetzt wünschen wir allen für die kommenden Tage von Herzen eine erholsame Auszeit. Gutes Essen, wenig Streit mit der Familie, frohe (!) Weihnachten!

Wir gönnen uns eine kleine AachenNews-Winterpause und melden uns zwischen den Jahren mit vorgefertigten Berichten aus der Kommunalpolitik.

Es bleibt nur noch eins zu sagen: Danke! Danke für Hinweise, Lob und Kritik, für das Vertrauen. Es ist gleichermaßen Ehre und Freude, mit euch liebe Leserinnen und Leser gemeinsam durch das Jahr zu kommen. Im nächsten geht’s weiter – vielleicht ja sogar mit noch mehr Verkehrsberuhigung, funktionierender Kinderbetreuung, mehr Wohnungsbau und Grün in der Stadt.

Margret Vallot

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Unvergessen: das Eis von Delzepich

Eis im Hörnchen und im Becher gab es an dieser Ecke (Bismarckstraße/A’weg) bis Herbst 2020, danach war Feierabend. Aachens bestes Eis, das Delzepich-Eis, kann man seitdem irgendwo in Würselen kaufen, wir wissen auch nicht genau wo. Seit einem Monat ist an der Ecke „aiXtra“, das ist ein Mini-Supermarkt auf 130 Quadratmetern. Und das Eis kommt aus der Kühltruhe und ist am Stiel.

Benannt war damals das leckere Eis nach dem ursprünglichen Besitzer Willi Delzepich (1934-2006). „Delzepich“ oder kurz „Delze“ – das bedeutet so etwas wie ein Code für Aachener und Ex-Aachener. Jede/r, der in Aachen lebt oder irgendwann hier gelebt hat, kennt Delzepich. Also zumindest die Älteren.

„aixtra“ ist ein Maxi-Kiosk und ist geöffnet von 9 Uhr bis 3 Uhr nachts. Dort konnte man einmal extrem leckeres Eis bekommen.

Shisha Tabak und Zubehör gibt es in dem Laden jetzt, dazu Lebensmittel, Getränke, Süßigkeiten und Guthabenkarten. Tja, und 50 Meter weiter ist ein großer Netto-Laden. Da gibt es das alles auch.

Große Portionen Eis (mit Sahne) haben wir schon den ganzen Sommer über in der Bismarckstraße bei einem Italiener gekauft. Und man möchte fast sagen: Es ist mindestens genauso gut wie das Delzepich-Eis.

Aachen braucht guten Journalismus! Findest du auch? Bitte empfehle AachenNews.org weiter!

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Familienprogramm: Die Museen warten auf euch

Weihnachtszeit, Familienzeit. Was tun mit dem Besuch, der sich eventuell zwischen den Feiertagen angesagt hat, also zwischen Weihnachten und Neujahr? Die Museen haben eigens ein Familienprogramm aufgelegt. Sie sind in der Kalenderwoche 52 geöffnet und bieten in dieser Zeit (mit Unterstützung der Stawag AG) ein kostenloses Programm für Familien an.

Alle Aachener Museen sind mit dabei: Couven Museum, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Suermondt-Ludwig-Museum, Zollmuseum, das Centre Charlemagne sowie das Internationale Zeitungsmuseum.

Große und kleine Leute können zum Beispiel „Auf den Spuren Kaiser Karls“ in die Zeit um 800 eintauchen, Kettenhemd, Schild und höfische Kleidung bestaunen und anfassen. Die Führung „Wohnen vor Ikea“ zeigt, wie Möbel und Einrichtungen vor 200 Jahren ausgesehen haben. In der Bürgerlichen Kunst- und Wunderkammer“ lassen sich ägyptische Mumien, Pulverflaschen, Kokosnuss-Pokal und ein ausgestopfter Hai entdecken.

Von zuhause aus kann man an einer digitalen Führung durch die Dauerausstellung des Suermondt-Ludwig-Museums teilnehmen. Wie bei einer Führung vor Ort können Fragen gestellt werden und man kann sich austauschen.

The-one-and-only-Karl ist in Aachen an jeder Ecke präsent. Im Museum am Katschhof erfahren Kinder, was es mit diesem Kaiser auf sich hat. Nach den langen Phasen, in denen in der Schule nicht besonders viel stattgefunden hat, lässt sich vielleicht die ein oder andere Bildungslücke unterhaltsam schließen. Foto. AachenNews Archiv

Die Termine im Überblick: 

DIENSTAG, 27. Dezember

Museumsführung „Wohnen vor IKEA“, für Erwachsene und Kinder ab Grundschulalter, mit Belinda Petri, Uhrzeit: 12 – 13 Uhr, im Couven Museum, Hühnermarkt 17.

Kunstworkshop „Familienbande“ für Großeltern und Kinder von 6 bis 10 Jahren, Uhrzeit: 14-16 Uhr im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97–109.

MITTWOCH, 28. Dezember

Museumsführung „Die Bürgerliche Kunstkammer“, für Erwachsene und Kinder ab Grundschulalter, mit Kustos Michael Rief, Uhrzeit: 11 – 12 Uhr, im Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße 18.

Schnupper-Kunstworkshop für Kinder und Jugendliche von 6 – 16 Jahren, Uhrzeit: 13-16 Uhr, mit der Künstlerin Petra Hellwig im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97–109.

Museumsführung Zollmuseum, für Erwachsene und Kinder ab Grundschulalter, mit Peter Dinninghoff Uhrzeit: 14 – 15 Uhr im Zollmuseum, Horbacher Straße 497.

Ausstellungsführung „Ausnahmezeiten – Ein Virus übernimmt“, für Erwachsene und Jugendliche, mit Johanna Malich, Uhrzeit: 15 – 16 Uhr im Centre Charlemagne, Katschhof 1.

DONNERSTAG, 29. Dezember

Museumsführung „Vom Ereignis zur Nachricht“, für Erwachsene und Kinder ab Grundschulalter, Uhrzeit: 11 – 12 Uhr, im Internationalen Zeitungsmuseum, Pontstraße 13.

Ausstellungsführung „Belkis Ayón. Ya Estamos Aquí“, für Erwachsene und Jugendliche, mit Karl-Heinz-Jeiter, Uhrzeit: 17 – 18 Uhr, im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97–109.

Digitale Führung zur Dauerausstellung des Suermondt-Ludwig-Museums, für Erwachsene und Jugendliche, mit Lydia Konnegen, Uhrzeit: 18 – 19 Uhr, via ZOOM / der benötigte Einwahllink wird nach der Anmeldung zugemailt. 

FREITAG, 30. Dezember

Workshop „Stadt – Land – Tier“, für Eltern und Kinder ab 5 Jahren, mit Kathrin und Karl-Heinz Jeiter, Uhrzeit: 10.30 – 12.30 Uhr, im Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhemstrasse 18.

Ausstellungsführung „Die Augen der Frida Kahlo. Eine fotografische Hommage von Bert Loewenherz“, für Erwachsene und Jugendliche, für die AR-Anwendung bitte Handy mitbringen! Uhrzeit 12 – 13 Uhr, im Couven Museum, Hühnermarkt 17.

Museumsführung „Auf den Spuren Kaiser Karls“, für Erwachsene und Kinder ab Grundschulalter, Uhrzeit: 15 – 16 Uhr, mit Dr. Monika Haas, im Centre Charlemagne, Katschhof 1.

Information und Anmeldung: 

Museumsdienst Stadt Aachen, Tel: +49 (0) 241 / 432-4998, Fax: +49 (0) 241 / 432-4989

Mail: museumsdienst@mail.aachen.de

Internet:  www.museumsdienst-aachen.de

Servicezeiten: Dienstag, Donnerstag u. Freitag: 9 bis 14 Uhr. Mittwoch: 9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr

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450 Meter Vennbahnweg fertig – 30 Bäume gepflanzt

Heute ist es soweit. Die Bauarbeiten am Vennbahnweg werden abgeschlossen. Da kommt Freude auf. Das Presseamt der Stadt schickte eine entsprechende Mitteilung. Darin ist zu lesen:

Der Vennbahnweg ist auf einem rund 450 Meter langen Teilstück zwischen der Philipsstraße und einer kleinen Zufahrt am Eisenbahnweg verbreitert worden. Die Bauarbeiten können am Freitag, 23. Dezember, abgeschlossen werden. Der Fuß- und Radweg wird dann wieder auf ganzer Strecke befahrbar sein. Begonnen hatten die Bauarbeiten Anfang November diesen Jahres. Der Frost der vorigen Woche hatte die Asphaltierungsarbeiten und damit den Abschluss der Bauarbeiten um etwa eine Woche verzögert.

Das ausgebaute Teilstück ist auf eine Breite von durchgängig 3,50 Meter ausgebaut worden und hat eine ganz neue Asphaltdecke erhalten. Zudem sind 30 neue Bäume zu beiden Seiten des Vennbahnwegs gepflanzt worden.

Die Gesamtkosten des Ausbaus und der Baumpflanzungen belaufen sich auf rund 320.000 Euro. Die Kosten der Maßnahme werden zu 80 Prozent gefördert. In weiten Teilen ist die beliebte Radstrecke allerdings weiterhin sehr holperig. Wäre schön, wenn die auch noch erneuert würde.

Hier radelt es sich einigermaßen schön: auf dem Vennbahnweg. Foto: AachenNews Archiv
Etwas breiter und besser befestigt: 450 Meter auf dem Vennbahnweg – das ist zumindest mal ein Anfang. Der Weg ist ansonsten eher holprig bis Brand.
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Büchel ist ready für die ZwischenZeit

Blick auf einen Teil des Geländes, das jetzt gestaltet werden soll. Foto: SEGA

Da, wo sich früher ein Parkhaus befand, wird es einmal eine Wiese geben und das ein oder andere attraktive Gebäude. Das alles muss sorgfältig geplant werden. Aber nachdem man schon mehr als 20 Jahre auf den Abbruch des häßlichsten Parkhauses der Welt hat warten müssen, fallen jetzt ein oder zwei weitere Jahre nicht besonders ins Gewicht. Unterdessen kann die Stadtverwaltung mitteilen: „Die Städtische Entwicklungsgesellschaft Aachen (SEGA) kann den Aktionsplatz an der ZwischenZeit am Büchel freigeben.“

Die Bauzäune um die Vegetationsflächen müssen allerdings noch bis Ende März stehenbleiben, „damit dort ein robuster Anwuchs des Rasens und der Wildwiesen gelingen kann“. Stadtarchäologen hätten im Rahmen der Landschaftsarbeiten einige Relikte aus dem Mittelalter neben dem Gebäude Büchel 51 gefunden und gesichert, so wird mitgeteilt: Scherben, Münzen und Mauerreste.

Das Gesicht des Büchel für die Zwischennutzung bis zur endgültigen Bebauung ab ca. 2025 ist nun sichtbar: die Wegeführung, die Sandfläche in der Mitte mit den Stelen für Hängematten, Slaglines, Sonnensegel. Die Botschaft an alle künftigen Besucher*innen lautet: „Bringen Sie Ihre Ideen und Ausstattungsgegenstände einfach mit!“ Der Schriftzug Platz für Demokratie der Bürgerstiftung Lebensraum liegt bereits und drumherum sprießt erstes Grün aus dem winterlichen Boden. Dort wird die Bürgerstiftung regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Demokratie anbieten.

Neu ist die Fahrradbox in der Ecke zur Mefferdatisstraße. Die Anlage sei durch die Stadt Aachen mit Förderung durch die Europäische Union und das Land NRW aufgestellt worden und werde Anfang 2023 in Betrieb gehen, so wird mitgeteilt.

Das stetig wachsende Programm, die Ansprechpartner*innen und die künftigen Akteur*innen der ZwischenZeit am Büchel findet man auf www.zzab.de.

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Ausflug mit Überraschung: Magdeburg ist bezaubernd

Wen es relativ unvorbereitet einmal nach Magdeburg verschlägt, der/die wird überrascht sein: Es ist eine wunderbare, sehens- und erlebenswerte Stadt. Ob dieses Gebäude (genannt: Grüne Zitadelle und Hundertwasserhaus) in Aachen Freunde und Bewunderer finden würde, eventuell als Randbebauung der neuen Büchel-Wiese, ist sehr fraglich. Auch in Magdeburg war das Bauwerk umstritten. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Domplatz und zum Landtag. Alle Fotos: Henning Brinkmann
Wahre Lichterfluten haben sich die Magdeburger auf den Plätzen und in den Straßen ihrer Stadt geleistet. Oben nur ein Beispiel von vielen.
Ein Hotel in Magdeburg. „Ziemlich imposant“ möchte man da sagen.
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Ukraine im Blick: eine neue Partnerstadt und ein Benefiz-Konzert in der Klangbrücke

Einstimmig hat es der Stadtrat beschlossen, und ob die Bürgerinnen und Bürger mitziehen, das muss sich erst noch zeigen. Die Rede ist von der sogenannten Solidaritätspartnerschaft zur Stadt Chernihiv in der Ukraine. 

Der Bürgermeister dieser vom Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogenen Stadt, Vladyslav Atroshenko, war bei der jüngsten Ratssitzung via Zoom zugeschaltet. Der Mann machte einen bedrückten, sorgenvollen Eindruck, das ließ sich nicht übersehen und ist ja auch kein Wunder. Große Teile der Infrastruktur seiner Stadt sind zerstört

Die Stadt liegt nordöstlich von Kiew, nur 90 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Der dortige Stadtrat hat der Partnerschaft schon am 30. November zugestimmt. Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen war dabei ihrerseits via Zoom zugeschaltet. Die Solidaritätspartnerschaft mit initiiert hatte der Verein „Ukrainer in Aachen“.

Das muss manche/r noch lernen: Um sicher und frei leben zu können, muss man sich so aufstellen, dass kein Despot, Diktator oder Tyrann einer anderen Macht jemals einen Angriff wagt, bzw. nicht im Traum daran denkt.

Ob Bürgermeister Atroshenko am Donnerstag, 18. Mai, zur Karlspreisverleihung an den ukrainischen Präsidenten Volodymir Selenskyj nach Aachen kommen kann, ist noch vollkommen ungewiss. Vielleicht kann nicht mal Selenskyj selber kommen. Glaubt man den Experten, so wird der Krieg mindestens noch bis zum Sommer dauern. Vorher gibt sich Russlands Präsident Putin, der bisher schon 31 mal mit einem Atomschlag gedroht hat, nicht geschlagen. Dabei ist er mit seiner Gurkentruppe (schlecht ausgebildet, schlecht ausgerüstet, wenig motiviert) eigentlich schon jetzt komplett am Ende. Warum diese Männer nicht zu Tausenden desertieren ist ein Rätsel.

Unterdessen lädt der Kulturbetrieb der Stadt Aachen gemeinsam mit dem Verein „Ukrainer in Aachen“ alle Bürger*innen zu einem Benefitskonzert ein. Am kommenden Donnerstag, 29. Dezember, findet um 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) ein Freundschaftskonzert in der Klangbrücke, Kurhausstraße 1, statt. Gespielt werden klassische und ukrainische Stücke von den beiden jungen Akkordeonvirtuosen Ihor und Denys Pankiv aus Lliv, Lemberg, die bereits im Europaparlament in Straßburg und beim Jugendkarlspreis 2022 aufgetreten sind. 

Zudem wird ein Gesangs-Quartett aus der Hochschule für Musik in Lliv (Lemberg) auftreten. Der Eintritt ist frei. Der Kulturbetrieb bittet jedoch um Spenden.

Vor dem Finanzamt in Aachen, Krefelder Straße. Foto: AachenNews Archiv
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Tageszeitungen im Umbruch

Was wird aus unseren Tageszeitungen? 

Der Berliner „Tagesspiegel“ hat sich neu erfunden, ist jetzt dicker und vom Format her kleiner, und bei „Bild“ und „Welt“ kündigen sich ebenfalls große Veränderungen an. Springer-Chef Mathias Döpfner spricht von „tiefgreifenden Umstrukturierungen und Kostensenkungen“. Nicht zuletzt werden in Aachen die „Nachrichten“ gänzlich von der Bildfläche verschwinden. 

Offenlage: Ich liebe Zeitungen, gehöre aber nicht zur Zielgruppe der Unter-30-Jährigen. Ich bin ein Fan von Gedrucktem, lese auch gern Bücher. Ich finde die Abgeschlossenheit von Zeitungen schön, man hat etwas in der Hand, was für den heutigen Tag fertig und gut ist, was nicht mehr verändert wird. Das entspannt. 

Die Plattformen im Internet dagegen sind nie am Ende, sind endlos, rastlos, der Fluß der Nachrichten geht immer weiter. Die Endlosigkeit des Netzes ermüdet. 

Schon lange sieht man in Bus und Bahn niemand mehr in einer Tageszeitung lesen. Wir sind eine digitale Gesellschaft und schauen in unsere Handys auf einen nie versiegenden, riesenhaften Strom von Infos. Darunter viel Hass und Quatsch, aber auch Witziges. Das kostet Aufmerksamkeit, wer kann sich da noch konzentrieren? 

Zeitungen herauszugeben (auf totem Holz) das sei umweltschädlich, hört man manchmal. Stimmt aber nicht. Das Internet ist viel umweltschädlicher, was kaum eine/r weiß. 

Print hat sich bis zur Jahrtausendwende sehr gut mit Werbung finanziert. Das klappt sogar heute noch – nur eingeschränkt. Der Kleinanzeigenmarkt ist komplett weggebrochen, die Werbung ist in die sozialen Netzwerke abgewandert. Dort einzusteigen, das haben die Verleger verpasst, und ein neues Geschäftsmodel ist ihnen bis jetzt nicht eingefallen. 

Dazu haben sich wegen diverser Krisen die Papierpreise fast verdreifach. Die Tageszeitung wird immer teurer. Und außerdem: Wer hat eigentlich noch die Zeit (eine knappe Stunde am Tag), so viel Text zu lesen? Lohnt es sich, eine Zeitung zu abonnieren, die man mehrmals pro Woche ungelesen wegwerfen muss? Wäre es nicht besser, die Erscheinungsweise umzustellen auf 3 mal pro Woche – montags, mittwochs und samstags?

Ein Beispiel: Baumbesetzung am Chorusberg im Februar 2021. Über Mangel an Infos konnten sich zumindest Zeitungsleser*innen nicht beklagen. Doch wer hat noch Zeit, so viel zu lesen? Foto: AachenNews Archiv

Eine Stadt oder Gemeinde ohne Tageszeitung ist eine arme Kommune. Da fehlt es an Kontrolle der Politik durch unabhängige Journalist*innen, die recherchieren, kommentieren und Anfeindungen durch Leser*innen, Geschäftsleute und Kommunalpolitiker*innen nicht aus dem Weg gehen. Die am Ende einer Ratsperiode fragen: Was ist aus den Wahlversprechen geworden? Nichts? Wurde die Gemeinde, die Stadt gut verwaltet? Wurde sie ein Stück nach vorne gebracht, sinnvoll entwickelt und modernisiert? Oder gab es Stillstand ohne Ende? 

Zum Weiterlesen: https://meedia.de/2022/12/21/das-plant-springer-chef-mathias-doepfner-fuer-2023/

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