Du bist 16 oder wirst es dieses Jahr? – Du kannst jetzt einen Impftermin buchen

Das angesagte Accessoire der Saison. Oben im Bild, etwas schwer zu erkennen.

Wer (ab 16 Jahren) bisher noch keinen Impftermin erhalten hat, kann einen Termin für die Impfung im Impfzentrum in Aachen online über www.116117.de oder telefonisch über die zentrale Rufnummer 116 117 oder die zusätzliche Rufnummer (0800) 116 117 01 buchen.

Wichtig: Es sind aktuell sehr zeitnah Termine verfügbar. Das teilen Stadt und StädteRegion Aachen mit.

Sonderaktion für Schüler*innen 

Da die Schüler*innen weitestgehend noch nicht geimpft ist, gibt es das Angebot, unter den unten aufgeführten Links kurzfristig Impftermine mit den für die Zielgruppe zugelassenen Impfstoffen zu buchen. 

Es liegt eine STIKO-Empfehlung zur Verwendung des Impfstoffs von Johnson&Johnson ab 60 Jahren vor. Allerdings ist der Impfstoff ab 18 Jahren zugelassen. Wer eine Impfung wünscht, kann diese deshalb bekommen. Die Termine werden jeweils so freigeschaltet, wie der Impfstoff zur Verfügung steht. „Das bedeutet, dass wir laufend neue Terminslots freischalten, so wie der Impfstoff in Aachen angeliefert wird. Sollten Termine ausgebucht sein, lohnt es sich also, regelmäßig neu nachzusehen“, so steht es in der offiziellen Mitteilung. 

QR-Cod



Alles easy: Digitalen Impfnachweis via Warn-App kassiert. Sorry, aber da man im Impfzentrum nicht mal die Wände mit den Hinweisschildern fotografieren durfte (für euch getestet), gehen AachenNews die Motive aus, um die Corona-Infos zu bebildern.

Für die Nutzung des digitalen Impfnachweises mittels App muss für jede Impfung ein QR-Code eingescannt werden. Alle Informationen zum digitalen Impfnachweis findet man unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus/faq-covid-19-impfung/faq-digitaler-impfnachweis.html.

Unter www.mein-apothekenmanager.de erfährt man, welche Apotheken in Aachen und in der StädteRegion Aachen den Service „Digitales Impfzertifikat“ anbieten. Wichtig zu wissen für alle Bürger*innen, die bereits einen Termin im Impfzentrum hatten: Sie bekommen die Codes automatisch per Post zugeschickt.

Ab sofort kann der QR-Code auch direkt nach der Impfung in der Wartezone des Impfzentrums erstellt und ausgehändigt werden.

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Sound des Tages wird noch gesucht. Are You Even Real?

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Wie so oft: Altes Gebäude ist in schlechterem Zustand als zunächst angenommen

Unsere Lieblingbaustelle

Das Neue Kurhaus. Das Erdgeschoss (Bild oben) sowie das Kellergeschoss (unten) und die Obergeschosse sind auf den Bauzäunen abgebildet. Wie die weitläufigen Räume mal genutzt werden, ist dort abzulesen. Über Mangel an Transparenz kann sich niemand beklagen.

Doch leider ist die Bausubstanz kaputter als man gedacht hatte. Die Bauzeit wird sich vermutlich um ein Jahr verlängern. Jetzt wird erst mal untersucht, die Baustelle liegt still. Ob sie auch teurer wird als die früher genannten 50 Millionen Euro, ist noch nicht bekannt.

Zur Geschichte: Vor dem Neuen Kurhaus stand an gleicher Stelle (Monheimsallee, neben dem Eurogress) ein für die damalige Zeit hochmodernes Krankenhaus. Die pompöse Architektur und die großzügige Anlage machten das Mariahilfhospital (was für ein Name!) zu einem der damals eindrucksvollsten Krankenhäuser Deutschlands. Es wurde 1914 abgerissen.

Ob das jetzt hier für diese wenigen Zeilen das richtige Format ist, das ist auch noch nicht entschieden. Die Bilder sind zu klein, aber wenn man drauf klickt, werden sie größer.

Prachtvolle Kassettendecke in einem Saal im Neuen Kurhaus an der Monheimsallee.

Die Decken sind das Problem. Sie haben sich als instabiler erwiesen, als zunächst angenommen wurde. Sollten sie ersetzt werden müssen, würde damit auch manch erhaltenswertes Teilstück verschwinden. Ein herber Verlust für die Freunde der Denkmalpflege.

Die Revitalisierung des alten Kastens hatte im Rathaus zu Kontroversen geführt: Grüne und Piraten wollten das Gebäude verkaufen, jedenfalls keine 50 Millionen Euro für die Restaurierung ausgeben. Insbesondere CDU und SPD, aber auch Die Linke und die FDP wollten es im Eigentum der Stadt Aachen belassen.

Wird erwartungsgemäß später fertig, erst Ende 2024. Und es wird vermutlich auch – das steht aber noch nicht fest – teurer als zunächst geplant: das Neue Kurhaus. Es ist ein großartiges Gebäude, mit dem viele Aachener*innen besondere Erinnerungen verbinden. Dort wurde z. B. grandios Karneval gefeiert.

Zuletzt war es ein Spielkasino. Im dazugehörenden Restaurant „Gala“ kochte einst Sterne-Koch Gerhard Gartner.

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Straßenarbeiten in der Adenauerallee. Lothringer Straße wird endlich rot.

Der Aachener Stadtbetrieb repariert ab sofort die Fahrbahnflächen in der Adenauerallee. Zwischen den Kreuzungen Branderhofer Weg und Karl-Marx-Allee wird zwischen Montag, 5. Juli, und dem 26. Juli gearbeitet.

Zunächst wird die Adenauer-Allee auf diesem Abschnitt von Montag, 5. Juli, bis Freitag, 23. Juli, in Richtung Karl-Marx-Allee zur Einbahnstraße.  

Von Freitag, 23. Juli, bis Montag, 26. Juli, ist im Bauabschnitt eine Vollsperrung für die abschließenden Arbeiten erforderlich. An diesen Tagen wird die neue Deckschicht eingebaut. 

Die Stadtverwaltung teilt mit: „Es wird dringend empfohlen, die angespritzte Fahrbahnfläche nicht zu betreten, da Kleidung dauerhaft verschmutzt werden könnte. Gleiches gilt für das Befahren mit Fahrzeugen. Das Parken auf den Seitenstreifen ist während der gesamten Bauzeit untersagt. Die Anwohner*innen wurden im Vorfeld durch den Aachener Stadtbetrieb über die Maßnahme informiert.“ 

Umleitungen

Umleitungsstrecken für den Kfz-Verkehr sind über Branderhofer Weg und Kornelimünsterweg sowie über Karl-Marx-Allee, Forster Weg und Branderhofer Weg ausgeschildert. Der Fußverkehr kann weiter über die Adenauerallee erfolgen, Radfahrer*innen werden gebeten, abzusteigen und ebenfalls den Fußweg zu benutzen.

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Lothringerstraße. Hier wird bald alles rot. Foto: AachenNews Archiv

Die Lothringerstraße wird zwischen Wilhelm- und Richardstraße von Montag, 5. Juli, bis 13. Juli komplett gesperrt. Wer hier zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, kommt an der Baustelle in beiden Richtungen vorbei.

Die Zufahrt ins Suermondtviertel über die Theater- und Harscampstraße ist wieder möglich, weil die aktuelle Baustelle in der Harscampstraße für einige Wochen provisorisch verschlossen wird. Das Parkhaus Lothringerstraße ist nur über die Theaterstraße erreichbar. 

Bei trockenem Wetter: In der Zeit vom 5. bis 13. Juli wird der Asphalt der Lothringerstraße rot eingefärbt und die Fahrradstraßen-Markierungen dauerhaft aufgetragen. Das Einfärben und das dauerhafte Markieren einer Straße ist nur bei komplett trockener Fahrbahnoberfläche und bei Temperaturen von mindestens vier bis fünf, besser zehn Grad Celsius möglich sind. Genau deshalb war ein erster Vorstoß im Frühjahr gescheitert, diese Arbeiten um Ostern 2021 herum zu erledigen.

Allerdings konnten damals wie geplant die neuen Sitzbänke und Fahrradbügel aufgestellt und die sieben neuen Säulenhainbuchen gepflanzt werden. Sie sind wichtige baulich-gestalterische Elemente des parallel verlaufenden neuen Premiumfußwegs zwischen der Innenstadt und dem Frankenberger Viertel in der Lothringerstraße.  

Weitere Informationen: www.aachen.de/rvr

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Am Johannisbach

Das Café Einstein bleibt Aachen erhalten

Ein Café gibt es, das war zwar monatelang geschlossen, wartet allerdings jetzt wieder auf neue Gäste. Das Café Einstein ist eigentlich eine Kneipe, aber bei schönem Wetter ist ganz sicher die große Außenterrasse die Hauptattraktion. Die haben wir in den letzten sonnigen Tagen schon heftig frequentiert. Unter wunderbar duftenden Bäumen sitzt man auf dem Lindenplatz wirklich besonders schön.

Ein paar Schritte weiter, am Marktplatz, schließt angeblich das dortige Burgerista, macht Platz für ein anderes Burger-Restaurant. Und in der Kleinmarschierstraße eröffnet nach umfassendem Umbau am kommenden Mittwoch, wie die Betreiber mitteilten, ein weiteres Café (s. Foto unten). Die Älteren wissen: Das ist da, wo früher Brot-Schneider war.

Wo sich vor über 2 Jahren mal ein Laden mit allerlei Antiquitätchen (aus den 1950er Jahren) und ein improvisiertes Café befanden, werden ab kommenden Mittwoch wieder Kaffee, Cappuccino und vieles mehr serviert. Dort sieht innen alles sehr freundlich und gemütlich aus. Also: Nichts wie hin.

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Noch etwas Musik: Venus von Bananarama

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Der Marktliner – nur eine Projektionsfläche für Träume

Einen teilautonom und elektrisch fahrenden Minibus wird es auf absehbare Zeit nicht geben – entgegen vollmundiger Ankündigungen von RWTH-Professor Günther Schuh. Das kann man bedauern. Es wäre ja wirklich schön, wenn es so ein Wunder-Fahrzeug (hier schon mal zu sehen, als Animation) schon 2022 oder 2023 geben würde.

Dass damit allerdings auch der Marktliner gestorben ist, der durch Aachens Innenstadt, durch Fußgängerzonen und über den Marktplatz fahren sollte, das ist nur zu begrüßen. Auf diesen E-Mini-Bus, der hauptsächlich von CDU und FDP als die Lösung vieler Probleme herbeigesehnt wurde, muss Aachen (erwartungsgemäß) verzichten. Der Rat der Stadt Aachen hatte bei der Firma von Professor Schuh (der ist mittlerweile ausgeschieden) seinerzeit gleich mal 6 Stück bestellt, gegen die Stimmen der Piratenfraktion.

Die Vorgänge kommentiert Matthias Achilles, Mitglied des Rates der Stadt Aachen. Er schreibt:

„Der Marktliner kommt nicht, die Stadt Aachen bricht das Vorhaben ab und das ist gut so. Der Grund dafür liegt heute in Terminschwierigkeiten und Zeitrahmen für Fördermitteln, ohne die in Aachen die wenigsten Projekte auskommen. Das ist fast schon schade, weil das Projekt an sich immer eine Mischung aus nutzlos, störend, über-ambitioniert und deplatziert war, dass es eigentlich von der Politik hätte kassiert werden müssen.

Die Idee kam ursprünglich von der sonst so diszipliniert haushaltenden FDP, die damit in der letzten Ratsperiode etwa die Hälfte ihrer Ratsanträge füllte. Aber auch die Grünen griffen die Idee mit Anträgen auf und bekamen die Unterstützung aller anderen Fraktionen.

Aller bis auf eine, natürlich, denn die Piratenfraktion behielt damals als einzige einen kühlen Kopf, sprang nicht auf den „Hype-Train“ auf und sprach offen an, was alle anderen immer nur hinter vorgehaltener Hand sagten: „Das Projekt lebt nur als Projektionsfläche für Träume, die jeweils woanders viel besser Realität werden können.“

Diese Träume waren im einzelnen die Elektrifizierung und der Angebotsausbau von ÖPNV, autonomes Fahren, Barrierefreiheit, Wirtschaftsförderung von Einzelhandel und lokalen Fahrzeugherstellern und ein Zugang zum Wochenmarkt Innenstadt für alle. Alle diese Punkte würden ineffektiv bis gar nicht im Projekt Marktliner umgesetzt und das war auch immer allen klar. Bei jeder Frage zu einem einzelnen Punkt wurde sich immer darauf zurückgezogen, dass der ja vielleicht nicht gut abgebildet würde aber alle anderen das ja sicher wettmachten.

Zum Beispiel kam dann auf die Frage, ob der Markt nicht eher am Elisenbrunnen stattfinden sollte, wenn Menschen auf dem Markt(platz) Schwierigkeiten mit dem Untergrund hätten, stets ein Verweis auf das tolle autonome Fahren. Oder es wurde die Idee angebracht, dass dieses Projekt, das im Vollausbau keine 100 Menschen gleichzeitig hätte transportieren können, den Einzelhandel rettet.

Doch obwohl die Schwächen offen zu Tage lagen, kam bei jeder Abstimmung am Ende doch nur eine Gegenstimme zustande. Zu stark waren Fraktions- und Koalitionsdisziplin, zu bequem die Flucht in die Fiktion. Doch selbst nach der Wahl, also befreit von der Großen Koalition, die so viel Schaden an Aachens Verkehrspolitik zu verantworten hat, konnte das Projekt nicht politisch beendet werden.

Unsere Fraktion DIE Zukunft hat als ein großes Projekt das Ende des Marktliners zu Gunsten von mehr barrierefreien Haltestellen für alle in die letzten Haushaltsberatungen eingebracht. Wir wurden überstimmt, das Projekt sollte leben, der Ausbau der Haltestellen nicht beschleunigt werden.

Jetzt ist der Traum geplatzt. Das Projekt wird abgewickelt, weil ein einzelner Baustein, das autonome Fahren, nicht im Zeitrahmen des Projektes geliefert werden kann. Damit fällt das ganze Projekt komplett in sich zusammen, weil der Zirkelschluss von Illusionen plötzlich eine Lücke bekommen hat.

Doch müssen wir Politiker*innen in Aachen uns auch fragen, wie es überhaupt so lange überleben konnte. Wir müssen dringend lernen, Priorität zu setzen, dafür setzen wir uns, gerade auch im Mobilitätsausschuss, ein. Eine klare Priorität für uns bleibt die barrierefreie Stadt, weshalb wir erneut versuchen werden, mehr Geld für Haltestellen-Umbau zu sichern, davon müsste ja gerade etwas frei geworden sein.“

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Am Wochenende in den Nationalpark Eifel fahren? – Es gibt Alternativen

Mit dem Rad immer an der Rur entlang

  • Der RurUfer-Radweg ist 170 Kilometer lang, man kann ihn befahren, ohne in Gelände zu geraten, in dem Touristen zwangsläufig Tiere und Pflanzen zerstören.
  • Auf diesem Radweg erlebt man das Hohe Venn, den Nationalpark Eifel, die Jülicher Börde, das Heinsberger Land und die Niederlande bei Roermond.
  • Man kann die Zitadelle in Jülich, die Fachwerkhäuser in Monschau, das Jugendstilkraftwerk in Heimbach und vieles mehr auf der Tour besichtigen.
  • Infos gibt es hier. Via Mail hier: info@rurufer-radweg.de und anrufen hier: 02446 / 805 790.
  • Foto unten: Werbung für den RurUfer-Radweg z. Z. im Stadtbild von Aachen zu sehen.
In Aachen in der Großkölnstraße

Es muss nicht immer der Nationalpark Eifel sein. Der jüngste deutsche Nationalpark – 11.000 Hektar groß – ist zur Zeit total überlaufen. Schon längst hat die Leitung des Nationalparks jede Werbung für den Park gestoppt.

Wildcamper stören dort Tiere und zertreten seltene Pflanzen. Sie entzünden Lagerfeuer, sie grillen und hinterlassen wilden Müll in Menge auf den Wanderwegen und auch abseits. 1,35 Millionen Menschen latschten schon 2020 in den Nationalpark, 2021 werden es ganz sicher noch mehr sein. Was für eine Pleite.

Der Eifel-Boom zeichnete sich schon nach dem ersten Lockdown 2020 ab, er war vorauszusehen. Im Winter strömten die Massen auf die verschneite Wege. Der Ansturm wird noch befeuert durch Outdoor-Apps wie Komoot, wo Nutzer ihre eigenen Touren einstellen können. Erst in den letzten Tagen haben die Betreiber angefangen, Hinweise einzuarbeiten. Hinweise auf Gebiete, die Touristen nicht betreten sollten.

Menschen wollen was erleben, das ist nun mal so. Eine kluge Politik hätte das berücksichtigt bei der „Bewältigung“ der Pandemie.

Menschen benehmen sich als Touristen manchmal rücksichtslos. Sogar mit Booten wird versucht, einsame Buchten im Nationalpark zu erreichen. Dabei sei am Rursee an anderer Stelle – von Einruhr bis nach Schmidt und Heimbach – alles zugänglich, notiert Marco Rose in seinem Bericht in der örtlichen Tageszeitung. Alternativen aufzuzeigen – das ist auch der Sinn des oben stehenden Hinweis auf den RurUfer-Radweg.

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Misserfolg auf der ganzen Linie: der Aachener Marktliner ist (vorerst?) gescheitert

Der sogenannte Marktliner kann nicht mit den ursprünglich geplanten sechs Fahrzeugen des elektrisch und teilweise autonom fahrenden „e.GO Moover“ in Betrieb gehen. Das kam jetzt im zuständigen Politiker-Gremium zur Sprache. Im Mai 2021 habe die Firma e.GO (seinerzeit gegründet von RWTH-Professor Schuh) der Stadtspitze mitgeteilt, dass ein wesentlicher Technologiepartner für die Automatisierung des e.GO Moover aus dem Projektkonsortium ausgestiegen ist. Und dieser Ausstieg habe Folgen für das gesamte Projekt. 

Professor Günther Schuh, Geschäftsführer der e.GO MOOVE GmbH wird dazu vom Presseamt wie folgt zitiert: „Verschiedene Finanzierungs- und Zuliefererprobleme haben die e.GO MOOVE  während der Pandemie daran gehindert, die geplanten Fortschritte bei der Entwicklung des autonom fahrenden People Movers rechtzeitig zu erzielen. Wir sind daher erst ab Sommer 2022 in der Lage, diese Fahrzeuge zu liefern. Wir bedauern außerordentlich, dass dadurch der vorgesehene Testbetrieb in der Aachener Innenstadt nicht mehr im Zeitrahmen des Förderprojektes stattfinden kann.“

Die Pleite kommentiert auch Matthias Achilles mit treffenden Worten. Er und seine Piratenfraktion waren seinerzeit die Einzigen, die erkannten, dass das Projekt Marktliner „eine Mischung aus nutzlos, störend, über-ambitioniert und deplatziert“ war.

Stadtbaurätin Frauke Burgdorff meint: „Die Idee, eine Buslinie über den Markt und durch die Innenstadt fahren zu lassen, muss nun unter veränderten Vorzeichen neu bewertet werden.“

Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass AachenNews die Hoffnung hegt, es werde den Marktliner in Aachen niemals geben. Fußgängerzonen sollen für Fußgänger*innen da sein und nicht für kleine Busse. Besonders die FDP-Fraktion in Aachen ist übrigens Fan dieses Projekts. (s. dazu auch hier. Bussi Bussi. Von Anfang an ein echter, leicht zu erkennender Quatsch. )

Zum Hintergrund teilt das Presseamt mit: Die Firma e.GO Mobile AG war zum Jahresende 2019 nach einem europaweiten Vergabeverfahren von der Stadt Aachen mit der Entwicklung und Lieferung von bis zu sechs Fahrzeugen des Typs e.GO Moover beauftragt worden, und zwar mit dem Ziel, diese als Marktliner über den Marktplatz und die Innenstadt fahren zu lassen. Diesem Auftrag an die e.Go Mobile AG waren mehrere Entwicklungsstufen vorausgegangen. 

Im Jahr 2018 hatte die Aachener Verwaltung gemeinsam mit der ASEAG einen Förderantrag zum Marktliner im Rahmen des Förderprogramms „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gestellt. Der Antrag zielte darauf ab, automatisierungsfähige, elektrische Kleinbusse zu entwickeln und in der Innenstadt mit Anbindung des Marktes zu erproben und einzusetzen. Der Förderantrag hatte ein Volumen von 3,6 Millionen Euro. Der Bund hatte sich bereit erklärt, als Zuschussgeber die Hälfte davon zu übernehmen. Der Antrag wurde Anfang des Jahres 2019 bewilligt.

Die Corona-Pandemie (neuerdings an allem schuld, was schief geht) habe im Jahr 2020 dafür gesorgt, dass sich das Projekt verzögerte. Hinzu sei eine Insolvenz des Auftragnehmers e.GO gekommen, die aber im Herbst 2020 durch die Beteiligung eines neuen Investors (angeblich ein Mensch aus der Filmbranche in den USA) abgewendet werden konnte. 

Daraufhin stimmten e.GO, ASEAG und Stadtverwaltung einen neuen Projektzeitplan ab. Sie beantragten beim Zuschussgeber Bund, das Projekt bis zum September 2022 verlängern zu dürfen. Diesem Antrag wurde zugestimmt. Seit Mai 2021 ist aber klar, dass auch die Zeit bis September 2022 nicht ausreichen wird, das Projekt Marktliner als teilautomatisiertes Fahrzeug auf die Straße zu bringen. 

Damit so viele Menschen so lange Zeit so intensiv zu befassen ist und war . . . bescheuert. Aber das wird sicher noch weitergehen. Prognose: Ohne den geringsten Erfolg.

Fördermittel müssen zurückgezahlt werden

Die Stadt führe, so wurde mitgeteilt, zurzeit Gespräche mit dem Zuschussgeber über den Projektausstieg. Bisher seien Kosten für die Machbarkeitsstudie in Höhe von rund 25.000 Euro angefallen. Die Stadt geht davon aus, dass die hierfür bereits eingegangenen Fördermittel in Höhe von rund 12.500 Euro zurückgezahlt werden müssen.

Die Fachverwaltung wird den Mobilitätsausschuss über die weitere Entwicklung regelmäßig informieren.

Mit Infos vom Presseamt der Stadt Aachen

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Horror-Baustelle im Ostviertel, jetzt entschärft

Horror-Baustelle im Ostviertel von Aachen

Mitte Juni bildete sich auf der Joseph-von-Görres-Straße im Aachener Ostviertel plötzlich ein Krater – so groß, dass ein Auto darin Platz gehabt hätte. Zum Glück landete niemand in dem Loch.

Diese Baustelle (ein unterspültes Straßenstück) hat diverse Autofahrer*innen Nerven gekostet. Es kam nämlich zu langen Staus, insbesondere auf der Joseph-von-Görres-Straße und der Peliserkerstraße. Mitten in den Staus hingen auch Busse fest, sie erreichten erst mit teils 30 Minuten Verspätung ihr Ziel. Der Grund für die Staus: rechts und links der Straße parkten Autos. Es gab kein Vorbeikommen mehr. Die Situation wurde schließlich entschärft, jetzt rollen die Wagen einigermaßen zügig.

Voraussichtlich heute in einer Woche wird man die Straße (in Richtung Europaplatz) wieder befahren können.

Wer zur Autobahn will, muss einen Umweg fahren.

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Etwas Musik, die zum nassen Wetter der vergangenen Tage passt. Es ist die Live-Improvisation „A Sonic Womb“ von Suzanne Ciani. Viele Frauen haben in der Vergangenheit die Technik genutzt und am Synthesizer die elektronische Musik geprägt.

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Überraschung im Stadtarchiv: Alten Plan von Aachens Radrennbahn gefunden

Das weiß auch noch nicht jede/r: Aachen hatte mal eine Radrennbahn, eine ziemlich große sogar. Die befand sich auf Krummerück, also etwa gegenüber dem heutigen Polizeipräsidium an der Trierer Straße (in Forst). Das Archivale des Monats – wird jeweils vom Stadtarchiv herausgegeben – zeigt einen vom Architekten Lambert Oligschläger 1928 gezeichneten Lageplan des Geländes der Radrennbahn Krummerück.

Bei der Erschließung von Akten der städtischen Armenverwaltung in preußischer Zeit, so teilt das Stadtarchiv mit, sei unerwartet ein besonderes Archivale aus dem Jahr 1928 entdeckt worden – nämlich ein Plan des Geländes der Radrennbahn Krummerück. Das Gelände befand sich in Forst bzw. in Brand im Bereich Driescher Hof. 

Es scheint, dass im Stadtarchiv tatsächlich Dokumente abgelegt sind, von deren Existenz niemand eine Ahnung hat. Die also plötzlich gefunden werden. Man kann sich das nur schwer vorstellen, es muss wohl an der Masse der Schriftstücke liegen. Sie wurden offenbar im Archiv deponiert und im Laufe der Jahre vergessen. Tja.

Eine Akte der Armenverwaltung

Der Plan gelangte „in die Akte der Armenverwaltung“, wobei wir nicht wissen, was das sein soll: Armenverwaltung. Eine Vorform des Sozialamtes? Jedenfalls gelangte der Plan von der Radrennbahn in diese Akte und da wurde er jetzt wiedergefunden. Der Besitzer des Geländes, auf dem die Radrennbahn lag, war Dr. Jean-Paul Goossens. Und der bot das Gelände der Stadt zum Kauf an.

Aus diesem Angebot entwickelte sich ein so genanntes Kapitalgesuch, für dessen Bearbeitung eben die städtische Armenverwaltung zuständig war. Goossens brauchte Geld. Er wollte Kapital ansammeln, um den Aachener Betrieb der Firma Mannesmann-Mulag vollständig übernehmen zu können.

Diese Firma baute in Aachen „Benzinwagen“ (aka Autos) und fertigte Ersatzteile an.

Zusätzlich wollte Goossens eine englische Firma gewinnen, die den Standort in die Lage versetzen sollte, elektrisch betriebene Omnibusse zu bauen. Ganz schön fortschrittlich, dieser Goossens, so möchte man meinen.

Platz für 10.000 Zuschauer*innen

Wie sah die Radrennbahn denn nun aus? Das der Stadt zum Kauf angebotene Gelände mit der Radrennbahn umfasste 22 Morgen (ca. 70.000 m²), der aufgerufene Preis betrug 250.000 Reichsmark. Die ovale Radrennbahn, die von der 1924 gegründeten „Stadion-Aktiengesellschaft“ betrieben wurde, war im gleichen Jahr von der Baufirma Robert Grünzig in Eisenbeton gebaut worden.

Die Bahn war 400 m lang und etwa 9 m breit. Auf den Geraden hatte sie eine Höhe von 1,20 m, in den Kurven von 4,65 m. Auf den aufgeschütteten Sitz- und Stehplätzen rund um die Bahn hatten 10.000 Zuschauer*innen Platz. 

Finanziell schwierige Lage

Am 24. August 1924 wurde die Radrennbahn eröffnet. Angesichts der getrübten wirtschaftlichen Gesamtlage war der Betrieb der Sportstätte, auf der sowohl Radrennen als auch Motorradrennen und Leichtathletikveranstaltungen stattfanden, aber von Beginn an finanziell schwierig. Die Stadt ließ ein Wertgutachten zu dem angebotenen Grundstück und den darauf befindlichen Anlagen erstellen. Die Anlage war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits in einem sehr schlechten Zustand, so dass die Stadt den Wert der Anlage auf nur 150.000 Reichsmark taxierte.

Finanzausschuss lehnt ab

Der städtische Finanzausschuss lehnte den Erwerb des Grundstücks in seiner Sitzung vom 23. November 1928 ab, wollte Goossens als Unternehmer aber in anderer Form gerne unterstützen. Daraufhin wurde die städtische Sparkasse gebeten, eine Beleihung des Grundstücks zu prüfen.

Der Sparkasse war die Beleihung von Objekten wie Rennbahnen jedoch satzungsgemäß untersagt und die Beleihung des Grundstücks wäre wegen seiner Beschaffenheit zu niedrig ausgefallen, um eine echte Hilfe für Goossens Vorhaben zu sein.

Im Vordergrund des Plans ist die Trierer Straße mit der damaligen Bebauung zu sehen. Von hier führt die damalige Krummerück-Allee zum gelb umrandeten Sportgelände.

In Grün ist die Grenze zwischen Forst und Brand eingezeichnet. Das „Fußball-Spielfeld“ war 1928 nicht mehr als eine Wiese, darüber ist die ovale Radrennbahn zu sehen, rechts daneben ist ein „Auto-Standplatz“ für die Besucher*innen eingezeichnet.

Alle Infos: Stadtarchiv Aachen

Plan: Stadtarchiv Aachen, PRZ 30-239 (Plan: fol. 63) bzw. PRZ 30-240.

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Verein mietet 4 leerstehende Ladenlokale und baut ein neues Zentrum

Eine der häßlichsten Straßen von Aachen ist die Mefferdatisstraße, und die befindet sich – horrible dictu – auch noch mitten im historischen Stadtkern von Aachen. Am Erscheinungsbild der Straße (wie am gesamten Büchel) muss gearbeitet werden. Die Gebäude in der Mefferdatisstraße sind heruntergekommen, fast alle Geschäftsräume sind leer, doch es tut sich was in der Straße.

Jüngst fand die Unterzeichnung des Mietvertrages zwischen der SEGA – Städtische Entwicklungsgesellschaft Aachen GmbH & Co. KG – und dem gemeinnützigen Verein in Gründung „Hi, wir sind die Meffi.s“ statt. In der Mefferdatisstraße 14-18 soll in 4 leerstehenden Ladenlokalen ein Transformationszentrum am Büchel entwickelt werden. 

Die SEGA hat aus der Not leerstehender Ladenlokale eine Tugend gemacht und die stark sanierungsbedürftigen Räume zur Nutzung als Begegnungs- und Entwicklungsort (Coworking- und Büroräume, Atelier- und Werkstattflächen, Quartierscafé, sowie Kleinkunst- und Workshopfläche) vermietet. Gemeinsame Verantwortung im Büchel-Quartier zu übernehmen, und dabei gleichzeitig auch Leerstand zu beseitigen, das ist allen Beteiligten dabei ein großes Anliegen.

Bürger*innen werden in der Mefferdatisstraße aktiv. Die Entwicklung des Altstadtquartiers Büchel wollen sie vorantreiben. Foto: Meffis/Patrizia Graf

Doch zunächst wartet eine arbeitsreiche Umbauzeit auf die Akteure, denn angeleitet durch die Architekten von archigraphus und professionellen Handwerkern bringen die späteren Nutzer*innen viel Engagement und Eigenleistung in die Umbaumaßnahmen ein. Die Mieter*innen und Nutzer*innen packen im Rahmen sogenannter „Quartiersstunden“ selbst beim Umbau mit an, und helfen so, die Bau- und damit auch die Mietkosten zu reduzieren.  Das eigentliche Ziel von Meffis und SEGA ist es, auf diesem Wege langfristig gemeinwohlorientierte Arbeiten im Sinne der Entwicklung des Altstadtquartiers Büchel zu leisten.

Die Eröffnung des Transformationszentrums soll im Oktober 2021 gefeiert werden.

Die Meffis sind ein Zusammenschluss von Initiativen und Stadtmacher*innen in Aachen und schaffen in der Mefferdatisstraße einen Ort, an dem die sozial-ökologische Transformation der Stadt diskutiert, gestaltet und erlebt werden kann.

Zu ihnen gehören: Aktion Sodis e.V., Digitac e.V., Fridays For Future Aachen, Health For Future Aachen, HOTEL TOTAL Kreativ- und Eventagentur, PAN – Plattform Aachener Nachhaltigkeit, Rhizom 115 e.V., Rock Your Life! Aachen e.V., das Theater SOSH, das Nachhaltigkeitscafé der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, die Lokalgruppe des Social Entrepreneurship Netzwerks Deutschland und weitere Initiativen und Einzelpersonen. (www.meffis.org)

Kontakt zu den Meffis: info@meffis.org

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