Wohnen in Aachen – wo, wie und warum?

Aachen wächst. Gleichzeitig gibt es zu wenig Wohnungen, zu wenig große, zu wenig kleine. Mangel herrscht, wohin man schaut. Vor diesem Hintergrund haben die Politiker*innen 2019 die Stadtverwaltung beauftragt, zusammen mit Fachleuten von der RWTH ein städtisches Handlungskonzept Wohnen aufzuschreiben.

Was ein kommunales Handlungskonzept ist, teil das Presseamt mit, nämlich: ein Analyse- und Planungsinstrument, das dazu dient, lokale Entwicklungsprozesse zu analysieren und auf dieser Basis zukunftsorientierte Strategien und Maßnahmen für den lokalen Wohnungsmarkt zu entwickeln. Soll es also immer mehr Einfamilienhäuser geben mit viel Garten drumrum, oder mehr Wohnanlagen mit relativ eng zusammenlebenden Menschen und einem Gemeinschaftsgarten? Oder sogar Hochhäuser? Wie ist der knappe Platz in der Stadt Aachen optimal verteilt? Für wen?

Das kann und muss in gewissen engen Grenzen reguliert werden.

Es wird eng in Aachen. Mehrgeschossig wurde am Freunder Weg gebaut. Wie hoch sollte man bauen dürfen? 4-geschossig, 6- oder sogar 8-geschossig? Oder alles zustellen mit Einfamilienhäusern? Fotos: AachenNews Archiv

Alle Aachener Bürger*innen sind jetzt anlässlich des Handlungskonzepts Wohnen eingeladen, am Dienstag, 4. Mai, von 17 bis 19 Uhr an der Online-Veranstaltung „Perspektiven für einen Aachener Weg“ zum Ergebnisbericht des Lehrstuhls für Planungstheorie und Stadtentwicklung der RWTH Aachen teilzunehmen.

Als Ansprechpartner*innen stehen Lehrstuhlinhaberin Professor Dr. Agnes Förster sowie hochrangige Vertreter*innen der Stadt Aachen zur Verfügung. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und Bürgermeister Norbert Plum, Vorsitzender des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses, werden die Veranstaltung eröffnen. Sie findet statt auf dem städtischen YouTube-Kanal – unter https://www.youtube.com/user/aachenonline1 .

Im vergangenen Jahr hatten sich zu diesem Zweck viele Wohnungsmarkt-Akteure aus Sozialverbänden, Mieterschutz, Wohnungswirtschaft, Gewerkschaft, Politik und Verwaltung sowie interessierte Aachener*innen im Rahmen eines digitalen Kick-Offs, einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung und drei Fachforen zusammengefunden und den partizipativen Prozess, trotz der Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen, vorangetrieben.

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Fragen und Anmerkungen können bereits im Vorfeld sowie während der Veranstaltung an handlungskonzeptwohnen@mail.aachen.de geschickt werden. Darüber hinaus ist es möglich, im Rahmen der Kommentarfunktion während der YouTube-Übertragung entsprechendes Feedback zu übermitteln. 

Zur Information wurde ein umfangreiches Informations- und Dokumentationspaket zusammengestellt. Auf der städtischen Projektwebseite www.aachen.de/hkwohnen gibt es so die Möglichkeit, mit dem „Management Summary“ eine auf sieben Seiten konzentrierte Zusammenfassung des Berichtes oder auch die komplette Langfassung des Berichtes herunterzuladen.

Darüber hinaus findet sich dort eine Sammlung weiterführender Informationen und Dokumente aus dem Beteiligungsprozess.

Wohnen in Aachen (am Klinikum). So . . . oder lieber anders?

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Erfolgreicher Theatermann geht – Team ist fassungslos

Das Team des Grenzlandtheaters meldet sich zu Wort. Und zwar öffentlich auf der Internetseite des Theaters. Hier nachlesen. Als Mitarbeiter und Kollegen von Intendant Uwe Brandt sei man „nach wie vor sprach- und fassungslos“.

Foto: AachenNews Archiv

Uwe Brandt wird vorgeworfen, mit einem Wagen des Theaters wiederholt in Urlaub gefahren zu sein. Auch soll er seinem Sohn am Theater ein Praktikum gewährt haben. Es soll zu mehreren (kleineren) Unregelmäßigkeiten bei der Führung des Theaters gekommen sein. „Sofortige Entlassung“, forderten jedenfalls die Sozialdemokraten in der StädteRegion, die offenbar in Scharfrichtermanier für geringe Anlässe die Maximalstrafe für angemessen halten. Die FDP hieb in die gleiche Kerbe und forderte ebenfalls die Entlassung. (Wir berichteten)

Brandt zog die Konsequenzen und teilte jüngst mit, er werde das Theater verlassen.

Aus die Maus. In einer Situation, wo man ohnehin nicht weiß, was von der Kultur in der StädteRegion „nach der Pandemie“ überhaupt noch vorhanden sein wird (Spoiler: viel ist es nicht), steht auch noch das überaus erfolgreiche Grenzlandtheater ohne künstlerischen Leiter da. Was da gut dran sein soll, verstehe wer will.

Das Team schreibt unterdessen folgendes: „In den 12 Jahren seiner Intendanz haben wir als Team zusammen mit Uwe Brandt über 100 erfolgreiche Theaterproduktionen auf die Bühne gebracht. Er selbst hat neben seiner Intendatentätigkeit in zahlreichen Produktionen erfolgreich Regie geführt, zuletzt in dem begeistert gefeierten Musical „My Fair Lady“.
Gemeinsam mit Uwe Brandt brennen wir für unsere Arbeit und meistern so auch Produktionen, die auf dem Papier vielleicht eine Nummer zu groß fürs Grenzlandtheater erscheinen, im Grenzlandtheater aber realisiert werden, weil alle mit anpacken und dann auf der Bühne das Publikum begeistern.“

Das Grenzlandtheater, das mit seinen Produktionen nicht nur an seinem Standort in der Elisengalerie in Aachens Innenstadt, sondern in der ganzen StädteRegion aufgetreten ist, war in den letzten Jahren fast immer komplett ausverkauft. Man musste sich schon sehr anstrengen, dort mal eine Karte zu bekommen.

Der Zuspruch des Publikums war enorm, die Theaterfreunde lieben das Grenzlandtheater – dies insbesondere dank der vielfältigen Innovationen und dank des weit überdurchschnittlichen Engagements von Uwe Brandt.

Einige Projekte, die Uwe Brandt möglich machte, werden in der Stellungnahme des Teams erwähnt: die beliebte JazzBühne, die Veranstaltungen „Preis der IntoNationen“ im Reitstadion der Aachener Soers, die Hilfeleistungen des CoronaVistaSocialclubs zur Bewältigung der Pandemie, die Modernisierung des Theaterfoyers, die Digitalisierung des Ticketings, der Ausbau einer neuen Probebühne, die Schaffung einer neuen Spielstätten-Möglichkeit und die Entwicklung des Kinder- und Jugendtheaters GRETA zu einer vollwertigen und erfolgreichen Sparte.

Alles ist letztlich auf das Engagement von Uwe Brandt zurück zu führen. Vor Anfeindungen hat es ihn nicht geschützt. Das ist wahrlich nicht lustig!

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Grundschule platzt aus allen Nähten

Die Montessori Grundschule in der Mataréstraße muss Kinder abweisen.

Die Schule in der Mataréstraße/Ecke Zeppelinstraße ist eindeutig nicht der Liebling der Schulverwaltung. Diese Grundschule arbeitet mit großem Erfolg, sie platzt aber seit Jahren aus allen Nähten.  Die Mensa befindet sich im Keller, ist viel zu klein, und für den Offenen Ganztagsunterricht (OGS) ist ebenfalls zu wenig Platz vorhanden. 

Von einem Erweiterungsbau, der in der Zeppelinstraße unbedingt gebaut werden soll, ist weit und breit noch nichts zu sehen. Die drangvolle Enge in der Schule war jetzt Thema im zuständigen Politiker-Gremium. Die Schulverwaltung möchte, dass die beiden oberen Etagen eines eventuellen Erweiterungsbau für „junges, studentisches Wohnen“ reserviert werden. 

Zwei Etagen eines Anbaus für junges, studentisches Wohnen? Wo die Schule selbst den Platz dingend braucht? 

Matthias Fischer, Ratsherr der Linken und selbst Lehrer, fand das gar keine gute Idee. Die beiden Etagen, mindestens aber eine, müssten der Schule und sonst niemand zur Verfügung gestellt werden, forderte er. Noch zuletzt hätte die Schule für den Ganztags-Unterricht 40 Kinder abweisen müssen. Er rief den Politiker*innen in Erinnerung, dass der Bund das „Recht auf Ganztagsbetreuung“ plant. Dann sei die Stadt ohnehin in der Pflicht (frühestens ab 2025, wie Dezernentin Susanne Schwier meinte).

Wenn beide Eltern arbeiten, ist Ganztagsbetreuung für Kinder wichtig, zumal in einem sozialen Brennpunkt, in dem sich die Schule nun mal befindet. Die Schulverwaltung ist möglicherweise nicht darüber informiert, wie viele junge Familien in den letzten vier Jahren rund um die Schule in neu errichtete Wohnungen eingezogen sind. 

Der Vertreter der Verwaltung meinte allerdings zu wissen, dass erst neuerdings der Zulauf zu der Schule so groß sei. Neuerdings? Da ist die Verwaltung schlecht informiert. Die Schule ist schon seit mehreren Jahren äußerst beliebt und sogar bei Eltern und Kindern von außerhalb gefragt. 

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„Digitaler Einkaufsbummel“ in neuem Format 

In Aachen findet der „Digitale Einkaufsbummel“ am Donnerstag, 29. April, bereits zum vierten Mal statt. Und das in einem neuen Format – als Instagram-Live-Shopping Event von 18 bis 20 Uhr. Das Presseamt der Stadtverwaltung teilt mit:

Den Geschäften werde jetzt noch mehr Raum für die Produktvorstellung und die Inspiration der Kund*innen eingeräumt. Projektleiterin Jalina Maaßen berichtet, dass es Einzelhändler*innen in der Stadt gibt, die mit Instagram-Live-Shopping bereits sehr gute Erfahrungen gemacht haben.“

Dieter Begaß, Leiter des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalisierung und Europa der Stadt Aachen, ergänzt: „Im Projekt Hybrider Einzelhandel erproben wir eine Vielzahl von Formaten, um Aachener Handel und Gastronomie unterschiedliche digitale Möglichkeiten aufzuzeigen. Wir wollen diesmal mit Instagram testen, wie der digitale Einkaufsbummel über einen Social-Media-Kanal in Aachen ankommt.“

Mit dabei sind sechs Geschäfte aus der Innenstadt. Diese widmen sich in Kurzpräsentationen dem Thema des Abends „Kleinigkeiten, die glücklich machen – Inspirationen für Mutter- und Vatertag“. Über den Instagram-Kanal @hybrider.einzelhandel.ac präsentieren die sechs Händler*innen live und in Farbe in jeweils 20 Minuten eine Auswahl ihrer Produkte.

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Infos zum vierten digitalen Einkaufsbummel sowie eine Auflistung der teilnehmenden Einzelhändler*innen gibt es im Internet unter www.hybrider-einzelhandel-aachen.de und / oder per Mail-Adresse hybrider.einzelhandel@mail.aachen.de. Eine Anmeldung zur Aktion ist nicht erforderlich. Der Zugang erfolgt über den Instagram-Account @hybrider.einzelhandel.ac und/oder über die Accounts der teilnehmenden Geschäfte.

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Heute geht es in 2 Ausschüssen um Kinder und Jugendliche

Ein Thema von vielen in der Sitzung von zwei Gremien der Politik: die Schule in der Mataréstraße.

Schon vieles haben die Bürger*innen in Lichtenbusch versucht, um mit ihrem Anliegen bei der Aachener Kommunalpolitik zu landen. Bisher ohne Erfolg. Jetzt haben sie es mit ihrem völlig heruntergekommenen Spielplatz/Jugendtreff (Raerener Straße) auf die Tagesordnung des Schulausschuss geschafft.

Der nächste TOP führt in die Franzstraße. Da steht der Neubau einer Kita und einer Turnhalle an. Die Politik wird über den Sachstand informiert und erfährt, warum von drei Varianten die Verwaltung die 3. Variante bevorzugt.

Von der Franzstraße in die Mataréstraße, wo in den letzten 4 Jahren viele Familien neu ins Viertel gezogen sind. Mataréstraße/Eisenbahnweg//Freunder Weg/Zeppelinstraße: Da befindet sich für hunderte Familien der neue Mittelpunkt ihrer Welt. Und die Montessori Grundschule ist ein wichtiger Faktor im Viertel. Ob die Verwaltung die Lage dort korrekt einschätzt? Schließlich wird in der Vorlage die Ansicht vertreten, dass die Mataréstraße keine eigene Offene Tür oder ähnliche Kinder- bzw. Jugendeinrichtung braucht.

Konkret: Im Ausschuss geht es um die Frage, ob das zusätzliche Gebäude, das die Schule erhalten soll, gänzlich (in allen 2 Etagen) den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung gestellt wird. Oder ob die 2. Etage anderweitig genutzt werden kann. „Sachstand zur Frage nach stadtteilbezogener Kinder- und Jugendarbeit im Gebäude der Montessori-Grundschule Mataréstraße“, lautet der Tagesordnungspunkt.

Öffentlich sind 26 Punkte, das könnte normalerweise eine lange Sitzung werden. Wer möchte, kann zuschauen und die Diskussionen mitverfolgen.

Der Kinder- und Jugendausschuss und der Ausschuss für Schule und Weiterbildung tagen gemeinsam am morgigen Dienstag, 27. April, von 16.30 bis 19 Uhr, in einer öffentlichen Digitalveranstaltung per Zoom. Interessierte können daran teilnehmen, die Vorträge der Verwaltung und die Debatte der Ausschussmitglieder verfolgen.

Man kann nicht mitreden, nur zuhören. Wer teilnehmen möchte, kann sich im Vorfeld per Mail über die folgenden Adressen anmelden: susanne.kampel@mail.aachen.de oder melanie.olbertz@mail.aachen.de. Die Zugangsdaten werden den Interessierten vor Sitzungsbeginn per Mail zur Verfügung gestellt.

Die Verwaltung teilt vorsichtshalber mit: Aufgrund der begrenzten digitalen Kapazitäten kann eine Teilnahme jedoch nicht zugesichert werden.

Um 20 Uhr kommen die Mitglieder beider Gremien nochmals zu einer öffentlichen/nichtöffentlichen Präsenzveranstaltung im Europasaal des Eurogress zusammen. Dort werden die benötigten Beschlüsse zu den einzelnen Tagesordnungspunkten gefasst. Online dürfen solche Entscheidungen nicht gefällt werden.

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Ein sonniger Sonntag liegt hinter uns

In Burtscheid
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Uwe Brandt verlässt das Grenzlandtheater. Er will nicht mehr.

Leere Stühle, die leer bleiben. Wie hier, so sieht es auch in den anderen Spielstätten Aachens aus. Die Klangbrücke im Alten Kurhaus in der Komphausbadstraße. Foto: AachenNews Archiv

Für das Grenzlandtheater muss ein neuer künstlerischer Leiter gesucht werden. Uwe Brandt hat mitgeteilt, er werde das Haus verlassen, der Druck auf ihn und die Familie sei zu groß geworden.

Das Grenzlandtheater gehört komplett der StädteRegion. Dort muss man sich jetzt auf die Suche nach einem neuen Intendanten (Jahresgehalt 120.000 Euro) machen. Wäre schade, wenn das bisher unter der Leitung von Uwe Brandt so erfolgreich arbeitende Haus jetzt eine Phase des Niedergangs erleben müsste. Brandt brachte gute Produktionen heraus, das Theater war an 12 Spielstätten so gut wie immer ausverkauft, Brandt initiierte sogar ein Jugend-Theater Programm.

Uwe Brand war wegen Urlaubsreisen, die er mit einem Wagen des Theaters unternommen hatte, in Schwierigkeiten geraten. Andere Unregelmäßigkeiten sollen hinzugekommen sein. Die Sache wurde nach Köln zur Bezirksregierung gemeldet, die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet und riesige Berichte in der örtlichen Lokalpresse erschienen.

Das alles für einen Schaden, der materiell die Summe von 5000 Euro kaum erreichen dürfte. Aber – wie erwähnt – es müssen Unregelmäßigkeiten im Betrieb gewesen sein, die Brandts Kritiker auf die Palme gebracht haben. Zuletzt hatte es geheißen, Brandt werde vorerst nur einen neuen Vertrag für ein Jahr bekommen. Es sollten die Entscheidungen von Bezirksregierung und Staatsanwaltschaft abgewartet werden. Noch ist nicht klar, ob überhaupt ein Anfangsverdacht vorliegt. – Einzelheiten müssen von AachenNews jetzt erst noch recherchiert werden.

Das Grenzlandtheater

Persönliche Erklärung von Uwe Brandt (auf der Facebook-Seite des Grenzlandtheaters)

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„Monschau“, ein spannender Roman über uns und über das, was 1962 geschah

Heute ist „Tag des Buches“, ein guter Tag, um mal ein neues Buch vorzustellen. Der Titel des Buches lautet „Monschau“. Es ist ein lesenswerter Roman, erschienen im April 2021, also gerade eben erst, und geschrieben hat ihn Steffen Kopetzky. Von dem hatte ich bis dato noch nie etwas gehört oder gelesen. 

„Monschau“ spielt im Jahr 1962, als es im Kreis Monschau einen Pocken-Ausbruch gab. Der Roman schildert im Grunde – zusammen mit vielen erfundenen Ergänzungen – genau die Ereignisse von damals: Ein Ingenieur der Firma Junker hatte die Krankheit aus Indien mit nach Hause (Lammersdorf) gebracht. Er selbst war geimpft, aber er steckte seine kleine Tochter an und die wiederum andere. 

In der Eifel reden derzeit viele, meist ältere Menschen über 1962. „Es ist genau wie ’62“, hört man immer wieder. Aber die Leute wissen gar nicht, wie sehr sich die Abfolge der Ereignisse gleicht. Nicht nur, dass die Krankheit durch einen internationalen Geschäftsaustausch zu uns gelangte. Es richtete sich zum Beispiel auch damals wie heute der Unmut der Bevölkerung auf diejenigen Wissenschaftler und Mediziner, die ihnen dauernd die schärfsten Quarantäne-Maßnahmen aufbrummen wollten. 

Mit „Monschau“ hat Steffen Kopetzky den Roman zur Pandemie von 2020/21 geschrieben.

Die Menschen wollten vor 60 Jahren Karneval feiern. Sie durften nicht feiern, tun es aber doch. Und wie! Sie singen im Roman überaus fröhlich: „Am 30. Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht mehr lang, wir leben nicht mehr lang.“ Eindrucksvoll, wie der Autor die Karnevals-Party in einem Saal in Düren beschreibt, wohin die lebenslustigen Eifeler gingen, um mal den ganzen Stress mit der Pandemie zu vergessen.

Die Firma Junker heißt in dem Buch Rither und ist in erster Line daran interessiert, die Produktion von Maschinen am Laufen zu halten. Maschinen, die 1962 tatsächlich schon in alle Welt exportiert wurden, so kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieg. Das dufte damals, davon sind in dem Buch die Firmenchefs und die Politiker felsenfest überzeugt, nicht passieren, dass die Produktion in Gefahr geriet.

Die Pocken sind eine tödliche Infektionskrankheit, hochansteckend. Davon berichtet der Autor im Roman, eklig. Allerdings gab es damals niemanden, der die Gefährlichkeit der Krankheit bezweifelt hätte. Mit dem erkrankten Kind fühlte sich das Krankenhaus in Simmerath überfordert, in Aachen im Klinikum lehnten die Ärzte die Aufnahme ab. Das Kind wird zurück nach Simmerath gebracht, fürchterlich.

Schön ist, wie Kopetzky die Details der Bekämpfung und die damalige Zeit im Roman gegenwärtig werden lässt: Die Zigarettenmarken, die Autos, die Musik, die man damals hörte, die Autoren, die man las. Kubakrise, Politiker (wie Kennedy) werden erwähnt, Erhard und Adenauer, das Lebensgefühl jener Zeit, als ein junger Minister bei einer Sturmflut in Hamburg die Initiative ergriff, als Frauen nur ausnahmsweise berufstätig sein durften. Anfang der 1960er Jahre eben.

Es gibt – zentral – auch eine Liebesgeschichte in dem Roman, etwas kitschig, aber so mag es damals zugegangen sein. 

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Das Buch (352 Seiten) gibt es z. B. in Aachen in der Buchhandlung Backhaus, Jakobstraße. Es kostet 22 Euro, ihr könnt es via Mail (mail@backhausbuch.de) bestellen und werdet darüber informiert, ab wann ihr es abholen könnt.

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Dazu auch sehr interessant das Interview des WDR mit dem Autor, hier

und zum Weiterlesen: Leider kein Einzelfall – Schon im 19. Jahrhundert gab es gegen bestimmte, besonders gefährliche Krankheiten zur Auslöschung nur das Mittel der strengen Quarantäne.

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Das Ludwig Forum hat eine neue Direktorin und schließt ab sofort seine Pforten

Zur neuen Direktorin des Aachener Ludwig Forums für Internationale Kunst hat der Stadtrat Eva Birkenstock (43) bestellt. Die Kunsthistorikerin und heutige Direktorin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen (Düsseldorf) hatte sich im Auswahlverfahren als bestgeeignete Bewerberin durchgesetzt. Sie wird ihre Arbeit im Oktober 2021 beginnen. 

Mit großer Freude nahm die künftige Direktorin des Ludwig Forums ihre Bestellung auf: „Auf die hervorragende Arbeit meiner Vorgänger*innen anknüpfend, möchte ich das Ludwig Forum mit seiner herausragenden Sammlung als möglichst vielstimmigen, diversen und interdisziplinären Verhandlungsort aktivieren. In ungewissen Zeiten wie heute, ist die Rolle von Kunst und Kultur für mich wichtiger denn je, um alternative Denk- und Handlungsräume zu entwickeln. Die immer schon global gedachte Sammlung von Peter und Irene Ludwig ermöglicht hier fraglos zahlreiche hochspannende Anknüpfungspunkte.“

Eva Birkenstock. Foto: Moritz Krauth

Eva Birkenstock studierte Kunstgeschichte, Ethnologie und spanische Romanistik in Köln, Berlin und Havanna. Bevor sie 2008 die Ko-Direktion der Halle für Kunst in Lüneburg übernahm, arbeitete sie drei Jahre als wissenschaftliche Assistentin im Kunstverein Hamburg. 2010 war in am Kunsthaus Bregenz für das Programm der KUB Arena, der KUB Bildboards und der KUB Projekte verantwortlich.

Während eines Auslandaufenthalts im Rahmen eines Kurator*innen-Austausches 2014 in New York, leitete sie den Ausstellungsraum des Goethe-Instituts – das „Ludlow 38“ – und war von 2015 bis 2019 Kuratorin des unabhängigen Performance Projekts der Liste Art Fair Basel. Seit Herbst 2016 ist Eva Birkenstock Direktorin des Düsseldorfer Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen.

Museen schließen

Aufgrund des aktuellen Bundes-Infektionsschutzgesetzes werden ab Samstag, 24. April, erneut alle Museen in der Stadt bis auf Weiteres geschlossen. 

Die Stadtverwaltung teilt mit: Bereits erworbene Tickets werden zurückgegeben, bitte informieren Sie sich hierfür auf der jeweiligen Webseite über die Modalitäten.

Kataloge kann man gegen Rechnung unter der Mail-Adresse kulturservice@mail.aachen.de erwerben.

Den Service der Stadtbibliothek kann man weiterhin per „Click and collect“ wahrnehmen. Auch für diese Einrichtung hat der Rat der Stadt eine neue Direktorin bestimmt.

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Aachen bekommt abschließbare Fahrradgaragen

Fahrrad-Unterstände gibt es in vielen Variationen. Diese stehen in München gleich neben dem Ausgang einer U-Bahn-Station. Auch Aachen wird neue Fahrradabstellanlagen bekommen. Foto: AachenNews Archiv

„Errichtung gesicherter Fahrradabstellanlagen“, das ist genau das, was sich Eigentümer edler Stahlrösser wünschen. Fahrräder sind teuer, und E-Bikes noch mal extra teuer. 3000 Euro muss man hinlegen, wenn man ein gutes Teil kaufen will. Das lockt Heerscharen von Dieben an.

Gestern behandelten Aachens Mobilitätspolitiker*innen das Thema, es ging um die Aufstellung von gesicherten Fahrradabstellanlagen. Die müssen allerdings weit mehr „gesichert“ sein, als die oben dargestellten. Bei der Ausschuss-Sitzung konnte man eine Reihe solcher Anlagen sehen. Eine schöner als die andere.

Wer sich für Einzelheiten interessiert, schaue hier in die Vorlage der Stadtverwaltung. 14 Standorte sind vorgesehen, die 1. Anlage erhält der Bahnhof Aachen Schanz. 2.500 Stellplätze in bewachten Fahrradparkhäusern an Bahnhöfen mit hohem Pendleraufkommen zu schaffen, das schreibt der Radentscheid vor. Außerdem weitere 2.500 überdachte und beleuchtete Stellplätze an weiteren Bahnhöfen und wichtigen Verknüpfungspunkten des ÖPNV.

Pedelecs sind ein Verkaufsschlager. Im ersten Halbjahr 2020 stieg der Verkauf von Pedelecs in Deutschland um 15,8 Prozent (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).

Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist in Aachen auf einem konstant hohen Niveau. Nach einem Rückgang im Jahr 2017 ist die Zahl der Fahrraddiebstähle in den letzten 2 Jahren wieder um 28 Prozent auf insgesamt 2.147 angestiegen. Jede/r kennt wohl einen, dem schon mal das Fahrrad geklaut wurde, manche wurden zweimal beklaut. Die Aufklärungsquote liegt in Aachen annähernd konstant bei unter 7 Prozent.

Mit Blick auf die Kombination Bahn/Rad bietet es sich an, Fahrradunterstände an den Bahnhöfen aufzustellen. „An Aachen Hauptbahnhof, Rothe Erde, Schanz und Westbahnhof stiegen 2019 täglich 19.955 Personen in den Nahverkehr ein“, steht in der Vorlage. Das seien 4 Prozent mehr gegenüber 2015.

Besonders an der Schanz und am Bahnhof Rothe Erde fehlt es an gesicherten Fahrradabstellmöglichkeiten. Über Standorte, Kosten und Finanzierung informiert euch die Vorlage.

Für ihre Enge ist die Stadt Aachen bekannt. Aachen hat kaum Freiflächen. Es wird eine Umstrukturierung einiger Pkw-Parkflächen zugunsten gesicherter Fahrradabstellanlagen – laut Verwaltung – „als nötig erachtet“. Das Protest-Geschrei der Liebhaber von Kraftfahrzeugen wird gigantisch sein, wenn erst mal die ersten Parkplätze den Radgaragen zum Opfer fallen.

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