Bei zu viel Sonne helfen Bäume

Kommenden Mittwoch, 08. 08.,  soll es 40 Grad warm werden, die ganz große Hitze also. Und danach kommen Gewitter. Man weiß nicht, wovor man sich mehr fürchten soll. – Keine schönen Aussichten.

Da macht es Sinn, sich in den Wald zu flüchten, vor allem für Leute, die mit Wald umgehen können und schon als Kind erlebten, wie angenehm das Klima in einem Wald ist. Ein Wald, durch den beispielsweise die Rur plätschert, eiskalt, sie kühlt die Umgebung. Die Bäume halten dicht, sie lassen die sengende Sonne gar nicht richtig durch. Was man sieht und fühlt ist sehr angenehm. Und was man hört, ist das Plätschern des Wassers, das ist ebenfalls wohltuend.

Bäume symbolisieren Leben und Beständigkeit. Sie sind juristisch leider nur Gegenstände. In Städten gibt es immer weniger. Dafür sollen wir uns mit künstlich begrünten Fassaden begnügen, mit aufwändig gewässerten Mooswänden, die Schadstoffe filtern. 13 Kilo Sauerstoff soll dagegen ein großer Baum pro Tag produzieren.

(wird fortgesetzt)

 

Über Bäume:

wdr3, Reportage: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/lebenszeichen/baum-freundschaft-100.html

Bürgerinitiative Köln: https://www.gruene-lunge-koeln.de

Aktivisten kämpfen für Bäume: https://hambacherforst.org

Waldbegehungsrecht: https://www.schiebener.net/wordpress/tag/waldbetretungsrecht/

Waldbaden gilt in Japan als Medizin: https://www.zeit.de/zeit-wissen/2018/03/waldbaden-natur-heilung-gesundheit-japan

und: http://www.waldbaden.org/definition-waldbaden/

Aachener Baumschutzbündnis: http://aachener-baumschutz.de/aktuellestermine/

Stadtoasen e. V. : http://www.stadtoasen.de

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Schrottimmobilie fällt, Hotel wird gebaut

Modehaus Pfeiffer, Rückseite (am Seilgraben). Schon seit 20 Jahren gehört das Gebäude der Familie Pfeiffer nicht mehr, der Name ist allerdings geblieben. Jetzt wird es abgerissen.

Die Pfeiffer-Immobilie, vom Seilgraben aus gesehen. Eigentlich ein 1 A – Grundstück, auf dem sich aber in den letzten 20 Jahren gar nichts mehr abgespielt hat. Ein Schandfleck.

Wohl 20 Jahre lang stand das Gebäude leer. Es vergammelte und sah immer häßlicher aus. Die Rede ist vom Textil-Warenhaus Pfeiffer in der Großkölnstraße. Auf mehreren Etagen konnte man in dem Modegeschäft mal grausam konservative Damenklamotten kaufen.

Jetzt wird das Gebäude abgerissen. Staub, Gestank und Krach sind an der Rückseite (zum Seilgraben hin) eine Belästigung. Aber wenn alles gut geht, wird auf dem 1100 Quadratmeter großen Innenstadt-Gelände auch neu gebaut: ein Hotel mit 157 Zimmern.

Bis Mitte August soll der Abriss über die Bühne gehen. Ende 2019 soll das neue Hotel schon eröffnet werden, wenn man beim Ausschachten nicht wieder auf wertvolle römische Funde stößt. Die hielten ja in Aachens Innenstadt bisher noch jeden Neubau auf.

An der Großkölnstraße wird unter dem Hotel auch eine kleine Tiefgarage gebaut, das Hotel wird dann von B & B Hotels (preisgünstig, weil kaum Personal) betrieben, realisiert wird das ganze von einem Hamburger Architekturbüro, fünfeinhalb Geschosse werden sich nahtlos in die Umgebung einfügen.

Jahrelang hatte man in Aachen gedacht, der Modegigant Peek & Cloppenburg würde sich auf dem Grundstück niederlassen. Aber daraus wurde nichts. Jetzt gehört das Gelände samt Schrottimmobilie der List Development Commercial AG.

 

***

Mein Eindruck ist, dass ein Hotel der preiswerteren Sorte an dieser Stelle eine gute Idee ist. Wohnungen kann man besser in Forst oder am Rotter Dell bauen, wo mehr Platz und die Luft besser ist, nicht so abgasgeschwängert. Überhaupt freu ich mich, wenn die extrem heruntergekommene Häuserzeile  verschwindet, die Hässlichkeit hat sich ja im Laufe der Jahre von dort auf die ganze untere Großkölnstraße ausgebreitet. Diese Eigenschaft haben ja Schrottimmobilien: Sie ziehen immer ihre Umgebung mit hinunter.

Ein weiteres Hotel kann Aachen gebrauchen, das geben die Übernachtungs-Zahlen in den jetzt schon gut gefüllten Hotels vor. Nebenbei: Gut gehen in Aachen auch privat vermietete Zimmer und Wohnungen für Touristen (via airbnb). Hier seht ihr das Angebot. Aber das ist ein anderes Thema. 

Schon lange ein trauriger Anblick: Die Vorderseite der Schrottimmobilie an der Großkölnstraße. Nebenan gibt es alles für 1 Euro.

 

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In Monschau sind Wiesen und Bäume noch grün.

Blick von der Burg aus auf die Stadt Monschau. Fotos: vom 1. August 2018

Dürrekatastrophe? Na ja, gestern war in Monschau davon noch nicht so viel zu sehen. Sicher, es ist heiß. Aber der Laufenbach und die Rur führen noch Wasser. Weniger als sonst zwar, aber immerhin. Auch die Bäume leiden nicht wie die in Aachen. Die Bäume sind noch kräftig und satt grün. Die Dürre trifft wohl nur die städtischen Gebiete, was sogar aus dem Weltraum zu sehen ist.

Satellitenbilder hier

Gelbe und braune Wiesen und Straßenränder habe ich ebenfalls in Monschau und auf dem Weg dorthin nicht gesehen.

Unterdessen lässt sich die WDR-Lokalredaktion (heute, 11.30 Uhr) von Studenten  der RWTH einen Bären aufbinden. Angeblich haben Wissenschaftler eine Art Textil-Fassade entwickelt, die man Häusern wie ein T-Shirt überziehen kann, und die dann anfängt, die durch Dieselfahrzeuge verschmutzte Luft zu reinigen. Ziel: Die Stadt Aachen vor einem Dieselfahrverbot zu bewahren.

Kommentar eines Piraten-Kollegen dazu: „Ich wusste, das Sommerloch ist tief und warm, aber dass es dem WDR so aufs Hirn schlägt . . .  outstanding.“  Mal sehen, was uns morgen erwartet, morgen  – im nächsten Hitzelevel – wird es nämlich noch heißer.

Lest selbst: Grüne Fassaden gegen Diesel

Monschau. Blick auf die kleine Pfarrkirche und den Friedhof.

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Eine Gemeinheit der Extraklasse

Mataréstraße: Den Bäumen kann man derzeit beim Vertrocknen zusehen. Die Blätter werden braun und fallen ab. Da müssten Stadtbetrieb oder Feuerwehr mit einer Fuhre Wasser helfen.

Jetzt lässt sich anwenden, was im Urlaub im Süden  gelernt wurde: Wird es draußen unerträglich heiß, verzieht man sich nach innen. Wird es gegen Abend wieder etwas kühler, kann man raus auf die Straße, auf den Balkon.

Gearbeitet wird mit halber Kraft. Da versteht wohl auch der/die Letzte, warum die Produktivität der Menschen in den Mittelmeerländern bisweilen etwas geringer ist. Diese kleine Elektro-Postille versucht unterdessen, den News-Flow aufrecht zu erhalten.

Viel tut sich aber nicht in der Stadt: Die Wohnungsnot ist groß und bleibt groß. Ein besetztes Haus wurde von der Polizei geräumt. So hat Aachen jetzt wieder ein leerstehendes Haus mehr. Toll, wa?

In Sachen Verkehrsminderung und saubere Luft ist die Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Marcel Philipp weiterhin untätig. Untätig? Nicht ganz. Man hat gegen das Urteil (Dieselfahrverbot) Berufung eingelegt, und bis da was entschieden wird, dauert es schätzungsweise zwei Jahre, dann fällt der Politik sicher noch etwas Neues ein, damit die Luft bloß so dreckig bleibt, wie sie nun mal ist. Warum man uns in der Innenstadt die saubere Luft nicht gönnt, ist mir ein Rätsel und sicher eine Gemeinheit der Extraklasse.

Ein ehemaliger Personalratsvorsitzender der Stadtverwaltung wurde innerhalb kürzester Zeit rasant befördert, mehrmals. Bis zu 160.000 Euro Schaden sind der Stadt vermutlich entstanden. Die Piraten im Rat der Stadt vermuten, dass bei all den Beförderungen und zugeteilten Boni nicht alles nach Recht und Gesetz ablief und haben als einzige Partei im Rat Anzeige erstattet (Rechtswidrige Eingruppierung auf Kosten der Steuerzahler). Jetzt prüft ein Staatsanwalt den Vorgang . . . hätte er aber auch von sich aus getan, ließ der Mann mitteilen. Na, um so besser! Die Piraten haben außerdem die Aufsichts-Behörde (Regierungspräsident) um Prüfung gebeten. Die CDU erklärte unterdessen ausdrücklich und öffentlich: Sie will gar nichts tun, noch nicht mal Akteneinsicht nehmen.

Die CDU so: Was man nicht sehen kann, das gibt es auch nicht. Komische Methode, wie ich meine. Wie groß muss ein Skandal eigentlich sein, dass die CDU gedenkt, sich mit der Angelegenheit zu befassen? Erstaunlich. Solche Leute haben in Aachen das Sagen.

Auffallend: Immer mehr Läden in Aachen stehen leer. Das sieht ziemlich häßlich aus, verwundert aber nicht. Auch in meinem Bekanntenkreis wird hauptsächlich via Internet eingekauft.

Viktoriaallee: Die Bäume sind noch grün, das Gras ist aber schon gelb und braun. Das Foto habe ich auch auf Instagram gepostet.

Mein Held ist übrigens der großartige Raul Krauthausen. Er lebt seinen Traum: https://twitter.com/raulde/status/1022906153989234690

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Sex – bezahlt oder nicht – Hauptsache freiwillig

Das ist nicht lustig. Auch in Aachen arbeiten Frauen nicht freiwillig als Prostituierte, sondern weil sie dazu gezwungen werden.

Das FrauenNetzWerk der StädteRegion Aachen machte jüngst darauf aufmerksam. Es wurden zum wiederholten Male in einigen Aachener Kneipen Bierdeckel mit Aufschriften verteilt (s.o.).

Frauen werden erpresst. Sie werden zur Prostitution gezwungen, indem die Zuhälter Gewalt androhen und ausüben, indem sie drohen, dass die Frauen ihre Kinder nie mehr wiedersehen werden. Oder dass ihren Familien im Heimatland was passiert.

Prostitution ist nicht selten ein Ding von einem Mann mit einem anderen Mann: Der eine Mann will möglichst viel Geld, der andere will Sex. Diese beiden Männer bekommen, was sie wollen, sobald es dem Zuhälter gelingt, eine Frau so unter Druck zu setzen, dass sie – notgedrungen – mitmacht. Die Gewinne für die Zuhälter sind enorm.

Frauenhandel ist für die politisch aktiven Frauen in Aachen selbstverständlich ein Thema. Im entsprechenden Arbeitskreis wird (unter Beteiligung der Piratenpartei, danke @Ava) gänzlich ohne Parteienstreit beraten und agiert. Die Frauen sind sich einig: Es geht um Menschenrechte, um das Selbstbestimmungsrecht jeder einzelnen Frau. Frauen wurden meist unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und müssen aus unerträglichen Situationen befreit werden.

Deutschland entwickelt sich gerade zu einem Zentrum für Menschenhandel, so teilt das Bundeskriminalamt (BKA) mit. Rund 200.000 Frauen werden nach Schätzungen der UNO in Deutschland zur Prostitution gezwungen, sehr viele kommen aus früheren Ostblockländern, aus Rumänien zum Beispiel. SOLWODI (Arbeitskreis Prostitution) in Aachen möchte, dass das Thema in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

Und falls du Freier bist, schau genau hin:

Ist die Frau erschöpft, siehst du Spuren von Misshandlung, von Desorientierung oder Teilnahmslosigkeit?

Spürst du eine Art Überwachung? Siehst du, dass ihre Einnahmen an Dritte abgegeben werden, gibt es Dienstleistungen ohne Kondome?

Bedenke, du bist vielleicht der einzige Kontakt zu dieser Frau in dieser Situation. Du solltest die Missstände (geht auch anonym) bei der Polizei melden. Oder bei SOLWODI in Bonn, Aachen, Oberhausen oder Duisburg (um nur die Stellen in NRW zu nennen). Sei mutig.

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Was uns erwartet

Künstler (hier Matthes_Lazy65 Straetmans) warnen. Sonst sagt keiner mehr was.

Das Klima verändert sich gefährlich und unaufhaltsam, die Müllberge wachsen ins Meer hinein, Waffen werden produziert und verkauft und bringen Reichtum, wenigstens einigen. Das wertvolle Öl wird verbrannt, die Kohle verfeuert, es ist uns alles egal, Hauptsache wir müssen unser komfortables Leben nicht aufgeben. Tausende Menschen wurden schon abgeschlachtet wegen „Krieg gegen den Terror“. Himmelschreiende Ungerechtigkeiten geschehen, denen wir uns nicht in den Weg stellen.

Dreimal Fleisch am Tag essen und mit dem Diesel in die Innenstädte, das verbietet hier niemand, im Gegenteil, dazu werden wir geradezu angehalten. Und an den Grenzen Europas lassen wir die, die aus dem Elend flüchten wollen, ganz einfach ertrinken. Ja, warum denn nicht?

„Das hätte ich auch noch gern erlebt“, sagt mir ein Nachbar, 92 Jahre alt, als er etwas über selbstfahrende Autos gelesen hat. Er beneidet mich um alles, was mich die Zukunft noch erleben lässt und ihn nicht. Ich denke an die völlige technologische Abhängigkeit von den USA, die sich krass abzeichnet, an die Herrschaft undemokratisch orientierter weißer Rechtspopulisten wie Trump und Putin, und  an die grausam-menschenverachtenden Typen in Polen, Ungarn und im Rest Europas, die gewählt werden. Nein, die guten Zeiten gehen zu Ende, wir stehen an einem Wendepunkt.

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Zu trocken: Jetzt muss die Feuerwehr ran

Blüten und Blätter, Gräser und Bäume – Die Natur braucht in diesem Sommer unsere Hilfe. Seit etwa 7 Wochen ist es warm und regnet kaum.

„Ein Großteil der Straßenbäume ist mittlerweile vom Absterben bedroht„, teilt die Stadtverwaltung mit. Andreas Schulz, Teamleiter Baumpflege des Aachener Stadtbetriebs, ist besorgt. „Hunderte Bäume sind betroffen“, sagt er. Sie leiden an Wassermangel. Das gelte vor allem für Bäume unter 15 Jahren an Mittelsteifen und Hanglagen, da sie mit ihren Wurzeln nicht mehr an genügend Wasser gelangten. Kein Zweifel: Die Lage spitzt sich zu.

Wenn der Boden ausgetrocknet und kein pflanzenverfügbares Wasser mehr vorhanden ist, sprechen Experten vom „permanenten Welkepunkt“. „Das ist wie eine Schwelle“, erläutert Schulz. „Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Baum zu vertrocknen. Feinst- und Feinwurzel sterben ab, Blätter welken, das meristematische Zellgewebe stirbt ab. Vergleichbar ist das mit einem Herzstillstand.“

Das einzige, was hilft, sei: Gießen. „Wir sind in einer Ausnahmesituation“, sagt Schulz. „Jeder Liter, der an einen Baum kommt, ist ein Geschenk. Es ist nicht absehbar, dass sich die Lage entspannt. Es müsste Tage lang anhaltend regnen, um den Boden wieder ausreichend zu befeuchten.“ Deswegen wässern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtbetriebs die Bäume, doch bei der Vielzahl der betroffenen Bäume ist jede Unterstützung wichtig. Dem Aufruf des Stadtbetriebs sind bereits einige Bürger gefolgt, und gießen die Bäume in ihrer Wohnstraße.

Eine große Unterstützung kommt jetzt von den Teams der Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt Aachen. Alle elf Löschzüge wässern während ihrer Übungsfahrten Straßenbäume. „Das ist eine sehr große Hilfe für uns“, betont Andreas Schulz.

Bernd Geßmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Aachen, betont in dem Zusammenhang, dass dadurch „zu keiner Zeit der Grundschutz in Aachen geschwächt“ wird. Als die Anfrage an die Freiwilligen Feuerwehren gerichtet wurde, „kam sofort die volle Zustimmung. Da zeigt sich das ganz tolle Engagement dieser Ehrenamtlichen, die sehr daran interessiert sind, ihr Umfeld zu unterstützen.“

Für Bürgerinnen und Bürger, die freundlicherweise Straßenbäume wässern, hier einige Tipps:

Bewässert werden sollte flächig innerhalb der Kronentraufe des Baumes, der Baumscheibe oder der Verkehrsinsel. Jeder Eimer Wasser zählt und zu viel Wasser gibt es nicht. Ein Baum benötigt einhundert Liter Wasser, nach Möglichkeit mehr. Optimal ist es, zweimal hintereinander zu wässern, um den Boden zu öffnen.

Nach der Erstaufnahme sollen betroffene Bäume in einem Intervall von zwei bis drei Tagen gewässert werden, bis sich die aktuelle Situation durch Regen entspannt.

 

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Aus der Serie: Wisster Bescheid

Ha,  unser hiesiger Fahrradhändler im Ostviertel ist ein Freund klarer Ansagen. Immer irgendwie schlecht drauf, aber auch immer hilfebreit, wenn mal eine Schraube an meinen Fahrrad locker ist (im übertragenen Sinne).

Als ich mir bei ihm ein gebrauchtes Rad kaufen wollte, sagte er sinngemäß: Es sei Selbstmord, zum Radfahren sei ich zu alt, die Reaktionsfähigkeit sei nicht mehr ausreichend gut. Nett, ne? Ich kaufte trotzdem.

Denn ich bin als Frau längst daran gewöhnt, dass Männer mir einreden wollen, etwas nicht zu können, jedenfalls nicht so richtig zu können. Schon lange muss ich immer lachen, wenn das erfolgt. Ich zähle dann immer innerlich langsam bis drei und . . . peng. Wenn ich dann grinse, seh ich einen verwunderten Blick, zuletzt als jemand mir sagte, für einen Pirat legte ich das falsche Verhalten an den Tag. Sie erwarten dann eine gewisse Niedergeschlagenheit. Hahaha. Es ist schön, wenn man das Verhalten von Leuten voraussehen kann.

Der Fahrradhändler in seiner Werkstatt ist so krass. Betrete ich seinen Laden, kommt er aus einem hinteren Räumchen hervor. Was da stattfindet, möchte ich lieber nicht wissen.

Nie wird er mir verzeihen, dass ich ihm gleich zu Beginn unserer Kontaktaufnahme sagte, ich hoffte ja nicht, dass unter seinem Angebot an gebrauchten Rädern auch geklaute Räder sind. Uiuiuiuiuiuj. Da war er schwer in seiner Ehre gekränkt. Da ich ihn nicht kannte, merkte ich das nicht sofort.

Na ja, ich habe ein erstklassiges gebrauchtes Fahrrad, wo ich nicht traurig sein muss, wenn es geklaut wird. Überhaupt nicht. Wenn ich es eilig habe, lasse ich es unabgeschlossen irgendwo stehen und renne zum Termin. Nie ist das Rad  weg, wenn ich wiederkomme. Was will man mehr?!

So, tschüsss für heute, auch ich habe andares zutun.

Mein Fahrrad. Schon fast 15 Jahre alt, 7 Gänge, leicht. Foto: Archiv

 

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Nur scheinbar offen

Ein altes Tor steht offen, aber es geht hier weder rein noch raus. Eine Situation, die mich an US-Präsident Donald Trump denken lässt.

Mit Trump gibt es auch kein Fortkommen, weder vor noch zurück. Man muss sich aber wundern, wie die Mächtigen der Welt sich von ihm erschrecken lassen, und wie Schulkinder neben ihm stehen, wenn er sie zusammenfaltet. Bei der Kritik muss man zwischen Form und Inhalt unterscheiden.

Die Form ist außerordentlich unwürdig. Man darf aber deshalb nicht erschüttert sein, sondern muss dringend – öffentlich und in seiner Anwesenheit – über ihn lachen, ihn auslachen, mal auf seine Kosten einen Witz machen, die Form seiner Auftritte betreffend. Dafür muss man natürlich ziemlich souverän sein (und sich von Martin Sonneborn beraten lassen). Sein Verhalten lässt Muster erkennen, darauf müsste man humorvoll rekurrieren, nicht wie begossene Pudel daneben stehen und ängstlich und traurig aus der Wäsche gucken.

Was den Inhalt seine Ausfälle betrifft, so hat er in einem Recht: Europa muss seine Menschen, also sich selbst schützen können. Vor dem IS beispielsweise. Eine so marode Truppe wie die deutsche Bundeswehr wäre da überfordert, die braucht kein Mensch. Wenn man schon Flugzeuge hat, dann müssen sie auch fliegen können. Anders wäre blöd. Dazu Merkel: Es muss keine Aufrüstung stattfinden, wohl aber eine Verbesserung der Ausrüstung.

Wirtschaftlich wird Trump, dieser aufgeblasene Schreihals, erfolgreich sein, wenn sich das starke Europa so weit wie möglich in seine Einzelteile zerlegt. Daran arbeitet er, daran arbeitet auch Putin. Andere Staatengemeinschaften will Trump destabilisieren, weil er annimmt, dass er mit je einzelnen Staaten bessere Verträge machen kann.

Es ist – dank Internet – auch dem gewöhnlichen US-Bürger nicht verborgen geblieben, dass es in Europa gute Schulen und Hochschulen für alle gibt, dass es im Krankheitsfall viel Hilfe gibt, Arbeitsschutz, einigermaßen gerechte Löhne, dass alte Menschen Rente bekommen und man sich um Obdachlose/Süchtige/Psychisch-Kranke usw kümmert – alles noch längst nicht perfekt, aber alles Selbstverständlichkeiten, von denen man in den USA nur träumen kann. Das bringt die amerikanische Politik in Zugzwang.

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Wer dazu lesen will: Warum Donald Trump Europa attackiert.

https://www.tagesspiegel.de/politik/der-us-praesident-und-europa-warum-donald-trump-europa-attackiert/22800624.html

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Unermüdlich Kunst gefördert und erklärt

Ausstellungsobjekt – im Städtischen Museum Abteiberg in Mönchengladbach in Szene gesetzt.

Zwei Kunstkritikerinnen sind gestern vom Landschaftsverband ausgezeichnet worden. Renate Puvogel aus Aachen und Dr. Annelie Pohlen aus Bonn wurde im Museum Abteiberg in Mönchengladbach der Rheinlandtaler verliehen.

Beide Damen sind kunsthistorisch äußerst gebildet und gut informiert, insbesondere über die Kunst der klassischen Moderne und der Gegenwart. Sie haben sich beruflich und ehrenamtlich für gute Kunst, Künstler und Künstlerinnen engagiert und uns Kunstfreunde unermüdlich aufgeklärt – nicht zuletzt über Sinn und Unsinn unserer Zeit, die ja in den Werken reflektiert wird.

Mit dem Rheinlandtaler ehrt der Landschaftsverband Rheinland (LVR) seit 1976 Menschen, die sich in besonderer Weise um die kulturelle Entwicklung des Rheinlands verdient gemacht haben. Und das sind erfreulicherweise ziemlich viele Menschen (leider überwiegend Männer).

Bei der Verleihung hatte man das intellektuelle Vergnügen, Professor Dr. Jürgen Wilhelm bei einer Rede zuzuhören. Er stellte als Vertreter der Landschaftsversammlung Rheinland dar, warum gerade Renate Puvogel und Annelie Pohlen diese Auszeichnung verdient haben, und ich konnte manches aus dem Leben und Wirken der beiden Damen erfahren, was mir noch unbekannt war.

Bei der Gelegenheit war es möglich, das Museum Abteiberg und die ausgestellte Kunst zu besichtigen. Umwerfend schön, alles. Atemberaubend, ich kam aus dem  Staunen nicht mehr heraus. Das Gebäude (Architekt Hans Hollein) als solches ist schon allein der Hammer und zum Niederknien schön, und dann auch noch voll mit Sachen, die mir unter die Haut gehen, die uns sehr viel bedeuten. Die Kunst wird dort regelrecht inszeniert.

Also, kurz und gut: Einen Besuch kann ich sehr empfehlen. 

 

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