Gewerbegebiet Pascalstraße: Die ASEAG bewegt sich

Nach Protesten und Beschwerden teilt die ASEAG, das städtische Busunternehmen in Aachen, mit, dass eine teilweise „Rückgängigmachung von Fahrplanänderungen“ geplant ist.

 

Die Stadtverwaltung schreibt in einer Vorlage für den Mobilitätsausschuss:

„Beschwerden gab es zum Fahrplanwechsel auch aus dem Gewerbegebiet Pascalstraße durch den Wegfall der Buslinie 70. Durch eine Verschiebung der Fahrplanlage bei der Buslinie 16 besteht die Möglichkeit, den jeweils zweiten Bus der Linie 16, die zwischen „Aachen Bushof“ und Schleckheim im 30-Minuten-Takt fährt, ab „Schleckheim Kapelle“ aus der Wendezeit heraus bis zum Gewerbegebiet Pascalstraße zu verlängern und dadurch die Erreichbarkeit dieses Gewerbegebietes mit der Linie 16 wesentlich zu verbessern.

Vorgesehen sind hier zu den Hauptverkehrszeiten vormittags bzw. nachmittags jeweils vier Fahrten.“

Yipppiiiiiiiiiiiii !!!!! Genau das haben sich die Leute in der Pascalstraße gewünscht.

***

NetLiner: Bürgerinfo am 11. April — Testnutzer/innen gesucht.

Die Stadtverwaltung lädt gemeinsam mit der ASEAG zu einer zweiten Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema NetLiner am Mittwoch, 11. April, ein. Beginn ist um 19 Uhr im Pfarrheim der Kirche St. Josef, Bergfeld 1, in Schmithof. Das teilt die Pressestelle der Verwaltung mit.

Die Verwaltung und die ASEAG möchten an diesem Abend das bedarfsorientierte NetLiner-Konzept für den Aachener Süden sowie die Vorschläge für die Einführungsphase vorstellen. In dieser Zeit sollen die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit erhalten, den Rufbus und das Buchungssystem näher kennen zu lernen.

Wer darüber hinaus Interesse hat, als Testnutzerin bzw. Testnutzer des NetLiners unterwegs zu sein, erhält im Rahmen der Veranstaltung am 11. April weitere Informationen. Stadt und ASEAG weisen darauf hin, dass während der Testphase des bedarfsorientierten NetLiners das bisherige Busangebot mit vorgegebenen Linienweg parallel weiterläuft.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Gewerbegebiet Pascalstraße: ganz schön abgehängt . . .

Was ist nur beim städtischen Busunternehmen ASEAG los?

Nach der Umkrempelung der Fahrpläne (Dezember 2017) ist von Forst aus das Gewerbegebiet Pascalstraße per ÖPNV deutlich schlechter zu erreichen. Und wenn, dann sind die Fahrzeiten doppelt so lang wie zuvor. Das haben 70 Betroffene der ASEAG-Spitze im Januar auch schriftlich mitgeteilt. Mit ihren Unterschriften auf einer Liste. Auf Antwort warten sie noch heute (April 2018).

Das Aachener Gewerbegebiet Pascalstraße ist ein Vorzeige-Gewerbegebiet. Es wird ständig erweitert, dort gibt es hunderte Arbeitsplätze. Eine gute Verbindung vom Bahnhof Rothe Erde/Forst bis in die Pascalstraße hinein und zurück sollte eine Stadt wie Aachen schon noch hinkriegen. Doch jetzt ist das Gebiet von Forst/Rothe Erde aus vor allem in den Morgenstunden nicht mehr angemessen erreichbar.

Denn: Die Linie 70 wurde abgeschafft. Die ASEAG würde zwar sagen, sie wurde durch die Linie 16 ersetzt. Nur fährt die Linie 16 nicht mehr ins Gewerbegebiet,

Bushaltestelle in der Pascalstraße im Gewerbegebiet.

sondern über die Aachener Straße durch nach Walheim. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Aachen-Düren, erhielt die 70 oben erwähnten Unterschriften und schickte sie – mit einem Begleitschreiben – an die ASEAG.

In dem Schreiben des VCD an die ASEAG-Spitze heißt es unter anderem:

„Statt vier direkten Morgenverbindungen zum Gewerbegebiet mit der LINIE 70 (19 min) gibt es nur eine Verbindung mit 30 min über Kornelimünster (LINIE 55). Alle weiteren benötigen mit über 40 min mehr als die doppelte Fahrzeit.

Am Abend wurde die Anzahl der Verbindungen zurück nach Rothe Erde von 11 auf 7 reduziert, wiederum entfallen alle schnellen Verbindungen der LINIE 70.

Weitere angebotene Umsteigeverbindungen führen über den Knoten Normaluhr mit ebenfalls erheblich längeren Fahrzeiten. Der Knoten Normaluhr ist wegen der weit auseinander liegenden Haltestellen denkbar ungeeignet zum Umsteigen.“

Der Brief schließt mit dem Vorschlag, sich mal zusammenzusetzen und verschiedene Ideen, wie sich die Situation verbessern ließe, zu diskutieren.

Es ist bestimmt nicht leicht, Fahrpläne für die Stadt Aachen zu entwickeln, dabei neue Gebiete (Campus Melaten, Klinikum) mit einzubeziehen und gleichzeitig nicht mehr Geld auszugeben, als zuvor. Das muss man der ASEAG zugute halten. Wenn man das Angebot an einer Stelle erweitert, muss man es an einer anderen verknappen. Oder die Kommunalpolitiker stellen 2018 der ASEAG mehr Geld aus der Stadtkasse zur Verfügung als 2017.

Der Fall sollte im Bürgerforum verhandelt werden. Dort können die Betroffenen sich umfassend äußern und auf Nachfragen reagieren. Dazu sollte jemand von der ASEAG eingeladen werden und auch erscheinen.

Ein ähnlich dramatischer Fall wird hier geschildert. https://www.aachener-nachrichten.de/mobile/lokales/aachen/protest-im-buergerforum-fuehrt-zum-erhalt-der-bushaltestelle-1.1855631

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Bürgerbeteiligung zur Rad-Vorrang-Route Eilendorf

Wäre ja schön, wenn es den Pkw später einmal nicht mehr möglich wäre, auf der Rad-Vorrang-Route zu parken. Es handelt sich hier (Burtscheid) übrigens um ein Fahrzeug der Post, das mit Elektroantrieb fährt.

Rad-Vorrang-Routen soll es in Aachen einmal geben. Also Strecken kreuz und quer durch Aachen, auf denen die Radfahrerinnen mit Extra-Vorfahrt durch die Stadt gelangen können. Schön wär’s, die Pläne sind fertig, das Geld ist auch vorhanden, Massen von Radlern stehen parat, aber wann die Routen mal Wirklichkeit werden, steht in den Sternen.  Denn man muss immer bedenken: Aachen ist eine Ankündigungsstadt, viel wird angekündigt und vollmundig verkündet, wenig wird gemacht, sobald der Rat der Stadt involviert wird.

Gleichwohl gibt es jetzt eine Bürgerbeteiligung, die zweite zu dem Thema. Die Stadt lädt ein zur Rad-Vorrang-Route von Eilendorf in die Innenstadt. Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 11. April, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Bezirksamtes Eilendorf, Heinrich-Thomas-Platz 1.

Im Mittelpunkt des Abends stehe die Frage, wie die Rad-Vorrang-Route in Eilendorf verlaufen soll (Abschnitt Bahnhof-Bezirksamt). „Die Verwaltung hat Varianten für die Linienführung in Eilendorf auf Grundlage der in der ersten Bürgerbeteiligung am 6. Februar gesammelten Anregungen geprüft“, teilt das Presseamt mit. Die Ergebnisse ihrer Prüfung werde die Verwaltung am Abend zur Diskussion stellen.

Aus allen Stadtteilen soll es möglichst direkt geführte und komfortable Rad-Vorrang-Routen in die Innenstadt geben. Der Mobilitätsausschuss beschloss im April 2017 einstimmig, ein solches Rad-Vorrang-Routen-Netz in Aachen zu schaffen.

Die Strecke vom Eilendorfer Bahnhof in Richtung Innenstadt soll als erste Route umgesetzt werden. Sie soll neue Maßstäbe in der Gestaltung und Erkennbarkeit solcher Radwege setzen und die Grundlage sein für alle weiteren Rad-Vorrang-Routen in Aachen.

Weitere Infos im Internet: www.aachen.de/rvr

Hier ein Link zu einer interessanten Studie: Radfahren in der Stadt http://www.zeit.de/amp/mobilitaet/2018-04/radfahren-stadt-risiken-gefahren-studie?__twitter_impression=true

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Häng deinen Plastikmüll an den Haken

Auf der Trierer Straße gesehen: Gelber Sack am Haken. Die anderen Säcke passen da auch noch hin. Insgesamt ist Platz für neun Stück.

So konnte es nicht weitergehen: Kaum hattest du deine Gelben Säcke mit dem Plastikmüll an die Straße gestellt, brauste der Wind auf, zerfetzte die dünnen Hüllen, und der Müll ergoss sich als „Flugmüll“ über die Straße. Manchmal schleuderte der Wind die Säcke auch komplett auf die Straße, wo sie von Autos überfahren wurden. Jetzt werden die Säcke an die Kette gelegt, bzw. an den Haken genommen.

Vorerst nur probeweise (bis Mitte Juli) in drei Straßen – Trierer Straße/Adalbertsteinweg, Jülicher Straße und  Roermonder Straße – gibt es an den Straßenlaternen Metallreifen mit Haken. Da kann man seine Säcke dran aufhängen. Die Idee wurde aus den Niederlanden übernommen, für die Probephase mussten nur 1500 Euro ausgegeben werden. Die Stawag, zuständig für die Stadtbeleuchtung, ist natürlich einverstanden.

Zuvor hatte man in Aachen schon über Gelbe Tonnen und dickere Plastiksäcke diskutiert. Für so eine Gelbe Tonne ist allerdings längst nicht in jedem Keller Platz. Und stärkere Säcke zum Abtransport von Kunststoffmüll sind in gewisser Weise auch widersinnig.

Mal sehen ob es mit den Haken besser wird. Dabei ist natürlich klar, dass die Lösung letztlich darin besteht, auf Plastikverpackungen gänzlich zu verzichten. Denn am Ende landet unsere Plastikmüll ja – wie schon mehrfach berichtet wurde – in den Meeren dieser Welt. Und bleibt auch dort.

***

Ein Text ohne einen Link? Das ist im Internet eine quasi widersinnige Sache. Die Stärke des Internet gegenüber der Tageszeitung ist es ja gerade, dass man immer via Links zusätzliche Infos anklicken und kurz zwischenlesen kann. Wer diese Möglichkeit des Link-Einbaus im Netz nicht nutzt, hat vermutlich das Internet nicht verstanden.

***

Gelbe Tonne, wie sie sich manche als Ersatz für die Gelben Säcke wünschen. Ja, ja: Bei Lichte besehen ist natürlich nur der Deckel gelb, der Rest nicht.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Aachen: Eine Straße verwandelt sich für einen Tag in eine Kulturmeile

 

Schon 30 Folgen gibt es vom Kanal Trivial. Bin ja gespannt, was Marc Teuku und Andreas Müller sich zum 50. einfallen lassen. Es kann nämlich sein, dass die beiden noch ein Weile durchhalten und weiter Videos machen, was ich ganz ehrlich nicht erwartet hatte. Scheint ein längerfristiges Projekt zu sein, der Kanal Trivial.

In Folge 30 wird Andrea Nickisch, Erfinderin des Lothringair Festivals, befragt. Das alternative Straßenfestival findet immer im Juni in der Lothringerstraße in Aachen statt, wird von Jahr zu Jahr größer und macht sehr vielen Leuten eine Menge Arbeit. Es gibt Musik, Aufführungen und Ausstellungen, mehrere Bühnen werden aufgebaut, alle Kulturangebote sind kostenlos.

Falls ihr ein paar Euros übrig habt: Über Spenden freut sich der Lothringair-Verein natürlich sehr.

Zusätzliche Infos auch hier auf dieser schönen Seite: https://lothringair.de

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Wald-fressender Braunkohleabbau

Die Braunkohle-Förderung hinterlässt zerstörte Landschaften. Ohne Hemmungen und unter Missachtung aller Proteste wird unsere schöne Heimat in die Öfen gesteckt und verbrannt. NRW-Heimatministerium, los, äußere dich mal dazu.

Es ist an der Zeit, mal einige deutliche Worte zum Braunkohle-Abbau in unserer Nachbarschaft (Hambacher Forst) zu verlieren. Es ist ein Thema, bei dem weite Teile der Bevölkerung mal wieder den Eindruck haben, dass die Politik sang- und klanglos über die deutlich geäußerten Forderungen und Erwartungen der Menschen hinweggeht. Das ist absolut nicht gut für eine Demokratie.

Gegen die Zerstörung:

Der Hambacher Forst in der Nähe von Aachen wird seit 1978 zunehmend gerodet, er gehört seitdem dem Energieversorger Rheinbraun bzw. RWE. Dort wird im Tagebau Braunkohle gefördert. Insbesondere seit 2012 kommt es immer wieder zu Aktionen gegen die Zerstörung des Rest-Waldes, wobei die Polizei aus Aachen sowie RWE-Mitarbeiter teilweise mit unglaublicher Härte gegen Umweltaktivisten vorgegangen sind. Das darf sich nicht wiederholen.

Auch Piraten aus Aachen haben sich dem Protest gegen den Wald-fressenden Braunkohleabbau angeschlossen. Sie sind vor Ort zu der Erkenntnis gelangt, dass es sich bei den Umweltaktivisten keinesfalls um „Krawalltouristen“, „steinewerfende Krawallmachern” (RWE-Broschüre) oder gar generell um „Terroristen“ (Aussage Fr. Romina Plonsker, CDU) handelt. Die Diffamierung von hunderten friedlichen Umweltaktivisten kann nicht hingenommen werden.

Die im Tagebau abgebaute Braunkohle wird von RWE verfeuert. Dieser Vorgang schädigt in extremer Weise die Umwelt, bei der Braunkohleverbrennung entsteht von allen Stromlieferanten die größte CO2 Belastung. Wie in der Presse regelmäßig berichtet wird, sind Feinstaub-Grenzwertüberschreitungen üblich.

Ein Kuhhandel

Bereits vor einigen Monaten schlug Minsterpräsident Armin Laschet einen Kuhhandel vor. Der von RWE produzierte Braunkohle Strom solle nach Belgien exportiert werden, im Gegenzug werden Tihange und Doel abgeschaltet. Dieses Tauschangebot verdeutlicht offensichtlich im Umkehrschluss, dass der durch den Braunkohletagebau generierte Strom nicht überlebenswichtig, nicht einmal relevant ist.

Insofern halten die Piraten die nachhaltige Vernichtung des Hambacher Forsts für überflüssig. Wir fordern, dass der vor einigen Monaten erwirkte Rodungsstopp von RWE eingehalten wird und über Oktober 2018 hinaus gehen soll.

Besonders am 21.03.2018 gab es erneut “Barrikadenräumungen” durch Polizeibeamte, die im Rahmen dieser Maßnahme im Teil des von

Braunkohletagebau in unserer Nachbarschaft, das ist rücksichtslose und vollkommen überflüssige Umweltzerstörung.

AktivistInnen besetzten Gebietes Bäume gefällt haben. Die Piraten in Aachen fordern eine von beiden Seiten friedliche Herangehensweise und kritisieren die Baumfällungen und Vorgehensweisen der Polizei und von RWE Mitarbeitern im Hambacher Forst. (https://hambacherforst.org/blog/2018/03/22/baumfaellung-im-hambacher-forst-waehrend-einer-barrikadenraeumung-am-21-3-2018/)
Darüber noch hinaus verlangen die Piraten, dass der Kompromiss-Vorschlag des Gerichts umgesetzt wird, dass nämlich auf die Abholzung des jetzt noch existierenden Stück des Waldes gänzlich verzichtet wird. Die Spitzen von RWE und die Politiker von CDU/FDP und SPD werden aufgefordert, ihre starrsinnige, unflexible und rechthaberische Haltung endlich aufzugeben. Von dem ursprünglich mindestens 12.000 Hektar großen, z. T. über 1000 Jahre alten  Waldgebiet ist ohnehin nur ein Rest übrig geblieben. (https://de.wikipedia.org/wiki/Hambacher_Forst )

Steril wirkende Areale

Der Braunkohletagebau hinterlässt eine lebensfeindliche, verwüstete Landschaft, die eines fernen Tages einfach mit Wasser verfüllt werden soll. Es entstünde einer der größten Seen Deutschlands. Umsiedlung der Menschen in steril wirkende ArealeLandschaftszerstörung, Bergschäden und Feinstaubbelastung schädigen Erwachsene und Kinder an Leib und Seele massiv. Davon konnten sich Piraten schon in der Vergangenheit mehrfach persönlich überzeugen. Außerdem lehnen wir das in Gewahrsam-Nehmen von Aktivist*innen gänzlich ab.

Weitere Infos:

https://www.bund-nrw.de/fileadmin/nrw/bilder/Braunkohle/2016_Feinstaub_Tagebaue.jpg
https://www.lanuv.nrw.de/luft/immissionen/aktluftqual/pm10ueberschreitungen/
https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/luft/immissionen/aktuelle-luftqualitaet/
Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Der Raum, den wir noch haben, um uns frei zu entfalten, wird stetig kleiner und kleiner

In der letzten Woche wurde in Aachen der „Erfolg“ vermeldet, dass die Kameraüberwachung am Bushof die Kriminalität von dort etwas verdrängt hat.
Doch dieser Erfolg verblasst deutlich, wenn man den Preis betrachtet, den wir als Gesellschaft dafür zahlen: Die schleichende Abschaffung der Privatsphäre.
Nicht ohne Grund schützt unser Grundgesetz die freie Entfaltung der Persönlichkeit jedes Einzelnen.

Doch zur freien Entfaltung braucht es Raum, der nicht ständig kontrolliert und überwacht wird, denn vorhandene Überwachung führt automatisch und unterbewusst dazu, dass man sein Verhalten anpasst.

Das aber führt nicht dazu, dass die Bürger sich im Rahmen der Gesetze verhalten, sondern unterdrückt jede Form von Andersartigkeit und führt so zu einem gefrieren von gesellschaftlichen Prozessen, die notwendig sind, um Veränderungen gerecht zu werden.

Der Raum, den wir noch haben, um uns frei zu entfalten wird aber stetig kleiner und kleiner.

Und dabei spielt Kameraüberwachung eine wichtige Rolle, denn die Orte an denen Sie zum Beispiel mit anderen Menschen reden, oder eine Nachricht auf Ihrem Telefon lesen können, ohne dass das gefilmt und aufgezeichnet wird, werden immer weniger.

Wenn wir in Zukunft noch solche Orte erhalten wollen, dann müssen wir heute schon jede Ausweitung von Überwachung genauestens abwägen, denn sowohl unsere Sicherheitsbehörden als auch die Privatwirtschaft zeigen bisher kein Interesse daran, etwas von unserer Privatsphäre übrig zu lassen.

Und die Abwägung an dieser Stelle ist die Aufklärung von Delikten wie Taschendiebstahl gegen die weitere Beschneidung der Persönlichkeitsrechte aller Menschen, die am Bushof verkehren.

Wir Piraten halten daher die Kameraüberwachung am Bushof für völlig unverhältnismäßig und gefährlich für unsere offene Gesellschaft.

Es gibt auch keinerlei extern und vor allem wertfrei gewonnene statistische Daten, dass eine Kameraüberwachung zu einer Aufklärung von Delikten beigetragen hat. Es wird lediglich eine „soziale Erwünschtkeit“ in der Erhebung der Daten deutlich. Soziale Erwünschtkeit meint hier, es werden nicht alle Faktoren, die zu einer Aufklärung von Delikten geführt haben, berücksichtigt – Was dazu führt, das die Erhebung ausschließlich zugunsten der Aussagen des Erhebenden erfolgt.

Vor allem wenn man bedenkt, dass Verbrechen, wie die illegale Massenüberwachung durch unsere Geheimdienste, die mutwillige Zerstörung unserer Umwelt durch Automobilhersteller, oder der milliardenschwere Betrug mit Cum/Ex-Geschäften bisher allenfalls unbedeutende Strafen nach sich gezogen haben, können einem durchaus Zweifel kommen, ob hier wirkliche Probleme gelöst werden, oder lediglich ein Blendwerk für einige besorgte Bürger unterhalten wird.

***

(Text oben aus einer Pressemitteilung der Aachener Piraten. Lest auch hier, was der Polizeipräsident dazu sagt, falls ihr die Bezahlschranke überwinden könnt.

Da könnt ihr auch kommentieren, was auf der uebergangshymne selten gestattet wird, denn die Kommentare, die hier ankommen sind mir vom Ton, Diktus und Duktus her zu unterirdisch (aus der Hölle):

http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/voellig-unverhaeltnismaessig-massive-kritik-an-den-kameras-am-bushof-1.1856516    )

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Was wird aus der alten Strang-Halle?

Die Strang-Halle in Rothe Erde: Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob diese Halle für Kunst und Kultur geeignet ist.

Das wird morgen  (Donnerstag, 22. März) bei den Kulturpolitikern in Aachen ein Thema sein: die dauerhafte Nutzung der Stahlbau-Strang-Halle in Rothe-Erde für Kultur und andere Events.

Gemeint ist die alte Fabrikhalle in Rothe Erde, wo schon mehrmals das Schrittmacher-Festival stattgefunden hat. Die Politik will die Verwaltung beauftragen, einmal zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen diese alte Halle als Stätte für Kultur- und Kunstinitiativen geeignet ist. Geeignet auch für andere Events wie Stadtteilfeste, türkische oder kurdische Hochzeiten, afrikanische Trommelevents oder was auch immer.

Wenn das klappt, darf man sich in Forst und Rothe Erde freuen. Schließlich entsteht hier gerade ein neues Viertel. Zwei Wohnanlagen (Mataréstraße und Eisenbahnweg) mit insgesamt rund 1000 Neu-Bewohnern sind schon fertig. Eine weitere Anlage könnte hinzukommen. Da besteht ganz schön viel Bedarf, sich zu versammeln.

Es wurden zwar in der jüngeren Vergangenheit schon Stätten mit kultureller Prägung eröffnet, wie das Centre Charlemagne, die Nadelfabrik und das Depot in der Talstraße. Doch es fehlt in Forst an einer Halle, die gegebenenfalls auch die weniger vornehmen Teile der Bevölkerung beherbergen könnte. Leute, die an Holztischen sitzen und ihre mitgebrachten Getränke konsumieren oder rumstehen und Musik in einer Lautstärke hören, die anderen Ohrenschmerzen verursacht. Tja. Es haben nicht alle Leute dieselben Vorlieben, kulturell gesehen.

Der Antrag, den ihr hier einsehen könnt, ist ausführlich. Da er von den Mehrheitsfraktionen (CDU/SPD) kommt, wird ihm sicherlich eine Mehrheit zustimmen. Das alles wird am morgigen Donnerstag, 22. März, ab 17 Uhr, im Verwaltungsgebäude Mozartstraße 2-10, Raum 207/208 besprochen. Die Sitzung ist öffentlich.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Wenn deine Straße dir fremd wird . . . .

Diese Bus-Haltestelle wird nicht mehr angefahren, sie wird überflüssig. Der Bus hält auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Anwohner sind damit nicht einverstanden.

Es ist mal wieder so weit: Das Bürgerforum tagt, und wer etwas zu meckern oder zu verbessern hat (in Aachen), darf vorsprechen. Es sind immer Menschen, die eine Sachlage – weil sie unmittelbar in ihrer Nachbarschaft stattfindet – anders einschätzen, als die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitiker. Weil sie näher dran sind, wissen sie es besser. 

Am kommenden Dienstag geht es zunächst um einen Bürger, der dringend anregen will, dass der Bend auf dem Gelände des Alten Polizeipräsidiums an der Krefelder Straße stattfinden soll.

Das Gelände möchte der ALRV ebenfalls gern übernehmen. Mal sehen, wer das Rennen macht. Ich denke: Den ALRV als absolutes Aushängeschild der Stadt mit seinem weltbekannten CHIO sollte man nicht in seiner Entwicklung behindern, eher unterstützen. Und den Bend in Nähe der Roermonder Straße belassen.

***

Nächstes Thema: Der Schusterweg in der Nähe vom Papst-Johannes-Stift versinkt bei Regen in Morast und Pratsch, die Senioren bleiben mit Rollstuhl und Rollator und auch als zumindest leicht Gehbehinderte im Matsch stecken. Ganz üble Sache. Die Stadt möchte den Weg asphaltieren, doch der Weg gehört ihr gar nicht, sie hat den Weg nur gepachtet. Der Eigentümer möchte keine Asphaltierung.

Der Schusterweg sollte also anderweitig befestigt werden. Das ist nicht unmöglich (eine wassergebundene Decke reicht), kostet etwa 15.000 Euro. Warum also nicht?

***

Ein bisschen kompliziert ist die im nächsten Punkt geforderte Änderung der Linienführung der Aseag-Busse auf der Bayernallee. Betroffen sind allerdings mehrere hundert (alte) Menschen in Burtscheid. Die Aseag fuhr immer von der Robert-Schumann-Straße in Richtung  Kalverbenden in die Innenstadt. Neuerdings geht es genau umgekehrt herum. Die befestigte Haltestelle Rathenauallee (in der Bayernallee) wird aufgehoben, und damit sind die Anwohner gar nicht einverstanden. Sie fordern schlicht: Wiederherstellung des alten Zustands, haben schon hunderte Unterschriften gesammelt.

Wir kennen die Aseag, ich denke, die kümmert sich nicht um die Befindlichkeiten der Anwohner und besteht stur auf ihrer neuen Linienführung. Die Senioren müssen neuerdings eine kleine Anhöhe hinauf, und das fällt ihnen schwer. Und: Sie müssen zu einer anderen Haltestelle laufen, die deutlich weiter weg ist. Für manchen alten Menschen sind 300 Meter mehr oder weniger entscheidend. Tja, wer nimmt da schon Rücksicht?

***

Die Parksituation im Goldammerweg ist für die Anwohner mittlerweile schwer auszuhalten. Der beschauliche Goldammerweg ist nämlich werktags ständig mit Pkw von fremden Leuten zugeparkt. Die stellen ihre Wagen ab und gehen dann zu Fuß weiter zum  Gewerbegebiet Eilendorf-Süd. So ist der Goldammerweg – eigentlich eine Sackgasse – jetzt langsam zur Durchgangsstraße geworden.

Der Weg sollte Anliegerstraße werden, das schlagen die Beschwerdeführer vor, und das wäre auch passend. Die Betriebe, zu denen die Autofahrer eilen, sollten allerdings auch mal überprüft werden hinsichtlich der Vorgaben, die die Stellplatzordnung ihnen macht. Dieser Stellplatzordnung gemäß sind nämlich Firmen verpflichtet, ihren Mitarbeitern ausreichend Parkplätze anzubieten.

***

Wie dürfen Geschäftsleute und Gastronomen den öffentlichen Straßenraum (der ihnen nicht gehört) nutzen? Was müssen sie zahlen, und wer muss gar nichts zahlen? Das ist der letzte Punkt im Bürgerforum, da wird eine neue „Sondernutzungssatzung“ vorgestellt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Gebühren für eine kommerzielle Nutzung des Straßenraums (Café-Terrasse) moderat steigen werden. Nicht-kommerzielle Nutzung ist kostenlos. Was alles im öffentlichen Raum angebracht wird (teils kostenlos, teils teuer): Plakate, Werbetafeln, Automaten, Blumenkübel, Fahrradständer, Windschutzelemente, Stehtische, Sonnenschirme, Markisen usw.

Und: Ein Stück Gehweg in der Breite von 1,80 Meter  muss frei bleiben (in Ausnahmefällen 1,50 oder 2 Meter).

Ich denke, den Belangen der Behinderten muss Rechnung getragen werden. Aber man darf auch nicht vergessen, dass durch Gastronomie und bunte öffentliche Geschäftsauslagen im öffentlichen Raum ein gewisses Flair entsteht, das Aachen gut gebrauchen kann. Ohne Flair und Ambiente keine belebte Innenstadt. 

***

Soweit ich jetzt sehen kann, beginnt das Bürgerforum (am Dienstag, 20. März) um 17.30 Uhr im Sitzungssaal des Haus Löwenstein (gegenüber Rathaus).  UPDATE: im Raum 107 im Katschhof, Verwaltungsgebäude. Zugang über Johannes-Paul-II.-Straße 1.    Zunächst waren ein andere Ort und eine andere Uhrzeit angegeben. Da werde ich noch nachfragen und es ggf. hier vermerken.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Monschau: Erinnerung an ein Christo-Projekt

Schöne Ausstellung in der verwinkelten Galerie Beumers in Monschau. Es wird an die Zeit erinnert, als Christo in Monschau aktiv war. Am Tisch: Kaspar Vallot, 92 Jahre alt.

Wieder mal lohnt sich eine Fahrt nach Monschau. Diesmal geht es um das Jahr 1971 und was damals in dem Eifelstädtchen geschah. Der Monschauer Kunstkreis mit Journalist Kaspar Vallot* war nämlich vor 45 Jahren auf die verwegene Idee gekommen, den Verpackungskünstler Christo nach Monschau einzuladen. Der sollte sich dort ein Objekt zum Verpacken/Verhüllen aussuchen.

Bereits im Jahr zuvor (1970) hatten die Liebhaber moderner Kunst die Stadt Monschau quasi in ein Open-air-Museum verwandelt. Die Bevölkerung war weitgehend not amused über die „Umwelt-Akzente“. Fast alle fanden: „Das soll Kunst sein? Niemals!“ An diese Ausstellung hat 2011 die Stadt Monschau auf großartige Weise erinnert.

Christo kam immerhin, spazierte 1971 durch Monschau und war begeistert: Er wollte die Burg und eine weitere Ruine (Haller) verpacken und den sensationellen Rur-Blick mit einem Vorhang verhüllen. Wie geplant, so geschehen. Weite Teile der Bevölkerung waren extrem empört. Es gab damals nicht so viele Menschen, die überhaupt bemerkten, dass in der Welt und in der Sicht auf die Welt ein enormer Wandel im Gange war.

Bei der Aktion entstanden viele kunstvolle schwarz/weiß Fotos, die jetzt in Monschau zu sehen sind. Und zwar im sogenannten Tuchschererhaus, in dem sich die Galerie Beumers befindet. Galeristin Carla Giessing hat zusammen mit Kaspar Vallot diverse Fotos, Objekte, Plakate und Dokumente aus jener Zeit zu einer Ausstellung kombiniert.

Wer viel Zeit mitbringt, sollte sich in den Räumen die Leserbriefe aus jenen Tagen ansehen. Sie zeigen, wie die Menschen auf die moderne Kunst reagierten. Sie waren einfach überfordert. Aber es geschah auch, dass Erwachsene einigen Jugendlichen einen Kasten Bier versprachen, wenn die Jugendlichen ein „Kunstwerk“ zerstören würden. Damals lernte ich, zu welchem Hass Menschen fähig sind, wenn sie etwas in ihrer Nähe ertragen müssen, was sie absolut nicht verstehen. Heute ist es mit den „Ausländern“ exakt dasselbe.
Insofern man selbst mit einer etwas breiteren Perspektive beschenkt ist, darf man sich allerdings auch nicht arrogant über diese Leute erheben.

Bei der Eröffnung der Ausstellung in Monschau berichtete Kaspar Vallot 45 Minuten lang konzentriert von der Zeit, als der anfangs etwas konventionelle Kunstkreis seine Ausrichtung änderte, als er mit den Journalisten-Kollegen Klaus Honnef und Willi Bongard über Kunst zu Aktionen kam und wie schließlich reagiert wurde. Außerdem bekam das Publikum kunstphilosophische Gedanken zu hören.

Christo war damals ein noch relativ unbekannter Künstler. Er war 1968 als Teilnehmer der documenta in Kassel aufgefallen. Nur wenige kannten ihn. Zudem hatte es sich ergeben, dass er 1971 auch noch an seinem Projekt „Valley Curtain“ arbeitete und sich in Monschau nur selten blicken ließ. Trotzdem: „Deutsche und internationale Presse rückte Monschau in die Schlagzeilen“, schreibt Peter Stollenwerk. Sein langer und schöner Text (jetzt noch hinter einer Bezahlschranke) ist in wenigen Tagen hier zu lesen.

***

Die Ausstellung „Das CHRISTO PROJEKT Mon SCHAU“ ist noch bis zum 10. Mai zu sehen in der Galerie Beumers in Monschau, Laufenstraße 6.
Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. UPDATE: Wegen Krankheit ist die Ausstellung ab heute, 19. März, für eine Woche geschlossen
s. auch Kölner Stadtanzeiger, Bericht aus 2011: Als Christo die Burg verpackte
*Offenlage: Kaspar Vallot ist mein Vater.
Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar