In den Kitas: Personal händeringend gesucht

Die Eltern von Kita-Kindern in Aachen sind zur Zeit nicht zu beneiden. Darauf, dass ihre Kinder regelmäßig und zuverlässig einen Kindergarten besuchen können, können sie sich nicht mehr verlassen. Viele Erzieherinnen sind zur Zeit krank, manche sind schwanger, andere werden pensioniert, der allgemeine Personalmangel gibt den Einrichtungen den Rest. So kommt es dazu, dass Eltern morgens mit Kind vor der Kita stehen und abgewiesen werden: Wegen fehlendem Personal heute geschlossen. 

Die Kita „Am Höfling“ blieb kürzlich sogar eine ganze Woche geschlossen. Nicht mal eine Notbetreuung soll es gegeben haben. Den Eltern wurde geraten, für ihre Kinder andere Kitas zu suchen, die Situation werde sich nämlich nicht wesentlich verbessern. In einigen der 57 städtischen Kitas werden jetzt sogenannte Überlastungsanzeigen geschrieben. Das machen Mitarbeiter, wenn sie ihre Arbeitgeber darauf hinweisen wollen, dass „eine ordnungsgemäße Erfüllung der Aufgaben“ gefährdet ist. 

Freien Trägern geht es nicht besser

Politik und Verwaltung stehen ratlos da. Sie können sich schließlich keine Erzieherinnen backen. Sie würden gern einstellen, es gibt aber einfach niemand. Auch den anderen Trägern wie der katholischen Kirche (Pro Futura) und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) fehlt es an Erzieherinnen und Erziehern in ihren insgesamt 70 Einrichtungen. Dabei haben alle Einrichtungen, die Erzieher*innen ausbilden in der hiesigen Region ihre Ausbildungskapazitäten schon erweitert . Es reicht einfach nicht.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) eröffnet in Kürze eine neue Kita in dem Neubaukomplex in der Bismarckstraße (früheres Vegla-Gelände). Doch wegen Personalmangel ist man statt mit 5 Gruppen nur mit 2 Gruppen am Start (bzw. 47 Kinder statt 80).

Rund 100 Vollzeitstellen fehlen insgesamt in allen Aachener Kitas (freie und städtische). Das ist eine Menge. Pro Futura versucht, in Spanien Fachpersonal anzuwerben. Nach einem Sprachkurs sollen die SpanierInnen im Sommer 2023 schon fit sein.

Hilferufe in Richtung NRW-Ministerium haben bisher ebenfalls nichts gebracht, auch dort kann man keine zusätzlichen ErzieherInnen herbeizaubern.

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Firma bietet schon 1913 elektrobetriebene Fahrzeuge an. In Aachen verzichtet man auf die Anschaffung.

Schade, schade. Es hätte alles so schön sein können: Im September 1913 erreichte die Gas- und Elektrizitätswerke der Stadt Aachen ein Schreiben der Accumulatoren-Fabrik AG aus Berlin (bitte lesen, es lohnt sich). Die Firma, deren Ingenieursabteilung sich damals in Köln befand, warb in dem Schreiben für einen „elektrischen Selbstfahrer“.

Das Schreiben pries die Vorzüge der elektrischen Wagen gegenüber den Benzinwagen. Elektrobetriebene Fahrzeuge hätten – verglichen mit dem „Motorwagen mit Explosionsmotor“- eine einfachere „Construktion“ und beständen aus weniger Teilen. Das historische Schreiben befindet sich heute im Aachener StadtarchivEs wurde als „Archivale des Monats“ übermittelt.

Weniger Abnutzung, kein Benzinverbrauch

Aufgrund der einfachen Bauweise – vor allem im Bereich der Kolben, Ventile, Kühler und Schaltgetriebe – nutze sich das E-Auto weniger ab, und „beim Kontroller“ müssten nur „im Laufe der Jahre [… Kontaktfinger]“ ersetzt werden. Öl werde gar nicht mehr benötigt, Schmiermittel nur in sehr geringem Maße. Und: „Der Gummiverbrauch ist beim elektrischen Wagen infolge des sanften und stossfreien Anfahrens ebenfalls wesentlich geringer als beim Wagen mit Explosionsmotor“, schrieb die Accumulatoren-Fabrik nach Aachen. 

Da kann man nicht „nein“ sagen, sollte man meinen. Doch genau das taten die Aachener. Auch die weiteren Vorteile machten ihnen offenbar die Bedeutung des Angebots nicht klar. Wie kann man so blind sein?

Der Batterieverschleiß könne anhand „der Betriebsverhältnisse genau im Voraus bestimmt werden“ und ein entsprechender Instandhaltungsvertrag sei bereits im Verkaufspreis inbegriffen. „Die Ladung der Batterien kann mittels vorgeschalteter Eisendrahtwiderstände, welche die Ladestromstärke selbsttätig regulieren, ohne Aufsicht erfolgen“, fügt die Firma an.

Auch sei der elektrische Wagen leichter zu bedienen und alle, die ein solches Fahrzeug besäßen, könnten ohne weitere Sicherheitsvorkehrungen an den üblichen Orten parken. Neben technischen Vorzügen sei auch der stetig steigende Benzinpreis ein Argument für den „elektrischen Selbstfahrer“: „Besonders erwähnenswert ist noch, dass augenblicklich der Preis des Benzins sehr gestiegen ist und nach Aussage von Fachleuten sich im Laufe der Zeit noch höherstellen wird“, wußte man schon damals in Köln. 

Aus dem Aachener Stadtarchiv erreicht uns das Archivale des Monats. Diesen Monat sehr erhellend und wieder ganz aktuell: Aachener Gas- und Elektrizitätswerke verzichteten 1913 auf die Anschaffung von E-Autos. Foto: Stadtarchiv Aachen, PRZ 29-26, fol. 167-179

Die USA als Vorbild 

Um die Modernität von E-Fahrzeugen zu unterstreichen, verwies die Accumulatoren-Fabrik auf die USA. So wären zu Beginn der 1910er-Jahre in Chicago bereits 2.500, im Staate New York etwa 7.000, in kleineren Städten wie Oklahoma 300 und in den gesamten Vereinigten Staaten rund 15.000 elektronische Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Unterstützt würde diese Entwicklung von nordamerikanischen Elektrizitätswerken, denn: „Jeder elektrische Wagen ist ein bedeutender und besonders günstiger Stromabnehmer.“ 

Für 6.100 Mark, heute ca. 37.000 Euro, wurde das damalige E-Auto, das eine Höchstgeschwindigkeit von 26 km/h erreichen und bis zu 80 Kilometer weit fahren konnte, den Aachener Werken angeboten. 34 Pfennig pro Kilometer kalkulierte man 1913 für den Betrieb eines E-Fahrzeugs – sieben Pfennig günstiger als ein damaliger Benziner.

Trotz all der angepriesenen Vorzüge verzichteten die Aachener Gas- und Elektrizitätswerke auf die Anschaffung.

Quelle: Stadtarchiv Aachen. Auf der Internetseite des Stadtarchivs ist das Schreiben der Firma als PDF abrufbar: https://www.aachen.de/DE/kultur_freizeit/kultur/stadtarchiv/e-auto1913.pdf 

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Mit Kamera und Laserscanner in Aachen unterwegs

Cyclomedia befährt derzeit bis voraussichtlich 29. Oktober 2022 das Stadtgebiet und erfasst mit Aufnahmefahrzeugen, die mit Kameras und Laserscannern ausgestattet sind, die Umgebung digital. Das Unternehmen hat dazu folgendes wissen lassen:

Die Aufnahmen können personenbezogene Daten wie erkennbare Gesichter enthalten, dementsprechend gelte die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Ziel sei die Registrierung und Verarbeitung von Straßenfotos in einer Datenbank, um diese Aufnahmen – unter strengen Auflagen – später öffentlichen und privaten Organisation zur Verfügung zu stellen.

Cyclomedia ist angeblich Mitglied im Verein Selbstregulierung der Informationswirtschaft (SRIW) und außerdem Mitverfasser und Unterzeichner des Geodatenkodex. Aus datenschutzrechtlichen Gründen würden Gesichter und KFZ-Kennzeichen unkenntlich gemacht, bevor Cyclomedia die aufgenommenen Bilder den Nutzern zur Verfügung stellt.

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz bei Geoinformationsdiensten findet man unter SRIW: https://sriw.de/. „Die Nutzung der Bilddaten dient ausschließlich internen Zwecken, so dass eine Veröffentlichung der Panoramabilddaten z.B. im Internet nicht vorgesehen ist“, teilt das Unternehmen wörtlich mit.

Dieser Wagen kurvt derzeit durch Aachen und macht Aufnahmen.

Weiter heißt es in der Mitteilung: Durch die Nutzung der hochauflösenden, georeferenzierten und dreidimensionalen 360°-Panoramabilder (Cycloramas) würden Verwaltungen einen uneingeschränkten Blick auf Bilder erhalten, die die Realität – so echt wie draußen – abbilden. Die Möglichkeit zur Visualisierung, Messung und Planung in den „Abbildungen der Realität“ bedeute für die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung, „dass Arbeitsprozesse zeitsparender und konstengünstiger erledigt werden können“. Die Nutzung der Bilder spare den Verwaltungen Kosten ein, verbessere den Bürgerservice und verkürze verwaltungsinterne Prozesslaufzeiten.

Die breite Datenbasis, die Cyclomedia für Städte zur Verfügung stellt, könne fachämterübergreifend eingesetzt werden. Daher könnten beispielsweise Themen wie Barrierefreiheit, Straßen- und Radwegeplanung oder die Einsatzplanung von Sicherheits- und Hilfskräften schnell und unkompliziert bearbeitet werden.

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz und insbesondere zu euren Rechten, bezugnehmend auf Artikel 14 der DSGVO, findet ihr auf der Cyclomedia-Webseite: https://www.cyclomedia.com/de/privatsphaere

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Ziemlich frisch und mit geänderten Öffnungszeiten

Der nette Herr Putin hat sich die Maske vom Gesicht gerissen, man sieht einen wirklich teuflisch-bösen Menschen. Er droht und möchte Europa leiden sehen, er hat die Europäer arg unterschätzt. Wir brauchen sein Gas nicht. Das Energie-Sparen hat schon angefangen. Eine Konsequenz in Aachen: Das Wasser im Freibad Hangeweiher wird nicht mehr auf die gemütlichen Temperaturen 21 und 23 Grad erwärmt, sondern gar nicht mehr erwärmt. Das passt.

Außerdem gibt es an den September angepasste Öffnungszeiten.

Das Nichtschwimmer-Becken im Freibad Hangeweiher. jetzt kälter als normal.

Aachens Freibad Hangeweiher begrüßt bereits seit dem 1. Mai Frühschwimmer*innen, Sonnenhungrige und Familien – in diesem Jahr wieder mit längeren Öffnungszeiten als vor Corona. Hier die Öffnungszeiten im September – an die Witterungs- und Lichtverhältnisse angepasst und gültig ab heute, Donnerstag, 1. September. 

Die Öffnungszeiten ab heute, 1. September

·          Mo. 12.00 – 20.00 Uhr

·          Di. 07.00 – 20.00 Uhr

·          Mi. 07.00 – 20.00 Uhr 

·          Do. 07.00 – 20.00 Uhr

·          Fr. 07.00 – 20.00 Uhr

·          Sa. 07.00 – 20.00 Uhr

·          So. 07.00 – 20.00 Uhr

Kassenschluss ist täglich um 19 Uhr, das Ende der Wasser- und Duschzeit täglich um 19.30 Uhr, sodass das Gelände des Freibades bis 20 Uhr verlassen sein muss. Bei schlechter Witterung kann das Freibad früher geschlossen werden.

Eintrittskarten können Besucher*innen direkt vor Ort oder vorab im webshop unter www.ticket-baeder.aachen.de kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden. Alle Infos unter www.aachen.de/schwimmen.

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Die einen feiern, die anderen hängen in der Warteschleife fest

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause hat kürzlich wieder eine Einbürgerungsfeier im Krönungssaal des Aachener Rathauses stattgefunden. Fast 420 Menschen zwischen 3 und 71 Jahren erhielten im vergangenen Jahr in Aachen die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Jahr 2020 wurden bereits über 510 Menschen eingebürgert. 

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen sagte zur Begrüßung: „. . . wir begreifen die Vielfalt an Religionen, Sprachen und Familiengeschichten als Bereicherung für unsere Kommune.“

Kurz vor der Feier im Rathaus gab es in Aachen eine ganz andere Feier. Die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) lud ein mit den Worten: „Wir verleihen die goldene Warteschleife für alle, die zwar ein Recht auf Einbürgerung haben, aber noch in der berühmt berüchtigten Aachener Warteschleife hängen.“ Sich in Aachen einzubürgern, das sei sehr oft „eine frustrierende Angelegenheit“. Auch wenn die Personen alle Voraussetzungen zur Einbürgerung erfüllten und alle geforderten Unterlagen schon lange eingereicht hätten.

Wo bleibt da die Willkommenskultur? „Beim Ausländeramt der StädteRegion Aachen sind die Wartezeiten derzeit wesentlich länger als in den meisten anderen Städten und Gemeinden in Deutschland,“ so teilt die Katholische Hochschulgemeinde mit. Sie verlieh im Saal der KHG die goldene, silberne und bronzene Warteschleife.

Bei der satirischen Aktion flossen Tränen, örtliche und auswärtige Presse berichteten ausführlich.

Haben sich für die deutsche Staatsangehörigkeit entschieden: Glückliche Neubürger und -bürgerinnen in Aachen im Krönungssaal. Andere warten schon lange und mussten laut KHG schon wieder die Staatsangehörigkeit ihres ersten Heimatlandes für viel Geld zurückbeantragen, um nicht staatenlos zu sein. Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann
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Im Fokus: die Frau im Aachener Rathaus

Bei einer Feier im Krönungssaal des Rathauses. Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen wird von Pressefotograf Andreas Herrmann abgelichtet.

Einjede/r hat sie im Visier, Sibylle Keupen, OB in Aachen. Und macht sie (oder die 4000-köpfige Stadtverwaltung, an deren Spitze sie steht) einen etwas ungewöhnlichen Move, kennt das Wutbürger-Publikum keine Gnade. Diese stets schlecht gelaunten Leute (alle gehören zur sogenannten älteren Generation) haben schon lange Facebook zu ihrem Clubraum auserkoren. Dort kotzen sie sich fast täglich aus – nach Herzenslust.

Besonders, wenn aus guten Gründen die Goldgrube eines CDU-Buddys in Gefahr gerät, gibt es kein Halten mehr. Entgegen allen Vereinbarungen durfte nämlich früher (zu CDU-Zeiten) ein Metzger aus der Hartmannstraße zur Weihnachtszeit seine weiträumige Bude im Elisengarten aufschlagen. Das hätten andere auch gern getan, wurde ihnen aber untersagt. Wie neuerdings auch dem Metzger und Ex-Karnevalsprinzen.

An die Spitze dieser Wut-Auguste stellt sich gern die örtliche CDU, die so tut, als gehe es ihr um das Wohl der Bürger und Bürgerinnen. Dabei geht es der CDU ganz allein um ihr eigenes Wohl, bzw. die Stimmen bei der nächsten Kommunalwahl.

Verzicht auf das Feuerwerk auf dem Bend und bei den Kurpark-Classix, reduzierte Außengastronomie an einer Kreuzung in der Kapellenstraße, die Aufstellung der Weihnachtsmarkt-Bude eines Ex-Karnevalsprinzen im Elisengarten: Alles angeblich von der Oberbürgermeisterin falsch eingefädelt.Keupen kann in Wirklichkeit kaum etwas entscheiden. Die Richtlinien der Aachener Politik bestimmen die gewählten Politiker*innen, nicht Sibylle Keupen.

Wer sich den Tag versauen will, kann sich das Geschimpfe auf Facebook gern mal anschauen. Aber: Hier kein Link.

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Für Kids: Mal wieder Livemusik im Stadtgarten

Gut, manche Szenen waren ein bisschen albern. Andere wiederum gelangen besser bei Classix for Kids am Sonntag im Aachener Stadtgarten an der Monheimsallee. Das Gelände war rappelvoll. Auf mitgebrachten Decken und – im oberen Bereich – auf Stühlen hatten Kinder und Erwachsene eine knappe Stunde lang Spaß – länger als eine Stunde kann der musikinteressierte Nachwuchs bekanntlich nicht aufmerksam sein und still sitzen. Eher weniger.

Konzerte für Kinder von 2 bis 6 Jahren, wie das neulich im Stadtgarten, sollte es öfter geben. Das Sinfonieorchester Aachen zeigte sich dem schwierigen Publikum gewachsen.

Schön, dass es Kurpark Classix diesen Sommer wieder gegeben hat – größer und schöner als in den Jahren zuvor. Schlimm nur: die Band Mando Diao sagte das Konzert in Aachen ab, nur einen Tag vor dem Auftritt der schwedischen Rockband, die zusammen mit dem Sinfonieorchester für heute, 30. August, eingeplant war. Konzertveranstalter Christian Mourad aus Aachen musste es mit Bedauern verkünden. Morgen, Mittwoch, gibt es noch eine Veranstaltung. Ab 20 Uhr tritt Johannes Oerding auf.

Ein Livekonzert ist eine feine Sache. Das kann man – zum kleinen Preis – den Kids nicht früh genug ermöglichen. Und für nächstes Jahr merken wir uns: Getränke mitbringen! Eine kleine Flasche Fanta kostete nämlich 5 Euro.
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Auch diesen Sommer gilt: Niemand wird enteignet

Was war um Himmels Willen in Burtscheid los? Älteren Menschen will man – sofern sie dies wünschen – kleine, leicht zu pflegende, überschaubare und behindertengerechte Wohnungen anbieten. Sie könnten dann ihre Einfamilienhäuser samt Gärten jungen Familien zur Verfügung stellen. Kaum hatte die örtliche Presse dies berichtet, kam es zu einer Art Aufstand.

Die älteren Herrschaften hatten die Sache komplett in den falschen Hals bekommen und wurden auch noch aufgehetzt. Sie meinten jetzt, sie würden enteignet oder irgendein anderer Zwang würde über sie kommen. Auffallend: Wie misstrauisch diese Generation ist! „Die da oben werden uns über kurz oder lang nur verarschen“, das scheinen sie sinngemäß zu denken, es scheint ihren Erfahrungen zu entsprechen.

„Alles Quatsch“, meinte die Bauverwaltung, die über die Reaktionen auf ihre eigenen Ideen erschrocken war. Mal sehen, wie das weitergeht.

Wo wird gerade beim Thema „Schönes Wohnen“ sind: Zwei große Bauwerke, sog. Riegel mit Büros und Wohnungen, sind in der Bachstraße (in Nähe der ehemaligen Kreisverwaltung, im Frankenberger Viertel) entstanden. 60 Wohneinheiten mit Tiefgarage sollen es sein. Wer mehr wissen will über die Mephistohöfe klickt hier.

Noch relativ neu im Frankenberger Viertel: die Mephistohöfe, quasi gegenüber von der ehemaligen Kreisverwaltung. Wieso für diese elegante Wohnanlage der Name eines Teufels (aus Goethes Faust) gewählt wurde?Das soll mit einer Thermalquelle zu tun haben.

Wer es noch nicht gesehen hat: Ex-US-Außen­ministerin Hillary Clinton postet bei Twitter ein Foto, das sie beim Tanzen zeigt. twitter.com

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Hoch die Hände, Ferienende! Erste AachenNews-Ausgabe nach der Sommerpause

Endlich geht es hier wieder weiter. Aus dem schönen Aachen gibt es einiges zu berichten – nachdem es zu einem richtigen Sommerloch eigentlich gar nicht gekommen ist. Weltbewegende Themen wie das Aufstellen neuer Straßenlaternen und das Aufstellen neuer Poller haben die Wutbürger*innen beschäftigt. Bei einem Spaziergang sahen wir, dass auch die RWTH neuerdings auf die altertümlichen Lampen verzichtet. Wenn das bei Facebook registriert wird, dann ist aber der Teufel los.

Ein Wahnsinn. Genau die Lampen (Eilfschornsteinstraße), die Klaus-Günter und Hans-Georg so sehr hassen. Prognose: Sie werden auf Facebook den Rücktritt der Oberbürgermeisterin fordern – wegen Aufstellung modern aussehender Straßenlaternen.

Nur eins hat bisher kaum jemanden zur Weißglut getrieben: Dass es nämlich im Herbst und Winter an Gas fehlen und deshalb kalt sein wird. In den Schulen, Kitas, Schwimmhallen und Büros, in den Museen, Kirchen und Kaufhäusern. Man könnte jetzt schon Energie sparen, aber Schaufenster und Reklametafeln leuchten auch nachts, der Weihnachtsmarkt wird munter geplant und energiefressende Lüftungsanlagen (wegen Corona gekauft) werden installiert. Wird man sie im Winter betreiben können? Mal sehen.

Derartige Hinweise finden sich in ganz Aachen. Man wird ausgesprochen freundlich angesprochen. Hier: Joseph-von-Görres-Straße.

Unterdessen schwitzt ganz Aachen bei 30 Grad und wässert die Bäume. Der Stadtbetrieb freut sich, fühlt sich unterstützt. Die Jungbäume im Straßenraum haben es nötig.

Rund 1.500 Jungbäume gießen die Teams des Stadtbetriebs derzeit in einem Intervall von knapp zehn Tagen mit vier Gießeinheiten. Unterstützt werden sie dabei auch vom städtischen Fachbereich Umwelt, der Firmen mit dem Gießen weiterer Bäume beauftragt hat, darunter für die neu gepflanzten Bäume an der Oppenhoffallee, im Ferber Park und der Alkuinstraße. Dies geschieht vor allem in den frühen Morgenstunden, so wird mitgeteilt.

Sich meterhohe Fotos von Bäumen an die Wände zu hängen (s. Foto, Nähe Alfonsstraße), macht das Sinn? Na ja, wenn in der Straße alle Bäume eingegangen sind, bieten die Bilder wenigstens noch eine Erinnerung.

So, das reicht für’s Erste. Wir lassen das jetzt mal so und müssen uns wieder langsam an die Arbeit gewöhnen.

Und immer schön das Tanzen nicht vergessen. Wie diese beiden hier im Video. Wir leben in einer Phase, wo tanzen hilft. cost_n_mayor ist ein erfolgreiches Social Media Tanzduo.

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Sicherer Hafen: Kapazitäten in Aachen sind erschöpft

Vor dem Hintergrund der hohen Aufnahmezahlen einerseits, weiterhin fehlender Unterkünfte und einer nicht mehr zumutbaren Überlastung des Systems wie des betroffenen Personals andererseits, haben sich in Aachen Politik und Verwaltung entschieden ab sofort keine neuen Geflüchteten mehr in Aachen aufzunehmen. Sie werden an die Landesaufnahmestelle verwiesen.

Bis heute hätten, so teilt das Presseamt mit, mehr als 4.000 Menschen aus der Ukraine in Aachen soziale Unterstützung erhalten. Nach dem Verteilschlüssel für NRW habe die Stadt Aachen „mit einer Erfüllungsquote von 200 Prozent ihr Aufnahmesoll deutlich übererfüllt“, was in NRW beispielhaft sei.

Die Zahlen, die genannt werden, sind beachtlich: Zum Stand 31. Juli waren insgesamt 2.927 Geflüchtete in städtischen Unterkünften untergebracht – davon rund 1.100 Menschen aus der Ukraine. In Übergangsheimen mit abgeschlossenen Wohnungen leben zurzeit 726 Personen. In Gemeinschaftsunterkünften sind 705 Personen untergebracht. 1.115 Menschen leben im gesamten Stadtgebiet verteilt in Einzelwohnungen. 363 Menschen wurden in acht Turnhallen untergebracht.

Die Zeltstadt auf Siegel wird noch bis September als Ankunftszentrum für aus der Ukraine geflohenen Menschen genutzt. Insgesamt wurden dort seit Ende April 477 Personen aufgenommen. Zum 31. Juli waren dort 18 Menschen untergebracht, die nach geübter Praxis möglichst schnell in eine Unterkunft weitergeleitet werden sollen. 

Leben in einer Turnhalle auf Dauer unzumutbar

Vor allem die Unterbringung von Geflüchteten in Turnhallen stellt die Verwaltung zunehmend vor Herausforderungen. Und nicht nur sie, denn sowohl für die Menschen, die zurzeit in Turnhallen leben als auch für Schulen, Kitas und Vereine, die dort zu „normalen“ Zeiten aktiv sind, ist dieser Zustand auf Dauer nicht tragbar.

Von den insgesamt 96 Gymnastik-, Turn- und Sporthallen wurden elf Gymnastik- und Turnhallen für die Unterbringung geflüchteter Menschen zur Verfügung gestellt. Drei Hallen sind bereits wieder freigezogen, davon werden zwei noch zurückgebaut, bevor sie wieder für den Sport zur Verfügung stehen. Weitere Objekte für die Unterbringung der Kriegsgeflüchteten werden derzeit hergerichtet.

Erst mit deren Bezugsfertigkeit können weitere Hallen freigezogen werden. Aufgrund von Baumaßnahmen waren oder sind zudem weitere sechs Sport- und Turnhallen zwischenzeitlich nicht oder nur eingeschränkt nutzbar. Für 96 Nutzer*innen, darunter Schulen und Vereine mit zahlreichen Nutzungszeiten, organisierten der Fachbereich Sport sowie die betroffenen Bezirke Alternativen oder musste mitteilen, dass sie ihre Angebote nicht durchführen können. 

s. dazu: Mitteilung der Stadtverwaltung

Sicherer Hafen Aachen

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