Aachens Skater wollen endlich loslegen

Sie haben in oberen Ligen agiert, sind bei anspruchsvollen Wettbewerben als Sieger hervorgegangen und hatten sich in Eigenleistung eine ansehnliche Skateranlage gebaut: die Mitglieder des 1. Aachener Skateboard Clubs e.V. Im Sommer 2019 war plötzlich Schluß. Die Nachbarn vom Moltkepark im Frankenberger Viertel, wo sich die Skateranlage befand, konnten den Krach nicht mehr aushalten.  (Zur Geschichte des Vereins s. hier)

Schade, schade. Die jungen Sportler hatten den Ruf Aachens als ausgezeichnete Skater-Stadt gerade gut gefestigt. Der Absturz war hart. Doch die Stadtverwaltung machte Hoffnung auf einen Neubeginn (wir berichteten). Zwischen Vennbahnweg und Eisenbahnweg wurde den Skatern ein Grundstück angeboten, das ideal zu sein scheint. Dort haben kürzlich, nach einer viel zu langen Zeit des Wartens, erste Arbeiten stattgefunden. Man hatte sich ja schon gefragt, ob aus dem Projekt überhaupt jemals nochmal was draus wird?

Dieses weite Gelände zwischen Vennbahnweg, Eisenbahnweg und Madrider Ring soll mal Aachens neue Skateranlage werden. Erste Pflöcke wurden kürzlich eingeschlagen.

Auf der bislang ungenutzten Fläche am Vennbahnweg wurden Pflöcke eingeschlagen und Sträucher entfernt. Dort soll einmal Aachens Skateranlage angelegt werden. Wenn alles gutgeht, kann im Frühling 2023 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Anwohner gibt es dort keine, aber über den Vennbahnweg eine Anbindung an das Frankenberger Viertel. 

Skaten ist mehr als eine Trendsportart. Es ist eine olympische Disziplin, es hat wie jedes intensive Vereinsleben viele soziale Aspekte. Das Skateboarden ist eine Sportart mit einem reichen Repertoire an Tricks, bekannten Profisportlern, Unternehmen sowie einer eigenen Kultur. Eine Hochschulstadt wie Aachen MUSS eigentlich auch einen großen, aktiven Skateboard Club haben, alles andere ist Mist. Es gibt bestimmt Personen, die bei der Wahl ihres Studienortes auch danach gehen, ob es eine lebendige Skater-Szene gibt.

In Aachen hat man das erkannt und wollte 2019 noch 500.000 Euro für die Erschließung des Geländes am Vennbahnweg (Madrider Ring ist in der Nähe) ausgeben. Ob es dabei bleibt, muss von AachenNews noch ermittelt werden. Das Geld soll für Kanalanschluss, Entwässerung, Bodengutachten, Tiefbaumaßnahmen usw ausgegeben werden. Für das Vereinsheim mit Toiletten und die Skaterbahnen muss der Verein selbst aufkommen. Das wird nicht leicht

Weil alles sich so lange hinzieht, sind viele Skater bereits sauer und enttäuscht. Und es ist auch hier wieder nicht erklärlich, warum die Skateranlage eigentlich noch nicht fertig ist. 

Blick von der anderen Seite auf einen Teil des Geländes (in Richtung Eisenbahnweg).

Dieses Video bitte unbedingt schauen. Es ist aus 2019 und es wird einiges gut erklärt.

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Treppen in stillgelegter Unterführung werden am Freitag zum Open Air Kino

Das Docfest on Tour findet in diesem Jahr am Freitag, 28. Oktober, von 18 bis 22 Uhr im Stadtsaal am Aachener Bushof statt. Gezeigt wird eine außergewöhnlich interessante Dokumentation.

Der Stadtsaal (rechts) am Aachener Bushof ist ein Selbstbauprojekt von RWTH-Studierenden.

Zu sehen ist am kommenden Freitag der preisgekrönte Dokumentarfilm „We are all Detroit – Vom Bleiben und Verschwinden“. Er bildet die brisanten Entwicklungen zweier Städte auf verschiedenen Kontinenten und die Auswirkungen auf die jeweils dort lebenden Menschen ab. Zwischen den beiden so unterschiedlichen Städten – Bochum, der Stadt im Ruhrgebiet, und Detroit, der Stadt im Rust Belt – gibt es eine gewichtige Gemeinsamkeit: Die Autoindustrie hat sowohl Detroit als auch Bochum geprägt.

Der Abend beginnt um 18 Uhr mit Livemusik der Gruppe „Linie 4“. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen beteiligt sich später an einer von Michael Chauvistré moderierten Gesprächsrunde zum Thema „Stadtsaal – neue Perspektiven am Bushof“ mit Bernadette Heiermann (Lehrstuhl Gebäudelehre und Entwerfen, RWTH), Dana Duikers, (städtische Fachbereichsleiterin Bürger*innendialog und Verwaltungsleitung) sowie Heidemarie Ernst von der Koordinationsstelle Bushof. 

Der Stadtsaal am Bushof ist ein Selbstbauprojekt, entworfen und umgesetzt von Studierenden des Lehrstuhls Gebäudelehre und Entwerfen der RWTH, um den leerstehenden Treppenabgang der stillgelegten Unterführung an der Kurhausstraße für Veranstaltungen nutzbar zu machen. Beim Docfest on Tour wird der Stadtsaal zum regengeschützten Open Air Kino.

Der Treppenabgang zur Unterführung am Bushof.

Der Eintritt ist frei. Es gibt ein Zeltdach als Regenschutz. Bitte warm anziehen, im Stadtsaal herrscht Außentemperatur. Infos gibt es im Internet. 

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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Der grüne Partei-Rebell Boris Palmer wurde für weitere 8 Jahre zum Oberbürgermeister von Tübingen gewählt. Viele mögen ihn nicht, aber seine Bilanz ist sehr gut. Etwas Musik.

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Wölfe in der Eifel: Neuerdings im Rudel unterwegs

Ein Wolf, in Kornelimünster gesehen. Nicht gefährlich weil Kunst. Foto: AachenNews Archiv

Es gibt Nachrichten aus der Eifel, wo man sich vor dem Wolf fürchtet. Der Wolf muss hingegen nichts und niemanden fürchten, er gilt als bedrohte Tierart und steht unter Artenschutz. „Natürliche“ Feinde? Fehlanzeige. 

In der Eifel, genauer in Mützenich (gehört zu Monschau), fand man Ende September ein totes und quasi ganz aufgefressenes Schaf und sechs weitere verletzte Schafe, davon zwei, die sofort eingeschläfert werden mussten. Das müssen mehrere Wölfe gewesen sein, meinte der schnell herbeigeeilte Wolfsberater

Die Schafe in Mützenich in der Reichensteiner Straße sollen eingezäunt gewesen sein. Aber der Zaun konnte offenbar die Wölfe nicht zurückhalten. Auch die ultrakonservativen Mönche im Kloster Reichenstein sollen kürzlich Besuch von einem Wolf bekommen haben. Der hatte drei Lämmer getötet und es auf den Bock der 30-köpfigen Klosterherde abgesehen. Die Mönche waren not amused. 

Wölfe sind soziale Tiere, im Rudel helfen sie sich immer gegenseitig. Doch es fällt schwer, Sympathie für diese Tiere zu entwickeln. 

Bitte lest auch die Kommentare, die zu dem Text geschickt wurden.

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Was nicht fehlen darf: Etwas Musik. Genau das Richtige für diese Zeiten. Peter Fox: Alle sehen schwarz, ich seh die Zukunft pink.

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Rückspiegel: Das war diese Woche los

Was für eine Woche! Putin ruft den Kriegszustand in den von Russen besetzten Gebieten aus. Macht das einen Unterschied? Macht das Sinn? – Die englische Premierministerin Liz Truss ist gerade mal 45 Tage im Amt und macht in dieser Zeit schon so viele Fehler, dass sie zurücktreten muss. Schneller weg als ein Kopfsalat braun wird, spekulierte eine Zeitung (Daily Star). Das Gemüse hat klar gewonnen.

So schnell wie sie war noch keine*r weg vom Fenster. Moment, keiner? Wenige Tage dauerte auch die Amtszeit von Thomas Kemmerich, Ministerpräsident a. D. von Thüringen. „Wochenlang regieren, das soll kurz sein?“, fragt sich der aus Aachen stammende Kemmerich angesichts von Truss wahrscheinlich gerade.

„Bye, Bye @trussliz“ schreibt der russische Politiker Dimitry Medvedev auf Twitter und „congrats to lettuce“ (Glückwunsch dem Kopfsalat). Das findet Tesla-Chef Elon Musk witzig und fragt nun seinerseits via Twitter den Russen, wie es denn so läuft in Bakhmut? (sehr schlecht) Medvedev antwortet: „See you in Moscow on the Victory Day“. Woraufhin ganz Twitter nahezu explodiert vor lauter humorvollen Bemerkungen über Moskau, den Roten Platz, wer dort bald eine Siegesparade feiern wird und wer dazu nicht eingeladen wird (weil er schon mit seinem Kumpel Putin auf dem Weg nach Den Haag ist).

So hat man erstaunlicherweise in diesen Tagen als Twitterin noch was zu lachen. 

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Zurück nach Aachen: Dort war nach der jüngsten Sitzung des Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss dem Betreiber einer Weihnachtsmarkt-Hütte gar nicht zum Lachen zumute. Der Fleischer aus der Hartmannstraße erhält in diesem Jahr nicht schon wieder eine Genehmigung für seine „Hütte 16“. Diese „Hütte“ wurde mehrere Jahre im Elisengarten aufgestellt mit einer Genehmigung, die in Abstimmung mit dem vorigen Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) erteilt wurde. Sie durfte zur Überraschung vieler Aachener Wirte da Speis und Trank servieren, wo zuvor und außer ihm nie eine Weihnachtsmarktbude stehen durfte. Ein exquisiter Platz, „ein Wettbewerbsvorteil“, wie ein Politiker im Ausschuss unwidersprochen sagte. 

In der Verwaltungsvorlage heißt es unmissverständlich, die Erlaubnis sei „in Abstimmung mit dem damaligen Oberbürgermeister“ erteilt worden. Da jetzt von „Vetternwirtschaft“ zu sprechen, das ist natürlich total bescheuert und an den Haaren herbeigezogen. Das machen nur Vollidioten, die keine Ahnung haben, was in Aachen wirklich los ist und die vor allem nicht wissen, wie dringend nötig die Innenstadt eine Aufwertung durch attraktive Bretterbuden hat. 

Die Erlaubnis sei verweigert worden wegen rechtliche Bedenken, „weil die Solitärstellung des Standes den Betreiber einseitig bevorzugt“, so teilt der Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing wörtlich mit. Die Bude und die Sondergenehmigungen gibt es seit 2014 und schon 2022 hat man die einseitige Bevorzugung bemerkt. Wahnsinn, so schnell geht das. 

Aber jetzt wechseln wir hier mal lieber flott das Thema, sonst zerren uns die Hüttenfreunde noch vor Gericht. Sowieso fühlen sich in dem Fall genau die Falschen verunglimpft und auf den Schlips getreten.

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Mehr als 100.000 Kita-Plätze fehlen“ in NRW, das schreiben diese Woche die Zeitungen. In ganz Deutschland sei der Mangel eklatant. Zu wenig Kita-Plätze, zu wenig Personal: Das gefährdet die frühkindliche Bildung. Aachen ist natürlich betroffen. Kein Platz in einer Kita zu bekommen, das bedeutet, jemand steht dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Kann man sich beim derzeitigen Fachkräftemangel eigentlich nicht leisten.

Das Kita-Helfer-Programm und die Beschäftigung von Seiteneinsteigern sollen in Aachen die Krise entschärfen. Die Grünen in Berlin machten jetzt den Vorschlag, die Elternzeit für Mutter und Vater (für beide) auf je 8 Monate auszuweiten und dann noch um weitere 8 Monate zu verlängern, die beide sich aufteilen können wie sie wollen. Damit wären sicher viele Kleinkinder versorgt, sie blieben einfach bei einem Elternteil zu Hause. Ob die Arbeitgeber damit glücklich wären, darf allerdings bezweifelt werden. 

Die Fraktion DIE Zukunft im Rat der Stadt hat die Problematik in ihrem 10. Nachrichtenüberblick erwähnt: https://youtu.be/eVKbTOPcIsA .

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Blue Gate am Hauptbahnhof, von der Burtscheider Brücke aus fotografiert. Es gibt Probleme bei der Beschaffung von Baumaterial.

Erst diese Woche haben wir von der Insolvenz des Generalunternehmers Harfid GmbH erfahren. Angeblich ruht der Baubetrieb. Blue Gate, das sind 300 Appartements für Studierende, ein Hotel, Geschäfte, Büros und Gastronomie. Alles wird nicht – wie geplant – dieses Jahr noch fertig, sondern erst im Herbst 2023. Hoffentlich. Das gigantische Bauvorhaben war bisher schon mehrfach in Schwierigkeiten geraten. Zum Weiterlesen: Großbaustelle am Hauptbahnhof.

Was war noch diese Woche los? Der Mangel an Wohnungen nimmt immer schlimmere Formen an. Gleichwohl können längst geplante Bauten nicht realisiert werden – wegen unüberschaubarer Kostensteigerung im Baugewerbe: Lindt baut vorerst nicht auf einem Stück vom Bendplatz; auf dem Tankstellen-Grundstück Ecke Lochner/Junkerstraße entstehen die geplanten 71 Wohnungen nicht; der Erweiterungsbau der Stadtverwaltung an der Lagerhausstraße wird auf Eis gelegt und die 4. Gesamtschule bleibt 4-zügig, wird nicht 8-zügig, was an nicht vorhandenen Schüler*innen liegt.  

Für die gute Laune zwischendurch. Etwas Musik. Es schmerzt nämlich, die britische Innenpolitik zu verfolgen. Man fragt sich, wie es in einem kulturell und intellektuell so gut aufgestellten Land so weit kommen konnte.

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Wegen Wasserschaden: Es gibt mal wieder eine Vollsperrung

Seit Mittwochmorgen, 12. Oktober, ist die Vaalser Straße aufgrund eines Wasserschadens zwischen Mauerstraße und Junkerstraße voll gesperrt. Das teilte das Presseamt der Stadt Aachen mit.

Eine Umleitung für den Individualverkehr sei ausgeschildert, heißt es weiter. Der Linienverkehr „fährt ebenfalls eine Umleitung“. Dazu sei die Haltestelle Schanz (H6) auf der Vaalser Straße an die Haltestelle Schanz (H4) Jakobstraße verlegt worden. 

„Die Bauzeit beträgt mindestens zwei Wochen.“ Anmerkung: Leider muss man bei solchen Mitteilungen damit rechnen, dass die Bauzeit mindestens vier Wochen dauert. Mal sehen. Die Leute ärgern sich sehr über die vielen Baustellen in Aachen. Aber was will man machen, wenn das 100 Jahre alte Wasserleitungs-System undicht wird? An immer wieder neuen Stellen und ohne Vorankündigung. Hat jemand eine Idee?

Voll gesperrt.
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Fußgängerzonen in Aachen: Auch die Lastenräder wollen rein

Fahrräder müssen draußen bleiben (s. Schild oben rechts). Wer auf dem Rad durch die Fußgängerzone brettert, gefährdet sich und andere. Gilt das auch für Lastenräder?

Das macht Sinn: Die Krämerstraße ist eine Fußgängerzone und Radfahrer*innen sollen dort auf keinen Fall rauf- und runterfahren. Dafür ist die Straße zu eng und tagsüber auch meist voller Menschen. Wegen der vielen Geschäfte ist es natürlich wohl erlaubt, mit einem Kraftfahrzeug vormittags alle möglichen Waren anzuliefern.

Die Krämerstraße ist übrigens nicht die einzige Fußgängerzone in Aachen, wo aus Rücksicht auf die Fußgänger*innen die Radler ihre Drahtesel schieben müssen. Doch weil Lastenräder auch Räder sind, dürfen sie ebenfalls nicht in die Fußgängerzone rein. Das macht nun keinen Sinn mehr, denn immer öfter nutzen neuerdings Lieferanten ein Lastenrad zum Transport von Waren.

Lkw dürfen rein, Lastenräder nicht? Das Problem hat die Verwaltung erkannt und so gelöst: Ein neues Straßenschild muss her und ist schon so gut wie fertig gebastelt. Das besagt, dass zu bestimmten Zeiten eben auch Lastenräder in die Straße reindürfen und wird demnächst auch aufgestellt. 

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Zu Fuß gehen als gleichberechtigte Form der Mobilität anerkennen

Wer sich gern zu Fuß durch Aachen bewegt, der ist bei einem Fußverkehrs-Check richtig. Im Hörsaalgebäude C.A.R.L. in der Claßenstraße wurden jetzt Ergebnisse der Checker von den Fachleuten des Planungsbüros Planersocietät vorgestellt und mit Baudezernentin Frauke Burgdorff diskutiert.

Es zeigte sich unter anderem wieder, wie sehr sich Fußgängerinnen und Fußgänger von E-Rollern, Radfahrer*innen und Pkw bedrängt und eingeschränkt fühlen. Mehrfach gefordert wurde eine deutlicherer Trennung der Verkehrsbereiche und eine striktere Bestrafung derjenigen, die die Bürgersteige zuparken. Großen Raum nahm das Thema Barrierefreiheit ein.

Sogenannte Begehungen führten durch den Aachener Westen und den Aachener Osten Es gab im C.A.R.L. auch einen Ausblick auf die nächsten Schritte.

Die Mitmachaktion will mit Hilfe der speziellen Analysemethode eines Fußverkehrs-Checks die Sicherheit und den Komfort derer überprüfen, die zu Fuß in der Stadt unterwegs sind. Und das sind in Aachen überraschend viele, wie jüngst ermittelt wurde. Defizite wurden bei den Begehungen fotografiert, gute Ideen gab es reichlich. Die Checks sollen helfen, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Fußgänger*innen zu erkennen und bewusster zu machen. Das Planungsbüros Planersocietät betreut die Stadt Aachen im Rahmen der Fußverkehrs-Checks.

Der Fußverkehrs-Check in Nordrhein-Westfalen wird seit 2019 vom Zukunftsnetz Mobilität NRW (www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de) jährlich an 12 Mitgliedskommunen vergeben, die sich dafür beworben haben. In diesem Jahr wurde auch Aachen ausgewählt.

Ergebnisse werden vorgestellt.

Weitere Infos zum Fußverkehrs-Check

Das Verfahren der Checks gliederte sich in drei Teile. Beim Auftakt-Workshop im August wurden gemeinsam mit den Bürger*innen thematische und räumliche Schwerpunkte auf konkreten Routen festgelegt. Die beiden Rundgänge im September vertieften die Erkenntnisse vor Ort.

Das Instrument des Fußverkehr-Checks soll die Kommunen bei der Förderung des Fußverkehrs auf kommunaler Ebene unterstützen. Es soll das Gehen stärker ins Bewusstsein von Politik, Bürgerschaft und Verwaltung rücken und seinen Stellenwert als gleichberechtigte Form der Mobilität erhöhen und stärken. Ziel sind sichere und attraktive Fußwege mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität.

Die Kosten für die Betreuung der Stadt Aachen durch das Planungsbüro hat das Land Nordrhein-Westfalen übernommen.

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Aachener Weihnachtsmarkt: Hütte 16 bleibt 2022 außen vor

Die Hütte 16, die schon 2017 die Dimension eines kleinen Restaurants eingenommen hatte, und danach Jahr für Jahr in jeder Hinsicht über sich hinauswuchs, wird in der jetzt kommenden Weihnachtszeit im Elisengarten nicht mehr stehen dürfen. Foto: AachenNews Archiv

Die Hütte 16 wird es in der Weihnachtszeit 2022 im Elisengarten nicht geben. Das hat gestern im zuständigen politischen Ausschuss eine Mehrheit beschlossen. Die Vertreter*innen der Grünen, der Fraktion DIE Zukunft, der Linken und AfD kamen auf 9 Stimmen und überstimmten die 8 von CDU, FDP und SPD. 

Die Hütte steht in einem Bereich, der nicht zum Weihnachtsmarkt gehört. Deshalb gab es Irritationen, teils zusätzlich befeuert von der lokalen Presse. Vor der Abstimmung gab es gestern eine von Besonnenheit und Sachlichkeit geprägte Diskussion, bei der man sich am Ende zumindest darüber einig war, dass für den Weihnachtsmarkt 2023 nun endlich ein neues Weihnachtsmarkt-Konzept erstellt wird. Dann mit entzerrter Buden-Aufstellung und mit einer korrekt platzierten Hütte 16.

Man fragte sich gestern, wie es eigentlich dazu kommen konnte, dass man in verschiedenen Sitzungen stets ausdrücklich „letztmalig“ eine Ausnahme beschlossen hatte. Dabei ist doch eigentlich der Märkte und Aktionskreis City e. V. (MAC) Veranstalter des Weihnachtsmarktes und muss auch den Buden ihre Plätze zuweisen. Was die Kommunikation betrifft, ist wahrscheinlich nicht alles optimal gelaufen.

In den politischen Gremien hatte es jedenfalls ordnungsgemäße Abstimmungen und die entsprechend nötigen Mehrheiten gegeben. Der Vorwurf der Vetternwirtschaft kann deshalb nicht erhoben werden. Es lief formal alles korrekt und trotzdem irgendwie schief, Einen ähnlich exquisiten Standort wie den im Elisengarten hätten andere Wirte und Händler schließlich auch gern besetzt. Statt dessen: Keine Chance. Teils bemühten sie sich erst gar nicht.

Die Politik begründete ihre jeweiligen Entschlüsse unter anderem wie folgt: Die SPD wollte jetzt zum allerletzten Mal umsetzen, was 2023 doch sowieso geändert werde. Die FDP meinte, die Hütte 16 habe nie jemand gestört und man müsse alles tun, um die Innenstadt attraktiv zu machen

Auch ein Vertreter der CDU wollte, dass alles getan werde, „damit die Menschen in die Innenstadt strömen und Geld in der Stadt lassen“. Wegen der Zertrampelung der Grünfläche im Elisengarten erinnerte Harald Baal (CDU) daran, dass dort kürzlich noch eine Bühne und 2 Bierwagen anlässlich des September Special (organisiert vom städtischen Kulturbetrieb) gestanden habe. Auch das habe der Elisengarten verkraftet. 

Alexandra Radermacher von der Fraktion Die Zukunft meinte, es müsse ein ordentliches Vergabeverfahren erfolgen mit Gleichbehandlung aller an dem bevorzugten Standort Interessierten. Dem stimmte überraschend der Vertreter der AfD ausdrücklich zu.

Der Vertreter der Grünen, Dr. Sebastian Breuer, lobte zunächst die Qualität der in der Hütte 16 angebotenen Waren. Es gehe den Grünen aber um die Transparenz. Und die habe bisher gefehlt. Immer wieder neue Ausnahmen zu gewähren, „das geht für uns nicht“. Wer seine Weihnachtsmarktbude am oder im Elisengarten aufstellen dürfe, habe einen klaren Wettbewerbsvorteil. Wie dieser Platz  – wenn überhaupt – vergeben werde, dürfe nicht per Ausnahmeerlaubnis geschehen.

Jemand sagte sinngemäß, es sei wünschenswert, wenn es in all dem Weihnachtsmarkt-Remmidemmi auch eine Art Ruhezone gebe, und das sollte der Elisengarten sein. Kämmerin Annekathrin Grehling fand den Begriff „Sondergenehmigung“ nicht passend, alle fanden das Wort „Weihnachtsmarktbude“ für das Minirestaurant ganz und gar nicht passend. Jemand fand die Darstellung der Verwaltung in der Vorlage nicht zutreffend, andere fanden diese gerade sehr zutreffend. Doch es bleibt dabei: Auf die Hütte 16 muss 2022 verzichtet werden.

Weihnachtsmark in Aachen

Aachener Nachrichten: Eine fragwürdige Sonderrolle

Die Hütte 16 im Internet

Stadt verweigert der Hütte 16 ihren Stammplatz (hinter einer Bezahlschranke)

Nachträglich zum Nachlesen hinzugefügt: Was ist Vetternwirtschaft?

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Soll man dem Parkleuchten den Stecker ziehen?

Zum Abschluss der Freiluftsaison lädt die Nadelfabrik am morgigen Samstag, 15. Oktober, von 17 bis 22 Uhr zum Parkleuchten in den Kennedypark ein. Das Parkleuchten feiert in diesem Jahr – nach einer unter anderem coronabedingten Unterbrechung – sein fünfjähriges Jubiläum.

Leider stecken wir in einer bisher nie dagewesenen Energiekrise, sitzen im Rollkragenpullover am Schreibtisch und suchen alles nach heimlichen Stromfressern ab. Ist das Parkleuchten im Kennedypark da noch zeitgemäß? Zugegeben, ich fand es immer schön, ziemlich beeindruckend.

Aber jetzt? Die Spülmaschine wird gar nicht mehr eingeschaltet, die Waschmaschine nur wenn ganz voll. Was ist mit Handy, Laptop, iPad und Staubsauger, mit E-Bike, E-Roller, Radio und TV? Verbrauchen alle weiter munter Strom. Beim Parkleuchten, so wird mitgeteilt, „hat der mit Konzept und Durchführung des Parkleuchtens betraute Lichtkünstler Jörg Rost die Veranstaltungstechnik in Bezug auf ihren Verbrauch hin überprüft.“ Aha. Die Beleuchtung der Bäume im Park werde ausschließlich und der Bühnenbetrieb weitestgehend mit Hilfe von energiesparsamen LED-Strahlern bewerkstelligt, so wird mitgeteilt.

Jörg Rost beschreibt sein Konzept „keineswegs als Materialschlacht“, es gehe vielmehr darum, „Akzente zu setzen“. Das hört sich an wie „Backen ohne Mehl“ oder wie „Überholen ohne einzuholen“ oder so. Energie wird da nicht gespart. Was ist zu tun? Stecker ziehen?

Och nööö!!! Nicht schon wieder eine Zeit ohne Kunst und Kultur.

Ich seh schon ein geschlossenes Theater, geschlossene Museen und Gaststätten vor mir. Alle Energie muss zum Heizen von Wohnungen, Schulen, Kitas und Krankenhäusern verwendet werden. Das kann passieren. – Geht da jemand ein Licht auf? Was denkt ihr?

Kommenden Samstag sollen Teile vom Kennedypark beleuchtet und mit „Walkacts“ bespielt werden. Es treten u.a. auf: die Stelzenläuferin Aurora, die Verwandlungskünstlerin Kascha B. und das Magier Duo C.T. Magic. Zum Abschluss tritt die Eifler Ska-Band „Keuners Tanzkappelle“ auf. Eintritt ist frei. Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann
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Solaranlagen: Förderung geht 2023 weiter

Der Stadtrat hat ein Solarförderprogramm für Eigentümer*innen von Mietobjekten und für Unternehmen beschlossen. Die beiden Gruppen sollen stärker als bislang mobilisiert werden, auf ihren Gebäuden Solaranlagen zu betreiben. Die Stadt reagiert damit auf eine Entwicklung, die sich im Laufe des Jahres abgezeichnet hat. Dazu teilt der Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing der Stadtverwaltung mit:

Es wurden dazu von Anfang Januar bis Ende August 849 Anträge eingereicht.

499 Anträge wurden inzwischen bewilligt. Die Gesamtleistung der bisher im Jahr 2022 bewilligten Anlagen entspricht etwa 3.260 kWp (Kilowatt peak). Dies entspricht einer Gesamtmodulfläche von ungefähr 18.000 m².  Dabei wurden zwölf Anlagen auf Mehrfamilienhäusern und 18 Anlagen auf Dächern von Unternehmen beantragt und mit Fördergeldern der Stadt bedacht.

Ansonsten waren es vorrangig Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die Fördergelder für die Installation von Solaranlagen beantragt hatten. Rund 350 Anträge müssen noch geprüft werden. Insgesamt erwartet die Verwaltung für dieses Jahr ein Gesamtvolumen zwischen 1.000 und 1.200 Anträge.

Es ist sinnvoll, Solarpotenziale auf den Dächern von Miethäusern vor allem in der Innenstadt und auf Gewerbegebäuden mit großen Flachdach-Hallen immer häufiger zu nutzen. Mit Blick auf die Zeit, die nötig ist, um sich für die Installation einer Solaranlage zu entscheiden, Handwerksbetriebe zu suchen und die Planung soweit voranzutreiben, dass tatsächlich Fördermittel beantragt werden können, muss diese Zielgruppe bald möglichst intensiv unterstützt werden. Nur so kann es gelingen, dass das von der Stadt Aachen zur Verfügung gestellte Förderbudget auch im Jahr 2023 ausgeschöpft wird. 

Die Fachverwaltung schlägt deshalb vor, die unterstützende Beratung für die Eigentümer*innen von Mehrfamilienhäusern, vor allem auch mit Blick auf das Thema Mieterstrom, auszubauen. Das ist nur eine Hürde, die es zu überwinden gilt. Bei der Auswahl der Solaranlagen und auch bei deren Betrieb müssen steuerliche Aspekte und spezielle Meldepflichten erklärt werden. Auch Gemeinschaften von Eigentümer*innen haben besondere Fragen, die individuell beantwortet werden müssen.

Mit den vorhandenen Strukturen und Beratungsressourcen bei der Stadt ist dieser zusätzliche Aufwand nicht zu leisten. Deshalb soll die Beratung durch einen externen Dienstleister erfolgen. 

Hier weiterlesen: https://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/energie/Foerdergelder/index.html

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Etwas Musik: https://www.youtube.com/watch?v=Z8Z51no1TD0

Und noch etwas Musik:https://m.youtube.com/watch?v=wir4k8BbX_Q&list=OLAK5uy_k9_W2LU7OQiy4bBDqyvUc43BVPn5qFjq8&index=1

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