Wie soll Aachen sein? Klimafreundlich und sozial-gerecht wäre schon mal nicht schlecht.

Weil man sich in diesen Zeiten nicht in größeren Gruppen versammeln soll, gibt es im Wahlkampf – notgedrungen – viele Video-Befragungen und Video-Aufzeichnungen. Und nicht so viele Podiumsdiskussionen in Schulen, Vereinen, Verbänden und Initiativen.

Die Pandemie verlangt, dass Schutzvorschriften eingehalten werden. Auch wenn wir später einmal feststellen sollten, dass wir beim Schutz deutlich zu weit gegangen sind, ist es vermutlich keine Katastrophe, wenn man – der Gesundheit zu Liebe – mal mehr tut als eigentlich nötig ist. Die Infos im Internet haben zudem noch den Vorteil, dass sie vordergründig betrachtet, keinen Müll produzieren und zu Terminen angeschaut werden können, wenn man gerade Zeit hat.

Unten könnt ihr eine von mehreren Befragungen einsehen. Es sind vier Fragen, die es in sich haben. Viel Spaß beim Zuschauen.

Die Gruppe „Runder Tisch Klimanotstand“ hat Fragen u. a. an Matthias Achilles (Piratenpartei).

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Ein großer Erfolg: das neue Schadstoff-Sammel-Auto

Der neue Wagen bei seinem Einsatz in Richterich. Foto: Stadt Aachen/Hedda Faber

Ein neuer Service der Stadtverwaltung wurde direkt gut angenommen. „Am ersten Stopp in Richterich nutzten bereits 20 Bürgerinnen und Bürger innerhalb einer Stunde die Möglichkeit, ihre Wertstoffe vor Ort zu entsorgen“, teilt das Presseamt eigens mit. Von ausrangierten Handys über Drucker bis hin zum alten Korb und Holzresten sei alles dabei gewesen.

Nach dem erfolgreichen Auftakt in Richterich ging es für das Wertstoffmobil weiter nach Orsbach, Horbach und Laurensberg.

Die Recyclinghöfe werden durch das neue Wertstoffmobil entlastet (wir berichteten). Es kommen nämlich ziemlich oft Aachenerinnen und Aachener mit nur ganz wenigen Teilen im Auto zum Recyclinghof nach Eilendorf gefahren. Dort staut sich dann der Verkehr vom Hof bis weit auf die Straße hinaus.

Außerdem werden immer noch zu viele Wertstoffe falsch entsorgt. Oft landen die falschen Dinge einfach im Restmüll, weil der Weg zum Recyclinghof zu weit oder zu umständlich ist.

Gute Mischung aus Service und Nachhaltigkeit

Das neue Angebot bietet eine Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die z. B. kein Auto besitzen. Beim Termin in Richterich blieben viele Passanten stehen, fragten nach und kamen einige Minuten später zu Fuß oder mit dem Rad zurück, um einzelne Wertstoffe abzugeben. Das konnten die Mitarbeiter des Stadtbetriebs beobachten.

Das Wertstoffmobil ist ab jetzt 4 Mal im Jahr auf den Aachener Wochenmärkten im Einsatz. Außerdem ist es zwei Mal im Jahr gemeinsam mit dem Schadstoffmobil unterwegs.

Was eine Kantenlänge von maximal 50 Zentimetern nicht überschreitet, kann abgeliefert werden. Für größere Mengen oder sperrige Gegenstände sind aber die Recyclinghöfe da.

Info

Die Einsatzorte und -termine können unter www.aachener-stadtbetrieb.de eingesehen werden. Dort steht ebenfalls ein Flyer mit den akzeptierten Wertstoffen zum Download bereit, der auch im Bürgerservice und den Bezirksämtern ausliegt.

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Manche Wörter sterben einfach aus

Wer hat in den letzten Wochen oder Monaten eine Vogelscheuche gesehen? Diese abenteuerlich kostümierten Gestalten aus Holzelementen sterben offensichtlich aus. Das hat eine Erhebung des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte ergeben.

Ein Sprachteam des Landschaftsverband (LVR) dokumentiert Wörter, die aus der Mode kommen.

Mit den Vogelscheuchen verschwinden auch all die rheinländischen Wörter, die es dafür einmal gab: Sehr beliebt waren „Möschejeck“ oder „Eäzejeck“, also „Vogeljeck“ und „Erbsenjeck“.

Weil die Scheuchen so auffällig bunt waren, hatte sich Jeck als geeignete Bezeichnung förmlich aufgedrängt. Man sprach vom „Jaadejeck“ oder „Kappesjeck“ („Garten“-, „Kohljeck“). Wurden sie in einen Kirschbaum gestellt, nannte man sie „Kierschejeck“.

Anstelle von Jeck kamen auch andere Vokabeln vor. Etwa in „Möschespuk“, „Vogelkerl“ oder, wenn die Gestalt im Weizenfeld stand: „Weeßemann“. Übersetzungen aus dem Hochdeutschen kamen ebenfalls zum Einsatz. „Vorelschüch“ oder im Raum Mülheim an der Ruhr „Vugelschüke“. In der Gegend von Mönchengladbach war die Vogelscheuche weiblich: „Eäzelis“, also „Erbsenlise“. „So langsam sterben diese rheinländischen Namen aus“, hat LVR-Sprachforscher Dr. Georg Cornelissen beobachtet.

Wörter, die dabei sind zu verschwinden, werden beim Landschaftsverband (LVR) von einem Sprachteam gesammelt. Sprache ist nicht statisch, sie ist lebendig, sie ist immer in Bewegung, entwickelt und verändert sich, auch die Schreibweise. Sprache ist etwas, mit dem ihr kreativ umgehen könnt. Lasst euch nicht von Rechtschreibregeln einzwängen. Hauptsache: Man versteht, was gemeint ist. Wer Probleme mit dem Schreiben hat, sollte einfach abends ein paar Sätze schreiben über etwas, was er/sie den Tag über getan hat. Dann kommt man langsam rein. Macht Spaß, ehrlich.

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Mit dem Roller gegen einen Poller

Junge Frau fährt auf dem Willy-Brandt-Platz gegen einen Poller. Foto: Polizei

Das teilt die Polizei mit:

Am Donnerstag (3. September) gegen 13.20 Uhr prallte nach Angaben eines Beobachters eine junge Frau auf einem E-Scooter im Bereich des Willy-Brandt-Platzes gegen einen Absperrpoller und stürzte zu Boden.

Die 18-jährige Frau klagte über starke Schmerzen im Bein. Ein Rettungswagen brachte die Verletzte zur Behandlung in ein Krankenhaus. Da die Unfallursache vor Ort nicht eindeutig ermittelt werden konnte, stellten Polizisten den E-Scooter zur technischen Überprüfung sicher und leiteten die Ermittlungen ein.

In diesem Zusammenhang weist die Aachener Polizei mal wieder darauf hin, dass das Fahren eines E-Scooters auf Bürgersteigen und in Fußgängerzonen nicht erlaubt ist. „Nutzen Sie den Radweg oder den Schutzstreifen“, so teilt die Polizei mit. Wenn es keinen Schutzstreifen/Radweg gibt, „ist das Ausweichen auf die Fahrbahn erforderlich“.

Darüber hinaus empfiehlt die Polizei das Tragen eines Helms. Und rät: „Fahren Sie vorsichtig!“ Jo, machen wir. (fp)

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Einmal beim Thema Polizei haben wir noch das erfahren: Gegen die Verschwörungs-Heilpraktikerin Tamara K. aus der Eifel, die zum Sturm auf den Reichstag aufgerufen hatte, wird „wegen aufwieglerischen Landfriedensbruchs“ ermittelt. Da helfen auch keine Globuli.

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An diesen Zielen wollen Piraten arbeiten

(Bitte alle Ziele auswendig lernen. Sie sind abiturrelevant.)

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Epidemien im Pressespiegel

Von der Spanischen Grippe zu Corona. Ausstellung im Zeitungsmuseum

Nach „nur 8tägigem, schweren Krankenlager“ ist „Tagesschriftsteller“ Josef Rudolf Kapp 1918 an der Spanischen Grippe gestorben und hinterlässt seine Witwe „in namenlosem Weh“.

So steht es in einer der Todesanzeigen, die zurzeit im Internationalen Zeitungsmuseum (IZM) Zeugnis abgeben von den Folgen historischer und aktueller Epi- und Pandemien. Mit Berichten aus Tageszeitungen aus aller Welt geht die kleine, aber hochkonzentrierte Präsentation auf die mediale Verarbeitung dieser Ereignisse ein, zum Beispiel auf die schwere Cholera-Epidemie von 1871 in Hamburg oder das Dengue-Fieber von 1928.

Im Vergleich mit der Berichterstattung über Covid 19 liest sich vieles erstaunlich aktuell. Auch in früheren Zeiten standen etwa die ärztliche Meldepflicht, Quarantäne-Maßnahmen oder das Verkünden von Wundermitteln auf der journalistischen Agenda.

Ein Film, der vom Corona-Lockdown in Aachen erzählt, rundet das Konzept ab, so teilt die Pressestelle der Stadtverwaltung mit. Die Ausstellung „Epidemien im Spiegel der Presse“ im IZM, Pontstraße 13, ist noch bis zum 17. September im IZM Aachen zu sehen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Kinderzeichnung
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Templergraben wird Reallabor (d. h. für den Durchgangsverkehr gesperrt)

Es ist (fast) vollbracht! In der Politik (mitsamt CDU und SPD) gab es einen Gesinnungswandel. Beschlossen wurde: Der Templergraben wird auf dem Stück vor dem RWTH-Hauptgebäude ein Reallabor im Sinne des Antrags von Uni.Urban.Mobil. (U.U.M.). Es soll möglichst bald erprobt werden, wie der Templergraben funktioniert, wenn er vom Durchgangsverkehr befreit ist. Hurra.

Wir werden also bald „den neuen Templergraben“ über einen längeren Zeitraum selber erleben. „Wenn das Konzept aufgeht, sollten diese Maßnahmen unserer Vorstellung nach direkt erhalten bleiben, bis sie final umgesetzt werden“, teilt die studentische Initiative mit.

Allerdings: Dieses Jahr wird es wohl nichts mehr werden mit der Umwandlung, Aachen muss sich noch bis nächstes Jahr gedulden. Da heißt es geduldig sein und dran bleiben an dem Projekt. Dass die Grünen die Schließung so vehement vertreten, ist zwar ein gutes Zeichen, aber man richte nur den Blick nach Stuttgart: Grüner Oberbürgermeister, grüner Ministerpräsident und die Stadt erstickt im Autoverkehr.

Bei der Entscheidung in Aachen hatte sich in den beiden entscheidenden Gremien nur die FDP enthalten. Die Liberalen befürchten einen totalen Zusammenbruch des Straßenverkehrs – zumindest in der Zeit, wo auch noch wegen eines Brücken-Neubaus die Turmstraße gesperrt ist (Ende 2021).

Die Initiative für einen autofreien Templergraben hält euch auf ihrer Website (uum-ac.de/templergraben) auf dem Laufenden darüber, wie und wann es auf dem Templergraben weitergeht!

Und übrigens: Nicht vergessen, am Sonntag, 13. September, kannst du wählen. Sei kein Wahlmuffel.

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Menetekel an der Wand

Ups, was haben wird denn da für ein niedliches Tierchen an der Hauswand vom Piratenbüro in der Lothringerstraße? Ist es überhaupt ein Tier? Ich erkenne Beine und Zähne, und aggressiv ist das Vieh auch. Also kein Tier zum Streicheln, würde ich mal sagen. Ist es unseren Nachbarn, eine Kunstgalerie entlaufen? Kann schon sein. Wie auch immer, kann bleiben. Steile These: Interessante Kunst befindet sich in Aachen nicht so sehr in den Museen, du findest sie an den Wänden der Häuser.
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Gar nicht so einfach: Korrekter Satzbau

„Mobilitäts für alle Wende“
„Quer für alle Denker“. Was mag es bedeuten? Links freut sich OB-Kandidat Dopatka über seine neuen Schuhe, so wurde gewitzelt.

Bildbetrachtung, nächste Folge. Die Sozialdemokraten haben auf ihren Plakaten Schwierigkeiten mit dem Satzbau. Das soll wohl so aussehen, als spielten sie mit der Sprache. Ob das von allen Menschen verstanden wird?

Die Plakate sind schlicht, kaum Farben, mehr schwarz/weiß, ich finde das angenehm. Man hebt sich ab, aufdringlich bunte Plakate gibt es ja im öffentlichen Raum mehr als reichlich. Der Oberbürgermeister-Kandidat komme rüber wie seinerzeit der Spitzenkandidat der FDP (Lindner), wurde den Sozialdemokraten vorgeworfen. Tja, Darstellungsformen ändern sich, wieso sollen Plakate immer so aussehen, als lebten wir noch in den 80er Jahren?

OB-Kandidat Dopatka preist sich als Querdenker an, sein Denken ist also gegen die Dominanz des Mainstream gerichtet. Ist er ein Gegner des Zeitgeists? Das hätte man von Mathias Dopatka jetzt nicht erwartet.

Querdenker – die Figur hat Konjunktur, zur Zeit besonders bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen. Klar drängt sich diese Assoziation auf, das Schlagwort ist ungeschickt gewählt, eine Verbindung herzustellen aber natürlich total daneben.

Leider erfahren wir nicht, welche Gedanken genau quergedacht oder gegen was eigentlich quergestanden wird. Neben dem Eindruck, Gegner des Zeitgeists zu sein, wird immerhin noch selbst gedacht, was ja auch nicht mehr jeder tun möchte. Soll gesagt werden, dass der Querdenker Zusammenhänge präziser als andere durchschauen kann? Dass er Dahinterliegendes mit investigativer Raffinesse aufdecken kann? Wir wissen es nicht.

Wer mehr erfahren will, lese weiter auf https://spdaachen.de

Weitere Plakatbetrachtungen: CDU hier und Volt hier und FDP hier sowie die Piratenpartei. — Es kommen noch: Die Grünen und Die Linke.

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Wahlprognose – ein schwieriger Blick in die Zukunft

Noch anderthalb Wochen und wir haben in Aachen einen neuen Stadtrat. Der WDR hat ein Meinungsforschungsinstitut beauftragt, im vergangenen August mal nachzufragen, wen sich die Aachenerinnen und Aachener für die Nachfolge von Oberbürgermeister Philipp wünschen und wen sie in den Stadtrat wählen wollen.

Demnach sahnen die Grünen in alle Richtungen tüchtig ab (ganz eklatant bei den Erstwähler*innen), und Aachen könnte die erste Großstadt in NRW werden, wo die Stadtverwaltung GRÜN geführt wird. Wobei ja Sibylle Keupen zwar für die Grünen ins Rennen geht, aber selbst parteilos ist.

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OB-Wahlprognose: CDU 26, SPD 24, Grüne 35 Prozent. Es kommt zu einer Stichwahl (am Sonntag, 27. September).

Stadtrat-Wahlprognose: CDU 26, SPD 15, Grüne 37, Linke 5, FDP 4, AfD 4. Die übrigen (Piraten, Volt, Die Partei usw) kommen auf sagenhafte 9 Prozent.

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Demnach könnte es im Rat der Stadt Aachen zu einer Koalition von SPD und Grünen kommen. Doch zwischen den Vertreter*innen dieser beiden Parteien ist seit Jahren kein Friede und keinerlei Übereinstimmung mehr. SPD und Grüne haben ja bisher schon im Rat mit Piraten, Die Linke und UWG die Mehrheit und hätten viel Gutes für Aachen durchsetzen können. Doch die SPD bevorzugte es, mit der CDU eine Koalition einzugehen. Von „Mobilität anders denken“ und ähnlichem Zukunftsweisendem ist da wenig zu merken.

Es könnte zu einer Koalition von CDU und Grünen kommen. Dieser Koalition würde ich dann aber KEIN halbes Jahr geben, denn die Grünen haben ihr Team aus relativ vielen jungen Menschen zusammengesetzt, und wenn diese Personen auf die alte Garde der CDU treffen: Das kann nur schiefgehen.

Es ist also kaum zu sagen, auf welche Koalition man sich gefasst machen muss.

Lesen lohnt sich:

https://www1.wdr.de/nachrichten/kommunalwahl/kommunalwahl-staedtetrend-aachen-100.html#Sonntagsfrage-Rat

Briefwahl wird bei dieser Kommunalwahl noch stärker bevorzugt, als bei vorherigen Wahlen.

Prognosen sind so eine Sache. In den letzten Jahren lagen die Institute im In- und Ausland oft katastrophal daneben. Und: Viele Wähler*innen legen sich erst kurz vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat deshalb der Wahlkampf in den letzten beiden Wochen – mit der gezielten Ansprache (unter anderem via Facebook) von unentschlossenen und taktischen Wählern.

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