Aus Liebe wird Hass. Ex-Ehefrau ermordet.

Immer wieder liest man davon, jetzt ist es in Aachen passiert: Ein Mann (37) hat mitten auf einem Parkplatz seine Ex-Ehefrau mit einem Messer angegriffen und mehrfach zugestochen. Die Frau (28) starb noch auf dem Parkplatz, so teilte die Polizei mit.

Frauen haben unterdessen Kerzen aufgestellt und Blumensträuße niedergelegt. „Eine von uns“, steht auf einem Stück Pappe. Es gab sogar ein gemeinsames Gedenken von etwa 60 Personen.

Hier hauchte am vergangenen Samstag eine junge Frau ihr Leben aus. Der Mörder war ihr (von ihr getrennt lebender) Ehemann. Er wurde gefasst und ist in Haft.

Jeden dritten Tag tötet in Deutschland ein Mann seine (Ex) Partnerin. Täglich gibt es einen Mordversuch. Solche Taten nennt man Femizide: Eine Frau entzieht sich ihrem (ehemaligen) Partner und wird ermordet, weil sie eine Frau ist. Meist finden solche Verbrechen in den eigenen vier Wänden statt, selten in der Öffentlichkeit. In Aachen geschah es in der Debyestraße auf dem Parkplatz vom Baumarkt, schräg gegenüber vom Polizeipräsidium.

Im Jahr 2017 fielen weltweit 1,3 von 100.000 Frauen in der Bevölkerung einem intimen oder familiären Femizid zum Opfer. Diese Taten werden von Juristen „Familiendrama“ genannt oder „Beziehungstat“. Manchmal auch „Ehrenmord“. Das stellt eine Verharmlosung dar.

Die Gewalt gegen Frauen kennt in unserer Gesellschaft viele Formen. Nicht nur schlagen und treten sind in manchen Familien an der Tagesordnung. Und es wird immer schlimmer. s. auch: „Der alltägliche Mordversuch“

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Aachen ist Modellstadt. Bis 2030 „klimaneutral“

Wem der Hickhack um das Thema Klimaschutz noch nicht zum Hals raushängt, den interessiert vielleicht die folgende Mitteilung: Die Europäische Kommission gab kürzlich bekannt, welche deutschen Städte als europäische Modellstädte im Rahmen der EU-Mission „100 klimaneutrale Städte bis 2030“ gefördert werden. Die Stadt Aachen ist dabei.

Was heißt hier „klimaneutral“?

103 Kommunen aus ganz Europa hatten sich ursprünglich auf die Ausschreibung der Europäischen Union (EU) beworben, 25 davon wurden schließlich ausgewählt. Die Stadt Aachen gehört zusammen mit Mannheim und Münster dazu. Die drei Großstädte hatten sich mit einem gemeinsamen Antrag beworben. Für das Kooperationsprojekt unter Federführung der Stadt Mannheim stellt die EU 1,5 Millionen Euro über die Projektlaufzeit von Mitte 2023 bis Mitte 2025 zur Verfügung. 

In ihrem Projekt erproben die drei deutschen Gewinnerstädte innovative Wege, um die verhaltensbedingten Treibhausgasemissionen zu vermindern. Aachen, Mannheim und Münster gehören bereits zum Kreis der in der EU-Mission ausgewählten „100 klimaneutralen Städte bis 2030“. Die drei Städte hatten sich damals unabhängig voneinander beworben und waren ausgewählt worden. 

Im Zuge der Bewerbung wurden die ersten Modellstädte („Pilot Cities“) gesucht. Das gemeinsame Vorhaben von Aachen, Mannheim und Münster zielt darauf ab, eine starke Koalition des Wandels zu ermöglichen. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen steht den Grünen nahe und ist erwartungsgemäß hocherfreut.

Um das ambitionierte Klimaziel zu erreichen, ist die Zusammenarbeit der Kommunen genauso wichtig wie die Einzelmaßnahmen von Unternehmen, Gruppen und Initiativen. Aachen plant die Einrichtung einer Klimaagentur als Anlaufstelle für unterschiedliche Akteur*innen und als Managementeinheit. Die Agentur soll den Zugang zu Angeboten erleichtern, die Vernetzung ermöglichen und eine direkte lokale Wirksamkeit erzeugen. Stadtbaurätin Frauke Burgdorff sieht in der Kooperation der drei Städte eine große Chance: „Wieder einmal zeigt sich, dass Zusammenarbeit und nicht Konkurrenz stark macht!“

Hintergrundinfo zum „Pilot Cities Call“ der EU:

Das Modellstadt-Programm der EU unterstützt europäische Städte dabei, innovative Ansätze zu erproben und umzusetzen. Die Dekarbonisierung, also der Wegfall von Energieträgern wie Kohle und Gas und der Umstieg auf andere Formen der Energieversorgung, soll im Rahmen des zweijährigen Pilotprogramms auf den Weg gebracht werden. Beantragt werden konnten Fördersummen in Höhe von 500.000 Euro, 1 Million Euro und 1,5 Millionen Euro. Insgesamt werden in dem „Pilot-Cities“-Programm Fördermittel in Höhe von 32 Millionen Euro bereitgestellt. Mehr Infos hier

Mit Infos vom Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing der Stadt Aachen

Klimaneutral werden, Verkehrswende schaffen, alles gute und schöne Ziele, denen man aber nur langsam näherkommt. Foto: Symbolbild
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Forster sehen sich ihr Viertel mal genauer an. Einladung zu vier Streifzügen durch das Viertel.

Das Büro plan-lokal begleitet die Verschönerung der Quartiere rechts und links der Trierer Straße. Wer dort wohnt, ist eingeladen, Ideen einzubringen und sich an der Entwicklung der Quartiere zu beteiligen.

plan-lokal macht auf die nächsten Mitmach-Angebote aufmerksam. Auch wenn diese nicht ausdrücklich thematisch ausgerichtet sind, lohnt sich eine Teilnahme: Am 24. Mai sowie am 6. Juni gibt es insgesamt vier Streifzüge durch Forst (drei zu Fuß, einen mit dem Fahrrad). Hierbei werden verschiedene Orte im Stadtteil angesteuert, auf die man im bisherigen Prozess aufmerksam wurde.

Vor Ort möchten die Stadtplaner sich mit den Teilnehmer*innen „über Handlungsbedarfe und Perspektiven austauschen“, so wird mitgeteilt. Informationen bitte dem Dokument (s. unten) entnehmen.

Um die Gruppengrößen für diese Streifzüge handhabbar zu halten, wird um Anmeldung unter  zukunft-forstdriescherhof@mail.aachen.de gebeten. Aber auch wer sich nicht anmeldet kann mitmachen.

Nach der gut besuchten Auftaktveranstaltung zum „Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Zukunft Forst“ gibt es jetzt vier Rundgänge – davon einen mit dem Fahrrad.

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Bericht über die Auftaktveranstaltung, die Ende April 2023 in der Auferstehungskirche am Kupferofen stattgefunden hat. hier klicken.

Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK)

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„Kann Polizei Veränderung?“ Die Polizei will mit euch reden.

Polizeibeamte haben es auch nicht immer leicht. Mal müssen sie rechte Demonstrationen „schützen“, mal sich Klimaprotesten entgegenstellen. Darüber kann jetzt geredet werden. Fotos: AachenNews Archiv

Zum Thema „Polizei im gesellschaftlichen Wandel – Kann Polizei Veränderung?“ findet am kommenden Donnerstag, 25. Mai, ab 18.30 Uhr ein Diskussionsabend im Aachener Polizeipräsidium statt. Die Polizei Aachen lädt alle Bürger*innen ein, gemeinsam mit den Podiumsgästen die Rolle der Polizei in einer sich verändernden Gesellschaft zu diskutieren. Es werden vor Ort sein:

   - Dirk Weinspach, Polizeipräsident der Polizei Aachen,
   - Julia Brinner, Fraktionssprecherin Bündnis 90/ Die Grünen im Rat
     der Stadt Aachen,
   - Elke Eschweiler, Fraktionsgeschäftsführerin der CDU Aachen und 
     Bezirksbürgermeisterin von Eilendorf und
   - Christian Schwerdtfeger, Chefreporter der Rheinischen Post

Anhand von zwei Beispielen soll die Fragestellung, wie Polizei auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert, beleuchtet werden: Zum einen soll das Verhältnis von Polizei zu neuen Protestformen, vor allem im Sinne der Klimaproteste, hinterfragt werden. Immer wieder richten die Protestler eine Frage an – vor allem junge – Polizeibeamt*innen: Wie lassen sich rechtsstaatliches Handeln und Klimaprotest in Einklang bringen? Darf der Protest für den Klimaschutz über geltendes Recht gestellt werden?

Im zweiten Themenkomplex geht es um Vertrauen in die Polizei und die Frage „Verlieren die Bürger den Respekt vor der Polizei oder haben sich gesellschaftliche Verhaltensregeln gewandelt? Woher rührt die steigende Zahl an Gewalttaten gegenüber Polizist*innen?“

Alle sind herzlich eingeladen die kostenlose Veranstaltung zu besuchen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Einlass in die Räumlichkeiten der Kantine ist ab 18 Uhr, die Adresse des Präsidiums lautet: Trierer Straße 501 in Aachen. (kg)

Großeinsatz der Polizei. Die Stadt lädt sich hochgefährdete Politiker*innen ein und verlässt sich darauf, dass die Polizei das hinkriegt, dass den Gästen nichts passiert. Gleichwohl fehlt es bisweilen an Anerkennung.
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An der Trierer Straße: Werden nach einer Verschönerung die Mieten steigen?

Unterforst (in Nähe der Aachen-Arkaden), Altforst (z. B. Haus Margarete mit Park), Schönforst (kennt ja jede/r), Forster Linde und der Stadtteil Obere Trierer Straße sowie Driescher Hof sollen ein Update erfahren. Dort leben insgesamt wohl 23.000 Menschen. Nicht jeder dieser Lebensräume hat ein Zentrum, manch eine/r hat keinen Kontakt zu den Nachbarn und alles wird außerdem zerschnitten durch die 4-spurige Trierer Straße.

Ein Stadtteil will endlich mehr Beachtung finden. Alle Fotos: AachenNews Archiv

Dort soll versucht werden, die Stadtteile so zu gestalten, dass Menschen sich dort wohler fühlen als bisher. Die Initiative „Recht auf Stadt“ hat kürzlich gewarnt: Es habe sich in Aachen gezeigt, dass solche Verschönerungsmaßnahmen dazu führen, dass die Mieten stark steigen und die Wahlbeteiligung – überhaupt das Interesse an öffentlichen Anliegen – niedrig bleiben. Die Initiative stellt Forderungen auf. In einer Stellungnahme an die Politiker*innen heißt es unter anderem:

„Wir fordern, die Stadtteilentwicklung so zu gestalten, dass Gentrifizierung verhindert wird! Stellen Sie die Bedürfnisse der Bevölkerung vor den Profit der Immobilienbesitzer*innen! Ansonsten ist es wahrscheinlich, dass der Zusammenhalt und die sozialen Netzwerke, die laut der Beschreibung das Ziel der Stadtteilentwicklung sind, in ein paar Jahren durch Verdrängung zerrissen werden.

Wir schlagen als erste Maßnahme und Beweis des guten Willens die Einrichtung eines Milieuschutzgebietes vor und bitten um die Prüfung dieses Vorschlags. Wenn für Prestigeprojekte wie das neue Kurhaus 50 Millionen Euro und für das „Haus der Neugier“ über 80 Millionen Euro eingeplant werden, sollten auch ähnliche Summen zur Milderung des Mietenwahnsinns, eines der größten sozialen Probleme unserer Zeit, bereitstehen.“

Die Stellungnahme ist ziemlich umfangreich, und sie ist hier nachzulesen.

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Gesehen am Forster Weg.

Onlinebeteiligung noch bis 23. Mai 

Die Ziele für Forst lauten (Quelle: Stadt Aachen): Die Potenziale im Quartier sollen gestärkt, die Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen im gesamten Gebiet entlang der Trierer Straße verbessert werden. Über 100 Bürger*innen kamen im April zum Auftakt des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) für Forst zusammen. Sie trugen Ideen und Anregungen zusammen, debattierten miteinander und wurden von Fachleuten über die nächsten Schritte informiert.

Die klare Botschaft lautet: Die Bürger*innen-Veranstaltung war der Auftakt. Danach geht es richtig los in Unterforst, Altforst, Schönforst, Forster Linde usw. Eine Beteiligungsplattform ist hier zu finden: www.plan-portal.de/zukunft-forst. Dort können Ideen und Anregungen eingebracht werden. Bis zum 23. Mai ist der erste Teil der Onlinebeteiligung freigeschaltet. Ein zweiter Teil folgt im Herbst.

Weitere Informationen auf der Homepage der Stadt Aachen www.aachen.de/zukunft-forst.

Versammlung: https://aachennews.org/2023/04/23/groses-interesse-am-eigenen-quartier/

Die Forster Linde nach einem langen Winter. Es ist eine sog. Gerichtslinde, wohl 1000 Jahre alt.
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Tücher deuten an: die Heiligtumsfahrt beginnt

Als es noch keine Plakate gab, warb man für die Heiligtumsfahrt mit Tüchern. Bis heute ist das so geblieben. Im Jahr 2014 kamen übrigens 125.000 Pilger nach Aachen.

Aachen sieht dem nächsten Großereignis entgegen: Das ist die Heiligtumsfahrt. Alle sieben Jahre kommen tausende Menschen nach Aachen. Dann wird der Marienschrein geöffnet – in einem sehr feierlichen und beeindruckenden Ritual. Die Tuchreliquien werden entnommen, das sind das Kleid Mariens, die Windeln Jesu, das Enthauptungstuch Johannes des Täufers und das Lendentuch Jesu.

Die Heiligtumsfahrt ist eine Tradition*, sie beginnt am Freitag, 9. Juni, sie dauert bis zum 19. Juni. Ursprünglich sollte sie vom 18. bis zum 28. Juni 2021 stattfinden, wurde wegen der Coronavirus-Pandemie aber auf das Jahr 2023 verschoben. Inhaltlich befasst sich die Heiligtumsfahrt 2023 mit dem Thema Identität, das Motto lautet „Entdecke mich“.

Die Schmucktücher sind ausgelegt, auf ihnen werden wurden (jetzt nicht mehr) die Reliquien ausgebreitet. Das vielköpfige Volk stand dann unten auf dem Münsterplatz sowie im Hof des Aachener Doms und schaute sich das Schauspiel an. Einige Menschen saßen in Dom-Nähe auf ihren Dachterrassen, und fühlten sich den Heiligtümern** besonders nah. Das soll angeblich alles nicht mehr stattfinden, die Reliquien werden im Dom ausgestellt. – Die ganze Heiligtumsfahrt ist unterdessen ein Ereignis von großer Prachtentfaltung, es gibt viel Gold, Silber und blankgeputzte Edelsteine zu sehen. Ein Beispiel: der geöffnete Marienschrein.

*Tradition ist Gruppendruck, der von Toten ausgeübt wird.

**Heilig ist, was heil (im Sinne von gut bzw. perfekt) ist und heil bleiben soll.

Offenlage: Hier wird weiter berichtet. Obwohl es kilometerlang Literatur gibt, haben wir kaum Ahnung von der Angelegenheit und offenbar alles vergessen, was uns 2014 noch bekannt war, aber auch das war schon sehr begrenzt.

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Markanter Baum nach drei Jahren jetzt tot

Dieser Baum war mal eine Augenweide. Jetzt nicht mehr. Er hat dieses Frühjahr kaum ausgeschlagen, nur noch sehr wenige Blättchen. Ein Trauerspiel. Der Baum wird bald gefällt, er steht an der Ecke Lütticher Straße/Hohenstaufenallee. Heute haben wir ihm einen Besuch abgestattet und gesehen: Da ist nichts mehr zu machen.

Diesem Baum geht es seit 3 Jahren immer schlechter. Genau seit man mit dem Bau des Wohnkomplex nebenan begonnen hat. Zufall?

Baumhasel heißt die Baumsorte, die im Idealfall eine Pyramidenform ausbildet. Diese Pyramide ist bei dem Aachener Baum gut zu erkennen, der Baum müsste eigentlich gesund sein. Ein wenig rätselhaft ist es schon, dass er jetzt tot ist und gefällt werden muss.

Der Anblick treibt einem die Tränen in die Augen: So schön, so alt ist dieser Riese, bestimmt 80 Jahre. Man findet keine Kerben im Stamm, keine Spuren von Borken- oder anderen Käfern, nichts.

Während der Bauphase der Mikroapartments wurde besonders darauf geachtet, dass der Baum nicht beschädigt wurde. Ohne Erfolg, wie zu sehen ist.

Der Angeber Elon Musk hat mal auf Twitter einen Wettbewerb ausgeschrieben mit einem wahnwitzigen Preisgeld: 100 Millionen Dollar für den, der einen effizienten Weg findet, wie man Kohlendioxid aus der Atmosphäre gewinnen kann.

366.000 Likes gingen sofort ein. Er bekam zudem viele Anfragen und Mitteilungen zu dem Wettbewerb. Darunter eine: „Dürfen sich auch Bäume bewerben?“

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Ein dringender Hinweis an die zuständige Behörde erging letztes Jahr vom Aachener Baumschutzbund, weil Mitglieder des Baumschutzbund das Verdorren des Baumes und das Austrocknen beobachtet hatten. Zudem sei das Bewässerungssystem vernachlässigt worden. Es hatten sich sodann Umweltamt und Stadtbetrieb kontrollierend eingeschaltet. Dazu äußert Hans Falk vom Aachener Baumschutzbund:

„Am Freitag, 19. Mai, war ich selber (wegen des Baumes) nochmal nachschauen. Nach Fertigstellung des Gebäudes ist die Grünfläche mit dem Baum wieder getrennt eigenständig. Das Bodengrün ist durch den Regen gut im Wachstum, aber der Baum nur mit dürftiger Beblätterung, sonst aber vom Stamm her stabil, noch ohne Totholz.

Das Problem liegt also im tieferen Wurzelbereich. Die Baumhaseln in der Limburgerstraße sind dagegen voll begrünt. Aufschlußreich schienen mir die Baumersatzpflanzungen auf dem Baugrundstück. Da fiel mir direkt die Welkeerscheinung der frischen Blätter auf, und die Gießmulde war brottrocken (kein Gießsack). Das deutet auch hier auf mangelhaftes Interesse an gärtnerischer Sorgfalt.“

Zusätzlich berichtete auch die lokale Presse: Hier klicken, möglicherweise aber mit Bezahlschranke.

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In Kopenhagen: Verkehrstechnisch wie in einer anderen Welt

In Kopenhagen gesehen.

Es gibt Menschen, die sind dermaßen sportbegeistert, dass sie – nach monatelangem Training – bereit sind für einen Marathonlauf. So reiste jetzt ein Aachener nach Dänemark, um in der Hauptstadt Kopenhagen an einem solchen 42,195-Kilometer-Lauf teilzunehmen.

Alles war bestens organisiert (keine Landtagswahl zur gleichen Zeit), unser Läufer schaffte die Strecke, wurde 260. von 491 in seiner Altersklasse und hat sich danach noch in Kopenhagen umgesehen.

In der dänischen Stadt hat man – was Aachen noch schaffen muss – die Umstellung vom Auto auf den Radverkehr längst hinter sich. Auffallend: Die meisten Menschen dort sind mit ganz einfachen, klassischen Fahrrädern unterwegs, wie man sie bei uns kaum noch sieht. Und: Nur ganz wenige fahren mit Helm.

Fahrradparkplatz am Bahnhof von Kopenhagen. Alle Fotos: Henning Brinkmann

Zusätzlich gefällt in Kopenhagen das gute fahrerlose Metro-Netz. Das sieht aus als wäre es neu. Alle 3 Minuten erscheint ein Wagen, es ist eine praktische Angelegenheit. ÖPNV in Kopenhagen.

In der fahrerlosen Metro in Kopenhagen.
Im Hafenbus, natürlich – running on electricity.

Und weil man in Aachen gerade darüber nachdenkt, ein „Haus der Neugier“ (VHS und Stadtbibliothek) zu errichten, das dann vielleicht in zehn Jahren mal fertig sein wird! Kopenhagen hat auch das schon geschafft (Foto: s. unten). Seltsam. Wenn man verreist, kapiert man oft als erstes, dass man in Deutschland und speziell in Aachen eigentlich mindesten 10 Jahre hinter allen anderen in Europa hinterherhinkt. Kein schönes Gefühl. Allemagne Zero Points.

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Das gab’s noch nie: Organisatorische Änderungen bis zur letzten Minute

Eigentlich ist es ja unmöglich, den am meisten gefährdeten Mann der Welt bis zum Aachener Rathaus und zurück zu begleiten, ihn im Rathaus und auf dem Katschhof zu feiern, und das, wo man bis eine halbe Stunde vor Beginn der ganzen Chose nicht mal weiß, ob er überhaupt kommt und wann genau er eintrifft. Wie gesagt: Es ist unmöglich, in Aachen hat man das aber trotzdem geschafft. Und das war eine reife Leistung.

Einen Blick hinter die Kulissen des Karlspreises 2023 gewährt uns der Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing der Stadt Aachen. Dort heißt es:

Am 16. Dezember 2022 nahm die Welt des Karlspreises 2023 noch ihren geplanten Lauf. Die Stadt Aachen und das Karlspreisdirektorium verkündeten als Preisträger Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk. Neu war: Es handelte sich erstmals um Preisträger aus einem Land, das sich in einem Krieg befindet.

Alles easy, so dachte man

Zu diesem Zeitpunkt gingen die meisten wohl noch davon aus, dass der Preisträger am Himmelfahrtstag per Video zugeschaltet werden würde. Die Maschinerie der Planungen nahm ihren normalen Lauf. Allen voran disponierte, plante, koordinierte die städtische Protokollabteilung, wie es seit vielen Jahrzehnten ihr Kerngeschäft ist . . . Bis zum 6. April, denn an dem Tag kam die Meldung, dass die Preisverleihung nicht wie gewohnt an Christi Himmelfahrt, 18. Mai, sondern schon am Sonntag vorher stattfinden würde. 

Organisatorische Änderungen

Das brachte die erste Welle der Umorganisation ins Rollen. Angefangen beim Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing, der zwei Mal das Pressezentrum verlegen und einschließlich eines Busshuttles komplett neu organisieren musste, da der erste Raum am 14. Mai nicht mehr zur Verfügung stand und der zweite aus Sicherheitsgründen nicht zu realisieren war.

Knapp einen Monat später kam die nächste Änderung: Die Preisverleihung sollte um 15 Uhr stattfinden statt zur üblichen Uhrzeit um 11.15 Uhr. Dieser Status hielt gerade mal zehn Tage, dann war auch diese Uhrzeit überholt und wurde eine halbe Stunde nach hinten gelegt. Sämtliche Dienstpläne der Verwaltung wurden zwei Tage vor der Veranstaltung erneut umgestellt, Gäste, Journalist*innen und alle weiteren Betroffenen informiert. Ob Selenskyj persönlich kommen würde, wusste zu dem Zeitpunkt immer noch niemand. 

Niemand wußte irgendwas

Umso mehr liefen die Planungsdrähte heiß. Nach dem Protokoll allen voran beim Fachbereich Sicherheit und Ordnung. In enger Abstimmung mit der Aachener Polizei ermöglichten die Mitarbeitenden das Sicherheitskonzept und setzten es um, führten Kontrollen durch, stellten Genehmigungen aus oder widerriefen sie, überprüften Halteverbote, weiträumige Sperrungen und Beschilderungen, überwachten die Maßnahmen und übernahmen vor allem in hohem Maße die Koordination des Sicherheitskonzepts in gesamten Verwaltung.

Dazu gehörte, das Geschehen extrem kurzfristig, flexibel und bedarfsgerecht zu managen, nicht zuletzt erfolgreich die städtischen Plätze für die verschiedenen Demonstrationen frei zu machen, deren Wege sich später sogar kreuzten, ohne dass es zu wesentlichen Zwischenfällen kam.

Am Wochenende mussten trotz weiträumiger Sperrungen nur 23 Fahrzeuge abgeschleppt werden, was vor allem daran lag, dass zahlreiche Fahrzeughalter*innen durch die Überwachungskräfte ermittelt wurden und ihren Pkw noch selbst wegfahren konnten. Die Dienstzeiten für den Fachbereich Sicherheit und Ordnung liefen am Samstag bis 4 Uhr morgens und starteten am Sonntag wieder um 6 Uhr früh.

Stadtverwaltung und Polizei hatten die Lage im Griff, Rettungsdienste und Feuerwehr desgleichen. Teils hielt sich die Polizei dezent im Hintergrund, teils traten die Beamten (s. unten) demonstrativ einsatzbereit auf.

Es musste durchgearbeitet werden

Ähnliche Zeiten galten für die Straßenverkehrsbehörde, die wie alle anderen auf die Zeitänderungen in den Verkehrsanordnungen reagieren musste und mit ihren Mitarbeitenden im Dauereinsatz war. Und nebenbei: Auch der Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing hat mit seinem Kernteam das Wochenende durchgearbeitet. Am Tag der Preisverleihung wurden mehr als 100 Journalisten aus ganz Europa betreut, die die Preisverleihung dokumentierten und darüber berichteten.

Außerdem stand der Fachbereich in ständigem Austausch mit der Polizei. Noch bis nach 24 Uhr wurden Kommentare auf den Social Media-Kanälen gesichtet und bearbeitet. 

Mit einem Vorlauf von mehreren Monaten hatten Feuerwehr und Rettungsdienste den Tag mit allen beteiligten Institutionen und Sicherheitsbehörden intensiv vorbereitet. Die Planung konzentrierte sich dabei auf vier Einsatzschwerpunkte: Das gesamte Stadtgebiet musste auf Grund von Sperrmaßnahmen, kurzfristigen Verkehrssperrungen und Demonstrationen abgesichert werden, insbesondere der Hochsicherheitsbereich rund um die Veranstaltungsfläche. Auch die medizinische Begleitung der Staatsoberhäupter wurde sichergestellt.

In großer Zahl waren haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen sowie dem technischen Hilfswerk im Einsatz. 

Blumenschmuck und Sauberkeit

Hochaktiv war auch der Aachener Stadtbetrieb, darunter Stadtreinigung und Abfallwirtschaft, die neben zusätzlichen Reinigungsarbeiten 40 Papierkörbe demontieren und anschließend wieder montieren mussten, 20 Eventtonnen aufstellten und mobile Rückhaltestellen einrichteten.

Ein Karlspreis ohne Blumenschmuck, das ist nicht vorstellbar. Daher war die gesamte Belegschaft der Stadtgärtnerei im Einsatz, um Grünflächen den letzten Schliff zu geben, den Kräutergarten zu pflegen, Blumenkästen zu bestücken, die Aula Carolina und das Rathaus zu schmücken.

Im 24-Stunden-Einsatz

Und dann noch die Straßenunterhaltung: Sie installierte Halteverbote, kontrollierte Beschilderungen, versiegelte Gullideckel, beschaffte 500 Drängelgitter und war ab Samstagnacht 0 Uhr im 24-Stunden-Einsatz, um sie aufzustellen und wieder abzubauen, Poller zu heben. Zusätzlich war der Entstördienst im Einsatz, um auch kurzfristig auftretende Probleme im Straßenraum zu beheben.

Hinter den Kulissen 

Verhältnismäßig ruhig war es dagegen bei Call Aachen, wo rund um die Preisverleihung Sonderschichten eingerichtet waren. Rund 100 Anrufe gingen ein, eine Zahl, die die Verantwortlichen als Zeichen dafür werteten, dass die notwendigen Informationen rechtzeitig bei den Bürger*innen angekommen waren.

Was von außen nicht sichtbar war: Am Sonntag tagte parallel zur Preisverleihung ein Verwaltungsstab, der die Veranstaltung bis zum Ende in ständigem Austausch mit der Polizei begleitete. Dazu gehörten Verantwortliche der Feuerwehr, der städtischen Pressestelle, des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, Call Aachen, Straßenverkehrsbehörde und Stadtbetrieb. Sie alle waren darauf eingestellt, im Notfall die nötigen Maßnahmen einleiten und managen zu können – ein Notfall, der zu aller Erleichterung nicht eingetreten ist.

Und das ist die Bilanz: 1. Große Erleichterung, dass diese außergewöhnliche Hochsicherheits-Preisverleihung ohne Probleme ablaufen konnte. 2. zahlreiche Überstunden bei der Verwaltung. 3. rund 15.000 Meldungen in deutschsprachigen Medien. 

Okay, mit dieser Gruppe möchte man lieber nicht in einen Streit geraten. Das leuchtete bei der Karlspreisverleihung auch pro-russischen Demonstranten ein.

Ein großer Dank

Dazu Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen: „Der Karlspreis 2023 war sicher der organisatorisch herausforderndste aller Zeiten. Er wird in der Geschichte des Karlspreises immer eine ganz besondere Rolle einnehmen. (. . .) Es gab hochkonzentrierte Abstimmung mit den Sicherheitskräften, allen voran der Aachener Polizei. Ein grandioses Team, kann ich nur sagen, dem ich zu größtem Dank verpflichtet bin und auf das ich wirklich stolz sein kann. Ich danke aber auch den Aachener Bürger*innen und Gewerbetreibenden, die großes Verständnis für die notwendigen Einschränkungen gezeigt haben.“

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Beim Karlspreis wird eine Wende im Verhältnis Deutschland/Ukraine deutlich

Meine Güte, war das ein Tag! Karlspreisverleihung 2023, wo die Festgemeinde eine, manche Personen sogar zwei Stunden lang im Krönungssaal auf den Preisträger warten mussten. Zumindest auf den einen der beiden Preisträger: Wolodymyr Selenskyj. Der 2. Preisträger, das Volk der Ukraine, war gänzlich pünktlich, freute sich und demonstrierte in der Stadt.

Massiv interessant waren jedoch zwei Reden: die von Bundeskanzler Scholz und die vom Preisträger selbst. Zwischen ihnen scheinen alle Unstimmigkeiten ausgeräumt zu sein. Scholz erfreut sich großer Anerkennung von Seiten Selenskyjs, und das wird am Ende auch auf die Menschen in Polen und in den Baltischen Ländern abfärben. „Als Du die Zeitenwende sahst, begannst Du so zu handeln, wie ein Verteidiger Europas zu handeln hat.“ Zu der Einschätzung ist nun Selenskyj gekommen. „Verteidiger Europas“, wer möchte so nicht genannt werden!?

Die Menschen in Osteuropa werden es gehört haben. Sie waren wochen- und monatelang erst verblüfft, dann konsterniert und verärgert wegen der doch sehr zögerlichen Hilfeleistungen vonseiten Deutschlands (Stichwort: 5000 Helme und am liebsten gar keine Panzer usw.).

Viel scheint nun ausgeräumt zwischen der deutschen und der ukrainischen Regierungsspitze. Ganz wichtig daran ist, dass auch das Verhältnis von Deutschland zu Polen und umgekehrt eine neue Chance bekommt. Wir hatten uns ganz schön die Augen gerieben als klar wurde: Die Polen haben Putin von Anfang an korrekt eingeschätzt und militärische Hilfe geleistet, wir in Deutschland absolut nicht.

Gelb und blau dominierten gestern eine Demonstration, an der überwiegend Mädchen und junge Frauen teilnahmen. Sie skandierten: „Stoppt Putin, stoppt den Krieg“.
Eine Art Gegendemonstration gab es tatsächlich auch. etwa 20 Freunde Russlands und Putins demonstrierten – umfassend bewacht von Polizisten – vor dem Theater.
Eine weitere separate Demo gab es vor dem Elisenbrunnen. Dort meinte die überwiegend ältere Generation (rund 150 Personen, darunter auch Querdenker und Impfgegner (kein Witz)): „Frieden ist nur möglich mit NICHT GEGEN Russland“.

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Selenskyj sagte in Aachen, der Krieg in der Ukraine entscheide auch über das Schicksal Europas, weil es Russland darum gehe, die Geschichte der europäischen Einigung ungeschehen zu machen. Auch das scheint Olaf Scholz jetzt verstanden zu haben: Putin geht es um ganz Europa, er will in Europa eine andere Ordnung einführen.

Scholz wiederum gefiel allen mit der Feststellung: „Falls Wladimir Putin geglaubt hat, er könnte die ukrainische Nation mit Gewalt von ihrem Weg nach Europa abbringen, dann hat er mit all seinen Panzern, seinen Drohnen und Raketenwerfern nichts als das Gegenteil bewirkt.“

Der polnische Ministerpräsident Morawiecki, der die eigentliche Laudatio hielt, hat Selenskyj bei der Preisverleihung einen Verteidiger europäischer Werte genannt. Er sei „ein großer europäischer Führer“, ein „Held“ und herausragender Staatsmann des 21. Jahrhunderts, so Morawiecki.

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Bilanz der Polizei: „Die Polizei Aachen zieht ein positives Fazit. Sowohl die Verleihungsfeierlichkeiten als auch die begleitenden Veranstaltungen verliefen ohne besondere Vorkommnisse. Auch die Versammlungen verliefen friedlich. Das Sicherheitskonzept der Polizei Aachen ist umfassend aufgegangen.“

Zum Weiterlesen: Ein umfassender Bericht auf der Seite der Stadt Aachen

In Berlin verhandelt: (in englischer Sprache): https://www.president.gov.ua/en/news/spilna-deklaraciya-ukrayini-ta-nimechchini-82893

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