Feuerwerksverbot und Leuchttürme, die bei Katastrophen zu Rettungsankern werden

So ändern sich die Zeiten: Vor 12 Monaten war Deutschland noch eine bedeutende Fußballnation, Putin war ein zuverlässiger Regierungschef und Nordstream 2 für die meisten von uns ein sinnvolles Projekt. Deutlich weniger schnell ändern sich die Zeiten auf Aachener Ebene – also im lokalen Bereich. Da stellten sich auch vor einem Jahr CDU und FDP gegen eine fahrradfreundliche Innenstadt quer und tun das noch heute. Das ist Vorhersehbarkeit, die nicht beruhigt. Was im Dezember 2022 noch so los ist, darauf wollen wir jetzt wieder mal einen Blick werfen.

Die „Gemeinsame Anlaufstelle“ von Polizei und Ordnungsamt wird nun doch bald gegenüber vom Bushof (Peterstraße) eröffnet. Vor über zwei Jahren wurde dieses Anlaufstelle auf AachenNews vollmundig angekündig, nichts ahnend, dass die Umsetzung des Projekts noch soooooo lange dauern würde. Jetzt aber: Die Vertreter der beiden Behörden seien „froh über die neue Anlaufstelle am Bushof, die es in der Art und Kooperation zuvor in Aachen noch nicht gegeben hat“. Dort könnten künftig – so wird mitgeteilt – unter anderem Anzeigen und Meldungen aufgegeben, zahlreiche ordnungsbehördliche Angelegenheiten geklärt und der direkte Austausch mit den Polizist*innen und dem Bereich Sicherheit und Ordnung der Stadt gepflegt werden. 

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Vielleicht werden die Herrschaften in der neuen Anlaufstelle schon an Silvester aktiv. Da gilt nämlich zum Schutz der Altstadt ein Feuerwerksverbot. Es ist beschränkt „auf das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern, die eine Höhe von über einem Meter erreichen können“, so wurde entschieden. Das Verbot gilt auf und innerhalb des Grabenrings sowie auf dem Theaterplatz. In diesem Bereich konzentrieren sich in der Aachener Innenstadt die historischen, religiösen und kulturell schützenswerten Bauwerke. Sie will man einer Brandgefahr nicht aussetzen.

Unvergessen: Vor 12 Jahren kam es in der Silvesternacht zu einem Brand in der Nikolauskirche. Verursacht durch eine Silvesterrakete entstand Schaden am Gebäude und am historischen Hochaltar. Mehr Infos: hier aachen.de/ohnefeuerwerk Wir wünschen guten Rutsch. 

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Wer hat im Frankenberger Viertel noch den Überblick, wenn es um die Gastronomie geht? Wir nicht. Wir haben nur gesehen: Memos Grill (Ecke Bismarckstraße/Haßlerstraße) ist definitiv geschlossen, dort ist jetzt „Boho Bowls“ eingezogen. Nach Döner, Fritten und Pizza klingt das nicht mehr. Eher nach Hawaii und Trendküche aus New York, wie die örtliche Tageszeitung schrieb. Man kommt im Frankenberger Viertel kaum noch nach mit den Neueröffnungen und dem Test-Essen. Wir wünschen guten Appetit.

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Wo man geht und steht: Piktogramme. Also so viele sind es auch wieder nicht, aber was mag es bedeuten? Wir haben nachgefragt und erfahren, dass diese Zeichen auf dem Boden auf eine Rad-Vorrang-Route hinweisen. Zusätzlich haben wir sogenannte Fair-Zusammen-Logos gesehen. Die gibt es da, wo Radfahrer*innen und Fußgänger*innen sich ein Stück Verkehrsfläche teilen müssen. Teils lebensgefährlich. Wir wünschen gute Fahrt.

Fahrrad-Piktogramme pflastern unseren Weg.

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Funktionieren die Kitas in Aachen noch? Die Frage muss gestellt werden, denn immer wieder kommt es ganz plötzlich zu Einschränkungen der Betreuungszeiten bis hin zu Schließungen für ein paar Tage. Die Situation sei „sowohl für die Familien mit Kindern als auch für die Mitarbeitenden in den Einrichtungen“ schlimm, teilt die Behörde mit. 

In diesem Zusammenhang (Personalmangel, viele Kranke, Schwangere, Pensionierungen) plant man eine angemessene, finanzielle Entlastung für die Familien. Hierbei soll der Verwaltungsaufwand in den Kitas klein gehalten werden. Die Verwaltung wird der Politik im Frühsommer eine angemessene möglichst pauschale Entlastung vorschlagen. Die soll dann am Ende des laufenden Kita-Jahres im Sommer 2023 umgesetzt werden. 

Die Stadt rät übrigens dringend davon ab, die Beitragszahlungen selbstständig zu vermindern oder einfach gar nichts mehr zu zahlen. Das soll vorgekommen sein. Wir wünschen: immer ein volles Konto.

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Das wichtigste Thema zum Schluss. Es ist die Vorsorge für den Katastrophenfall. Der tritt sowieso nicht ein, aber sicher ist sicher.

Im Fall z.B. eines großflächigen Stromausfalls und eines Ausfalls des Notrufs wurden Standorte definiert, die in solchen Situationen als Notfallmeldestellen dienen. An diesen dezentralen „Leuchttürmen“ – vielerorts angedockt an Gerätehäuser, Wachen und Anlaufstellen von Feuerwehr und Polizei – können bei einem Katastrophenfall und insbesondere dann, wenn etablierte Kommunikationswege wie Telefon, Internet und Mobilfunk unterbrochen sind, Notrufe abgesetzt werden. Hier bekommt man zudem zentrale Informationen. Die Leuchttürme werden also auch bei einem größeren Stromausfall mit Energie versorgt. 

Rund 70 solcher Leuchttürme sind in Stadt und StädteRegion Aachen vorgesehen Eine interaktive Karte mit den Leuchttürmen sowie Adresslisten stehen online auf www.aachen.de/notfall  und auf www.staedteregion-aachen.de/notfall.

Kernaufgaben dieser Leuchttürme sind: Notrufe an die Leitstelle absetzen, lebensrettende Erstmaßnahmen durchführen, Informationen zu zentralen Belangen (Lageentwicklung, Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung, Notunterbringung, Gesundheitsversorgung etc.) an die Bevölkerung weitergeben, Informationen zur Lage vor Ort an übergeordnete Entscheidungsgremien weiterleiten. Das System steht flächendeckend zur Verfügung. Für jeden Betroffenen (Bewohner*innen, Pendler*innen, Touristen etc.) sollte der nächstgelegene Leuchtturm möglichst zu Fuß von seinem Wohnort aus zu erreichen sein.

Andreas Bierfert, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Aachen, empfiehlt: „Schauen Sie sich die Karte jetzt einmal in Ruhe an und informieren Sie sich, wo im Notfall der nächste Leuchtturm zu finden ist. Experten halten es für sehr unwahrscheinlich, dass es zu einem großflächigen Stromausfall kommt. Zugleich gilt: Wer gut vorbereitet ist, kann im Notfall richtig handeln.“ Wir wünschen viel Erfolg.

Ein Feuerwehrwagen kann ein Leuchtturm sein. Foto: Stadt Aachen/Heike Lachmann

Sirenennetz in Aachen

In der Stadt Aachen existiert aktuell ein Netz von 55 funktionstüchtigen Sirenen. Das Netz wird weiter ausgebaut. Die Bereiche, die aktuell noch nicht durch Sirenen abgedeckt sind, werden im Notfall mit mobilen Warnfahrzeugen abgefahren, so dass auch dort eine Warnung erfolgen kann. Schon heute steht Aachen im deutschlandweiten Vergleich angeblich gut da.

Auf diesen Homepages gibt es wichtige Informationen

Stadt Aachen: www.aachen.de/notfall

StädteRegion Aachen: www.staedteregion-aachen.de/notfall

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:  www.bbk.bund.de

Deutscher Wetterdienst: www.dwd.de

Hochwasserzentralen der Länder: www.hochwasserzentralen.de

Mit Infos vom Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing der Stadt Aachen

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128 Wohnungen werden für 34 Millionen Euro saniert und dann preiswert vermietet

In der Zeppelinstraße

Die Stadt Aachen saniert in den kommenden Jahren ihre Wohnanlage in der Zeppelinstraße. Die 18 Häuser, in denen sich insgesamt 128 Wohnungen befinden, stammen aus den 1920er Jahren und werden von der gewoge AG verwaltet. Das städtische Immobilienmanagement informierte Politiker*innen und die Öffentlichkeit in einer Sitzung über den Stand der Maßnahme.

In einem ersten Bauabschnitt werden seit Oktober rund ein Drittel der Wohnungen umfassend modernisiert: Die Gebäude werden grundlegend energetisch ertüchtigt, zudem werden Bäder, Treppenhäuser und vieles mehr saniert. Zudem schafft die Stadt neuen Wohnraum, indem ein Dachaufbau erfolgt. Dadurch können 35 zusätzliche Wohnungen geschaffen werden. Ein weiterer positiver Effekt: In Zukunft werden 40 Tonnen CO2 pro Jahr durch die zusätzlichen Dämmmaßnahmen und durch den Anschluss der Wohnanlage Zeppelinstraße an das Fernwärmenetz eingespart.

Der Bunker in der Zeppelinstraße gegenüber von der Wohnanlage. Innen gibt es eine Schlagzeug-Schule.

Für die Umbauarbeiten müssen die einzelnen Wohngebäude leergezogen werden. Den betroffenen Mieterinnen und Mietern wurden entweder in anderen Gebäuden Wohnungen angeboten oder es haben sich anderweitige Lösungen ergeben.

Es handelt sich um eines der größten städtischen Wohnsanierungsprojekte der jüngeren Vergangenheit. Insgesamt sind drei Bauabschnitte vorgesehen. Bis Ende 2027 sollen alle alten Wohnungen und Gebäude modernisiert und die 35 neuen Wohnungen errichtet worden sein. Die Stadt geht derzeit von Gesamtkosten in Höhe von rund 34 Millionen Euro aus. In der Zeppelinstraße kann die Gesamtwohnfläche durch das Sanierungsprojekt von gut 7000 Quadratmeter auf rund 8700 Quadratmeter gesteigert werden.

Die Stadt besitzt insgesamt 2565 Wohnungen im Stadtgebiet, die von der gewoge AG verwaltet werden, und deren Zahl in Zukunft noch deutlich erhöht werden soll.

Mit Infos vom Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing der Stadtverwaltung

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Ach, wie schön und dezent: Geldbox auf dem Markt

Dieses imposante Teil fällt auf dem Aachener Weihnachtsmarkt ins Auge. Es bildet mit zwei Müllbehältern ein Ensemble und ergänzt kongenial die Buden und das Karussell. Mein Gott, wie ist das schön! Gut, dass in großen Buchstaben „Geldbox“ draufsteht. Wir hätten uns sonst ewig gefragt, wofür das Teil gut ist. Aber was bedeutet der Satz: „Bargeld ist einfach“? Einfach da? Wo doch jede/r weiß, dass man mit Karte viel bequemer zahlt?

Es gibt weitere Fragen: Soll das Teil dezent aufklärend wirken, uns zum Nachdenken bringen darüber, ob der Weihnachtsmarkt vielleicht tutto completto wegen des Kommerz stattfindet? Oder wird der Weihnachtsmarkt in Aachen nur von Gehbehinderten besucht, die die paar Schritte zum Geldautomaten nicht gehen können? Vielleicht wollen die Herren von der Sparkasse uns auch nur zeigen, was für einen guten Geschmack sie haben, was für formschöne Teile sie anschaffen können – zum Ambiente passend und zur Stadt?

Diese Kombi ist der Hit: Fette Geldbox mit abgerundete Ecken auf kunstvoll gelegten, zweifarbigen, kleinen Pflastersteinen. Man möchte gar nicht mehr wegschauen.

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Verwaltungsgebäude zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen

Zwischen Weihnachten und Neujahr nehmen sich viele Menschen – auch in der Stadtverwaltung – ohnehin Urlaub. Da kommt diese Meldung gerade recht. Die Pressestelle teilt folgendes mit und ihr solltet euren Bedarf an Dienstleistungen aus diesem Bereich entsprechend planen und nicht denken, ihr könntet in den letzten Tagen des Jahres mal gemütlich eure Behördengänge absolvieren. Denkt dran: Es ist für einen guten Zweck (Energiesparen):

In Kombination mit der Option Homeoffice wird die Stadt Aachen in der Woche vom 27. bis 31. Dezember acht Gebäude der Innenstadt schließen und damit die Heizkosten senken können. In einem weiteren Gebäude wird nur der so genannte Open Space geheizt. Erkenntnisse dazu, wie viel Energie in der Woche tatsächlich gespart werden kann, werden abhängig von den Temperaturen im Frühjahr vorliegen.

Bürger*innenservices schließen, Servicecenter Call Aachen bleibt erreichbar

Der Bürger*innenservice Aachen-Mitte und die Bezirksämter sind in der Zeit vom 27. bis 31. Dezember 2022 geschlossen. In Notfällen hilft das Servicecenter Call Aachen unter der Telefonnummer 0241 432-0 weiter. Es wird zwischen den Jahren weiterhin von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 18 Uhr besetzt sein.

Für allgemeine Fragen, z.B. zu benötigten Unterlagen, steht das Servicecenter zur Verfügung. Über die 0241 432-1234 können zudem bereits Termine für das neue Jahr gebucht werden. 

Digitale Angebote der Verwaltung

Unabhängig davon bietet die Stadt an, die zahlreichen Onlinedienstleistungen der Verwaltung in Anspruch zu nehmen. Fragen zu diesen Onlinedienstleistungen beantwortet das Servicecenter bei Bedarf ebenfalls. Eine Übersicht gibt die Seite www.aachen.de/onlinedienste. Ein viel genutztes Angebot ist auch der digitale Mängelmelder der Stadt Aachen (maengelmelder.aachen.de). Allgemeine Infos zu städtischen Dienstleistungen bietet zudem das Serviceportal der Stadt Aachen auf der Seite serviceportal.aachen.de.

Kultur- und Sportangebote stehen im üblichen Rahmen zur Verfügung

Museen, Schwimmhallen, Rathaus und die Verwaltungsgebäude Lagerhaus- und Hackländerstraße bleiben in Betrieb, ebenso bleiben Kitas im erforderlichen Notbetrieb. Gerade Kulturangebote und Sportgelegenheiten sollen in jedem Fall aufrechterhalten werden.

Die jeweiligen Öffnungszeiten rund um die Feiertage wird die Stadt Aachen in Kürze bekanntgeben.

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AachenNews wird sich in dieser Zeit an einem Jahresrückblick versuchen. Die Kurzfassung liegt schon vor. Sie lautet: ätz.

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Skater-Anlage: Bauarbeiten haben begonnen

Die Bauarbeiten für die neue Skater-Anlage am Eisenbahnweg haben am Montag, 5. Dezember, begonnen. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Die alte Skateranlage im Moltkepark musste wegen überragendem Erfolg im März 2019 geschlossen werden. Sie war sehr gut besucht, und die Anwohner konnten den Krach nicht mehr aushalten.

Die Baustelle der neuen Skateranlage wird vom Eisenbahnweg aus erschlossen. An der Baustelleneinfahrt wird der Eisenbahnweg eingeengt, eine einspurige Verkehrsführung in beiden Fahrtrichtungen ist weiterhin vorgesehen. Die Linksabbiegespur aus dem Eisenbahnweg auf den Madrider Ring wird verkürzt.

Der Gehweg auf der Seite der Baustelle wird komplett gesperrt. Fußgänger*innen können an der Kreuzung zum Madrider Ring auf den Gehweg der anderen Seite des Eisenbahnwegs ausweichen. 

In den nächsten Wochen soll die Fläche des früheren Maisackers schrittweise erschlossen werden, so wird mitgeteilt. Der Skateboard-Club könne „voraussichtlich ab Mai 2023 die neue Skater-Anlage darauf bauen“.

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Echt gefährlich: Auf dem E-Bike unterwegs

Wer mal vor der Reparaturwerkstatt von Eurobike eine Stunde oder mehr warten muss, kann beobachten, wie viele Leute sich ein E-Bike kaufen. Es geht Schlag auf Schlag: ein, zwei, drei Runden ums Gebäude zur Probe fahren, ein bisschen mit dem Verkäufer plaudern und Fragen stellen und schon wechselt ein Fahrrad mit Elektromotor seinen Besitzer. Auffallend außerdem: Nicht wenige der Käufer*innen sind nicht mehr ganz jung. Manche 60 und älter.

Am Gut Wolf geht es zu wie im Taubenschlag: E-Bikes werden kurz probegefahren und flott gekauft, rechts hinten ist die Reparaturwerkstatt, wo man eine Nummer ziehen und lange Wartezeiten einkalkulieren muss.


Selbst erlebt: Man flitzt auf dem neuen E-Bike von Termin zu Termin, genießt die höhere Durchschnittsgeschwindigkeit (als bei konventionellen Rädern) und hat ab sofort einen größeren Aktionsradius. Beim Parken hat man viel weniger Probleme als mit dem Auto. Und preiswert ist es außerdem, man fährt 100 Kilometer für wenige Cent. 

Allerdings gibt es viele Unfälle und es werden immer mehr. Schwere Unfälle. Die Zahlen steigen rasant. Im ersten Halbjahr 2022 starben 27 Fahrer*innen allein in NRW bei einem Unfall mit dem E-Bike. 
Es verunglückten in der ersten Hälfte dieses Jahres 3156 Menschen auf einem Fahrrad, dessen E-Motor den Radler unterstützt. Im Vorjahreszeitraum waren es nicht mal 2000.

Wir wissen nicht, wie man das organisieren könnte, aber es wäre besser, wenn alle, die sich auf ein Pedelec setzen, zuerst ein paar Stunden unter Anleitung üben würden. Denn ein E-Bike ist ganz anders zu fahren als ein Fahrrad oder Mofa, es sieht nur so aus wie ein Fahrrad. Es wird auch im Straßenverkehr von Autofahrern und Fußgängern falsch eingeschätzt. Der ADFC ist ebenfalls von der Notwendigkeit solcher Trainings für Erwachsene überzeugt. Zum Nachlesen hier klicken

Es ist auch nicht so, dass man ein E-Bike nutzen könnte, um leistungsfähig und beweglich zu bleiben. E-Bikes sind nichts für Menschen, die sich sportlich betätigen wollen. Sie machen einen schlaff. Das Treten auf dem E-Bike hat keinen sportlichen Effekt. Die ganze „Beinarbeit“ erledigt der Elektromotor. Das merkt man spätestens, wenn man sich mal wieder auf ein konventionelles Rad setzt. 

Eine Selbstverständlichkeit zum Schluß: Immer einen Helm anziehen. Die Stadt Aachen bietet auch Fahrrad-Trainings an. Auskunft unter Telefon: 0241 432 6133.

Rührend: die Aufforderung „FAIR zusammen“. Gerade am Bahnhof Rothe Erde sind oft so viele Radler*innen und Fußgänger*innen gleichzeitig unterwegs auf dem Bürgersteig (und es werden immer mehr), dass man jederzeit mit einem Unfall rechnen muss. Die Polizei meint, dort sei kein Unfallschwerpunkt. „Noch nicht“ fällt einem dazu nur ein.

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Es sind zu dem Text bereits Kommentare eingegangen. Bitte ebenfalls lesen.

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Was bleibt für immer geheim?

Wer nicht hustend und schniefend mit Erkältung im Bett liegt, hat vielleicht Lust, etwas über Vorgänge in der Aachener Kommunalpolitik zu lesen. Alles ganz subjektiv dargestellt für die Freundinnen und Freunde von AachenNews.

Nichts bleibt geheim

Zunächst: Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen ist wütend. Es sind nämlich Kenntnisse über Unregelmäßigkeiten im Stadtbetrieb an die Öffentlichkeit gelangt, von denen die Frau Oberbürgermeisterin lieber nichts in der Zeitung lesen wollte. Wie hier ebenfalls berichtet hatte ein Mitarbeiter des Stadtbetriebs trickreich in die eigene Tasche gewirtschaftet. Er wurde fristlos gekündigt und wird wohl etliche tausend Euro zurückzahlen müssen. 

Das passiert regelmäßig in jeder Kommune, dass Infos über Unregelmäßigkeiten – in einem vertraulichen Gespräch – an die Presse weitergeleitet werden. Nichts wird besser dadurch, dass nach angeblichen „Verrätern“ gesucht wird, die den Casus der Presse gesteckt haben könnten. Oder Anzeige wegen Geheimnisverrat zu erstatten. Man ärgert sich dann in den Rathäusern sehr, sagt sich aber: So krass ist Demokratie!!! Transparenz und Pressefreiheit und Whistleblowerschutz schön und gut, manchmal aber schwer auszuhalten. (Am Ende müsste man sich doch eigentlich auf die Schulter klopfen, weil der Betrug ja aufgedeckt wurde und nicht ewig so weitergelaufen ist.)

Ganz schlecht ist es, Anzeige wegen Geheimnisverrat zu erstatten oder – wie es jetzt Keupen vorhat (TOP 4) – neue Regeln einzuführen, um die Fehler, die überall (in jeder Verwaltung) mal passieren (es gibt schwarze Schafe), total diskret zu bearbeiten.

Vollkatastrophe wegen Vollsperrung?

Nachdem der Abriss der Brücke Turmstraße doch nicht – wie von einigen vorausgesagt – in einem totalen Verkehrschaos geendet ist, sondern alle munter und reibungslos die Umleitung benutzen, droht jetzt angeblich Ende 2023 der absolute, finale Verkehrskollaps über Aachen hereinzubrechen: Die Haarbachtalbrücke muss erneuert werden. 

Einige Aachener*innen sind in Panik. Es muss nämlich deshalb ein Stück Autobahn (A 544) für zwei Jahre gesperrt werden. Und wenn das Stück gesperrt ist, darf es angeblich keine (!) weitere Großbaustelle in Aachen geben, schon mal gar keinen Umbau der Kreuzung Bastei, weil sonst ein Chaos entsteht, dagegen ist das Durcheinander bei den Bauarbeiten am Turmbau zu Babel ein Witz. 

Keine einzige weitere Baustelle? In Aachen? Wir werden denken, wir sind in einer fremden Stadt.

Scherz beiseite: Wie sollen denn die Ziele des Radentscheid umgesetzt werden, in dem ein fußgänger- und fahrradfreundlicher Umbau von drei Kreuzungen pro Jahr festgelegt ist? Die Fraktionen von Grünen, SPD und Zukunft halten die Probleme für lösbar, CDU und FDP wollen offenbar, dass möglichst wenig fahrradfreundlich umgebaut wird, haben aber keine Mehrheit im Rat. Die Stadtverwaltung wird die Umleitungsverkehre prüfen, danach sieht man weiter.

Sollte eigentlich 2023 fahrradfreundlich umgebaut werden: Die Kreuzung Bastei.


Auf dem Gelände von Continental 

Was wird aus dem Firmengelände von Continental (30 Hektar groß) in Rothe Erde? Hochleistungsreifen wurden dort produziert, jetzt erfolgen nur noch Aufräumarbeiten und der Abbau der Produktionsanlagen. 

In Aachen gibt es einen Mangel an Gewerbeflächen: Es ist kein Platz da für all die Firmen mit umweltfreundlichen Produktionsstätten, die sich in Aachen ansiedeln wollen. Da bietet sich das Conti-Gelände doch an. Die Stadt will es kaufen, ist allerdings bei weitem nicht der einzige Interessent.

Lässt sich der Fall über das Vorkaufsrecht zugunsten der Stadt regeln? Geklärt ist diesbezüglich noch nichts. Aber es muss z. B. damit gerechnet werden, dass sich Altlasten im Boden befinden (teilweise aus der Zeit, als in Rothe Erde noch Stahl produziert wurde), die alle abgeräumt werden müssen. Das kann teuer werden. Haben Unternehmen Kasse gemacht und der/die Steuerzahler*in muss jetzt die Entsorgung der Altlasten bezahlen?

Erfreulich: Über die Hälfte der 1800 Conti-Beschäftigten hat schon neue Jobs oder wird gerade qualifiziert und bei Bewerbungen unterstützt. Dass die Beschäftigten massenhaft arbeitslos werden, ist dort nicht das Problem.

Pussy Riot in Aachen

Im Musikbunker im Frankenberger Viertel läuft zur Zeit das Festival „Beat the System“, das Musik und politischen Aktivismus verbindet. Insgesamt sind neun Veranstaltungen geplant. Eröffnet wurde das Festival schon am 1. Dezember. 

Zum Finale treten am Freitag, 30. Dezember, Pussy Riot auf. Das ist eine Moskauer Punkrock Band, berühmt geworden durch ihr „Punk-Gebet“ gegen Putin, in einer Moskauer Kathedrale präsentiert. Ein Mitglied der Band ist erst kürzlich aus Russland geflüchtet. Sie hatte sich verkleidet und konnte ihre Bewacher überlisten. Nach kritischen Posts auf einer Plattform im Internet war die Aktivistin zum Hausarrest verdonnert worden. s. Video: Begreifen, wer Putin wirklich ist.

Das  komplette Programm vom Festival, mehr Infos und Tickets gibt es unter beatthesystem.de

Demokratie-Projekt

Nach so viel Text ein Blick auf das Gelände am Büchel: Dort soll der „Platz für Demokratie“ entstehen, die passenden Buchstaben in Beton sind schon mal da. Die 18 Buchstaben dieses Begriffs – 60 Zentimeter hoch – liegen in einer Böschung auf dem neugestalteten Büchelgelände. Mit dem Projekt soll zur Stärkung unserer Demokratie, die Gefährdungen von außen und innen ausgesetzt ist, beigetragen werden.

Genau hier stand einst ein kaputtes, stinkendes Parkhaus. Jetzt – der Baudezernentin Frauke Burgdorff sei Dank – nicht mehr.

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Das Buch zur Flut: Augenzeugen berichten von unfassbarer Zerstörung

Wer gute Nerven hat, kann sich in diesen Tagen in ein Buch vertiefen, das sich mit einer Katastrophe befasst. Eine Katastrophe, die sich quasi vor den Toren unserer Stadt im Juli 2021 abgespielt hat. „Hochwasserkatastrophe“ lautet der Titel, in dem in kurzen und packenden Texten von Augenzeugen aus Eschweiler, Stolberg und Vicht, aus Mulartshütte und Kornelimünster berichtet wird. 

Fünf Journalist*innen des Medienhaus Aachen lassen Männer und Frauen schildern, wie diese die beiden Fluttage, bzw. die Nacht vom 14. auf den 15. Juli erlebt haben. Auch, wie sie – nichts ahnend – die Stunden und Tage vor der großen Katastrophe ihrer Arbeit nachgingen oder Urlaub machten. Wenn sich in einem durchgeplanten und geregelten Leben schlagartig ALLES ändert, das hinterlässt Spuren. So schildern die 16 Porträtierten auch die Zeit nach der Katastrophe, als das Ringen um „Normalität“ im Mittelpunkt stand. 

Im Buch: Berichte über Menschen, die die Flutkatastrophe aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt haben.

Weltuntergang. „Ich werde jetzt sterben“ hat plötzlich jemand gedacht und gesagt. Andere schildern, wie sie nichts mehr dachten, nur noch funktionierten. Das war kein normales Hochwasser, das Wasser stieg bis in die 1. Etage hinein, überschwemmte und verdreckte alles, zerstörte Wände, Böden und Fenster, ganze Häuser und Brücken und alles, was tausenden Menschen lieb und teuer war. In dem Buch bekommen auf der einen Seite Menschen eine Stimme, die sehen, wie das eigene Haus gerade zerstört wird. Auf der anderen Seite berichten diejenigen, die lediglich geholfen haben – oft bis zur vollständigen Erschöpfung. Beide haben mit schlimmen Erinnerungen zu kämpfen.

Erstaunlich: Niemand in dem Buch sieht eine Verbindung zwischen dem erlebten Naturereignis samt Schicksalsschlag und der galoppierenden Klimakrise. Wieso erlebte die Region gerade jetzt eine Katastrophe, wie es sie in unseren Landen seit 1000 Jahren nicht gegeben hat?

Groß ist dagegen bei allen das Erstaunen darüber, wie sehr man sich gegenseitig geholfen hat. Fremde seien in Gruppen aufgetaucht und hätten tagelang den Müll aus den Häusern getragen und ihn manchmal sogar noch abtransportiert. Große Dankbarkeit wird da sichtbar und eine gewisse Verwunderung darüber, dass Menschen – ohne je nach Lohn zu fragen – anpackten, trösteten, den Blick auf die Zukunft richteten und das ansprachen, was schon repariert werden konnte.

Wer das Buch liest und die vielen Fotos anschaut, der wird eines nicht vergessen: Menschen helfen einander. Dass jede/r immer nur an sich selbst denkt, wie es oft gesagt wird, das stimmt nicht. Ungeheuer viele Menschen haben auch in unserer materialistischen Zeit Mitgefühl, sie handeln mit Empathie. Das ist wirklich tröstlich.

Die Überschwemmungs-Fotos sind nicht reißerisch oder voyeuristisch, aber trotzdem sehr eindrucksvoll. Sie dokumentieren die zerstörerische Kraft des Wassers und transportieren eine düstere Stimmung. Im Vorwort äußern sich die Bürgermeister der Region, die Oberbürgermeisterin von Aachen  und Städteregionsrat Tim Grüttemeier. Außerdem gibt es noch eine kleine Chronologie der Ereignisse, die den eigenen Erinnerungen auf die Sprünge hilft. 

Hochwasserkatastrophe in der Städteregion, Städteregion Aachen (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit dem Medienhaus Aachen, 114 Seiten, 15 Euro. Wo man das Buch kaufen kann, ist hier nachzusehen. 

Eine Szene aus Kornelimünster. Noch Tage nach der Überschwemmung stand das Wasser in der Kirche.

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Blick zurück in die Geschichte: Als in Aachen rheinische Separatisten putschten

Die Gegendwart: Krieg in der Ukraine, Aufstand in China, Bürgerkrieg im Iran. Dazu Elon Musk, der die geliebte Plattform Twitter ruiniert, Donald Trump, der womöglich der nächste US-Präsident sein wird, unglaublich viele schwer erkrankte Kleinkinder in Deutschland, Inflation, Klimakrise, Energiekrise, Deutschlands Ausscheiden aus der WM und die Unfähigkeit zu Abschreckung und Verteidigung (im Fußball wie im Land). Alles nicht miteinander zu vergleichen. Aber: Weit und breit nichts, was uns einen Funken Freude bescheren könnte.

Da wenden wir uns mal kurz der Historie zu, (die allerdings im hier vorliegenden Fall auch katastrophal geendet hat, nämlich mit der in Deutschland über Jahrhunderte gemachten Erfahrung, dass sich Protest, Aufstand und ähnliches nicht lohnen, immer niedergeschlagen werden). Die Stadtverwaltung, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing, hat uns freundlicherweise folgende Mitteilung zu einem interessanten Termin zukommen lassen:

Separatistische Aktivist*innen proklamierten am 21. Oktober 1923 in Aachen einen neuen Staat: die Rheinische Republik. Dieser Aachener Putsch markiert den Beginn mehrmonatiger politischer Unruhen im gesamten Rheinland. Auch in Aachen kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bevor die belgischen Besatzungsbehörden den Putsch nach knapp zwei Wochen beendeten.

In der Reihe „Europa am Dienstag“ werden am Dienstag, 6. Dezember, um 19 Uhr die Ereignisse auf der Basis neuer Forschungen beleuchtet und in den Kontext des Jahres 1923 gestellt, in dem die Weimarer Demokratie eine ihrer schwersten Krisen erlebte. Als Experten stehen der Leiter des Aachener Stadtarchivs Dr. René Rohrkamp und der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Thomas Müller zur Verfügung.

Die beiden Geschichtswissenschaftler haben zusammen mit anderen bereits etliche Bücher und Aufsätze über die Geschichte der Region Aachen veröffentlicht, so zum Beispiel über das Warenhaus Tietz und über das Kriegsende 1918. Die Moderation übernimmt Professor Dr. Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne und Juniorprofessor für Geschichte und Kultur der Region Maas/Rhein an der RWTH Aachen.

Der Vortrag findet im Grashaus am Fischmarkt 3 sowie als Online-Übertragung statt. Im Grashaus gilt eine Maskenpflicht. Die Anmeldung für die kostenlose Veranstaltung erfolgt auf der Website von „Europa am Dienstag“ unter www.europa-dienstag.de . Direkter Link zur Anmeldung: https://ogy.de/Aachen-1923

Facebook: https://www.facebook.com/events/476245151201188

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Der Theaterplatz in Aachen vor 100 Jahren

Foto: Stadtarchiv Aachen, BAU 3-3489, fol. 190, Fotograf unbekannt.

Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats. Das Archivale des Monats Dezember 2022 zeigt eine aus drei Teilen zusammengesetzten Panoramaaufnahme des Theaterplatzes, die einen Blick über die bauliche Situation vor 100 Jahren erlaubt.

Vor dem Theater steht das 1901 eingeweihte, von einem Rund eingefasste Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das 1942 demontiert und dessen Bronzefigur 1943 zugunsten der Kriegswirtschaft abgegeben sowie eingeschmolzen wurde. Links an der Ecke Kapuzinergraben lässt sich das Café Bristol in dem damaligen, wuchtigen Eckbau erkennen. Rechts vom Theater ist als hinteres Gebäude in der Straßenflucht das damalige Telegraphenamt zu sehen, das direkt neben dem nicht mehr abgebildeten Regierungsgebäude lag. Rechts vom Telegraphenamt lag das Karlshaus, ein Hotel mit Restaurationsbetrieb und großem Saal, der vom Theaterplatz bis zum Kapuzinergraben neben dem Hauptpostgebäude reichte.

Zwei Häuser weiter in Richtung Kapuzinergraben ist eine Baustelle zu erkennen: Der Barmer Bankverein stockte einen ursprünglich eingeschossigen, neben dem Haupthaus im Eckgebäude Theaterplatz 2 liegenden Gebäudeteil auf. Diese Arbeiten waren von der städtischen Baupolizei bereits genehmigt worden. Im Umbau wurde ein weiterer Bauantrag bei der städtischen Bauverwaltung eingereicht: Das Bankhaus sollte in diesem überarbeiteten Bauvorhaben auf fünf Stockwerke gebracht werden. Die Stadt verweigerte die Genehmigung unter Hinweis auf eine formale Überschreitung der an dieser Stelle zulässigen Geschosszahl sowie die durch den Bau hervorgerufene Beeinträchtigung des Theaterplatzes, des Theaters und des davorstehenden Denkmals.

Das Architekturbüro legt Beschwerde ein

Das beauftragte Architekturbüro Moritz und Betten aus Köln legte Beschwerde gegen diesen Beschluss ein. Die oben gezeigte winterliche Panoramaaufnahme aus einer städtischen Bauakte zum Theaterplatz 2 sollte der Verwaltung vor Augen führen, dass „das dem Barmer Bank-Verein gerade gegenüber liegende Eckhaus fünf volle, ausgebaute Stockwerke aufweist“. Baurechtlich, so die Argumentation, sei eine formale Ablehnung deshalb zwar korrekt, es sei aber zu bedenken, dass es die bauliche Situation, die durch die Ablehnung der Baugenehmigung verhindert werden sollte, bereits gab. 

Nach einigem Hin und Her wurde die Baugenehmigung erteilt, der Bau kam aber wegen der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht wie geplant zur Ausführung.

Quelle: Stadtarchiv Aachen

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