Wie sieht es denn hier aus? Aachen verändert sich.

Wo man sich früher auf einem leeren, heruntergekommenen Grundstück in einer kleinen, komischen Halle (mit Sheddach) jede Art von Getränken kaufen konnte, da stehen jetzt Wohngebäude. Alles neu seit 2017. Adresse: An den Frauenbrüdern/Kasernenstraße. Neben dem Durstlöscher befand sich ein sagenhaft schöner Laden für Kunstbedarf (Name: Farbklaix). Da konnte man Pinsel, Farben und weitere Utensilien kaufen. „Der Laden war richtig toll und ist jetzt einfach weg“, bedauert Leserin Alexandra Radermacher.

Die Wohnanlage (links im Foto) war im Netz mal unter „Aachen Mitte Mitte“ zu finden, aber von diesem Namen hat man sich getrennt. 7 Häuser mit Tiefgarage und Innenhof (insgesamt 88 Wohnungen) soll es dort geben. Wer länger nicht vor Ort war, erkennt die Ecke nicht wieder.

An den Frauenbrüdern/Kasernenstraße in Aachen. Geradeaus und links: Alles anders.

Falls ihr euch nicht mehr erinnert, wie viel Freifläche es dort einmal gab, könnt ihr auf einer alten Facebook-Seite die Örtlichkeit betrachten. Hoffe, es klappt. Zur Erinnerung: Dort stand einst ein original 50er Jahre Bauwerk, in dem sich unter anderem mal die Aachener Arbeitsagentur befand, als sie noch „Arbeitsamt“ hieß.

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Eine weitere Ecke, die man anders in Erinnerung hat (Stichwort Parkhaus), befindet sich am Büchel. Da sieht es jetzt so aus (im Hintergrund: der Dom):

Das Parkhaus ist weg, eine große Freifläche ist entstanden. Hier wird in Zukunft nicht alles zugebaut, nur der Rand wird dezent bebaut. Es wird Platz bleiben für Luft und Lust zu sitzen, wie man es sonst nur im Elisengarten kann. Prognose: Könnte schön werden.
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Ist die Innenstadt nun eigentlich leer oder dauernd rappelvoll?

Am Wochenende kommen sage und schreibe 30.000 Menschen zum Kunsthandwerker-Markt in die Aachener Innenstadt. Und das wird jetzt so weitergehen – beim Domspringen (9./10. September), dem „September Special“ und anderen Events. Gleichwohl klagen Leute, es komme keine/r mehr in die Aachener Innenstadt. AachenNews hat sich das angesehen, kann das nicht bestätigen. Die Leute treten sich praktisch gegenseitig auf die Füße, so gut besucht ist die City.

Rausfinden, was wirklich der Fall ist“, das hat die neue Ministerin für Kunst und Wissenschaft am vergangenen Samstag im Rathaus als „gar nicht so leicht“ bezeichnet und über FakeNews gesprochen. Und da – müssen wir zugeben – hat CDU-Frau Ina Brandes einen Punkt.

Ein etwas abseitiges Bild vom Kunsthandwerker-Markt. Besseres liegt leider nicht vor. Foto: Melissa Mar

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Gerüchteweise heißt es, im Aachener Rathaus werde bei festlichen Anlässen kein Fleisch mehr serviert. Nur noch vegetarische Häppchen. Und das sei typisch für eine Partei, die anderen ihren Lebensstil aufzwingen will. Ein schwerer Vorwurf.

Selber hingehen und schauen, so lautet die Devise bei AachenNews. Haben also bei einem Empfang im Rathaus am vergangenen Wochenende vorbeigeschaut. Was hatten wir prompt zwischen den Zähnen? Fleisch (haben uns dann aber doch für die Gemüse-Häppchen entschieden.)

Eindeutig: Im Rathaus sind nicht nur vegane Häppchen erlaubt, was hier Fraktionsgeschäftsführer Marc Teuku (DIE Zukunft) ermittelt.

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Ein schöner Erfolg ist unterdessen der Stadtverwaltung geglückt: Jemand soll sich als Mitarbeiter des Stadtbetriebs illegal bereichert haben, aber (bravo!) die Person wurde erwischt und gefeuert. Tja. Es gibt eben doch Kontrollmechanismen, und die funktionieren.

Die Masche: Der Stadtbetrieb versteigert über die Versteigerungsplattform Vebeg Autos und Lkw, die zwar alt und steuerlich abgeschrieben aber noch recht wertvoll sind. Die waren dort plötzlich mit mehr Mängeln behaftet dargestellt, als es den Tatsachen entsprach. Sie sollen quasi unter Wert abgegeben worden sein und zwar an die Person, die die Manipulationen bei der Darstellung vorgenommen hat.

Wie erwähnt, eine clevere Masche, aber längst nicht clever genug, als dass jemand in der Stadtverwaltung damit durchkommen könnte.

Der Stadtbetrieb verfügt über einen großen Fuhr- und Maschinenpark. Dort fallen Merkwürdigkeiten auf. Es wird umfassend geprüft und untersucht.

Mehr zu dem Fall: hier

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Gestern im Rathaus: Mai Thi Nguyen-Kim mit dem Aachener Ingenieurpreis ausgezeichnet

Ihre Botschaft: Wissenschaftskommunikation muss Pflichtfach für Wissenschaftler werden. Ihr Verdienst: schwierige Themen Politikern und einer breiten Gesellschaft sehr gut erklärt.

Wer Wissenschaft so unterhaltsam an die Frau und den Mann bringen kann, bekommt in Aachen den Ingenieurpreis – auch wenn er/sie gar kein Ingenieur ist.
Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar (links) hielt die Laudatio.

Politik ohne Wissenschaft ist Mist

  • In Aachen hat sie an der RWTH Chemie studiert und dort promoviert. Wo genau, das wurde der Festgemeinde in einem kleinen Film gezeigt.
  • Mai Thi und Laudator Ranga Yogeshwar, der übrigens zwei bizarre Offene Briefe zum Russland/Ukraine-Krieg unterzeichnete, sprachen sich für eine Art „Pflichtfach Wissenschaftskommunikation“ aus.
  • Rund 200 „Freunde der Sonne“ gratulierten mit Standing Ovations und speisten danach Häppchen mit und ohne Fleisch.
  • Wenn immer gefragt wird: „Wie politisch darf Wissenschaft sein?“, kann man zurückfragen: „Wie unwissenschaftlich darf Politik sein?“ (Mai-Thi Nguyen-Kim im Aachener Rathaus)
Das ein oder andere Selfie mit der prominenten Preisträgerin musste dann auch unbedingt sein.

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Wer mehr Zeit zum Lesen hat, hier weiter:

Zur Verleihung des Aachener Ingenieurpreises an Youtuberin und Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim bemühte sich auch die neue NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Ina Brandes (CDU), nach Aachen. Sie erwähnte das wohl berühmtestes Video von Mai Thi und berichtete, wie es ihr geholfen habe, die von der Pandemie dominierte Situation im April 2020 richtig einzuschätzen. Zu einem Zeitpunkt als jeder nur dachte: Was bedeutet das alles, und wann ist der Mist endlich vorbei? 

Dann sprach sie über die Schwierigkeit heutzutage zu erkennen, was eigentlich die Realität ist, was trifft zu und was nicht, was sind die Fakten und was sind FakeNews/Erzählungen und Verschwörungen? Die Politik müsse – bevor sie handelt – erkennen, was wirklich der Fall ist, was ist die Realität. Das sei heutzutage nicht leicht. 

Der Fachkräftemangel sei – als Beispiel – ein ganz reelles Problem, von dem manche meinen, es gebe ihn gar nicht. Dabei „haben wir so wenig Menschen, dass wir in 20 Jahren die Handlungsfähigkeit dieses Staates verlieren“. Die Klimakatastrophe und der demographische Wandel . . . auch das seien Realitäten, von denen immer wieder behauptet werde, es gebe sie gar nicht. Insofern dankte sie Mai Thi Nguyen-Kim, weil es mit ihr möglich sei zu erkennen, was FakeNews sind und was nicht

Nächster Redner war Ranga Yogeshwar. Sein Thema war das Misstrauen, das viele Menschen der Wissenschaft entgegenbringen. Sie trauen der Wissenschaft nicht, lassen sich nicht impfen. Sie meinen, die Wissenschaft müsse auch bei komplett neu auftretenden Problemen sofort klar sagen: Das eine ist zu tun und das andere nicht.  

Dann erwähnte er Berater, die Scharlatane seien, mit Titeln und Veröffentlichungen und guten Plätzen auf Bestsellerlisten. Wobei Laien nicht mehr erkennen könnten, was wissenschaftlich sauber sei und was pseudowissenschaftliche Fassade. Er wusste zudem, dass Mai Thi einen hohen Preis zahlt für all die Anerkennung und Berühmtheit. „Sie zieht den Groll auf sich von denen, die nicht an Wissenschaft glauben, sondern obskuren Glaubenssätzen folgen.“ Mai Thi bekomme unzählige Hass-Mails und müsse mit Diffamierungen leben.

In Aachen werde sie für verständliche Vermittlung von Wissenschaft geehrt. Diese Vermittlungs-Kompetenz habe sie sich selber beigebracht, im Studium habe sie diesbezüglich keine Unterstützung bekommen. Es sei aber nötig, dass in Zukunft Wissensvermittlung zum Studium dazugehöre. Man müsse lernen, sich von der Insidersprache, vom Fachjargon, von den Fachtermini und der Geheimsprache zu lösen. (s. hier)

Preisträgerin Mai Thi sprach zum Schluss. Sie stellte sich selbst vor, indem sie Anekdoten aus ihrem Leben erzählte. Auch ihr Vater hat übrigens einst in Aachen Chemie studiert. Ihr Thema war gestern die Informationskrise. Eine Krise sei das, die JEDE andere Krise um ein Vielfaches verstärke. Sie bedauerte, das die Vertreter von Verschwörungserzählungen „in jede Talkshow“ eingeladen werden. Das lasse sich aber nicht ändern, denn Verschwörungserzählungen erregten sehr viel mehr Aufmerksamkeit, bekommen viele Klicks. Das Zugespitzte, das schwarz/weiß Gemalte und Aufregende werde der korrekten Information vorgezogen.

Auch sie mahnte und benannte ein Lücke in der Ausbildung der Wissenschaftler, die den Bereich der Kommunikation betreffe. RWTH-Rektor Professor Dr. Ulrich Rüdiger wird es gehört haben. Könnte sein, dass er entsprechend reagiert. 

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Wer noch mehr Zeit hat, kann sich die ganze Veranstaltung auch im Video anschauen

hier klicken

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Äußerst primitiv: Leben im Bunker – Bald ist wieder Tag des offenen Denkmals

„KulturSpur – ein Fall für den Denkmalschutz”, so lautet das Motto des Tag des offenen Denkmals, der zum 30. Mal im Rahmen der European Heritage Days stattfindet. Die Bürgerinnen und Bürger können sich am Sonntag, 11. September, auf ein vielfältiges Programm freuen. Infos (pdf): hier

Ein Ort voller Geschichte(n)

Ein Fall für den Denkmalschutz sind alte Bunkeranlagen. Nirgendwo in Aachen können Besucher*innen so eindrücklich nachempfinden wie im Hochbunker an der Scheibenstraße, wie in dunklen Kriegstagen und auch danach das Leben der Menschen darin aussah. 

60 Prozent des Wohnraums ist während des Krieges in Aachen komplett zerstört worden. Ganze Familien waren daher auf die Bunker als Notunterkunft angewiesen. Vor rund drei Jahren begann der Verein „Os Oche“ auf Initiative von Stadtführer Dirk Dannenberg und seinen Mitstreitern damit, den Hochbunker an der Scheibenstraße zur Dauerausstellung herzurichten – dank großzügiger Unterstützung des Eigentümers Manfred Gaspers. 

Wie lebten die Menschen damals im Bunker? Welche Tische, welche Stühle, welche Betten hatten sie? Wie beengt waren die Verhältnisse? Was machte es mit den Aachener*innen, wenn sie zum Teil über mehrere Jahre in einem Bunker wohnen mussten. Auf diese und viele weitere Fragen weiß Dirk Dannenberg Antworten.

Bei Führungen im Rahmen des Denkmaltages bietet Dannenberg am 11. September an, dieser spannenden Kulturspur im Bunker nachzugehen. „Das Interesse der Menschen an diesem Bunker ist riesig. Wir erzählen nicht nur, wie breit, wie hoch, wie lang dieses Gebäude ist. Wir berichten vor allem von den Geschichten der Menschen, die in diesem Bunker Schutz gesucht haben.“ Und das, wie Dannenberg betont, nicht nur in den schlimmen Wochen, als Aachen im Herbst 1944 bombardiert worden ist. Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebten hunderte Menschen auf beengten Raum über viele Jahre im Bunker, weil viele Häuser komplett zerstört waren.

Vom Lousberg bis zum Gut Muffet

Der Hochbunker mit der markanten Malerei auf der Außenfassade (Foto unten) ist nur einer von über 38 Orten und Programmpunkten an diesem Tag in Aachen. Die Denkmal-Spuren ziehen sich durch die ganze Stadt. Wer auf sie stößt, kann Fragen stellen: Wie hat der Architekt Benno Schachner das Gießerei-Institut entwickelt? Was hat der Wardsche Kasten, benannt nach dem englischen Botaniker und Arzt Nathaniel Bagshaw Ward, auf dem Lousberg verloren? Und welche Geschichtsspuren verbergen sich in Gut Muffet? Antworten gibt es am 11. September.

Die Broschüre zum „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 11. September, liegt in zahlreichen Verwaltungsstellen und an weiteren öffentlichen Orten aus. Zudem findet ihr das Programm mit allen Infos zu Öffnungszeiten, Anmeldungen, aktuellen Programmergänzungen etc. im Internet unter www.aachen.de/denkmalpflege. Fotos: Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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In den Kitas: Personal händeringend gesucht

Die Eltern von Kita-Kindern in Aachen sind zur Zeit nicht zu beneiden. Darauf, dass ihre Kinder regelmäßig und zuverlässig einen Kindergarten besuchen können, können sie sich nicht mehr verlassen. Viele Erzieherinnen sind zur Zeit krank, manche sind schwanger, andere werden pensioniert, der allgemeine Personalmangel gibt den Einrichtungen den Rest. So kommt es dazu, dass Eltern morgens mit Kind vor der Kita stehen und abgewiesen werden: Wegen fehlendem Personal heute geschlossen. 

Die Kita „Am Höfling“ blieb kürzlich sogar eine ganze Woche geschlossen. Nicht mal eine Notbetreuung soll es gegeben haben. Den Eltern wurde geraten, für ihre Kinder andere Kitas zu suchen, die Situation werde sich nämlich nicht wesentlich verbessern. In einigen der 57 städtischen Kitas werden jetzt sogenannte Überlastungsanzeigen geschrieben. Das machen Mitarbeiter, wenn sie ihre Arbeitgeber darauf hinweisen wollen, dass „eine ordnungsgemäße Erfüllung der Aufgaben“ gefährdet ist. 

Freien Trägern geht es nicht besser

Politik und Verwaltung stehen ratlos da. Sie können sich schließlich keine Erzieherinnen backen. Sie würden gern einstellen, es gibt aber einfach niemand. Auch den anderen Trägern wie der katholischen Kirche (Pro Futura) und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) fehlt es an Erzieherinnen und Erziehern in ihren insgesamt 70 Einrichtungen. Dabei haben alle Einrichtungen, die Erzieher*innen ausbilden in der hiesigen Region ihre Ausbildungskapazitäten schon erweitert . Es reicht einfach nicht.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) eröffnet in Kürze eine neue Kita in dem Neubaukomplex in der Bismarckstraße (früheres Vegla-Gelände). Doch wegen Personalmangel ist man statt mit 5 Gruppen nur mit 2 Gruppen am Start (bzw. 47 Kinder statt 80).

Rund 100 Vollzeitstellen fehlen insgesamt in allen Aachener Kitas (freie und städtische). Das ist eine Menge. Pro Futura versucht, in Spanien Fachpersonal anzuwerben. Nach einem Sprachkurs sollen die SpanierInnen im Sommer 2023 schon fit sein.

Hilferufe in Richtung NRW-Ministerium haben bisher ebenfalls nichts gebracht, auch dort kann man keine zusätzlichen ErzieherInnen herbeizaubern.

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Firma bietet schon 1913 elektrobetriebene Fahrzeuge an. In Aachen verzichtet man auf die Anschaffung.

Schade, schade. Es hätte alles so schön sein können: Im September 1913 erreichte die Gas- und Elektrizitätswerke der Stadt Aachen ein Schreiben der Accumulatoren-Fabrik AG aus Berlin (bitte lesen, es lohnt sich). Die Firma, deren Ingenieursabteilung sich damals in Köln befand, warb in dem Schreiben für einen „elektrischen Selbstfahrer“.

Das Schreiben pries die Vorzüge der elektrischen Wagen gegenüber den Benzinwagen. Elektrobetriebene Fahrzeuge hätten – verglichen mit dem „Motorwagen mit Explosionsmotor“- eine einfachere „Construktion“ und beständen aus weniger Teilen. Das historische Schreiben befindet sich heute im Aachener StadtarchivEs wurde als „Archivale des Monats“ übermittelt.

Weniger Abnutzung, kein Benzinverbrauch

Aufgrund der einfachen Bauweise – vor allem im Bereich der Kolben, Ventile, Kühler und Schaltgetriebe – nutze sich das E-Auto weniger ab, und „beim Kontroller“ müssten nur „im Laufe der Jahre [… Kontaktfinger]“ ersetzt werden. Öl werde gar nicht mehr benötigt, Schmiermittel nur in sehr geringem Maße. Und: „Der Gummiverbrauch ist beim elektrischen Wagen infolge des sanften und stossfreien Anfahrens ebenfalls wesentlich geringer als beim Wagen mit Explosionsmotor“, schrieb die Accumulatoren-Fabrik nach Aachen. 

Da kann man nicht „nein“ sagen, sollte man meinen. Doch genau das taten die Aachener. Auch die weiteren Vorteile machten ihnen offenbar die Bedeutung des Angebots nicht klar. Wie kann man so blind sein?

Der Batterieverschleiß könne anhand „der Betriebsverhältnisse genau im Voraus bestimmt werden“ und ein entsprechender Instandhaltungsvertrag sei bereits im Verkaufspreis inbegriffen. „Die Ladung der Batterien kann mittels vorgeschalteter Eisendrahtwiderstände, welche die Ladestromstärke selbsttätig regulieren, ohne Aufsicht erfolgen“, fügt die Firma an.

Auch sei der elektrische Wagen leichter zu bedienen und alle, die ein solches Fahrzeug besäßen, könnten ohne weitere Sicherheitsvorkehrungen an den üblichen Orten parken. Neben technischen Vorzügen sei auch der stetig steigende Benzinpreis ein Argument für den „elektrischen Selbstfahrer“: „Besonders erwähnenswert ist noch, dass augenblicklich der Preis des Benzins sehr gestiegen ist und nach Aussage von Fachleuten sich im Laufe der Zeit noch höherstellen wird“, wußte man schon damals in Köln. 

Aus dem Aachener Stadtarchiv erreicht uns das Archivale des Monats. Diesen Monat sehr erhellend und wieder ganz aktuell: Aachener Gas- und Elektrizitätswerke verzichteten 1913 auf die Anschaffung von E-Autos. Foto: Stadtarchiv Aachen, PRZ 29-26, fol. 167-179

Die USA als Vorbild 

Um die Modernität von E-Fahrzeugen zu unterstreichen, verwies die Accumulatoren-Fabrik auf die USA. So wären zu Beginn der 1910er-Jahre in Chicago bereits 2.500, im Staate New York etwa 7.000, in kleineren Städten wie Oklahoma 300 und in den gesamten Vereinigten Staaten rund 15.000 elektronische Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Unterstützt würde diese Entwicklung von nordamerikanischen Elektrizitätswerken, denn: „Jeder elektrische Wagen ist ein bedeutender und besonders günstiger Stromabnehmer.“ 

Für 6.100 Mark, heute ca. 37.000 Euro, wurde das damalige E-Auto, das eine Höchstgeschwindigkeit von 26 km/h erreichen und bis zu 80 Kilometer weit fahren konnte, den Aachener Werken angeboten. 34 Pfennig pro Kilometer kalkulierte man 1913 für den Betrieb eines E-Fahrzeugs – sieben Pfennig günstiger als ein damaliger Benziner.

Trotz all der angepriesenen Vorzüge verzichteten die Aachener Gas- und Elektrizitätswerke auf die Anschaffung.

Quelle: Stadtarchiv Aachen. Auf der Internetseite des Stadtarchivs ist das Schreiben der Firma als PDF abrufbar: https://www.aachen.de/DE/kultur_freizeit/kultur/stadtarchiv/e-auto1913.pdf 

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Mit Kamera und Laserscanner in Aachen unterwegs

Cyclomedia befährt derzeit bis voraussichtlich 29. Oktober 2022 das Stadtgebiet und erfasst mit Aufnahmefahrzeugen, die mit Kameras und Laserscannern ausgestattet sind, die Umgebung digital. Das Unternehmen hat dazu folgendes wissen lassen:

Die Aufnahmen können personenbezogene Daten wie erkennbare Gesichter enthalten, dementsprechend gelte die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Ziel sei die Registrierung und Verarbeitung von Straßenfotos in einer Datenbank, um diese Aufnahmen – unter strengen Auflagen – später öffentlichen und privaten Organisation zur Verfügung zu stellen.

Cyclomedia ist angeblich Mitglied im Verein Selbstregulierung der Informationswirtschaft (SRIW) und außerdem Mitverfasser und Unterzeichner des Geodatenkodex. Aus datenschutzrechtlichen Gründen würden Gesichter und KFZ-Kennzeichen unkenntlich gemacht, bevor Cyclomedia die aufgenommenen Bilder den Nutzern zur Verfügung stellt.

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz bei Geoinformationsdiensten findet man unter SRIW: https://sriw.de/. „Die Nutzung der Bilddaten dient ausschließlich internen Zwecken, so dass eine Veröffentlichung der Panoramabilddaten z.B. im Internet nicht vorgesehen ist“, teilt das Unternehmen wörtlich mit.

Dieser Wagen kurvt derzeit durch Aachen und macht Aufnahmen.

Weiter heißt es in der Mitteilung: Durch die Nutzung der hochauflösenden, georeferenzierten und dreidimensionalen 360°-Panoramabilder (Cycloramas) würden Verwaltungen einen uneingeschränkten Blick auf Bilder erhalten, die die Realität – so echt wie draußen – abbilden. Die Möglichkeit zur Visualisierung, Messung und Planung in den „Abbildungen der Realität“ bedeute für die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung, „dass Arbeitsprozesse zeitsparender und konstengünstiger erledigt werden können“. Die Nutzung der Bilder spare den Verwaltungen Kosten ein, verbessere den Bürgerservice und verkürze verwaltungsinterne Prozesslaufzeiten.

Die breite Datenbasis, die Cyclomedia für Städte zur Verfügung stellt, könne fachämterübergreifend eingesetzt werden. Daher könnten beispielsweise Themen wie Barrierefreiheit, Straßen- und Radwegeplanung oder die Einsatzplanung von Sicherheits- und Hilfskräften schnell und unkompliziert bearbeitet werden.

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz und insbesondere zu euren Rechten, bezugnehmend auf Artikel 14 der DSGVO, findet ihr auf der Cyclomedia-Webseite: https://www.cyclomedia.com/de/privatsphaere

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Ziemlich frisch und mit geänderten Öffnungszeiten

Der nette Herr Putin hat sich die Maske vom Gesicht gerissen, man sieht einen wirklich teuflisch-bösen Menschen. Er droht und möchte Europa leiden sehen, er hat die Europäer arg unterschätzt. Wir brauchen sein Gas nicht. Das Energie-Sparen hat schon angefangen. Eine Konsequenz in Aachen: Das Wasser im Freibad Hangeweiher wird nicht mehr auf die gemütlichen Temperaturen 21 und 23 Grad erwärmt, sondern gar nicht mehr erwärmt. Das passt.

Außerdem gibt es an den September angepasste Öffnungszeiten.

Das Nichtschwimmer-Becken im Freibad Hangeweiher. jetzt kälter als normal.

Aachens Freibad Hangeweiher begrüßt bereits seit dem 1. Mai Frühschwimmer*innen, Sonnenhungrige und Familien – in diesem Jahr wieder mit längeren Öffnungszeiten als vor Corona. Hier die Öffnungszeiten im September – an die Witterungs- und Lichtverhältnisse angepasst und gültig ab heute, Donnerstag, 1. September. 

Die Öffnungszeiten ab heute, 1. September

·          Mo. 12.00 – 20.00 Uhr

·          Di. 07.00 – 20.00 Uhr

·          Mi. 07.00 – 20.00 Uhr 

·          Do. 07.00 – 20.00 Uhr

·          Fr. 07.00 – 20.00 Uhr

·          Sa. 07.00 – 20.00 Uhr

·          So. 07.00 – 20.00 Uhr

Kassenschluss ist täglich um 19 Uhr, das Ende der Wasser- und Duschzeit täglich um 19.30 Uhr, sodass das Gelände des Freibades bis 20 Uhr verlassen sein muss. Bei schlechter Witterung kann das Freibad früher geschlossen werden.

Eintrittskarten können Besucher*innen direkt vor Ort oder vorab im webshop unter www.ticket-baeder.aachen.de kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden. Alle Infos unter www.aachen.de/schwimmen.

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Die einen feiern, die anderen hängen in der Warteschleife fest

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause hat kürzlich wieder eine Einbürgerungsfeier im Krönungssaal des Aachener Rathauses stattgefunden. Fast 420 Menschen zwischen 3 und 71 Jahren erhielten im vergangenen Jahr in Aachen die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Jahr 2020 wurden bereits über 510 Menschen eingebürgert. 

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen sagte zur Begrüßung: „. . . wir begreifen die Vielfalt an Religionen, Sprachen und Familiengeschichten als Bereicherung für unsere Kommune.“

Kurz vor der Feier im Rathaus gab es in Aachen eine ganz andere Feier. Die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) lud ein mit den Worten: „Wir verleihen die goldene Warteschleife für alle, die zwar ein Recht auf Einbürgerung haben, aber noch in der berühmt berüchtigten Aachener Warteschleife hängen.“ Sich in Aachen einzubürgern, das sei sehr oft „eine frustrierende Angelegenheit“. Auch wenn die Personen alle Voraussetzungen zur Einbürgerung erfüllten und alle geforderten Unterlagen schon lange eingereicht hätten.

Wo bleibt da die Willkommenskultur? „Beim Ausländeramt der StädteRegion Aachen sind die Wartezeiten derzeit wesentlich länger als in den meisten anderen Städten und Gemeinden in Deutschland,“ so teilt die Katholische Hochschulgemeinde mit. Sie verlieh im Saal der KHG die goldene, silberne und bronzene Warteschleife.

Bei der satirischen Aktion flossen Tränen, örtliche und auswärtige Presse berichteten ausführlich.

Haben sich für die deutsche Staatsangehörigkeit entschieden: Glückliche Neubürger und -bürgerinnen in Aachen im Krönungssaal. Andere warten schon lange und mussten laut KHG schon wieder die Staatsangehörigkeit ihres ersten Heimatlandes für viel Geld zurückbeantragen, um nicht staatenlos zu sein. Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann
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Im Fokus: die Frau im Aachener Rathaus

Bei einer Feier im Krönungssaal des Rathauses. Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen wird von Pressefotograf Andreas Herrmann abgelichtet.

Einjede/r hat sie im Visier, Sibylle Keupen, OB in Aachen. Und macht sie (oder die 4000-köpfige Stadtverwaltung, an deren Spitze sie steht) einen etwas ungewöhnlichen Move, kennt das Wutbürger-Publikum keine Gnade. Diese stets schlecht gelaunten Leute (alle gehören zur sogenannten älteren Generation) haben schon lange Facebook zu ihrem Clubraum auserkoren. Dort kotzen sie sich fast täglich aus – nach Herzenslust.

Besonders, wenn aus guten Gründen die Goldgrube eines CDU-Buddys in Gefahr gerät, gibt es kein Halten mehr. Entgegen allen Vereinbarungen durfte nämlich früher (zu CDU-Zeiten) ein Metzger aus der Hartmannstraße zur Weihnachtszeit seine weiträumige Bude im Elisengarten aufschlagen. Das hätten andere auch gern getan, wurde ihnen aber untersagt. Wie neuerdings auch dem Metzger und Ex-Karnevalsprinzen.

An die Spitze dieser Wut-Auguste stellt sich gern die örtliche CDU, die so tut, als gehe es ihr um das Wohl der Bürger und Bürgerinnen. Dabei geht es der CDU ganz allein um ihr eigenes Wohl, bzw. die Stimmen bei der nächsten Kommunalwahl.

Verzicht auf das Feuerwerk auf dem Bend und bei den Kurpark-Classix, reduzierte Außengastronomie an einer Kreuzung in der Kapellenstraße, die Aufstellung der Weihnachtsmarkt-Bude eines Ex-Karnevalsprinzen im Elisengarten: Alles angeblich von der Oberbürgermeisterin falsch eingefädelt.Keupen kann in Wirklichkeit kaum etwas entscheiden. Die Richtlinien der Aachener Politik bestimmen die gewählten Politiker*innen, nicht Sibylle Keupen.

Wer sich den Tag versauen will, kann sich das Geschimpfe auf Facebook gern mal anschauen. Aber: Hier kein Link.

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