Neumarkt: Vorerst ist noch alles offen. Mit UPDATE

Heute, am Vormittag, in der Bismarckstraße. Gespanntes Warten.

Noch ist sie nicht gesperrt, die Straße zwischen der Gaststätte „Insulaner“ und dem Neumarkt. Die Baken stehen allerdings schon zum Aufstellen bereit. Es wartet an der Bismarckstraße außerdem ein Kamerateam des WDR auf Action. Die Sperrung scheint stadtweit von Interesse zu sein. (Tipp: Um 19.30 Uhr „Aktuelle Stunde“, WDR, einschalten.)

Heute soll in der Bismarckstraße ein entscheidendes Stück für den privaten Kfz-Verkehr geschlossen werden. Fußgänger und Radfahrer*innen kommen problemlos weiter. Das Sperren geschieht im Vorgriff auf die generelle Umgestaltung der Straße. Sie soll eine Fahrradstraße werden – mit deutlich größerer Aufenthaltsqualität als zuvor.

Die Neuaufteilung des Straßenraums war möglich geworden, weil zuvor der Kanal erneuert wurde und diese Arbeiten die Straße ohnehin ganz und gar kaputt gemacht hatten.

Entsprechend dem Willen der politischen Mehrheit in Aachen werden verschiedene Straßen fahrrad- und fußgängerfreundlich neugestaltet. Insbesondere die Grünen hatten mit dem Versprechen, eine Verkehrswende einleiten zu wollen, die letzte Kommunalwahl haushoch gewonnen. Auch ein Radentscheid hatte in Aachen in diese Richtung große Zustimmung erfahren. In Aachen haben Grüne mit ihren Vorstellungen vom Leben und von der Welt bei drei wichtigen Wahlen große Mehrheiten erzielt. Die einstige CDU-Stadt ist eine grüne Stadt geworden.

Die Ökopartei muss sich allerdings gegen eine kleine, sehr laute Gruppe von Menschen durchsetzen, die am liebsten alles so lassen wollen wie es immer war. Facebook und die Leserbriefspalten der örtlichen Presse füllen sie mit ihrem Unmut.

UPDATE

Relindis Becker weiß mehr und schreibt auf Facebook: „Heute wurden die Hinweisschilder aufgehängt, morgen werden die Baken zur Absperrung aufgestellt. O-Amt, Polizei und Straßenverkehrsbehörde werden nächste Woche auch vor Ort sein und sensibilisieren und aufkommende Fragen beantworten. So die Auskunft auf meine Nachfrage in der Verwaltung.“

Das Verfahren wird verzögert. Wir werden uns also noch gedulden müssen.

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Unterdessen: Ein Blick in die große Politik

Die Osteuropapolitik der SPD liegt in Trümmern. Die sozialdemokratische Osteuropapolitik hat nicht zu Frieden geführt. Unter dieser hat sich Russland zu einer richtigen Diktatur entwickelt, wo Menschenrechte, Pressefreiheit und Demokratie mit Füßen getreten werden.

Russland verfolgt eine offen-kriegerische Außenpolitik. Erstaunlich, wie schwer es den Sozialdemokraten fällt, das einzusehen. Für Scholz ist nicht wichtig, dass die Ukraine gewinnt, für ihn sind nur die Beziehungen zu Russland wichtig und die Frage, wie sich diese Beziehungen nach Ende des Krieges gestalten werden. Nur einzelne Figuren bei der SPD verstehen, was die Stunde geschlagen hat.

Wer jetzt Zeit hat, kann den folgenden Text lesen. Es ist eine sehr interessante Analyse zur „Zeitenwende“. Keine Gewalt ist keine Lösung.

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Ab heute: Am Neumarkt ist für den privaten Kfz-Verkehr kein Durchkommen mehr*

In diesem Teil der Bismarckstraße gibt es im näheren Umfeld acht Restaurants/Cafés mit Außengastronomie. Sollte dort ein Stück Straße für den privaten Kfz-Verkehr gesperrt bleiben, werden sicher noch weitere hinzukommen. Keine schlechte Perspektive für Menschen, die es wegen Hitze aus den Wohnungen treibt.

Pkw-Durchfahrt in der Bismarckstraße wird gesperrt 

Im Vorfeld des geplanten grundlegenden Umbaus der Bismarckstraße, die eine Fahrradstraße werden soll, wird von heute an die Durchfahrt für den Kraftfahrzeugverkehr auf Höhe des Neumarkts unterbunden.

Die Bismarckstraße wird für den Durchgangsverkehr mit Kraftfahrzeugen zunächst provisorisch unterbrochen: mit Schildern, Sperrgittern und Flexipollern. Diesen Abschnitt am Neumarkt können in Zukunft nur noch die nutzen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Zugleich wird am Neumarkt bereits jetzt mehr Platz für kreative Nutzungen, Aufenthalt oder auch Außengastronomie geschaffen, dies bewußt einige Monate vor Beginn der geplanten umfassenden Umgestaltung der Straße, die laut bisheriger Planung im ersten Quartal des Jahres 2023 starten soll. 

Alles von Politikern so beschlossen

Mit der neuen Verkehrsführung setzt die Fachverwaltung das um, was der Mobilitätsausschuss in seiner Sitzung 17. März 2022 beschlossen hatte. Wer von der Schlossstraße kommt, wird bereits vor der Einmündung der Goffartstraße per großem Schild darauf hingewiesen, dass die Durchfahrt am Neumarkt nicht mehr möglich ist. Kurz vor dem Neumarkt ist ein Abbiegen nach rechts aber weiterhin für alle möglich. 

Alle, die von der anderen Seite, also von Drimbornstraße oder Viktoriaallee auf der Bismarckstraße in Richtung Neumarkt mit Kraftfahrzeugen unterwegs sind, werden ebenfalls mit großen Hinweistafeln vor der Kreuzung Bismarckstraße/ Viktoriaallee auf die Sperrung am Neumarkt hingewiesen. 

Durcheinander wird sich einstellen

Trotzdem wird es natürlich am heutigen Montag zunächst mal ein Riesendurcheinander geben. So, wie man es zuletzt am Annuntiatenbach erlebt hat. Aber da kann man nichts machen. Nicht jede/r Autofahrer*in hat die Zeit, sich über die Verkehrspolitik der Stadt Aachen im Einzelnen zu informieren. Entsprechend steht mancher wie der Ochs vorm Berg, wenn es an die Realisierung geht.

Was zunächst wieder eine Art Aufstand provozieren wird: Die Parkplätze auf der Geschäftsseite der Bismarckstraße am Neumarkt entfallen ersatzlos. Die freiwerdende Fläche kann alternativ genutzt werden. Dazu zählen zum Beispiel weitere außengastronomische Angebote

Bitte wegfahren

Auf Höhe des Neumarktes sind inzwischen Halteverbotsschilder aufgestellt worden, damit mit der Umgestaltung am heutigen Montag, 27. Juni, begonnen werden kann. Autos, die in den letzten Tagen dort noch geparkt wurden, sollten spätestens am Montagmorgen bis 7 Uhr weggefahren werden.

Blick auf die Gaststätte „Insulaner“ und den Neumarkt. Pkw sollen wegen der Sperrung über Seitenstraßen umgeleitet werden.
Die Bismarckstraße wird bald gänzlich anders aussehen, sie soll Fahrradstraße werden. Foto: AachenNews Archiv

*Zu der Überschrift (sie lautete: Am Neumarkt ist ab Montag kein Durchkommen mehr) gab es auf Facebook eine Anmerkung.

Dort steht: „Kein Durchkommen“ ist eine Windschutzscheiben-Perspektive. Natürlich kommt jeder am Neumarkt noch durch. Nur wer im Auto sitzt, muss eine Schleife um den Neumarkt herum fahren.

Die Überschrift wurde danach korrigiert.

Mit Infos von Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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Samstag ist wieder Lothringair

Samstag, 25. Juni, ist es soweit: Eine ganze Straße feiert. Es ist nach einer längeren Corona-Pause – zum 6. Mal – wieder Lothringair. Das Programm von diesem einmaligen Straßen-Festival findet ihr hier. Tausende werden sich wieder aufmachen und dabei sein – Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Los geht es um 14 Uhr. Und wenn zum Schluss die Aufräumkolonne durch die Straße geht, ist immer noch nicht Schluss, denn ab 23 Uhr gibt es wieder eine Aftershowparty im Musikbunker in der Goffartstraße. Organisiert wird das Lothringair ehrenamtlich. Es ist eine Privat-Initiative, die in Kooperation mit dem Musikbunker Aachen von Anwohnern, Kulturfreunden und lokalen Künstlern auf die Beine gestellt wird.

Ein Teil der Kosten wird durch Sponsoren und öffentliche Fördermittel finanziert. Um aber alle Künstlerhonorare decken zu können und damit das Festival für die Besucher*innen weiterhin kostenfrei bleibt, gab es eine Crowdfunding-Kampagne.

So könnt ihr euch heute amüsieren: Es gibt Tanztheater, einen Skate-Parcours und Ausstellungen, nachhaltige Mode und Musik, Musik, Musik. Die Kratzenfabrik erlaubt Einblicke in ihre Räume und das Printmagazin POEBEL ist dabei wie auch die Klingwiese. Das F/4 Mobile hat seine Räume in der Schlossstraße zur Verfügung gestellt, das Hochschulradio macht mit auf eigener „Bühne“ und sendet aus der Lothringerstraße.

Das Festival sprengt seine Grenzen und reicht bis zum Hirschgrün in der Richardstraße. Raststätte und Berufskolleg gehören zu den 16 Orten des Festivals, ein Reisebüro, mehrere Ateliers und der Alfonsplatz zählen zu den Orten, auf denen sich das Festival austobt. Hier zu finden.

Kurz: Das Lothringair-Festival zeigt, welch kreatives Potenzial in dieser Aachener Straße steckt und wie vielfältig die regionale Kunst- und Kulturszene ist.

Eine Szene, gesehen beim Lothringair im Juli 2019. Foto: AachenNews Archiv

Alle Infos findet ihr hier: https://lothringair.de

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Von Aachen nach Brüssel und zurück

In der Franzstraße, quasi hinter der ehemaligen Klaus-Hemmerle-Hauptschule, befindet sich der „Spielplatz Franzstraße“. Es ist eine kleine, grüne Idylle, wo dieses Foto entstand. Wer Häuserwände mag (wg. Platz für Graffiti) und auch Bäume, dem könnte es gefallen.

Der heutige Freitag scheint wie der gestrige Tag wieder nervig zu werden. Zunächst gab es in Forst gegen 8 Uhr morgens das Geheul eines durchdringenden Signaltons. Hier ist völlig unbekannt, woher das kam und was der Ton zu bedeuten hat.

Dann gab es mittags viel Aufregung wegen eines verdächtigen Gegenstandes, gefunden im Verwaltungsgebäude am Hauptbahnhof, im dortigen Bürgertestzentrum. Dabei handelte es sich laut Polizeimeldung um einen Schuhkarton aus dem Kabel heraushingen. Die Polizei Aachen sperrte den Bereich um den Bahnhofsvorplatz weiträumig ab. Alle im Gebäude befindlichen Personen mussten das Haus sicherheitshalber verlassen. Stress pur.

Spezialisten des Landeskriminalamtes gaben aber schnell Entwarnung. „Von dem Schuhkarton ging keine Gefahr aus“, teilte die Polizei mit. Alles gut.

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Im Radio ist zu hören, dass nun Länder wie Albanien und Montenegro total angepisst sind, weil sie nämlich schon seit vielen Jahren darauf warten, EU-Beitrittskandidaten zu werden und sich jetzt arg zurückgesetzt fühlen, weil dieses Entgegenkommen der Ukraine und Moldau scheinbar umstandslos gewährt wurde. Verständlich, dass man da sauer ist. Aber: Dass ein zu Unrecht von Russland dermaßen hart angegriffenes Land etwas anders (bevorzugt) behandelt wird als andere, scheint zumindest mir logisch. Zur Erinnerung: Die Ukraine soll ausgelöscht werden, da ist Beistand ein Muss.

Passend zur allgemeinen politischen Lage, hat sich ein Teil der Fraktion DIE Zukunft dieser Tage auf den Weg nach Brüssel zum Europaparlament gemacht (s. Foto unten). Dort konnte man live eine kurze Rede von Ursula von der Leyen (CDU), Präsidentin der Europäischen Kommission, zur Ukraine anhören. Sie wechselte innerhalb ihrer Rede von Englisch zu Deutsch und zu Französisch. Resümee: Das war keine shit show.

Erinnerungsfoto: Diese sympathischen Menschen aus Aachen haben in Brüssel den Europa-Abgeordneten der Piratenpartei, Dr. Patrick Breyer (mit Maske), besucht und einer Sitzung des EU-Parlaments beigewohnt.

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Zurück nach Baustellen-City (aka Aachen).

Hier werden Zug um Zug die rund 100 Jahre alten Abwasser- und sonstigen Kanäle erneuert. Das macht man, um nicht ständig von Kanal-Brüchen samt Straßenüberschwemmungen überrascht zu werden (wie z. B. in der Wilhelmstraße), sondern geplant vorgehen kann. Das ist sinnvoll, wird aber leider nicht gut kommuniziert in Aachen.

Man ärgert sich über die Vielzahl von Baustellen, aber es wird auch einiges fertig in Aachen. Zum Beispiel ist an einer Ecke vom Münsterplatz (nach vielen Monaten) das Baugerüst samt Hüllen verschwunden. Dort wird jetzt die elegante Innenausstattung eines neuen Cafés installiert. Betreiber und Eigentümer ist die vom Templergraben her bekannte „Bäckerei Kaussen“. Zuvor befand sich dort, (korrekte Adresse: Hartmanstraße 2), das Geschäft „Gimo Moden“.

Neues Café mit großer Fensterfront: Am Münsterplatz ist jetzt das Baugerüst verschwunden.

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Hier gehts später LEIDER NICHT wie zunächst versprochen weiter mit Infos über die kurzfristige Beschlagnahmung des Piratenpartei-Servers im Vorfeld des G7-Gipfels in Elmau.

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Gasmangel, Bombe und eine alte Schule

Was für ein Tag! Der Wirtschaftsminister ruft die Alarmstufe Gas aus. Das bedeutet, die Experten haben ausgerechnet, dass wir im späten Winter nicht mehr genug Gas haben werden. Diese Knappheit hat mit Putin und seinem grauenhaften Krieg zu tun. Der Mann ist größenwahnsinnig und will, dass jede/r glaubt, Russland sei immer noch eine Supermacht. Dabei ist Russland nur noch halb so groß wie die Sowjetunion einst. Schon redet Putin davon, dass auch die baltischen Länder eigentlich zu Russland gehören.

Russland ist ein Land, das nichts Großartiges produziert, das nur Sachen aus dem Boden pumpen kann, die dort seit vielen Millionen Jahren rumgelegen haben (z. B. Öl und Gas). Russland produziert nichts Herausragendes, was verkauft werden könnte. Und so zerstört der Öl- und Gasreichtum das Land strukturell und wirtschaftlich. Man sieht einfach nicht die Notwendigkeit, sich auf die Hinterbeine zu setzen und zu arbeiten. So und mit nur 140 Millionen Einwohnern ist man keine Supermacht.

Und als wäre das nicht aufregend genug, wird in Aachen eine fette Bombe gefunden. Seit 7 Uhr heute morgen mussten 3800 Menschen evakuiert werden. Gegen 14 Uhr nachmittags war das Teil dann tatsächlich entschärft und niemand zu Schaden gekommen. Alles gut.

Und als wäre das nicht aufregend genug, nervt einen die örtliche CDU mit ihrem Fahrradwege-Hass ohne Ende. Hätten wir uns deren Geschwurbel heute im Mobilitätsausschuss auch noch angetan, wir wären ausgerastet. Da haben wir lieber die Tweets von Matthias Achilles (Fraktion DIE Zukunft) gelesen und so den Hergang der Diskussion mitverfolgen können. Am Ende steht fest: Der Templergraben bleibt frei von privatem Kfz-Verkehr, und Matthias Achilles kassiert seinen ersten Ordnungsruf, jemals.

Der Zufall wollte es, dass ich in der Franzstraße an der ehemaligen Klaus-Hemmerle-Hauptschule vorbeigekommen bin. Die Schule wird jetzt tatsächlich doch abgerissen, nach jahrelangem Planen. Hatte schon gedacht, das wird nichts mehr. Aber nein!

Wird abgerissen: die ehemalige Klaus-Hemmerle-Hauptschule in der Franzstraße, in der zuletzt Flüchtlinge gewohnt haben.

Auch nervenzerfetzend ist so ein Abriss mit großem Gerät! Besonders, wenn man mit dem Gebäude enorm viel verbindet. Aber es entstehen auf 4500 Quadratmetern 117 neue Wohnungen (zu 30 Prozent öffentlich gefördert) und ein paar Läden. Den Neubau in bester Innenstadtlage realisiert – wie könnte es in Aachen anders sein – das Architekturbüro Kadawittfeld. Die sollen ja auch in Stolberg für das neu zu bauende Rathaus schon Ideen entwickelt haben. Zunächst war noch ein Seniorenheim geplant, aber dann hat man sich für den Bau von Wohnungen entschieden.  Bauherr des neuen Wohnkomplex ist der Aachener Investor AGP GmbH, der die ehemalige Schule nebst Grundstück seinerzeit erworben hat.

Das war mal eine Schule. An einem Architekten-Wettbewerb hatten 2016 über ein Dutzend Architekten teilgenommen, es gab zwei Gewinner.
Will man etwas Neues bauen, muss meistens zunächst Altes zerstört werden. Wie jetzt in der Franzstraße.
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Bombe gefunden: 3.800 müssen heute ihre Wohnungen verlassen. Mit UPDATEs

Bei Bauarbeiten wurde am gestrigen Mittwoch, 22. Juni, auf Höhe der Salierallee 18a am Rand des Grünstreifens eine US-Flieger-Bombe gefunden. Gewicht: 500 kg. In Abstimmung mit dem Kampfmittelräumdienst wird am heutigen Donnerstag ein Bereich im Radius von 500 Metern um die Bombe herum geräumt.

Im Anschluss an die Evakuierung wird die Bombe entschärft. Betroffen sind rund 3.800 Personen. „Sobald die Bombe entschärft ist, wird die Stadt Aachen alle Bewohner*innen informieren“, so wird mitgeteilt.

Am heutigen Donnerstag werden Schulen und KiTas in diesem Bereich geschlossen bleiben. Schul- und KiTa-Leitungen sind informiert worden. Betroffen sind unter anderem das Pius Gymnasium, das Rhein-Maas-Gymnasium, das Einhard Gymnasium sowie weitere Schulen und KiTas. Die Vorgabe zur Räumung betrifft auch die Fachhochschule (FH) Aachen mit dem Standort Eupener Straße.

Für Evakuierte, die keine andere Möglichkeit der Unterbringung haben, ist als Notunterkunft die Luise Hensel Realschule im Gillesbachtal 35 vorgesehen. In Corona-Quarantäne befindliche Personen können die Boulderhalle in der Kurbrunnenstraße 22 aufsuchen. 

Die Stadt Aachen empfiehlt, den Bereich heute zu meiden bzw. großräumig zu umfahren.

UPDATE:

Die Stadt Aachen bittet Anwohner*innen, die Fragen zur Evakuierung haben, sich auf aachen.de oder Facebook über den aktuellen Stand zu informieren. Zusätzlich besteht die Möglichkeit sich telefonisch an die Hotline des Call Aachen unter der Rufnummer 0241 4320 zu wenden.

Die Evakuierung des betroffenen Bereichs rund um den Fundort läuft planmäßig. 

Die Polizei sperrt alle Zufahrtsstraßen zu dem Evakuierungsgebiet für den Verkehr. Natürlich dürfen Fahrzeuge, die sich im Evakuierungsgebiet dieses noch verlassen.

Der Außenring kann zunächst weiter befahren werden. 

Alle Verkehrsteilnehmer*innen werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

Eine Interaktive Karte zum Evakuierungsgebiet findet sich auf aachen.de.

UPDATE, 11.30 Uhr:

Das Gebiet rund um den Fundort der Bombe wird weiterhin evakuiert. 

Personen, die keine andere Möglichkeit der Unterbringung haben, können in der Luise Hensel Realschule im Gillesbachtal 35 unterkommen. Dort sind derzeit 65 betroffene Menschen untergebracht. Zwei in Corona-Quarantäne befindliche Personen haben die Boulderhalle „move“ in der Kurbrunnenstraße 22 aufgesucht. 

Vor Ort sind derzeit 147 Kolleg*innen der Feuerwehr und des THWs im Einsatz. Diese unterstützen gemeinsam mit 50 Kräften von weiteren Hilfsorganisationen und 46 Polizist*innen die 31 Kolleg*innen des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung bei der Evakuierung des Gebiets.

UPDATE: 14.09 Uhr:

Der Kampfmittelräumdienst hat die US-Flieger-Bombe erfolgreich entschärft. Die evakuierten Anwohner*innen können in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren.

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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Heute im Ausschuss: Templergraben – wieder auf oder doch geschlossen für private Kfz?

In Aachen im Hochschulviertel gibt es ein Stück Straße, aus dem derzeit der private Kfz-Verkehr verbannt ist. Die CDU-Fraktion im Rat möchte das ändern. Der AStA nicht.

Zur heute stattfindenden Diskussion (mit nachfolgender Abstimmung) im zuständigen politischen Gremium über die Öffnung des Templergrabens äußert sich in einer Stellungnahme der AStA der RWTH wie folgt (Zwischenüberschriften von AachenNews):

Wir sind als AStA der RWTH auf den Tagesordnungsantrag der CDU-Fraktion (Thema: Reallabor Templergraben, hier: Öffnung zur Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses) für den Mobilitätsauschuss am Donnerstag (23. 06.) aufmerksam geworden und möchten an dieser Stelle – wie vor der Entscheidung im Februar – als Studierende nochmal auf die immense positive Bedeutung des Templergrabens für die studentische Kultur und die Aufenthaltsqualität auf dem „Campus Mitte“ hinweisen. 

Nicht nachvollziehbar, nicht zu erkennen

Für uns ist die Forderung – den Templergraben wieder für den MIV zu öffnen und damit die zweite Phase des Reallabors abzubrechen – nicht nachvollziehbar. Wir haben schon im Februar auf diverse Gründe hingewiesen, die wir hier nicht nochmal alle aufzählen wollen. Gleichwohl beschäftigt auch uns die Situation am Templergraben, in den umliegenden Seitenstraßen sowie der Verkehrsfluss im Rahmen der Baustelle Brücke Turmstraße. 

Die Universität und damit auch die Studierendenschaft ist direkte Anrainerin in den meisten betroffen Straßen und wir bewegen uns dort in unserem Uni-Alltag. Einen Verkehrsfluss, der „offensichtlich nicht mehr angemessen gewährleistet“ ist, können wir nicht bestätigen. Lediglich (zeitlich und räumlich) punktuell ist eine Verkehrseinschränkung zu beobachten. Dies wird auch von Herrn Uwe Müller seitens der Verwaltung bestätigt, mit dem der Mobilitätsauschuss des Studierendenparlaments erst letzte Woche ein Gespräch hatte. 

Läuft alles unerwartet gut

Der Verkehr laufe an den meisten Stellen besser als im Gutachten prognostiziert und das städtische Umleitungskonzept funktioniere, so Herr Müller. 

In dem Sinne ist auch die Sperrung des Annuntiatenbachs ein wichtiges Element, welches auch im Gutachten empfohlen wurde und gleichzeitig den Beginn der zweiten Phase des Reallabors markiert. Denn so werden die sogenannten Schleichverkehre wirksam unterbunden und die Belastung z.B. in der Eilfschornssteinstraße sinkt von Tag zu Tag, wie Herr Müller bestätigt hat. 

Einseitige Berichterstattung

Zudem wollen wir darauf hinweisen, dass sich eine neue Verkehrssituation erstmal etablieren muss, und auch der Verweis auf die „eindeutige Presseberichterstattung” hinkt. Denn die Presse bildet selten alle Perspektiven auf eine Sachlage gleichermaßen ab, und studentische Stimmen bekommen in der Debatte wenig Gehör – obwohl wir allein als AStA der RWTH über 47.000 Studierende in Aachen vertreten. Entsprechend bitten wir auch die lokalen Medien unsere (studentische) Perspektive häufiger aufzunehmen.

Gleiches Stück Straße, andere Seite: der Templergraben wird zum Zankapfel. Fotos: AachenNews Archiv

Der Templergraben ist aktuell DIE Fläche für (studentische) Kultur. Insbesondere jetzt zum Sommeranfang steht dort eine Vielzahl an Veranstaltungen – im großen und im kleinen Rahmen – an. Die Nachhaltigkeitswoche der RWTH, der regelmäßig stattfindende studentische Biergärten sowie das anstehende Campusfestival sind nur drei Beispiele dafür, wie Stadtraum genutzt und gestaltet werden kann, der nicht vom Verkehr dominiert wird. Als Ort der Begegnung für Stadt und Studierendenschaft hat der Templergraben auch eine soziale Stellung bekommen, die gerade im Wachsen ist und durch eine Öffnung für den MIV wieder zerstört werden würde. 

Wir fordern, wir bitten

Aufgrund dieses einmaligen, erhaltenswerten Mehrwerts fordern wir den Templergraben für den MIV gesperrt zu lassen. Wir bitten alle Fraktionen bei ihrer Entscheidung die sachlichen Argumente abzuwägen und sich klarzumachen, dass eine Entscheidung GEGEN eine Öffnung des Templergrabens eine Entscheidung FÜR die Kultur, FÜR die Studierendenschaft, FÜR die RWTH, FÜR zukunftsfähige Mobilität, FÜR lebenswerten Stadtraum und FÜR das soziale Zusammenleben in der Stadt Aachen ist.

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Die Sitzung findet statt im Konferenzsaal 1, Eurogress, Monheimsallee 48. Sie ist öffentlich, Beginn ist um 17 Uhr.

Hier findet man die Tagesordnung für die morgige Sitzung des Mobilitätsausschuss. Erst unter TOP 20 geht es um den Templergraben (s. auch Anhang).

Im Ausschuss geht es – nebenbei erwähnt – auch um einen Antrag, der die Hartmannstraße am Elisenbrunnen betrifft. Gefordert wird von Piraten und UWG, die Parkplätze in der Hartmannstraße umzuwandeln und dazu einen Umsetzungsplan vorzulegen. Wörtlich: „Die bisherigen öffentlichen Parkplätze sollen zu einer Mischung aus Behindertenstellplätzen, Fahrradstellplätzen, Grünflächen und Aufenthaltsflächen umgestaltet werden.“

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Am Bushof muss nun niemand mehr in die Ecke pinkeln. Am 01. Juli gibt es dort eine kabarettistische Bushofführung

Das wurde aber auch Zeit: Neben Aachens Bushof steht jetzt ein Toiletten-Häuschen. Einmal benutzen kostet 50 Cent.

Die neue Toilette am Bushof ist jetzt betriebsbereit – barrierefrei mit Wickeltisch und allem Drum und Dran. „Für die 70.000 Menschen, die das Bushof-Areal täglich werktags passieren“, sei das eine gute Nachricht, so teilt die Stadtverwaltung jetzt mit.

Gegenüber vom Bushof wurde bereits 1. die häßliche Passage geschlossen. Dort wird bald 2. eine neue Dienststelle der Polizei eröffnet. Die Volkshochschule im Bushof hat 3. ein neues, elegantes Entrée bekommen, und ein ziemlich cooles Wandbild innen und ein Werk von Aachens Graffiti-Künstler Mathes Straetman (Lazy65) gibt es als 4. ebenfalls. Man erkennt das Bemühen, diese Ecke von Aachens Innenstadt endlich aufzumöbeln.

Mit dem neuen Häuschen, so erfahren wir, sei eine zentrale Maßnahme, die das Netzwerk Bushof sich auf die Fahnen geschrieben hatte, umgesetzt. Die Umsetzung habe etwas länger gedauert als geplant, das schmälere jedoch nicht die Freude über diesen Erfolg.

Heidemarie Ernst die von Seiten der Stadtverwaltung für mehr Sicherheit und Sauberkeit am Bushof sorgt, sagt: „Jeder Mensch, den dort künftig ein menschliches Bedürfnis plagt, wird die Freude mit uns teilen.“ Sie nennt das neue Toilettenhäuschen „ein Mehr an Sauberkeit rund um den Bushof.“

Die Toilette befindet sich seitlich vom Bushof, an der Ecke Kurhausstraße in Nähe der Haltestelle Nummer 10.

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Am Freitag, 1. Juli, um 17 Uhr findet eine kabarettistische Bushofführung  mit „Manni dem Huusmeäster“ am Bushof statt. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen begrüßt die Teilnehmenden vor Ort und spricht einführende Worte.

Manfred Savelsberg ist als „Manni d’r Huusmeäster“ Aachens wohl bekanntester Hausmeister. Seit mehr als 50 Jahren steht er auf Bühnen und noch immer schlüpft er gerne in den Kittel seiner Paraderolle als Hausmeister im Aachener Rathaus. Mit seiner Expertise als „Huusmeäster“ führt Manni nun humorvoll durch den Bushof und das ihn umgebende Gebiet, um zu schauen was getan wurde, was noch fehlt und wie der Öcher das so findet. 

„Huusmeäster“ Manfred Savelsberg wartet auf euch für eine Bushofführung am 1. Juli. Meldet euch an. Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Die Teilnahme an der Führung mit „Manni d’r Huusmeäster“ ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist ab sofort bei der Koordinationsstelle Bushof unter netzwerk-bushof@mail.aachen.de oder telefonisch unter der Nummer 0171 8637370 möglich.

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Journalist Bernd Müllender setzt Aachen ein Denkmal

Das neue Buch von Bernd Müllender erscheint passend in den Farben der Stadt.

„Ach, Aachen!“, so seufzt der Journalist Bernd Müllender und präsentiert unter diesem Titel auf sage und schreibe 383 Seiten Geschichten aus und über Aachen. Heute (21. 06.) um 19.30 Uhr liest er auf Gut Branderhof aus seinem neuesten Buch. 

So eine Lesung mit Bernd Müllender ist ja allein schon eine muntere Angelegenheit, aber man muss auch viel lachen, wenn man die Texte still für sich liest. Der Mann hat wirklich Humor. Zum Beispiel, wenn es auf Seite 333 um den Aachener Fastelovend geht, dem er in Teilen ein „hohes alltagssexistisches Niveau“ bescheinigt. Müllender zieht dumme Humorritter durch den Kakao, er spottet ohne Ende und erfindet Ausdrücke wie Humptata-Establishment und Zotenzunft. 

Aus fünf Jahrzehnten stammen die Texte, alle sind aus der Feder von Bernd Müllender und es wert, mit zum Teil großem zeitlichen Abstand neu gelesen zu werden. Was waren das für Zeiten, als plötzlich unvorstellbar reiche Scheichs Aachens Hochleistungs-Klinikum entdeckt hatten und sich samt Falken und Leibgarde im Quellenhof einquartierten!

Aachen und der Sport, das ist in jeder Hinsicht ein Kapitel für sich, oder die Tests von sechs „Frittenverköstigungsorten“, wo es unter anderem um „Knusprigkeit“ und „schwarze Stellen“ geht. Sehr amüsant. Erinnerungen werden wach, als Müllender einmal in Aachen als keuchender taz-Reporter den späteren Außenminister Joschka Fischer buchstäblich laufend interviewte. 

Erstaunlich, wie viele interessante und außergewöhnliche Personen der Autor in Aachen im Laufe der Jahre aufgestöbert hat, vom Pralinentester bei Lindt & Sprüngli bis zur mit 14 Jahren aus Russland ausgewanderten Comedian. Damit man den Zusammenhang versteht, in dem die Texte jeweils entstanden, gibt es kurze Einführungen und Zwischentexte. Die sind hilfreich.

Ernste Themen werden ernst behandelt, zum Beispiel das Erbe der Nazizeit. Da geht es um den berühmten RWTH-Professor Schwerte, der als Nazi eigentlich Schneider hieß und sich nach dem Krieg erfolgreich eine neue Identität verpasste. Oder um das traurige Schicksal eines Wehrmachtdeserteurs, der sich outet. Das schräge Verhältnis der Aachener zu den Nachbarn in Belgien und Holland hat den Autor im Laufe der Jahre immer wieder zu journalistischen Glanzleistungen herausgefordert. Alles zu finden in seinem neuen Buch. 

Wer heute um 19.30 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) die Lesung verpasst, kann das Vergnügen am 23. August nachholen. Da ist Müllender ab 19.30 Uhr in der Buchhandlung am Markt in Aachen-Brand zu Gast. 

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Jetzt neu: „Ach, Aachen!“ – Ansichten, Aussichten, Ameröllche und Amerölle. Texte aus 40 Jahren über eine liebenswürdige und manchmal seltsame Stadt. Eifeler Literaturverlag 2022. Kosten: 15 Euro. 
Für mehr Infos hier klicken: www.gutbranderhof.de

Erst Ende 2021 ist erschienen: „Die Zahl 38.185“ – Ein Fahrradroman aus der Autostadt Aachen. Eifeler Literaturverlag 2021. Darin geht es um die Verkehrswende, aus der – nach der korrekten Einschätzung des Autors – in Aachen „eine Art Straßenkampf um jeden Quadratmeter Asphalt“ geworden ist. 

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Zur Abwechslung mal ein Katastrophe, auf die man sich vorbereiten kann

Drei große Katastrophen haben wir gerade erlebt, alle passierten plötzlich, quasi überfallartig und man konnte sich nicht wirklich gut vorbereiten. Die Katastrophe, die aber jetzt – im Herbst/Winter – auf uns zukommt, die kündigt sich an, auf die können wir uns vorbereiten.

Die Pandemie hat uns überfallen. Plötzlich – nach allgemeiner Wahrnehmung – war das Virus da, reihenweise wurden Menschen krank, einige starben. Wir wussten lange nicht, ob es überhaupt einen Impfstoff geben würde. Ratlosigkeit allenthalben. Dann die Unwetterkatastrophe – Orte wie Kornelimünster, Stolberg, Eschweiler, das Ahrtal wurden plötzlich überflutet wie es noch nie zuvor geschehen war. Und schließlich der Krieg. Wer hätte gedacht, dass wir 2022 einen 19.-Jahrhundert-Krieg in Europa erleben würden? Ich nicht. Putin und die Russen hatten die allermeisten von uns für weitgehend friedlich und kultiviert gehalten.

Soweit die Vergangenheit. Was im Herbst und Winter auf uns zukommt, das ist ein Engpass, der sich zur Versorgungs-Katastrophe auswachsen kann/wird. Wir wissen schon jetzt: Es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass es Putin im November gefällt, kein Öl und auch kein Gas mehr nach Deutschland (oder an die komplette EU) zu verkaufen. Nichts, null, gar nichts. Es MUSS nicht so kommen, aber es sieht doch sehr so aus

Gaslieferstopp im Winter. . . bei nur etwas über 50 Prozent vollen Gasspeichern . . . das wäre eine Katastrophe. Da fragt man sich: Warum fangen wir nicht schon jetzt an, Energie zu sparen? Zum Beispiel die Temperatur im beheizten Freibad Hangeweiher um 2 Grad runterdrehen und in den Schwimmhallen um 1 Grad? Keine neuen Klimaanlagen einbauen oder diese erst gar nicht einschalten? Man könnte auch – wo es geht – Straßenlaternen ganz ausschalten zwischen 23 und 4 Uhr morgens. Oder ehrlicherweise das Oktoberfest in München und den Weihnachtsmarkt in Aachen absagen.

Wir müssen jetzt zwingend die Speicher füllen, wenn wir die kalte Jahreszeit überstehen wollen. Diese Speicher sind – wie man hört – erst zu 55 Prozent voll, sie müssen im November zu über 90 Prozent voll sein. Und Moskau hat schon jetzt damit begonnen, Europa den Gashahn zuzudrehen.

Wird man im Winter die großen Verwaltungsgebäude, die Hochschulgebäude und die Banken nicht mehr beheizen können? Wird es dann in Schulen noch mollig warm sein können? Oder müssen wir uns wieder auf Homeschooling und Homeoffice einstellen? Es wäre tatsächlich sehr blöd, wenn wir im November plötzlich merken: Oh shit, welche Überraschung, es gibt einfach kein Gas und kein Öl mehr! Selbst der umtriebige Wirtschaftsminister kann nur noch auf Lieferungen aus Norwegen und den Niederlanden zugreifen, was wegen Mangel an sonstigen Vorräten nicht reicht. 

Weil die privaten Wohnungen geheizt und bestimmte Unternehmen gerettet werden müssen, reicht dann das Gas auch für öffentliche Bauten, Restaurants und Kaufhäuser nicht. Es reicht übrigens sogar dann nicht, wenn zusätzlich Gas über zwei Flüssiggas-Terminals importiert wird. 

Unternehmen diskutieren zur Zeit, wo und wie sie im Notfall Gas einsparen können, welche Betriebsteile sie zugunsten von anderen Betriebsteilen stark herunterfahren könnten. Die Bundesregierung hat im Frühjahr die Frühwarnstufe des Notfallplan Gas ausgerufen. Hat irgendjemand daraufhin im öffentlichen Bereich angefangen, mehr Energie zu sparen als zuvor? Ich kenne niemand.

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Zum Thema: https://www.aachener-zeitung.de/wirtschaft/schockwellen-werden-durch-das-land-gehen_aid-71412753

Eine Befragung zum Katastrophenschutz in der Region. Bitte teilnehmen und weiterleiten: ttp://befragung-städteregion.de

Was der EON-Aufsichtsrat meint: hier nachlesen

Notfallplan Gas für die Bundesrepublik: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/M-O/notfallplan-gas-bundesrepublik-deutschland.pdf?__blob=publicationFile&v=9

Die privaten Haushalte machen zwar ein Drittel des Stromverbrauchs aus, können aber wenig sparen. Anders sieht es bei den halböffentlichen und öffentlichen Einrichtungen aus.
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